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Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus

Projektarbeit 2013 24 Seiten

Pflegemanagement / Sozialmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Zielsetzung und Gliederung der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Gesundheit
2.2 Das Krankenhaus
2.3 Das betriebliche Gesundheitsmanagement

3. Arbeitsplatz Krankenhaus
3.1 Die Arbeitssituation im Krankenhaus
3.2 Arbeitsinhalt von Pflegekräften
3.3 Belastungen von Pflegekräften
3.4 Fehlzeiten
3.4.1 Fehlzeiten von Pflegekräften im Krankenhaus
3.4.2 Erkrankungsarten
3.4.3 Kosten durch krankheitsbedingte Fehlzeiten

4. Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus
4.1 Aufgaben des betrieblichen Gesundheitsmanagements
4.2 Nutzen für das Krankenhaus
4.3 Kosten für das Krankenhaus
4.4 Der Zusammenhang von Gesundheitsförderung und Gesundheits-
management
4.5 Gesundheitsförderung von Pflegekräften
4.5.1 Ziele von betrieblicher Gesundheitsförderung
4.5.2 Maßnahmen
4.5.2.1 Gesundheitszirkel
4.5.2.2 Mitarbeiterbefragungen
4.5.2.3 Der betriebliche Gesundheitsbericht
4.5.2.4 Arbeitszeitgestaltung
4.5.2.5 Work-Life-Balance
4.5.2.6 Kinästhetik

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Hinweis:

Aus Gründen der Einfachheit und Sprachästhetik werden in dieser Arbeit bei Verwendung der männlichen Form immer beide Geschlechter angesprochen.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Drei Säulen der betrieblichen Gesundheitspolitik 5

1. Einleitung

Im Folgenden werden einleitende Worte zum Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus“ gemacht.

1.1 Hinführung zum Thema

Krankenpflegekräfte bilden mit ca. 517 000 Beschäftigten die größte Berufsgruppe in deutschen Krankenhäusern.[1] Der Pflegeberuf gilt als schwieriger Beruf, da der unmittelbare, fast tägliche Kontakt zu Sterbenden und kranken Menschen, der Schichtdienst sowie andere belastende Arbeitsbedingungen Krankenschwestern und -pflegern ein hohes Maß an Energie abfordern und diese gezwungen sind, enorme Regenerationsleistungen zu erbringen. Das Risiko, selbst zu erkranken und vorzeitig aus dem Beruf auszuscheiden, ist für Pflegekräfte hinlänglich bekannt, jedoch trifft dies erst seit Zeiten des Pflegenotstands, hervorgerufen durch den demografischen Wandel, wieder auf öffentliches Interesse. Trotz gesundheitspolitischer Umstrukturierungen in den Krankenhäusern in den letzten Jahren gilt betriebliches Gesundheitsmanagement häufig als „Luxusthema“. Die Zahl der Krankenhäuser, in denen systematisch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingeführt und umgesetzt wurden, ist im Vergleich zu anderen Branchen gering[2]. Wie aus einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts von 2009 hervorgeht, ist die Umsetzungs- und Implementierungsquote von Systemen des betrieblichen Gesundheitsmanagements in deutschen Krankenhäusern als unbefriedigend zu bezeichnen.[3] Nur 38% der befragten Häuser haben die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter in ihrem Leitbild verankert, messbare Ziele haben sogar nur 20% der befragten Krankenhäuser formuliert. Dies bedeutet, dass 80 % der Häuser keine konkrete strategische Ausrichtung hinsichtlich des betrieblichen Gesundheitsmanagements besitzen. Die oben genannten Fakten zeigen, dass dringender Bedarf besteht, Systeme und Strukturen in Krankenhäusern zu professionalisieren.

1.2 Zielsetzung und Gliederung der Arbeit

Die Motivation dieser Projektarbeit ist es, dem Leser zu veranschaulichen, welchen Belastungen Pflegekräfte im Krankenhaus ausgesetzt sind und herauszuarbeiten, ob es möglich ist, Fehlzeiten von Pflegekräften im Krankenhaus mit Hilfe von Instrumenten des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu reduzieren. Dabei wird in Kapitel 2 eine Begriffserklärung von Gesundheit, betrieblichem Gesundheitsmanagement und dem Krankenhaus allgemein vorgenommen. In Kapitel 3 wird das Krankenhaus als Arbeitsplatz betrachtet, Belastungen und Risiken der Pflegekräfte herausgestellt sowie Erkrankungen und die damit verbundenen Fehlzeiten von Mitarbeitern aufgezeigt. Im 4. Kapitel gibt die Autorin einen Überblick übe die Aufgaben des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Kosten und Nutzen aus Sicht des Krankenhauses werden dargestellt. Kapitel 4 beschäftigt sich außerdem mit dem Zusammenhang von betrieblichem Gesundheitsmanagement und betrieblicher Gesundheitsförderung. Die Ziele von Gesundheitsförderung im Krankenhaus und die möglichen Maßnahmen, die zur Verbesserung der Gesundheit der Mitarbeiter beitragen könnten werden näher betrachtet. Zum Abschluss zieht die Autorin ein Fazit und gibt einen Ausblick in Bezug auf die vorausgegangenen Kapitel.

2. Theoretische Grundlagen

Im Folgenden werden Begrifflichkeiten zum Thema der Projektarbeit „Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus“ erklärt.

2.1 Gesundheit

Zunächst gilt es zu definieren, was unter dem Begriff Gesundheit zu verstehen ist. Laut Begriffsbestimmung der Weltgesundheitsorganisation von 1946, ist Gesundheit:

„ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“[4]

In dieser Definition wird Gesundheit als Zustand bezeichnet, der sich erst dann einstellt, wenn der Mensch sich in seiner sozialen Umgebung seelisch, körperlich und psychisch wohl fühlt. Allein die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen reicht demnach nicht aus, um von Gesundheit des Menschen zu sprechen[5].

Trotz der Begriffsbestimmung der WHO gibt es keine allgemeingültige Definition des Gesundheitsbegriffes, da sich je nach Blickrichtung medizinische, psychologische, soziologische und Public-Health-Perspektiven auf Gesundheit finden lassen. Auch in der naturwissenschaftlichen Medizin gibt es keine wissenschaftlich eindeutige Begriffsbestimmung für Gesundheit.[6]

Im Folgenden werden die Dimensionen von Gesundheit noch einmal genauer aufgezeigt, da in der Forschungsliteratur häufig die Meinung vertreten wird, Gesundheit sei ganzheitlich zu verstehen.

Soziale Gesundheit: bezieht sich auf ein Netzwerk von Freunden, Familie und Kollegen mit dem Ziel von sozialer Unterstützung, z. Bsp. sich aussprechen zu können oder das Gefühl zu haben, nicht allein zu sein.[7]

Emotionale Gesundheit: bezieht sich auf die Fähigkeit einer Person, Gefühle wahrzunehmen und ihren Ausdruck und Raum geben zu können sowie Beziehungen aufzubauen und diese aufrechtzuerhalten.[8]

Psychische Gesundheit: bezieht sich auf ein positives Lebens- und Selbstwertgefühl. Im Mittelpunkt steht, sich mental wohl zu fühlen und den Lebensalltag meistern zu können.[9]

Physische Gesundheit: bezieht sich auf das körperliche Wohlbefinden, die Abwesenheit von Krankheit.[10]

Spirituelle Gesundheit: „ ist das Erkennen und die Fähigkeit, moralische und religiöse Grundsätze und Überzeugungen in die Praxis umsetzen zu können.[11]

Sexuelle Gesundheit: bezieht sich auf die Fähigkeit, seine Sexualität ausdrücken und ausleben zu können.[12]

2.2 Das Krankenhaus

Das Krankenhaus wird als multifunktionale medizinische Einrichtung bezeichnet, da zum einen Dienstleistungen der medizinischen und zum anderen der pflegerischen Versorgung von Patienten angeboten werden.[13] Hauptleistungen eines Krankenhauses sind Diagnostik und Therapie verschiedener Erkrankungen sowie die Verpflegung und Unterbringung von Patienten. Ein Krankenhaus zielt daher auf eine bedarfsgerechte, voll-, teil-, vor- und nachstationäre Behandlung von Patienten ab[14]. Der Unterschied zu einer ambulanten Behandlung wie zum Beispiel in einer niedergelassenen Arztpraxis ist, dass bei einer stationären Behandlung ein ein- bzw. mehrtägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich ist. Krankenhäuser bieten zusätzlich über Ambulanzen und Polikliniken die Möglichkeit an, ambulante Untersuchungen und Behandlungen ausführen zu lassen, die in den örtlichen Arztpraxen nicht oder nur unzureichend ausgeführt werden können. Ebenso sind sie für die Ausbildung von Pflegepersonal verantwortlich. Universitätskliniken dienen außerdem im großen Maße der Lehre und Forschung. Je nach Trägerschaft unterscheidet man staatliche und Gemeinde-Krankenhäuser (öffentlich, gemeinnützige Krankenhäuser) sowie private, konfessionelle und karitative Häuser. Nach den entsprechenden Einrichtungen wird noch einmal eine Unterteilung in Allgemein-Krankenhäuser (diese sind in einzelne Abteilungen aufgeteilt), Fach- oder Spezialkliniken (z. Bsp. Kinderkrankenhaus, Hautklinik, Nervenklinik) und Sonderkrankenhäuser (z. Bsp. Rehabilitationskliniken) vorgenommen. Patienten verfügen über eine freie Krankenhauswahl, jedoch benötigen sie für eine Behandlung in einem Krankenhaus eine Einweisung durch einen niedergelassenen Arzt[15]. In der Regel erbringen die Krankenhäuser die allgemeinen Krankenhausleistungen, die durch einen definierten Versorgungsauftrag von den Krankenhausplanungsbehörden festgelegt wurden. Hier wird unterteilt Grund- und Regelversorgungsleistungen, Schwerpunktleistungen und Leistungen der Maximalversorgung.[16]

2.3 Das betriebliche Gesundheitsmanagement

Laut Wienemann wird betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) folgendermaßen definiert : „Betriebliches Gesundheitsmanagement ist die bewusste Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse, mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens des Beschäftigten.“[17]

Das betriebliche Gesundheitsmanagement wird in drei Bereiche unterteilt: die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz, die betriebliche Gesundheitsförderung sowie das Human-Resource-Management. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz hat hier die Aufgabe, die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes und nachgeordneten Gesetzen und Verordnungen umzusetzen. Im Human-Resource-Management soll im Rahmen der betrieblichen Personalpolitik darauf geachtet werden, dass die Gesundheit der Beschäftigten als Quelle der beruflichen Leitungsfähigkeit angesehen und als wirtschaftlicher Faktor gefördert und erhalten wird. Die betriebliche Gesundheitsförderung ist ein System von konkreten Maßnahmen in einem Unternehmen, das der Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter dient.[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Drei Säulen der betrieblichen Gesundheitspolitik entnommen aus: Oppolzer, A. (2010), S.23 (unveränderte Übernahme)

[...]


[1] Vgl. Bandura, B. /Schellenschmidt, H./ Vetter, Ch. (2004), S.55.

[2] Vgl. Höppner, H. (2004), S. 9

[3] Vgl. Reiter, P. ( 2011), S. 4

[4] http://www.who.int/about/definition/en/print.html

[5] Vgl. Reiter, P. (2011), S. 9

[6] Vgl. Höppner, H. (2004), S. 36

[7] Vgl. Naidoo, J. /Wills, J. (2003), S.6

[8] Vgl. ebd.

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. ebd.

[11] Naidoo, J. (2003), S.7

[12] Vgl. Naidoo, J. /Wills, J. (2003), S. 7

[13] Vgl. Lüthy, A./ Buchmann, U. (2009), S.18

[14] Vgl. Eichhorn, S. (2008), S.81

[15] Vgl. http://www.gbe-bund.de/gbe10/ergebnisse.prc_tab?fid=8705&suchstring=Das_Krankenhaus_Definition&query_id=&sprache=D&fund_typ=DEF&methode=2&vt=1&verwandte=1&page_ret=0&seite=1&p_lfd_nr=1&p_news=&p_sprachkz=D&p_uid=gastg&p_aid=690401&hlp_nr=3&p_janein=J

[16] Vgl. Papenhoff, M. / Platzköster, C. (2010), S.31

[17] Vgl.http://www.uni-tuebingen.de/einrichtungen/service/betriebliches-gesundheitsmanagement.html

[18] Vgl. Oppolzer, A. (2010), S. 23

Details

Seiten
24
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668070318
ISBN (Buch)
9783668070325
Dateigröße
631 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v308806
Institution / Hochschule
Hanseatische Verwaltungs- und Wirtschafts- Akademie VWA gemeinnützige GmbH, Studienzentrum Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
betriebliches gesundheitsmanagement krankenhaus

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