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Surrealismus, Gothic und Religionsfeindlichkeit. "Los Olvidados" von Luis Buñuel Portolés

Hausarbeit 2015 15 Seiten

Kunst - Kunstgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... S. 3
Aktueller Forschungsstand ... S. 3

1. Fruhe Karriere ... S. 5
2. Buñuel in Mexiko ... S. 7
3. Los olvidados ... S. 9
3.1 Produktion und Story ... S. 9
3.2 Religionsfeindlichkeit ... S. 10
4. Erweiterter Neorealismus ... S. 11
4.1 Surrealismus ... S. 11
4.2 Gothic ... S. 13

Fazit ... S. 14

Literaturverzeichnis ... S. 16

Einleitung

Luis Buñuel Portolés ist vor allem für seine surrealistischen Filme bekannt. Unter seinen Filmen gilt Los olvidados (1950, dt.Die Vergessenen 1953; Abb. 1) daher auch als eine Ausnahme. Oft wurde der Film zum Neorealismus gezahlt, der um 1950 nach Ladri di biciclette (1948) und Roma, città aperta (1945) auf seinem Zenit stand. Auch sprach Buñuel seine Bewunderung für diese Filme aus.1 Doch ist an diesem Film auch etwas zutiefst Unrealistisches. Diese Arbeit mochte nachzeichnen, woher es kommen mag, dass Buñuel die Form des neorealistischen Melodrama sprengt und mit welchen Mitteln er es macht. Der Großteil der Filme Buñuels wurde bereits ausgiebig psychologisch ausgeleuchtet (obwohl sich Buñuel selbst stets gegen psychologische Interpretationen gewehrt hat), wobei die teilweise ausschließliche Psychologisierung noch viele Fragen offen gelassen hat. Daher wird hier eine psychologische Deutung des Filmes ausgelassen und dafür auf andere Literatur verwiesen.

Zunächst wird Buñuels frühe Karriere bis zum Exil in Mexiko (1) und sein Schaffen in Mexiko (2) untersucht. Daraufhin wird Los olvidados betrachtet, zunächst allgemein die Produktion und Story (3.1) und dann die dem Film zugrunde liegende Religionsfeindlichkeit (3.2). Zuletzt wird die Erweiterung des Neorealismus betrachtet, aufgeteilt in eine Erweiterung um surrealistische Formen (4.1) und um Elemente des Gothic-Horror (4.2).

Forschungsstand

Eine erste umfassende Biographie erarbeitete Peter W. Jansen 1975.2 Weitere Arbeiten zu Buñuels Biographie folgten 1981 durch Michael Schwarz3, 2000 durch Heinrich von Berenberg4 und 2008 durch Klaus Hoeppner.5 Jutta Schütz untersuchte 1990 die Filme Buñuels nach der sexuellen „Innenwelt“ der Protagonisten in der repressiven „Außenwelt“ der bürgerlichen Gesellschaft.6 In einem 1994 von Yasha David herausgegebenen Sammelband zu Buñuel schrieben Eugen Drewermann zur Religionsfeindlichkeit Buñuels und Tómas Pérez Turrent zu den mexikanischen Filme Buñuels und deren Rezeption.7 Stefan Gross beschäftigte sich 1998 ausführlich mit dem Surrealismus Buñuels und Bretons und mit der Ethik des Surrealismus.8 Mathias Mertens betrachtete 1999 das filmische Schaffen Buñuels unter dem Gesichtspunkt des Karnevalesken Michail Michailowitsch Bachtins.9 Acevedo-Muñoz Ernesto behandelte 2003 ausführlich die mexikanischen Filme Buñuels und untersuchte sie als Resultate von politischen Krisen.10 Hanjo Sauer und Monika Leisch-Kiesl untersuchten 2005 im Vergleich die Filme Buñuels und Bergmans auf ihr Verhältnis zu Religion und Religiositat.11 In dem von Dr. Gerhard Schneider und Dr. Peter Bär herausgegebenen Heft „Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ wurden 2005 die Filme Buñuels zusammengefasst psychoanalytisch analysiert.12 Hülya Akkaş beschäftigte sich 2008 mit den Filmen Buñuels vor Franco und deren Probleme mit Zensur.13 Geraldine Rod untersuchte 2014 die Rolle des Blicks und dessen Inszenierung in den Filmen Buñuels, sowie die Beeinflussung des Surrealismus und politischer Ideen auf die Filme Buñuels.14

Ursula Link-Heer und Volker Roloff gaben 1994 einen Sammelband mit Texten zur Intermedialitat der Filme Buñuels heraus, darin beschäftigte sich Javier G. Vilatella damit, wie Buñuel in Los olvidados die Form des Melodrama benutzte.15 In Peter William Evans vielbeachteter Schrift von 1995 unterzog dieser die Filme Buñuels einer Neubetrachtung unter feministisch-psychoanalytischen Gesichtspunkten.16 Zu Los olvidados erarbeitete er die These des um Elemente des Gothic-Horrors erweiterten Realismus. Maria Dorn untersuchte 2004 Los olvidados nach seinem sozialkritischen Gehalt.17 In einem 2008 von Gabriele Jatho herausgegebenen Sammelband zu Buñuel schrieben Gerhard Middin zu Los olvidados und Buñuels „antipsychologischem“ Verfahren und Marion Lohndorf uber die Darstellung des Sexuellen in Los olvidados.18 Noreen Huhold betrachtete 2008 die Erweiterung des Realismus in Los olvidados um den Buñuelschen 1994. Surrealismus.19 Timon-Karl Kaleyta untersuchte 2009 Los olvidados nach der Filmtheorie Gilles Deleuze'.20 Aylin Battal verglich 2010 Los olvidados und City of God (2002).21 Nadine Wörner untersuchte 2013 das Bild Mexikos, das europäische Regisseure in ihren Filmen präsentieren, so auch in Los olvidados.22

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1 Vgl. Evans, Peter William: The Films of Luis Buñuel. Subjectivity and Desire. Oxford 1995. S. 78.
2 Jansen, Peter W. (u.a.): Luis Buñuel. München, Wien 1975.
3 Schwarze, Michael: Luis Buñuel. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg 1981.
4 Berenberg, Heinrich von (Hrsg.): Luis Buñuel. Objekte der Begierde. Berlin 2000.
5 Hoeppner, Klaus: Filmografie. In: Jatho, Gabriele: LUIS BUÑUEL. Essays, Daten, Dokumente. Berlin 2008.
6 Schutz, Jutta: Außenwelt – Innenwelt. Thematische und formale Konstanten im Werk von Luis Buñuel. Saarbrücker Arbeiten zur Romanistik. Bd. 7. Frankfurt am Main 1990.
7 Drewermann, Eugen: Uber Luis Buñuel. In: David, Yasha: .BUÑUEL! Auge des Jahrhunderts. Bonn 1994; Turrent, Thomas Perez: Buñuel, das Publikum und die Kritik. In: David, Yasha: .BUÑUEL!Auge des Jahrhunderts. Bonn
8 Gross, Stefan: Paradoxe Saulen – Athletik der Askese. Luis Buñuels Simon del Desierto und die Realität des Surrealismus. Frankfurt am Main 1998.
9 Mertens, Mathias: Buñuel, Bachtin und der karnevaleske Film. Weimar 1999.
10 Ernesto, Acevedo-Munoz: Buñuel and Mexico: The Crisis of National Cinema. Berkeley 2003.
11 Sauer, Hanjo; Leisch-Kiesl, Monika: Religion und Ästhetik bei Ingmar Bergman und Luis Buñuel. Eine interdisziplinare Auseinandersetzung mit dem Medium Film. Linzer Philosophisch-Theologische Beitrage. Bd. 12. Frankfurt am Main (u.a.) 2005.
12 Dr. Schneider, Gerhard (Hrsg.); Dr. Bar, Peter (Hrsg.): Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie. Bd. 3 Luis Buñuel. Vortrage des 4. Mannheimer Filmseminars im Marz 2005. Mannheim 2005.
13 Akkaş, Hulya: Luis Buñuel in Spanien: Ein Surrealist und die Unterdrückung seiner geistigen Freiheit. München 2008.
14 Rod, Geraldine: Das Auge als Fenster zum Unterbewussten: Uber die Darstellung des Blicks in „Das Gespenst der Freiheit“ von Luis Buñuel. Saarbrücken 2014.
15 Vilatella, Javier G.: Buñuel und die Frage der Gattungen im mexikanischen Kino. In: Link-Heer, Ursula (Hrsg.);
Roloff, Volker (Hrsg.): Luis Buñuel-Film-Literatur-Intermedialitat. Darmstadt 1994.
16 Evans 1995.
17 Dorn, Maria: Luis Buñuel: Los olvidados - ein sozialkritischer Film?. München 2004.
18 Middin, Gerhard: Die Realität des Imaginären. In: Jatho, Gabriele: LUIS BUÑUEL. Essays, Daten, Dokumente. Berlin 2008; Lohndorf. Marion: …und wenn sie nicht gestorben sind... In: Jatho, Gabriele: LUIS BUÑUEL. Essays, Daten, Dokumente. Berlin 2008.
19 Huhold, Noreen: Luis Buñuel: Los olvidados (1950). Verbindung von Realität und Surrealismus. München 2008.
20 Kaleyta, Timon-Karl: Das Affektbild nach Gilles Deleuze und „Los olvidados“ von Luis Buñuel. Düsseldorf 2009.
21 Battal, Aylin: Los olvidados und City of God im Vergleich. München 2010.
22 Wörner, Nadine: Mexiko im filmischen Blick Europas. München 2013.

Details

Seiten
15
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668107410
ISBN (Buch)
9783668107427
Dateigröße
2.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v311796
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Institut für Kunstgeschichte
Note
Schlagworte
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