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Im Circus Maximus. Vertiefung der Texterschließung anhand eines lateinischen Textes zu einem Wagenrennen (6. Klasse)

Unterrichtsentwurf 2015 19 Seiten

Latein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I.Informationsteil
1.1.SchulischeRahmenbedingungen
1.2.Lemgruppe
1.3.EinordnungdesUnterrichtsgeschehens

II.Die Unterrichtseinheit
2.1.ThemaderUnterrichtsstunde
2.2.Kernanliegen der Stunde
2.3.KonkreteKompetenzerwartungenanhand des geplanten Unterrichtsgeschehens
2.4.Antizipation vonSchwierigkeiten

III.Tabellarischer Unterrichtsentwurf

IV.Literaturverzeichnis

V.Anhang

I.Informationsteil

2.1.Schulische Rahmenbedingungen

Das XXX Gymnasium bietet Latein sowohl als erste Fremdsprache in der fünften Klasse als „Latein Plus“ zusätzlich zu Englisch an - L5 genannt - als auch als zweite Fremdsprache ab Klasse sechs als Differenzierungskurs - L6 genannt. Zu Letzterem zählt die heutige Lerngruppe. Hier werden dann Schülerinnen und Schüler[1], die Latein gewählt haben, aus den verschiedenen sechsten Klassen zu - in diesem Fall zwei - Latein-Differenzierungskursen zusammengetan.

Das Lehrwerk für die SuS, die Latein ab der fünfte Klasse haben, ist Prima A[2]. Für die Kurse, die Latein ab der sechsten Klasse gewählt haben, dient Prima nova als Lehrwerk[3].

2.2. Lerngruppe

Die 21 SuS sind aus zwölf Mädchen und neun Jungen aus der 6B und der 6C zusammengesetzt und haben in dieser Konstellation erst seit Beginn dieses Schuljahres gemeinsam Unterricht.

Die Lerngruppe ist äußerst konzentriert, hoch motiviert und aufmerksam, sodass altersbedingte Störungen nicht ins Gewicht fallen. Im Gegenteil müssen die SuS eher in ihrem Engagement bisweilen eher etwas gebremst werden, wenn sie zum Beispiel durch nervöses Schnipsen mit den Fingern ihrer Meldung im Unterricht mehr Gewicht verleihen wollen, aus Partnerarbeit ein Wettrennen entsteht oder die SuS schnell unruhig werden, wenn sie nicht unmittelbar nach Fertigstellung ihrer Stillarbeit mit der nächsten Aufgabe betreut werden. So wird auch in Absprache mit den Klassenlehrern bei dieser Klasse besonders darauf geachtet, dass die SuS sich selbst auch mal zur Ruhe kommen lassen und in ihrem teilweise unbändigen Ehrgeiz nicht unnötig unter Leistungsdruck gesetzt werden, sondern vor allem den Spaß am Lernen, am Wissen und an der Schule bewahren.

Es ist eine sehr hohe Beteiligung in plenaren Phasen zu verzeichnen. Sogar freiwillige Zusatzaufgaben werden von den meisten SuS ehrgeizig und freudig entgegengenommen und gewissenhaft bearbeitet.

Schülerin L. ist Legasthenikerin. Sie ist im Unterricht sehr zurückhaltend und traut sich nur selten aufzuzeigen. Beim Vorlesen hat sie besondere Probleme und ist hier besonders eingeschüchtert. Auch wenn sie richtige Antworten im Heft stehen hat, meldet sie sich kaum aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Daher wird bei dieser Schülerin besonderer Wert darauf gelegt, sie ins Unterrichtsgeschehen einzubinden, ohne sie noch mehr zu verschrecken. Sie wird aus diesem Grund bei Meldungen auch besonders bevorzugt und ermutigt und bei Fehlern, die auf die Lese-Rechtschreibschwäche zurückzuführen sein könnten, nicht so kritisch im Plenum zurechtgewiesen. Weiter benötigt sie in Phasen der Einzel- oder Partnerarbeit auch besondere Unterstützung, die sich zum Beispiel in besonderer individueller Beratung äußern kann.

Außerdem hat Schüler S. eine Klasse übersprungen. Der Altersunterschied zu seinen Mitschülern ist deutlich zu spüren. Er ist deutlich kleiner als seine Mitschüler und hat sich auch noch nicht vollständig integriert. Er albert ab und an zwar mit seinen älteren Mitschülern, hat sich jedoch in jedem Klassenraum immer sofort allein in die letzte Reihe gesetzt und lehnt immer höflich ab, wenn die Lehrperson[4]ihn dazu ermuntert, sich in Partnerarbeit zu den anderen Mitschülern zu setzen. Hier ist besonderes Fingerspitzengefühl von der LP gefordert, um den Jungen Stück für Stück mehr in das Klassengeschehen zu integrieren, ohne ihn unter Druck zu setzen oder gar vor den Mitschülern bloßzustellen. Man kann davon ausgehen, dass er sich nicht besser integrieren kann, wenn die LP ihn zu sehr umsorgt und dadurch seine Außenseiterrolle als „Springer“ noch mehr verschärft. An anderen Stellen versucht S. selber, sich in der Klasse zu integrieren und bei seinen Mitschülern beliebt zu machen. So hat er nach einem Vokabelspiel angeboten, anstelle des Verlierers Kuchen für die nächste Sitzung mitzubringen. Im Unterricht selbst ist er engagiert dabei und kommt inhaltlich und stofflich gut mit, soweit man in diesem ersten Monat des Lateinunterrichts beurteilen kann.

Insgesamt ist das Arbeitsklima in dem Kurs von einem respektvollen und freundlichen Umgang geprägt.

Da der Kurs sich erst teilweise kennt und einige SuS - wie oben beschrieben - noch Integrationsschwierigkeiten zeigen, wird großer Wert auf Partner- und Gruppenarbeiten gelegt. Dies erwies sich in vorausgegangener Zeit als besonders produktiv und auch förderlich für das Zusammengehörigkeitsgefühl des Kurses. Um die Klassen innerhalb des Kurses besser durchzumischen, wird auch zu neuen Gruppierungen gegriffen, so zum Beispiel Spiele, bei deinen die Jungs gegen die Mädchen im Vokabel- oder Grammatikquiz antreten.

1.2. Einordnung des Unterrichtsgeschehens

Da die SuS häufig auf einem sehr unterschiedlichen Stand im Hinblick auf die deutsche Grammatik und Satzlehre sind, wurde zunächst das Augenmerk darauf gelegt, eine gemeinsame Grundlage in dieser Hinsicht zu schaffen. Es wurde die Unterscheidung wesentlicher Wortarten wie Verben, Substantive, Adjektive wiederholt sowie die Wortformen, näher die verschiedenen Kasus, und Satzgliedfunktionen wie Subjekt, Prädikat, Objekt und zuletzt auch das Prädikatsnomen.

So konnten im Anschluss daran direkt Parallelen zwischen der deutschen und der lateinischen Sprache gezogen werden wie die Bildung der 3. Person Singular Indikativ Präsens durch den Stamm und die Personalendung -t. Hier haben die SuS im Sinne der Sprachkompetenz schon einfache parallele Gesetzmäßigkeiten im Wortschatz des Deutsches zum Lateinischen kennengelernt und für das Verständnis von Letzterem genutzt[5].

In Lektion 1 wurde also dann die 3. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv der a- und e- Konjugation sowie der Nominativ Singular der a-, o- und konsonantischen Deklination eingeführt. Das Verständnis und auch Bildung dieser Formen bereitete den SuS keinerlei Schwierigkeiten, u.A. deshalb, weil die Verknüpfung zum Deutschen immer im Auge behalten wurde.

Bei der Übersetzung des ersten lateinischen Textes - T-Text der Lektion 1 - stellte sich dannjedoch heraus, dass die SuS doch eingeschüchtert von der neuen Sprache waren und es ihnen nicht so einfach wie erwartet fiel, das theoretisch erworbene Wissen über den Satzbau und der Bildung der 3. Person Singular sowie des Nominativs als Subjekt bzw. Prädikatsnomen auf die Praxis anzuwenden. So kamen doch schon in diesem T-Text die ersten Probleme der richtigen Wiedergabe auf und die SuS schienen teilweise eingeschüchtert von der neuen Sprache ihr Wissen über die adäquate Wiedergabe eines Nominativs als Subjekt zum Beispiel vergessen zu haben. Nachdem die SuS jedoch mit den ersten Sätzen und damit der lateinischen Sprache als Text warm geworden waren, wurden diese Probleme deutlich weniger. Dennoch soll daher der Schwerpunkt der heutigen Stunde auf der Textkompetenz liegen, um den SuS Sicherheit darin zu geben, routinierter didaktisierte lateinische Texte unter Beachtung ihres Sinngehalts und ihrer sprachlichen Struktur ins Deutsche übersetzen (rekodieren) zu können[6].

Weiter offenbarte sich auch schon in der ersten Lektion das rege Interesse der SuS an der römischen Geschichte. Bei der Thematisierung der römischen Republik als Staatsform kamen

[...]


[1]ISchülerinnen und Schüler wird im Folgenden abgekürzt mit SuS.

[2]2Prima A: Prima - Gesamtkurs Latein - Textband Ausgabe A sowie Prima A: Prima - Gesamtkurs Latein - Begleitband Ausgabe A, C.C. Buchner, 20042.

[3]3prima.nova Latein lernen / Textband: Gesamtkurs Latein sowie prima.nova Latein lernen / Begleitband: Gesamtkurs Latein, C.C. Buchner, 20 1 52.

[4]Die Lehrperson wird im Folgenden mit LP abgekürzt.

[5]5Vgl. Kernlehrplan für das Gymnasium. Sekundarstufe I. Latein (im Folgenden abgekürzt als KLP Sek. I Latein) S.21.

[6]6Vgl. KLP Sek. I Latein S. 24.

Details

Seiten
19
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668066847
ISBN (Buch)
9783668066854
Dateigröße
2.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v308018
Note
1
Schlagworte
circus maximus vertiefung texterschließung textes wagenrennen klasse

Autor

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Titel: Im Circus Maximus. Vertiefung der Texterschließung anhand eines lateinischen Textes zu einem Wagenrennen (6. Klasse)