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Die Rechte der Frau bei Olympe de Gouges und Mary Wollstonecraft

Hausarbeit 2013 21 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Polithistorischer Kontext 1750-1800

3. Olympe de Gouges und die Erklärung der Rechte der Frau
3.1 Biographie de Gouges‘
3.2 Die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin

4. Mary Wollstonecraft und die Verteidigung der Rechte der Frau
4.1 Biographie Wollstonecrafts
4.2 Die Verteidigung der Rechte der Frau

5. Fazit

6. Quellen

Internetquellen

Literatur

1. Einleitung

Kaum FrauenrechtlerInnen des 18. Jahrhunderts wurden so bewundert und mussten gleichzeitig so viel mit Anfeindungen Leben wie Mary Wollstonecraft und Olympe de Gouges. Beide wurden lange Zeit aus dem öffentlichen Gedächtnis verbannt und erst im letzten Jahrhundert wiederentdeckt. In meiner Hausarbeit möchte ich mich zum einen mit dem von Olympe de Gouges 1791 verfassten Werk „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ und zum anderen mit Mary Wollstonecrafts 1792 erschienenem Werk „Die Verteidigung der Rechte der Frau“ beschäftigen. Die beiden Frauen lebten fast zeitgleich, hatten für die damaligen Verhältnisse keine typisch weiblichen Biographien, waren beide Anhängerinnen der Französischen Revolution, in beiden Werken spielt Rousseau eine Rolle und außerdem wurden beide Werke bekannten Personen gewidmet um Aufmerksamkeit zu erregen, das alles brachte mich auf den Vergleich. Ich werde wie folgt vorgehen. Als erstes ordne ich die Werke in den Polithistorischen Kontext ein. Danach widme ich mich als erstes Olympe de Gouges. Ich werde sie mit Hilfe ihrer Biographie vorstellen und mich anschließend mit ihrem Werk befassen, welches ich kurz vorstelle und dann auf die Hauptpunkte, die Reaktionen und die Relevanz eingehe. Anschließend komme ich zu Mary Wollstonecraft, die ich ebenfalls mit ihrer Biographie vorstelle und mich anschließend ihrem Werk widme. Auch hier werde ich das Werk kurz vorstellen, auf die Hauptpunkte eingehen, mich dann mit den Reaktionen und der Relevanz beschäftigen. Anschließend befasse ich mich mit der Beantwortung meiner Frage „Inwieweit verteidigt Mary Wollstonecraft mit ihrem Werk „Die Verteidigung der Rechte der Frau“ die von Olympe de Gouges geschriebene „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ ? und werde diese anhand der vorangegangen Analyse zu beantworten.

2. Polithistorischer Kontext 1750-1800

Mary Wollstonecraft und Olympe de Gouges wurden in einer Zeit des gesellschaftlichen und industriellen Umbruchs in Europa geboren.

In Großbritannien bestieg 2 Jahre nach Wollstonecrafts Geburt King George III. den Thron.

15 Jahre später als Großbritannien versuchte die Kolonien zu besteuern, Großbritannien hatte zu jener Zeit ganz Australien, Neuseeland, Indien und große Teile Nordamerikas und Afrikas als Kolonien unter sich, brach der amerikanische Unabhängigkeitskrieg aus. Dieser dauerte acht Jahre und nachdem Großbritannien einige Schlachten verlor, erkannten sie Amerikas Unabhängigkeit an.

Aufgrund der hauptsächlich von Großbritannien ausgehenden industriellen Revolution (Eric Habsbawm: „Wer industrielle Revolution sagt, meint Baumwolle.“[1] ) und den einhergehenden Erfindungen, ergaben sich tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Veränderungen. Dies führte zum Beispiel in Frankreich zur Französischen Revolution. In dieser wurden die Ideen zu den Menschenrechten ähnlich aufgegriffen.[2]

König Ludwig XVI. weigerte sich, mit Unterstützung des Klerus und Adels, auf die Forderungen der Revolution einzugehen, dem dritten Stand mehr Rechte einzuräumen. Daraufhin wurde der König hingerichtet, in Frankreich wird eine Verfassung verabschiedet und die 1. Republik ausgerufen.

In Folge dessen erklärten viele europäische Monarchien Frankreich den Krieg. Napoleon Bonaparte übernahm nach einem Staatsstreich die Macht. Er trennte Exekutive und Legislative und setzte damit den Anfang vom Ende des Fundamentalismus in ganz Europa.

Geistesgeschichtlich wurde die Renaissance durch die Aufklärer abgelöst, die die Stellung der Kirche und Religion schwächten und erste Züge des heutigen Demokratieverständnisses voranbrachten.[3]

Die Wirtschaft entwickelte erste Züge des Kapitalismus eben durch die schon erwähnte Industrialisierung.

Die Hauptveränderungen in Europa waren der Aufstieg Preußens zur Großmacht und das Frankreich nach dem Krieg gegen Großbritannien einen großen Teil seiner Kolonien aufgeben musste.[4]

3. Olympe de Gouges und die Erklärung der Rechte der Frau

3.1 Biographie de Gouges‘

Olympe de Gouges wurde am 7. Mai 1748 als Marie Gouze in Montauban, Frankreich geboren. Ihre Mutter Anne-Olympe Monisset war zwar mit dem Metzger Pierre Gouze verheiratet, der Vater ihrer Tochter soll aber der Marquis de Pompignom gewesen sein.

Mit 17 Jahren wurde Marie Gouze verheiratet. Nach der Geburt ihres Sohnes Pierre starb ihr Mann. Weniger Jahre später zog sie, die sich ab da (Marie) Olympe de Gouges nannte nach Paris. Durch ihren damaligen Lebensgefährten Jaques Bietrix de Rozières hatte sie Zugang zu den Salons und Frauenclubs in denen sie sich unter anderem mit Hilfe der Freundinnen ihrer Schwester dem Selbststudium und ihrer intellektuellen Entwicklung widmete. Sie verfasste erste „sozialkritische Romane und Theaterstücke, die sich auch mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft beschäftigen.“[5]

Allerdings widmet sie sich auch Themen wie Sklaverei „Würde man die Sklaverei abschaffen, so könnte man damit rechnen, dass sich die Neger zu ebenso treusorgenden Eltern und gewissenhaften Arbeitern entwickeln wie es die Weißen sind."[6] und zeigt an solchen Sätzen, dass sie die Kategorisierung der Gesellschaft als soziales Konstrukt begreift.[7]

Allerdings wurde de Gouges weniger mit ihren Romanen und Theaterstücken bekannt, sondern eher durch ihre tagesaktuelle Wandzeitung und offene Briefe in denen sie ihre Meinung kundtat.[8]

Sie wurde häufig verhöhnt für ihre Forderung nach Gleichberechtigung von Mann und Frau. Olympe de Gouges versteckte sich allerdings trotzdem nicht hinter ihren Schriften sondern erwähnte immer ihren Namen und betonte ihr Frau-Sein.[9]

1791 wird die im Zuge der Französischen Revolution verfasste „Déclaration des droits de l’homme et du citoyén“ (Erklärung der Rechte des Mannes/ des Menschen und Bürgers) von der Nationalversammlung in Frankreich verabschiedet.

De Gouges ist empört darüber, dass die Frauen, die die Französische Revolution mittrugen und ohne deren Hilfe es gar nicht so weit gekommen wäre nun wieder aus dem politischen Leben vertrieben werden sollten. „Ihr habt erklärt, dass alle Menschen gleich sind. Ihr habt bewirkt, dass einfache Hüttenbewohner gleichberechtigt neben Prinzen gehen. Und doch duldet ihr alle Tage, dass 13 Millionen Sklavinnen die Ketten von 13 Millionen Tyrannen tragen.“[10]

Wenige Tage später veröffentlicht Olympe de Gouges ihre „Déclaration des droits de la femme et de la citoyénne“ (Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin).[11]

Im April 1793 erklärt der Konvent, dass „Kinder, Irre, Minderjährige, Frauen und Kriminelle keine Bürgerrechte genießen“.[12] Im selben Jahr werden alle „Clubs und Vereine von Frauen“ verboten.[13]

Die Revolution der Frauen, die de Gouges anzettelte, wird Männern wie Robbespierre gefährlich. Zumal sich de Gouges nicht nur für die Frauenrechte sondern auch gegen die Todesstrafe einsetzte, wie bei der Hinrichtung des Königs. Sie widmete auch ihre „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ der Königin Marie-Antoinette, wozu ich aber später in meiner Arbeit noch kommen möchte.

Robespierre und andere verunglimpften de Gouges immer öfter als Prostituierte und Kurtisane, da sie nie wieder geheiratet hat. Noch dazu sei sie dekadent und dem Wahnsinn verfallen.[14]

Die Veröffentlichung des Textes „Les trois urnes ou le salut de la partrie par un voyageur aérien“ in dem sie eine Volksabstimmung über die künftige Staatsform forderte, brachte sie dann schlussendlich wegen Hochverrats ins Gefängnis. „Anschlag auf die Volkssouveränität“[15] lautete die Anklage.

Bei ihrer Verhandlung wurde ihr ein Verteidiger verweigert. „Ich bat um einen Verteidiger meiner Wahl. Ich bekam zu hören, dass dieser nicht anwesend sei oder sich nicht mit meiner Verteidigung belasten wollte; angesichts dessen bat ich um einen anderen. Die Antwort lautete, dass ich genug Hirn habe, um mich selbst zu verteidigen.“[16]

In einer fulminanten Verteidigungsrede verteidigte sie sich dann selbst und schriebt im Abschiedsbrief an ihren Sohn: „An die zwanzig Mal habe ich meine Henker erbleichen sehen. Da sie nicht wussten, was sie auf jeden meiner Sätze, die meine Unschuld und ihre Böswilligkeit zum Ausdruck brachten, entgegnen sollten, so haben sie das Todesurteil verhängt, aus Angst, das Volk könnte das beispiellose, nie dagewesene Unrecht erkennen.“[17]

Am 3. November 1793 wurde Olympe de Gouges hingerichtet. Wenige Tage später wurde im Courier Républicain eine Warnung an alle Frauen veröffentlicht. „Erinnert euch dieses Mannsweib, der schamlosen Olympe de Gouges, die als erste Frauenvereinigungen einrichtete, die aufhörte, ihr Hauswesen zu besorgen, die politisieren wollte und Verbrechen beging. Alle solchen unmoralischen Wesen wurden vom Rachefeuer der Gesetze vernichtet. Ihr wollt ihr nacheifern? Nein, ihr spürt wohl, dass ihr nur dann interessant und wahrhaft der Wertschätzung würdig seid, wenn ihr seid, was die Natur wollte, dass ihr seid.“[18]

3.2 Die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin

Nun möchte ich mich mit ihrer „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ beschäftigen. Das Buch erschien 1791 also kurz nach der Verabschiedung der Französischen Verfassung und kurz vor der Ausrufung der 1. Französischen Republik.

Sie begann das Werk mit einer Widmung an die französische Königin Marie Antoinette. Darauf folgt ein kurzer Abschnitt über die „Rechte der Frau“ und dann kommt es zur eigentlichen „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“. Diese möchte sie der Nationalversammlung zur Verabschiedung „in ihrer letzten Sitzung oder in der folgenden Legislaturperiode“ reichen.[19] Sie beginnt, wie viele Gesetzestexte mit einer Präambel, dann folgen die Artikel I bis XVII und die Postambel. Als Zusatz hängt Olympe eine „Form eines Contrat Social zwischen Mann und Frau“ an ihre Erklärung, eine Art Beispiel-Ehevertrag.

Olympe widmete ihr Buch also der Königin Marie Antoinette. In der Hoffnung, dass sie von einer Königen die Unterstützung erlangte, die solch eine Erklärung benötigt.

Auch beteuert sie, die Königin immer verteidigt zu haben: „Als das ganze Reich sie Beschuldigte und Sie für seine große Not verantwortlich machte, habe ich allein in diesen unruhigen Zeiten die Kraft aufgebracht, Sie zu verteidigen.“[20]

Olympe ist der Meinung, dass Marie Antoinette als Königin die Pflicht hat als Vermittlerin tätig zu sein und es ihr möglich ist, den Rechten der Frau Gewicht zu verleihen und diese zum Erfolg zu bringen.[21]

Sie bittet Marie Antoinette immer wieder mit ihr für die Rechte der Frau zu kämpfen und lockt sie sogar mit Versprechungen: „Unterstützen Sie, Madame, eine so schöne Sache; verteidigen Sie dieses unglückliche Geschlecht, und Sie werden schnell die Hälfte des Königreichs an Ihrer Seite finden, und mindestens ein Drittel der anderen Hälfte.“[22]

Sie schließt die Widmung mit den Worten: „Ich bin mit größtem Respekt, Madame, Ihre sehr ergebene und gehorsame Dienerin, De Gouges.“[23]

Als nächstes kommt sie dann zum Teil „Die Rechte der Frau“ wo sie „dem Mann“ die Frage stellt, ob er überhaupt im Stande sei, gerecht zu sein und wer ihm das Recht gäbe das weibliche Geschlecht zu unterdrücken.[24] Sie befiehlt dem Mann sich in der Natur umzusehen. Dort wird er feststellen, dass die Geschlechter überall in harmonischer Gemeinschaft zusammenleben.[25] Allein der Mann handele wider die Natur und stelle sich über die Frau. Er fordere in der Revolution seine Rechte auf Gleichheit, schweige aber über die Rechte anderer.[26]

Nach dieser energischen Vorrede kommt de Gouges zur eigentlichen „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ und damit als erstes zur Präambel. In der Präambel fordert sie, dass die Frauen ebenfalls Bestandteil der Nationalversammlung werden[27] und die „natürlichen, unveräußerlichen und heiligen Rechte der Frau“[28] in einer Erklärung festzuschreiben.Diese Erklärung folgt in 17 Artikeln, die ich zusammenfassen möchte. Artikel I beschäftigt sich mit der Gleichheit der Rechte von Mann und Frau. In Artikel II geht es um Freiheit, das Recht auf Eigentum, (Rechts-) Sicherheit und das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung.

Artikel III behandelt die Souveränität der Nation und der Individuen.

Artikel IV bestimmt noch einmal genauer die Freiheit und Gleichheit zwischen Mann und Frau und dass die Grenzen, die Männer daran hindern Tyrannei den Frauen gegenüber auszuüben durch Natur und Vernunft neu gesetzt werden müssen.[29] Artikel V beschreibt, dass die Gesetze der Natur und Vernunft alle Handlungen verbieten, die der Gesellschaft schaden.[30] Artikel VI besagt, dass die Gesetzgebung mit dem Volk abgestimmt werden muss und dass jeder Bürger vor dem Gesetz als gleich gilt. Artikel VII zeigt, dass Olympe keine Sonderrolle für die Frau haben möchte, sondern dass diese ebenfalls dem Gesetz unterliegen, angeklagt, verhaftet und gefangen gehalten werden sollen, wenn sie gegen ein Gesetz verstoßen. Artikel VIII verfestigt nochmal ihren Standpunkt zu Strafen durch das Gesetz und Artikel IX bekräftigt nochmal, dass Frauen auch nicht vom Gesetz geschont werden.[31] In Artikel X schreibt sie einen ihrer bekanntesten Sätze „Die Frau hat das Recht das Schafott zu besteigen, sie hat gleichermaßen das Recht die Tribüne zu besteigen“[32]

Artikel XI besagt, dass die freie Mitteilung der Gedanken das wertvollste recht der Frau ist und das es keiner Frau verwehrt werden darf auszusprechen, wer der leibliche Vater ihres Kindes ist.[33]

Artikel XII bescheinigt nochmals den allgemeinen Nutzen der Rechte der Frau und Bürgerin und dass diese garantiert werden müssen. Artikel XIII behandelt die Steuern, die Mann und Frau gleichermaßen bezahlen müssen. Artikel XIV beschäftigt sich ebenfalls mit den Steuern und der Überprüfung selbiger. Artikel XV beschreibt, dass jede Bürgerin, die so wie die Bürger Steuern zahlt, das Recht hat Rechenschaft über die Verwendung der Steuergelder zu verlangen. In Artikel XVI erklärt sie, dass die Französische Verfassung quasi nichtig sei, da es den Frauen verwehrt war, an ihr mitzuwirken und eine Verfassung nur dann Gültigkeit habe, wenn die Mehrheit der Bevölkerung an ihr mitwirkte.[34] Artikel XVII bestimmt dann noch einmal genauer das Eigentumsrecht als „unverletzliches und heiliges Recht“[35].

Die Postambel ist eine Art Weckruf an die Frauen. „Frauen erwachet! […] erkennt eure Rechte.“[36] Olympe versucht ein Gemeinschaftsgefühl aller Frauen ins Leben zu rufen („Frauen, was gibt es Gemeinsames zwischen euch und uns? Alles, müsstet ihr darauf antworten“[37] ) und damit einen starken Gegenpol zur Unterdrückung durch den Mann aufzubauen. Außerdem versucht sie, dass die Frauen Einfluss nehmen auf die Nationalerziehung. Auch gibt sie in der Postambel zu, dass Frauen mehr Böses als Gutes getan hätten und dass sie sich, was ihnen durch Zwänge entrissen wurde, durch List und Heimlichkeit wieder geholt hätten.[38] Auch auf die französische Regierung hätten die Frauen ihren Einfluss gehabt („[…]besonders die französische Regierung [war] abhängig von der nächtlichen Administration der Frauen. Alle Geheimnisse des Kabinetts kamen so in die Hände von Frauen.“[39] ). Sie beklagt wie sich die Achtung der Frau seit der Revolution gewandelt hat.[40] Auch beklagt sie, dass bei Frauen nicht die Intelligenz im Vordergrund steht sondern eher die Schönheit und Liebenswürdigkeit. („Eine Frau brauchte nur schön und Liebenswürdig zu sein; besaß sie beide Vorteile, dann lagen ihr hundert Reichtümer zu Füßen“[41] ) Ließ sich die Frau nicht darauf ein, so wurde sie als Querdenker verachtet. Die Frau wurde immer öfter zu einem „Spielball der Verachtung“[42]. Außerdem prangert de Gouges die starke Abhängigkeit der Frauen an. Sie sind sowohl finanziell als auch gesellschaftlich abhängig von ihren Männern und wenn sich ein Mann gegen seine Frau entscheidet, warum auch immer, ist es meist nicht er, der verachtet wird sondern die Frau („Die Ehe ist das Grab des Vertrauens und der Liebe“[43] ). Olympe möchte auf diese Missstände aufmerksam machen. Dennoch sieht sie, dass die Zeit für solch grundlegende Umbrüche noch nicht gekommen ist und überlässt es zukünftigen Menschen die Materie zu behandeln.[44]

Als letztes verfasste de Gouges in ihrem Werk eine „Form eines Contrat Social zwischen Mann und Frau“ in Anlehnung an Rousseaus „Contrat Social“, als eine Art Ehevertrag. In diesem Ehevertrag sind die wichtigsten Punkte, dass Mann und Frau „das Vermögen gemeinschaftlich verwalten“[45] und es zu gleichen Teilen an gemeinsame und nicht eheliche Kinder verteilen.[46] Im Falle einer Scheidung soll das Vermögen wieder geteilt werden.[47]

De Gouges war sich bewusst, dass dieser Ehevertrag auf viel Widerstand und Unverständnis treffen würde („Ich sehe die Tartuffes, die Klatschmäuler, den Klerus und die ganze teuflische Bande schon vor mir, wie sie beim Lesen dieser ungewöhnlichen Schrift gegen mich in Aufstand kommen.“[48] ) Auch weißt sie in diesem „Contrat Social zwischen Mann und Frau“ auf ein Gesetz hin, das Witwen und Mädchen, die sich auf einen Mann eingelassen haben, davor beschützt, gesellschaftlich geächtet zu werden.[49]

Auch ist de Gouges der Meinung, dass die Würde der Frauen nur gehoben werden kann, wenn sie zusammen mit den Männern in allen Berufszweigen teilnehmen können. Die Männer, denen dies nicht passt, möchte sie dazu zwingen ihr Vermögen gerecht mit ihren Frauen zu teilen. Dann folgt ein kurzer Einschub über die Kolonialkriege Frankreichs und Großbritanniens, für die sie eine große Schuld bei den Vertretern in der Nationalversammlung sieht. („Anstifter dieser Brandherde […] sie sitzen bis in die Nationalversammlung;“[50] ).

Aus diesem Grund ist sie dafür Exekutive und Legislative, die sie wie Mann und Frau betrachtet, „[…]vereinigt um einen guten Haushalt zu führen, aber gleich an Kraft und Tugend“[51] zusammenzufügen.

[...]


[1] Eric J. Hobsbawm: Industrie und Empire I. Frankfurt am Main 1969, S. 55

[2] http://www.droits-de-lhomme.ch/

[3] Handbuch der europäischen Geschichte. Hrsg. von Theodor Schieder

[4] Handbuch der europäischen Geschichte. Hrsg. von Theodor Schieder

[5] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[6] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[7] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[8] http://olympe-de-gouges.info/lebenslauf/

[9] http://olympe-de-gouges.info/lebenslauf/

[10] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[11] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[12] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[13] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[14] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[15] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[16] http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/olympe-de-gouges

[17] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[18] http://www.frauenmediaturm.de/themen-portraets/feministische-pionierinnen/olympe-de-gouges/

[19] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.107

[20] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.103

[21] ebenda

[22] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.105

[23] Ebenda.

[24] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.107

[25] Ebenda

[26] Ebenda

[27] Ebenda

[28] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.109

[29] ebenda

[30] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.109

[31] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.111

[32] ebenda

[33] ebenda

[34] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.113

[35] Ebenda

[36] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.115

[37] Ebenda

[38] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.115

[39] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.117

[40] Ebenda

[41] Ebenda

[42] Ebenda

[43] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.119

[44] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.119

[45] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg., H. Schröder.) Aachen 1995: S.119

[46] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg., H. Schröder.) Aachen 1995: S.121

[47] Ebenda

[48] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.121

[49] Ebenda

[50] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.123

[51] Olympe de Gouges: Mensch und Bürgerin. "Die Rechte der Frau" (1791. Hrsg. H. Schröder.) Aachen 1995: S.125

Details

Seiten
21
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668076037
ISBN (Buch)
9783668076044
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v309338
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Otto Suhr Institut
Note
1,7
Schlagworte
Gender Aufklärung Geschlechtertheorie Olympe de Gouges Mary Wollstonecraft

Autor

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Titel: Die Rechte der Frau bei Olympe de Gouges und Mary Wollstonecraft