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Ausbildungsberuf: Einzelhandelskaufmann/-kauffrau, Lernfeld 5: Werben und den Verkauf fördern

Lernausgangslage und Makrosequenzierung für das 2. Halbjahr

Unterrichtsentwurf 2015 20 Seiten

AdA Kaufmännische Berufe / Verwaltung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Lernausgangslage

2 Analyse der Rahmenbedingungen

3 Analyse des Rahmenlehrplans
3.1 Informieren
3.2 Planen
3.3 Entscheiden

4 Makrosequenzierung des Lernfeldes

Literaturverzeichnis

1 Lernausgangslage

Die Makrosequenzierung erfolgte für das Lernfeld 5 „Werben und den Verkauf fördern“. Dieses Lernfeld unterrichte ich in der Klasse 10 der H.-Schule in W. Hierbei handelt es sich um eine Grundstufenklasse der Ausbildungsberufe Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und Verkäufer/Verkäuferin mit 9 Schülerinnen und 3 Schülern1. Seit Beginn des zweiten Halbjahres unterrichte ich die Klasse in zwei Lernfeldern mit insgesamt drei Wochenstunden2. Die Altersstruktur ist durch die Spanne zwischen 19 und 26 Jahren eher heterogen. Während eine Schülerin bereits zwei eigene Kinder hat, wohnen andere Lernende noch bei ihren Eltern, wodurch sich unterschiedliche Erfahrungen ergeben und die Ausbildung auch unterschiedlich wahrgenommen wird. Zwei der SuS absolvieren auch nur die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer / zur Verkäuferin, wodurch diese zum Ende des ersten Ausbildungsjahres bereits an ihre be- rufliche Zukunft denken, während die anderen Lernenden teilweise noch gelassener mit Unterrichtsinhalten umgehen.

Ein Großteil der SuS absolviert die Ausbildung im Lebensmittelbereich (8 SuS). Darüber hinaus absolvieren die übrigen SuS ihre Ausbildung im Schuhvertrieb, bei einer Juwelierund Uhrmacherkette, an einer Tankstelle, im Modellbaufachgeschäft und in einem Reformhaus. Die Lernenden haben sich nicht alle bewusst für den Ausbildungsberuf entschieden, sie haben auch überlegt, ob es mit ihrer privaten Umgebung vereinbar ist oder haben ein hohes Interesse am Unternehmen, beispielsweise hat sich eine Schülerin aus modischen Interessen für den Schuhvertrieb entschieden und eine andere für die Tankstelle, um flexiblere Arbeitszeiten wegen ihrer Kinder zu haben. Die Motivation für den Ausbildungsberuf ist daher ebenfalls heterogen.

Den Stammdaten ist zu entnehmen, dass die SuS mindestens einen (qualifizierenden) Hauptschulabschluss vorweisen können, drei davon einen mittleren Abschluss und zwei haben sogar die Fach- bzw. allgemeine Hochschulreife erworben. Die Grundkenntnisse in Wirtschaft sind daher insgesamt als gering einzustufen, da lediglich ein Schüler die Fachoberschule mit Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung absolviert hat, während die Schülerin mit allgemeiner Hochschulreife ein humanistisches Gymnasium besucht hat. Vorkenntnisse erwerben wenige Lernende parallel zur Ausbildung, da ihr Unternehmen zusätzlich zum Berufsschulbesuch einen inner- bzw. überbetrieblichen Unterricht durch Fortbildungen anbietet. Durch diese Informationen lässt sich davon ausgehen, dass die Kenntnisstände und berufliche Erfahrungen sehr unterschiedlich sein werden, was sich inzwischen durch die unterrichtliche Praxis bestätigen lässt.

Auf Basis meiner Hospitationserfahrungen und durch das eigene Unterrichten konnte ich unterschiedliche Leistungsstärken feststellen. Zu den leistungsstarken SuS, die sich sehr aktiv am Unterricht beteiligen, lassen sich In., Do. und Sa. zählen, die mit ihrer regen Mitarbeit und durch qualitativ hochwertige Unterrichtsbeiträge das Geschehen stets voranbringen und andere Wortbeiträge oder meine Vorträge bzw. Impulse exa- minieren und hierdurch für großen Erkenntnisgewinn in der Klasse sorgen. Diese drei Lernenden sind stets ansprechbar, um Verbindungen zu bereits unterrichteten Inhalten herzustellen. Mit ähnlicher Leistungsstärke sind He., Ch. und S.D. einzustufen. Die Beteiligung ist zumeist auch hoch, die Beiträge erreichen aber nicht die Qualität der oben genannten Lernenden. Als dritte Gruppe lassen sich De., En. und Je. einstufen. Sie zeigen zwar Interesse am Unterricht, ihre Beiträge beschränken sich aber meist auf das Beantworten einfacher (Wiederholungs-)Fragen oder Vorlesen von Texten. Als eher leistungsschwache Lernende sind S., S.M. und Va. einzustufen. Diese Lernenden zählen zu den zurückhaltenden Schülerinnen, da sie sich kaum am Unterricht beteiligen und wenige eigene Ideen haben. Es zeigt sich, dass sie auch fachliche Schwächen haben, was in Einzelgesprächen auch von ihnen selbst thematisiert wurde.

Das soziale Klima in der Gruppe ist positiv und die Lernenden zeigen sich zumeist mo- tiviert und am Unterricht interessiert. Insgesamt empfinde ich die Klasse und den Unter- richt als angenehm, allerdings ist festzustellen, dass regelmäßig ein bis zwei SuS fehlen. Die Klasse neigt auch zu Gesprächen untereinander, die sich zwar meist auf den Fachin- halt beziehen, aber durchaus zu unruhigeren Phasen führen kann. Als Lehrer ist darauf zu achten, dass die geplanten Lerninhalte nicht außer Acht gelassen werden. Durch den freundlichen Umgang der SuS untereinander ist es möglich, dass die Lernenden in he- terogenen Gruppen konstruktiv zusammenarbeiten, die vom Lehrer zugeteilt wurden, da durch homogene Gruppen eventuell gute Gruppenleistungen nicht gewährleistet sein könnten.

2 Analyse der Rahmenbedingungen

Das Lernfeld 5 in der 10 wurde von mir zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres übernommen. Es wurde im ersten Halbjahr von einer Kollegin ebenfalls im zweiwöchentlichen Rhythmus unterrichtet. Durch ein Übergabegespräch vor Beginn des Halbjahres wurde ersichtlich, welche Inhalte bereits bearbeitet wurden und welche Inhalte ich bis zum Ende des Schuljahres noch zu unterrichten habe. Die Makrosequenzierung bezieht sich daher lediglich auf die von mir unterrichteten Inhalte.

Der Unterricht findet in einem eher kleinen, aber durch große Fenster hellen Klassen-raum statt. Er ist ausgestattet mit knapp 20 Tischen und Stühlen. Durch die vielen Schränke im Raum sind die Wände kaum zur Befestigung von Plakaten nutzbar, um Schülerleistungen entsprechend zu würdigen. In den Schränken befindet sich neben Schulbüchern und Materialien auch ein Methodenkoffer, der u.a. verschiedene Stifte, Metaplankarten enthält. Im Nachbarraum befindet sich ein nachgestellter Verkaufsraum, in dem sich beispielsweise Verkaufsgespräche simulieren lassen. Alternativ kann hier- durch auch Lagerung oder Verpackung zum Thema gemacht werden, was einen praxis- orientierten Unterricht ermöglicht. Leider wird dieser Raum inzwischen renoviert, wodurch er erst im kommenden Schuljahr wieder für den Unterricht genutzt werden kann. Neben der Tafel lässt sich momentan lediglich ein Overheadprojektor nutzen, ein Computer wurde aber inzwischen beschafft, leider ist der bereits angebrachte Beamer noch nicht nutzbar. Im selben Gebäude befinden sich auch mehrere Computerräume, die sich nach vorheriger Reservierung auch nutzen lassen, eine kurzfristige Nutzung ist aber nach Absprachen mit Kollegium auch durchaus in Einzelfällen möglich.

Mein Unterricht findet zweiwöchentlich am Montag in der 1./2. Stunde statt. Insgesamt stehen mir im zweiten Halbjahr regulär 10 Doppelstunden zur Verfügung, durch den ers- ten Unterrichtsbesuch im Modul MBF, der an einem Freitag stattfindet, erhalte ich zwei weitere Stunden, wovon eine aufgrund des Reflexionsgespräch selbstorganisiert ohne meine Anwesenheit erfolgt. Nach Absprache mit der Kollegin, die mir diese Stunden überlässt, erhält sie im Gegenzug keine meiner Stunden als Ausgleich. Innerhalb dieser jetzt 11 Doppelstunden muss eine schriftliche Leistung, die in Form einer Klassenarbeit erfolgt, eingeholt werden und vor den Notenkonferenzen eine Notenbesprechung statt- finden. Die Klasse ist mir durch die Hospitationsphase bei meiner Mentorin durchaus bekannt, dennoch ist zu Beginn des Halbjahres eine „Kennenlernstunde“ eingeplant, in dem neben der persönlichen auch die fachliche Ebene von Relevanz ist, um die restli- chen Inhalte des Lernfelds vorzustellen. Für diese „Sonderstunden“ sind insgesamt drei Doppelstunden eingeplant, weshalb für die Inhalte lediglich 8 Doppelstunden, also 16 Schulstunden zur Verfügung stehen.

3 Analyse des Rahmenlehrplans

In der Halbjahresplanung ist der Rahmenlehrplan der Einzelhandelskaufleute der Kul- tusministerkonferenz zu berücksichtigen (vgl. KMK 2004). In den Seminarwerkstätten des Moduls MBF wurden wir über die Herangehensweise nach den drei Stufen Informie- ren, Planen und Entscheiden in Kenntnis gesetzt, an der sich diese Makrosequenzierung orientiert.

3.1 Informieren

Der Rahmenlehrplan organisiert die Ziele und Inhalte des Unterrichts der Ausbildung an der Berufsschule. Er stellt einen Lehrplan dar, die die Lernziele und -inhalte der Ausbildung definiert. Diese Inhalte beziehen sich dabei auf den berufsbezogenen Unterricht in der beruflichen Schule.

Der Rahmenlehrplan ist nicht darauf ausgelegt, den gesamten Unterricht vorzugeben. Aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen und Ausbildungsniveaus, die die Auszubil- denden mitbringen, ist der Rahmenlehrplan bewusst allgemein und offen gehalten. Er ist so organisiert, dass bestimmte Lernfelder existieren. Allgemein baut der Rahmenlehr- plan auf dem erfolgreichen Abschluss der Hauptschule auf. Darüber hinaus sind jedoch keine besonderen Voraussetzungen für die Berufsausbildung darin ausformuliert.

Im Folgenden sind die spezifischen Lernfelder, die in der Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau/zum Einzelhandelskaufmann unterrichtet werden, aufgeführt.

Im ersten Ausbildungsjahr erfolgt die schulische Ausbildung in den Lernfeldern:

- 1 Das Einzelhandelsunternehmen repräsentieren: 80 Std.
- 2 Verkaufsgespräche kundenorientiert führen: 80 Std.
- 3 Kunden im Servicebereich Kasse betreuen: 80 Std.
- 4 Waren präsentieren: 40 Std.
- 5 Werben und den Verkauf fördern: 40 Std.An der H.-Schule in W. werden die Lernfelder 1 bis 3 wöchentlich in Doppelstunden unterrichtet und die Lernfelder 4 und 5 zweiwöchentlich ebenfalls Doppelstunden.
Das 2. Ausbildungsjahr beinhaltet:
- 6 Waren beschaffen: 60 Std.
- 7 Waren annehmen, lagern und pflegen: 60 Std.
- 8 Geschäftsprozesse erfassen und kontrollieren: 60 Std.
- 9 Preispolitische Maßnahmen vorbereiten und durchführen: 40 Std.

[...]


1 Im Folgenden wird Schülerinnen und Schüler mit SuS abgekürzt.

2 Das Lernfeld 5 wird zweiwöchentlich in Doppelstunden unterrichtet.

Details

Seiten
20
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668101722
ISBN (Buch)
9783668101739
Dateigröße
970 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v310814
Note
unbenotet
Schlagworte
ausbildungsberuf einzelhandelskaufmann lernfeld werben verkauf lernausgangslage makrosequenzierung halbjahr berufsschule

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Titel: Ausbildungsberuf: Einzelhandelskaufmann/-kauffrau, Lernfeld 5: Werben und den Verkauf fördern