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Verbreitung rechtsextremer Propaganda über das Internet. Eine kurze Übersicht

von Ignar Kremski (Autor)

Referat (Ausarbeitung) 2015 8 Seiten

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Definition Rechtsextremismus
1. Zusammenfassung des Begriffes „Rechtsextremismus“

III Verbreitung rechtsextremer Propaganda über das Internet

IV. Fazit

V. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Auch der Rechtsextremismus hat seinen Weg ins 21. Jahrhundert gefunden. Mussten vor rund zwei Jahrzehnten neue Mitglieder durch mühselige Mund zu Mund Propaganda und mehr schlecht als recht gefertigte Flyer geworben werden, stellt sich heute, wie für alle anderen auch, das Internet als Treffpunkt für eine riesige Anzahl von Menschen dar, die sich schnell und ohne Probleme der rechten Szene nähern können. Die Zahl an verschiedenen Möglichkeiten ist dabei schier endlos. Jeder kann in kürzester Zeit ein Diskussionsforum erstellen und dort seine Meinung kund tun. Dabei kann er einerseits durch den Deckmantel der so genannten „Nicknames“ anonym bleiben. Auf der anderen Seite ist von behördlicher Seite eine ständige Kontrolle dieses Netzwerkes fast unmöglich. Dadurch wird das Internet zum wichtigsten Verständigungs- und Publicitymittel von Rechtsextremen.

Informationen der Internetseite www.jugendschutz.net zu Folge gab es im Jahr 2013 über 5500 Homepages mit rechtsextremen Inhalten und damit knapp 200 mehr als noch im Jahr 2011.1

Nachdem das Internet immer populärer wurde und sich um 1985 wie ein Lauffeuer ausbreitete, wurde schnell deutlich, dass es den Rechtsextremismus auch ohne die Nazis aus dem Zweiten Weltkrieg gibt.2 Dieser hat sich auf Kinder und Jugendliche spezialisiert. Mit diesen Charakteristika der rechtsextremen Propagandamaschinerie im Internet befasst sich die Wissenschaft erst seit kurzer Zeit3. Dabei wurden zwei Merkmale besonders deutlich: einerseits werden rechtsextreme Inhalte sehr offensiv verbreitet. Auf der anderen Seite sind diese oftmals auf den ersten Blick nicht als rechtes Gedankengut zu verstehen.4

Die folgende Arbeit soll sich mit dem Thema „Rechtsextremismus“ beschäftigen, wobei nach der Begriffsklärung ein Schwerpunkt auf die Verbreitung der rechtsextremen Propaganda über das Internet gelegt werden soll, um schließlich die gewonnenen Erkenntnisse in einem Fazit zusammenzufassen.

II. Definition Rechtsextremismus

Zunächst bedarf es jedoch einer genauen Begriffsklärung, die sich beim Begriff „Rechtsextremismus“ als schwierig darstellt. Probleme diesbezüglich stellen sich an folgenden Stellen dar: Auf der einen Seite wird sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Wissenschaft der oben genannte Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen belegt. Einige Antifaschisten nutzen diesen, um das komplette rechtskonservative Lager als rechtsextrem zu bezeichnen und somit im politischen Sinne zu missbrauchen5. Auch wird der Begriff immer öfter mit anderen Bezeichnungen verwechselt, wie zum Beispiel „Rechtsradikalismus“ oder „Neo-Nazismus“.6 So werden diese von den Nachrichtenagenturen sowohl im Fernsehen als auch in der Zeitung in der Weise benutzt, als hätten sie die gleiche Bedeutung. Dabei wird keine Rücksicht auf das verfassungswidrige Handeln von rechtsextremistischen Parteien und im Gegensatz dazu das verfassungskonforme Handeln von rechtsradikalen Parteien genommen.7

Außerdem kristallisiere sich heraus, dass dieser Begriff von verschiedenen Seiten beleuchtet werden könne. Er stelle sich als Sammelbegriff für viele verschiedene politische Erscheinungsformen dar und müsse aus diesem Grund von vergleichbaren Tendenzen wie zum Beispiel dem Linksextremismus und den entsprechenden Charakteristika wie zum Beispiel deren Ideologie und dem Vorkommen von Gewalt zu separieren sein.8

Es bestünde weder eine angesehene Definition für den Begriff Rechtsextremismus, noch sei er eindeutig umschrieben.9 Aus diesem Grund kann dieser Punkt hier nicht abschließend geklärt werden.

1. Zusammenfassung des Begriffes „Rechtsextremismus“

Bislang gibt es lediglich staatliche und politikwissenschaftliche Versuche, diesem Begriff näher zu kommen. Grundlegend dafür sei die Bestimmung des politischen Extremismus, der sich aus staatlicher Sicht über die Ablehnung der Ordnung des demokratischen Verfassungsstaates mit dessen Regeln und Prinzipien definiere.10

„Extremisten wollen das freiheitlich-demokratische politische System überwinden“11 Dazu gehörten sowohl Anstrengungen aus politischer Sicht gegen das Mehrheitsprinzip, die Volkssouveränität sowie die Verfassung, welche auf den Menschenrechten basiere.12

Außerdem unterscheide man zwischen verschiedenen Mustern des Verhaltens und der Einstellung. So sei die Einstellung von Rechtsextremen geprägt durch Autoritarismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Nationalismus. Diese seien Grundlage für das Verhalten der Rechtsextremen und ließe sich an deren politischen Aktionen und dem Anwenden von Gewalt ablesen. Auf der Stufe der Ideologie weise der Rechtsextremismus Merkmale spezieller Natur auf. So gehe der rechtsextrem eingestellte Mensch davon aus, seine eigene Rasse habe eine höhere Bedeutung als andere. Als Schlussfolgerung auf dieses Denken unterdrücke er andere Menschen auf Grund derer Ethnie oder auf Grund von körperlichen oder geistigen Unterschieden. Diesen stünde er in der Regel feindlich gegenüber. Das Verständnis einer funktionierenden Gesellschaft zeichne sich durch die Volksgemeinschaft aus. Dabei bilden die Regierenden und die, die regiert werden eine Arbeitsgemeinschaft, eine „Volksgemeinschaft“.

[...]


1 Glaser, Stefan: Rechtsextremismus Online - Beobachten und nachhaltig bekämpfen, Bericht über Recherchen und Maßnahmen im Jahr 2013, S. 3

2 Klärner, Andreas, Kohlstruck, Michael: Moderner Rechtsextremismus in Deutschland, S. 7

3 Pfahl-Traughber, Armin: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, S. 11

4 Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen: Musik, Mode, Markenzeichen. Rechtsextremismus bei Jugendlichen, S. 59

5 Stöss, Richard, Rechtsextremismus im Wandel, S. 11

6 Stöss, Richard, Rechtsextremismus im Wandel, S.11

7 Stöss, Richard, Rechtsextremismus im Wandel, S. 12

8 Pfahl-Traughber, Armin: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, S. 11

9 Stöss, Richard, Rechtsextremismus im Wandel. S. 13

10 Rechtsextremismus in Deutschland: Begriff - Ideologie - Struktur, In: Erlebniswelt Rechtsextremismus. Menschenverachtung mit Unterhaltungswert, Hintergründe, Methoden, Praxis der Prävention, S. 24

11 Ebenda, S. 25

12 Pfahl-Traughber, Armin: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, S. 11

Details

Seiten
8
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668115415
ISBN (Buch)
9783668115422
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v312111
Institution / Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Gelsenkirchen
Note
2,7
Schlagworte
Rechtsextremismus Internet Erscheinungsformen Rechtsextremismus Propaganda im Internet

Autor

  • Ignar Kremski (Autor)

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