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Darstellung des Datingverhaltens in amerikanischen Serien am Beispiel "How I Met Your Mother"

Facharbeit (Schule) 2015 15 Seiten

Frauenstudien / Gender-Forschung

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Hauptteil
2.1 Das amerikanische Datingverhalten
2.1.1 Datingverhalten von Frauen
2.1.1.1 Datingverhalten einer Frau
2.1.1.2 Entstehendes Frauenbild
2.1.2 Datingverhalten von Männern
2.1.2.1 Datingverhalten eines Mannes
2.1.2.2 Entstehendes Männerbild
2.2 Datingverhalten in Serien am Beispiel von „HIMYM“
2.2.1 Datingverhalten von Frauen am Beispiel von „Robin Scherbatsky“
2.2.2 Datingverhalten von Männern am Beispiel von „Ted Mosby“

III. Fazit: Vergleich des amerikanischen Datingverhaltens mit dem dargestellten in „HIMYM“

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Sowohl für Frauen als auch Männer ist die Wahl des richtigen Partners und die damit verbundene Partnersuche eine der wichtigsten Aufgaben im Leben. Allerdings ist es ein anstrengender, langwieriger und nervenaufreibender Prozess, bis man endlich die oder den Richtigen gefunden hat, mit dem man sein Leben verbringen und alt werden möchte.

In meiner Facharbeit zum Thema „Wie wird das Datingverhalten in amerikanischen Serien dargestellt?“ möchte ich dem Leser in einem ersten Schritt typische Merkmale des amerikanischen Datingverhaltens näher bringen und die dadurch entstehenden Frauen- bzw. Männerbilder analysieren.

Auch wenn wir es meist nicht glauben wollen, es uns nicht bewusst ist oder wir es schlicht leugnen, folgt unser Datingverhalten und das Werben um den potenziellen Partner einer Menge von Regeln. Diese gibt es in jedem Kulturkreis und sie sind innerhalb von sozialen und ethnischen Gruppen unterschiedlich gestaltet, folgen jedoch immer einem gewissen Grundprinzip.

Die Amerikaner haben in dem Bereich „Dating“ ganz eigene Vorstellungen und Regeln, die in so genannten „Dating-Regeln“ verallgemeinert werden können. Diese schreiben den Personen vor, wie sie sich in den jeweiligen Situationen zu verhalten haben, um bei einem Date und der eventuell folgenden Beziehung alles richtig zu machen. Zusammengefasst werden diese Regeln in Büchern wie z.B. „The Rules“ (Rein/ Schneider, 1996), welches „eine Anleitung für Frauen [ist], wie sie sich Männern gegenüber verhalten sollen, um das Herz ihres Traummannes zu erobern“. (The Rules, S. 15) Aufgrund der großen Erfolge, welches dieses Buch in den letzten Jahren nicht nur in Amerika feierte, kann man schließen, dass einige der Regeln und Anweisungen erfolgversprechend sein müssen und viele sich an die Dating-Regeln halten. Deshalb kann man anhand des Buches das amerikanische Datingverhalten sehr genau analysieren und die dadurch entstehenden Frauen- bzw. Männerbilder als kurzes Fazit ziehen.

In einem zweiten Schritt werde ich anhand der Sitcom „How I Met Your Mother“ (kurz „HIMYM“) das Datingverhalten von Frauen bzw. Männern in amerikanischen Serien genauer untersuchen, indem ich die beiden Charaktere „Ted Mosby“ und „Robin Scherbatsky“ auf ihre Ansichten und Vorgehensweisen bei der Wahl des richtigen Partners analysiere.

In der Serie geht es um Ted, welcher im Jahre 2030 seinen Kindern die Geschichte erzählt, wie er ihre Mutter Tracy McConnell kennen gelernt hat. Der Anfang seiner Erzählung startet 2005, jedoch werden in den neun Staffeln, die HIMYM aufweisen kann, größtenteils nur über seine vorigen Verabredungen und Partnerschaften sowie die Beziehung zu seinen besten Freunden Marshall Erikson, Lily Aldrin, Barney Stinson und Robin Scherbatsky. Erst Ende der letzten Staffel lernt Ted seine zukünftige Frau kennen, verliert diese jedoch im Jahre 2024 an einer schweren Krankheit wieder.

Ted und Robin sind eher untypische Charaktere und basieren nicht in jeder Hinsicht auf Stereotypen, wie man bei vielen andern Charakteren feststellen kann. Aus diesem Grund wird es besonders interessant sein, das typisch amerikanische Datingverhalten mit dem von Ted und Robin zu vergleichen und Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten festzustellen.

II. Hauptteil

2.1 Das amerikanische Datingverhalten

Schon seit Jahrzehnten herrschen in Amerika unbeschriebene, jedoch sehr verbreitete Dating-Regeln, die sich mit den Jahren zwar veränderten, das Grundprinzip blieb jedoch immer ziemlich gleich. Erst mit Veröffentlichungen von Ratgebern zu diesem Thema wurden diese Regeln erstmals konkret gesammelt und aufgeschrieben. Ein Buchbeispiel, auf das Frauen schwören, ist „The Rules“ (dt. Titel: „Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden“) von Ellen Fein und Sherrie Schneider, welches 1995 erstmals veröffentlicht wurde; die Regeln gelten jedoch noch immer als sehr modern und zeitnah. Im Internet findet man sehr aktuelle Rezensionen und Meinungen zu dem Buch (Amazon, 2007), was bedeutet, dass das Buch sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut und sich viele Menschen weltweit (das Buch wurde in 26 Sprachen übersetzt (Eisenring, 2013)) nach den Regeln und Anweisungen aus dem Buch richten und handeln. Im Buch findet man alle Regeln niedergeschrieben, die die Frau benötigt, um ihren Traummann kennen und lieben zu lernen, ihn zu heiraten und eine glückliche Ehe zu führen. Für meine Facharbeit benötige ich jedoch nur die Dating-Regeln.

Die meisten Amerikaner/innen fühlen sich mit den Dating-Regeln sehr wohl, weil alle Schritte des anderen dadurch kalkulierbar und verständlich sind. Sie müssen also nichts dem Zufall überlassen. Auch sehen sie das Dating lockerer als in vielen anderen Ländern. Sowohl der Mann als auch die Frau können beliebig vielen Partnern gleichzeitig daten, solange man nicht exklusiv mit jemandem zusammen ist („Want to go exlusive?“). Wenn man ein Date in Amerika hat, geht der Gegenüber also selbstverständlich davon aus, dass man selbst auch Andere datet und mit ihnen Geschlechtsverkehr hat (Heinzel, 2007). Aus diesem Grund kann man das Dating in Amerika und besonders in größeren Städten wie New York als einen Wettbewerb bezeichnen. Man muss dem jeweils anderen schon einiges bieten um die Konkurrenz abzuschütteln und mit dem bzw. der Auserwählten mehr als nur Datingpartner zu werden. Es kann also auch leicht passieren, dass man nach monatelangem Dating plötzlich einen Korb bekommt, da der bzw. die Andere mit jemandem anderen zusammen gekommen ist (kontaktanzeige.net).

Das erste Date sollte immer platonisch sein, findet meistens in einer Bar zwischen montags und donnerstags statt und dient dem Zweck, Informationen auszutauschen wie z.B. zu Themen wie dem Beruf, dem Bildungsgrad, dem ungefähren Einkommen, den bevorzugten Freizeitbeschäftigungen und die Einstellung zu Kindern. Es wird meist „möglichst ungezwungen ein ganzer Fragenkatalog durch[ge]arbeitet“ (Heinzel, 2007). Wenn beide Seiten zufrieden mit den Informationen ihrer Gegenüber sind, bezahlt der Mann die Getränke, man verabschiedet sich, meist mit einem flüchtigen Kuss oder einer Umarmung, aber auf keinen Fall mit mehr (Fein/ Schneider, 1996 S.89) und der Mann verspricht, sich in den nächsten Tagen zu melden. Auf keinen Fall macht man direkt nach dem ersten Date den Termin für ein zweites aus, egal wie schön und zufrieden stellend es war (kontaktanzeige.net).

Das zweite Date wird vom Mann geplant und findet meistens in einem Restaurant statt (Fein/ Schneider, 1996 S.71). Immer bezahlt er die Rechnung der beiden (ebd. S. 48), da er dieses Mal auch Zärtlichkeiten erwarten darf. Meist kommt es bei dem zweiten Date noch nicht zu Geschlechtsverkehr, dies wäre jedoch möglich auch ohne, dass die Frau ihr Gesicht verliert. Wenn es bei diesem Treffen jedoch nicht einmal zu einem Kuss kommt, wird auch meist kein drittes Date vereinbart, da einer der Datingpartner nicht zufrieden ist (kontaktanzeige.net).

Spätestens beim dritten Date, welches, anders als das erste und zweite, auf jeden Fall an einem Samstag stattfinden sollte, rechnet besonders der Mann mit Geschlechtsverkehr, allerdings sind die meisten Frauen zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit dafür. Bei all diesen drei Dates und auch darüber hinaus wird empfohlen, Themen wie frühere Beziehungen, Hochzeiten, Kinder bekommen und Zukunft zu vermeiden, da man sonst den Gegenüber verunsichern und in eine Ecke drängen könnte (Fein/ Schneider, 1996 S.75).

2.1.1 Datingverhalten von Frauen

2.1.1.1 Datingverhalten einer Frau

Besonders für Frauen ist die Suche nach dem oder der Richtigen ein wichtiger Bestandteil im Leben. Und damit dieser Weg besonders einfach und ohne große Komplikationen abläuft und am Ende jede glücklich mit einer perfekten Ehe bzw. langjährigen Beziehung ist, gibt es zahlreiche Regeln und Liebesratgeber wie „The Rules“. Dieses Buch schreibt Frauen durch spezifizierte Regeln vor, wie sie sich in Sachen Liebe, Dates und Beziehungen zu verhalten habe, um „das beste, schier unerreichbare Ergebnis zu erzielen - Ihr Traummann macht Ihnen einen Heiratsantrag“ (Fein/ Schneider, 1996, S.25).

Das erste, was eine Frau machen sollte, ist „ihr Äußeres auf Vordermann“ zubringen, sich gesund mit vielen „Proteinen, Obst und Gemüse“ (ebd. S.25) zu ernähren und Sport zu machen. Außerdem sollten Frauen schlechte Gewohnheiten, wie Unordentlichkeit ablegen, sich modisch, verführerisch und feminin kleiden und sich dezent und gekonnt schminken (ebd. 1996 S.26f). Knapp zusammengefasst: „Je besser Sie aussehen, desto besser fühlen Sie sich und desto begehrenswerter werden Sie für ihn.“ (ebd. S.25).

Frauen wird empfohlen, dass sie generell nie den ersten Schritt auf einen Mann zumachen sollen, da diese sowohl beim Dating als auch in der späteren Beziehung die Führung übernehmen sollen (ebd. S.99). Dieses beinhaltet, dass sie niemals den Mann zuerst ansprechen oder ihn um einen Tanz bitten (ebd. S.36 u. 40), ihn nicht nach seiner Telefonnummer fragen und ihn nicht anrufen, sondern höchstens zurückrufen dürfen (ebd. S.50). Außerdem sollten Frauen es den Männern überlassen, bei den ersten Dates Fragen zu stellen (ebd. S.33) und auf diese aufrichtig antworten, jedoch geheimnisvoll auftreten (ebd. S.110), indem sie nicht gleich alles über sich preisgeben, nicht mit den beruflichen Erfolgen prahlen und nicht zu viel reden (ebd. S.45).

„Ein Mann verliebt sich in Ihr Wesen und nicht in etwas, was Sie gesagt haben.“ (ebd. S.45)

Auch sollte eine Frau, um bei den Männern begehrter zu wirken, sowohl ein Telefonat nach zehn Minuten (ebd. S.56) als auch ein Date nach drei bis fünf Stunden (ebd. S.79) immer als Erstes beenden, um dem Gegenüber zu demonstrieren, wie beschäftigt sie ist. Die Regel 7 (ebd. S.63) schreibt Frauen vor, dass sie nach Mittwoch keine Einladungen mehr für Samstagabend annehmen, da der Mann sich rechtzeitig um ein Date kümmern sollte und „das Rendezvous ohne [...] Hilfe auf die Beine stellen“ muss (ebd. S.65), wenn er wirklich an einem Date mit der Frau interessiert ist. Außerdem sollte die Frau für ihn nicht häufiger als ein, maximal zweimal die Woche zur Verfügung stehen (ebd. S.85), damit der Mann nicht den Eindruck hat, die Frau hat keine Termine und er könnte sie somit als „Notlösung“ benutzen.

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668077942
ISBN (Buch)
9783668077959
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309440
Note
Schlagworte
darstellung datingverhaltens serien beispiel your mother

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