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Qualitative und quantitative Methoden in der angewandten Gesundheitswissenschaft

Hausarbeit 2014 6 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Aufgabe 1

Als theoretischer Hintergrund des wissenschaftlichen Forschungsprojektes werden unter der Zielsetzung die Merkmale von Menschen, welche trotz belastender Lebenserfahrungen gesund bleiben, zu identifizieren die Theorien der Salutogenese und der Resilienz im Weiteren näher beschrieben.

1. Salutogenese:

In der Salutogenese liegt der Schwerpunkt auf den Schutzfaktoren und Ressourcen zum Erhalt der Gesundheit. Sie betrachtet Gesundheit und Krankheit als Pole eines Gesundheits-Krankheits-Kontinuums. Ist der Mensch eher krank oder eher gesund, hängt davon ab welche personalen Schutzfaktoren er hat und welchen Risikofaktoren er ausgesetzt ist. Das Salutogenesekonzept fragt danach, was dabei hilft schwierige Situationen erfolgreich zu bewältigen. Stehen einer Person ausreichend Widerstandsressourcen, welche den Umgang mit Stressoren ermöglichen, zur Verfügung, so können belastende Lebenserfahrungen bewältigt werden. Diese Person macht die Erfahrung, dass sie schwierige Situationen meistern kann. Mit den Erfahrungen werden Handlungs- und soziale Kompetenzen sowie Coping-Strategien ausgebaut. Ein dadurch ausgeprägtes Kohärenzgefühl ermöglicht die positive Stressbewältigung (Blümel, 2011, S. 488).

2. Resilienz:

In der Resilienz wird das von Antonovsky benannte Gefühl der Kohärenz als personelle Ressource gesehen. Das Kohärenzgefühl setzt sich aus dem Gefühl der Verstehbarkeit, der Handhabbarkeit, der Sinnhaftigkeit von erlebten Situationen zusammen. Die Resilienz hingegen bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit eines Menschen erfolgreich mit belastenden Lebensumständen und negativen Stressfolgen umgehen zu können. Sie ist ein Prozess positiver Anpassung bei ungünstigen Entwicklungen und dem Auftreten von Belastungsfaktoren. Resilienzforscher gehen davon aus, dass sich Resilienz zeigt, wenn eine risikoerhöhende Situation erfolgreich bewältigt wurde. Dabei sind Schutzfaktoren Faktoren, die das Auftreten von Störungen bei Belastungen minimieren. Dies können z. B. individuelle Lebenskompetenzen, Persönlichkeitsmerkmale oder spezifische Bewältigungsstrategien sein. Im psychosozialen Bereich ist die schützende Wirkung z. B. durch Optimismus oder Kontrollüberzeugung bekannt. Auch die sozialen und familiären Schutzfaktoren sind von besonderer Bedeutung. Resilienz ist variabel und entwickelt sich über die Zeit im Kontext der Mensch-Umwelt-Interaktion.

Die Resilienzforschung konzentriert sich auf die Abläufe der positiven Anpassung und Bewältigung (Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2014). Da Ziel dieses Forschungsprojektes das Finden von Persönlichkeitsmerkmalen im Zusammenhang von Anpassungs- und Bewältigungsstrategien bei Menschen, welche belastende Lebenserfahrungen überstanden haben und gesund blieben ist, wird als Theorie das Modell der Resilienz als geeignetere Grundlage betrachtet.

Aufgabe 2

Die quantitative Sozialforschung wertet große Datensätze aus, arbeitet mit einer großen Untersuchungspopulation. Dabei wäre das Messen von Merkmalen wie Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit, Selbststeuerung, soziale Kompetenz, Umgang mit Stress oder Problemlösefähigkeit hier schwierig. Es gibt zu Beginn des Projektes keine Theorie, um eine Hypothese zu überprüfen. Auch wäre eine ausführliche Erforschung der Ursache nicht umfangreich möglich. Die Untersuchung von Häufigkeit oder Verteilung innerhalb der Untersuchungspopulation, die standardisierte Datenerhebung und Auswertung mittels statistischer Analysen wird hier nicht die gewünschten Parameter erheben, da psychologische und strukturelle Faktoren unzureichend erfasst werden können. So bleiben die Hintergründe und Erfahrungen der Teilnehmer verdeckt. Durch geschlossene Fragestellungen ist das Filtern von Zusammenhängen nur schwer möglich. Es wird keine quantitative Methode gewählt, da keine Zielgruppe zu repräsentieren ist, sondern ein Problemfeld durch die Auswahl der Befragungspersonen (Witt 2001). Hierbei handelt es sich um eine kleine Untersuchungsgruppe und es wird die qualitative Befragungsmethode ausgewählt. Durch die offenen Fragestellungen äußert sich der Befragte umfassender. So können die komplexen Erfahrungen, Muster von Bewältigungsstrategien und Hintergründe besser erfasst werden. In diesem Forschungsprozess geht es um das Verstehen, Beschreiben und Erkennen von Zusammenhängen. Dabei sollen die Beteiligten das Erlebte, ihre Empfindungen und die Art des Umgangs mit den belastenden Situationen mitteilen, um die jeweiligen Verarbeitungsstrategien zu analysieren und Merkmale identifizieren zu können. Ein solches Forschungsmaterial kann am besten im intensiven Dialog mit den Betroffenen herausgearbeitet werden. Vor diesem Hintergrund können die Daten tiefgründiger erhoben, analysiert und Zusammenhänge besser verstanden werden. Dem entsprechend wird speziell das qualitative Interview gewählt (Bortz & Döring, 2006).

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Details

Seiten
6
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668093249
ISBN (Buch)
9783668093256
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v310528
Institution / Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,0
Schlagworte
qualitative Methoden quantitative Methoden Salutogenese psyschiche Gesundheit Stressbewältigung Resilienz einsendeaufgabe

Autor

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Titel: Qualitative und quantitative Methoden in der angewandten Gesundheitswissenschaft