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Die “Vierte Gewalt” im Staat. Verantwortung der Massenmedien

Facharbeit (Schule) 2014 11 Seiten

Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Definition „Massenmedien“

2) Massenmedien, die „Vierte Gewalt“ im Staat

3) Die Funktion der Massenmedien für die Gesellschaft
a) Informationsfunktion
b) Politische Funktion
c) Soziale Funktion
d) Ökonomische Funktion

4) Die Macht der Massenmedien

5) Die Verantwortung der Massenmedien

6) Zusammenfassung

7) Quellen

1) Definition „Massenmedien“

Massenmedien sind Kommunikationsmittel, die zur Verbreitung von Inhalten in der Öffentlichkeit dienen. Das heißt, sie ermöglichen die Kommunikation mit einer großen Zahl von Menschen.

Zu den Massenmedien zählt man

- gedruckte Medien, sogenannte „Printmedien“ (Zeitung, Zeitschrift, Buch, Plakat, Flugblätter usw.)
- elektronische Medien (Rundfunk, Fernsehen, Film, CD, DVD, Internet, Webseiten usw.)

Durch Massenmedien wird Massenkommunikation möglich. Dies geschieht öffentlich, wodurch im Prinzip jeder Zugang zu den Angeboten der Massenmedien hat.

Gerhard Maletzke hat fünf Faktoren dargelegt, mit denen er Massenkommunikation definiert: „Unter Massenkommunikation verstehen wir jede Form der Kommunikation, bei der die Aussage öffentlich (also ohne begrenzte und personell definierte Empfängerschaft) durch technische Verbreitungsmittel (Medien) indirekt (also bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlicher Distanz zwischen den Kommunikationspartnern) und einseitig (also ohne Rollenwechsel zwischen Aussagenden und Aufnehmenden) an ein disperses Publikum vermittelt werden.“1

(Anmerkung: disperses Publikum = ein Publikum, an das sich die Massenmedien wenden)

Die klassischen Massenmedien Presse, Radio und Fernsehen erfüllen in der Gesellschaft wichtige Aufgaben. Sie sind unverzichtbare Instrumente, um unabhängig von staatlichen Einflüssen und in vielfältiger Weise die Öffentlichkeit über bedeutende Vorgänge in der Politik, der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Kultur zu informieren.

2) Massenmedien, die „Vierte Gewalt“ im Staat

Immer wieder werden Presse und Rundfunk als „Vierte Gewalt“ im Staat bezeichnet. Gemeint ist damit, dass das Medien und Journalismus in demokratischen Systemen neben den klassischen Staatsgewalten Legislative, Exekutive und Judikative eine Art „Publikative“ darstellen.

Als solche sollen sie dem Gesetzgeber, der Regierung und den ausführenden Organen des Staates sowie den Instanzen der Rechtsprechung gegenüber wichtige Kontrollaufgaben wahrnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 1: http://scheidtweilerpr.scheidtweilerpr.netdna-cdn.com/wp-content/uploads/2012/08/Gewaltenteilung-Massenmedien.jpg, eingesehen am 08.07.2014

Die Begriffsbildung „Vierte Gewalt“ hat eine lange Tradition. Sie reicht ins 18. Jahrhundert zurück, in die Epoche der Aufklärung. Damals hat der französische Philosoph und Gesellschaftskritiker Jean Jacques Rousseau in Anlehnung auf die Gewaltenteilung die Presse als die „vierte Säule“ im Staat bezeichnet. Seitdem wird diese Bezeichnung immer wieder verwendet. In Österreich wurde der Begriff „Vierte Gewalt“ ursprünglich von Vertretern der Wiener rechtstheoretischen Schule wie Hans Kelsen, Karl Merkel und Alfred Verdroß verwendet. Dr. René Marcic (geb. 1919, verst. 1971), ehemaliger Chefredakteur der „Salzburger Nachrichten“ sowie Staatsrechtslehrer und Rechtsphilosoph an der Universität Salzburg, verbreitete in Österreich in den 60er Jahren den Gedanken von der Presse als „Vierte Gewalt“ im Staat in vielen seiner Vorlesungen. Marcic forderte immer wieder in seinen Reden und Vorlesungen die Massenmedien auf, „sich ihrer wichtigen Funktion als Wächter im Staat und als Hüter der Demokratie, kurz: als Vierte Gewalt und damit als Kontrollor von Legislative, Exekutive und Judikative, bewusst zu sein.“2

Der Begriff „Vierte Gewalt“ im Staat erscheint jedoch nicht unproblematisch, auch weil sich die Strukturen im Mediensystem immer weiter verändern. Einerseits gibt es in den westlichen Demokratien keine Verfassung, die eine „Vierte Gewalt“ definiert, andererseits verfügen viele Journalisten nicht über die notwendige Fähigkeit, den von Macic beschriebenen Auftrag zu erfüllen. Heutzutage sind die Medienunternehmen von ökonomischen Erfolgen wie Auflage, Reichweite, Leserzahlen usw. bestimmt. Dazu kommt noch die Tendenz, Nachrichten als Skandale darzustellen und Machtinteressen zu vertreten. So gesehen bräuchten die Medien selbst Kontrolle und können nicht mehr selbst als Kontrollore fungieren. Eigentlich sollte die Massenvielfalt der Medien durch gegenseitige Beobachtung und Kontrolle als Kontrollor dienen. Ob dies der Fall ist, bleibt fragwürdig.

Jeder Journalist aber sollte sich im Klaren sein, dass Massenmedien in Bezug auf die Gesellschaft bestimmte Aufgaben und Funktionen erfüllen, und sich der Verantwortung daraus bewusst sein.

3) Die Funktion der Massenmedien für die Gesellschaft

Die öffentlichen Aufgaben der Massenmedien und des Journalismus im Zusammenhang mit der freien und unabhängigen Berichterstattung durch Presse und Rundfunk sind vom Gesetzgeber nicht festgelegt. Juristen, Staatsrechtslehrer, Politik- und Publizistik-wissenschaftler weisen den Massenmedien aber Funktionen normativ und regulativ zu.

- Informationsfunktion
- Politische Funktion
- Soziale Funktion
- Ökonomische Funktion

a) Informationsfunktion

Eine zentrale Rolle kommt der Informationsfunktion zu. Massenmedien sollen ihre Leistungen im Hinblick auf das soziale, politische und gesellschaftlich-ökonomische System erbringen. Die Medien vermitteln Wissen und Erfahrungen, wodurch das subjektive Wissen des Empfängers erweitert wird. Die Informationen, die die Massenmedien vermitteln, nennt man „Sekundärerfahrung“, d.h. das Nichtwissen des Empfängers wird durch die Kommunikation mit den Massenmedien reduziert. (Primärerfahrung bedeutet, dass man die Erlebnisse und Erfahrungen direkt im Umgang mit den Dingen macht.) Massenmedien sorgen somit dafür, dass die Empfänger wirtschaftliche, soziale, ökologische und politische Zusammenhänge begreifen, die Demokratie verstehen und an der Politik teilhaben können.

Die Informationsfunktion ihrerseits hat wieder drei Aufgaben:

Die Artikulationsfunktion meint die Herstellung von Öffentlichkeit von „unten“ (den Regierten) nach „oben“ (den Regierenden). Das politische System soll über Verhaltens-, Meinungs- und Einstellungsveränderungen der Bevölkerung, der gesellschaftlichen Institutionen und Organisationen informiert werden.

[...]


1 Maletzke Gerhard, Psychologie der Massenkommunikation, in: Kommunikationswissenschaft im Überblick: Grundlagen, Probleme, Perspektiven, Opladen: Westdeutscher Verlag, 11998,S. 45 f.

2 Marcic René, Der Auftrag des Journalisten. Festrede zum 25-Jahr-Bestandsjubiläum der „Salzburger Nachrichten“ (24.10.1970), Salzburg Landespressebüro, 1979, S.35-46. in: https://www.google.at/search?sourceid=navclient&aq=&oq=festrede+Salzburger+Nachrichten+1970&hl= de&ie=UTF-8&rlz=1T4NDKB_deAT565AT565&q=festrede+Salzburger+Nachrichten+1970&gs_ l=hp0.0.0.7195...0.g6PbY3mggrQ eingesehen am 08.07.2014

Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668082953
ISBN (Buch)
9783668082960
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309831
Note
Sehr gut
Schlagworte
Massenmedien Funktion der Massenmedien für die Gesellschaft Informationsfunktion der Massenmedien Politische Funktion der Massenmedien Soziale Funktion der Massenmedien Ökonomische Funktion der Massenmedien Macht der Massenmedien Verantwortung der Massenmedien

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