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Strategie und Performanz in der Krisenkommunikation. Auswirkungen der rhetorischen Strategie auf die oratorische Performanz

Masterarbeit 2015 122 Seiten

Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Forschungsgegenstand
1.3 Fragestellung und Gang der Arbeit
1.4 Thematische und methodische Eingrenzung
1.5 Wahl des Beispiels

2 Krisenkommunikation
2.1 Die öffentliche, medial begleiteten Personenkrise
2.2 Die Rolle der (Massen-)medien
2.3 Die Rolle der Öffentlichkeit
2.4 Die Rolle der Kommunikation
2.5 Rhetorische Sicht auf die Personenkrise
2.5.1 Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust in der Krise
2.5.2 Der rhetorische Fall in der Personenkrise
2.5.3 Orator und Adressat in der Personenkrise

3 Strategische Möglichkeiten
3.1 Situational Crisis Communication Theory
3.2 Stufen defensiver Selbstdarstellung
3.3 Statussystem
3.4 Topen und Frames

4 Performative Möglichkeiten
4.1 Actio vs. Performanz
4.2 Körpersprache vs. Körperausdrucksformen
4.3 Performanz-Merkmale:
4.3.1 Stimme (vox)
4.3.2 Mimik (vultus)
4.3.3 Gestik/Gebärde (gestus)
4.3.4 Körperhaltung und Bewegung (Motorik und Kinesik)
4.4 Das Problem der Doppelmedialisierung

5 Körperausdrucksformen kodieren (Methoden)
5.1 Methoden, Systeme, Probleme
5.2 Facial Action Coding System (FACS)
5.3 Body Action and Posture Coding System (BAP)
5.4 Methodik dieser Arbeit

6 Analyse der Performanz bei drei unterschiedlichen Strategien
6.1 Performanzmerkmale beim Leugnen
6.1.1 Quantitative Bestimmung
6.1.2 Dominante Merkmale
6.1.3 Fehlende Merkmale
6.1.4 Rhetorische Interpretation
6.2 Performanzmerkmale beim Herunterspielen (diminish)
6.2.1 Quantitative Bestimmung
6.2.2 Dominante Merkmale
6.2.3 Fehlende Merkmale
6.2.4 Rhetorische Interpretation
6.3 Performanzmerkmale beim Rechtfertigen (Justification)
6.3.1 Quantitative Bestimmung
6.3.2 Dominante Merkmale
6.3.3 Fehlende Merkmale
6.3.4 Rhetorische Interpretation
6.4 Fazit

7 Schlussbetrachtung
7.1 Ergebnisse
7.2 Kritische Würdigung
7.3 Konsequenzen und Ausblick für Wissenschaft und Praxis (Desiderata)

8 Literaturverzeichnis

9 Quellenverzeichnis

10 Anti-Plagiats-Erklärung

11 Anhang
11.I Die Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg
11.I.I Abstract
11.I.II Vorgeschichte und Chronologie der Krise
11.II Guttenbergs Reden im Zuge der Plagiatsaffäre im Wortlaut
11.II.I Rede1 am 18.02.2011 im Bundesverteidigungsministerium
11.II.II Rede2 am 21.02.2011 auf dem Kelkheimer Parteitag
11.II.III Rede3 am 23.02.2011 im deutschen Bundestag
11.III Hintergründe zum Facial Action Coding System (FACS)
11.IV Hintergründe zum Body Action and Gesture Coding System

1 Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik

Ich habe einen Verteidigungsminister berufen und keinen wissenschaftlichen Mitarbeiter. “ ―Angela Merkel[1]

Die Plagiatsaffäre um den ehemaligen Spitzenpolitiker Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg markiert eine Zeitwende in der Krisenkommunikation und gilt als rhetorischer Präzedenzfall, da das Aufdecken der Urheberrechtsverletzungen durch die Mithilfe tausender Bürger über das Internet innerhalb kürzester Zeit den Beschuldigten der Tat in derart erdrückendem Umfang überführte,[2] dass die bei Skandalen bis dato bewährte Strategie des Aussitzens, nicht mehr greifen konnte.[3] Binnen kürzester Zeit nach ihrem Bekanntwerden spaltete die Affäre bereits die öffentliche Meinung und wurde zum Spiegelbild der Medienlandschaft.[4] Deren fortschreitende Boulevardisierung [5] produziert zunehmend Personenskandale, bei denen es immer weniger um Strukturen, sondern um Gesichter geht.[6] Die Krise wird personalisiert und die Öffentlichkeit hält sich mit schnellen Urteilen nicht zurück.[7] Das bedroht die Betroffenen in ihrer öffentlichen Existenz: Wer falsch reagiert, gerät unter Dauerbeschuss der Massenmedien (vgl. 2.2) und fällt der Personenkrise zum Opfer. Die Krisenkommunikation ist daher von elementarer Wichtigkeit, entscheidet sie schließlich darüber, ob es gelingt, die öffentliche Meinung zu seinen Gunsten zu beeinflussen, um den Schaden doch noch abzuwenden. „Die zunehmend bildhaft-plakative Personendarstellung“[8] in der Fernsehberichterstattung, eingenommen die sogenannte Qualitätspresse,[9] verschiebt dabei den Fokus in der Beurteilung von Politikern weg von Inhalten hin zu ihren peripheren Eigenschaften wie Aussehen und Auftreten.[10]

Dass Medien[11] und Öffentlichkeit insbesondere darauf reagieren wie, jemand etwas sagt, ist dabei noch weniger erstaunlich als die Tatsache, dass dies seit je her immer wieder aufs Neue Erstaunen hervorruft:

„Hat ja doch auch Demosthenes auf die Frage, was bei der ganzen Aufgabe, die der Redner zu leisten hat, an die erste Stelle zu setzen sei, den Siegesplatz dem Vortrag verliehen und ihm auch weiter den zweiten und dritten Platz (zuerkannt), bis man aufhörte, weiterzufragen, so daß [sic!] es offensichtlich war, daß [sic!] er ihn nicht nur für die Hauptsache, sondern für das Einzige (was zählt) erkannt hatte.“[12]

Auch wenn Jens und Kopperschmidt den leuchtenden Beispielen der Antike nachtrauern,[13] neben denen „die politische Rhetorik der Gegenwart nur noch Schatten wirft“[14], hat das gesprochene Wort auch tausende Jahre nach Demosthenes nichts von seiner Wirkung eingebüßt und gilt nach wie vor als die vornehmliche Form politischen Handelns.[15] Multimediale Massengesellschaften bieten prominente Plattformen, die der persuasiven Rede[16] nach wie vor große Bedeutung zukommen lassen.[17] Deren Produktionsstadien (officia oratoris [18] ) fallen seit Cicero und Quintilian sämtlich in den Zuständigkeitsbereich der Rhetorik. Die strategischen Überlegungen, die der Orator (vgl. 2.5.3) in der Krisenkommunikation anstellen muss, bevor er seinen Beeinflussungsversuch in die Tat umsetzt, finden auf der Ebene der inventio statt. Die rhetorische Strategie, die Knape/Böhme/Becker als „das auf einen komplexen kommunikativen Prozeß [sic!] bezogene Erfolgs- und Effektivitätskalkül des Orators in dessen Mittelpunkt die Analyse der relevanten Ziel-Widerstand-Mittel-Relationen steht“[19] definieren, darf jedoch nie „im Bereich des Antizipatorisch-Projektiven verweilen, sondern muss mit ins Feld ziehen“[20]. Folglich gilt das Interesse dieser Arbeit neben der Strategie der actio als finalem Produktionsstadium der Rede, in der jeder Text[21] unabhängig von seiner Medialisierung scheitert oder „zumindest in seinem Effekt beeinträchtigt“[22] ist, wenn er durch schlechte bzw. falsche Performanz ruiniert wird.[23] Knape stellt erstmals die Frage „welchen theoretisch begründeten Platz ein rhetoriksystematisch hergeleiteter […] Performanz-Begriff haben kann“[24] und positioniert ihn innerhalb des Theoriegebäudes der modernen Rhetorik als „Aktionsweise des Mediums, das Texte speichert und sendet“[25], gesteuert vom Orator in der Absicht kommunikativer Effektivität, worauf sich die eigentliche Definition der Rhetorik als Kunst zu überzeugen seit ihrer Begründung durch Aristoteles bezieht.[26] Vor diesem Hintergrund erstaunt, dass sowohl beim alltäglichen Gebrauch als auch bei der Rezeption von Körpersprache (vgl. 4.2) vielerorts „ein nonverbaler Analphabetismus zu konstatieren“[27] ist.

Was der menschliche Körper als Medium bei der Aufführung von Texten tun sollte, soll in Korrelation mit den strategischen Überlegungen, die einer persuasiven Rede zugrunde liegen, am Gegenstand der Krisenkommunikation erstmals untersucht werden.

1.2 Forschungsgegenstand

Ein grundlegendes Interesse an der Krisenkommunikation teilen sich insbesondere die Medien- und die Betriebswissenschaft. Letztere zielt vor allem auf betriebliche Abläufe und Präventionsstrategien und gewinnt ihre Einsichten primär durch die Analysen prominenter Unternehmenskrisen, bei denen rhetorische Aspekte oder gar performative Gesichtspunkte wenn überhaupt nur peripher wahrgenommen werden.

Das Arbeitsverfahren der Medienwissenschaftler beruht dagegen meist auf der Erfassung schriftlich fixierter Texte, insbesondere journalistischen Ursprungs,[28] was ebenfalls das Ziel verfehlt, wenn es um die Performanz des Orators geht. Literatur- und Sprachwissenschaft nehmen bei ihren Redeanalysen zwar die Primärtexte ins Visier, verharren jedoch in der Einzelbetrachtung stilistischer Phänomene wie Syntax, Wortsemantik, und Figurenlehre. Auch die Kommunikationswissenschaft und prekärerweise die Rhetorik selbst verlassen sich dabei überwiegend auf die Wirkung der gedruckten Fassung in ihrem elokutionären Stadium.[29] Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind deshalb nicht falsch, aber unzureichend: Redeanalysen sollten alle relevanten semiotischen Ebenen miteinbeziehen.[30] Was jedoch meist fehlt ist ein Blick auf die Performanz.

Ausnahmen bilden neben den Analysen der Rede des ehemaligen Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger, die erst aufgrund ihrer fehlerhaften Performanz vielfach missverstanden und skandalisiert wurde,[31] vor allem die Forschungen von Atkinson[32]: Dieser gewinnt seine Erkenntnisse aus der Analyse von Bewegtbildaufnahmen politischer Reden, konzentriert sich dabei jedoch auf die Wirkungsforschung. Es geht ihm um die Unterschiede „between effective and ineffective speaking practises“[33] bei der Verwendung korporaler Mittel. Den Maßstab bilden folglich nicht die rhetorischen Strategien der Redner, sondern die Reaktion des Publikums. In anderen mit der Performanz eines Redners befassten Untersuchungen werden oftmals lediglich einzelne Segmente des performativen Spektrums isoliert betrachtet.[34] Vor allem zur Sprechtechnik und Stimme hat es dazu einige Arbeiten gegeben,[35] die ihre Erkenntnisse jedoch losgelöst von der zugrunde liegenden rhetorischen Strategie gewinnen und vielfach gar mit dem Etikett die Rhetorik von X aufgebauscht werden, wohinter sich aber lediglich Interpretationen zu individuellen sprachlichen Besonderheiten einzelner Personen verbergen.[36] Noch spärlicher ausgeleuchtet sind die nonverbalen Performanz-Merkmale (vgl. 4.3) von (politischen) Rednern, obwohl die Erkenntnis nicht neu ist, dass die abweichende Wahrnehmung einzelner unterschiedlicher Politiker „durch ihr nonverbales Verhalten […] mit verursacht“[37] wird. Die umfassendste Arbeit der jüngeren Vergangenheit auf diesem Gebiet stammt von Dieball, der die Körperausdrucksformen von Gerhard Schröder und Edmund Stoiber miteinander vergleicht und deren Veränderung im Laufe ihrer Karrieren dokumentiert.[38] Dabei geht es ihm insbesondere darum zu eruieren, welchen Anteil die Körpersprache am Aufstieg der beiden Spitzenpolitiker hatte und inwiefern die korporalen Mittel von Schröder zum Sieg bei der Bundestagswahl 2002 gegen seinen Widersacher Stoiber beigetragen haben. Die Frage nach der Korrelation von rhetorischer Strategie und oratorischer Performanz steht derweil nicht im Mittelpunkt seiner Untersuchungen. Allerdings profitiert diese Arbeit von Dieballs systematischer Prüfung der körpersprachlichen Ratgeberliteratur (vgl. 4), bei der er zu dem Schluss kommt, dass sich die körpersprachlichen Lehrbücher eher an ein Laienpublikum richten und selten wissenschaftliche Standards einhalten,[39] sondern im Wesentlichen darauf abzielen, „den Umgang im zwischenmenschlichen Bereich zu verbessern.“[40] Davon ausgenommen ist mit einigen Einschränkungen das psychologische Standardwerk Körpersprache & Kommunikation‘ von Argyle,[41] das zwar wissenschaftliche Ansprüche erfüllt, aber die verbalen und nonverbalen Signale des Körpers im Zusammenhang mit menschlichen Emotionen und Interaktionen, kaum aber unter rhetorischen Gesichtspunkten behandelt. Mit Ausnahme von Knape, der den persuasiven Einsatz von Körperausdrucksformen theoretisch begründet,[42] gibt es nicht viele Autoren, die sich mit Körperausdrucksformen in einem rhetoriktheoretischen Zusammenhang beschäftigen. Eine davon ist Wiegeler, die ebenfalls ausgehend von Knape, die Theorien der Semiotik auf die körperliche Beredsamkeit anwendet.[43] Die Arbeit teilt Wiegelers Ansatz, die zwischen zielgerichteten, bewusst geäußerten Körperausdrucksformen und zufälligen, spontan begleitenden Körpererscheinungen auf der Basis von Kodes und grammatischen Systemen unterscheidet.[44]

Ein Grund für den Mangel an Publikationen muss paradoxerweise in der Weitwinkligkeit des Forschungsgegenstands vermutet werden: Für die Wissenschaft ist die Analyse von Körpersprache ein interdisziplinärer Gegenstand par excellence, gleichermaßen bearbeitet von Psychologen, Anthropologen, Ethologen, sowie Kommunikations- und Kunstwissenschaftlern als auch von der Rhetorik. Ein gewichtiger Teil der Forschung wurzelt in den Theaterwissenschaften,[45] die die Inszenierung anhand ästhetischer Kalküle beurteilen und daher für die Betrachtung der Normalkommunikation weniger von Interesse sein können.[46] Hier markieren die Arbeiten von Biehl eine Ausnahme, welche die Inszenierungstechniken des Theaters in normalkommunikativen Zusammenhängen überprüfen und auch diese Arbeit bereichert haben.[47]

Die überwiegende Mehrheit der Veröffentlichungen zum Thema Körperausdrucksformen resultiert jedoch aus der Verhaltens- bzw. Sozialpsychologie[48] und klammert einmal mehr die rhetorische Intentionalitäts-Prämisse der teleologischen Plan- und Steuerbarkeit sprachlicher Handlungen aus. Stattdessen schreiben die Psychologen nonverbales Verhalten überwiegend dem menschlichen Unterbewusstsein zu und betrachten body language mehrheitlich unter interpersonalen Gesichtspunkten und als Spiegelbild von Emotionen.[49] Fast reduziert den Zweck von Körperausdrucksformen gar darauf, „der Außenwelt emotionale Botschaften zu übermitteln.“[50]

Die Körpersprache-Forschung – wie die damit eng verbundene Performanz-Analyse - befinden sich also in einem prekären Zirkel: Begnügen sie sich mit der Aufklärung des ihr zugewiesenen Teilbereichs, gelingt oft selbst bei hohem Aufwand nicht viel mehr als die immer wieder aufs Neue variierende Darstellung bekannter Oberflächenphänomene.

Zum einen ist zu konstatieren, dass die Rhetorikforschung von den benachbarten mit der Performanz befassten Disziplinen kaum wahrgenommen wird, zum anderen hat auch sie die Frage nach der Korrelation von rhetorischer Strategie und oratorischer Performanz bislang nicht beantwortet. Besonders frappierend sind die Defizite bei der Redeanalyse, da eine umfassende Darstellung der Rede quasi ausnahmslos fehlt: Wo man sich auf die Untersuchung menschlicher Körperausdrucksformen konzentriert, rücken persuasive Überlegungen meist in den Hintergrund. Wo man sich auf die Erfassung von Redeaufbau, Argumentationsstrukturen und Figurenbestimmungen beschränkt, fehlen die Überlegungen zur Performanz. Selbst bei den Arbeiten, die sich mit persuasionsrhetorischen Fragestellungen befassen, bleiben die Ergebnisse diesbezüglich unbefriedigend, da sie ebenfalls die Inszenierung ausblenden, die aber mit der Rede untrennbar verbunden ist und wesentlich zu ihrem Gelingen beiträgt.[51] Der Wertverlust von Schriftlichkeit zu Gunsten einer neuen Bildlichkeit in den Medien trägt ebenfalls ihr Übriges dazu bei, dass keine Form der traditionellen Sprachanalyse mehr greift.[52]

1.3 Fragestellung und Gang der Arbeit

Folglich versucht die Arbeit einen Beitrag zu leisten, der die anderen Partikular-Untersuchungen durch einen Blick auf die Performanz ergänzt, ohne sich jedoch dabei an der Abstraktion von Inhalten zu beteiligen: Strategie und Performanz werden gemäß der Lehre der officia oratoris wieder zusammen betrachtet.

Die Arbeit setzt sich zum Ziel, Pionierarbeit in der Frage zu leisten, inwiefern unterschiedliche rhetorische Strategien in der Performanz durch einen Redner spezifische Performanzmerkmale (vgl. 4.3) aufweisen, die sich voneinander unterscheiden.

Zu diesem Zweck werden rhetorische Strategien in der Krisenkommunikation differenziert und in ihrer Inszenierung durch einen Redner analysiert. Als praktisches Beispiel fungiert die Plagiatsaffäre um den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

Mögliche Krisenstrategien sind in der Forschung weitaus besser ausgeleuchtet als die Frage nach ihrer Performanz. Neuere rhetorikaffine Arbeiten zu strategischen Möglichkeiten in politischen Krisen finden sich vor allem im Zuge der Banken- und Finanzkrise von 2008 und 2009 unter dem Begriff Organizational Crisis Response. [53] Dabei beziehen sich die überwiegenden Arbeiten der jüngeren Vergangenheit auf die ‚Situational Crisis Communication Theory‘ (SCCT) von Coombs.[54]

In der deutschsprachigen Literatur ist das fünfstufige Modell defensiver Selbstdarstellung von Schütz hervorzuheben, da es speziell auf Personenkrisen ausgerichtet ist, die das öffentliche Ansehen eines Politikers bedrohen.[55] Ebenfalls Aufschluss zur Differenzierung verschiedener Krisenstrategien liefern die Instrumente der klassischen Rhetorik wie das Status-System (vgl.3.3) und die Topik (vgl. 3.4).

Die zentrale Herausforderung dieser Arbeit besteht darin, eine rhetorische Untersuchungsmethodik für die Analyse und Interpretation von Körperausdrucksformen bei Reden, die in Form von Videoaufnahmen als Quelle vorliegen, zu entwickeln. Grundlage dafür bilden zwei Kodierungssysteme aus der Verhaltenspsychologie, das ‚Facial Action Coding System‘ (FACS) von Ekman, das „nicht nur emotionsbezogene Bewegungen, sondern jede Art von mimischen Verhaltens“[56] zu messen versteht und sich dabei bewährt hat, „redebezogene Gesichtszeichen zu untersuchen, bei denen die Gesichtsbewegungen dazu dienen, die Rede zu interpunktieren oder zu illustrieren“[57], sowie das ‚Body Action and posture coding system‘ (BAP) von Dael/Mortillaro/Scherer zur Analyse von Gestik und anderen motorischen Körperzeichen auf einer ähnlichen methodischen Basis.[58]

Zunächst sind im Folgenden einige Erläuterungen zur thematischen und methodischen Eingrenzung notwendig, um anschießend die Wahl des untersuchten Praxisbeispiels zu begründen. Das zweite Kapitel behandelt das Problemfeld der Krisenkommunikation und beginnt mit einer spezifischen Definition der im Praxisbeispiel untersuchten Personenkrise, um mit dem Spannungsfeld zwischen (Massen-)medien, Öffentlichkeit und Krisenkommunikation fortzufahren. Anschließend wird die Krise im rhetorischen System verortet, wobei wichtige rhetoriktheoretische Grundlagen erläutert werden. Im dritten Kapitel werden die strategischen Möglichkeiten des Orators zur kommunikativen Bewältigung der Personenkrisen zusammengetragen. Dabei werden die unterschiedlichen Modelle diskutiert und mit der Krisenkommunikation in der Plagiatsaffäre von Guttenberg abgeglichen. Ziel ist es unterschiedliche Strategien in Guttenbergs Krisenkommunikation zu isolieren, um diese später in der Analyse auf spezifische Performanz-Merkmale untersuchen zu können. Das vierte Kapitel erläutert die theoretischen Hintergründe bei der Actio bzw. der Performanz und klärt, welche Möglichkeiten dem Orator zur Anpassung an seine Strategie zur Verfügung stehen. Dazu werden die einzelnen Körperausdrucksformen isoliert und auf ihre Varianzmöglichkeiten geprüft. Diese dienen als Basis für die folgende Analyse. Zunächst wird jedoch im fünften Kapitel die entwickelte Untersuchungsmethodik unter Reflexion bisheriger Ansätze aus der Psychologie erörtert, um dann im sechsten Kapitel die einzelnen strategischen Ansätze von Guttenberg während der Krise performativ zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Im siebten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und einer kritischen Reflexion unterzogen. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick für Wissenschaft und Praxis.

1.4 Thematische und methodische Eingrenzung

Die Fragestellung orientiert sich am klassischen rhetorischen Modell: Ein Orator ergreift das Wort, um seinem Anliegen soziale Geltung zu verschaffen[59] und nutzt dabei die monologische Rede[60], die in der öffentlichen, medial begleiteten Personenkrise immer einen distanz-kommunikativen Sprechakt darstellt. Das impliziert notwendigerweise die Übertragung durch dimissive Massenmedien, die den Text sowohl senden als auch speichern[61] und somit schon per definitionem geeignete Quellen für die spätere Analyse darstellen. Dabei eignet sich besonders das Fernsehen für eine rhetorische Betrachtungsweise,[62] „da es im Gegensatz zu anderen Medien wieder einige wichtige Merkmale unmittelbarer Kommunikation in die Öffentlichkeit bringen kann: Mündlichkeit, Mehrkanaligkeit durch Kombination von optischer und akustischer Kommunikation, Zeitgleichheit von Performanz und Rezeption.“[63] Die Rede kommt „im Fernsehen wieder zu ihrem Recht, und damit […] die gesamte actio -Lehre“[64]. Dialogische Kommunikations-Situationen in der Krise (etwa das Gespräch mit Journalisten im Rahmen einer Pressekonferenz) finden keine Berücksichtigung, weil sie sich anders als monologische Reden der vollen strategischen Planbarkeit des Orators entziehen, was keine sicheren Rückschlüsse auf die Frage erlaubt, inwiefern die gewählte Strategie die Performanz des Orators beeinflusst. Ferner schließt die Forschungsfrage schriftliche Kommunikation aus, da diese Texte in ihrem letzten Produktionsstadium nicht durch einen Redner performiert werden. Ebenso wenig ist die interne, nicht-öffentliche Krisenkommunikation innerhalb der eigenen Organisation Teil des Untersuchungsgegenstandes, da neben einer diffizilen Quellen-Lage (nicht-öffentlich = geheim/geschützt) insbesondere die rhetorische Situation unklar ist: Intern kann zwar auch die Notwendigkeit bestehen, andere in der Organisation vom eigenem Verbleib in der Krise zu überzeugen, ebenso kann es sich aber um einen rhetorikfreien Raum handeln, in dem keine Meinungs- und Interessenskonflikte ausgefochten werden müssen.

1.5 Wahl des Beispiels

Die Plagiatsaffäre um den gescheiterten Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist aus mehreren Gründen als Beispiel prädestiniert. Guttenberg ändert seine kommunikative Strategie während der Krise mehrfach: Zunächst leugnet er die Vorwürfe, dann gibt er Fehler zu, versucht sie aber in ihrer Bewertung umzudeuten und herunterzuspielen, schließlich rechtfertigt sich der Minister, weist die Schuld von sich und verteidigt sein Festhalten am Amt (vgl. 3). Zu jeder Strategie liegt eine entsprechende Rede vor, die durch Journalisten aufgezeichnet wurde und als Video verfügbar ist. Damit ist es möglich drei unterschiedliche Strategien in ihrer Performanz durch denselben Redner in derselben Angelegenheit im zeitlichen Abstand von nur wenigen Tagen zu untersuchen. Nur dadurch können die einzelnen strategischen Ansätze auf unterschiedliche Performanz-Merkmale hin erforscht werden. Dies wäre kaum möglich, wenn es sich bei den Redebeispielen um unterschiedliche Redner handeln würde, da allein der jeweilige Individualstil[65] Rückschlüsse auf performative Unterschiede verböte, die eindeutig auf die kommunikativen Strategie zurückzuführen sind. Der Fall Guttenberg ist auch deswegen ein hervorragendes Beispiel, weil die Protagonisten anderer prominenter Personenkrisen der jüngeren Vergangenheit sich teilweise gar nicht – oder erst sehr spät – mündlich äußerten, wie z.B. der gescheiterte Bundespräsident Christian Wulff, der vorwiegend mit schriftlichen Statements reagierte oder sich durch seinen Sprecher vertreten ließ.

2 Krisenkommunikation

2.1 Die öffentliche, medial begleiteten Personenkrise

Der Begriff Krise [66] taucht in verschiedenen Zusammenhängen mitunter verschwommen auf und wird im heutigen Sprachgebrauch und in den Medien inflationär für jegliche Art von Drohszenario verwendet,[67] sodass er sich „sich längst zu einem zeitgenössischen semantischen Etikett gemausert hat, hinter dem sich Ungeklärtes elegant invisibilisieren lässt“[68]:

„Yet, despite the many different approaches scholars have adopted to study crisis communication, no universal definition of crisis exists.“[69]

Grundsätzlich bezeichnet die Krise „eine Phase, in der die Entscheidung über den Verlauf einer Angelegenheit ansteht, aber noch nicht gefallen ist“[70]. Prinzipiell ist der Ausgang also offen und für den Betroffenen beeinflussbar.[71]

Auch Luhmann betont die Ambivalenz des Begriffes, die „in der Spannung von Gefahr und Hoffnung liegt“[72]. Merten fokussiert die tendenziell negativen Folgen für den Betroffenen der Krise als Produkt von unerwarteter Veränderung einer bisherigen Prozessstruktur oder Gewohnheit[73] und schenkt auch der zugehörigen Schuldfrage Aufmerksamkeit, die eine Begleiterin der Krise sei, was insbesondere dann gelte, wenn die Krise „direkt von einer Person ausgeht, deren verfehltes Handeln oder Entscheiden zur Krise führt, die dann irgendwann sichtbar wird.“[74] Das trifft auch auf die Art der Krise zu, um die es in dieser Arbeit geht: Eine Person [75] des öffentlichen Lebens ist ungeplant und ungewollt durch die mediale Enthüllung selbstverschuldeter Verfehlung in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt,[76] womit eine negative Berichterstattung in erheblichem Umfang einhergeht. Diese schädigt Image und Glaubwürdigkeit der betroffenen Person in so ernstlichem Maße, dass ihr eine ihre bisherige Existenz gefährdende Veränderung droht. Spezifische Merkmale in Abgrenzung zu anderen Krisen markieren Selbstverschuldung und Eigenverantwortung der betroffenen Person für den die Krise auslösenden Vorfall.[77] Während andere Krisen oft durch externe Faktoren (mit-)ausgelöst werden und die handelnden Personen nur stellvertretend agieren und nur in geringem Maße oder gar nicht haftbar sind,[78] ist die Personenkrise mit dem Schicksal der Betroffenen untrennbar verknüpft. Hinzu kommt, dass es der Öffentlichkeit meist um moralische Werte und Kategorien wie Schuld und Unschuld geht,[79] und sich hier beinahe jeder dazu befähigt sieht ein eigenes Urteil zu fällen - was hingegen bei komplexeren Krisen, die meist struktureller Natur sind, meistens nicht der Fall ist.[80]

Öffentliche, massenmedial begleitete Personenkrisen bilden somit ein Substrat für Diskurse, die Fragen des kollektiven Zusammenlebens thematisieren und gemeinsame Werte diskutieren. So geht es auch in der Plagiatsaffäre nicht nur um die juristisch nachweisbare Schuld der Urheberrechtsverletzung, sondern um moralische Fragen: Wie ehrlich ist der Minister? Darf die (Macht-)politik Verstöße gegen die wissenschaftliche Ethik ignorieren? Für manche Beobachter ging es in der Guttenberg-Krise schließlich um nichts weniger als den Stellenwert der Wissenschaft in unserer Gesellschaft.[81]

2.2 Die Rolle der (Massen-)medien

Missstände wie Korruption, Schwindel oder justiziables Fehlverhalten werden von den Massenmedien meistens nur dann skandalisiert, wenn sie eine prominente Person des öffentlichen Lebens betreffen. Es handelt sich bei dieser Art der Krise also per definitionem auch immer um ein medienbegleitetes Phänomen.

In diesem Kontext ist einem fundamentalem Missverständnis Vorschub zu leisten, da diese Arbeit mit zwei unterschiedlichen Medienbegriffen in unterschiedlichen Zusammenhängen operiert: Medien bezeichnen einerseits „Kommunikationskanäle, die bestimmte Zeichensysteme transportieren“[82] und andererseits „Organisationen, also zweckgerichtete und zweckerfüllende Sozialsysteme“[83]. Wenn in dieser Arbeit von den Medien oder der medial begleiteten Personenkrise die Rede ist, wird der Begriff in seiner zweiten Verwendungsweise gebraucht und bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Massenmedien, wie öffentlich zugängliche Printmedien, Rundfunk und Film.[84]

Wenn in dieser Arbeit hingegen vom menschlichem Körper als Medium die Rede ist, bzw. von der Medialisierung von Texten, dann wird der Begriff in der ersteren, ursprünglichen Verwendungsweise gebraucht und stützt sich auf den erweiterten Medienbegriff von Knape, der sie als Einheiten zum Senden und Speichern von Texten definiert.[85]

Für die öffentliche Beurteilung einer (Personen-)Krise spielen die Massenmedien die entscheidende Rolle, weil sie die Krisensituation nicht nur medial vermitteln, sondern ebenfalls deren Inhalte und Darstellung selektieren können: Das Rollenspektrum der Medien reicht dabei von der - aufgrund des Nachrichtenwerts bereits widerlegten -„neutralen Rolle der Medien als nicht filternde Übermittler […] über eine aktive, bestehende öffentliche Meinungen verstärkende Multiplikator- und Akzeleratorfunktion“[86], bis hin zur Urheber-Rolle, in der sie die Krisensituation kreieren, „über die sie dann berichten.“[87]

2.3 Die Rolle der Öffentlichkeit

Eine Betrachtung von medial begleiteten Personenkrisen schließt eine Betrachtung der öffentlichen Meinung [88] notwendig mit ein und verpflichtet sich folglich dem rhetorischen Ansatz, da Öffentlichkeit verstanden wird als frei zugängliches Kommunikationsfeld (A gon), in dem Oratoren mit ihren Kommunikationsbeiträgen über Massenmedien Aufmerksamkeit und Zustimmung des Publikums ersuchen.[89]

Damit kommt ein weiteres, wenngleich aber nicht spezifisches Merkmal der hier untersuchten Personen-Krise zur Geltung: Der Begriff Öffentlichkeit kennzeichnet eine „soziale Handlungssphäre, die frei zugänglich ist und in der soziale Akteure sich an ein unabgeschlossenes Publikum wenden und der Beobachtung durch ein solches Publikum ausgesetzt sind“[90]. Damit ist der öffentlichen Personenkrise sowohl inhärent, dass sie prinzipiell von jedem Mitglied der Gesellschaft im Rahmen öffentlicher Kommunikation verfolgt als auch kommentiert werden kann. Daraus ergibt sich für den Betroffenen eine Bedrohung - aber auch die Chance, positiv auf die öffentliche Meinung einzuwirken und diese zum eigenen Nutzen zu beeinflussen.

2.4 Die Rolle der Kommunikation

Grundsätzlich verlangt der Einfluss auf die öffentliche Meinung immer den Eintritt in die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Wer schweigt, überlässt das Feld anderen und verschlimmert die Krise dadurch womöglich noch, denn oft wird „nicht das Unglück selbst [...] als Skandal betrachtet“[91], sondern ausbleibende, verspätete, unzureichende oder unangemessene Krisenkommunikation. Merten schränkt zwar ein, dass Kommunikation „keinesfalls […] der Freund, der stets hilft“[92] sei, und bezeichnet sie gar als „störrisches und eigensinniges Instrument“[93], das lediglich mache, was die Kommunikation wolle. Dabei legt er jedoch nicht die rhetorische Prämisse zugrunde, wonach Kommunikation durch einen strategischen Kommunikator gezielt beeinflusst und strategisch genutzt werden kann: „Auf den analytischen Ebenen von Interaktion und Textproduktion ist das vorausschauend-reflektierende Planen von Handlungen und Formulierungen für den Orator konstitutiv.“[94] Die kommunikative Bewältigung der Krise wird im Hinblick auf ihren ambivalenten Ausgang und der prinzipiellen Möglichkeit, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, für den Betroffenen als strategischen Kommunikator zur rhetorischen Herausforderung.

2.5 Rhetorische Sicht auf die Personenkrise

Die rhetoriktheoretische Betrachtung der Krisensituation ist bereits durch Strobel und Goeze erfolgt,[95] wobei zu beachten ist, dass ihr Interesse einer allgemeinen rhetorischen Krisensituation gilt. Im Folgenden werden die Überlegungen unter Ergänzung der spezifischen Merkmalen und Rahmenbedingungen der öffentlichen, medial begleiteten Personenkrise fortgeführt. Es geht darum, welche rhetorischen Anforderungen die Personenkrise an den Orator stellt. Auf diesen Grundlagen basieren die strategischen Möglichkeiten des Orators in der Krise, die im nächsten Kapitel besprochen werden.

2.5.1 Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust in der Krise

Nach Aristoteles kann der Redner durch dreierlei überzeugen: durch den argumentativen Beweis in der Sache (logos), der Evokation von Affekten beim Publikum (pathos) und durch die Vorzüge der eigenen Person (ethos).[96] Das aristotelische ethos setzt sich aus den drei Ursachen Einsicht, Tugend und Wohlwollen zusammen, die dafür verantwortlich sind, „dass der Redner selbst glaubwürdig ist.“[97] Doch „crises often result in negative publicity, threatening the image“[98], weswegen die Persuasionsversuche in der Krise vor allem auf die Wiederherstellung des positiven Image[99] ausgerichtet sein sollten: Strobel/Goeze sprechen bei der Krise daher von einem „Wendemoment […], von dem aus durch Akzeptanz-, Vertrauens- und Legitimations-, kurz: Zustimmungsmangel […] ein unhinterfragtes ‚Weiter so‘ für eine Gesellschaft keine Option mehr darstellt“[100] und geben für die Krisenkommunikation das Ziel aus, Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu bewahren bzw. zurückzugewinnen. Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen, da im Gegensatz zur krisenauslösenden Ursache, die bereits vorliegt, das Image einer Person entechnisch und somit rhetorisch wandelbar ist.[101]

2.5.2 Der rhetorische Fall in der Personenkrise

In der Krise ringen agonale Kräfte mittels Rede und Gegenrede miteinander um eine Entscheidung der Krisensituation herbeizuführen.[102] Dabei nehmen die Medien gleichermaßen als Souffleur und Sprachrohr der Öffentlichkeit meist einen antagonistischen oder zumindest zweifelnden Standpunkt ein, der Image und Glaubwürdigkeit des Betroffenen unterminiert und den dieser folglich umkehren bzw. als unberechtigt verwerfen muss. Wenn er als Sprecher nun hervortritt, um seinem Anliegen (Zertum) kommunikativ Geltung zu verschaffen, tritt nach Knape der rhetorische Fall ein:

„In dieser Lage ergreift ein Mensch die Rolle des Vorsprechers, wir nennen ihn dann Orator. Rhetorik ist für ihn der Versuch, unter determinierenden Bedingungen der Welt durch Ausagieren kommunikativer Handlungsmacht wenigstens für einen Moment informationelle Souveränität zu erlangen.“[103]

Der Krisenfall ist für den Protagonisten immer auch ein rhetorischer Fall, da er sich gegen die Vorwürfe und Stigmatisierung der Medien zur Wehr setzen muss, um sein Bild in der Öffentlichkeit zu retten. In der Personenkrise zweifelt die Öffentlichkeit an Personen, die vor der medialen Enthüllung ihrer Verfehlung oft als Vorbild und Autorität galten: „Aus einer res certa wird so eine res dubia“[104]. Der Zweifel der Öffentlichkeit macht den rhetorischen Interventionsversuch für den Protagonisten erst notwendig, schließlich ist die res dubia (das Ungewisse, Zweifelhafte) nach Aristoteles der Zuständigkeitsbereich der Rhetorik, „denn was unmöglich anders sein, werden oder sich verhalten kann, darüber berät niemand [...] denn darüber gibt es nichts mehr zu sagen“[105]. Auch in der Plagiatsaffäre steht der Rücktritt des Ministers nicht von Anfang an fest: Die Springer-Presse („macht keinen guten Mann kaputt“[106] ) und die Kanzlerin versuchen ihn im Amt zu halten, indem sie die Bedeutung des wissenschaftlichen Betrugs für die politische Praxis versuchen herunterzuspielen[107]. In dieser Debatte tobte ein Kampf über die Deutungshoheit der Guttenberg‘schen Verfehlungen, den der Minister und seine Verbündeten durchaus auch hätten für sich entscheiden können.

2.5.3 Orator und Adressat in der Personenkrise

Knape definiert Rhetorik als strategische Kommunikation [108], welche die Handlungsmöglichkeiten eines Orators ausleuchtet, der „als soziales Organ hervortritt, das ungeordnete Kräfte mit kommunikativer Energie neu strukturiert, neu ausrichtet, auch zur Handlung leitet“[109], den Adressaten von etwas zu überzeugen, das ohne die rhetorische Handlung nicht erfolgen würde. Bleibt die Intervention des Protagonisten in der Personenkrise aus, überlässt er die Deutungshoheit den Medien und nimmt die Verurteilung der Öffentlichkeit in Kauf. Also muss er „solche Textstrategien entwickeln oder seine Texte so determinieren, dass die Rezipienten sein Angebot von Wirklichkeitskonstruktion akzeptieren, sich darauf einlassen und sich im Medienwettbewerb dann möglichst nur an ihn binden.“[110] Folglich steht der Orator in der Krise unter dringendem Handlungszwang[111], muss sich aber zunächst die Frage stellen, wen er überhaupt wovon überzeugen muss: Wie auch andere Krisen ist die Personenkrise durch unterschiedliche Phasen gekennzeichnet:

Folgt man Luhmanns Lebenszyklus-Modell öffentlicher Anliegen, tritt zunächst eine latente Phase ein, in der lediglich Experten und Betroffene über das Problem informiert sind.[112] In der Durchbruchsphase erreicht der Vorfall dann die Akteure aus Medien und Politik und erst in der nächsten Phase erreicht er durch die Selbstreferenzialität des Mediensystems einen Hype und wird Bestandteil der öffentlichen Meinung [113]: „Die Medien berichten, was andere Medien berichten. Deshalb schaukelt sich die Darstellung schnell wechselseitig hoch.“[114]

Ein typischer Krisenirrtum resultiert in dem Glauben „zu wissen worum es geht“[115] und die Einstellungen, Meinungen und Reaktionen in der Öffentlichkeit zu kennen.[116] Experten streiten sich jedoch ggf. über eine juristische Schuld, während Laien diese Frage im sozialen Zusammenhang betrachten und moralisch längst beantwortet haben.

Es ist aber die Sichtweise der Laien, die bestimmt, wie laut die Öffentlichkeit nach persönlichen Konsequenzen in der Personenkrise fordert. Daher ist es wichtig, nicht nur mit Experten und direkten Entscheidungsträgern über eine juristische Schuld, sondern auch mit Laien über eine moralische Schuld zu diskutieren – und zwar auf unterschiedliche Weise. Knape hat dafür den Begriff des Adressatenkalküls geprägt, das den Orator zwingt „seine Botschaft nicht einfach nach dem Muster elektronischer Datentransfers auf einen Rezipienten zu übertragen.“[117] Für die Praxis bedeutet das „sich mithilfe eigener projektiver Vernunft“[118] hinein zu phantasieren und sich so „auf die spezifische Strukturdeterminiertheit von Kommunikationspartnern einzustellen.“[119] Nur so kann der Orator kalkulieren, welche Reaktion „die von ihm eingesetzten Mittel beim Gegenüber selegieren könnten“[120] und dessen Vorbehalte adressatengerecht ausräumen.

In der öffentlichen, medial begleiteten Personenkrise kann der Orator nur durch Distanzkommunikation über die Massenmedien Einfluss auf die öffentliche Meinung ausüben, was es ihm erschwert, seinen Persuasionsversuch auf einzelne Gruppen auszurichten, da er in der Regel durch seine Rede alle möglichen Zuhörer zugleich ansprechen muss und es daher mit einem Universaladressaten zu tun hat.[121]

Eine weitere rhetorische Besonderheit resultiert aus der hohen Aufmerksamkeit der Adressaten: Eine Krise ist stets ein aktueller Vorgang, der die unmittelbare Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht[122]. Seit der Antike gilt das Erlangen und Halten der Aufmerksamkeit des Publikums eigentlich als Schlüsselfunktion für den Persuasionsprozess[123] - bei der Personenkrise entfällt die Aufgabe des attentum parare jedoch, da sie einen enormen Nachrichtenwert erzeugt, der die anhaltende Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit garantiert, ohne die die Krisensituation gar nicht eingetreten wäre. Was für den Betroffenen zunächst ein ungewolltes Ärgernis darstellt, erweist sich somit gleichzeitig als Chance.

3 Strategische Möglichkeiten

3.1 Situational Crisis Communication Theory

Coombs hat ein System zur situativen Anpassung der kommunikativen Strategie an die vorliegende Krisensituation entwickelt, das sieben kommunikative Strategien zur Reaktion auf eine Krise umfasst: Angriff des Anklägers (attacking the accuser) , Leugnen (denial) , Entschuldigen (excuse), Rechtfertigen (justification), Herunterspielen (diminish) Versprechen das Problem zu lösen (corrective action) und Einschmeicheln (ingratiation).[124] Er kommt zu dem Ergebnis, dass defensive Strategien wie Einräumen oder Entschuldigen in selbstverschuldeten Krisensituationen mehr Akzeptanz hervorrufen, als wenn alles abgestritten und versucht wird die eigene Schuld zu leugnen.[125] Die Erkenntnis deckt sich mit früheren Forschungen. [126] Ferner rät Coombs davon ab, zwischen den z.T. gegenläufigen Strategien hin und her zu wechseln, sobald erstmal eine Strategie eingeschlagen wurde, da dies ihre Effektivität untergrabe.[127] Beide Fehler sind Guttenberg in seiner Krisenkommunikation unterlaufen und haben ihn das Amt gekostet.

Nach anfänglich eher verhaltener Kritik an der Benotung seiner Doktorarbeit[128] leugnet der Minister in seiner ersten Stellungnahme die Beschuldigungen:

„Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat […] ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, […] auf das Führen des Titels verzichten, allerdings nur bis dahin, anschließend werde ich ihn wieder führen“[129]

Als er die Vorwürfe aufgrund der medialen Enthüllungen unter Mithilfe der Plagiatjäger im Internet unmöglich mehr leugnen kann, die Kritik immer weiter zunimmt und Teile der Medien und der Öffentlichkeit bereits die Rücknahme seines Doktortitels fordern, nimmt der Minister diesen entgegen der früheren Ankündigung in seiner ersten Rede zurück, versucht aber gleichzeitig die Vorwürfe herunterzuspielen, indem er sie in ihrer negativen Bewertung umdeutet und in ihrer politischen Bedeutung hinterfragt.[130]

Guttenberg spricht von „ Fehler[n], die den wissenschaftlichen Kodex, den man so ansetzt, nicht erfüllen “ (11.II.II.45-47), verneint aber betrügerische Absichten, mit dem Ziel seine Kritiker zu beschwichtigen: „Diminish strategies argue that a crisis is not as serious as people think or minimize organizational responsibility.“[131]

Als der öffentliche mediale Gegenwind schließlich zum Orkan anwächst und bereits flächendeckend die Forderung nach seinem Rücktritt laut wird,[132] versucht der Verteidigungsminister in einer letzten Rede im Bundestag - bevor er schließlich doch zurücktreten muss - das Festhalten an seinem Amt zu rechtfertigen und einen Schlussstrich unter der Affäre zu ziehen:

„Am Ende zählt, dass einer das ist was er vorgibt. Ja – ein Mensch mit seinen Schwächen und seinen Fehlern. Und wenn man das vorgeben kann [..], dann glaube ich, wenn man gleichzeitig versucht die Kraft aufzubringen, sich nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich zu entschuldigen für erkannte Fehler, dass das der politischen Landschaft insgesamt nicht schaden muss […] und in dieser Hinsicht werde ich die nächsten Wochen und Monate angehen und zwar im Amt.“[133]

Zugegeben hat Guttenberg die Plagiate indessen nie. Die Entschuldigung, auf die er in seiner dritten Rede verweist, ist ebenfalls nur Makulatur, da er gleichzeitig die Beschuldigungen von sich weist und in ihrer Bedeutung herunterspielt, wohingegen „a sincere apology implies that the organization […] sufficiently cares about people’s feelings and victims.“[134] Anstatt den Vorwurf des betrügerischen Plagiierens von Anfang an einzuräumen und glaubhaft Reue und die Absicht zur Wiedergutmachung zu vermitteln (corrective action), wurde der Minister nicht müde ihn zu bestreiten, wonach er durch immer neue Funde wiederholt der Lüge überführt wurde. Damit zog er nicht nur die Affäre unnötig in die Länge, sondern bestärkte selbst die Zweifel an seiner Ehrlichkeit beim Verfassen der Dissertation und damit insgesamt an seiner Seriosität und der Eignung als Minister. Der „Endzeitcharakter“[135] von Guttenbergs „fataler Strategie des stufenweisen Eingeständnisses“[136] war absehbar und hätte eventuell nur dann funktioniert, wenn er mit dem Hinweis auf die Untersuchungen der Universität Bayreuth in der Öffentlichkeit geschwiegen hätte, um die Krise zu verschleppen, bis das Medieninteresse abgeebbt wäre.[137] Die heutigen Möglichkeiten des Internets und die schnelle Überführung der Plagiatsjäger verhinderten die in früheren Krisen erprobte Strategie des Aussitzens, die zu Recht keinen Einzug in die SCCT mehr findet.

3.2 Stufen defensiver Selbstdarstellung

Die ‚Situational Crisis Communication Theory‘ ist ursprünglich nicht auf Personenkrisen angelegt, sondern darauf, „organizational-actor crises, primarily in corporate settings“[138] zu untersuchen. Neuere Forschungen, speziell zu individual-actor crises beziehen sich daher seltener auf Coombs, sondern primär auf die ‚Image Restoration Theory‘ von Benoit,[139] dem es um die Frage geht, wie sich das beschädigte Image einer Person in der Krise wiederherstellen lässt, dessen Theorie kommt dabei jedoch kaum über Bekanntes hinaus: „Benoit offers a […] model that lists five communication strategies to be used in response to a crisis: denial, evasion of responsibility, reducing offensiveness of events, corrective action, and mortification.“[140] Es gibt bereits Forschungen im Bereich des impression managements, einem primär von Psychologen bearbeitetem Feld, die sich mit den Erkenntnissen von Benoit decken.

Im Unterschied zu Coombs und Benoit geht es Schütz bei ihrem fünfstufigen Modell defensiver Selbstdarstellung um eine hierarchische Abstufung in Form einer Handlungsempfehlung für den Krisenfall: An erster Stelle steht dabei das Leugnen, des kritisierten Sachverhalts bzw. einer kritisierten Aussage, sofern sich diese(s) nie ereignet hat.[141] Bamber und Parry, welche die Strategie des Leugnens in der Krisenkommunikation ausführlich anhand der Ölkrise um die gesunkene BP-Bohrinsel Deepwater Horizon untersuchen, bringen den Kern dieser Strategie mit „we did not do this […] and therefore we are not to blame“[142] treffend auf den Punkt.

Kann die Faktizität des Ereignisses jedoch nicht negiert werden, sieht die zweite Stufe den Versuch seiner Umdeutung vor, um es von der negativen Konnotation seitens der Öffentlichkeit zu befreien.[143] Scheint dies von Anfang ebenfalls kaum möglich, sieht das Stufenmodell vor, das negativ zu wertende Ereignis zwar einzuräumen, jedoch die persönliche Verantwortung dafür abzulehnen.[144]

Sollte auch dies keine absehbaren Erfolgsaussichten haben, kann der Beschuldigte immer noch darauf verweisen, in der Situation nicht anders hätte handeln gehabt zu können und die Schuld ablehnen. Damit gibt er zu, ein negatives Ereignis verursacht zu haben, was unter den gegebenen Umständen jedoch notwendig gewesen sei.[145]

Ist auch dies nicht als erfolgversprechend einzuschätzen, greift die fünfte Stufe: Negative Implikationen sollen minimiert werden, indem die Verantwortung für das negativ bewertete Ereignis zwar akzeptiert und auch nicht gerechtfertigt wird, jedoch mildernde Umstände angeführt werden.[146] Als letzte Möglichkeit bestünde nur noch die volle Übernahme der Verantwortung und die Entschuldigung.[147]

Es ist zu beachten, dass die jeweiligen Stufen im Rahmen der Krisenkommunikation keinesfalls nacheinander durchdekliniert werden sollten , da es ansonsten wie im Fall Guttenberg zum Verlust der eigenen Glaubwürdigkeit führt, der scheibchenweise von bereits behaupteten Positionen zurücktreten musste. Vielmehr soll das Stufenmodell dem Politiker in der Krise aufzeigen, auf welcher Ebene er in die Verteidigung einsteigen kann.

Dabei verwundert, dass alle drei zitierten Autoren (Coombs, Benoit und Schütz), obwohl sie sich auf rhetorischem Terrain bewegen, den neo-aristotelischen Ansatz ignorieren. Dabei korrespondiert vor allem das Stufenmodell von Schütz frappierend mit dem Statussystem der klassischen Rhetorik.

3.3 Statussystem

Im Rückgriff auf das Statussystem [148] mit Ursprung in der antiken Gerichts-Rhetorik ergeben sich für den Orator folgende hierarchische Möglichkeiten auf die Vorwürfe in der Krise zu reagieren und je nach gegebenem Sachverhalt auf unterschiedlichen Ebenen in die Verteidigung einzusteigen:

1. Die Existenz der zur Last gelegten Tat/Handlung/Aussage bzw. deren Urheberschaft verneinen und somit die Faktizität des Vorwurfs bestreiten.

In seiner ersten Stellungnahme zur Affäre leugnet Guttenberg den Vorwurf, er hätte in seiner Doktorarbeit abgeschrieben und gibt sich brüskiert: „ Den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir […] es wurde […]zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht “ (11.II.I.1-6).
Die Strategie geht nach hinten los, da ein Dementi grundsätzlich zwar auch als reine Unschuldsbeteuerung möglich ist, um rhetorisch wirksam zu sein jedoch beweisenden Charakter haben und mit Fakten aufwarten sollte, die die eigene Unschuld glaubhaft machen, weil es sich ansonsten schnell als kontraproduktiv erweist, wie Straßner folgerichtig auf den Punkt bringt:

„Entweder gilt der alte Spruch, daß [sic!] Angriff die beste Verteidigung sei, was nicht nur zu einer Beschuldigung der Angreifer führt, sondern schnell auch […] zum Vorwurf des Komplotts […]. Die andere Möglichkeit ist die Beteuerung der Unschuld, die aber gefährlicher ist, weil sie bewiesen werden muss.“[149]

2. Die Geschehnisse bestätigen, aber widerlegen, dass diese unter dem vorgeworfenen Etikett (in diesem Fall der vorsätzlichen Täuschung) subsumierbar sind und somit die Frage der Definition und ggf. der Strafbarkeit der vorgeworfenen Tat in den Raum stellen:

Guttenberg verwirft in seiner zweiten Rede die zunächst eingeschlagene Strategie des Leugnens und verfolgt nun eine Umdeutungsstrategie, indem er der inzwischen nicht mehr abzustreitenden Tatsache des Nicht-Kenntlich-Machens fremder Quellen ein zweites Deutungsmodell entgegensetzt: Der Minister versucht dem Vorwurf des vorsätzlichen Betrugs zu entgehen, indem er scheinbar bereitwillig „ gravierende Fehler, die den wissenschaftlichen Kodex, den man so ansetzt, nicht erfüllen “ (11.II.II.46-47) zugibt – wohl wissend, dass seinem Kelkheimer Präsenz-Publikum und einem Großteil der Öffentlichkeit die Kenntnis über das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten und den dafür angelegten Maßstäben fehlt. Guttenberg behauptet, er hätte „ möglicherweise an der einen oder anderen Stelle […] teilweise den Überblick über die Quellen verloren “ (11.II.II.54). Der kriselnde Minister versucht den systematischen Betrug damit zur Lappalie zu verklären, die jedem hätte passieren können. Rhetorisch betrachtet handelt es sich um eine minutio,[150] wenn der Minister konstatiert: „ Das sind selbstverständliche Fehler. Und ich bin selbst auch ein Mensch mit Fehlern und Schwächen. “ (11.II.II.60-61). Um sein Amt zu retten opfert Guttenberg den Nimbus seiner Unfehlbarkeit auf dem Altar der Macht.

3. Die Beschuldigungen sowie deren Urheberschaft einräumen und deren Definition bejahen, aber das eigene Handeln trotzdem als gerechtfertigt bzw. entschuldbar darstellen (z.B. aufgrund höherer Motive, oder aus einer Notsituation heraus):

Selbst bei seiner Rücktrittsrede hält Guttenberg noch an seiner Version der Vorwürfe fest und vermeidet ein justiziabel relevantes Schuldeingeständnis, zum einen wohl, um sich vor persönlicher Strafverfolgung zu schützen, nachdem politisch ohnehin nichts mehr zu gewinnen ist, und zum anderen weil sich wohl kaum anschlussfähige Argumente hätten finden können, die den vorsätzlichen Betrug und die Täuschung in den Augen der Öffentlichkeit legitimiert hätten. Zwar wurde bereits gezeigt, dass die effektivste Kommunikations-Strategie in selbstverschuldeten Krisen darin besteht, die Schuld einzugestehen,[151] sobald diese bereits erwiesen wurde oder wenn die Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht, signifikant hoch ist; dennoch muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass Beschuldigte in der Krise das oftmals auch dann nicht tun können, wenn sie es eigentlich wollten. Ursächlich dafür ist der juristische und finanzielle Schaden, der ggf. als schwerwiegender eingeschätzt wird als der Imageverlust: „The universal application of highly accommodative strategies is problematic because of the legal and financial liabilities they incur“[152].

4. Verweigerung der inhaltlichen Auseinandersetzung durch Infragestellung der anklagenden Instanz oder dessen Verfahren:

Zumindest in Anklängen findet sich diese Strategie auch bei Guttenberg, jedoch ohne der für ihren Erfolg zwingend gebotenen Konsequenz: In seiner ersten Rede im Bundesverteidigungsministerium verweist er auf die laufenden Untersuchungen der Universität Bayreuth, mit der er „ jede weitere Kommunikation über das Thema […] von nun an ausschließlich “(11.II.I.17-18) führen werde – um in Anbetracht des öffentlichen und medialen Drucks wenige Tage später bei seiner Kelkheimer Rede doch zum Gegenschlag auszuholen, in der er die Medien, welche die Vorwürfe gegen ihn vortragen, ironisiert und in ihrer Bedeutung herunterspielt.

In seiner dritten Rede anlässlich der Fragestunde im Bundestag versucht Guttenberg einen Schlussstich unter die Affäre zu ziehen und versucht sich darüber hinwegzusetzen, dass er schon lange nicht mehr Herr der Entscheidung darüber ist. Durch das Eingeständnis seines „ fehlerhaften Handelns “(11.II.III.9) ist die Sache für ihn erledigt und eine weitere inhaltliche Auseinandersetzung mit den zu diesem Zeitpunkt nach wie vor drängenden, offenen Fragen versucht er somit zu umgehen.

Der Rückgriff auf das Statussystem ermöglicht es dem Orator genau wie das Stufenmodell von Schütz (welches ihm im Wesentlichen entspricht), abzuwägen, auf welcher Statusebene er als Beschuldigter in den öffentlichen Krisendiskurs einsteigt. Folgerichtig erkennt Strobel für den Betroffenen darin ein Dilemma:

„Auf der einen Seite will der Redner angesichts potentieller Konsequenzen möglichst wenig Eingeständnisse machen, d.h. mit seiner Verteidigung in der Hierarchie der Status-Ebenen möglichst hoch einsteigen. Auf der anderen Seite gilt es, die daraus resultierende Fallhöhe niedrig zu halten, d.h. das Risiko für einen Glaubwürdigkeitsverlust durch nachgewiesen unwahre Behauptungen minimal zu gestalten.“[153]

Umso wichtiger ist es, eine Position zu wählen, bei der es als gesichert gilt, nicht mehr davon abrücken zu müssen, was zwangsläufig passiert, wenn jemand in der Krise mit zunehmendem Druck die gesamte Status-Hierarchie öffentlich hinabsteigen muss, da vorige Widerlegungen im weiteren Krisenverlauf als falsch entlarvt werden.[154]

Somit resultiert der Glaubwürdigkeitsverlust des Verteidigungsministers weniger aus der Verfehlung, welche die Krise auslöste, sondern vielmehr aus der überführten Lüge. Diese wurde zum Brandbeschleuniger der öffentlichen Entrüstung und besiegelte Guttenbergs politisches Aus.

Zu Beginn einer Krise ist es jedoch schwierig, bisweilen sogar unmöglich, einzuschätzen, ob sich der eigene Ruf auf der Basis der gewählten Statusebene (bzw. der gewählten Stufe) wiederherstellen lässt, zumal wenn bestimmte Tatsachen der Öffentlichkeit nicht bekannt sind und weiterhin damit spekuliert wird, dass sie nicht ans Licht kommen werden. Daher scheint sich das Statussystem nur bedingt als strategisches Instrument bei politischen Personenkrisen zu eignen. Es lassen sich nur apologetische Strategien damit verfolgen, die allesamt darauf fußen, die Schuld für die krisenursächliche Tat, die einem zur Last gelegt wird, nicht einräumen zu wollen. Dies macht aber wie bereits dargelegt werden konnte nur dann Sinn, wenn jemand wirklich unschuldig ist (oder zumindest sicher gehen kann, dass das Gegenteil nicht bewiesen wird).[155]

Andernfalls könnte es in der öffentlichen, medial begleiteten Personenkrise – in einer christlichen Gesellschaft allemal - rhetorisch wirkungsvoller sein, sich als reuigen Sünder zu inszenieren um die öffentliche Meinung zu beschwichtigen und glaubhaft für Vergebung und Mitleid zu werben, sofern das Schuldeingeständnis nach Abwägung juristischer und finanzieller Konsequenzen akzeptabel erscheint. Dies deckt sich auch mit den Schlussfolgerungen der SCCT von Coombs [156] und scheint adäquat - geht es in der öffentlichen, medial begleiteten Personenkrise schließlich viel mehr um gesellschaftliche Werte und den Gesichts- und Glaubwürdigkeitsverlust des Beschuldigten als darum, in der Sache Recht zu behalten. Dem wird – stärker noch als bei den bisher diskutierten Modellen -insbesondere durch die Topik und der Theorie des Framings Rechnung getragen.

3.4 Topen und Frames

Für Nord und Olsson liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Krisenrhetorik darin, die richtigen Frames zu finden, sie in den Diskurs einzubringen und schließlich die eigenen Frames mit denen der Medien in Übereinstimmung zu bringen[157]: „Framing, then, becomes an ideological strategic battle where actors fight over the legitimacy of values and principles“[158]. Für die neo-aristotelische Rhetorikforschung ist das keine neue Erkenntnis, die dafür auf das System der Topik zurückgreift,[159] das dem Orator dabei helfen kann, den eigenen Argumenten passende, positiv konnotierte Wertvorstellungen indizierende Schlagwörter bzw. Allgemeinplätze zuzuordnen, die beim Adressaten eine positive Wirkung evozieren sollen. Die Topik gewinnt insbesondere dann an Bedeutung, wenn der Orator die Negativität des Ereignisses umdeuten will (zweite Stufe defensiver Selbstdarstellung bzw. zweite Ebene des Statussystems). Bei politischen Personenkrisen wiederholen sich eine Reihe etablierter Topen, von deren Gebrauch sich die Redner Sympathie, Verständnis, Nachsicht und Vergebung erhoffen. Gelingt es, kann der drohende Schaden nicht nur abgewendet werden , „ but may also provide opportunities for strengthening […] personal credibility and legitimacy [160] .

Als die Rücktrittsforderungen zu Beginn der Krise zunächst nur vereinzelt und hauptsächlich von der Opposition zu vernehmen sind und zu diesem Zeitpunkt primär der Vorwurf des absichtlichen Schwindels ausgeräumt werden muss, macht der Minister Gebrauch vom aristotelischen Tüchtigkeits-Topos[161]:

„Sie [die Dissertation, Anm. des Autors] ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevoller Kleinstarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler.“ (11.II.I.2-4)

Damit nutzt Guttenberg bereits vorhandene Publikumsframes [162], die das Publikum unhinterfragt teilt: Seine Wähler und Parteigenossen eint ein konservatives, christliches Weltbild - ein tüchtiger Familienvater genießt hohes Ansehen. Obwohl der Verweis auf die Mehrfachbelastung als Entschuldigung für die Plagiate kaum tragfähig ist, da viele Doktoranden mit ähnlichen Problemen kämpfen müssen, haben solche Topen oder Frames vor allem dann einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung, wenn sie „am Beginn der Berichterstattung präsentiert werden, klare Deutungsmuster vorgeben oder zumindest zunächst unwidersprochen bleiben“[163]. Die Umdeutung des betrügerischen Plagiierens in menschlich nachvollziehbare Schludrigkeit in Folge der Mehrfachbelastung als fleißiger Politiker, Wissenschaftler, Familienvater und Ehegatte soll die Öffentlichkeit beschwichtigen: Framing is understood as an essential feature of news media characteristics because it shapes the ways issues are reported on and, in doing so, influences audience perception [164] .

Nachdem seine erste Strategie die Vorwürfe zu leugnen sich nicht mehr halten lässt, deutet Guttenberg ihre moralische Bewertung einfach um: „The morality frame focuses on morals, emotions and values.”[165] Insbesondere in der zweiten Rede zieht der Minister noch weitere rhetorische Register: Er gibt sich charmant und witzig, bisweilen sogar selbstironisch: „ Mir ist es in diesen Tagen auch einfach noch einmal wichtig zu sagen, dass ich hier nicht als Selbstverteidigungsminister gekommen bin, meine Damen und Herren “ (11.II.II.11-13) und versucht durch den Lokal-Topos mit der geographischen Nähe zu seinem Präsenzpublikum zu punkten, um das Publikum durch seine vermeintliche Bodenständigkeit und Charakterstärke für sich zu gewinnen.

„Als Nachbar, als geduldeter Oberfranke hier, das darf man ja auch sagen, als fränkisch geduldeter Nachbar und insbesondere als einer, der in diesen Tagen auch deutlich macht, dass eine oberfränkische Wetterantenne solche Stürme nicht umhauen“ (11.II.II.15-17)

Außerdem umschmeichelt er es (ingratiation) mit einer captatio benevolentiae indem er deutlich hervorhebt, es gegenüber der „ Hauptstadtpresse “ (11.II.II.31) vorzuziehen:

„Ich mache das mit großer Freude und von Herzen gerne vor Ihnen heute Abend, und nicht alleine vor der Hauptstadtpresse in Berlin, […] dass Sie erfahren können aus erstem Munde, was mir am Herzen liegt.“ (11.II.II.30-34)

Indem er sich dabei gemeinsam mit seinem Publikum über die Medien mokiert, „ die ja ohnehin nur für die Kommunalwahl – in Anführungszeichen, für die große Kommunalwahl – gekommen sind “( (11.II.II.63-64), stellt er sich auf die Seite des kleinen Mannes, den sein Präsenzpublikum verkörpert. Durch die spöttische Distanzierung von den Medien schwächt er gleichzeitig die Bedeutung der Vorwürfe, die zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich durch eben jene erhoben werden.

In Anbetracht der massiven Rücktrittsforderungen nutzt Guttenberg in seiner dritten Rede den aristotelischen Topos des größeren Gutes („Wenn das eine ein größeres Gut ist, das andere aber ein kleineres, dann ist das größere Gut wählenswerter“[166] ), um sich für das Festhalten an seinem Amt zu rechtfertigen: Er verweist wiederholt auf seine Verantwortung für die Soldaten und die bevorstehende Bundeswehrreform, deren Gelingen von viel höherer Bedeutung sei als die Vorwürfe gegenüber seiner Person:

„Und mir geht’s dann darum, […] auch wieder so viel Ruhe hineinzubringen, dass man auch vergleichsweise ruhig seiner Tätigkeit als Bundesminister nachkommen kann. Das werde ich mit der entsprechenden Freude und mit der entsprechenden Verantwortung die man für Soldaten im Einsatz trägt, und einer Verantwortung mit Blick auf eine Bundeswehrreform.“ (11.II.III.46-51)

Guttenberg versucht den positiv konnotierten Schlüsselbegriff der Verantwortung wieder für sich zu gewinnen. Damit konstruiert er ein Managerial Frame [167], das suggerieren soll, die Situation unter voller Kontrolle zu haben, selbst im Moment der unzweifelhaften Krise.[168] Durch die Darstellung seines hohen Berufsethos und seines ausgeprägten Pflichtbewusstseins versucht Guttenberg seine Integrität zu retten um das Festhalten am Amt zu rechtfertigen.

In der Retrospektive erscheint Guttenberg trotz des rhetorischen Aufwands, den er vor allem in seiner zweiten Rede betreibt, als ein Getriebener der (medialen) Ereignisse und Enthüllungen während der Krise, der ohne eine konsequente und wohlüberlegte Strategie agiert. Stattdessen versuchte er es mit drei unterschiedlichen strategischen Ansätzen (Leugnen, Herunterspielen, Rechtfertigen), die im sechsten Kapitel einer vergleichenden Performanz-Analyse unterzogen werden um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten, inwiefern sie sich unterschiedliche Strategien in ihrer Performanz unterscheiden. Nach der strategischen Analyse von Guttenbergs Krisenkommunikation, liegt die These nahe, dass insbesondere in der zweiten Rede, die rhetorisch am aufwändigsten gestaltet ist und mit der die negative Sicht auf die Plagiate umgedeutet werden soll, hier auch auf der Ebene der Actio mit den meisten rhetorischen Mittel zu rechnen ist. Bei der ersten Rede, in der Guttenberg die Vorwürfe noch abstreitet, ist dies hingegen am wenigsten zu erwarten. Im Fazit soll nach erfolgter Prüfung der Performanz noch kurz darauf eingegangen werden, wie Guttenberg besser hätte vorgehen sollen und warum er sein Amt oder seinen Ruf mit der vorgeschlagenen Weise am besten hätte retten können (vgl. 6.4).

4 Performative Möglichkeiten

4.1 Actio vs. Performanz

Der Begriff actio stammt aus der Antike und beschränkt sich ursprünglich auf die Inszenierung der Rede durch einen Redner. Die Rhetorik begreift die Inszenierung dabei jedoch nicht im künstlerischen Sinne als „Darstellung durch Körper und Stimme vor körperlich anwesenden Zuschauern“[169] wie im Theater, wo sie auch immer als Inszenierung rezipiert und verstanden wird; sondern im Bereich der Normalkommunikation, wo diese Prämissen nicht (immer) gelten. Eine rhetorische Definition gibt es von Ueding und Steinbrink, die dabei jedoch vor einem antiken Hintergrund verharren:

„Die Actio bezeichnet nach der inventio (der Lehre von der rednerischen Erfindungskunst), der dispositio (der Anordnungslehre), der elocutio (der Theorie vom sprachlichen Ausdruck) und der memoria (der Lehre vom Gedächtnis) den fünften Teil der rhetorischen Kunstlehre (rhetorices partes). Beziehen sich die vier ersten Teile auf die Ausarbeitung und das Memorieren der Rede, so betrifft die Actio deren Vortrag, also die rednerische Praxis selbst und befasst sich sowohl mit der wirkungsvollen stimmlichen Vortragsweise (figura vocis) wie auch mit der Haltung und Bewegung des Körpers (motus corporis). Die körperliche Beredsamkeit wiederum handelt von den Gesten und Gebärden (gestus) und dem Mienenspiel (vultus).“[170]

Diese historische, auf Quintilian fußende Definition beschränkt die performative Realisierung von Texten auf das Medium des menschlichen Körpers und ignoriert somit wichtige Wirkungsmöglichkeiten in der Moderne.[171] Heute stehen dem Redner viel mehr Inszenierungsmöglichkeiten zur Verfügung, als noch dem antiken Redner auf dem Forum, dessen einzige Ausdrucks-Mittel die eigene Stimme, der Körper und der Faltenwurf seiner Toga waren. Knape fasst den Begriff der Actio folglich weiter, indem sich die Actio – wie auch die Memoria –mit den „kalkulierten Maßnahmen, die mit dem Medium zusammenhängen“[172] befasst. Während Inventio, Dispositio und Elocutio textimmanente Produktionsstadien sind, arbeiten Memoria und Actio mit dem fertig konstruierten Text[173] und müssen als medienimmanente Produktionsstadien aufgefasst werden, in denen einerseits das Speichern des Textes (Memoria) und andererseits das Senden des Textes (Actio) vollzogen wird.[174] Zur besseren Adaption in das heutige Medienzeitalter verwirft Knape daher den Actio-Begriff zu Gunsten des Performanz-Begriffs: „Performanz ist all das, was das Medium mit seinem Text macht“[175] und berücksichtigt im Unterschied zum klassischen Verständnis die Vielseitigkeit der Medien und ihre Einsatzmöglichkeiten.

[...]


[1] Vgl. Kepplinger: Nonverbale Kommunikation und Darstellungseffekte. S. 155.

[2] Vgl. Polednik/Rieppel: Der fabelhafte „Dr. Googleberg“, Karl Theodor zu Guttenberg – Vom Traumprinzen zum Märchenonkel. S.197.

[3] Vgl. Preuß/Schultz: Guttenbergs Fall. Der Skandal und seine Folgen für Politik und Gesellschaft.

[4] Weitere Hintergründe und eine Chronologie der Plagiatsaffäre unter Anhang I.

[5] Vgl. Todorow: Die „kollektive Macht der Presse“. S.115.

[6] Vgl. Merten: Krisenkommunikation. Von der Ausnahme zur Regel? S.94.

[7] Vgl. Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. S.68.

[8] Dieball: Körpersprache und Kommunikation im Bundestagswahlkampf. S.15.

[9] Vgl. Kepplinger: Nonverbale Kommunikation und Darstellungseffekte. S. 401.

[10] Vgl. Dieball: Körpersprache und Kommunikation im Bundestagswahlkampf. S. 19.

[11] Für eine Definition und Abgrenzung beider, in dieser Arbeit gebrauchter, unterschiedlicher Medienbegriffe vgl. 2.2.

[12] Quintilian: Ausbildung des Redners. S.611.

[13] Vgl. Jens: Von deutscher Rede. / Kopperschmidt: Öffentliche Rede in Deutschland. S. 213-230.

[14] Kammerer: Die veränderten Konstitutionsbedingungen politischer Rhetorik. S.14.

[15] Vgl. Diers: Handzeichen der Macht. Anmerkungen zur (Bild-)Rhetorik politischer Gesten. S.38.

[16] Die Persuasionsoperation bildet den technischen Kern der Rhetorik und bezeichnet den „Wechsel von einem mentalen Zustand in einen anderen […], der als erwünschte Reaktion auf kalkulierte, Widerstand umgehende oder überwindende rhetorische Handlungen eintritt.“ Knape: Persuasion. Sp. 847-907.

[17] Schmitz: Rede. Sp. 699.

[18] Vgl. Czapla: Rhetorices partes. Sp. 1412.

[19] Knape/ Becker/Böhme: Strategie. Sp. 158.

[20] Ebd. Sp. 153.

[21] Im Sinne eines erweiterten Textbegriffs ist ein Text ein begrenzter und geordneter Zeichenkomplex in kommunikativer Absicht. Vgl. Knape: The medium is the massage?. Medientheoretische Anfragen und Antworten der Rhetorik. S.19.

[22] Knape: Performanz in rhetoriktheoretischer Sicht. S.147.

[23] Ebd.

[24] Ebd. S. 135.

[25] Ebd.

[26] Vgl. Aristoteles: Rhetorik.

[27] Dieball: Körpersprache und Kommunikation im Bundestagswahlkampf. S. 15.

[28] Vgl. Nord/Olsson: Frame, Set, Match! Towards a model of successful crisis rhetoric. S. 79-94.

[29] Vgl. Holly/Beste/Domke/ Kilian: Sprache in der Politik. Aktuelle Ansätze und Entwicklungen der politolinguistischen Forschung. S. 227-237.

[30] Vgl. Backen: Analyse, rhetorische. Sp. 515.

[31] Vgl. Kammerer: Die veränderten Konstitutionsbedingungen politischer Rhetorik. S.15ff.

[32] Vgl. Atkinson: Our Master’s Voices. The language and body language of politics.

[33] Ebd. Vorwort. S. xiv.

[34] In der deutschsprachigen Forschung nimmt hier insbesondere die Auseinandersetzung mit Adolf Hitler einen prominenten Platz ein. In diesem Zusammenhang sind exemplarisch die Rede-Analysen von Kühn zu nennen, der die Performanz Hitlers untersucht. Vgl. Kühn: Rede als Selbstinszenierung. S.370-379.

[35] Auch auf die Sprechtechnik Hitlers wurde bereits ausführlicher eingegangen, bspw. bei Schnauber: Wie Hitler sprach und schrieb.

[36] Vgl. bspw. Kirst: Kurt Schuhmacher als Redner. Eine rhetorische Analyse.

[37] Kepplinger: Nonverbale Kommunikation und Darstellungseffekte. S. 404.

[38] Vgl. Dieball: Körpersprache und Kommunikation im Bundestagswahlkampf.

[39] So verzichten bspw. Molcho (1998) und Westphal (1999) gänzlich auf Literaturangaben, auch bei Rebel (2003) und Heidemann (2009) finden sich nur wenige Belege. Vgl. Dieball: Körpersprache und Kommunikation im Bundestagswahlkampf. S. 35.

[40] Ebd. S. 28.

[41] Argyle: Körpersprache und Kommunikation.

[42] Vgl. Knape: Performanz in rhetoriktheoretischer Sicht.

[43] Vgl. Wiegeler: Gebärdenrhetorik und Gebäredenkodes.

[44] Auch Heilmann, sowie Knapp und Hall liefern Einsichten zur Körpersprache und Semiotik. Grundsätzlich sind theoretische Betrachtungen zum gezielten Körperausdruck in der Normalkommunikation mit Ausnahme der bereits hervorgehobenen Werke jedoch spärlich gesät. Vgl. Knapp/Hall: Nonverbal communication in human interaction. / Heilmann: Das Konzept Körper in der Rhetorik aus semiotischer Sicht. S.280.

[45] Vgl. Fischer-Lichte: Semiotik des Theaters. Das System der theatralischen Zeichen. / Lewald: „In die Szene setzen. S. 306-311.

[46] Vgl. Knape: Rhetorik der Künste. S. 894-927.

[47] Vgl. Biehl: Business is Showbusiness. Wie Topmanager sich vor Publikum inszenieren.

[48] Vgl. Dael/Mortillaro/Scherer: The body action and posture coding system (BAP). S. 97-121.

[49] Vgl. Fonagy/Target: The Rooting of the mind in the body: New Links between attachment theory and psychoanalytic thought. S. 411-456. / Ekman: What the face reveals: Basic and applied studies of spontaneous expression using the facial action coding system (FACS) by Paul Ekman.

[50] Dieball: Körpersprache und Kommunikation im Bundestagswahlkampf. S. 60.

[51] Vgl. Biehl: Zur Inszenierung der Rede. S. 158.

[52] Vgl. Casmir: Hitler als Prototyp des politischen Redners. S. 94ff.

[53] Exemplarisch sind v.A. Nord und Olsson hervorzuheben, die direkt im Titel Bezug auf die Rhetorik nehmen und die Krisenkommunikation der schwedischen Regierung in der Zeit der Finanzkrise untersuchen: Nord/ Olsson: Frame, Set, Match! Towards a model of successful crisis rhetoric. S. 79-94.

[54] Vgl. Coombs: Protecting Organization Reputation During a Crisis: The Development and Application of Situational Crisis Communication Theory. S.163-176. / Coombs: Ongoing Crisis Communication. Planning, Managing and Responding.

[55] Vgl. Schütz: Mehr oder weniger zugeben: Stufen defensiver Selbstdarstellung S. 131-141.

[56] Ekman: Gesichtsausdruck und Gefühl. S. 22.

[57] Ebd.

[58] Vgl. Dael/Mortillaro/Scherer: The body action and posture coding system.

[59] Vgl. Knape: Was ist Rhetorik? S.76.

[60] „Die Rede bezeichnet die mündliche, zusammenhängende, meist längere, von einer einzelnen Person vor einem Publikum vorgetragene Äußerung. […] Ihr Ziel ist die Beeinflussung der Zuhörer im Sinne des Redners.“ Schmitz: Rede. Sp. 698.

[61] Vgl. Knape: The Medium is the Massage? S. 17-40.

[62] Vgl. Holly: Fernsehrhetorik. Sp. 243.

[63] Ebd.

[64] Ebd. Sp. 246.

[65] „Als Individualstil (auch Personalstil, Persönlichkeitsstil) bezeichnet man die charakteristische schriftliche wie mündliche Ausdrucksweise, durch die sich bei gleicher Ausdrucksweise und Sprachsituation ein Autor vom anderen unterscheidet. Sowinski: Individualstil. Sp. 327.

[66] Zur Begriffsgeschichte der Krise vgl. Koselleck: Begriffsgeschichten: Studien zur Semantik und Pragmatik der politischen und sozialen Sprache. S. 203-217.

[67] Vgl. Luhmann: Am Ende der kritischen Soziologie. S.147.

[68] Merten: Krisenkommunikation. Von der Ausnahme zur Regel? S.85.

[69] Brown, N./Brown, K./Billings: “May No Act of Ours Bring Shame”: Fan-Enacted Crisis Communication Surrounding the Penn State Sex Abuse Scandal. S.3.

[70] Strobel/Goeze: Krisenrhetorik. Sp. 511.

[71] Merten beleuchtet die Ambivalenz von Krisen, gemäß ihrer möglichen Auswirkungen:
a) der alte Zustand wird wieder erreicht (Status quo ante)
b) ein besserer Zustand wird erreicht (positive Lösung)
c) ein schlechterer Zustand wird erreicht, der im Zweifelsfall
d) die Krise zur Katastrophe werden lässt, also Anschluss liefert für weitere Krisen größeren Ausmaßes
Vgl. Merten: Krisenkommunikation. S.84.

[72] Luhamnn: Am Ende der kritischen Soziologie. S. 147.

[73] Merten: Krisenkommunikation. S.85.

[74] Ebd. S.87.

[75] Oesterreich definiert Personen in rhetorischen Zusammenhang als autoinveniente rhetorische Subjekte, die dazu befähigt sind, sich in freier und artikulierter Rede selbst erfinden und darstellen können. Vgl. Oesterreich: Anthropologische Rhetorik. S. 869-880.

[76] Ditges/Höbel/Hofmann weisen in diesem Zusammenhang zurecht darauf, dass es noch nicht einmal eine Rolle spielt, ob das Verhalten ungesetzlich ist und bereits moralische, charakterliche und persönliche Unzulänglichkeiten und Äußerungen ausreichen, um eine prominente Person in die Krise zu stürzen. Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann: Krisenkommunikation. S.130.

[77] Wenn bspw. der Vorstand eines Unternehmens wegen dilettantischen Krisenmanagements nach einem negativem Vorfall zurücktritt, der aus Unternehmensfehlern resultiert, ist dies kein Beispiel einer Personenkrise, sondern „unternehmenspolitische Hygiene“. Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann: Krisenkommunikation. S.131.

[78] Wiedemann unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen endogen (=selbstverschuldet) und exogen (=durch äußere Faktoren) verursachten Krisen. Vgl. Wiedermann: Krisenmanagement und Krisenkommunikation. S. 29-49.

[79] Diese bedrohten Werten markieren für Strobel eine Nähe zur Rhetorik, da auch Aristoteles in den Redegenera zwischen den Dichotomien gerecht vs. ungerecht (genos dikanikon / genus iudiciale), ehrenhaft vs. unehrenhaft (genos epideiktikon / genus demonstrativum) unterscheidet. Vgl. Strobel/Goeze: Krisenrhetorik. Sp.514.

[80] Vgl. Ditges/Höbel/Hofmann: Krisenkommunikation. S.129.

[81] Vgl. Keppliner: Die Mechanismen der Skandalisierung. S.157.

[82] Ludwig: Wahrnehmungsmagnet Fernsehen. S. 173.

[83] Saxer: Der Forschungsgegenstand der Medienwissenschaft. S.5.

[84] Vgl. Kahre/Reck/Todorow: Massenkommunikation. Sp. 962.

[85] Knape: The Medium is the the Massage? S. 17-40.

[86] Strobel/Goeze: Krisenrhetorik. Sp.514.

[87] Ebd.

[88] Meinung wird in epistemologischer Bedeutung als Ausdruck subjektiven Fürwahrhaltens aufgefasst und markiert im Gegensatz zu als gesichert geltendem Wissen eher eine Auffassung bzw. Ansicht. Vgl. Zenkert: Meinung. Sp. 1024.

[89] Vgl. Grieswelle: Politische Rhetorik. Macht der Rede, öffentliche Legitimation, Stiftung von Konsens. S.37.

[90] Ebd. S.35.

[91] Ditges/Höbel/Hofmann: Krisenkommunikation. S.18.

[92] Merten: Krisenkommunikation. S.94.

[93] Ebd.

[94] Knape/Becker/Böhme: Strategie. Sp. 152.

[95] Strobel/Goeze: Krisenrhetorik. Sp. 511-530.

[96] Vgl. Aristoteles: Rhetorik. 1, 2, 3 (1356a). S.12.

[97] Ebd. 2, 1, 5 (1378a). S.76ff.

[98] Dean: Consumer Reaction to Negative Publicity. Effects of Corporate Reputation, Response, and Responsibility for a Crisis Event. S.192.

[99] Unter Image versteht man das „kollektive Bild von einer Person […] in der Öffentlichkeit“. Vgl. Holly: Image Sp. 224. / Raulff: Image oder das öffentliche Gesicht.S.46-w58.

[100] Strobel / Goeze: Krisenrhetorik. Sp. 513.

[101] Vgl. Aristoteles: Rhetorik. 1, 2, 1 (1356a). S.12.

[102] Vgl. Ebd.

[103] Knape: Was ist Rhetorik? S.76.

[104] Strobel/Goeze: Krisenrhetorik. Sp. 513.

[105] Aristoteles: Rhetorik. 1, 2, 12 (1357a). S.15.

[106] Wagner: Post von Wagner. In: Bild Zeitung.

[107] Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. S.155.

[108] Vgl. Knape: Was ist Rhetorik?. S. 34.

[109] Ebd. S. 32.

[110] Knape: Katastophenrhetorik und Strukturdeterminiertheit der Medien. S.235.

[111] Vgl. Strobel/Goeze; Krisenrhetorik. Sp. 513.

[112] Vgl. Luhmanns Lebenszyklus-Modell öffentlicher Anliegen. Luhmann: Öffentliche Meinung. S. 14.

[113] Vgl. Ebd.

[114] Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. S.61.

[115] Ditges/Höbel/Hofmann: Krisenkommunikation. S.24.

[116] Ditges/Höbel/Hofmann: Krisenkommunikation. S.24. .

[117] Vgl. Knape: Was ist Rhetorik?. S.56.

[118] Ebd.

[119] Ebd.

[120] Vgl. Ebd..

[121] Vgl. Bernecker: Adressant/Adressat. Sp.126.

[122] Vgl. Merten: Krisenkommunikation. S.89.

[123] Vgl. Sebert: Aufmerksamkeit. Sp.61.

[124] Vgl. Coombs/Holladay: Helping Crisis Managers Protect Reputational Assets. Initial Test of the Situational Crisis Communication Theory. S.165-186.

[125] Coombs: Protecting Organization Reputation during a crisis. S.173.

[126] Vgl. Schütz: Mehr oder weniger zugeben: Stufen defensiver Selbstdarstellung. S. 131-141.

[127] Coombs: Protecting Organization Reputation during a crisis. S.173.

[128] Vgl. Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. S. 158.

[129] Vgl. 11.II: Alle Reden von Guttenberg während der Plagiatsaffäre im Wortlaut.
Die Zitation aus Guttenbergs Reden erfolgt für die gesamte Arbeit wie folgt: 11.II.I.15 (in diesem Fall Rede1, Zeile 15)

[130] Vgl. 11.I: Hintergründe und chronologische Rekonstruktion der Plagiatsaffäre.

[131] Choi/Chung: Analysis of the Relationship Between Apology and Product Involvement in Crisis Communication. S.8.

[132] Vgl. Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. S. 158.

[133] Vgl. 11.II.III.

[134] Choi/Chung: Analysis of the Relationship Between Apology and Product Involvement in Crisis Communication. S.11.

[135] Polednik/Rieppel: Gefallene Sterne. Aufstieg und Absturz in der Medienwelt. S.209.

[136] Ebd.

[137] Vgl. Ebd. S.217.

[138] Brown, N./ Brown, K./ Billings: Fan-Enacted Crisis Communication Surrounding the Penn State Sex Abuse Scandal. S.6.

[139] Vgl. Ebd. S.5.

[140] Avraham: Crisis Communication, Image Restoration, and Battling Stereotypes of Terror and Wars.S.1353.

[141] Vgl. Schütz: Mehr oder weniger zugeben: Stufen defensiver Selbstdarstellung.

[142] Bamber/Parry: A Study of the Employment of Denial During a Complex and Unstable Crisis involving Multiple Actors. S.1.

[143] Vgl. Schütz: Mehr oder weniger zugeben: Stufen defensiver Selbstdarstellung. S. 135.

[144] Vgl. Ebd. S. 137.

[145] Vgl. Ebd.

[146] Vgl. Ebd.

[147] Vgl. Ebd.

[148] Näheres zu Definition und Geschichte bei Hoppmann: Statuslehre. Sp. 1327-1358.

[149] Straßner: Dementis, Lügen, Ehrenwörter. Zur Rhetorik politischer Skandale. S. 4.

[150] Vgl. Ueding/Steinbrink: Grundriß der Rhetorik. S. 252.

[151] Vgl. Tyler: Liability means never being able to say you’re sorry: Corporate guilt, legal constraints, and defensiveness in corporate communication. S. 51-73.

[152] Coombs/Holladay: Helping Crisis Managers Protect Reputational Assets. Initial Test of the Situational Crisis Communication Theory. S.166.

[153] Strobel/Goeze: Krisenrhetorik. Sp. 522ff.

[154] Vgl. Ebd.

[155] Vgl. Schütz: Mehr oder weniger zugeben. Stufen defensiver Selbstdarstellung. S.136.

[156] Vgl. Coombs: Protecting Organization Reputation During a Crisis: The Development and Aplication of Situational Crisis Communication Theory. S.163-176.

[157] Vgl. Nord/Olsson: Frame, Set, Match! Towards a model of successful crisis rhetoric. S.79.

[158] Ebd. S.82.

[159] Damit soll der Orator in die Lage versetzt sein, eine Auffassung, bei der es sich nicht um gesicherte Prämissen, sondern um anerkannte Meinungen (éndoxa) handelt, widerspruchsfrei zu vertreten. Vgl. Aristoteles: Topik. S. 7ff. und S.21ff.

[160] Nord/Olsson: Frame, Set, Match! Towards a model of successful crisis rhetoric. S.80.

[161] Vgl. Aristoteles: Topik. S. 108.

[162] Vgl. Scheufele: Framing as a Theory of Media Effects S. 103-122.

[163] Kepplinger, Mathias: Mechanismen der Skandalisierung. S.35.

[164] Ebd. S.82.

[165] Nord, Lars W. / Olsson, Eva-Karin: Frame, Set, Match! Towards a model of successful crisis rhetoric. S.89.

[166] Aristoteles: Topik. S. 108.

[167] Vgl. Nord/Olsson: Frame, Set, Match! Towards a model of successful crisis rhetoric. S.85.

[168] Vgl. Ebd.

[169] Fischer-Lichte: Kurze Geschichte des deutschen Theaters. S.20.

[170] Steinbrink: Actio. Sp. 43.

[171] Quintilian rechnet lediglich „die Stimme, das Mienenspiel und nahezu alles in der Haltung des Körpers“ zur actio. Marcus Fabius Quintilianus: Ausbildung des Redners. S.609.

[172] Knape: Performanz in rhetoriktheoretischer Sicht. S.146.

[173] Die Arbeit teilt Knapes Textverständnis von „geordneten und begrenzten Zeichenkomplexen in kommunikativer Absicht“ – d.h. ein konventionalisierter Zeichenfundus ordnet sich nach syntaktischen (grammatikalischen) Regeln nach den Fragen richtig/falsch bzw. den Kriterien in der ästhetischen Textfreiheit schön/nicht schön oder nach den rhetorischen Maßstäben angemessen/unangemessen. Vgl. Knape: The medium is the massage? Medientheoretische Anfragen und Antworten der Rhetorik. S. 19.

[174] Vgl. Knape: Performanz in rhetoriktheoretischer Sicht. S.146.

[175] Vgl. Ebd.

Details

Seiten
122
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668086494
ISBN (Buch)
9783668086500
Dateigröße
5.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v310174
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Seminar für Allgemeine Rhetorik
Note
1,0
Schlagworte
Rhetorik Körpersprache Krisenkommunikation Guttenberg Pagiatsaffäre Performanz Strategie strategische Kommunikation Facial Action Coding System

Autor

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Titel: Strategie und Performanz in der Krisenkommunikation. Auswirkungen der rhetorischen Strategie auf die oratorische Performanz