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Einführung in die klinische Psychologie. Ein Überblick über psychische Krankheiten

Studienarbeit 2015 17 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychische Störungen und wissenschaftstheoretische Betrachtungen

3. Angststörungen
3.1 Grundunterscheidung bei Zwangsstörungen

4. Affektive Störungen

5. Schizophrenie

6. Persönlichkeitsstörungen.

7. Substanzinduzierte Störungen

8. Psychologische Interventionen

1. Einleitung

Die meisten Personen werden in ihrem sozialen Umfeld mindestens eine Person kennen, welche an Depression, Alkoholsucht oder Schizophrenie leidet. Bei diesen Krankheiten handelt es sich um psychische Störungen. Psychische Störungen fallen in den Aufgabenbereich der klinischen Psychologie. Bei der klinischen Psychologie handelt es sich um eine Teildisziplin der angewandten Psychologie. Die klinische Psychologie befasst sich dabei insbesondere mit auftretenden Störungen. Diese Störungen können unter anderem biologische, soziale oder umweltbezogene Ursachen haben. Man unterscheidet hier zwischen internen und externen Einflüssen. Die Aufgabe der klinischen Psychologie ist es die Zusammenhänge zwischen den Ursachen und den Wirkungen der Störungen zu erkennen. Ziel dieser Studienarbeit ist es eine Einführung in die klinische Psychologie zu geben. Begonnen wird diese Arbeit mit der allgemeinen Beschreibung von psychischen Störungen. Anschließend werden weitere Störungen behandelt. Störungen wie Angststörungen, affektive Störungen, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen und substanzinduzierte Störungen. Beschrieben werden diese Störungen mit Hilfe einer Definition oder mit der Darbietung von Merkmalen, die diese Störung aufweist. Zu jeder Störung werden ebenfalls eigene Beispiele zur Visualisierung dargeboten. Da es zwei verschiedene gebräuchliche Klassifikationssysteme von psychischen Störungen gibt, wird darauf hingewiesen, dass sich bei dieser Studienarbeit auf das Klassifikationssystem ICD-10 bezogen wird.

2. Psychische Störungen und wissenschaftstheoretische Betrachtungen

Dieses Kapitel befasst sich mit der Beschreibung von psychischen Störungen. Dazu werden Merkmale und Beispiele von „abweichendem Erleben und Verhalten“ genannt.

Wenn es um klassische Merkmale von psychischen Störungen geht, so gibt es keine einheitlichen Merkmale, die jeder Autor und jeder Forscher definiert. Im Grunde genommen sind sich die Merkmale aber dennoch ähnlich. Zimbardo definiert sieben Kriterien anhand derer es möglich ist, abweichendes Verhalten zu kennzeichnen. (Vgl. Zimbardo, 2004, S 653- 654).

1. Leidensdruck oder Behinderung. Das bedeutet, dass betroffene Personen einen persönlichen Leidensdruck empfinden und deshalb in psychischer Hinsicht Einschränkungen haben, welche sich negativ auf den psychischen und auch physischen Zustand der Person auswirken. Dabei geht es vielmehr um das Gefühl des Betroffenen als um sein Verhalten. Das Verhalten dieser Person unterscheidet sich in vielen Fällen nicht von dem Verhalten einer „normalen“ Person. Verwenden wir als Beispiel Alkoholismus. Der persönliche Leidensdruck kommt erst dann Zustande, wenn bereits soziale Beziehungen zu Freunden und der Familie kaputt gehen und dazu noch der Arbeitsplatzverlust kommt.
2. Fehlanpassungen. Hierbei geht es darum, dass eine Person den Bedürfnissen der Gesellschaft nicht gerecht wird, Andere von der Erreichung ihrer Ziele abhält oder sich auch nicht um das eigene Wohl kümmert. Das Verhalten ist demnach unangepasst. Hier dient als Beispiel der Spielsüchtige. Die Person hat durch die Spielsucht erhebliche finanzielle Probleme, welche sich auf das eigene Wohlbefinden auswirken. Ebenfalls kann die Familie unter dieser Spielsucht leiden.
3. Irrationalität. Darbietung eines Verhaltens, welches für andere irrsinnig oder unverständlich erscheint. Außenstehende Personen können sich das gezeigte Verhalten nicht erklären. So antwortet beispielsweise ein Mann auf Stimmen, die in der Realität nicht existieren.
4. Unberechenbarkeit. Als unberechenbares Verhalten, wird ein Verhalten angesehen, welches nicht vorhersehbar ist, oder auch sprunghaft von Situation zu Situation unterschiedlich ist. Eine Person verhält sich unberechenbar, wenn es den Anschein macht, sie hätte keine Kontrolle über sich. So wäre ein Beispiel für unberechenbares Verhalten, ein Kind welches ein anderes Kind, ohne erkennbaren Grund, ins Gesicht schlägt.
5. Außergewöhnlichkeit und statistische Seltenheit. Bei diesem Punkt wird sich auf die statistische Häufigkeit gestützt. „Verhalten ist dann abweichend, wenn es selten ist oder von der Norm abweicht“ (Atkinson. 2001, S. 514). Gezeigte Verhaltensweisen sind statistisch gesehen eher selten und verletzen soziale Standards dahingehend, dass sie nicht akzeptabel oder wünschenswert sind. Extreme Intelligenz ist statistisch gesehen ebenfalls sehr selten, jedoch ist sie akzeptabel und wird als wünschenswert betrachtet. Im Gegensatz dazu die niedrige Intelligenz, welche ebenfalls selten auftritt, jedoch nicht wünschenswert ist. Bei der Definition von abweichendem Verhalten ist es deshalb wichtig sich nicht nur auf die statistische Häufigkeit zu verlassen.
6. Unbehagen bei Beobachtern. Unbehagen tritt beim Beobachter auf, wenn eine Person sich durch ein Verhalten bedroht oder beunruhigt fühlt. Sitzt im Zug beispielsweise ein Person welche Selbstgespräche führt und ständig vor sich hin murmelt, so löst das bei vielen Fahrgästen Unbehagen aus.
7. Verletzung moralischer und gesellschaftlicher Normen. Jede Gesellschaft hat bestimmte Erwartungen, wie man sich im sozialen Miteinander verhalten soll. Personen welche die sozialen Normen durch ihr Verhalten verletzten werden als abnorm bezeichnet. Wenn eine Person in der Öffentlichkeit fremde Personen einfach umarmt, so ist das für die deutsche Gesellschaft kein normales Verhalten. Man spricht deshalb hierbei von abweichendem Verhalten, da die gesellschaftlichen Normen verletzt wurden. Zu bedenken ist in diesem Punkt jedoch, dass es unterschiedliche Kulturen und Gesellschaften gibt, welche alle andere Erwartungen, sowohl moralisch als auch gesellschaftlich, an die zusammenlebenden Menschen haben.

3. Angststörungen

Das Wort Angst kommt in dem alltäglichen Sprachgebrauch der meisten Menschen häufig vor. So haben Schüler beispielsweise Angst vor der nächsten Klausur und wieder andere haben Angst vor dem Fliegen. Grundsätzlich ist bei Angststörungen wie folgt unterschieden. Es gibt einerseits die phobischen Störungen, darunter Agrophobie, soziale Phobie, spezifische Phobien, sonstige phobische Störungen und phobische Störungen, die nicht näher bezeichnet sind. Bei den Phobien handelt es sich immer um eine Furcht vor etwas bestimmten. Andererseits gibt es noch weitere Angststörungen wie Panikstörungen, generalisierte Angststörung und Angst mit depressiver Stimmung gemischt. Prinzipiell kann man Angststörungen so unterteilen, dass die Leute einmal eine unspezifische, übertriebene Angst aufweisen, oder andererseits eine konkrete Furcht vor etwas haben, also eine Phobie. Ziel dieses Kapitels ist es nun die Grundunterscheidung bei Zwangsstörungen, darzustellen.

3.1 Grundunterscheidung bei Zwangsstörungen

Bei der Zwangsstörung wird zwischen zwei Sachen unterschieden. Zum einen die Zwangsgedanken und zum anderen die Zwangshandlungen. „Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen“ (WHO, S. 164). Diese Zwangsgedanken werden von den Betroffenen oft als sinnlos und quälend empfunden. Inhalt der Gedanken ist überwiegend aggressiver Natur. Auch Verschmutzung oder Kontamination ist ein verbreiteter Inhalt im Bezug auf Zwangsgedanken. Weitere nicht so häufig auftretende Bereiche sind sexuelle oder religiöse Zwangsgedanken, sowie das Sammeln und die Symmetrie. Betroffene Personen versuchen oft Widerstand zu leisten, indem sie die Gedanken ignorieren oder unterdrücken, jedoch erfolglos. Desweiteren sind diese Zwangsgedanken kein von außen kommender Reiz, sondern eigene Gedanken. (Vgl. Berger. 2008, S. 693). Neben den Zwangsgedanken gibt es noch die Zwangshandlungen. Bei den Zwangshandlungen geht es um Handlungen, die ausgeführt werden, um Angst und Anspannung zu reduzieren und mögliche Gefahren abzuwenden. Dieses Verhalten wird von Betroffenen grundsätzlich als ineffektiv und sinnlos erachtet (Vgl. Berger. 2008, S. 693). Auch hier versuchen Betroffene anfangs Widerstand gegen dieses Verhalten zu leisten, doch je länger die Störung andauert, umso geringer wird der Widerstand. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen führen den betroffenen Personen subjektives Leid zu, außerdem sind sie zeitraubend und stören so den normalen Tagesablauf. Desweiteren leiden berufliche Leistungen und soziale Aktivitäten unter der Störung (Vgl. Berger. 2008, S. 693). Um diese Störung besser zu verstehen wird nun ein Beispiel angeführt.

Dabei geht es um Max, 18 Jahre alt, Gymnasiast, welcher nach ICD-10 (F.42.2 - Zwangsgedanken und - handlungen, gemischt) hat.

Max trug im Alter von 15 Jahren, als kleinen Nebenverdienst, Zeitungen aus. Nachdem Austragen wusch Max sich immer sehr lange die Hände. Zu einem späteren Zeitpunkt, blieb Max sogar länger als eine Stunde unter der Dusche. Als Begründung sagte Max, dass er sich durch das Anfassen der Zeitungen schmutzig fühle. Es kam sogar soweit, dass Max den Weg in die Schule von seiner Mutter im Auto gefahren werden musste, da er Angst hatte im Bus in Kontakt zu Real- oder Hauptschülern zu kommen. Die Sorge von Max war es, durch Kontakt mit den anderen Menschen so zu werden wie sie. Max dachte wenn er mit Hauptschülern zusammen kommt, dann wird er „aggressiv und dumm“. Je fortgeschrittener die Erkrankung wurde, umso mehr Sachen waren für Max kontaminiert, Spielplatz, Straßen, Gebäude und Läden. Max fühlte sich nur noch in seinem Zimmer, das keiner betreten durfte, sicher. Das alles hatte Auswirkungen auf sein soziales Leben. Den Sport, den er früher betrieben hat, musste er aufgeben, auch in der Schule war er nicht bei der Sache, weil er die Schulbücher und ähnliches nicht anfassen konnte. Abendliche Rituale wiederholten sich ständig und er wusch sich so lange die Hände bis sie blutig und rissig wurden, beim Versuch der Eltern ihren so abzuhalten von dem Verhalten, zeigt sich dieser aggressiv.

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668083776
ISBN (Buch)
9783668083783
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309800
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Schlagworte
Psychologie Psychology Klinische Psychologie Einführung Krankheiten Grundlagen

Autor

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Titel: Einführung in die klinische Psychologie. Ein Überblick über psychische Krankheiten