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Die Bilanzierung von Aktienoptionen - Aktueller Diskussionsstand

Hausarbeit 2004 11 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bedeutung und Problematik von Aktienoptionsplänen

2 Arten von Aktienoptionsplänen
2.1 Einschaltung von Dritten
2.2 Aktienoptionspläne in Verbindung mit Wandel- und Optionsanleihen
2.3 Aktienoptionspläne in Verbindung mit eigenen Anteilen
2.4 Belegschaftsaktienprogramme
2.5 Barausgleich von Aktienoptionen

3 Bilanzierung nach US-GAAP

4 Bilanzierung nach IAS/ FRS

5 Bilanzierungsvorschlag des DRSC

6 Fazit 10 Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Bedeutung und Problematik von Aktienoptionsplänen

Aktienoptionspläne sind ein Teil des Vergütungssystems vieler börsennotierter Aktiengesellschaften. Sie dienen als Anreiz- und Steuerungsinstrument und sollen den Shareholder-Value als wichtigen Wert im Unternehmen verankern und dafür sorgen, dass die Mitarbeiter ihr Handeln an einer langfristigen Unternehmenswertsteigerung ausrichten. Auch können qualifizierte Mitarbeiter ohne hohe Personalkostenbelastung für das Unternehmen gewonnen und an selbiges gebunden werden. Mit der Zusage von Aktienoptionen geht das Unternehmen eine Stillhalterverpflichtung im Rahmen eines schwebenden Geschäfts ein.

Die Kontroverse dreht sich darum, ob und in welcher Höhe gewährte Aktienoptionen als Personalaufwand zu erfassen sind. Die für deutsche Unternehmungen relevanten Bilanzierungsmöglichkeiten nach US-GAAP (US-General Accepted Accounting Principles), IAS/ IFRS (International Accounting Standards/ International Financial Reporting Standards) und HGB sehen unterschiedliche Bilanzansätze vor, so werden nach HGB Aktienoptionen, welche mit jungen Aktien (in der Regel aus einer bedingten Kapitalerhöhung stammend) bedient werden, nicht aufwandswirksam erfasst. Andere Arten von Aktienoptionsplänen, wie zum Beispiel Aktienoptionspläne in Verbindung mit eigenen Anteilen, ziehen andere bilanzrechtliche Konsequenzen nach sich, die im Folgenden untersucht werden.

Generell gibt es bei vielen Unternehmungen, auch in den USA, einen Trend, Aktienoptionen der Mitarbeiter in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen, was hauptsächlich auf den Druck seitens der Aktionäre und einiger Rechtsexperten in Folge der Bilanzskandale um Konzerne wie Worldcom, Enron oder Parlamat zurückzuführen ist. Der erhöhten Transparenz, die eine Verbuchung der Aktienoptionen in der Gewinn- und Verlustrechnung mit sich bringt, steht allerdings das gewichtige Argument gegenüber, dass das Ergebnis des Unternehmens verwässert wird.

Da die Konzerne bestrebt sind, möglichst profitabel zu erscheinen, gibt es in vielen Unternehmungen Überlegungen, Aktienoptionspläne abzuschaffen und zum Beispiel durch Cash-Pläne, bei denen der Mitarbeiter bares Geld erhält, wenn er seine langfristigen Zielvorgaben erfüllt, zu ersetzen.

2 Arten von Aktienoptionsplänen

2.1 Einschaltung von Dritten

Bei der Einschaltung von Dritten wird entweder der komplette Aktienoptionsplan von einem Dienstleister abgewickelt oder das Unternehmen selbst erwirbt am Terminmarkt (in Deutschland an der Eurex) Call- Optionen auf das eigene Unternehmen und gibt diese an die entsprechenden Mitarbeiter weiter.

In beiden Fällen fungiert das Unternehmen nicht als Stillhalter. Das Risiko wird gegen ein Entgelt (an der Eurex gegen die sog. Optionsprämie) an Dritte übertragen. Der Vorteil für das Unternehmen liegt darin, dass es kein unkalkulierbares Risiko eingeht. Der Nachteil besteht darin, dass dem Unternehmen auf diese Weise Liquidität entzogen wird, was zum Beispiel bei Aktienoptionsplänen in Verbindung mit Wandel- oder Optionsanleihen nicht der Fall ist.

2.2 Aktienoptionspläne in Verbindung mit Wandel- und Optionsanleihen

Begibt eine AG eine Wandel- oder Optionsanleihe, handelt es sich um eine bedingte Kapitalerhöhung, die in § 192 AktG geregelt ist. Danach beschließt die HV eine Kapitalerhöhung, die nur durchgeführt wird, wenn von einem Bezugs- oder Umtauschrecht gebrauch gemacht wird, das die Gesellschaft auf die neuen Aktien einräumt. Neben dem Wandel- oder Optionsrecht muss hier auch die Bilanzierung der anhängigen Anleihe berücksichtigt werden. Bei einer Optionsanleihe können die Bezugsrechte gemeinsam mit der Anleihe oder auch von der Anleihe getrennt (naked options) an die Mitarbeiter ausgegeben werden. Bei dieser Art der Aktienoptionsausgabe gibt es für das Unternehmen keinen Liquiditätsabfluss, allerdings wird durch die höhere Anzahl von Aktien insgesamt der zukünftige Gewinn verwässert.

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Details

Seiten
11
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638321228
ISBN (Buch)
9783638772099
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v30978
Institution / Hochschule
Fachhochschule Kiel
Note
1,3
Schlagworte
Bilanzierung Aktienoptionen Aktueller Diskussionsstand Internationales Rechnungswesen

Autor

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Titel: Die Bilanzierung von Aktienoptionen - Aktueller Diskussionsstand