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Geschlechtsbewusste Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Hausarbeit 2014 13 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Der Entwicklungsverlauf der Frauen- und Geschlechterforschung

3 Dimensionen der Kategorie Geschlecht
3.1 Begriffserklärungen von Sex und Gender
3.2 Doing Gender und Geschlechtsstereotype
3.3 Geschlechtsbezogene Entwicklung

4 Gender Mainstreaming
4.1 Gender Mainstreaming, was ist das?
4.2 Gesellschaftliche Hintergründe

5 Entwicklung der Kinder- und Jugendarbeit unter Berücksichtigung geschlechtsbewusster Aspekte
5.1 Ansatz feministischer Mädchenarbeit -1970iger Jahre
5.2 Ausdifferenzierung – Jungenarbeit-1980iger Jahre
5.3 Etablierung von Mädchen- und Jungenarbeit, seit Anfang der 1990iger Jahre
5.4 Seit dem 21. Jahrhundert

6 Genderkompetenzen in der Sozialen Arbeit - Fallbeispiel

7 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit geht es um die geschlechtsbewusste Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hierbei gilt es herauszuarbeiten, wie der geschlechtsbewusste Ansatz die Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beeinflusst und wie es dazu kam?

Dazu werden zunächst die Dimensionen von „Geschlecht“ herausgearbeitet und die Entwicklung der geschlechtsspezifischen Betrachtungsweise erläutert. Anschließend wird der Gender Mainstreaming Aspekt thematisiert, der auch die Träger von Sozialer Arbeit vor eine neue Aufgabenumsetzung stellt, sowie gesellschaftliche Entwicklungshintergründe zum Gegenstand Sozialer Arbeit macht. Der Entwicklungsverlauf der Kinder- und Jugendarbeit unter Berücksichtigung geschlechtsbewusster Aspekte wird kurz chronologisch dargestellt. Die sich daraus ergebenden notwendigen Genderkompetenzen in allen Bereichen der Sozialen Arbeit werden anhand eines Beispiels aus der Jugendberufshilfe veranschaulicht.

2 Der Entwicklungsverlauf der Frauen- und Geschlechterforschung

Die Frauenbewegungen haben die Entwicklung der Sozialen Arbeit maßgeblich beeinflusst. Die erste Frauenbewegung Mitte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts endete im Rahmen der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933. Die zweite Frauenbewegung in Deutschland, Ende der 1960ier bzw. Anfang der 1970iger Jahre entwickelte sich maßgeblich aus der Studentenbewegung heraus. Frauen bzw. Studentinnen, wehrten sich gegen das männliche Verständnis von Arbeitszuweisungen und kritisierten die männliche Dominanz der Hochschulstrukturen. Frauen schlossen sich zusammen, um sich über ihre gesellschaftliche Stellung, Bedürfnisse oder auch Ängste auszutauschen. Frauenzentren und Selbsterfahrungsgruppen entstanden, in denen Themen der weiblichen Sexualität, Abtreibung, Gewalt und auch die Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen diskutiert wurden. Vor allem Kampagnen, der Frauenbewegung, thematisierten die weibliche Homosexualität. In diesem Zusammenhang begann auch die wissenschaftliche Diskussion über das Geschlecht. Die Frauenforschung, die sich vor allem im sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich entwickelte, beschäftigte sich mit der geschlechtsspezifischen Sozialisation und Erziehung, sowie der geschlechtsbezogenen Arbeitsteilung. Ebenfalls, auch mit der männlichen Dominanz auf den verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen. Der Begriff der Geschlechterforschung wird seit den 1990iger Jahren durchgesetzt. Auch eine Männlichkeitsforschung hat sich in diesem Zusammenhang entwickelt. Diese Entwicklung fand bzw. findet auch immer in internationalen Zusammenhängen statt (Ehlert, 2012, S. 9-12).

3 Dimensionen der Kategorie Geschlecht

In diesem Abschnitt, werde ich den sozialbiologischen sowie den sozialtheoretischen Erklärungsansatz der Geschlechtsunterschiede erläutern und erklären, was unter den Begriffen „Sex“ und „Gender“ zu verstehen ist. Anschließend beschreibe ich den Prozess des „Doing Gender“, veranschauliche wie Geschlechtsstereotype entstehen können und stelle den geschlechtsbezogenen Entwicklungsverlauf dar.

3.1 Begriffserklärungen von Sex und Gender

Der sozialbiologische Erklärungsansatz der Geschlechtsunterschiede geht auf den ökologischen Anpassungsprozess während der evolutionären Entwicklung der Menschheit zurück. In dem früheren Organisationssystem der Jäger- und Sammlergesellschaft galt es sich zu organisieren. Die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Frauen und Männern, sind auf die verschiedenen Arten der geschlechtlichen Fortpflanzung, dem Bindungsverhältnisse zu der Nachkommenschaft und der Partnerwahl zurückzuführen. Und erklärt somit bestimmte Verhaltensweisen der Geschlechter. Im Laufe des menschlichen Entwicklungsprozesses und die damit einhergehenden Veränderungen der Lebensbedingung, stellen die Vorstellung einer natürlichen Zuschreibung des biologischen Geschlechts heutzutage in Frage. Ende der 1970iger Jahre entwickelte sich aus der Frauen- und Geschlechterforschung das Konzept der sozialen Konstruktion des Geschlechts (sozialtheoretischer Erklärungsansatz). Unterschieden wird dabei zwischen den Begriffen „ Sex“ und „ Gender “. Der Begriff „Sex“ wird in diesem Fall, als Synonym für das deutsche Wort „Geschlecht“ verwendet. Der Begriff „ Sex “ steht explizit für das biologische Geschlecht, was an den körperlichen Geschlechtsmerkmalen fest gemacht wird, gleichzeitig auch die biologische Funktion des Geschlechtes anzeigt. „ Gender “ hingegen beschreibt das soziale Geschlecht bzw. die Geschlechterrollen und soziale Geschlechtsmerkmale. Die Zuschreibungen können kulturell unterschiedlich sein. Beispielsweise kann das Tragen von rosa Oberhemden, von Männern in südländischen Ländern, als normal angesehen werden. Wohingegen es zum Beispiel in Deutschland auf Homosexualität des Mannes hin interpretiert werden könnte. Was als geschlechtstypisch angesehen wird, drückt sich nicht nur in einem geschlechtsspezifischen Kleidungsstil aus, sondern das können auch die Berufswahl oder auch bestimmte Interessen sein (Hubrig, 2010, S. 23-24). Der Vorteil der Gender -Kategorie ist, dass sie eine übergeordnete Betrachtung der Geschlechter zulässt und somit sich nicht auf die Begrenzung des männlichen oder weiblichen abzielt (Schmelzer, 2013, S. 15).

3.2 Doing Gender und Geschlechtsstereotype

Die Gesellschaftliche Einteilung in zwei Geschlechter, also die Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht, ist weltweit verbreitet und wird als eine natürliche soziale Ordnung angesehen. Das soziale Geschlecht bildet sich in einem interaktiven Herstellungsprozess aus. Das Geschlecht wird sozusagen „gemacht“. Dieser Prozess wird als doing Gender bezeichnet. Jedes Individuum festigt und reproduziert die eigne geschlechtliche Wahrnehmung, in einem interaktiven Prozess mit der Umwelt. Dabei werden automatische Gegensätze konstruiert (Mädchen oder Junge), oder typische Verhaltensweisen (Mädchen sind emotional / Jungen sind rational) werden den Geschlechtern zugewiesen, was den Eindruck der Naturgegebenheit vermittelt (Voigt-Kehlenbeck, 2008, S. 147-149).

Kinder orientieren sich bereits im frühen Kindesalter, an den Geschlechterrollen ihres Umfeldes. Das können Familienmitglieder, Freunde aber auch beispielsweise die Erzieher und Erzieherinnen im Kindergarten sein. Alle Menschen unterliegen dem ständigen Doing-Gender-Prozess, in dem es auch meist unbewusst dazu kommen kann, dass Geschlechtsstereotype weitergegeben werden. Das können zum Beispiel Erzieher oder Erzieherinnen im Kindergarten oder Sozialpädagogen oder Sozialpädagoginnen sein, die in einer Gruppensituation ausschließlich die Jungs auffordern aufzuräumen „Auch die Jungs könnten mal beim Aufräumen helfen“. Bei diesem Beispiel wird die Generalisierung der Verhaltensweisen deutlich. Unterstellt wird, dass Jungs im Gegensatz zu Mädchen nicht aufräumen (Hubrig, 2010, S.26-27).

Geschlechterstereotype entstehen durch geschlechtstypische Erwartungen im Verhalten oder auch Eigenschaften, die der männlichen oder weiblichen Geschlechterrolle zugeschrieben werden und ergeben sich aus bereits bestehend Vorurteilen, die sich aus gesellschaftlichen Klischees heraus ausbilden. Dabei handelt es sich um einen typischen Vorgang innerhalb der Sozialisation und dient der Orientierung. Diese Vorurteile verfestigen sich und beeinflussen somit die eigene Wahrnehmung. Dabei sollte das pädagogische, wie auch sozialarbeiterische Fachpersonal darauf achten, dass es dadurch zu geschlechtstypischen Reaktionen gegenüber den Kindern kommen kann, was die Kinder in ihrem geschlechtstypischen Verhalten nur noch bestärkt (Hubrig, 2010, S.32-33).

3.3 Geschlechtsbezogene Entwicklung

Die eigene Identität entwickelt sich im Zusammenspiel, aus der eigenen persönlichen Einschätzung und der Einschätzung Anderer aus. Dieser Einschätzungsprozess wird während des gesamten Lebens immer wieder hergestellt, um ein harmonisches Selbstbild, der eigenen Ich-Identität entwickeln zu können. Bestandteil dieses fundamentalen Prozesses ist auch die Entwicklung der Geschlechtszugehörigkeit. Sehe ich mich als Mann/Frau bzw. Mädchen oder Junge und wie sehen mich andere? Die Geschlechtsrolle drückt somit die eigene Geschlechtsidentität aus. Die gesellschaftlichen Normen und Werte, die in den verschiedensten Kontexten vermittelt werden und damit verbunden, die als typische geltenden Verhaltensmodelle führen dazu, dass Übereinstimmung zu diesen ausgewählt werden. Die gesellschaftlich vorherrschenden Meinungen, was als typisch weiblich oder männlich anerkannt wird, scheinen sich im Laufe der Zeit gelockert zu haben, dennoch lassen sich Grenzen erkennen. Beispielsweise ist es in Deutschland mittlerweile „normal“, das Mädchen auch Hosen tragen. Möchte jedoch der Junge ein Kleid anziehen, kann dies Befremdlichkeit auslösen (Hubrig, 2010, S.42).

Bei der Identitätsentwicklung, ist vor allem in der interkulturellen Pädagogik bzw. interkulturellen Sozialen Arbeit auch die Entwicklung einer Ethnizität und kulturellen Identität zu berücksichtigen (vgl. Schlösser, 2004, S. 16-19). Zusammenfassend „handelt es sich bei der Entwicklung der Geschlechtsidentität und deren Aufrechterhaltung, um ein komplexes Zusammenspiel biologischer, sozialer und individueller Entwicklungsbedingungen“ (Trautner, 2002, S. 656, zit in Hubrig, 2010, S. 58).

4 Gender Mainstreaming

Im nächsten Abschnitt erkläre ich kurz, was unter dem Ansatz des Gender Mainstreamings verstanden wird und liefere gesellschaftlich Hintergründe der (politischen) Entwicklung.

4.1 Gender Mainstreaming, was ist das?

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend definiert Gender Mainstreaming folgendermaßen: „Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.“ Es handelt sich dabei um die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männer, die in allen politischen Ebenen orientierend und Handlungsweisend sein soll. Festgeschrieben ist dies seit 2000 in der neu erlassenen Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien und geht auf den Amsterdamer Vertrag, der am 01. Mai 1999 in Kraft trat, zurück. Für alle EU-Mitgliedsstaaten ist der Gender-Mainstream-Ansatz seit dem verpflichtend. Eine verfassungsrechtlich Verpflichtung ist bereits im Grundgesetz (Art. 3 Abs. 2) verankert. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ und der Staat hat die Aufgabe „die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken“. Die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung stellt auch die Einrichtungen und Träger Sozialer Arbeit vor die Aufgabe dies umzusetzen (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2012).

4.2 Gesellschaftliche Hintergründe

Trotz der 1949 im deutschen Grundgesetzt verankerten Gleichberechtigung von Mann und Frau wurde erst 1957 das erste Gleichbehandlungsgesetz verabschiedet. Trotzdem stand dem Mann sämtliches Entscheidungsrecht im Rahmen der Ehe zu. Beispielsweise entschied er über den Wohnsitz des Paares und musste seine Einwilligung bei der Erwerbstätigkeit seiner Frau geben. Im Jahre 1977 kam es zu einer Reform des Ehe- und Familienrechts. Frauen waren nicht länger der Abhängigkeit ihres Mannes unterworden. Dabei ist anzumerken, dass in der DDR hingegen, die Erwerbstätigkeit der Frau politisch gewollt und damit gesellschaftliche Normalität war. Ende der 1970iger Jahre begann auch die Institutionalisierung der Frauen und Gleichstellungspolitik, 1982 kam es beispielsweise zu der ersten Eröffnung einer Gleichstellungsstelle. Einen Perspektivwechsel von der Gleichstellungspolitik für Frauen, hin zu einer allgemeinen Gleichstellungspolitik läutete das Konzept des Gender Mainstreamings ein. Im August 2006 trat das allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) in Kraft. Damit rückten auch Diskriminierungsgründe, wie Rasse, Herkunft, Religion oder sexuelle Orientierung in den Fokus der Gleichstellungspolitik (Ehlert, 2012, S. 111-112). Im Januar 2007 führte die Bundesregierung das Elterngeld ein. Die Gründung einer Familie geht mit finanziellen Einbußen einher. Meist gibt ein Elternteil die Erwerbstätigkeit vorübergehend auf, was in 95 Prozent der Fälle immer noch die Mutter ist. Das hat zur Folge, dass die Familiengründung immer weiter hinausgeschoben wird, oder sich Paare gegen die Gründung einer Familie entscheiden. Durch eine fördernde Familienpolitik soll die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf verbessert werden und dazu beitragen sich für Kinder zu entscheiden. Des Weiteren bietet das Elterngeld vor allem einen Anreiz für die Männer sich mehr in die Kindererziehung mit einzubringen (Die Bundesregierung, keine Jahreszahl). Im unmittelbaren Anschluss an die Elterngeldzahlungen besteht die Möglichkeit Betreuungsgeld, für bis zu 22 Monate zu beantragen. Gezahlt wird das Elterngeld seit dem 01. August 2013 für Kinder die seit dem 01. August 2012 geboren wurden, wenn keine Leistungen gem. § 24 Abs. 2 Sozialgesetzbuch VIII, also Betreuungsangebote zum Beispiel durch Kindertageseinrichtungen oder Tagesmütter bzw. Tagesväter in Anspruch genommen werden. Ziel ist es, die Familien finanziell zu unterstützen und somit die Möglichkeit für flexiblere Gestaltung der Betreuungsmöglichkeiten zu eröffnen (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2013).

5 Entwicklung der Kinder- und Jugendarbeit unter Berücksichtigung geschlechtsbewusster Aspekte

Im Folgenden wird der Entwicklungsverlauf der Kinder- und Jugendarbeit seit den 1970iger Jahren bis gegenwärtig zusammenfassend dargestellt.

5.1 Ansatz feministischer Mädchenarbeit -1970iger Jahre

Die ersten Ansätze einer geschlechtsbewussten Sozialen Arbeit gehen auf die Frauenbewegungen, vor allem seit Ende der 1970iger bzw. Anfang der 1980iger Jahre zurück. Die Bedürfnisse von Mädchen rückten in den Fokus. Eine spezielle feministische Mädchenarbeit begann im Bereich der Jugendhilfe zu wachsen. Mädchengruppen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Einrichtungen speziell für Mädchen, zum Beispiel Treffs oder Werkstätten, entstanden. Ziel war es, das Selbstvertrauen der Mädchen zu stärken, über Rollenstereotype und dessen Entwicklung aufzuklären, sowie sie dafür zu sensibilisieren, ihre Bedürfnisse anzusprechen und auch durchzusetzen. Bis heute findet eine kontinuierliche Weiterentwicklung jeweiliger Themenfelder, wie Ausbildung und Beruf, Gesundheit, Selbstverteidigung, Migration usw. statt (Ehlert, 2012, S. 99-103). Maßgeblich geprägt war diese Zeit durch Ansätze der Geschlechtertrennung. Obwohl die feministischen Pädagoginnen auch für eine Jungenarbeit plädierten, entwickelte sich diese erst mehr als ein Jahrzehnt später (Kunert-Zier, 2008, S. 53).

5.2 Ausdifferenzierung – Jungenarbeit-1980iger Jahre

Mitte der 1980iger Jahre entwickelte sich langsam auch eine spezielle Jungenarbeit und ein antisexistischer Ansatz der in der Jungenarbeit richtungsweisend war. Dieser war nicht nur als Ergänzung zur Mädchenarbeit zu verstehen, sondern es ging auch darum das traditionelle vorherrschende Rollenbild der Männlichkeit zu thematisieren. Ziel war es eine Sensibilisierung und Reflexion über die bestehenden Geschlechterverhältnisse und Geschlechterkonstruktion zu erreichen, sowie Handlungsalternativen im gemeinsamen Umgang der Geschlechter zu entwickeln. Gegenwärtig werden unter dem Begriff der Jungenarbeit alle Ansätze verstanden, die sich geschlechtsbezogen mit Jungen jeden Alters auseinandersetzen.

Statt findet einen geschlechtsbewusste Jungenarbeit beispielsweise in der Kindertagesbetreuung, der Offenen Kinder- und Jugendarbeit oder in den Bereichen der Hilfe zur Erziehung. Dabei unterlag diese Arbeit einer stetigen Weiterentwicklung, Themen wie Konfliktbewältigung, Gewalt, Risikoverhalten, aber auch Partnerschaft, Sexualität oder Drogenmissbrauch können eine Rolle spielen und wurden bzw. werden thematisiert (Ehlert, 2012, S. 103-105). Parallel dazu läutete ein Perspektivwechsel ein, Frauen und Mädchen nicht mehr aus der Opferrolle zu betrachten, sondern hin zur Förderung der weiblichen Individualität. Die erste Theorie von dem Verständnis der Zweigeschlechtlichkeit als eine sozial gemachte Konstruktion zu begreifen, kam auf (Kunert-Zier, 2008, S. 54).

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Details

Seiten
13
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668087392
ISBN (Buch)
9783668087408
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309960
Institution / Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf – Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Note
2,3
Schlagworte
Geschlecht Kinder- und Jugendarbeit Jugendberufshilfe Gendermainstreaming Soziale Arbeit Gender Doing-Gender

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Titel: Geschlechtsbewusste Soziale Arbeit  mit Kindern und Jugendlichen