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Entwicklung der Ganztagsschule auf Basis des Index für Inklusion

von Laura Smith (Autor)

Seminararbeit 2015 20 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Gliederung

1. Inklusion als Herausforderung für die Schulentwicklung

2. Entwicklung der Ganztagsschule auf Basis des Index für Inklusion
2.1 Grundgedanken der Inklusion
2.1.1 Grundverständnis der Inklusion
2.1.2 Konsequenzen für den Schulkontext
2.1.3 Inklusion ist mehr als Integration
2.2 Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem
2.3 Ganztagsschulen als Weg der Schulentwicklung für mehr Chancengerechtigkeit
2.4 Rechtliche Grundlagen zur Inklusion
2.4.1 Grundgesetz
2.4.2 Salamanca-Erklärung und UN-Behindertenrechtskonvention
2.4.3 Rechtslage und Umsetzung in Deutschland
2.5 Der Index für Inklusion
2.5.1 Entstehung des Index für Inklusion
2.5.2 Weiterentwicklung des Index für Inklusion in Deutschland
2.6 Konkrete Umsetzungen in der Ganztagsschule
2.6.1 Konzeptionelle Minimalanforderungen
2.6.2 Umsetzung durch das Phasenmodell des Index für Inklusion
2.6.3 Hinderliche und förderliche Faktoren
2.6.4 Untersuchungsergebnisse zur Inklusion
2.7 Vorteile der inklusiven Beschulung bei Ganztagsangeboten
2.7.1 Möglichkeiten zur Differenzierung in der Ganztagsschule zur Bewältigung der Heterogenität
2.7.2 Institutionelle Rahmenbedingungen

3. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Inklusion als Herausforderung für die Schulentwicklung

Gesellschaftliche Veränderungen und politische Bestrebungen haben dazu geführt, dass durch Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention Menschen mit Behinderung das Recht auf Bildung gewährleistet wird. Inklusion wird mittlerweile als ein Menschenrecht angesehen und ist auch weit über die Bildungs- und Unterrichtsbebatte hinaus in den populären Medien in aller Munde, weil es alle Menschen betrifft. Aufgrund der Brisanz des Themas beschäftigt sich die Wissenschaftliche Arbeit mit dem Thema Inklusion. Konkret soll die Frage beantwortet werden, inwieweit es möglich ist, eine Ganztagsschule auf Basis des Index für Inklusion zu entwickeln. Dafür wird zuerst geklärt, was unter Inklusion verstanden wird, da es hierzu eine scharfe Abgrenzung zu anderen Begriffen bedarf, da diese eine andere Ideologie vermitteln. Im darauf folgenden Kapitel wird versucht, zu beschreiben, inwieweit Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem herrscht, bzw. wo sich Ungerechtigkeiten finden lassen. In Anbetracht dieser Tatsache wird die Ganztagsschule als ein Schulsystem vorgestellt, welches zu mehr Chancengleichheit führen kann. Daraufhin werden rechtliche Grundlagen zur Inklusion geklärt, um den Index für Inklusion beschreiben zu können. Auf Basis dieser Grundlagen wird dann versucht, anhand des Index für Inklusion ein Konzept für eine Ganztagsschule zu entwickeln. Hierbei liegt der Schwerpunkt besonders darauf, welche Hindernisse, Chancen und konkrete Untersuchungsergebnisse vorliegen. Am Ende werden noch wesentliche Vorteile genannt, die durch eine inklusive Beschulung in einer Ganztagsschule entstehen können.

2. Entwicklung der Ganztagsschule auf Basis des Index für Inklusion

Zunächst werden Grundgedanken zur Inklusion vorgestellt, damit am Beginn der Arbeit klar ist, von welchem Verständnis von Inklusion in der Arbeit und den Studien ausgegangen wird.

2.1 Grundgedanken der Inklusion

2.1.1 Grundverständnis der Inklusion

Es ist wichtig, zu klären, was unter Inklusion verstanden wird, da vieles den Namen Inklusion trägt, obwohl es im eigentlichen Sinne nur marginal mit der Inklusion zu tun hat. Das Wort Inklusion hat eine lateinische Wurzel und lässt sich beschreiben als Einbeziehung, Einschluss, Dazugehörigkeit.[1] Nach Albers bezieht sich Inklusion zunächst nicht nur auf das Unterrichten, sondern hat die gesamte Gesellschaft im Fokus. Dies setzt allerdings auch ein anderes Verständnis von Normalität und Vielfalt voraus.[2] Die deutsche UNESCO Kommission definiert Inklusion folgendermaßen:

„Inklusion wird als ein Prozess verstanden, bei dem auf die verschiedenen Bedürfnisse von allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingegangen wird. Erreicht wird dies durch verstärkte Partizipation an Lernprozessen, Kultur und Gemeinwesen, sowie durch Reduzierung und Abschaffung von Exklusion in der Bildung.“ [3]

Wichtig für dieses Verständnis ist, dass Erscheinungsformen von Heterogenität wie Geschlecht, Ethnie, Alter, körperliche Verfassung, Nationalität, soziale Bedingungen als Dimensionen von Vielfalt akzeptiert werden. Sie dienen als Bereicherung und werden als Bestandteil des alltäglichen Zusammenlebens wertgeschätzt.[4]

2.1.2 Konsequenzen für den Schulkontext

Für den Schulkontext bedeutet dies nach Hinz folgendes: Alle Kinder sollen in einer allgemeinen Schule gemeinsam leben und lernen bis mindestens zum zehnten Schuljahr. Daher benötigt man eine kindgerechte Schule, die jedes Kind mit seinen Lernvoraussetzungen, seinen Interessen, seinen spezifischen Begabungen, seinen Problemen und seinen Handycaps annimmt und fördert. Somit hat jeder Schüler besondere Bedürfnisse, Ansprüche, Bedarf an Unterstützung und Förderung. Es müssten individuelle Förderpläne für alle Schüler in einem zieldifferenten Unterricht angefertigt werden, die sich beispielsweise an reformpädagogischen Vorbildern orientieren. Wichtig sind vor allem auch noch bauliche Veränderungen, wie etwa barrierefreier Zugang, Induktionsschleifen und technische Geräte, wie Video-Lupen, portable und stationäre Lesegeräte, Vorlesesysteme, Gebärdendolmetscher u.a. Realisiert sollte dies werden durch eine Ressourcenzuweisung an die Schule, die aber nicht an Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen gebunden sein, sondern als Pool der Schule zur Verfügung steht und eine personelle Infrastruktur, welche den individuellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht wird.[5]

2.1.3 Inklusion ist mehr als Integration

Der Begriff der Inklusion orientiert sich an der Bürgerrechtsbewegung und wendet sich gegen jede gesellschaftliche Marginalisierung. Daher postuliert Hinz im folgenden Zitat die klare Abgrenzung von Integration und Inklusion:

„Inklusion ist keine Frage der Behindertenhilfe, sondern eine Frage des generellen gesellschaftlichen Umgangs mit Unterschieden und damit der Gestaltung des Sozialraums.“[6]

Inklusion soll nicht verstanden werden, als eine moderne oder modifizierte Form der Heil- oder Sonderpädagogik, sondern Inklusion benötigt nach Hinz die Expertise der Heil- und Sonderpädagogik als Beitrag zu einer inklusiven Pädagogik.[7]

Zusammenfassend ist zu sagen, dass in einer inklusiven Gesellschaft die Normalität in der Verschiedenheit liegt und eine faktische Zugangs- und Chancengerechtigkeit zum Bildungssystem herrschen sollte. Das nächste Kapitel zeigt den momentanen Stand zur Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem.

[...]


[1] Vgl. Nuding 2013, S.3.

[2] Vgl. Albers 2011, S.65.

[3] Vgl. Deutsche UNESCO Kommission 2010, S.9.

[4] Vgl. Nuding 2013, S.3f.

[5] Vgl. Hinz 2009, S. 59f.

[6] Hinz 2012, S.3.

[7] vgl. Hinz 2009, S.178.

Details

Seiten
20
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668104150
ISBN (Buch)
9783668104167
Dateigröße
868 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v311605
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1,0
Schlagworte
entwicklung ganztagsschule basis index inklusion

Autor

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    Laura Smith (Autor)

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