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Die Agoge. Sparta auf dem Weg zum Idealstaat?

Seminararbeit 2011 10 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbetrachtung des Quellenmaterials

3. Die Agoge
3.1. Die Darstellung in der Forschung
3.1.1. Die Entstehung
3.1.2. Der Inhalt
3.1.3. Die Ziele

4. Die Stadien der Ausbildung
4.1. Die Elite lebt
4.2. Das Elternhaus
4.3. Die gemeinschaftliche Erziehung

5. Die Rolle der Frauen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Laut einem griechischen Rhetoriker und Schriftsteller, welcher von 436 bis 338 vor Christus lebte und heute als Isokrates bekannt ist, wird man nicht als Grieche geboren, sondern als solcher erzogen, was alle Griechen von Barbaren unterscheiden soll. Dies galt besonders für die Spartiaten, welche trotzdem eine völlig andere Erziehung genossen, als die restlichen Griechen. Die streng in drei Klassen gegliederte Gesellschaft Spartas hatte ein, an ihre spezifische Staatsform angepasstes und ausgeklügeltes Ausbildungs- und Erziehungssystem, die Agoge. Definiert wird diese als umfassende, zentral organisierte, militärische Erziehung und Sozialisation in Sparta.1 Zunächst wird in der vorliegenden Seminararbeit die allgemeine Quellenlage zu diesem Thema besprochen, da diese bei vielen Themenkomplexen äußerst lückenhaft erscheint. Dadurch wurde mir bereits bei dem Einsehen möglicher Quellen klar, dass eine Darstellung und Analyse der vergangenen Ereignisse nicht ohne ein gewisses Maß an Spekulationen und Vermutungen zu vollziehen ist.

Weiterhin werden ältere und neuere Aspekte der Forschung, hinsichtlich der Agoge kritisch beleuchtet, dabei wird das Buch, über die „Geschichte der Erziehung im klassischen Altertum von Henri-Irénéé Marou, die Grundlage bilden. Am Ende die verschiedenen Stadien des spartanischen Erziehungssystems erläutert, wobei auch die Rolle der Frauen und die damit verbundene Erziehung der Mädchen nicht außer Acht gelassen wird. Da die Rolle der Frau kaum erforscht wurde und wird und ebenso wenig wirklich bekannt ist, wird sie nur grob angeschnitten und nicht tiefgründiger betrachtet. Aufgrund der zwar lückenhaften, aber doch sehr vielfältigen Quellenlage kann dieses Thema nur sehr oberflächlich betrachtet werden, zumal Alles weitere den Rahmen dieser Seminararbeit sprengen würde. Deshalb wird hier auch auf eine genauere Ausführung des spartanischen Staatssystem und historische Gegebenheiten verzichtet. Das abschließende Fazit soll die entscheidende Frage klären, ob die Agoge ein Weg zum Idealstaat war oder aber nur ein Instrument der Kontrolle, eines brutalen Überwachungsstaates gewesen ist.

2. Vorbetrachtung des Quellenmaterials

Wie auch bei anderen Themengebieten der alten Geschichte ist auch die Quellenlage zu der Agoge extrem lückenhaft und der Wahrheitsgehalt vorhandener Quellen äußerst umstritten und fragwürdig.

Eine der wichtigsten und ausführlichsten Überlieferungen stammt von PLUTARCH2, der in der Zeitspanne von 45 bis 125 nach Christus lebte. Seine Werke lassen sich zum Einen in historische und biographische Schriften unterteilen und zum Anderen in philosophische Texte. Zur primären Quelle für die modernere Forschung ist PLUTARCH geworden, da sich in dessen historischen Schriften eine Biographie LYKURGs3, ein spartanischer Gesetzgeber, befindet, die eine der detailliertesten Überlieferungen zu der Agoge enthält. Probleme entstehen dabei bei der angenommenen Lebenszeit von PLUTARCH, weil der Höhepunkt der Agoge im 6. Jahrhundert vor Christus vermutet wird. Und PLUTARCH somit nicht gerade eine zeitgenössische Quelle darstellt. Kann somit PLUTARCH die Agoge objektiv beschreiben oder haben ihn bereits Ausprägungen dieser beeinflusst? Und wie genau kann er ein bereits so lange existierendes System beschreiben?3

Eine andere Überlieferung bietet uns XENOPHON4, der zu seiner Lebzeit von ca. 430 bis 354 vor Christus nicht nur als Zeitzeuge für den Peloponnesischen Krieges gilt, sondern auch die Agoge in ihrem Ursprung eher erlebt hat, als PLUTARCH. Er war als Historiker und Schriftsteller tätig und setzt sich in seinem, für uns wichtigsten Werk über die „Verfassung der Spartaner“ mit der Staatsordnung Spartas auseinander. Die Erfolge Spartas führt er vor allem auf Lykurg zurück. Dabei sollte stets beachtet werden, das XENOPHON die Spartaner verehrt, zumal er selbst seinen eigenen Sohn nach Sparta geschickt haben soll, um diese außergewöhnliche Erziehung zu genießen. Somit fehlt es seinen Werken über die Agoge nicht nur an Objektivität, sondern auch an genaueren Informationen, da er nur einzelne Teile des Systems beschreibt und betrachtet, nicht das Ganze.5

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1 Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Hrsg. v. H. Cancik u. H. Schneider Band 1. Stuttgart/Weimar 1996. S. 265

2 Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Hrsg. v. H. Cancik u. H. Schneider Band 9. Stuttgart/Weimar 2000. S. 1158 - 1175

3 Jean Ducat: Perspectives on Spartan education in the classical period. In: Hodkinson, Steven: Anton Powell (Hrsg.): Sparta. New perspectives. London 1999. S. 43 - 66

4 Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Hrsg. v. H. Cancik u. H. Schneider Band 12/2. Stuttgart/Weimar 2003. S. 633 - 642

5 Nigel M. Kennell: The gymnasium of virtue. Education and culture in Ancient Sparta. London 1999. S. 16

Details

Seiten
10
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668106475
ISBN (Buch)
9783668106482
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v311546
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Geschichte
Note
1,9
Schlagworte
Sparta Griechenland Agoge alte Geschichte Antike Idealstaat

Autor

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Titel: Die Agoge. Sparta auf dem Weg zum Idealstaat?