Lade Inhalt...

Triumph und Kritik der Serie "Sex and the City". Analyse der Erfolgsfaktoren

Hausarbeit 2013 17 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. 'Sex and the City' in Zahlen

3. Charaktere
3. 1. Carrie Bradshaw – gespielt von Sarah Jessica Parker
3.2. Samantha Jones – gespielt von Kim Cattrall
3.3. Charlotte York – gespielt von Kristin Davis
3.4. Miranda Hobbes – gespielt von Cynthia Nixon

4. Beziehungen
4.1 Männer
4.2. Freundschaft

5. 'Sex and the Tabus'

6. Bildverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nur wenige Serien schaffen es, dass sich selbst die Menschen, die sie nicht schauen, eine Meinung über sie bilden. Nur wenige Serien schaffen es, selbst 9 Jahre nach dem Staffelfinale noch in aller Munde zu sein. Nur eine Serie war Wegbereiter für amerikanische Formate wie 'Girls' oder deutsche Formate wie 'Alles außer Sex': Die Rede ist von 'Sex and the City'.

Früher wie heute schauen Jung und Alt die Serie: Sei es nun unzensiert 2001 im Abendprogramm, 2006 zensiert im Nachmittagsprogramm von Pro7 oder heutzutage um 20.15 Uhr auf sixx. Die Serie erfreut sich noch immer großer Beliebtheit.

Doch was führte Carrie Bradshaw, Samantha Jones, Miranda Hobbes und Charlotte York zu ihrem großen Erfolg? Ist die Welt des Erfolgs wirklich so schillernd bunt wie es sich so mancher vorstellt? Oder muss man auch mit Kritik rechnen?

'Sex and the City' ist eine Serie, über die es viele wissenschaftliche Arbeiten gibt. Viele dieser Werke handeln vom Frauenbild, das in der Serie dargestellt wird. Diese Arbeit wiederum blickt hinter den Erfolg von 'Sex and the City'. Sie setzt sich mit den Erfolg bringenden Themen der Serien auseinander, sowie mit den Kritiken, die diese nach sich ziehen. Angefangen von der Analyse der Charakterstruktur, über die Vorstellung der Protagonisten, geht es weiter zu den Beziehungen und letztendlich zu den Tabubrüchen der Serie. Dabei wird näher betrachtet, was diese Themenblöcke ausmacht und warum sie zum Erfolg der Serie beigetragen haben. Es werden aber auch diverse Kritiken zitiert und auf ihre Aussagekraft und Genauigkeit geprüft.

'Sex and the City': Eine Serie, die Menschen in den Medien noch Jahrzehnte beschäftigen wird.

Es war einmal eine kleine Insel,

auf der vier intelligente,

wunderschöne Frauen lebten,

die sehr eng miteinander

befreundet waren.

2. 'Sex and the City' in Zahlen

Welche Frau kennt sie nicht: Carrie Bradshaw, Samantha Jones, Charlotte York und Miranda Hobbes - Die vier Ladys aus 'Sex and the City'. Die Serie des Pay-TV-Senders HBO (Home Box Office) ging am 06.06.1998 mit der ersten Folge namens 'Sex and the City' auf Sendung und war kurze Zeit später in aller Munde: Keine (Sex-)Story war zu eklig oder zu pervers. Alles wurde offen auf den Tisch gelegt und die vier Frauen nahmen kein Blatt vor den Mund. Etwas zu dieser Zeit Neues und Einmaliges im Fernsehen war geboren. Gerade im prüden Amerika löste die Ehrlichkeit gemischte Gefühle aus: Die einen empfanden Ekel, wiederum andere waren so fasziniert von den diversen Tabubrüchen und der Unverblümtheit der Protagonisten, dass sie weiterhin einschalteten. Somit erreichte 'Sex and the City' Spitzenquoten und wurde zum Überraschungs-Coup für HBO. In den fünf Jahren, in denen die Serie lief, konnte der Pay-TV-Sender seinen Umsatz um 50 Prozent steigern[1]. In den sechs Staffeln der Kult-Serie durften die Zuschauerinnen mit Carrie und Co. mitfiebern, mit weinen und mit lachen. Am 22.02.2004 lief die 94. Folge, die 20. Folge in Staffel Sechs und somit die letzte Folge ('An American Girl in Paris – Part Deux') von 'Sex and the City' und erreichte eine Zuschauerzahl von 10,6 Millionen[2]. Dieses Staffelfinale war das zweiterfolgreichste in der Geschichte von HBO, nach dem Finale der 4. Staffel 'The Sopranos' (11,9 Mio.)[3]. Im selben Jahr verkaufte HBO die Rechte an den Time Warner Ableger TBS für eine stolze Summe von 750.000$ pro Folge.

Am 18.09.2001 ging die Serie (Folge 1: 'Sex wie ein Mann') in Deutschland bei ProSieben an den Start und erreichte über die folgenden drei Jahre und sechs Staffeln Spitzenquoten von 2,5 Millionen Zuschauer (Gesamtmarktanteil 8,7 Prozent) und einem durchschnittlichen Marktanteil von 17 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe (14-49 Jährige)[4]. Um das noch zu toppen, lief am 14.12.2004 die letzte Folge in Deutschland. Eingeläutet wurde das Finale mit einer Gala, die von Birte Karalus moderiert wurde (2,74 Millionen Zuschauer). Der zweite Teil von 'Eine Amerikanerin in Paris' lockte insgesamt 4,05 Millionen Zuschauer vor den Fernseher (13,6 Prozent Marktanteil)[5]. Davon waren rund 26 Prozent in der werberelevanten Gruppe der 14-49 Jährigen.[6] Alles in allem ein gebührender Abschluss der Erfolgsserie 'Sex and the City' im deutschen Fernsehen.

3. Charaktere

Wenn man den Erfolg der Serie 'Sex and the City' betrachtet, kommt man nicht umhin, sich mit den Protagonistinnen auseinander zu setzten: Carrie Bradshaw, Samantha Jones, Charlotte York und Miranda Hobbes. Diese Vier führten ein Leben, von dem so manche Mitte-30-Frau noch heute träumt. Sie haben den Machern der Serie genauso viel Lob wie Kritik eingebracht und führen heute noch zu Diskussionen:

Ich glaube, ich mochte die Serie auch gerade deshalb, weil ich mich mit keiner der Figuren emotional jemals besonders verbunden gefühlt hätte. Ich konnte mich mit keiner von ihnen richtig identifizieren […]. Aber ich hatte immer das Gefühl, in jeder der Figuren ein kleines bisschen von mir wiederzuentdecken. [7]

Die ist ein Phänomen, dass sogar in der neuen HBO Hit-Serie 'Girls' aufgenommen wird: You're funny, 'cause your definitely a Carrie with some Samantha aspects and Charlotte hair. That's, like, a really good combination. I think I'm definitely a Carrie at heart, but like sometimes Samantha kind of comes out. And then, when I'm at school, I definitely try put on my Miranda hat . [8] Die Frauen von 'Sex and the City' sind so vielschichtig und komplex gestaltet, dass jede Zuschauerin sich ein wenig wiederfinden kann. Dies ist durchaus gewollt von den Serienmachern. Durch die Charakterkontrastierungen[9], also die gegensätzlichen Charakterzüge der Protagonistinnen, wird es dem Zuschauer leicht gemacht, sich auszusuchen, mit welchem Charakter er sich am ehesten identifizieren kann. Außerdem entstehen durch diesen Kontrast innerhalb der Freundinnengruppe Allianzen, die bei Diskussionen verschiedene Meinungen vertreten.[10] Dazu kommt noch, dass alle vier Frauen auch ihre Tiefpunkte haben (Charlottes Scheidung, Samanthas Brustkrebs, der Tod von Mirandas Mutter, Big verlässt Carrie – zweimal), die sie menschlich machen. Dabei bleiben Carrie und Co. nicht auf einer Stelle stehen, sie entwickeln sich Staffel für Staffel weiter und wachsen über sich hinaus (Staffel 5, Folge 12: Charlotte erleidet eine Fehlgeburt. Trotz ihrer Trauer, geht sie zum Geburtstag von Mirandas Sohn Brady.) Sie überwinden ihre persönlichen Schicksalsschläge und werden so zum Vorbild Feminism is about choices, and being liberty to make personal decisions without being judged by society, something that 'SATC' fully addresses. The choices the girls face are the main focus of the show, with the men, shoes and friendship incidental the same way they are in life. [11]

Was viele fasziniert hat, ist die Tatsache, dass die Frauen unabhängig sind. Sie sind gutaussehend, ungebunden und haben einen Arbeitsplatz, der genug Geld abwirft für teure Designer-Kleidung, eine Wohnung in Manhattan (Mietpreise von 1.200$ bis 10.000$[12] ) und wöchentliche Ausflüge ins Nachtleben der Großstadt. Doch diese Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, führt auch dazu, das Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda mal eine falsche Entscheidung treffen. Die Protagonistinnen stehen zu diesen Fehlern und leben mit den Konsequenzen. Beispielsweise ist Carrie in Staffel 3 mit Aidan zusammen. Trotzdem fängt sie eine Affäre mit Mr. Big an. In der 12. Folge der Staffel gesteht sie Aidan den Betrug und er verlässt sie. Carrie erkennt ihren Fehlern und lebt mit dem Ergebnis. Dies macht den Charakter sympathisch und menschlich. 'Sex and the City' was a pretty ground breaking show primarily about CHOICE, a word that is often used to threaten and scare women in today's society for fear of making the wrong one.[13]

Ruth Schneeberger betrachtet die Charaktere kritisch: Diese vier Frauen sind nicht so, wie Frauen sind. Sie sind so, wie schwule Männer sich Freundinnen vorstellen.[14]

Die vier Hauptfiguren sind durchaus überzeichnet und reagieren oftmals sehr extrem: Beispielsweise fühlt sich Samantha zu ihrem Assistenten hingezogen, doch weil sie nichts mit Angestellten anfängt, kündigt sie ihm, um mit ihm schlafen zu können (Staffel 3, Folge 4). Dieses Verhalten ist nur bedingt nachvollziehbar und zeugt von den extremen Charakterzügen, die Samantha und Co. ausmachen. Doch dies auf die Fantasie von schwulen Männern zu schieben, ist nicht richtig. Zwar ist der 'Sex and the City'-Schöpfer Darren Star schwul und auch der ausführende Produzent Michael Patrick King ist homosexuell, doch das Autorenteam besteht zum gleichen Teil aus Männern und Frauen, die ihre eigenen Erfahrungen und Gefühle in die Stories mit einfließen lassen: In >Schwarz und Weiß< kriegt Carrie kalte Füße wegen ihrer bevorstehenden Hochzeit mit Aidan. Jemand aus dem Team hatte eine ziemlich lange Beziehung geführt und dachte ähnlich übers Heiraten. [...](Zitat: Cindy Chupack)[15]

[...]


[1] vgl. http://sueddeutsche.de/panorama/good-bye-sex-and-the-city-ist-am-ende-1.684563, verfügbar am 22.07.2013

[2] vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_most_watched_television_broadcasts, verfügbar am 22.07.2013

[3] vgl. ebd.

[4] vgl. http://www.dwdl.de/zahlenzentrale/2250/primetimeerfolg_fr_sex_and_the_city/, verfügbar am 22.07.2013

[5] http://www.dwdl.de/zahlenzentrale/3732/spitzenquoten_fr_sex_and_the_cityabschied/, verfügbar am 22.07.2013

[6] vgl. ebd.

[7] Zitat nach: http://www.sueddeutsche.de/kultur/pro-und-contra-sex-and-the-city-wueste-dein-name-sei-sex-1.949688-1, verfügbar am: 03.07.2013

[8] Zitat nach: Shapiro, Shoshanna: Girls. HBO, 2012. Season 1, Episode 1.

[9] Vgl. Trost, Alexander: Sex and the City – das Geheimnis ihres Erfolgs. 16.12.2008. S. 9. www.alexander-trost.de/Trost%20-%20Sex%20and%20the%20City%20-%20Analyse%20_D_.pdf., verfügbar am: 05.07.2013

[10] vgl. ebd.

[11] Zitat nach: http://feminspire.com/should-feminists-watch-sex-and-the-city, verfügbar am: 16.0.62013

[12] vgl. http://www.welt.de/print-welt/article496813/bis-zu-10000-Dollar-Miete-in-Manhattan.html, verfügbar am: 05.07.2013

[13] http://feminspire.com/should-feminists-watch-sex-and-the-city, verfügbar am: 16.06.2013

[14] Zitat nach: http://www.sueddeutsche.de/kultur/pro-und-contra-sex-and-the-city-wueste-dein-name-sei-sex-1.949688-2, verfügbar am: 03.07.2013

[15] Vgl. Sohn, Amy: Sex and the City – Kiss and Tell. Berlin, 2004. S. 35.

Details

Seiten
17
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668085725
Dateigröße
562 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309848
Institution / Hochschule
die medienakademie AG
Note
1,7
Schlagworte
medien usa tv fernsehen sex and the city mediengeschichte

Autor

Zurück

Titel: Triumph und Kritik der Serie "Sex and the City". Analyse der Erfolgsfaktoren