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Medienbildung in der Schule. Cybermobbing vs. Mobbing/Bullying

Eine Analyse medienpädagogischer Konzepte

Examensarbeit 2015 79 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Nutzung neuer Medien durch Kinder und Jugendliche
2.1 Bedeutung sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche
2.2 Gefahren sozialer Netzwerke

3 Cybermobbing vs. Mobbing/Bullying
3.1 Definitionen
3.2 Merkmale und Erscheinungsformen
3.3 Ursachen und psychosoziale Funktion
3.4 Folgen von (Cyber-)Bullying
3.5 Präventions- und Interventionsmaßnahmen

4 Medienbildung in der Schule
4.1 Was bedeutet Medienbildung?
4.2 Ziele der Medienbildung in der Schule
4.3 Einbettung und Stellenwert der Medienbildung im Lehrplan
4.4 Medienpädagogische Konzepte in der Schule
4.4.1 Medienscouts NRW
4.4.2 Medienpass NRW
4.4.3 Initiative Eltern und Medien
4.5 Kritische Analyse im Hinblick auf Cyberbullying
4.5.1 Medienscouts NRW
4.5.2 Medienpass NRW
4.5.3 Initiative Eltern und Medien

5 Schlussbetrachtung

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1990 - die Geburt des kommerziellen Internets und damit der Start für eine Medienrevolution, die unsere heutige Gesellschaft nachhaltig prägt. Die sog. neuen Medien, zu denen all die zählen, die Daten in digitaler Form übermit- teln, bestimmen unseren Alltag. Während die ältere Generation darüber ent- setzt ist, dass das Alltagsbild auf den Straßen nur noch von Menschen mit Smartphones in den Händen dominiert wird, scheinen die sog. Digital Natives so wird die heutige Generation bezeichnet, die mit den neuen Medien selbst- verständlich aufwächst - ohne diese Medien nicht mehr leben zu können. Hat die heutige Gesellschaft etwa ein ernstzunehmendes Problem und stimmt die Annahme, dass uns der heutige Medienkonsum mehr schadet als nützt, was auch der Hirnforscher Manfred Spitzer[1] bekanntermaßen vertritt? Tatsache ist, dass unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten erhebliche Entwicklungsprozesse durchlebt hat, die u.a. auch Einfluss auf die Sozialisati- on unserer Kinder genommen haben, in der den Medien eine bedeutendere Rolle als früher zukommt. Dabei scheinen Web-2.0-Angebote eine große Fas- zination auf Kinder und Jugendliche auszuüben, insbesondere die sozialen Netzwerke wie Facebook oder SchuelerVz.

Diese Veränderung im Mediennutzungsverhalten birgt jedoch, gerade für Kin- der und Jugendliche, die im Umgang mit den Medien oft unreflektiert agieren, etwaige Gefahren. In sozialen Netzwerken kann dieses unreflektierte Handeln in Cyberbullying enden, was für diese Arbeit als zu untersuchendes Exemplum für Cybergefahren gewählt wurde. Zum einen, weil soziale Netzwerke bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt sind, und zum anderen, weil Cyberbul- lying, in Anbetracht einiger Suizidfälle und der schwerwiegenden Langzeitfol- gen für Opfer (und auch Täter), ein ernstzunehmendes Problem ist und einen klaren Handlungsbedarf seitens der Schulen und Eltern erfordert.

Die Mediatisierung der Lebenswelten hat somit auch Konsequenzen für den Schul- und Bildungssektor und hat die sog. Medienbildung auf den Lehrplan der Schulen gerufen. Ihr Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem kompetenten Umgang mit Medien zu befähigen, damit sie einerseits die Chancen, die sich durch die digitalen Medien eröffnen, wahrnehmen und sich andererseits vor diversen Gefahren schützen können. Doch kann die Schule angesichts von G8, Lernstandserhebungen & Co. dieser zusätzlichen Verantwortung heutzutage überhaupt gerecht werden? Und inwieweit tragen medienpädagogische Konzepte in der Schule dazu bei, präventiv gegen scheinbar so übermächtige virtuelle Gefahren wie dem Cybermobbing zu wirken?

Die vorliegende Staatsarbeit mit dem Titel Medienbildung in der Schule. Eine Analyse medienp ä dagogischer Konzepte im Hinblick auf Cybermobbing [2] will zunächst einen Einblick in die Hintergründe für das verstärkte Interesse von Kindern und Jugendlichen für Web-2.0-Angebote geben und dabei insbeson- dere auf die Bedeutung sozialer Netzwerke für die Identitätsgenese und seine Gefahren eingehen. Das dritte Kapitel wird sich ausführlich mit dem sozialen Gruppenphänomen Bullying, sowohl im traditionellen als auch im virtuellen Kontext beschäftigen. Nach der Definitionsfrage und der Beschreibung der Merkmale und Erscheinungsformen werden die psychosozialen Faktoren bzw. Ursachen und Folgen von (Cyber-)Bullying in den Fokus genommen, was die Brisanz dieses Themas verdeutlichen wird. Das Kapitel schließt mit Interventi- ons- und Präventionsmaßnahmen, die sich jedoch zunächst mehr auf den tradi- tionellen Kontext beziehen werden.

Diese Ausführungen sollen zum nächsten Kapitel Medienbildung in der Schu- le hinführen und als Grundlage für die abschließende Analyse medienpädago- gischer Konzepte dienen. Zu Anfang wird erläutert werden, was man unter Medienbildung in der Wissenschaft versteht und welche Ziele sie in der Schu- le verfolgt. Darauf wird ein Einblick in die Praxis gegeben werden: Auf Grundlage der Studie Medienbildung an deutschen Schulen der Antene KOM GmbH aus dem Jahr 2014, die die aktuelle Situation der schulischen Medien- bildung in Deutschland analysiert hat, soll nachgezeichnet werden, inwieweit deutsche Schulen ihrem medienpädagogischen Bildungsauftrag nachkommen. Schließlich sollen die drei bekannten medienpädagogischen Konzepte Me- dienscouts NRW, Medienkompass NRW und die Initiative Eltern+Medien, die vom Landesinstitut für Medien für die Schule entwickelt wurden, und auf große Resonanz stoßen zunächst vorgestellt und dann im Hinblick auf die Prä- vention von Cyberbullying analysiert werden. Hierbei werden sie auf Kriterien wie die Praktikabilität und Effektivität in der Schulpraxis untersucht werden, sowohl im Hinblick auf die Förderung von Medienkompetenz als auch auf die Ursachenbekämpfung von Cyberbullying.

Ziel dieser Arbeit ist es, anhand des Phänomens Cyberbullying aufzuzeigen, was für eine Bedeutung der schulischen Medienbildung heutzutage zukommen muss und dass eine Dringlichkeit besteht, sie als festen Bestandteil im Schul- unterricht zu integrieren und von Eltern und Bildungspolitik zu unterstützen. Die Analyse der tatsächlichen Verankerung im Schulalltag und ausgewählter medienpädagogischer Konzepte soll v.a. etwaige Schwächen zutage bringen und Anregungen zur Modifikation der schulischen Medienbildung bieten.

2 Nutzung neuer Medien durch Kinder und Jugendliche

In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren hat im Zuge der Globalisierung nicht nur im Bereich der Gesellschaft, sondern auch in dem der Medien ein Wandel stattgefunden, der sich durch folgende Begriffe charakterisieren lässt: Digitali- sierung, Konvergenz, das ist das Zusammenwachsen unterschiedlicher Medien wie Internet und Handy, und Diversifizierung, z.B. die rasante Entwicklung des Webangebots.[3] Im Zuge dieser Entwicklung entstanden Web-Angebote, die unter dem Begriff des Web 2.0[4] oder auch Social-Web gefasst wurden, „[...] in dem es nicht um neue Formate oder Programmarchitekturen, sondern um die Unterstützung sozialer Strukturen und Interaktionen über das Netz geht.“[5] Die bedeutendste Veränderung in der Mediennutzung ist hierbei bei der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen auszumachen, die überwiegend auf Web- 2.0-Angebote zurückgreift: Zu diesen Angeboten gehört z.B. YouTube, wo Videos nicht nur von Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, weltweit angeschaut und bewertet, sondern auch eigene Videos hochgeladen werden können. Außerdem zählen zu den Angeboten Social-Network-Sites wie Facebook, auf denen ein eigenes Profil mit Bildern o.ä. von sich angelegt werden kann und Freundschaften der realen Welt gepflegt bzw. neue aus der ganzen Welt via Mausklick dazugewonnen werden können.[6]

Die Faszination auf Kinder und Jugendliche, die gerade von sozialen Netzwer- ken auszugehen scheint - denn 74% sind in einem oder mehreren sozialen Netzwerken selbst angemeldet[7] - ist zum einen auf das sogenannte Small World Phenomenon[8] zurückzuführen, das ist die Annahme, dass jeder Mensch durchschnittlich über sechs Kontakte mit jedem anderen Menschen dieser Welt bekannt sein soll, was zum Anlegen eines eigenen Profils reizt. Zum an- deren darauf, dass die Selbstdarstellung u.a. in diesen Online-Communities eine wichtige Funktion im Rahmen der Sozialisation heutiger Jugendliche be- dient, was in dem folgenden Kapitel näher erläutert werden soll.

2.1 Bedeutung sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche

Im Zusammenhang mit dem Mediennutzungsverhalten von Kindern und Ju- gendlichen wird in der Medienforschung oft die Frage nach dem Einfluss von Web-2.0-Angeboten, die den größten Nutzanteil ausmachen, auf die Sozialisa- tion von Kindern und Jugendlichen gestellt. Besonders während der Adoles- zens erfolgen entscheidende Entwicklungen in der Identitätsarbeit von Kin- dern und Jugendlichen, bei der Medien, anders als früher, zunehmend eine wichtige Rolle spielen. Um diese Veränderung, die charakteristisch für die Postmoderne ist, nachvollziehen zu können, sei im Folgenden zunächst ein Einblick in die Identitätstheorien von Herbert Mead und Heiner Keupp gege- ben, die maßgeblich für die heutige Sozialisationsforschung sind.

Der sozialisationstheoretische Ansatz nach Herbert Mead besagt, dass Identität innerhalb der Interaktion mit anderen entsteht. Während der Interaktion mit anderen findet ein Prozess der Rollenübernahme statt, in dem sich das Indivi- duum im Kontrast zu einem entfremdeten Teil seiner selbst seiner eigenen Identität bewusst wird.[9] In der Entwicklung von Identität lassen sich dabei zwei soziale Phasen unterscheiden, in denen das Kind lernt, sich an einem grö- ßeren System zu orientieren: die Phasen des play, das für das Erlernen der Rollenübernahme in der Interaktion steht, und des game, in dem die Fähigkeit erlernt wird, sich auf die Perspektive eines generalisierten Anderen einzustel- len. Beide Phasen bilden nach Mead die anthropologische Grundlage für die Entwicklung von Identität[10]. Die Tatsache, dass jede Identität dennoch einzig- artige Merkmale aufweist, hängt für Mead mit der aktiven Rolle des Individu- ums zusammen, die er auf zwei Seiten des Ichs verteilt sieht. Die eine Seite nennt er das I, das vorsozial und unbewusst ist. In ihm kommen sinnliche und körperliche Bedürfnisse spontan zum Ausdruck, weshalb es auch als impulsi- ves Ich bezeichnet wird und nie vollständig sozialisierbar ist.[11]

Die andere Seite nennt er das reflektierte Ich bzw. me. Im Prozess der Rollenübernahme ist es eine Bewertungsinstanz für die Strukturierung der spontanen Impulse sowie Element eines entstehenden Selbstbildes. Insofern kann man auch festhalten, dass im me die Kontrolle des generalisierten Anderen zum Ausdruck kommt. Identität entsteht bei Mead dann, wenn das spontane Ich und die reflektierten Ichs in einer typischen Weise relativ dauerhaft vermittelt werden.[12]

Die Frage nach Identität - „Wer bin ich?“ - und ihrer Entwicklung, ist beson- ders seit der Postmoderne präsenter denn je, womit sich u.a. Heiner Keupp be- fasst hat. Pluralisierung, Individualisierung, Globalisierung und Mediatisie- rung sind die einschlägigen Merkmale derjenigen Prozesse, die unsere heutige Gesellschaft verändert haben. Umbrüche gehören zum Alltag eines jeden Indi- viduums, weshalb Identität vor diesem Hintergrund nicht mehr wie früher als stabil und kohärent gelten kann, sondern als ein stetiger subjektiver Konstruk- tionsprozess angesehen werden muss. Zwar gilt dieser Prozess als niemals ab- geschlossen, doch wird der Jugendphase eine besondere Stellung in der Identi- tätsgenese zugeschrieben.[13] War das wesentliche Moment bei Mead noch die Interaktion zwischen Umwelt und Individuum, so findet sich das Individuum von heute hingegen in einer Gesellschaft wieder, in der vormals stabilisierende soziale Rahmenbedingungen aufbrechen und zu seiner Individualisierung füh- ren. Nach Keupp sind sie wie nie zuvor zu einer Patchwork-Identität gezwun- gen, d.h. dass die Individuen in ihren Identitätsmustern aus Alltagserfahrungen patchworkartige Gebilde formen. Identität ist ein Konstruktionsprozess gewor- den, der sich in Interaktionserfahrungen in sozialen Netzwerken vollzieht.[14]

Identitätsarbeit hat für Keupp zudem eine innere und äußere Dimension. Eher nach außen gerichtet ist die Dimension der Passungsarbeit. Unumgänglich ist hier die Aufrechterhaltung von Handlungsfähigkeit, Anerkennung und Integra- tion. Nach innen ist Synthesearbeit zu leisten, hier geht es um die subjektive Verknüpfung meist widersprüchlicher Erfahrungen, um die Aufrechterhaltung von Kohärenz, um das Gefühl von Authentizität und Sinnhaftigkeit. Diese Sinnhaftigkeit erreicht das Individuum durch sog. Selbstnarrationen. Hier kommt es darauf an, wie das Individuum identitätsrelevante Ereignisse seines Lebens zueinander in Verbindung setzt, womit es versucht, kohärente Verbin- dungen zwischen einzelnen Lebensereignissen bzw. Teilidentitäten herzustel- len.[15] Diese Narrationen sind als Produkt des sozialen Austauschs zu verstehen und unterliegen einer ständigen sozialen Bewertung, weshalb die narrativen Konstruktionen einer Person nur solange aufrechterhalten werden können, wie andere ihre stützende Rolle spielen. Sie werden u.a. von gesellschaftlich vor- gefertigten Erzählmustern beeinflusst, da Anerkennung die Basis für heutige Identitätsarbeit darstellt.[16] Hier nehmen die Medien heutzutage einen zentralen Stellenwert in der Sozialisation ein, da sie im Zuge der Enttraditionalisierung zu einer wichtigen Sozialisationsinstanz, insbesondere für Kinder und Jugend- liche, geworden sind.[17] Sie bieten eine Vielzahl von Identitätsangeboten, z.B. zur Orientierung an Personen und Rollenbildern, Lebensstilen, Handlungs- und Verhaltensweisen, mit denen sich Jugendliche identifizieren oder von de- nen sie sich abgrenzen können.

Betrachten wir Identität als Balanceakt des Individuums zwischen Selbstinsze- nierung und Zuschreibung, so dienen Medien hierfür als Ressourcen, wobei Jugendliche lediglich Anregungen bzw. Teilidentitäten in ihnen suchen, um ih- ren eigenen Identitätsentwurf gestalten zu können.[18] Medien nehmen Einfluss auf das Rollen-Selbst, das Handlungs- und Rollenmuster enthält, die der Mensch in Interaktion erfahren hat, und es kann sogar zu eigenständig rollen- basierten Erfahrungen kommen, die sich nur über Medien realisieren lassen, z.B. Internet-Talk oder Identitätsspiele.[19] Zudem können Medien Beziehungen zu Medienfiguren vermitteln - hier ist etwa an Vorbilder oder an Rollen und Handlungsmuster zu denken, die in gewissen Situationen als Rollenangebote für eigenes Handeln oder für die Einschätzung des Handelns anderer in das Rollen-Selbst aufgenommen werden können, z.B. bei Daily-Soaps.[20] Folglich kann man auch heute von einer Mediensozialisation und somit von Medieni- dentitäten sprechen. Der Begriff der Medienidentität beinhaltet dabei sowohl die durch Medienkommunikation vermittelten Ressourcen der Identitätsartiku- lation als auch die medial vermittelten vorgestellten Gemeinschaften und Diskurse, wie z.B. die Gothic-Szene.[21]

So dienen auch die Social-Web-Angebote laut einer OFCOM-Studie im Jahr 2008 vorrangig dem Beziehungs- und Identitätsmanagement, weil Kinder und Jugendliche über soziale Netzwerke z.B. einerseits ihre realen Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen können und andererseits mit ihrer Identität experimentieren und dadurch Selbstbewusstsein aufbauen können.[22] Das Soci- al Web bietet den Jugendlichen „einen Erfahrungsraum für selbstsozialisatori- sche Lebenserfahrungen“[23] und ist damit für die Identitätsgenese von hoher Relevanz.

Nach Kammerl liegt das Potenzial solcher internetbasierter Kommunikation für die Identitätskonstruktion in folgenden Möglichkeiten: unterschiedliche Rollen zu erproben, sich mit Selbstidealen und -aspekten auseinanderzusetzen, Selbsterfahrungen zu sammeln, Selbstwert herzustellen bzw. zu stärken, das Gefühl von Einzigartigkeit zu erleben o.ä..[24] Zudem zeigte die bereits erwähn- te Studie auch, dass Social-Web-Angebote genutzt werden, um große soziale Defizite im Alltag aufzufangen, wie z.B. von Jugendlichen mit Migrationshin- tergrund, die sich oft in ihrem alltäglichen Leben nicht integriert fühlen.[25]

Im Rahmen der Sozialisation ist, neben der Sozial- und Sachauseinanderset- zung, die Selbstauseinandersetzung eine zentrale Entwicklungsaufgabe.[26] Kin- der und Jugendliche setzen sich verstärkt mit ihren Gegenwarts- und Zukunfts- vorstellungen für ihr Selbstbild auseinander, wobei die Selbstpräsentation eine große Rolle spielt, weil nur so eine Rückmeldung erhalten werden kann, die zu einer Festigung oder Korrektur des Selbstbildes führt.[27] Die wichtigste Form des Identitätsmanagements im Social Web ist daher die Gestaltung und Pflege eigener Profilseiten, weil „sie als Knotenpunkte für Identitäts- und Bezie- hungsmanagement fungieren und auf ihnen ein Großteil der kommunikativen Aktivitäten wie Selbstpräsentation und Austausch stattfindet.“[28] Junge Men- schen können hier Identitätsentwürfe ausprobieren und verwerfen - mediale Selbstdarstellungen bestehen folglich aus unterschiedlichen Facetten der eige- nen Identität, die zum Teil nur angenommen, erwünscht o.ä. sind und nicht mit dem Selbstkonzept einer Person gleichgesetzt werden dürfen.[29] Ferner können sie sich durch Kommentierung von Beiträgen und Beitritt zu di- versen Gruppen in der Community positionieren, was zur Identitäts-konstruk- tion beiträgt, welche sich ja erst in Interaktion mit anderen und mit der Positio- nierung zur Gesellschaft bzw. dem sozialen Umfeld bilden kann.[30] Identitäts- und Beziehungsmanagement sind somit untrennbar miteinander verbunden[31]. Dabei äußert sich das Beziehungsmanagement im Social Web darin, dass so- ziale Beziehungen kategorisiert werden müssen, d.h. dass das Gegenüber ex- plizit als Freund eingestuft werden muss, damit er an weiteren Kommunikati- onsräumen teilhaben kann. Hierdurch werden Beziehungsgeflechte für das so- ziale Umfeld sichtbar, was in einer realen Interaktion auch zurückgehalten werden könnte.[32] Dabei ist zu beobachten, dass die Beziehungsgeflechte in so- zialen Netzwerken entweder die realen Strukturen exakt widerspiegeln oder über den realen Freundes- und Bekanntenkreis weit hinausgehen. Zwar stellt es eine Bereicherung dar, entferntere Beziehungen so aufrechterhalten oder neu aktivieren zu können, doch werden auch nur flüchtige Bekannte hier blindlings zum Freund ernannt, die plötzlich am Leben des anderen umfassend teilnehmen können.[33] Die Sachauseinandersetzung im Social Web spielt im Vergleich eine kleinere Rolle und schlägt sich meist nur darin nieder, dass Ju- gendliche im Prozess ihrer Selbst- und Sozialauseinandersetzung gezielt nach Informationen über ihre Peer-Group, d.h. Gleichaltrigen, suchen, indem sie auf Profilseiten von anderen Nutzern stöbern und sich ein Bild von Interessen und Ansichten machen, um sie mit den eigenen abzugleichen.[34]

Neben vielen Vorteilen bergen soziale Netzwerke somit auch Risiken, die da- mit zusammenhängen, dass Kinder und Jugendliche im Zuge des Identitäts- management viele persönliche Informationen einem breiten Publikum preisge- ben und vielen Unbekannten Zutritt zu ihrem Netzwerk mittels Freundschafts- einladungen gewähren, weil viele „Freunde“ in der Online-Community ver- meintliche Anerkennung in der Peer-Group bedeuten.[35] Ferner kann es ambi- valent beurteilt werden, dass manche Jugendliche zum einen die Angebote des Social Webs als Fluchtmöglichkeit vor der überfordernden Realität nutzen, in der ihnen der Aufbau sozialer Kontakte schwerfällt bzw. sie keine Anerken- nung erfahren. Zum anderen ist es bedenklich, dass sie immer häufiger nur den virtuellen Raum als Möglichkeit sehen, ihre Wunschidentitäten auszuleben, weil sie soziale Etikettierung o.ä. in der Realität daran hindern.[36] Nicht selten endet ein nicht reflexiver Umgang mit diesen medialen Angeboten, der auf eine unzureichende formale Bildung zurückzuführen ist, in Cyberbullying, dem bekanntesten Risiko sozialer Netzwerke.[37]

2.2 Gefahren sozialer Netzwerke

Gerade die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche in sozialen Netzwerken möglichst detailliert ihre Identität abbilden wollen bzw. Identitätsentwürfe im vermeintlich geschützten virtuellen Raum ausprobieren, bietet für andere User eine mögliche Angriffsfläche, deren Tragweite eine andere als in der realen Welt ist. Hierzu trägt zum einen die Anonymität bei, unter deren Deckmantel viele dazu neigen, Dinge preiszugeben oder zu tun, was sie unter realen Um- ständen nicht getan hätten, und zum anderen die Sicherheitslücke, durch wel- che sich User oftmal unter falscher Identität in diversen Netzwerken o.ä. an- melden können.[38] Hinzu kommt, dass sich durch die Möglichkeiten der media- len Vernetzung Diffamierungen o.ä. einer Person rasant verbreiten können und der Initiator oftmals unbekannt bleibt. Die schnelle Vernetzung mit anderen Usern, basierend auf der Theorie des Small World Phenomenon, trägt außer- dem dazu bei, dass sich Personen, die einem feindselig gesinnt sind, leicht In- formationen über jemand anderen beschaffen können, wenn das öffentliche Profil in den Privatsphäreneinstellungen aus Unwissenheit nur unzureichend abgesichert wurde.[39] So erscheint es nicht verwunderlich, dass eine JIM-Studie zum Medienumgang 12-19-Jähriger im Jahr 2008 ergab, dass sich knapp 40% schon einmal mit Beleidigungen oder Verleumdungen im Netz konfrontiert sa- hen oder ein Viertel von Cyberbullying im Freundeskreis berichtet.[40] Das Phänomen des Cyberbullyings beschäftigt die Medienforschung daher schon seit ein paar Jahren, die sich vorrangig zum Ziel setzt, interventive und präventive Konzepte im Sinne des Jugendschutzes zu entwickeln, um Kinder und Jugendliche vor Gefahren im Umgang mit Medien zu schützen. Zwar können insgesamt einige Fortschritte im Bereich des Jugendschutzes hinsichtlich sozialer Netzwerke verzeichnet werden, z.B. ein Erlass schärferer Jugendschutz-Vorgaben für Betreiber, die Unterzeichnung einer europäischen Vereinbarung zum Schutz von Minderjährigen in sozialen Netzwerken u.v.m. [41], doch ist bei genauerer Betrachtung der rechtlichen Situation zu konstatie- ren, dass die Einhaltung der AGBs, und damit der Jugendschutz-Vorgaben, al- lein auf der Ehrlichkeit des Users beruht und in Teilbereichen noch keine aus- reichenden Vorkehrungen getroffen wurden, die die Gefahr von Cyberbullying merklich eindämmen würden.[42]

Geht man davon aus, dass Menschen im Zuge ihrer Sozialisation ein Identi- täts-Patchwork aus diversen Teil-Identitäten konstruieren, so drängt sich die Frage auf, ob der mediale Einfluss bzw. die Integration von Online-Teilidenti- täten für die Identität gefährdend sein kann. Eine mögliche Gefahr, die sich bereits im vorherigen Kapitel im Zuge des Identitätsmanagements von Kin- dern und Jugendlichen abgezeichnet hat, ist die einer pathologischen Identi- tätsentwicklung und Internetsucht. Schatz dementiert zwar, dass ein direkter Transfer von Identitätsexperimenten im virtuellen Raum auf die reale Identität besteht, weist jedoch gleichzeitig daraufhin, dass neben der Ausweitung von Handlungsmöglichkeiten und einer verstärkten Selbstreflexion im realen Le- ben auch eine verstärkte Flucht vor der Realität und damit die Entwicklung ei- ner Internetsucht denkbar ist.[43] Gerade Jugendliche mit offensichtlichen Han- dicaps, einem labilen Elternhaus oder anderer sozialer Defizite seien verstärkt gefährdet, die virtuelle Welt eskapistisch zu gebrauchen, weil bei ihnen schnell der Eindruck entstehe, dass sie nur im Rahmen von internetbasierter Kommunikation beispielsweise Gleichberechtigung und soziale Anerkennung erfahren könnten. Jugendliche, die ihre Wünsche so zu erfüllen suchten, liefen zudem Gefahr, unrealistische Vorstellungen zu entwickeln und am Ende noch größere Frustrationen erleben zu müssen.[44]

Döring geht in ihren Ausführungen sogar noch weiter und spricht u.a. von ei- ner mangelnden Aktivierung von Identitäten bei der Internetnutzung, was bei Kindern und Jugendlichen, die vermehrt einen derartigen sozialen Austausch erlebten, zu Orientierungslosigkeit und Störungen in der Identitätsbildung füh- ren könne. Dies sei darauf zurückzuführen, dass bei einem wirklichen interper- sonalen Austausch Teilidentitäten sinngebend strukturiert und nach außen dar- gestellt werden müssten, also Identitätsarbeit stattfindet, was im Rahmen von internetbasierter Kommunikation entfiele, weil hier die Selbstdarstellungen beliebig dank Anonymität gewechselt werden könnten.[45]

Bei allen möglichen Gefahren, die zum Teil noch unzureichend empirisch be- legt sind, ist jedoch festzuhalten, dass das Internet eine Vielfalt von thematisch differenzierten Plattformen und Foren bietet, die erst soziale Kontexte dafür schaffen, dass Menschen ihre Wunschidentiäten realisieren und rekonstruieren können.[46] Der Schlüssel für eine gefahrlose Internetnutzung und der Aus- schöpfung aller positiven medialen Ressourcen ist daher ein frühstmöglicher Erwerb von Medienkompetenz. Medienbildung sollte daher eine verstärkte Rolle im Lehrplan von Schulen einnehmen und auch von Eltern ab Vor- schulalter gefördert werden, was im vierten Kapitel ausführlich zur Sprache kommen wird.

3 Cybermobbing vs. Mobbing/Bullying

Dieses Kapitel befasst sich eingehender mit dem bekanntesten Risiko des So- cial Webs, dem Cyberbullying, und soll insbesondere die inneren Strukturen dieses gesellschaftlichen Phänomens sichtbar machen, um eine Beurteilungs- grundlage für das anschließende Kapitel Medienbildung in der Schule zu schaffen, in der aktuelle medienpädagogische Konzepte kritisch beleuchtet und mögliche Verbesserungsvorschläge diskutiert werden sollen.

3.1 Definitionen

Den Begriff Mobbing hat der schwedische Persönlichkeitspsychologe Olweus bereits in den 60er Jahren geprägt und er leitet sich vom lateinischen Ausdruck MOBILE VULGUS 'wankelmütige Masse' bzw. dem englischen Begriff mob 'Pö- bel' ab. Häufig kommt es zu Mobbing in sozialen Zusammenkünften, die sich nicht vermeiden lassen, wie im Klassenverband oder in Teams in der Berufs- welt, in denen sich von Anfang an eine Hierarchie aufbaut, die sich wieder er- neut entwickeln muss, sobald sich der soziale Kontext verändert, z.B. wenn je- mand Neues in die Klasse oder das schon bestehende Team kommt.[47] Mobbing ist daher kein individuelles, sondern ein soziales Problem bzw. Gruppenphä- nomen, was es bei Interventionsmaßnahmen zu berücksichtigen gilt.[48] Olweus definiert Mobbing im Schulkontext wie folgt:

Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist.[49]

Im englischsprachigen Raum wird dagegen das Wort bullying verwendet, was sich von bully, einer Person, die [...] espacially a schoolboy, who uses his strength to hurt weaker people or make them afraid.“[50] herleiten lässt, wobei die Begriffe Mobbing und bullying zwar im allgemeinen Sprachgebrauch, je- doch nicht in der Forschung synonym verwendet werden. Im deutschsprachi- gen Raum sind beide Begriffe vorzufinden, wobei der Begriff Mobbing überwiegend für Vorkommnisse am Arbeitsplatz unter Erwachsenen und Bullying im schulischen Umfeld unter Kindern und Jugendlichen verwendet wird, was auch der neueren Bullying-Forschung entspricht, die die Begriffe nach dem Kontext der Geschehnisse und Opfer definiert.[51]

Laut Stephan ist Cyberbullying als digitale Fortsetzung eines analogen Phäno- mens zu sehen - mit anderen Worten: Das klassische Bullying verlagert sich vom Schulhof ins Cyberspace, das ist eine Metapher für eine von Computern und Computernetzen generierte parallele Welt bzw. virtuelle Welt.[52] Für eine erste Definition von Cyberbullying sei die von Belsey genannt:

Cyberbullying involves the use of information and communication technologies such as e-mail, cell phone and pager text messages, instant messaging, defamatory personal Web sites, and defamatory online personal polling Web sites, to support deliberate, repeated, and hostile behaviour by an individual or group that is intended to harm others.[53]

Aufgrund der Eigenheiten des digitalen Umfelds jedoch zeigt das Cyberbullying andere Merkmale und Erscheinungsformen auf als das klassische Bullying in der Schule, was im folgenden Kapitel beleuchtet werden und zu einer eindeutigeren Abgrenzung der Begriffe beitragen soll.

3.2 Merkmale und Erscheinungsformen

Fereidooni hat auf Basis mehrerer Forschermeinungen fünf Kriterien heraus- gearbeitet, die erfüllt sein müssen, um ein Verhalten als Bullying einstufen zu können.[54] Das erste Kriterium ist der Wiederholungsaspekt, d.h., dass die An- griffe über mehrere Wochen mindestens einmal wöchentlich stattfinden müs- sen. Dabei müssen diese eine verletzende Intention erkennen lassen, d.h. die Angriffe müssen aggressiv und darauf ausgerichtet sein, dem Opfer physi- schen und/oder psychischen Schaden zuzufügen. Oft ist dabei auch ein Ver- treibungsstreben auf Täterseite auszumachen, denn nicht selten ist es ihr Ziel, das Opfer systematisch aus der Klasse zu vertreiben. Ferner kann man von Bullying nur dann sprechen, wenn zwischen Täter und Opfer aufgrund von physischen, psychischen oder sozialen Faktoren ein asymmetrisches Kräfte- oder Machtverhältnis besteht. Die Hilflosigkeit des Opfers, das oft ein Gefühl der Ohnmacht erlebt, weil es sich dem Täter hilflos ausgeliefert sieht und nicht an Hilfestellungen von außen glaubt, ist ein weiteres Kriterium. Wasilweski unterscheidet zudem zwischen physischem und psychischem, so- wie direktem verbalen und indirektem Mobbing: Physische Gewalt findet man am häufigsten unter Grundschülern vor, die über eine noch zu geringe soziale Intelligenz verfügen und auf Anspucken, Treten o.ä. zurückgreifen. Zum di- rekten verbalen Mobbing gehören Beschimpfungen, Auslachen etc. - auf das Cyberspace übertragen bedeutet es verbale Beleidigungen, sozialen Aus- schluss aus Chats bis hin zur Androhung von physischer Gewalt.[55] Das indirekte Mobbing geschieht zunächst ohne Beteiligung und Wissen des Opfers und hat durch die verstärkte Nutzung des Social Web eine neue Di- mension erhalten: Gerüchte o.ä. werden einer breiten Masse in Sekunden un- terbreitet, durch die vermeintliche Anonymität im virtuellen Raum scheint es keine inhaltliche oder zeitliche Grenze mehr für das Mobbing zu geben - das Mobbingopfer scheint hilf- und machtloser denn je.[56] Zu den indirekten Strate- gien im Cyberspace zählen Rufschädigung, Veröffentlichung intimer Informa- tionen oder Bilder, Bildmontagen o.ä..[57]

Cyberbullying unterscheidet sich daher qualitativ durch drei wichtige Merk- male[58]: die Zeit-, die Raum- und die Situationsabhängigkeit. Aufgrund der Nutzung neuer Medien wird Bullying zu jeder Tageszeit möglich, sodass das Opfer rund um die Uhr den Attacken der Täter ausgesetzt ist. Zudem ist es dem Täter möglich, sein Opfer von jedem Ort aus anzugreifen, was dazu führt, dass das Opfer noch höherer psychischer Belastungen ausgesetzt ist als beim klassischen Bullying, was sich auf das schulische Umfeld beschränkt. Das Op- fer ist permanent den Angriffen ausgeliefert und scheint nirgendwo mehr si- cher zu sein - nicht einmal mehr im Elternhaus - was das Ohnmachtsgefühl extrem verstärkt.

Durch die Nutzung neuer Medien erweitert sich außerdem das Angriffsspek- trum des Täters, weil Speicher-, Archivierungs- und Versendemöglichkeiten die Inhalte, Adressaten und Viktimisierungserfahrungen des Opfers verviel- fältigen. Bilder und Videos des Opfers können somit z.B. durch Nutzung von Videoportalen wie YouTube rasend schnell einem breiten Publikum zugäng- lich gemacht werden und den Leidensdruck beim Opfer ins Unermessliche steigern. Stephan verweist überdies auf die zunehmende Medienkonvergenz, die es möglich macht, über mehrere Kanäle gleichzeitig das Opfer anzugrei- fen, was zu der scheinbar unbegrenzten Dimension des Cyberbullyings bei- trägt, weil z.B. Handys heutzutage alle über einen sehr guten Internetzugang verfügen, der es erlaubt, ein Video nicht nur über MMS und E-Mail zu ver- schicken, sondern auch direkt auf Online-Plattformen hochzuladen.[59] Im Ge- gensatz zum klassischen Bullying läuft Cyberbullying durch die verschiedenen Medienkanäle zudem versteckter ab und kann deswegen nur schwer von Au- ßenstehenden frühzeitig erkannt werden, was ebenfalls das Ohnmachtsgefühl des Opfers steigert. Dabei kann jeden Cyberbullying treffen, da hier gewisse Persönlichkeitsmerkmale des Opfers o.ä., anders als beim klassischen Bully- ing, keine Rolle spielen.[60]

Die potenzielle Anonymität ist ein weiteres spezifisches Merkmal für Cyber- bullying. Diese senkt die Hemmschwelle für Bullying-Handlungen merklich, weil ein Aufkommen von Empathie mit dem Opfer verhindert wird und da- durch keine Reflexion beim Täter über sein Handeln angestoßen wird. Hier spielt auch die Tatsache, dass der virtuelle Raum zu wenig überwacht wird, eine Rolle, weil Sanktionen so weniger zu befürchten sind. Das Leiden des Opfers wird dadurch intensiviert, weil dem Täter meist so nichts nachgewiesen werden kann und das Opfer dadurch handlungsunfähig bleibt.[61]

Fawzi unterteilt Cyberbullying schließlich nach seinen Methoden in zwei wei- tere Kategorien, die die unterschiedlichen inhaltlichen Ausprägungen sichtbar machen. Direktes Cyberbullying setzt dabei einen direkten Kontakt des Bullys zum Victim über einen digitalen Kommunikationsweg voraus, wogegen indi- rektes meist unter einer falschen Identität und über Verleumdung und Aus- grenzung erfolgt, wie folgender Übersicht von Stephan zu entnehmen ist:

[...]


[1] Der Hirnforscher Manfred Spitzer wurde v.a. durch sein Buch Digitale Demenz (2012) be kannt, in dem er u.a. die Annahme vertritt, dass Computer & Co. Kindern in ihrer Entwicklung erheblich schadeten.

[2] Da sich in der Forschung der Begriff Bullying für Mobbing unter Kindern und Jugendlichen im schulischen Umfeld durchgesetzt hat, soll dieser auch im weiteren Verlauf dieser Arbeit verwendet werden. Weiteres dazu in Kapitel 3.1.

[3] Vgl. Lauffer et al. (2010): S. 10.

[4] Ausführliche Informationen zum Web 2.0 kann folgender Quelle entnommen werden: O’Reilly, Tim (2005): What is Web 2.0. Design Patterns and Business Models for the next Generation of Software. URL: http://www.oreilly.com/pub/a/web2/archive/what-is-we- b-20.html - Stand: 08.04.2015

[5] Stephan (2010): S. 25.

[6] Vgl. ebd.: S. 9.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. ebd.: S. 27.

[9] Vgl. Abels (2009): S. 335.

[10] Vgl. ebd.: S. 336.

[11] Vgl. ebd.

[12] Vgl. Abels (2009): S. 337ff.

[13] Vgl. Keupp (2008): S. 72ff.

[14] Vgl. ebd.: S. 74.

[15] Vgl. Keupp (2008): S. 208ff.

[16] Vgl. ebd.: S. 103.

[17] Vgl. Winter et al. (2003): S. 10.

[18] Vgl. ebd.: S. 28.

[19] Vgl. ebd.: S. 41.

[20] Vgl. ebd..

[21] Vgl. Winter et al. (2003): S. 96.

[22] Vgl. Schmidt et al. (2009): S. 153.

[23] ebd.: S. 19.

[24] Vgl. Kammerl (2005): S. 133.

[25] Vgl. Schmidt et al. (2009): S. 203.

[26] Vgl. ebd.: S. 265.

[27] Vgl. ebd.

[28] Schmidt et al (2009): S. 69.

[29] Vgl. Kammerl (2005): S. 148.

[30] Vgl. Schmidt et al. (2009): S. 266.

[31] Vgl. ebd.: S. 267.

[32] Vgl. ebd.: S.270.

[33] Vgl. ebd.

[34] Vgl. ebd.: S.272.

[35] Vgl. Schmidt et al. (2009): S. 268.

[36] Vgl. ebd.: S. 269.

[37] Vgl. ebd.: S. 204.

[38] Vgl. Stephan (2010): S. 37.

[39] Vgl. Stephan (2010): S. 37.

[40] Vgl. ebd.: S. 29.

[41] Vgl. ebd.: S. 32.

[42] Vgl. ebd.: S. 65.

[43] Vgl. Schatz (2003a): S. 88.

[44] Vgl. Schatz (2003b): S. 84.

[45] Vgl. Döring (2003): S. 348.

[46] Vgl. ebd.: S. 364.

[47] Vgl. Wasilewski (2012): S. 15.

[48] Vgl. Gebauer (2009): S. 29.

[49] Olweus (2006): S. 22.

[50] Fereidooni (2013): S. 19.

[51] Vgl. Fereidooni (2013): S. 20.

[52] Vgl. Stephan (2010): S. 15; Fawzi (2009): S. 17.

[53] Belsey, zit. nach Stephan (2010): S. 16.

[54] Vgl. Fereidooni (2013): S. 20.

[55] Vgl. Fereidooni (2013): S. 20; Staude-Müller (2010): S. 31.

[56] Vgl. Wasilweski (2012): S. 16ff.

[57] Vgl. Staude-Müller (2010): S. 31.

[58] Vgl. Fereidooni (2013): S. 22.

[59] Vgl. Stephan (2010): S. 20.

[60] Vgl. URL: http://www.klicksafe.de/service/materialien/broschueren-ratgeber/ratgeber-cy- ber-mobbing/s/cybermobbing: S. 7 - Stand: 09.05.2015.

[61] Vgl. Fawzi (2009): S. 49; Schultze-Krumbholz/Scheithauer (2012): S. 211.

Details

Seiten
79
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668094390
ISBN (Buch)
9783668094406
Dateigröße
846 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v310554
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Allgemeine Didaktik und Schulforschung
Note
2,0
Schlagworte
Schulische Medienbildung Cybermobbing Bullying

Autor

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Titel: Medienbildung in der Schule. Cybermobbing vs. Mobbing/Bullying