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Das Scheitern der Weimarer Republik (Geschichte, 11. Klasse)

Warum versagte die erste deutsche Demokratie?

von Anabela Miller (Autor)

Hausarbeit 2015 15 Seiten

Didaktik - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Überlegungen zu den Lernvoraussetzungen
1.1 Äußere Bedingungen
1.2 Innere Bedingungen

2. Didaktische Überlegungen
2.1 Allgemeine didaktische Überlegungen und Bezug zum Bildungsplan
2.2 Die Stundenziele

3. Sachanalyse

4. Methodische Überlegungen

5. Verlaufsplanung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang 11

1. Überlegungen zu den Lernvoraussetzungen

1.1 Äußere Bedingungen

Die vorliegende Unterrichtseinheit wurde für die elfte Klasse des xxxxxxxxxxx-Gymnasiums in xxxxxxxxxxxxxxx entwickelt. Die Klasse besteht aus 23 SuS., darunter 11 Jungen und 12 Mädchen. Sie besteht seit der fünften Klasse und ist, bis auf wenige Abgänge, in der Konstellation gleichgeblieben. Das Klassenzimmer bietet reichlich Platz für die Schülerzahl und beinhaltet eine Tafel, einen Overheadprojektor und einen Beamer. Dadurch wird der Einsatz von modernen Unterrichtsmethoden ermöglicht, in denen die frontale Unterrichtssituation aufgelöst werden kann. Die Aussicht streckt sich über den naheliegenden Park ins Grüne.

Das Klassenklima ist sehr angenehm. Sowohl das Verständnis der SuS. untereinander, als auch das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer ist sehr gut und vertrauensvoll. Seit Schuljahresbeginn wird im Fach Geschichte lehrplankonform vorgegangen. Somit sind die für die Unterrichtsstunde relevanten inhaltlichen Grundlagen vorhanden.

1.2 Innere Bedingungen

Mit zwei Wochenstunden findet der Unterricht mittwochs im Klassenzimmer 104 statt. Die Unterrichtszeit beträgt 60 Minuten. Die Ausweitung der normalen Unterrichtsstunde ist für die geplante handlungsorientierte und schüleraktive Erarbeitung nötig. Weiterhin ist zu anzumerken, dass im Geschichtsunterricht Diskussionen wünschenswert sind, welche auch die nötige Zeit erfordern.

2. Didaktische Überlegungen

2.1 Allgemeine didaktische Überlegungen und Bezug zum Bildungsplan

Die Unterrichtsstunde fällt unter die Lehrplaneinheit 2. DEUTSCHLAND IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN DEMOKRATIE UND DIKTATUR. Das Grobziel des Bildungsplans lautet: „Die Schülerinnen und Schüler können, die Kräfte und Gegenkräfte im Ringen um Verfassungsstaat, demokratische Partizipation und nationale Einigung untersuchen und an ausgewählten Beispielen zentrale Elemente der politischen Systeme zwischen 1848 und 1933 herausarbeiten; innen- und außenpolitische Belastungsfaktoren der Weimarer Republik erläutern sowie daraus die Bedingungen für Machtübertragung und „Gleichschaltung“ ableiten;.“[1]

Für die Unterrichtseinheit scheint folgende Struktur sinnvoll. Zunächst werden die anfänglichen Belastungen der Weimarer Republik behandelt. Hier wird nun thematisiert, dass die Gründung aus einer Kriegsniederlage folgte, welche Anforderungen des Auslands mit sich brachten. Dabei wird auf den Versailler Vertrag eingegangen. Auch innenpolitische Probleme werden angesprochen.

Anschließend werden die Gründe das Scheitern in zwei Aspekte aufgeteilt, in den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekt. Darunter tauchen wichtige Begriffe auf, die im nächsten Kapitel zu betrachten sind. Aus diesem zweiten Aspekt, soll geschlossen werden, welche Lehren man aus dem „Versagen“ der Weimarer Republik ziehen kann.

Zur nächsten Unterrichtseinheit sollen dann die Präsidialkabinette besprochen werden. Ebenso sollen Hitlers Weg zur Macht und die NS-Ideologie in den darauffolgenden Stunden vertieft werden.

2.2 Die Stundenziele

Ziel dieser Unterrichtsstunde ist es, den SuS. explizit zu vermitteln, wie sich die zwei Gründe „antidemokratische Gesellschaft“ und „Weltwirtschaftskrise“ auf das Scheitern der Weimarer Republik ausgewirkt haben.

Allgemeine Schlüsselqualifikationen:

Die SuS. sollen …

- in Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit durch Gruppenarbeitsprozesse gefördert werden,
- ihre Fähigkeit in der Präsentation der Ergebnisse und in Erklärungen schulen,
- in ihrer Interpretationsfähigkeit von Ergebnissen gestärkt werden,
- die Konsensfähigkeit in der Gruppe schulen.

Fachliche Lernziele:

Die SuS. …

- vertiefen ihre Kenntnisse für die Interpretation von Karikaturen.
- können die zwei Gründe „antidemokratische Gesellschaft“ und „Weltwirtschaftskrise“ für das Scheitern der Weimarer Republik nennen.
- können die Einflüsse auf das Scheitern gewichten und nennen.
- sind in der Lage sich durch die Gewichtung der Gründe ein differenziertes Urteil zu bilden.

Verhaltensziel:

Die SuS. sollen erkennen, dass wir in der Gegenwart immer aus der Geschichte lernen können bzw. gelernt haben. Sie betrachten die damaligen Geschehnisse aus heutiger Sicht und gelangen so zu einem differenzierten Gesamturteil.

3. Sachanalyse

Wichtige Geschehnisse wie die Oktoberreform und Novemberrevolution 1919 wurden vorher mit den SuS. thematisiert. Folgendes ist den SuS. bereits aus dem Unterricht bekannt und soll mit dieser Einheit spezifischer in die Thematik eingehen.

Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes des Ersten Weltkriegs, war das Deutsche Reich erstmals mit einer parlamentarischen Regierung ausgestattet. Durch den Rücktritt des Kaisers und aller Fürsten war es eine Republik geworden.[2] „Das Deutsche Reich ist eine Republik. Die Staatsgewalt geht vom Volke aus. […]“[3] Der liberale Charakter der Verfassung wurde am stärksten im Wahlrecht aufgezeigt. Während im Reich von einem einzigen Wahlkörper gesprochen wurde, ist jetzt von Verhältniswahlrecht die Rede. Ein wichtiger Bestandteil der Innenpolitik der Weimarer Republik zeichnete sich durch die Notverordnungen nach Artikel 48 aus.[4]

In der Außenpolitik hatte es die erste deutsche Republik von Anfang an schwer. Zur größten Belastung der Republik wurde der von der Alleierten ausgearbeitete „Versailler Friedensdiktat“. Der Vertrag zerstörte alle Hoffnungen des deutschen Volkes: rund ein Siebtel des Landes und ein Zehntel der Bevölkerung waren abzutreten. Für das Volk besonders schmerzhaft und erniedrigend – Artikel 231 des Versaillers Vertrag, welcher Deutschland und seinen Verbündeten die alleinige Kriegsschuld zuwies.[5] „Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legte?“ Diese Rede vom Ministerpräsident Scheidemann spiegelt die Stimmungslage im Reich wider.[6]

Die Wirtschaft der Weimarer Republik hatte sich vermeintlich, in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre, erholt. Allerdings hatten Kredite, insbesondere aus den USA, die Auslandsverschuldung in die Höhe getrieben und führten letztendlich am Schwarzen Freitag zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise. Diese löste Massenarbeitslosigkeit aus, welche soziale und politische Folgen mit sich brachte. Der gegebene Anlass der Arbeitslosigkeit trieb das Volk, vor allem die Jugend welche die Wirtschaftskrise als Lebenskatastrophe erfuhr, anderen Parteien anzugehören. Im Jahr 1930 scheitert die Große Koalition angesichts der zuspitzenden Krise unter dem Druck der Gewerkschaften einerseits und der Arbeitgeber andererseits. Die Präsidialkabinette wurden von dem Reichspräsidenten Hindenburg (nach Art. 48) besetzt. Der erste geeinigte Reichskanzler war Heinrich Brüning.[7]

Das Scheitern der parlamentarischen Demokratie wurde mit der Berufung von Papens im Jahr 1932 besiegelt. Im sogenannten „Kabinett der nationalen Konzentration“ war weder Arbeiterschaft noch der Mittelstadt vertreten. Das neue Präsidialkabinett besaß von Anfang an keine parlamentarische Unterstützung und suchte deshalb Tolerierung durch die Nationalsozialisten. Darauffolgend wurden Reichstag und SA-Verbot aufgelöst.[8]

[...]


[1] Bildungsplan 2004. Allgemein bildendes Gymnasium. S. 227.

[2] Vgl.: Kursbuch Geschichte. Oberstufe Baden-Württemberg. 1. Aufl. Cornelsen Verlag, Berlin 2002. S.193.

[3] Art. 1 aus der Weimarer Reichsverfassung (WRV) von 1919. In: Ebd. S.207.

[4] Vgl.: Mickel/ Wiegand (Hrsg.): Geschichte, Politik und Gesellschaft. Lern- und Arbeitsbuch für Geschichte in der gymnasialen Oberstufe, Band 1. 3.Aufl. Cornelsen Verlag, Berlin 1988. S. 270.

[5] Vgl.: Kochendörfer (Hrsg.): Geschichte und Geschehen. Berufliche Gymnasien.1.Aufl. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2008. S. 112.

[6] Vgl.: Kursbuch Geschichte. Oberstufe Baden-Württemberg. 1. Aufl. Cornelsen Verlag, Berlin 2002. S.210.

[7] Vgl.: Kursbuch Geschichte. Oberstufe Baden-Württemberg. 1. Aufl. Cornelsen Verlag, Berlin 2002. S.225-237.

[8] Vgl.: Mickel/ Wiegand (Hrsg.): Geschichte, Politik und Gesellschaft. Lern- und Arbeitsbuch für Geschichte in der gymnasialen Oberstufe, Band 1. 3.Aufl. Cornelsen Verlag, Berlin 1988. S. 312-313.

Details

Seiten
15
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668084544
ISBN (Buch)
9783668084551
Dateigröße
713 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v310100
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1,5
Schlagworte
Unterrichtsentwurf Weimarer Republik Weimar Pädagogik Geschichte

Autor

  • Anabela Miller (Autor)

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