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You'll Believe a Man Can Fly? Die Flugeffekte im Film „Superman“ (1978)

Hausarbeit 2013 14 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsangabe

I. Einleitung ... 3

II. Flug Effekte ... 3

a. Landen und Take-Off ... 3

b. Blue Screen ... 4

c. Bewegung des Umhangs ... 5

d. Frontprojektion ... 6

e. Der Zoptic Effekt ... 7

III. Fazit ... 8

IV. Quellen ... 9

V. Anhang ... 10

I. Einleitung

Der Fokus meiner Auseinandersetzung bezieht sich vor allem auf die Tagline des Films "Superman" (1978);"You’ll Believe a Man Can Fly" (siehe S.10: Bild 1: Superman (1978) Filmplakat). Das wichtigste Element des Filmes ist die Glaubwürdigkeit von Supermans Kräften; dass er fliegen kann. Um den Effekt eines überzeugenden Fluges zu konstruieren, wurden alte und neue, extra für den Film kreierte, Techniken benutzt. Nachdem diese Techniken vorgestellt sind, werde ich die Glaubwürdigkeit dieser Effekte prüfen.

II. Flug Effekte

a. Landen und Take-Off

Eins der Effekte, die im Film benutzt wurden, um den Schauspieler Christopher Reeves als Superman zum Fliegen zu bringen, war die Nutzung von Stahlkabeln. Ursprünglich hatte die Crew überlegt, Superman beim Zu- und Wegfliegen an Stahlkabeln zu befestigen, jedoch entschied sie sich aufgrund des hohen Aufwandes und der Gefahr[1] dafür, Stahlkabel nur für eine, weniger vorkommende, Art von "Flug" zu verwenden.

"Suspending Superman on wires was used when he had to take off or land. Usually when other actors where involved in the shot. Christopher Reeves was typically suspended from a tower crane, 200 feet tall by two wires that were attached by a harness at his waist." [2]

Christopher Reeves musste dazu durch ein sogenanntes Gurtzeug an seiner Hüfte tragen, welches durch dünne Kabel an einer Flugvorrichtung befestigt war. Die Kabel sind wiederum mit einem von Stahlseilen getragenen Trapez verbunden.[3] Die Nutzung dieses Systems ist besonders in der Szene auffällig, in der Superman einen Bösewicht einen Polizisten ausliefert (siehe Superman 01:11:45 – 01:11:52). Superman landet / sinkt langsam, linear und aufrecht von oben nach unten, auf den Bürgersteig.

Doch ganz so einfach war das Landen nicht. Die dünnen Kabel waren zu Begins sichtbar. Um dies zu vermeiden, wurden die Kabel so nachgezeichnet um sich ihren Hintergrund anzupassen. Diese Technik nennt sich rotoscoping.

"It was an incredibly laborious task, involving using an optical printer or projector to rotoscope the wires (draw around them frame-by-frame), photographing those rotoscope mattes, and using them in the optical printer to print clean frames over top of the wires. The process could take hours, sometimes days, just for a single shot."[4]

Ein sogenannter optical printer besteht aus einem Projektor, der direkt gegenüber einer Kamera aufgebaut ist. Die Kamera kann so zwei Bilder miteinander kombinieren.[5]

b. Blue Screen

Der Blue Screen spielt einen großen Teil für die Flugeffekte Supermans. Immer wenn Superman sich im Flug dreht, seine Richtung ändert und klein im Bild zu sehen ist, wurde Blue Screen verwendet.[6] "Dabei wird ein Darsteller oder ein Modell vor einer in reinem Blau [oder Grün] angeleuchteten Wand mit Farbnegativfilm aufgenommen, auf dem die Primärfarben der Fotografie – Rot, Blau und Grün – nicht sichtbar sind. Durch Maskierung oder Abdeckung des Blau- oder Grüntons kann das Bild anschließend vom Hintergrund getrennt werden. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde das Maskieren von einem Optischen Printer besorgt, [...]. Die Hintergrundfarbe kann durch ein Mattebild oder Live-Action-Aufnahmen eines tobenden Feuers, eines gewaltigen Wasserfalls oder auch der Marsoberfläche ersetzt werden."[7]

Was sofort als technisches Problem zu erkennen ist, ist das blaue, allbekannte Kostüm Supermans. Da man die Farbe des Kostümes nicht ändern durfte, musste Roy Fields[8] sechs Monate verschiedene Blau- und Türkistöne vor dem Bluescreen testen, bis er einen Blauton fand, den man benutzen konnte um vor dem Bluescreen durch eine Variation der Trennung der Primärfarben Mattes kreieren zu können. [9] (siehe S. 11, Bild 2: Supermans Kostüm vor dem Blue Screen).

In der Szene, wo Superman über Metropolis fliegt (siehe Superman 01:10:26 – 01:10:42) sieht sein Flug real aus, da der Hintergrund auf seine Bewgungen abgestimmt ist. Zwar fällt dennoch durch die Licht- und Schattengebung auf, dass beide Bildkomponenten voneinander getrennt aufgenommen wurden. Außerdem fällt bei genauerem Vergleich auf, dass Supermans Kostüm in oft den Farbton geändert hat (siehe zum Vergleich z.B. den Hoover Damm Bruch ab 02:06:38), was wiederum diese Szenen unecht wirken lassen.

c. Bewegung des Umhangs

Ein weiteres Problem an Supermans Kostüm, das die Crew zu bewältigen hatte, war die Bewegung von Supermans Umhang. Da Christopher Reeves für den größten Teil der Flugaufnahmen sich kaum bewegen musste, blieb der Umhang unpassend starr. In einem Interview mit Colin Chivers[10] meint er, dass Windmaschinen der Crew nicht genug Kontrolle geben würden. Les Bowie [11] erfand ein spezielles, mechanisches Gerät.[12]

"In order to effectively sell the concept of Superman flying with great speed, given the fact that most of the time, he was hardly moving, a special cape fluttering device was created, which consisted of umbrella-like poles which were placed under the cape which then moved by remote control." [13]

Dieses Gerät wurde effektiv in allen Flugszenen benutzt und spielt eine große Rolle in der Wirkung vom fliegenden Superman.

[...]


[1] Vgl. Rickitt, Richard. Special Effects: The History and Technique. New York: Billboard Books, 2007. S. 85.

[2] Thau, Michael. The Magic Behind the Cape. 2001.

[3] Vgl. Hamilton, Jake. Spezialeffekte in Film und Fernsehen. Nürnberg: Tessloff, 1998. S.38/39.

[4] "The 365 Most Important Visual Effects Movies Ever: Superman." Web. 23 Sept. 2013.

[5] Vgl. Finch, Christopher: Special Effects: Creating Movie Magic. New York: Abbeville Press, 1984. S. 246.

[6] Thau, Michael. The Magic Behind the Cape. 2001.

[7] Hamilton, Jake. Spezialeffekte in Film und Fernsehen. Nürnberg: Tessloff, 1998. S. 18/19.

[8] Roy Fields war der Optical Effects Supervisor am Set von Superman (1978).

[9] Vgl. Rickitt, Richard. Special Effects: The History and Technique. New York, NY: Billboard Books, 2007. S.66.

[10] Colin Chivers war der Creative Director der Special Effects am Set von Superman (1978).

[11] Les Bowie war der Creative Supervisor of Mattes am Set von Superman (1978).

[12] Lightman, Herb A., ed. American Cinematographer. Vol. 60. Hollywood, 1979. S.60.

[13] Thau, Michael. The Magic Behind the Cape. 2001.

Details

Seiten
14
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668060388
ISBN (Buch)
9783668060395
Dateigröße
1001 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v307935
Institution / Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar
Note
1,5
Schlagworte
Filmanalyse Special Effects Superman

Autor

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Titel: You'll Believe a Man Can Fly? Die Flugeffekte im Film „Superman“ (1978)