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Begleitendes Selbststudium in der Hochschulausbildung "Physiotherapie". Lerntheorien und Lernmethoden

Hausarbeit 2015 27 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Physiotherapiestudium
2.1 Lerntheorien
2.2 Lernmethoden

3. Begleitetes Selbststudium

4. Praktische Umsetzung

5. Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Schematische Darstellung der Zusammenhänge von 1. Theorieinhalte und Praktische Fertigkeit, 2. Neurobiologische Grundlagen, 3. Lerntheorien, 4. Lehr- und Lernmethoden und 5. Unterrichtsmethoden.

Abbildung 2. Schematische Darstellung des behavioristischen Lernprozesses (nach Schmitt, Günter & Plassmann, Ansgar A. 2005, Lern-Psychologie)

Abbildung 3. Schematische Darstellung des kognitivistischen Lernprozesses (eigene Zusammenstellung)

Abbildung 4. Schematische Darstellung des konstruktivistischen Lernprozesses (Kerres 2001: 147)

Abbildung 5. Nachahmung eines Modells (Angermeier/Bednorz/Schuster 1991: 141)

Abbildung 6. Köhlers Affen, die das Problem durch Einsicht lösen (Köhler 1963: a) S. 1496 & b) S. 98).

Abbildung 7. Studiengangstruktur an Schweizer Fachhochschulen (eigene Zusammenstellung)

Tabelle 1. Informationsübersichtsliste für ein begleitetes Selbststudium (aus Begleitetes Selbststudium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, S.7)

Tabelle 2. Überblick der Betreuungsphasen und Aufgaben der Dozierenden (nach Ojstersek, 2007)

Abbildung 8. Schematische Darstellung wie das belgleite Selbststudium für Praktische Fertigkeit aussehen könnte 1. Theorieinhalte und Praktische Fertigkeit, 2. Neurobiologische Grundlagen, 3. Lerntheorien, 4. Lehr- und Lernmethoden und Unterrichtsmethoden.

1. Einleitung

Die Studienstruktur mit ihren Unterrichtsformen des Kontaktstudiums und Selbststudiums wird an vielen Universitäten und Hochschulen in die Curricula eingebaut. Die Erwartungen an die Rolle der Lernenden und Lehrenden hat sich verändert. Man erwartet von den Studierenden, dass sie sich vermehrt aktiv in die Lehrveranstaltungen einbringen und Eigenverantwortung übernehmen. Die Dozierenden sollen weniger dozieren, sondern dafür vermehrt das studentische Lernen fördern. In diesem Sinne sollen Lernende selbst über ihr Lernen bestimmen können. Diese aus der Bolognareform der Bologna-Deklaration stammende Lernform gewinnt mehr an Bedeutung und zielt auf studentische Selbständigkeit, dem selbstorganisierten Lernen, nachhaltigen Lernprozessen und die darauf bezogene Instruktion ab (vgl. Wildt 2004). Nach Siebert (vgl. 2003: 29) ist Lernen „ein autopoietischer, selbstgesteuerter, eigenwilliger und eigensinniger Prozess, der zwar Informationen, Anregungen, Rückmeldungen als auch Lernhilfen benötigt, jedoch lässt sich Lernen nicht von außen determinieren“.

Laut Teichman (vgl. 2004: 19) wird unter Selbststudium der Anteil an studentischem Workload verstanden. Hierunter fällt der Aufwand der Erarbeitung und Aneignung von Studieninhalten wie Vor‐ und Nachbereitung eines Kontaktstudiums, Prüfungsvorbereitung, Verfassen einer Hausarbeit oder einer Abschlussarbeit.

Studierende, die ihr Lernen selbst steuern, formulieren ihre Lernziele selbst und wählen angemessene Strategien zum Erreichen der gesteckten Ziele aus (vgl. Weinert 1982). Dabei kann das selbstgesteuerte Lernen als eine selbstbestimmende Form des Lernens erachtet werden (vgl. Pintrich/Garcia 1994). Der Fortgang des Lernprozesses wird durch die Studierenden selbst überwacht, reguliert und bewertet (vgl. Konrad/Traub). Paris und Paris (vgl. 2001) postulieren das selbstgesteuertes Lernen als eine Fusion von „skill and will“, von kognitiven, motivationalen und verhältnismäßigen Voraussetzungen. In der Erwachsenenbildung wird auch der Begriff des selbstorganisierten Lernens benutzt. Dieser bezieht sich auf die Auswahl und Gestaltung der äußeren, organisatorischen Bedingungen des Lernens.

Um sich im Sinne des selbstorganisierten Lernens Lerngegenstände aneignen zu können, werden folgende Unterrichtsformen angeboten: individuelles Selbststudium, Freies Selbststudium und begleitetes Selbststudium (Landwehr/Müller 2006). Während die Studierenden im autonomen Selbststudium auf sich selbst angewiesen sind, wird das begleitete Selbststudium durch den Dozierenden geleitet. Landwehr und Müller (2006) fassen für das begleitete Selbststudium fünf Lernbegleitungsaufgaben zusammen: 1. Vorbereitungs-und Initiierungsphase, 2. Realisierungsphase: Coaching, 3. Realisierungsphase: Controlling, 4. Präsentationsphase und 5. Beurteilungsphase und Feedbackphase. Dabei erhalten die Studierenden in der Vorbereitungs-und Initiierungsphase einen Lernauftrag. In der zweiten Phase bearbeiten die Studierenden selbständig den Lernauftrag. Hier müssen die Dozierenden ein Coaching und Controlling gewährleisten (dritte Phase). In der vierten Phase stellen die Studierenden mittels verschiedener Medien den Dozierenden und Studierenden ihre Ergebnisse vor. Zum Schluss wird im Rahmen der 5. Phase die Beurteilung und das Feedback des Lernprozesses mittels einer Selbstreflexion und einer Fremdbeurteilung durch den Dozierenden und Studierenden abgeschlossen.

Die Berner Fachhochschule (BFH), Departement Gesundheit, Disziplin Physiotherapie bietet das begleitete Selbststudium für das Erlernen von Untersuchungs- und Behandlungstechniken nur rudimentär an.

Landwehr und Müller (vgl. 2006) zeigen eine praxisorientierte Herangehensweise auf, die sich auf theoretische Grundlagen stützt. Jedoch fehlen für ein begleitetes Selbststudium im Physiotherapiestudium, im Sinne des Erlernens von Untersuchungs- und Behandlungstechniken, theoretische Modelle. Diese Hausarbeit soll einen Beitrag leisten, um die Lücke hinsichtlich theoretischer Grundlagen zu füllen. Ausgehend davon könnten Vorgaben gegeben werden, welche Komponenten ein begleitetes Selbststudium für das Erlernen von Untersuchungs- und Behandlungstechniken beinhalten sollten. Des Weiteren könnten diese Erkenntnisse für empirische Untersuchungen dienlich sein.

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, theoretische Grundlagen des selbstgesteuerten Lernens zu evaluieren, um daraus einen Erkenntnisgewinn für Untersuchungs-und Behandlungstechniken im Physiotherapiestudium zu generieren. Daraus ergibt sich folgende Fragestellung: Welche Lehr- und Lernmethoden sollten für ein begleitetes Selbststudium angeboten werden, um das Erlernen von Untersuchungs- und Behandlungstechniken im Physiotherapiestudium zu ermöglichen?

2. Physiotherapiestudium

Die Physiotherapieausbildung in der Schweiz wurde bis 2006 an 13 Höheren Fachhochschulen (HF) durchgeführt. Ab 2006 erfolgte eine Neustrukturierung der Ausbildung durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) auf Tertiärstufe. Fortan wird schweizweit auf der Tertiärstufe an vier Standorten in Fachhochschulen (FH) gelehrt. Dabei definiert das Fachhochschulgesetz (FHSG) im Artikel 2, das Fachhochschulen Ausbildungsstätten sind, die grundsätzlich auf einer beruflichen Grundausbildung aufbauen.

Das Physiotherapiestudium schließt auf der ersten Studienstufe mit einem Bachelor of Science (BSc) bzw. seit 2010 auf der zweiten Studienstufe mit einem Master of Science (MSc) ab. Der Wechsel von Sekundarstufe auf Tertiärstufe hatte einen Einfluss auf die Lehre und das Lernen. Während der Unterricht auf Niveau Höhere Fachhochschule vermehrt frontal geprägt war und die Unterrichtsperson den Großteil des Lernmaterials stellte, sind auf der Fachhochschule die Studierenden vermehrt selber für den Lernprozess verantwortlich. Benner (2010: 275) definiert Lernen als einen Prozess „ der nicht vom Wissen eines Lehrers zum Wissen eines Schülers führt, sondern als ein aktives Selbst-Hervorholen der Erkenntnis durch den lernenden [...] zurückgebunden ist.“ Die Bologna-Reform knüpft daran an.

Im Jahre 1999 haben im italienischen Bologna die europäischen Bildungsminister einen gemeinsamen Hochschulraum beschlossen, indem Sie eine vergleichbare Studienstruktur vorgaben und eine innereuropäische Anerkennung von Studienleistungen auf Basis einheitlicher Qualitätsnormen anstrebten (vgl. Teichmann 2004: 6). Die Implementierung der Bologna-Reform ermöglicht eine Lehre, die den Studierenden angepasst ist (vgl. Nickel 2011: 10) und entsprechende Rahmenbedingung aufweist. Unter anderem sollen darin die Lernziele nachvollziehbar offengelegt werden, eine Zusammenfassung einzelner Lehrveranstaltungen zu Modulen soll größere Zusammenhänge deutlich machen und in Seminaren und Vorlesungen soll vermehrte Kompetenzvermittlung stattfinden (vgl. Nickel 2011: 10). Von der Seite des Lehrenden wird im Rahmen eines Hochschulstudiums ein selbst verantwortetes Lernen angestrebt (BLK 2014). So gesehen ist Lernen ein Kontinuum zwischen selbstgesteuerter (Lernender) und fremdgesteuerter (Institution) Anordnung (vgl. Hannen/Jansen/Wilbers 1992). Voraussetzung des selbstgesteuerten Lernens ist jedoch, dass der Lernende durch eine gewisse Fremdbestimmung angelernt werden muss (vgl. Flothow 1992: 52).

Im Kontext des Physiotherapiestudiums wechseln sich Theorieinhalte und das Trainieren von praktischen Fertigkeiten (Untersuchungs- und Behandlungstechniken) ab. Abbildung 1 zeigt einen allgemeinen Überblick der Zusammenhänge des Lernens wie diese aktuell an der Berner Fachhochschule Departement Gesundheit, Disziplin Physiotherapie, im Bachelorstudiengang durchgeführt wird. In Orange werden die aktuell angewendeten Lerntheorien sowie Lehr-und Lernmethoden dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Schematische Darstellung der Zusammenhänge von 1. Theorieinhalte und Praktische Fertigkeit, 2. Neurobiologische Grundlagen, 3. Lerntheorien, 4. Lehr-und Lernmethoden und 5. Unterrichtsmethoden (Eigene Zusammenstellung in Anlehnung an Vogt und Hechenleitner 2007, S. 1)

Wissenschaftliche Disziplinen wie die der Pädagogik oder Psychologie, haben sich mit den Vorgängen des Lernens beschäftigt und daraus Lerntheorien und Lehr- und Lernmethoden entwickelt.

2.1 Lerntheorien

Lerntheorie ist ein Ansatz die Erkenntnisse und Ansichten über das Lernen in einem einheitlichen System zusammenzufassen und in einen allgemeinen Rahmen für lernmethodische Überlegung definieren (Mittelstädt 2005). In der klassischen Pädagogik und Lernpsychologie lassen sich behavioristische, kognitivistische und konstruktivistische Lerntheorien unterscheiden (vgl. Gröhlich/Wulf/Zirfas 2014: 9).

Diese Lerntheorien dienen als ein Ansatz zur Umsetzung von Lernprozessen. Dabei geht der behavioristische Ansatz davon aus, dass der Lehrende weiß, was die Lernenden zu lernen haben. Der Lernende erhält dabei einen geeigneten Stimulus (Reiz) um ein bestimmtes Verhalten (Reaktion) zu produzieren (Abbildung 1). Das menschliche Gehirn wird in diesem Konzept als passiver Behälter angesehen, der immer aufgefüllt wird. Das Verhalten wird durch äußere Vorgänge reguliert und ist nicht an Steuerungsprozessen interessiert. Psychische Momente des Lernens werden nicht mit einbezogen und der Lernende wird zu einer sogenannten „black box“. Folgende Prinzipien fördern das Lernen nach behavioristischen Prinzip (vgl. Ewert/Thomas 1996). Das Aktivitätsprinzip wobei der Lernende aktiv übt, Prinzip des fehlerfreien Lernens und die unmittelbare Rückmeldung des Lehrenden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. Schematische Darstellung des behavioristischen Lernprozesses (nach Schmitt, Günter & Plassmann, Ansgar A. 2005, Lern-Psychologie)

Im Kognitivismus rücken die Verarbeitungsprozesse des menschlichen Gehirns mehr in den Mittelpunkt. Das menschliche Gehirn ist nun keine „black box“ mehr. Das menschliche Denken wird als ein Prozess der Informationsverarbeitung angesehen. Der Lernprozess wird durch die Möglichkeit der Informationsverarbeitung, der Problemstellung und der Methodik reguliert. Hierbei rücken Problemstellungen in den Fokus, bei deren Lösung der Lernende Erkenntnisse gewinnt, und so sein Wissen erweitert (Abbildung 2). Lernen wird dabei als aktiv, konstruktiv, kumulativ und zielorientiert definiert (Shuell 1986). Gestärkt wurde die Lerntheorie durch Erkenntnisgewinn aus der Gehirn- und Kognitionsforschung ab den 1980er Jahren.

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Abbildung 3. Schematische Darstellung des kognitivistischen Lernprozesses (eigene Zusammenstellung)

Der Konstruktivismus hingegen gibt der individuellen Wahrnehmung und Interpretation eine starke Bedeutung. Konstruktivismus ist ein Oberbegriff, unter dem sich unterschiedliche philosophische Richtungen entwickelten. Hierbei befasst man sich mit erkenntnistheoretischen Fragen wie Wissen oder Erkenntnis entsteht, und deren wesentlichen Unterschiede. Seine Impulse erhielt der Konstruktivismus aus der Systemtheorie, der Kybernetik und Kognitionsbiologie.

Es entwickelten sich zwei Theoriestränge des radikalen Konstruktivismus. Zum einen die Theorie der Wissenskonstruktion, deren Vertreter Bateson, v. Foerster und v. Glaserfeld sind. Zum anderen die Theorie der biologischen Kognition, deren Vertreter Maturana und Valera zählen. Betrachtet wird hierbei der Mensch als ein informationell energetisch offenes, aber informationell geschlossenes System, dass strukturell an seine Umwelt gekoppelt ist. Dabei wird Lernen als ein aktiver Prozess gesehen, bei dem Menschen ihr Wissen in Beziehung zu ihren früheren Erfahrungen konstruieren. Im diesen Sinne ist Wahrnehmung, Erkennen und Lernen kein Informationsverarbeitungsprozess, sondern ein Konstruktionsprozess (vgl. Gröhlich/Wulf/Zirfas 2014: 11).

Der Konstruktivismus und der Kognitivismus sehen das Gehirn als Schaltzentrale der Informationsverarbeitung. Jedoch besteht zwischen beiden Lerntheorien ein entscheidender Unterschied darin, dass im Konstruktivismus Reize oder Informationen aus der Außenwelt nur gering verarbeitet werden. So werden z. B. visuelle Eindrücke (z. B. Kind beim Spielen) oder optische Reize (z.B. Musik) von den Sinnesorganen aufgenommen, und setzen diese in elektrische Impulse via Nervenbahnen um, und leiten diese an das Gehirn weiter, das aus diesen Impulsen ein lachendes Kind oder Musik werden lässt. Das Gehirn interpretiert die von den Sinnesorganen übertragenen Impulse und schafft sich so seine Konstruktion. Wahrgenommen werden nur unsere Erfahrungen von Dingen, nicht die Dinge selbst. Das Lernen ist kein passives Aufnehmen und Abspeichern von Informationen und Wahrnehmungen. Es ist ein aktiver Prozess.

Konstruktivistische Lerntheorien postulieren, dass das Aktivitätszentrum in den Seminaren bei den Studierenden liegen soll. Laut Arnold et al. (2002: 76) ist Lernen nicht mehr „als lineare Vermittlung von Wissen von einer lehrenden zu einer lernenden Person [...], sondern als selbstständige Aneignung zu Wissen“ zu verstehen. Aus diesem Grund wird die Lehre zunehmend als Begleitung der selbstständigen Lehraktivität der Studierenden verstanden, um Lernprozesse zu begleiten und zu ermöglichen (vgl. Käser 2009).

Der Interaktionistische Konstruktivismus nach Reich (2010a) ist ein jüngerer konstruktivistischer Ansatz der dem Sozial-kulturtheoretisch begründetem Konstruktivismus untergliedert ist. Dabei ermöglicht die konstruktive Methode nach Reich, dass Lernen lernwirksam ist und handlungsorientiert gestaltet wird. Betont werden vor allem die Konstruktive, Rekonstruktive und Dekonstruktive Seite des Lernens.

Hierbei vollzieht sich Konstruktion wenn sich Lernende das Wissen selbst erarbeiten, indem Dinge individuell ausprobiert, selbst erfahren und die Annahmen mithilfe eigener Versuche überprüft werden. Wissen wird dabei transferiert. Das Grundmotto lautet:

„Wir sind die Erfinder unserer Wirklichkeit.“ Lernen erfolgt jedoch häufiger durch Rekonstruktion. Die Welt ist zum größten Teil schon entdeckt und durch soziale und kulturelle Normen geprägt. So wird Lernen meist reproduziert. Rekonstruktion sollte sich auf die Gründe des zustande gekommenen Wissens beziehen. Das Motto der Rekonstruktion lautet: „Wir sind die Entdecker unserer Wirklichkeit.“ Dekonstruktion soll das geschaffene Wissen in Zweifel ziehen, um Wege der Wissensentstehung festzustellen.

Für Lernende ist es wichtig, das eigene Lernen immer wieder auch im Blick auf die Abhängigkeiten zu reflektieren, um vorhandene Freiräume einzuschätzen, zu nutzen und gegebenenfalls für sich zu erweitern (vgl. Neubert/Reich/Voß 2001: 260).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4. Schematische Darstellung des konstruktivistischen Lernprozesses (Kerres 2001: 147).

Die Theorieinhalte des Physiotherapiestudiums an der Berner Fachhochschule folgen allen bisher vorgestellten Lerntheorien. Für das Bewegungslernen dienen als Grundlage für Lehren und Lernen von Bewegung folgende Lernmodelle (Schermer 2006): die klassische Konditionierung nach Pawlow, die operante Konditionierung mit der Basis des Versuchs-Irrtum-Lernen nach Skinner und Thomdike, das Lernen durch Beobachtung nach Bandura und das Lernen durch Einsicht mit den kognitions- orientierten Konsequenzen des Bewusstmachens von Bewegung. Weitere Bewegungsmodelle sind das Open-loop-Modell (Offener Regelkreis) nach Lashley (1917), das Closed-loop-Model (geschlossener Regelkreis) nach Adams (1971) und das schematheoretische Modell nach Schmidt (1975). In der Praktischen Anwendung kommt es in der Regel zu einer gemischten Anwendung.

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Details

Seiten
27
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668112308
ISBN (Buch)
9783668112315
Dateigröße
757 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v312004
Institution / Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
Schlagworte
Physiotherapie Lernbegleitung Selbststudium

Autor

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Titel: Begleitendes Selbststudium in der Hochschulausbildung "Physiotherapie". Lerntheorien und Lernmethoden