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Die Verdrängung intrinsischer Motivation durch extrinsische Anreize

Bachelorarbeit 2015 36 Seiten

VWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Motivation
2.1 Intrinsische Motivation
2.2 Extrinsische Motivation

3. Der Verdrängungseffekt
3.1 Kognitive Evaluationstheorie
3.2 Theorie des prosozialen Verhaltens von Bénabou und Tirole

4. Empirische Belege
4.1 Das Laborexperiment „Click for Charity”
4.2 Feldexperiment zum Bau von Endlagern für Atommüll
4.3 Ergebnisse der Metaanalyse von Deci, Koestner und Ryan

5. Implikationen der Erkenntnisse
5.1 Anreizsetzung im Bereich prosozialer Aktivitäten
5.2 Anreizsetzung außerhalb des Bereichs prosozialer Aktivitäten

6. Schlussbetrachtung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Durchschnittlicher Einsatz pro Kopf in Abhängigkeit der Anreizrate bei unterschiedlicher Stärke des Reputationsanliegens

Abbildung 2: Effekt des Anreizes auf den Einsatz bei „ guten “ Organisationen

Abbildung 3: Effekt des Anreizes auf den Einsatz bei „ schlechten “ Organisationen

Abbildung 4: Ergebnisse der Metaanalyse auf Grundlage der Messung des „ Freie-Wahl- Verhaltens “

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Ist es eine gute Idee, wenn Eltern ihr Kind für das Üben auf der Geige bezahlen? Lässt sich die Anzahl an Blutspendern steigern, indem finanzielle Anreize geboten werden? Und gibt es Fälle, in denen monetäre Belohnungen bei Mitarbeitern deren Effektivität hinsichtlich des gewünschten Arbeitsergebnisses eher verringern als erhöhen? Diese Auswahl an alltagsbezogenen Fragen, zeigt auch Lesern, welche sich unter dem Titel dieser Arbeit zunächst wenig vorstellen können, worum es bei der Verdrängung intrinsischer Motivation durch extrinsische Anreize grundsätzlich geht.

Bis in die frühen 70er Jahre war die Vorstellung, dass das Verhalten von Menschen durch extrinsische Anreize wie z.B. Geldzahlungen steuerbar ist, fest etabliert. Im Jahr 1971 stellte jedoch der amerikanische Psychologe Edward L. Deci die Behauptung auf, dass manche Tätigkeiten intrinsisch motiviert sind und diese somit nicht wegen extrinsischer Anreize ausgeführt werden. Deci erkannte nach einer Reihe von Experimenten, dass die Schaffung von Anreizen bei solchen Aktivitäten einen Rückgang des Einsatzes durch die ausführenden Personen zur Folge hat. Er führte dies auf einen Rückgang der intrinsischen Motivation zurück, welcher durch die extrinsischen Anreize bewirkt wird. (Deci, Koestner & Ryan 1999) Dieser Prozess wird als Verdrängungseffekt bezeichnet.

In der folgenden Arbeit soll untersucht werden, wie und unter welchen Bedingungen die Schaffung von extrinsischen Anreizen zur Verdrängung von intrinsischer Motivation führt sowie Implikationen für die Anreizsetzung im gesellschaftlichen Alltag abgeleitet werden.

Dazu werden zunächst die Begriffe intrinsische und extrinsische Motivation sowie extrinsischer Anreiz erklärt und voneinander abgegrenzt. Im Anschluss daran werden zwei Theorien vorgestellt, die sich mit der Ursache des Verdrängungseffekts beschäftigen. Daraufhin wird in Kapitel 4 eine Auswahl an empirischen Belegen für den Verdrängungseffekt in Form von Experimenten und einer Metaanalyse präsentiert. Es folgt auf Basis der Experimente und Theorien die Ableitung von Implikationen für das Setzten von Anreizen, woraufhin eine Schlussbetrachtung die Arbeit abschließt.

2. Motivation

Den Ursprung jeder Handlung stellt eine bestimmte Motivation dar. Verspürt eine Person keinen Antrieb zum Handeln, wird sie deshalb als unmotiviert charakterisiert. (Deci& Ryan 2000b) Seit vielen Jahren ist die Motivation in der Psychologie ein zentrales Thema, da sie hier bedeutsam für das Verständnis von grundlegenden psychischen Prozessen ist. Darüber hinaus ist deren Erforschung aber auch in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Alltags relevant. Menschen mit einer hohen Motivation sind in der Regel produktiver als jene, die unzureichend motiviert sind. (Deci & Ryan 2000a) So ist sie z.B. von Interesse für die Betriebswirtschaft, welche der Frage nachgeht, wie Mitarbeiter effektiv motiviert werden können. Aber auch Lehrer und Eltern sehen sich täglich mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Schüler und Kinder zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Im Folgenden sollen zwei Kategorien von Motivation unterschieden werden, die intrinsische und die extrinsische Motivation.

2.1 Intrinsische Motivation

Dass Motivation in verschiedene Kategorien unterteilt wird, ist nicht unbedingt trivial. So wurde Motivation lange als eine Größe angesehen, die sich in ihrer Ausprägung nur in der Quantität, nicht aber in der Qualität unterscheidet. Zudem wird der Begriff der intrinsischen Motivation von manchen Verhaltensforschern als obskur kritisiert, seitdem er unter anderem durch den Psychologen Edward L. Deci eingeführt wurde. (Deci, Koestner & Ryan 1999) Die zahlreichen Studien und Experimente zur intrinsischen Motivation und dem Verdrängungseffekt belegen allerdings, dass deren Konzept in der Wissenschaft mittlerweile recht etabliert ist, wobei jedoch keine einheitliche begriffliche Definition der intrinsischen Motivation existiert.

So spricht Deci von intrinsischer Motivation, wenn eine Handlung als interessant empfunden wird oder einfach Vergnügen bereitet und diese daher um ihrer selbst Willen ausgeführt wird. (Deci & Ryan 2000b) Dieses Verständnis wird von Frey und Oberholzer-Gee grundsätzlich geteilt, jedoch bezeichnen diese auch die Bereitwilligkeit, die eigene Bürgerpflicht im Rahmen prosozialer Aktivitäten wahrzunehmen als intrinsische Motivation. (Frey & Oberholzer-Gee 1997)

Ariely, Bracha und Meier charakterisieren intrinsische Motivation im Rahmen ihres in Kapitel 4 vorgestellten Experiments „Click for Charity“ als „reinen Altruismus“. (Ariely, Bracha & Meier 2009) Dieser Arbeit soll daher das begriffliche Verständnis der intrinsischen Motivation von Deci zugrunde liegen, jedoch mit dem zusätzlichen Hinweis, dass auch Tätigkeiten, deren Antrieb aus einem Gefühl der sozialen Verantwortung bzw. Altruismus besteht, hier als intrinsisch motiviert klassifiziert werden, selbst wenn diese an sich uninteressant sind.

Das Phänomen der intrinsischen Motivation wurde zunächst im Zusammenhang mit Experimenten zum Verhalten von Tieren entdeckt. Dort fand man heraus, dass viele Arten auch ohne Belohnungen oder sonstige Beeinflussungen gewissen Aktivitäten nachgehen. Dies wurde auf deren positive Erfahrung zurückgeführt, die mit dem Erlernen neuer Fähigkeiten und der dabei empfundenen Neugier zusammenhängt. Auch der Mensch ist von Natur aus ein aktives, neugieriges und verspieltes Wesen, welches, ohne dass es Anreize von außen benötigt, grundsätzlich die Bereitschaft zum Lernen und Entdecken besitzt. (Deci & Ryan 2000b) Zahlreiche Studien zeigen: Intrinsisch motivierte Menschen sind interessierter, selbstsichererer, ausdauernder und kreativer als solche, die es nicht sind. Zusätzlich ist deren Wohlbefinden und Selbstbewusstsein beim Vorliegen intrinsischer Motivation größer, als bei extrinsischer Motivation. Intrinsische Motivation bietet damit Vorteile sowohl für die motivierte Person selbst, hilft aber auch insbesondere im Rahmen von Tätigkeiten, die ein gewisses Maß an Intellektualität bzw. Kreativität erfordern. (Deci & Ryan 2000a) Auch deshalb sind Verhaltensforscher und Psychologen daran interessiert, welche Faktoren die intrinsische Motivation fördern bzw. verdrängen.

2.2 Extrinsische Motivation

Während eine intrinsisch motivierte Handlung um ihrer selbst Willen ausgeführt wird, geht es einer extrinsisch motivierten Person primär um deren Konsequenzen. (Deci & Ryan 2000b) Ein Student kann z.B. für das Lernen motiviert sein, weil er dabei Freude und Neugier empfindet, oder eben weil er an den daraus resultierenden guten Noten interessiert ist, die ihm wiederum bessere Karrierechancen ermöglichen. Nachdem in der frühen Kindheit für die meisten Tätigkeiten ein hohes Maß an intrinsischer Motivation vorliegt, nimmt mit zunehmendem Alter die Häufigkeit der extrinsisch motivierten Aktivitäten zu. Bestimmte Anforderungen an den Einzelnen im Rahmen seines sozialen Umfelds führen dazu, dass zunehmend Verantwortung auch für extrinsisch motivierte Aufgaben übernommen werden muss. (Deci & Ryan 2000b) So wird wohl niemand bestreiten, dass für einen beträchtlichen Teil der arbeitenden Bevölkerung die Motivation hinsichtlich der täglichen Arbeit hauptsächlich in der Bezahlung besteht und somit extrinsisch ist.

Eng im Zusammenhang mit der extrinsischen Motivation steht der Begriff der extrinsischen Anreize. Sie stellen die Konsequenz dar, um die es der Person bei der Handlung geht und sind in ihrer Ausprägung sehr vielfältig. Zunächst wird in positive und negative Anreize, also in Belohnung und Bestrafung im weitesten Sinne unterteilt. Dabei kann der Anreiz materiell oder immateriell sein. Materielle Anreize sind oftmals monetäre Zahlungen, jedoch wurden in Experimenten zum Verdrängungseffekt u.a. auch von Dingen wie Marshmallows als Belohnung für Kinder Gebrauch gemacht. (Deci, Koestner & Ryan 1999) Als Beispiel für einen immateriellen Anreiz sei das Geben von Feedback genannt, welches der Person im positiven Fall Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringt. Dabei versucht der Setzer des extrinsischen Anreizes in der Regel das Verhalten des Empfängers zu beeinflussen.

Neben extrinsischer und intrinsischer Motivation unterscheiden Deci und Ryan im Rahmen der von ihnen begründeten Theorie der Selbstbestimmung1, zusätzlich verschiedene Stufen der extrinsischen Motivation. Demnach ist der Übergang von einem Zustand, in dem keine Motivation vorhanden ist, über diverse Ausprägungen extrinsischer Motivation, bis hin zur intrinsischen Motivation mehr oder weniger fließend. (Deci & Ryan 2000b) So ist es auch in der Realität oftmals nicht ausreichend, die vorliegende Motivation von Menschen lediglich als extrinsisch oder intrinsisch zu klassifizieren. Bei einem Schüler macht es bspw. einen entscheidenden Unterschied, ob er seine Hausaufgaben nur aus Angst vor elterlichen Strafen erledigt, oder ob er den Wert der Bildung für seinen persönlichen Werdegang erkannt hat. Obwohl in beiden Fällen extrinsische Motivation vorliegt, wird diese im letzteren Fall von einem Gefühl der Selbstbestimmung bzw. der Hingabe durch den Schüler selbst begleitet und stellt sicherlich die wünschenswertere Ausprägung der Motivation dar. (Deci & Ryan 2000b)

3. Der Verdrängungseffekt

Führt die Schaffung extrinsischer Anreize zur Verdrängung von intrinsischer Motivation, wird dies als Verdrängungseffekt bezeichnet. Entgegen den Annahmen der klassischen ökonomischen Theorie addiert sich die extrinsische Motivation durch den Anreiz dabei nicht einfach zur intrinsischen Motivation dazu, sondern hat zur Folge, dass diese sinkt. So behauptete der britische Sozialwissenschaftler Richard M. Titmuss schon 1970, dass die Anzahl an Blutspenden sinken wird, wenn die Spender monetäre Anreize erhalten. (Ariely, Bracha & Meier 2009) Es existiert eine Vielzahl an Theorien aus Ökonomie und Psychologie, welche versuchen, die Ursache des Verdrängungseffekts zu ergründen. Im Folgenden soll sowohl ein psychologischer Ansatz, nämlich die kognitive Evaluationstheorie von Deci und Ryan, als auch ein Erklärungsansatz aus der Ökonomie von Bénabou und Tirole vorgestellt werden, wobei sich letzterer insbesondere mit dem Auftreten von prosozialem Verhalten befasst.

3.1 Kognitive Evaluationstheorie

Die kognitive Evaluationstheorie (KET) wurde von den Psychologen Deci und Ryan in den 1980er Jahren auf Basis verschiedener Studien entwickelt. Sie ist ein Teilbereich der bereits erwähnten Theorie der Selbstbestimmung und wurde mittlerweile durch zahlreiche empirische Belege bekräftigt. (Deci & Ryan 2000b) Unter anderem die Ergebnisse der in Kapitel 4 thematisierten Metaanalyse von Deci, Koestner und Ryan harmonieren mit deren grundlegenden Behauptungen. (Deci, Koestner & Ryan 1999)

In der KET sind Selbstbestimmung und Kompetenz als zwei zentrale psychologische Bedürfnisse genannt, welche die Grundlage für intrinsische Motivation sind. Menschen haben demnach das Bedürfnis, selbständig Entscheidungen zu treffen und sich für die Konsequenzen ihres Handels verantwortlich zu fühlen. Zusätzlich wollen sie sich beim Ausführen einer Tätigkeit als kompetent wahrnehmen. Laut Deci ist nun für das Auftreten des Verdrängungseffekts entscheidend, wie ein Anreiz durch den Empfänger interpretiert wird. Er hängt davon ab, inwieweit die wahrgenommene Selbstbestimmung bzw. Kompetenz des Empfängers beeinflusst wird. Kommt es zu einem Absinken, wird in der Folge die intrinsische Motivation verdrängt. (Deci, Koestner & Ryan 1999) 5

Gemäß der KET werden Anreize durch den Empfänger hinsichtlich zweier Aspekte bewertet. Diese sind der kontrollierende und der informierende Aspekt. Überwiegt ersterer, sinkt die wahrgenommene Selbstbestimmung des Empfängers und die intrinsische Motivation wird verdrängt. Hat jedoch der Anreiz in erster Linie einen positiven informierenden Charakter, so steigt die wahrgenommene Kompetenz des Empfängers und seine intrinsische Motivation nimmt zu. Dabei kann der Empfänger den informativen Aspekt nur als Indikator für seine Kompetenz wahrnehmen, wenn zusätzlich ein gewisses Maß an Selbstbestimmung vorhanden ist. Schließlich kann man sich nicht für eine Aufgabe als kompetent wahrnehmen, wenn man die Konsequenzen der eigenen Handlung nicht glaubt in der Hand zu haben. Oftmals sind bei Anreizen jedoch beide Aspekte gleichzeitig vorhanden und arbeiten in ihrer Wirkung gegeneinander. In diesem Fall ist es zunächst nicht eindeutig, welchen Effekt der Anreiz auf die intrinsische Motivation hat, weshalb im Rahmen der KET zusätzliche Faktoren berücksichtigt werden. (Deci, Koestner & Ryan 1999) Zum einen werden Anreize in verschiedene Kategorien unterteilt. Zunächst wird zwischen erwarteten und unerwarteten Belohnungen unterschieden, wobei nur erwarteten Belohnungen Einfluss auf die intrinsische Motivation nachgesagt wird. Diese werden wiederum danach klassifiziert, inwieweit die Vergabe der Belohnung von der Ausführung einer Tätigkeit abhängt.

So werden Pauschalen Belohnungen 2 immer vergeben und sind somit unabhängig vom Ausführen einer Tätigkeit. Ein oft genanntes Beispiel ist hier die Bezahlung für die Teilnahme an einem Experiment. Laut KET haben pauschale Belohnungen keinen Einfluss auf die intrinsische Motivation, da diese weder einen informierenden noch einen kontrollierenden Aspekt beinhalten, welche die wahrgenommene Kompetenz bzw. Selbstbestimmung beeinflussen könnten.

Beschäftigungsabhängige Belohnungen 3 werden nur vergeben, wenn die Person sich mit der Zielaktivität beschäftigt. Es wird jedoch keine Vorgabe gemacht, in welcher Intensität diese Beschäftigung erfolgen muss. Daher hat solch ein Anreiz einen kontrollierenden Aspekt, ist aber gleichzeitig kein Indikator für die Kompetenz, weshalb die intrinsische Motivation verdrängt wird. Ähnlich ist es bei der fertigstellungsabhängigen Belohnung,4 welche nur bei Abschluss der Aufgabe ausgezahlt wird. Hier ist der kontrollierende Aspekt noch stärker als bei der beschäftigungsabhängigen Belohnungen, wobei jedoch gleichzeitig die wahrgenommene Kompetenz gesteigert wird. Deci und Ryan gehen allerdings davon aus, dass der kontrollierende Aspekt überwiegt und letztlich die intrinsische Motivation verdrängt wird.

Leistungsabhängige Belohnungen 5 werden unter der Bedingung vergeben, dass sich die Person mit der Aufgabe beschäftigt und dabei zusätzlich eine gewisse Leistungsvorgabe erreicht. Hier ist der kontrollierende Aspekt des Anreizes am stärksten, was zunächst zur Verdrängung der intrinsischen Motivation führt. Wird jedoch die Vorgabe erreicht und die Belohnung vergeben, interpretiert der Empfänger dies als positiven Indikator für seine Kompetenz und der negative Effekt auf die intrinsische Motivation wird zum Teil kompensiert. (Deci, Koestner & Ryan 1999) Da insbesondere bei Leistungsabhängigen Belohnungen der Gesamteffekt auf die intrinsische Motivation weiterhin unklar ist, wird im Rahmen der KET der zwischenmenschliche Kontext als weiterer Faktor mit einbezogen, um die Wirkung von Anreizen vorherzusagen. Nimmt der Empfänger die Art und Weise der Anreizeinführung in diesem Zusammenhang als bedrängend wahr, so wird der Anreiz als entsprechend stark kontrollierend interpretiert und führt somit zu einer stärkeren Verdrängung intrinsischer Motivation. Fühlt sich der Empfänger im Rahmen der zwischenmenschlichen Beziehung durch den Anreiz nicht unter Druck gesetzt, fällt der Verdrängungseffekt schwächer aus oder bleibt aus.

Auch die Art und Weise wie positives Feedback kommuniziert wird, spielt eine Rolle bei der Interpretation. So wird Lob in Kombination mit einer Aufforderung, also z.B.: „Gute Arbeit, du solltest so weitermachen!“, als stärker kontrollierend wahrgenommen, während positives Feedback ohne Aufforderung als hauptsächlich informativ aufgefasst wird. (Deci, Koestner & Ryan 1999)

[...]


1 Englisch: Self-Determination Theory.

2 Englisch: Task-noncontingent Rewards.

3 Englisch: Engagement-contingent Rewards.

4 Englisch: Completion-contingent Rewards.

5 Englisch: Performance-contingent Rewards.

Details

Seiten
36
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668061507
ISBN (Buch)
9783668061514
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v307909
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Schlagworte
verdrängung motivation anreize

Autor

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