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Die Pädagogik von Janusz Korczak

Seminararbeit 2012 11 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie der Pädagogik von Janusz Korczak
2.1 Kinderforschung
2.2 Magna Charta Libertatis

3. Praxis der Pädagogik von Janusz Korczak
3.1 Am Beispiel des Waisenhauses Dom Sierot in Warschau
3.1.1 Das Betreuungssystem
3.1.2 Die Dienste
3.1.3 Mittel der Kommunikation
3.1.4 Wetten
3.1.5 Das Plebiszit
3.1.6 Belohnungen und Strafen
3.2 Das Kinderparlament
3.3 Das Kameradschaftsgericht

4. Das Zusammenführen von Theorie und Praxis

5. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

'Die Welt reformieren heißt, die Erziehung reformieren'1. Dieser Satz beschreibt die Richtung der Pädagogik die Janusz Korczak verfolgt hat, nämlich die Reformpädagogik. Er wollte mit den bestehenden Erziehungstheorien bzw. Praxen brechen und etwas neues schaffen. Die Pädagogik von Janusz Korczak legt ihren Fokus auf das Recht des Kindes auf Achtung (vgl.2). Diese Rechte die Korczak den Kindern geben wollte basierten auf der Tatsache, dass es damals keine Bestimmungen gab, die den Kindern Menschenrechte bzw. Menschenwürde zusprachen.

Die Frage die sich mir hier aufwirft ist die Frage danach wie Korczak dies bewerkstelligt hat. Hat er die Kinder studiert um zu sehen an was es ihnen fehlt? Wie weit haben seine Theorien Einfluss auf die Praxis genommen und andersherum? Den Ausführungen von Theorie und Praxis des Erziehungsbegriffs nach Korczak, werde ich in meiner Arbeit auf den Grund gehen. Aus der heutigen Sicht betrachtet ist die Existenz von Grundrechten für Kinder etwas selbstverständliches, doch damals war dies etwas Unbekanntes und Neues. Aus diesem Grund habe ich dieses Thema gewählt. Ich denke Janusz Korczak war ein Vorreiter der modernen und lang gebrauchten Pädagogik. Meiner Meinung nach wäre es ohne ihn fragwürdig gewesen ob die Deklaration der Kinderrechte noch im 20. Jahrhundert stattgefunden hätte. Außerdem finde ich seine Art der Pädagogik interessant, da sie heute wie damals wichtig und größtenteils anwendbar ist. Einige seiner Praktiken müssen natürlich an die heutige Zeit und an die Veränderungen der Erziehungswerte -und Normen angepasst werden. Jedoch sind sie eine gute Grundlage Kinder vernünftig zu erziehen.

2. Theorie der Pädagogik von Janusz Korczak

2.1 Kinderforschung

Seine theoretische Arbeit lag hauptsächlich in der Kinderforschung. Korczak hat die Kinder, die im Waisenhaus lebten regelmäßig körperlich untersucht um ihren Zustand zu dokumentieren. Im Fokus dieser Untersuchungen standen damals „die evolutionären Aspekte, d.h. Das Wachstum des Kindes auf körperlicher und geistiger Ebene.“3.

Korczak wollte damit herausfinden an was es dem Kind fehlen könnte bzw. was es bis jetzt in seiner Entwicklung gestört hat, um diese Fehler zu beheben und dem Kind den bestmöglichen Lebensraum zu bieten in dem es sich optimal entwickeln kann.

Die Wissenschaftlichen Ergebnisse sollten der Unterstützung der Erziehungspraxis dienen aber vor allem der Sicherung günstiger Wachstumsbedingungen (vgl.4).

Korczak hatte aber noch weitere wichtige Bereiche in seiner Forschung.

Er betrachtete die Hygiene, also die Gewährleistung eines hygienisch einwandfreien Lebensraum, als einen wichtigen Punkt der Erziehungsarbeit, da er die Sicherung einer solchen Umgebung als wichtig für die Gesundheit, aber auch als Kriterium für das Gelingen der Erziehungsarbeit ansah.

Auch die Anthropometrie, welche sich mit der Ermittlung und Anwendung der Maße des menschlichen Körpers beschäftigt, gewann immer mehr an Relevanz.

„Den Schwerpunkt legte Korczak auf die Messungen der Körperlänge und des Körpergewichts der Zöglinge“5. Diese Messungen hatten den Zweck die Entwicklung der Kinder noch besser beobachten zu können.

Auch die Physiologie des Kindes hat Korczak untersucht um die Ergebnisse mit denen der Anthropometrischen Messungen zu vergleichen. Allerdings kam er bei dem Vergleich zu keinem verwertbaren Resultat. Er legte hier seinen Mittelpunkt auf die Schlafforschung um das Schlafverhalten der Kinder zu untersuchen. Er wollte damit eine wissenschaftliche Auswertung der Schlafzeiten bzw. Ruhezeiten der Kinder. Die Ergebnisse wurden dazu verwendet, herauszufinden wie viel Schlaf bzw. Ruhe die Kinder brauchten um vernünftig zu reifen. Das Ziel dieser Forschungen lag darin, die Resultate zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Kinder zu verwenden.

2.2 Magna Charta Libertatis

Weiterhin betraf die theoretische Arbeit die Ausformulierung der Magna Charta Libertatis, die als Grundgesetz für die Kinder gelten sollte. Die Magna Charta Libertatis gilt als Vorreiter der Kinderrechte, noch lange bevor Kinderechte offiziell verabschiedet wurden. Sie sollte die Kinder vor dem zu straken Einfluss durch Erwachsene auf ihr Leben, wie z.B. Leistungsanforderungen und Scheinliebe, schützen (vgl.6). Die Intention dazu war die Tatsache, dass Kinder vor dem Gesetz keine Grundrechte hatten, die gewährleisteten, dass sie vernünftig behandelt wurden. Hierbei gibt es drei Grundrechte der Kinder:

1. Das Recht des Kindes auf seinen Tod,
2. Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag,
3. Das Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist.7

Das erste Grundrecht bedeutet, dass man dem Kind eine Verselbständigung ermöglicht indem man die Möglichkeit zur Selbstentdeckung, die Möglichkeit zur Willensausübung- und bildung, Freiheit und Autonomie und Erfahrungsmöglichkeiten fördert. Das heißt, dass man dem Kind das Recht zu leben ermöglicht.

Das zweite Grundrecht betont den Wert der Kindheit. Dies impliziert eine Forderung nach der Gleichberechtigung der Kindheit gegenüber den Erwachsenen in der Familie und der Gesellschaft und eine Gewährung altersgerechter Rechte und Pflichten.

Das Kind hat somit ein Recht auf die Gegenwart, auf seine eigene Welt mit ihren eigenen Symbolen, Kategorien und Regeln. Das Kind hat demnach weiterhin das Recht, etwas zu tun bzw. zu lassen, was für Erwachsene vielleicht nicht plausibel erscheint, auch darf es Fehler machen und Irrtümer begehen.

Das dritte und letzte Grundrecht bedeutet schließlich die Förderung der Entwicklung zur Individualität des Kindes. Das heißt eine Förderung einer individuellen Persönlichkeit des Kindes. Diese drei Grundrechte sind stark miteinander verbunden, da die anderen nicht funktionieren können, wenn man eines nicht befolgt bzw. anwendet. Das Kind muss gefördert werden selbstständig zu werden, es muss die Möglichkeit dazu bekommen , erst darauf beruhend kann das Kind eine eigene Persönlichkeit entwickeln.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668108714
ISBN (Buch)
9783668108721
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v311939
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Pädagogik
Note
Unbenotet
Schlagworte
Janusz Korczak

Autor

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Titel: Die Pädagogik von Janusz Korczak