Lade Inhalt...

Marxistische Positionen zum 2. Weltkrieg

Magisterarbeit 2007 88 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer und historischer Hintergrund: marxistische Positionen zu Kriegen zwischen kapitalistischen Staaten
2.1. Marx undEngelsunddie Kriege ihrer Zeit
2.2. Zwischen dem Tod von Marx und dem Ersten Weltkrieg
2.3. .Revolutionärer Defätismus’ und die .Umwandlung des Krieges in einen Bürgerkrieg’: Die Haltung Lenins zum Ersten Weltkrieg
2.4. Die Strömung der Kriegsgegner in der Zwischenkriegszeit

3. Marxistenund der AufstiegdesFaschismus
3.1. Die FaschismustheoriederKomintern
3.2. Die Faschismustheorie Trotzkis
3.3. Faschismustheorien der SAP und ihrer Schwesterparteien im .Londoner Büro’

4. Am Vorabend des Krieges: Volksfront in Frankreich und Spanien
4.1. Die Volksfrontstrategie
4.2. Trotzkis Kritik der Volksfrontstrategie
4.3. Die Parteien des Londoner Büros und ihre Standpunkte zurVolksfrontstrategie
4.4. Revolution, Volksfront und Bürgerkrieg in Spanien
4.4.1. Die Rolle derPCE
4.4.2. Antistalinistische Kräfte in der spanischen Revolution
4.4.3. Krieg mit revolutionären Mitteln? Die Frage der militärischen Organisation im Bürgerkrieg

5. Programme gegen den Krieg
5.1. DieKomintern
5.2. Das LondonerBüro
5.3. DieViertelnternationale

6. Marxisten im Zweiten Weltkrieg
6.1. DieKomintern
6.1.1. Vom Hitler-Stalin Pakt zur Invasion der Sowjetunion
6.1.2. Nach dem Überfall aufdie Sowjetunion: die Wende der Komintern
6.2. Die Vierte Internationale im Krieg
6.2.1. Trotzkistische Kritik am Hitler-Stalin Pakt
6.2.2. Die Haltung zurSowjetunion im Krieg als Problem der Trotzkisten
6.2.3. Die Entwicklung der .Proletarischen Militärpolitik’ als politisches Programm der Trotzkisten zum Krieg
6.2.4. Die trotzkistische Reaktion auf den Kriegseintritt der Sowjetunion
6.2.5. Die Arbeit der britischen Trotzkisten in Betrieben, Gewerkschaften und in der Armee

7. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

8. Literatur

1. Einleitung

Der Zweite Weltkrieg stellte für die sich auf den Marxismus berufenden Kräfte gegenüber dem Ersten Weltkrieg eine neue Qualität der Herausforderung dar.

Seit 1914 hatte es eine organisatorische Zersplitterung der Kräfte der Arbeiterbewegung gegeben, vor allem aufGrund derunterschiedlichen Positionen zum Ersten Weltkrieg und zu den Entwicklungen in der UdSSR nach der Revolution. Zusätzlich zu dersubjektiven Situation der Kräfte derArbeiterbewegung hatten die Entwicklungen zwischen den Weltkriegen auch für tiefgreifende Veränderungen der objektiven Lage gesorgt, mit denen sich Marxisten auseinandersetzen mussten. Die zwei wichtigsten Unterschiede waren zum einen der Charakter des Faschismus und die anzunehmenden Folgen für die Arbeiterbewegung, die ein Sieg derAchsenmächte mit sich bringen würde, und zum anderen die Existenz der Sowjetunion.

In dieserArbeit wird zunächst dertheoretische und historische Hintergrund dargestellt, vor dem die Diskussion um die Haltung von Marxisten zu verschiedenen Kriegen ablief - ausgehend von den Überlegungen von Marx und Engels zu den Kriegen während ihrer Wirkungszeit bis hin zur Spaltung der internationalen Arbeiterbewegung an der Frage der Haltung zum Ersten Weltkrieg.

Wichtige Fragen sind zum einen, welche Kriterien und Argumente Marxisten verwendeten um ihre Haltung zu einem bestimmten Krieg zu begründen, und zum anderen wie und warum sich die Positionen von Marxisten zu Fragen des Krieges in Laufe der Zeit sich (auseinander-) entwickelt haben.

Der Hauptteil derArbeit widmet sich mit der Haltung zum Zweiten Weltkrieg seitens derjenigen Kräfte, die sich auf die Tradition des Antikriegsflügels der Sozialistischen Internationale im Ersten Weltkrieg beriefen. Deswegen ist eine ausführliche Beschäftigung mit Lenins Schriften aus derZeit des Ersten Weltkrieges notwendig um anschließend Theorie und Praxis dersich aufdie politische Tradition von Marx, Engels und Lenin berufenden Organisationen an ihren eigenen Ansprüchen zu messen.

Um die Gründe für die weitere organisatorische Zersplitterung derArbeiterbewegung in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen nachvollziehen zu können wurde ein Kapitel eingefügt, in dem die Entwicklungen dieser Periode knapp skizziert werden.

Der Aufstieg des Faschismus in Italien und Deutschland fällt in diese Phase und ist selbstverständlich als Kontext für die Herausarbeitung der dargestellten Positionen von Bedeutung. Deshalb widmet sich ein weiteres Kapitel der Frage, welche Faschismustheorien und antifaschistische Strategien diejenigen Strömungen der entwickelten, die für die Zwecke dieserArbeit im Mittelpunkt stehen.

2. Theoretischer und historischer Hintergrund: Marxistische Positionen zu Kriegen zwischen kapitalistischen Staaten

2.1 Marx und Engels und die Kriege ihrer Zeit

Es gab nie „eine richtige“ pauschale Haltung, wie sich Marxisten und revolutionäre Sozialisten zu Kriegen zwischen kapitalistischen Staaten verhalten sollten, auch bei Marx und Engels sucht man feste Regeln vergeblich, dennoch gibt es viele Kommentare und Stellungnahmen zu den zahlreichen Kriegen während ihrer Wirkungszeit.

Charakteristisch für Marx und Engels war eine eher pragmatische Haltung: Eine Unterstützung von Kriegen zur Herstellung der nationalen Einheit, etwa wie in Italien und Deutschland, oder um die reaktionären Regime Europas zu schwächen.1 In den Kriegen der Revolutionszeit von 1848 und den folgenden Jahren unterstützten Marx und Engels beispielsweise Ungarn und Italien im Kampfgegen die Habsburger Monarchie, während sie gleichzeitig im Schleswig-Holsteinischen Krieg die deutsche Seite gegen Dänemark unterstützten. Sie betonten dabei den grundsätzlich anderen Charakter dieses Kampfes im Vergleich zu den anderen zeitgleich von den Staaten des Deutschen Bundes geführten Kriegen:

Während die Deutschen in Italien, in Posen, in Prag die Revolution bekämpften, haben sie in Schleswig-Holstein die Revolution unterstützt. Der dänische Krieg ist der erste Revolutionskrieg, den Deutschland führt. Und darum haben wir uns, ohne dem meerumschlungenen bürgerlichen Schoppenenthusiasmus die geringste Stammverwandtschaft zu bezeigen, von Anfang an für energische Führung des dänischen Kriegs erklärt.2

Häufig übten siejedoch Kritik an derArt der Kriegsführung der unterstützten Kriegspartei als zu zögerlich und zurückhaltend. Immerwieder wird ihnen vorgeworfen, den vom eigenen Volk gewollten Krieg nicht mit der notwendigen Konsequenz zu führen. Nach der Niederlage der um ihre Unabhängigkeit kämpfenden Piemontesen gegen Österreich in der Schlacht von Novara 1849 schrieb Engels:

Wäre Piemont eine Republik, wäre die Turiner Regierung revolutionär und hätte sie den Mut, zu revolutionären Mitteln zu greifen - es wäre nichts verloren. Aber die italienische Unabhängigkeit geht verloren - nicht an der Unbesiegbarkeit der östreichischen Waffen, sondern an der Feigheit des piemontesischen Königtums. [...]

Es warvon vornherein ein enormer Fehler, daß die Piemontesen den Östreichern bloß eine regelmäßige Armee entgegensetzen, daß sie mit ihnen einen gewöhnlichen, bürgerlichen, honetten Krieg führen wollten. Ein Volk, das sich seine Unabhängigkeit erobern will, darfsich nicht auf die gewöhnlichen Kriegsmittel beschränken. Aufstand in Masse, Revolutionskrieg, Guerillas überall, das ist das einzige Mittel, wodurch ein kleines Volk mit einem großen fertig werden, wodurch eine minder starke Armee in den Stand gesetzt werden kann, der stärkeren und besser organisierten zu widerstehen.3

Die Forderung den Krieg mit „revolutionären Mitteln“ zu führen, also mittels allgemeiner Volksbewaffnung und Guerrillataktik die Masse des um ihre Befreiung kämpfenden Volkes einzubeziehen, kann als Versuch verstanden werden, eine Brücke zwischen Krieg und Revolution zu schlagen. Dies galt vor allem dann, wenn das aktuelle Regime, in diesem Fall die Monarchie von Karl Albert, König von Sizilien-Piemont, eine solche Kriegsführung unmöglich zulassen könnte.

Die Unterstützung von kriegführenden Regierungen war also stets zweckmäßig und kritisch, der eigenständige Klassenstandpunkt wurde beibehalten.

Ihre Herangehensweise war flexibel genug um eine Veränderung der Haltung zu einem laufenden Krieg zuzulassen, falls angesichts neuer Entwicklungen eine Neueinschätzung des Kriegscharakters notwendig erschien. Ein Beispiel hierfür war der Preußisch-Französische Krieg von 1870-71. Am Anfang des Krieges wurde der defensive Charakter des Kampfes auf preußischer Seite betont, und gleichzeitig die Hoffnung geäußert, dass eine Niederlage Frankreich das Ende des Regimes von Louis Bonaparte beschleunigen würde. Dennoch wurde Kritik und Misstrauen an Bismarck geäußert, und die Unterstützung für Preußen dahingehend eingeschränkt, dass der Kampf nicht in einen Angriffskrieg gegen das französische Volk umschlagen dürfe:

Von deutscher Seite ist der Krieg ein Verteidigungskrieg. Aber wer brachte Deutschland in den Zwang, sich verteidigen zu müssen? Wer ermöglichte Louis Bonaparte, den Krieg gegen Deutschland zu führen? Preußen! Bismarck war es, der mit demselben Louis Bonaparte konspirierte, um eine volkstümliche Opposition zu Hause niederzuschlagen und Deutschland an die Hohenzollerndynastie zu annexieren. [...]

Hat Preußen nach dem Siege auch nur für einen Augenblick geträumt, dem versklavten Frankreich ein freies Deutschland gegenüberzustellen? Gerade das Gegenteil! Es hielt ängstlich die angebornen Schönheiten seines alten Systems aufrecht [...]

Erlaubt die deutsche Arbeiterklasse dem gegenwärtigen Krieg, seinen streng defensiven Charakter aufzugeben und in einen Krieg gegen das französische Volk auszuarten, sowird Sieg oder Niederlage gleich unheilvoll. Alles Unglück, das auf Deutschland fiel nach den sogenannten Befreiungskriegen, wird wieder aufleben mit verstärkter Heftigkeit.4

Nach der Schlacht von Sedan und derAusrufung der Republik in Frankreich sahen Marx und Engels den Krieg in einen Aggressionskrieg Preußens umschlagen, der die Annexion Elsass-Lothringens zum Ziel habe. Angesichts dieser neuen Situation wurde trotz Vorbehalte gegenüber der neuen Regierung die Verteidigung derfranzösischen Republik befürwortet, da jeder Versuch seitens derArbeiterklasse in der prekären militärischen Lage diese zu stürzen, eine „verzweifelte Torheit“ wäre.5 Die Kapitulation Frankreichs verstand Marx als Ausdruck der Furcht der neuen Regierung vor der eigenen Arbeiterklasse, die Pariser Commune als Zeugnis für die Bereitschaft derMassen zum Widerstand. DerVerlaufder Entwicklungen bewies nach Ansicht von Marx, dass die Regierung Thiers deswegen kapituliert habe, weil sie die Eroberung der Hauptstadt durch die preußischen Truppen der Machtübernahme durch bewaffnete Revolutionäre vorzogen:

Paris aber war nicht zu verteidigen, ohne seine Arbeiterklasse zu bewaffnen, sie in eine brauchbare Kriegsmacht zu verwandeln und ihre Reihen durch den Krieg selbst einzuschulen. Aber Paris in Waffen, das war die Revolution in Waffen. Ein Sieg von Paris über den preußischen Angreifer wäre ein Sieg gewesen des französischen Arbeiters überden französischen Kapitalisten und seine Staatsparasiten. In diesem Zwiespalt zwischen nationaler Pflicht und Klasseninteresse zauderte die Regierung der nationalen Verteidigung keinen Augenblick sie verwandelte sich in eine Regierung des nationalen Verrats.6

Aus diesen Beispielen wird deutlich, dass für Marx und Engels jeder Krieg aus der Perspektive der Interessen der Arbeiterklasse betrachtetet werden musste. Eine prinzipielle, unkritische Unterstützung von kriegführenden Regierungen gab es nicht.

Es wurde stets betont, dass selbst in einem berechtigten, fortschrittlichen Krieg die Regierungen der kriegführenden Länder, welche von Marx und Engels unterstützt wurden, durchaus andere Interessen haben könnten, welche der effektiven Kriegsführung entgegenstehen könnten. Vor allem aber vertraten Marx und Engels den Standpunkt, dass die Sicherung der Klassenherrschaft die alles überragende Priorität der herrschenden Klassen sei, und dass selbst die Verteidigung der Nation diesem Ziel geopfert werden würde, wenn dies aus Sicht der Herrschenden notwendig sei.

2.2. Zwischen dem Tod von Marx und dem Ersten Weltkrieg

In den Jahren und Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg verschärfte sich die internationale Situation: die rivalisierenden Blöcke imperialistischer Mächte formierten sich, die Spannungen nahmen zu, und immer wieder gab es regionale Konflikte - vor allem aufdem Balkan - die sich zum europaweiten Krieg auszuweiten drohten. Die großen technologischen Fortschritte brachten auch eine rapide Entwicklung von verbesserten Rüstungstechnologien mit sich.

Während derführende französische Sozialist Jules Guesde 1885 einen möglichen Krieg zwischen England und Russland als Auslöser einer Kette von revolutionären Ereignissen in Europa und Befreiungsbewegungen in den Kolonien gegen die sich gegenseitig schwächenden imperialistischen Mächte sah7, ging ein Großteil der sozialistischen Bewegung, angeführt von Engels, in dieser Periode zu der Position über, dass ein großer Krieg für die Interessen des Proletariats nicht förderlich wäre.

Die arbeitende Bevölkerung aller Länder würde die Last des Krieges tragen müssen, der nationale Chauvinismus würde überall gestärkt werden, die Sozialisten wären marginalisiert.8

In letzter Konsequenz würde aus den apokalyptischen Ereignissen des großen Krieges auch eine Revolution folgen, doch seien die Aussichten hierfür besser, wenn es der Arbeiterklasse gelingen würde, den Krieg zu verhindern.

In diesem Sinne gab es eine Resolution des Kongresses derZweiten Internationale 1891 in Brüssel. Diese war ein Aufruf an die arbeitenden Menschen aller Länder, gegen den Krieg und militärische Bündnisse aktiv zu protestieren und sich international zu organisieren. Ein Antrag, wonach im Falle eines Krieges zum Generalstreik aufgerufen werden sollte, wurde abgelehnt. So blieben Antikriegshaltung und -strategie recht vage und weiterhin umstritten.9

Die Position von Engels zum drohenden Krieg stellte sich so dar, dass ein Sieg Russlands zurVernichtung derdeutschen Arbeiterbewegung und zur Zerstückelung Deutschlands führen würde. Deswegen sollten sich deutsche Arbeiter an der Verteidigung des Landes beteiligen, wenn Deutschland von einer französisch­russischen Allianz angegriffen werde. Gleichzeitig war ergegen ein Angriffskrieg von Deutschland gegen Frankreich. Ersah in diesem Fall die Beteiligung französischer Sozialisten und Arbeiter am Widerstand gegen eine deutsche Invasion ebenfalls als Selbstverständlichkeit. Die deutsche Sozialdemokratie sollte im Falle eines französischen Angriffs die allgemeine Volksbewaffnung fordern, Widerstand gegen die Invasion leisten und verkünden, dass sie im Falle ihrer Regierungsübernahme einen Friedensvertrag auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechts der Bevölkerung von Elsass-Lothringen und der polnischen Provinzen im Osten anbieten würde. Hinter dieser Strategie steckte die Hoffnung, die Anlässe derwiederholten Kriege zu beseitigen und die Bevölkerung dieser Gebiete sowie der gegnerischen Staaten für eine solche Initiative zu gewinnen.10

Im russisch-japanischen Krieg 1905 gab es eine eindeutige Unterstützung der japanischen Seite auch und vor allem durch die russische Sozialisten: Japan wurde als fortschrittliche aufstrebende kapitalistische Macht gegen das reaktionäre zaristische Russland gesehen, man versprach sich von einer Niederlage den Zusammenbruch des zaristischen Systems und eine Welle von Revolutionen in Russland, eventuell sogar auch in Europa. Diese Prognose erfüllte sich zwar nicht vollständig, aber der große Druck auf das zaristische System, das schließlich zur Revolution von 1905 führte, scheint zu zeigen, dass die Umstände für revolutionäre Aktivitäten durch die Niederlage im Krieg verbessert wurden.11

Auf der Konferenz der Sozialistischen Internationale in Stuttgart im Jahre 1907 wurde eine Resolution verabschiedet, in der gefordert wurde, dass die Arbeiterklasse und ihre parlamentarischen Vertreter in Kriegsfall für eine schnelle Beendigung des Krieges eintreten und versuchen sollten, die ökonomischen und politischen Krisen, die sich aus dem Krieg ergaben, auszunutzen, um revolutionäre Bestrebungen zu befördern.12 Das Basler Manifest der Konferenz von 1912 bekräftigte diese Absicht und konkretisierte die Aufgaben und Gefahren im Vorfeld des Krieges. Die zwischen Deutschland aufder einen und Frankreich und Britannien aufder anderen Seite existierende, und von Russland ausgenutzte Feindschaft wurde als Hauptgefahr genannt, Aufgabe der Sozialisten sei es, die Gräben zwischen den Arbeiterklassen dieser Ländern zu überbrücken. Man gab sich zuversichtlich, die anstehende Prüfung bestehen zu können.13 Nach dem Ultimatum Österreich-Ungarns an Serbien im Vorfeld des Kriegsausbruchs 1914 protestierte die SPD heftig gegen diese Kriegsprovokation und organisierte Antikriegsdemonstrationen. Gleiches taten die französischen Sozialisten,14 obwohl sie sich überzeugt zeigten, dass ihre Regierung alles tun würde um den Krieg zu verhindern. Auch SPD-Vertretersahen die Kriegsgefahr von Russland ausgehen und Deutschland um Frieden bemüht. Die Mehrheit der SPD glaubte der Regierung, dass es Übergriffe und aggressive Absichten von Frankreich und Russland gegeben habe.15

So waren sowohl in Frankreich als auch in Deutschland diejenigen Sozialisten, die für die Kriegskredite stimmten, davon überzeugt, im Einklang mit den bisherigen Prinzipien der internationalen Sozialdemokratie zu handeln.

Dennoch gab es eine kleine aber bedeutsame Minderheit, die dieser Auffassung energisch widersprach - bedeutsam vor allem deswegen, weil aus dieser Minderheit die Strömungen entstanden sind, die im Hauptteil dieser Arbeit im Mittelpunkt des Interesses stehen werden. Da im Rahmen der Darstellung zum Zweiten Weltkrieg Organisationen im Fokus stehen, die sich auf die politische Tradition Lenins und der Bolschewiki beriefen, und dabei zu höchst unterschiedlichen Schlussfolgerungen und praktischen Konsequenzen gelangten, ist zunächst eine Darstellung einiger zentraler Überlegungen Lenins zum Ersten Weltkrieg erforderlich.

2.3. .Revolutionärer Defätismus’ und die .Umwandlung des Krieges in einen Bürgerkrieg’: Die Haltung Lenins zum Ersten Weltkrieg

Als Lenin 1905 den Sieg deraufstrebenden kapitalistischen Macht Japan im Krieg gegen das zaristische Russland energisch begrüßte, knüpfte er nahtlos an die Tradition von Marx und Engels an, die im 19. Jahrhundert militärische Niederlagen Russlands, der stärksten Bastion der Reaktion in Europa, stets positiv beurteilten und sich darüber hinaus in militärischen Konflikten den Sieg aufstrebender Bourgeoisien gegen reaktionäre Regime wünschten.16

Der Standpunkt, den Lenin im Ersten Weltkrieg vertrat, war demgegenüber etwas Neues: eine Weiterentwicklung der Position von Marx und Engels, um der neuen historischen Periode gerecht zu werden. Zu den wichtigsten Schlagwörtern der Leninschen Positionen gehören der .Revolutionäre Defätismus’ und die .Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen Bürgerkrieg’. Die Bedeutung dieser Begriffe ist zum einen umstritten, und zum anderen sehr bedeutsam für die Positionierung von Marxisten zum zweiten Weltkrieg, so dass eine genauere Beschäftigung mit ihnen geboten ist.

Lenin bezog sich in seinen Schriften zum Ersten Weltkrieg auf die Beschlüsse der Kongresse von Stuttgart im Jahre 1907 und Basel im Jahre 1912, die den imperialistischen Charakter des drohenden Krieges festgestellt hatten. Den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Krieg erkennend, und deswegen die Möglichkeit eines dauerhaften Friedens in einer kapitalistischen Welt verneinend, verpflichteten sich die beiden Kongresse zu versuchen, die durch den Krieg entstandene Situation für den Sturz des Kapitalismus auszunutzen.17 Ausgehend von der in Basel und Stuttgart vorgenommen Charakterisierung des Krieges, derschließlich 1914 in der damals vorhergesehenen Form auch ausbrach, formulierte Lenin die Aufgaben der Sozialisten in den kriegführenden Ländern und kritisierte gleichzeitig sehr scharf die Mehrheit der Sozialistischen Internationale, die sich mit Ausbruch des Krieges entgegen ihrer in Basel und Stuttgart eingegangen Verpflichtungen hinter den Regierungen ihrerjeweiligen Länder stellten und die .Vaterlandsverteidigung’ unterstützten.

Lenin wandte sich gegen das zur Rechtfertigung einer Unterstützung der Entente­Mächte vorgebrachte Argument, der Krieg werde zum Schutz Belgiens vor der Aggression Deutschland geführt. Erverwies darauf, dass Verstöße gegen das Selbstbestimmungsrecht der Nationen von beiden Seiten im Krieg begangen wurden, sowohl in den Kolonien als auch in Europa. Lenin bezeichnete es als eines der dringlichsten Aufgaben der Sozialisten, dem Volk in solchen Fragen die Wahrheit zu sagen und die Lügen der Bourgeoisie zu entlarven wenn sie behaupteten, der Krieg werde für die Verteidigung des Vaterlandes und das Selbstbestimmungsrecht der Nationen geführt.18

Auch die Tatsache, dass die Masse der Bevölkerung in den kriegführenden Ländern von der allgemeinen Kriegsbegeisterung mitgerissen worden war, und dass sich die Sozialisten mit ihrerAgitation gegen den Krieg unbeliebt machen würden, sollte nach Auffassung Lenins kein Grund sein sich dem allgemeinen Zeitgeist anzupassen. Er leugnete nicht, dass die von ihm geforderte Position erfordern würde, dass die Sozialisten gegen den Strom schwimmen müssten, zumindest zeitweise.

Die Tatsache, dass Marx und Engels in den Kriegen ihrerZeit nicht davor zurückschreckten, den Sieg dereinen oder anderen Seite herbeizuwünschen, rechtfertigte aus Sicht Lenins nicht die Parteinahme für eine der Seiten im Ersten Weltkrieg. Überlegungen dieser Art zeugten nach Lenin für eine ahistorische Herangehensweise ihrer Urheber, da die Parteinahme von Marx und Engels in Kriegen die „über Fragen der bürgerlich-demokratischen Umgestaltung und der Beseitigung des Absolutismus oder eines fremdländischen Jochs“19 entschieden seien und unbedingt in ihrem historischen Kontext gesehen werden müssten. In derzeit als Marx und Engels wirkten „waren die objektiven Bedingungen für die sozialistische Revolution noch nicht herangereift, und kein Sozialist konnte vordem Krieg davon sprechen, ihn auszunutzen, um ,die Beseitigung der kapitalistischen Klassenherrschaft zu beschleunigen’, wie es in der Stuttgarter (1907) und in der Basler (1912) Resolution heißt“, außerdem habe es zu dieser Zeit in keinem der kriegführenden Staaten „auch nur einigermaßen starken, in einer Reihe von Kämpfen erprobten sozialistischen Massenparteien.“20

Die Beschränkung darauf, diejenige Bourgeoisie zu unterstützen dessen Sieg für das Weltproletariat den größeren Nutzen oderdas kleinere Übel bringen würde, stammte also nach Ansicht Lenins aus einer historischen Periode, in der die Arbeiterklasse noch nicht in der Lage war, eine vollständig unabhängige Rolle zu spielen - eine Zeit, in der „von einer allgemeinen proletarischen Bewegung gegen die Regierungen und die Bourgeoisie in allen kriegführenden Ländern noch nicht die Rede sein konnte.“21 In den Beschlüssen der Konferenzen von Stuttgart und Basel hatte die Arbeiterbewegung anerkannt, dass sich diese Situation grundsätzlich verändert hatte, womit auch die alten Positionen in der neuen Situation nicht mehr wiederholt werden könnten. In der neuen historischen Periode, so der Umkehrschluss Lenins aus der Gegenüberstellung der Zeit von Marx und Engels mit der Welt von 1914, war eine eigenständige Position derArbeiterbewegung möglich und notwendig.

Schon kurz nach dem Ausbruch des Krieges sprach Lenin davon, dass die russischen Sozialdemokraten einen erbarmungslosen Kampfgegen den großrussischen Chauvinismus führen müssten, und dass Niederlage des zaristischen Regimes und seiner Armee mit Abstand das kleinere Übel wäre.22 Dies war an sich noch nichts Neues, doch später verallgemeinerte Lenin die Position der ,Niederlage der eigenen Bourgeoisie’ und stellte diese Parole auch für die anderen kriegführenden Länder auf. 1915 postulierte Lenin, dass eine revolutionäre Klasse in einem reaktionären Krieg die Niederlage der eigenen Regierung wünschen müsse und bezeichnete diesen Satz als ein Axiom.23

Unter der Befürwortung der Niederlage der eigenen Regierung wollte Lenin jedoch nicht die Befürwortung eines Sieges der Regierung der Gegenseite verstanden wissen, sondern vielmehr die ,Umwandlung des Krieges in einen Bürgerkrieg’. Diese

Umwandlung sah Lenin durch militärische Niederlagen derjeweils eigenen Regierung ermöglicht, und die revolutionäre Aktion gegen die eigene Regierung zu Kriegszeiten ermögliche wiederum militärische Niederlagen, zumindest sollte die Möglichkeit, dass militärische Niederlagen resultieren könnten, nicht dazu führen, dass vor revolutionären Aktionen zurückgeschrecktwerde. Die Weiterführung des Klassenkampfes während eines imperialistischen Krieges, nicht nur unabhängig davon, dass damit die Niederlage der eigenen Regierung resultieren könnte sondern diese Möglichkeit sogar ausdrücklich positiv bewertend, sah Lenin als die einzige wirkliche Alternative zur Politik der .Vaterlandsverteidigung’ und des Burgfriedens.24 Daher befürwortete er die Annahme dieser Position durch revolutionäre Sozialisten in allen kriegführenden Staaten.25 Nicht die Kriegsgegner sondern die eigene Arbeiterklasse sollte den jeweiligen Regierungen die entscheidende Niederlage beibringen, so die Absicht des Leninschen .Defätismus’.

Wie sollte diese Haltung in die politische Praxis umgesetztwerden? Nicht, so stellte Lenin explizit klar, etwa durch Sabotage oder ähnlichem Abenteurertum („Brücken sprengen, erfolglose Militärstreiks inszenieren und überhaupt der Regierung helfen, den Revolutionären eine Niederlage beizubringen“26 ), sondern durch den Bruch des Burgfriedens und die Anerkennung des Klassenkampfes:

„Nicht für Kriegskredite stimmen, nicht dem Chauvinismus des .eigenen’ Landes (und der verbündeten Länder) Vorschub leisten, sondern in erster Linie gegen den Chauvinismus der .eigenen’ Bourgeoisie kämpfen, sich nicht auf legale Kampfesformen beschränken, nachdem die Krise begonnen und die Bourgeoisie die von ihr geschaffene Legalität selbst aufgegeben hat - das ist die Linie der Arbeit, die aufden Bürgerkrieg abzielt und in diesem oder jenem Zeitpunkt des europäischen Brandes zu ihm führen wird.“27

Die Propaganda der Sozialisten zur Entlarvung der Lügen und des Chauvinismus der Bourgeoisie wollte Lenin auch und gerade in die Heere der kriegführenden Länder hineintragen. Zu diesem Zweck müssten die Revolutionäre während des Krieges in die Streitkräfte gehen. Kriegsdienstverweigerung bezeichnete Lenin ebenso wie die Idee eines Streikes gegen den Krieg als „eine Dummheit, ein jämmerlicher und feiger Traum vom unbewaffneten Kampfgegen die bewaffnete Bourgeoisie“, die Propaganda des Klassenkampfes bleibe auch im Heer Pflicht der Sozialisten.28

Um die Haltung zur Frage von Streiks während des Krieges zu präzisieren sollte gesagt werden, dass Lenin für eine Unterstützung von Streiks eintrat, die sich aus dem systemimmanenten Interessengegensatz zwischen den Klassen ergaben. Die Ablehnung der Idee des Burgfriedens und das Eintreten für die Fortführung des Klassenkampfes in Kriegszeiten, sowie die Propaganda gegen die Idee eines klassenübergreifenden nationalen Kollektivs mit einem gemeinsamen .nationalen Interesse’ gehörten zu den wiederkehrenden Motiven in den Schriften Lenins zum Krieg. DerVersuch, Streiks künstlich zu .schüren’ um die Kriegsführung zu stören oder den Krieg gar zu beenden, wurde als kontraproduktives Abenteurertum abgelehnt und war aus Sicht Lenins nicht nur zum Scheitern verurteilt sondern zeugte auch von einem politisch falschen Standpunkt, der eine Trennung des Kampfes gegen den Krieg vom Kampfgegen den Kapitalismus vornahm. Wer nur ein Ende des Krieges forderte, ohne die Systemfrage zu stellen, schürte Illusionen bezüglich der Fähigkeiten der bestehenden Regierungen, einen dauerhaften Frieden zu schaffen, konstatierte Lenin:

„Ist der Militarismus ein Produkt des Kapitalismus, so können auch die Kriege nicht durch Intrigen der Regierenden und Diplomaten beseitigt werden und die Aufgabe der Sozialisten besteht darin, nicht Illusionen darüber zu erwecken, sondern im Gegenteil die Verlogenheit und Ohmachtder diplomatischen .friedlichen Schritte’ unablässig anzuprangern’.29

Nach der Februarrevolution 1917 wiederholte Lenin seine schon vorher geäußerte Meinung, dass die Beseitigung der Zarenherrschaft den fundamentalen Charakter des Krieges nicht ändern würde.30 In seinen .Aprilthesen’ lehnte er .auch die geringsten Zugeständnisse an die revolutionäre Vaterlandsverteidigung’ ab.31 Bezüglich des Begriffes des .Defätismus’ ist allerdings eine Veränderung festzustellen. Dieser Begrifffindetsich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr. 1918 erklärte Lenin in der Debatte um die Ratifizierung des Vertrages von Brest-Litowsk: „Wirwaren Defätisten unter dem Zaren, aber unter Zereteli und Tschernow waren wir keine Defätisten.“32 Die praktischen Konsequenzen und dergrundsätzliche Standpunkt zum Krieg mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergaben, blieben allerdings unverändert. Die genaue Bedeutung des Begriffes .Defätismus’ sollte allerdings noch lange innerhalb dersich aufdie Tradition Lenins berufenden kommunistischen Bewegung umstritten sein, und in derAuseinandersetzung um eine korrekte Strategie zum Zweiten Weltkrieg spielte die Frage des Defätismus eine wichtige Rolle.

2.4. Die Strömung der Kriegsgegner in der Zwischenkriegszeit

Die Organisationen die in dieser Arbeit im Vordergrund stehen, sahen sich alle in der Tradition derjenigen, die als Minderheit in derZweiten Internationale den Ersten Weltkrieg als imperialistischen Krieg auf allen Seiten abgelehnt haben. Auf Initiative Lenins versammelten sich Vertreter dieser Richtung auf den Konferenzen von Zimmerwald und Klienthal. Diese Konferenzen verurteilten zwar den Sozialchauvinismus sowie die Politik des Burgfriedens und forderten den Kampfgegen die Regierungen zur Erzwingung des Friedens. Die von Lenin aufgestellten Forderungen nach revolutionären Aktionen, der Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen Bürgerkrieg und dem Aufbau einer neuen Internationale fanden jedoch keine Mehrheit.33 Erst die Russische Revolution von 1917 gab den Anstoß zur Formierung der neuen Internationale, die Lenin schon nach dem Verrat derZweiten Internationale am Anfang des Krieges für nötig gehalten hatte.

Nach dem Tode Lenins stieg Leo Trotzki innerhalb der Kommunistischen Partei der UdSSR und der Kommunistischen Internationale zum führenden Gegner Stalins auf, den er als Personifizierung einer parasitären bürokratischen Kaste sah, die eine politische Konterrevolution in der Sowjetunion durchgeführt hatte. Trotzki war für die Verteidigung der Fortschritte der Oktoberrevolution, vor allem des Gemeineigentums an Produktionsmittel und der geplanten Wirtschaft. Gleichzeitig hielt er eine politische Revolution gegen das Regime für notwendig. Konkret bedeutete dies die Forderung nach einem Sturz der bürokratisch-zentralistischen Diktatur Stalins und die Wiedereinführung der Rätedemokratie. Mit großer Vehemenz kritisierte er, dass die Komintern unter Stalin das Ziel der Weltrevolution aufgegeben habe, und mit der Theorie vom „Sozialismus in einem Land“ aus der Not, nämlich der Isolation der Sowjetunion und das Scheitern der Revolution in anderen Ländern, eine Tugend machte und mit den Prinzipien des Marxismus gebrochen habe.34 Trotzki und seine Anhänger formierten sich in der .Internationalen Linken Opposition’, ab 1930 .Internationale Kommunistische Liga’ genannt, die sich als Fraktion der Kommunistischen Internationale verstanden und dementsprechend in den Inhalt ihrer Veröffentlichungen und ihrer Propaganda stark an die Mitglieder der Komintern­Parteien ausrichtete, in der Hoffnung, einen Kurswechsel erzwingen zu können. Auch nachdem sie aus der Komintern ausgeschlossen und Trotzki aus der Sowjetunion ausgewiesen wurden, verstand sich die ILO weiterhin als Teil der Kommunistischen Internationale und kämpfte für dessen Revitalisierung. Erst aus der Rolle der KPD in der Niederlage der deutschen Arbeiterbewegung zogen Trotzki und die IKL die Schlussfolgerung, dass eine Reform der Komintern nicht mehr möglich sei und somit eine Vierte Internationale aufgebaut werden müsse.35 Eine im Vergleich zur späteren Komintern wesentlich kleinere, aberdennoch erwähnenswerte Strömung verließ die Zweite Internationale aus Protest gegen die Politik des Sozialpatriotismus und des Burgfriedens, schloss sich aber nicht der neuen Kommunistischen Internationale an, sondern konstituierte sich als .Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Parteien’, die 1922 fast vollständig in die Sozialistische Arbeiterinternationale zurückkehrte, wo sie fortan den linken Flügel bildeten, ohnejedoch formal als internationale Tendenz organisiert zu sein.36 Unter diesen Parteien war es vor allem die britische Independent Labour Party, die mit Abstand stärkste und einflussreichste unter ihnen, die im Rahmen der SAI Vorstöße für etwas weiter gehende Positionen in Fragen der Antikriegsstrategie, derAbrüstung und der Kolonialpolitik machte. Die ILP befürwortete ebenfalls eine Verbesserung des Verhältnisses der SAI zur Sowjetunion und zur Komintern, mit dem Ziel einer Vereinigung der beiden Internationalen.37

Von dieser Idee nahmen die ILP und ihr nahe stehenden Parteien ab 1929 angesichts der ultralinken Wendung der Komintern zunehmenden Abstand, die Orientierung auf die SAI wurde stärker. Im August 1930 wurde eine Internationale Arbeitsgemeinschaft (IAG) der Parteien des linken Flügels der SAI gegründet. Wichtige inhaltliche Schwerpunkte waren die Ablehnung von Koalitionen mit kapitalistischen Parteien, die Forderung nach Abrüstung und die Vorbereitung von Massenaktionen gegen den Krieg, sowie die Unterstützung von Unabhängigkeitsbestrebungen der Kolonien.38 Die Frage der Haltung zur Koalitionsbildung steht in engem Verhältnis zu Fragen der antifaschistischen Strategie, der Einheits- und Volksfront. Die IAG und ihre Unterstützer in Deutschland um die Zeitschrift „Klassenkampf“ lehnten die Tolerierung der Regierung Brüning durch die SPD ab. Die Sozialdemokraten würden, so ihre Argumentation, sich für die wirtschaftliche Not mitverantwortlich machen und die Chance den Faschisten das Wasser abzugraben, vergeben. Stattdessen wurde die Forderung an die SPD gerichtet, den Schritt über die parlamentarische Arena hinaus zu vollziehen und einen politischen Kampfgegen den Kapitalismus zu führen. Der

Unterschied zwischen bürgerlicher Demokratie und faschistischer Herrschaft wurde allerdings hervorgehoben, eine Gleichsetzung oder Relativierung der beiden Systeme in der Form wie sie zu diesem Zeitpunkt von der Komintern vorgenommen wurden, gab es seitens der IAG nicht.39

Es waren Fragen mit direktem Bezug zum Aufstieg des Faschismus in Deutschland und zur Kriegsgefahr - also prinzipielle Differenzen über die richtige Strategie gegen Faschismus und Krieg - welche zum endgültigen Bruch der meisten lAG-Parteien mit der SAI führten. In der Zeit nach dem Wiener Kongress der SAI von 1931, wo es einen heftigen Streit zwischen lAG-Vertreter und SAI-Mehrheit über die Antikriegsstrategie und über die Frage der Tolerierung der Brüning-Regierung durch die SPD gegeben hatte, wurden viele der IAG-Gruppen aus den sozialdemokratischen Parteien ihrer Länder ausgeschlossen (so in Deutschland, wo die Unterstützer des IAG die SAP gründeten, oder in den Niederlanden, wo die Unabhängige Sozialistische Partei OSP aus dem linken Flügel der Sozialdemokratie hervorging) oder gingen freiwillig ihren eigenen Weg, wie die ILP, die auf ihrer Jahreskonferenz 1932 die Verbindung mit der Labour Party löste. Einen Aufschwung erlebten diese Organisationen durch ihre Selbständigkeit jedoch nicht. Vor allem die SAP und die ILP verloren durch ihren Schritt heraus aus der Sozialdemokratie in bedeutendem Maße Mitglieder.40 Nachdem Hitler in Deutschland an die Macht gekommen war gewann in der IAG die Idee einer neuen Internationale als Reaktion auf das „absolute Versagen der Politik der Zweiten und Dritten Internationale und ihrer Sektionen“41 an Boden. Hierbei kam es zu einer Annäherung zwischen der IAG und der von Leo Trotzki angeführten Gruppe.

Doch schon im folgenden Sommer war die Zusammenarbeit schon zu Ende, die Vierte Internationale und das aus der IAG hervorgegangene Londoner Büro gingen fortan getrennte Wege und bildeten neben zwei weitere eigenständige Internationalen in der Tradition derAntikriegsfraktion derZweiten Internationale im Ersten Weltkrieg.

3. Marxisten und der Aufstieg des Faschismus

In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg standen die sich auf den Marxismus berufenden Kräfte vor der Aufgabe, den Aufstieg derfaschistischen Bewegungen vor allem in Italien und Deutschland zu erklären, und praktische Konsequenzen daraus abzuleiten. Eine zentrale Frage war die nach der Zusammenarbeit von Kommunisten mit anderen Organisationen, etwa sozialdemokratische Parteien und Gewerkschaften sowie bürgerlich-demokratischen und liberalen Kräfte, im Kampfgegen den Faschismus.

Gerade diese Bündnisfrage ist im Zuge einer Beschäftigung mit marxistischen Positionen zum Zweiten Weltkrieg von besonderem Interesse, weil die in Laufe der Jahre unmittelbarvordem Kriegsausbruch entwickelten Antworten aufdie Fragen nach den Mitteln, dem politischen Programm und den Bündnispartnern, mit denen der Faschismus bekämpft werden sollte, auch die Haltungen derverschiedenen Organisationen zum Weltkrieg vorgezeichnet haben.

Deswegen soll hier zunächst skizziert werden, welches Verständnis drei aus dem linken Flügel derZweiten Internationale stammenden Strömungen vom Faschismus hatten, und zwar in der Zeit seines Aufstieges bis nach der Machtergreifung Hitlers. Die darauffolgenden Ereignisse, die Reaktionen der Arbeiterbewegung aufdie Ereignisse des Januar 1933 in Deutschland, die Bündnisbemühungen der Sowjetunion und die sich immer stärker abzeichnende Kriegsgefahr führten dazu, dass einige der in den folgenden Unterkapiteln geschilderten Positionen schon vor dem Ausbruch des Krieges neu überdacht und teilweise sehr stark verändert wurden, wie im weiteren Verlauf der Arbeit noch gezeigt werden wird.

3.1. Die Faschismustheorie der Komintern

Auf den vierten und fünften Weltkongressen der Kommunistischen Internationale referierte der italienische Delegierte Amadeo Bordiga über den Aufstieg des Faschismus in seinem Land, und erklärte diesen vor allem aus der spezifischen historischen Situation heraus, die im Italien der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg vorherrschte. Laut Bordiga hatte der Faschismus kein neues Programm, sondern lediglich ein zum Teil dem äußersten Linken entliehenes Programm, das sowieso nur zur Mobilisierung der Massen diente. Sobald der Faschismus an der Macht sei, prognostizierte er, würde das Programm in sich zerfallen. Auch wenn der Faschismus auf ideologischem Gebiet nichts Neues darstellte, so doch umso mehr im organisatorischen Bereich. Bordiga wies darauf hin, dass es eine neue Entwicklung war dass sich eine bürgerliche Partei eine Kampffront gab und sich um eine Massenbasis bemühte.42

Die später verabschiedete Resolution des fünften Weltkongresses charakterisierte den Faschismus als ein Instrument der Bourgeoisie zur Bekämpfung des Proletariats, die deswegen zum Einsatz komme, weil das Proletariat nicht mit den dem bürgerlichen Staat zurVerfügung stehenden legalen Mitteln niedergerungen werden könne.

Von der Klassenstruktur her sei der Faschismus eine kleinbürgerliche Bewegung mit Wurzeln in den durch die kapitalistische Krise zum sozialen Abstieg verurteilten Mittelschichten und in den Teilen der Bevölkerung, die in Folge des Krieges deklassiert worden waren, wie etwa die ehemaligen Offiziere. Ein Teil derAnhänger des Faschismus entstamme auch proletarischen Elementen, dessen revolutionäre Hoffnungen enttäuscht worden seien.43

Die Resolution stellte gleichzeitig fest, dass im Zuge des Verfalls der bürgerlichen Gesellschaft alle bürgerlichen Parteien, und vor allem die Sozialdemokratie „einen mehroderweniger faschistischen Charakter annehmen“. Der Faschismus und die Sozialdemokratie wurden als „Zwei Seiten des selben Instruments kapitalistischer Diktatur“ bezeichnet, woraus die Feststellung folgte, dass im Kampf gegen den Faschismus die Sozialdemokratie nie ein verlässlicher Verbündeter des kämpfenden Proletariats sein könne.44

In diesen Zeilen klingt zum ersten Mal die so genannte ,Sozialfaschismus-These’ durch, die nach einem Beschluss des zehnten Plenums des Exekutivkomitees der Komintern zur wichtigsten Leitlinie der politischen Theorie und Praxis aller Sektionen wurde. Diese These besagte, dass die Sozialdemokratie ,objektiv dergemäßigte Flügel des Faschismus“45 sei; dass der Faschismus und die Sozialdemokratie „Keine Antipoden, sondern Zwillinge“ seien.46

Die Implikation dieser These für die Faschismustheorie war, dass sich eine undifferenzierte Betrachtungsweise durchsetzte, die keine Abgrenzung zwischen faschistischen und anderen bürgerlichen Kräften vornahm und jeden qualitativen Unterschied zwischen der bestehenden bürgerlichen Demokratie und der drohenden faschistischen Diktatur leugnete. Die Konsequenz für die praktische politische Arbeit war die Verweigerung jeder antifaschistischer Zusammenarbeit mit der SPD und anderen Organisationen derArbeiterbewegung, die nicht der Kontrolle der Komintern unterstanden.

Laut einer Resolution des Zentralkomitees der KPD im Februar 1932 waren Demokratie und faschistische Diktatur „nicht nur zwei Formen, die den gleichen Klasseninhalt bergen“, sie würden sich auch hinsichtlich der äußeren Methoden einander annähren und sich miteinander verflechten.47

Schon anlässlich der Berufung des ersten Präsidialkabinett Heinrich Brünings hatte die KPD verkündet: „Der Faschismus ist da!“48 und die Regierung Franz von Papens wurde bereits als „Faschistische Militärdiktatur“ bezeichnet.49

Diese vorgegebene Linie verfolgte auch die KPD in der entscheidenden Phase der Ereignisse in Deutschland, so dass die SPD immer noch als Hauptfeind gesehen wurde, während derAufstieg des Faschismus in vollem Gange war: „Faschismus und Sozialfaschismus stehen in einer Klassenfront zusammen und arbeiten beide an der Durchführung derfaschistischen Diktatur mit“, erklärte Ernst Thälmann 1931.50 Thälmann warnte die Mitglieder der KPD weiter vor „einer liberalen Gegenüberstellung von Faschismus und bürgerlicher Demokratie“, die dazu geführt habe dass sogar unter revolutionären Arbeitern der Eindruck entstanden sei, dass „Die Braun-Severing- Regierung vielleicht doch eine .kleineres Übel’ gegenüber einer Hitler-Goebbels­Regierung in Preußen“ sei.51

An dieser Position der Leugnung jeglicher qualitativer Unterschiede zwischen bürgerlicher Demokratie und faschistischer Diktatur wurde selbst nach der Machtübernahme Hitlers relativ lange festgehalten. Offensichtlich sah die Komintern den Sieg Hitlers nicht als einschneidendes historisches Ereignis oder als Niederlage für die KPD, die Arbeiterbewegung oder das Proletariat. Noch im Dezember 1933 wurde explizit geleugnet, dass es in Deutschland eine Niederlage gegeben hatte. Stattdessen war von einem „vorübergehenden taktischen Rückzug“ die Rede.52 Das Exekutivkomitee der Komintern gab sich zunächst sogar optimistisch über die möglichen kurzfristigen Folgen derfaschistischen Machtübernahme in Deutschland.

Der brutale Terror zur Unterdrückung der revolutionären Bewegung könne „die fortschrittlichsten Schichten derWerktätigen nicht auf lange Zeit einschüchtern.“ Die Wut über Unfähigkeit Hitlers, seine Versprechen gegenüber den Massen einzulösen und über die Rolle der Sozialdemokraten würde die noch größere Teile der Werktätigen für kommunistische Agitation und Propaganda machen und günstigere Bedingungen für die KPD schaffen.53

Die Komintern polemisierte nicht nur gegen diejenigen, welche die eindeutige Tatsache, dass die Arbeiterbewegung eine Niederlage erlitten hatte, offen aussprachen, sondern auch gegen die von der Sozialdemokratie und (in anderer Form) von Trotzki vorgenommene Unterscheidung zwischen faschistischer und bürgerlich­demokratischer Herrschaft.54

Erst zweieinhalb Jahre später rang sich die Komintern zu einem Kurswechsel hin. Im Rahmen derVerkündigung derVolksfrontstrategie, die im weiteren Verlaufdieser Arbeit noch ausführlich behandelt wird, wurde auch eine im Vergleich zur vorherigen Praxis differenziertere Betrachtung des Faschismus vorgenommen. Der Faschismus, die „offene terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ käme dann zum Zuge, wenn die Kapitalisten nicht mehr im Stande sind, „ihre Diktatur mit den alten Mitteln des Parlamentarismus und der bürgerlichen Demokratie zu behaupten.“55 Die Interessen der Bourgeoisie in derspezifischen Situation, in dersich Deutschland in den letzten Jahren derWeimarer Republik befand erforderten einen Kampf gegen das Proletariat im eigenen Land und die Vorbereitung eines neuen globalen Krieges zur Neuaufteilung der Welt unter den imperialistischen Mächte, und ließen sich nur mit den Mitteln des offenen Terrors und des schrankenlosen Chauvinismus verwirklichen. Deswegen habe sie sich für die Diktatur Hitlers entschieden.

3.2. Die Faschismustheorie Trotzkis

Für Trotzki war derAusgangspunkt einer Beschäftigung mit dem Faschismus die Frage nach dem sozialen Ursprung und dersozialen Funktion desselben. Die historische Aufgabe des Faschismus sah er darin, in einer Situation der tiefen Krise des Kapitalismus der Bourgeoisie einen Ausweg zu bieten, und zwar durch Mobilisierung der unmittelbar über dem Proletariat stehenden Schichten, die besonders unter dem wirtschaftlichen Niedergang litten, um mit der Deckung des Staates die Arbeiterbewegung zu zerschlagen.56

Angesichts dessen sollte es Marxisten keinesfalls egal sein, ob es eine bürgerlich­demokratische oder eine faschistische Herrschaft gibt. Für Trotzki gab es zwischen den beiden Systemen sehrwohl einen Gegensatz, da sie sich auf verschiedene Kombinationen von sozialen Gruppen stützten, und weil die unterschiedlichen Implikationen der beiden Herrschaftssysteme für die Arbeiterbewegung berücksichtigt werden müssten.57

Während die offizielle Komintern-Linie in der Phase als die .Sozialfaschismusthese’ verfolgt wurde, die Frage eine Unterschiedes im Klasseninhalt bürgerlich­demokratischer und faschistischer Regime klar verneinte, gab Trotzki eine differenziertere Antwort:

„Stellt man lediglich die Frage nach der herrschenden Klasse, so ist kein Unterschied vorhanden. Nimmt man Lage und Wechselbeziehungen aller Klassen, so zeigt sich - vom Standpunkt des Proletariats - ein beträchtlicher Unterschied.“58.

Der entscheidende Unterschied aus der Perspektive des Proletariats sah Trotzki darin, dass der Faschismus die systematische „Zerschlagung aller Elemente der proletarischen Demokratie in der bürgerlichen Gesellschaft“ zum Ziel habe, also die Auflösung aller unabhängigen Parteien und Organisationen derArbeiterbewegung sowie die physische Liquidierung ihrer Führung. Diese Aufgaben, die in bestimmten historischen Situationen aus Sicht der Bourgeoisie nötig sein könnten, könnten nicht von einer bürgerlich-demokratischen Regierung, auch nicht von einem Präsidialkabinett wie das von Heinrich Brüning, das von der KPD schon als „faschistisch“ charakterisiert wurde sondern eben nurvon einer faschistischen Regime, das sich auf eine Massenpartei und auf den Staatsapparat stützt und mit Repression und Terror die systematische Vernichtung derArbeiterbewegung betreibt.59 Trotzki befürwortete eine Einheitsfront derArbeiterorganisationen im Kampfgegen den Faschismus. Dies beinhaltete gemeinsame praktische Aktionen wie den Schutz vor faschistischen Übergriffen aufOrganisationen und Einrichtungen der Arbeiterbewegung. Wahlbündnisse und Zusammenarbeit auf parlamentarischer Ebene sollten die Kommunisten jedoch ablehnen, da diese in der Regel zum Vorteil der Sozialdemokratie seien. Auf die Bewahrung der Eigenständigkeit aller an der Einheitsfront beteiligten Organisationen, auch des uneingeschränkten Rechtes auf Kritik und politische Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Bestandteilen der Einheitsfront, legte Trotzki besonderen Wert.60

[...]


1 Marx and Engels and the Wars ofthe Nineteenth Century. In: Kissin (Bd. 1, S. 3-90).

2 Engels (1), 393.

3 Engels (2), 387.

4 Marx (l), 5f.

5 Marx (2), 277.

6 Marx (3), 319.

7 Zitiert in: Kissin (Bd. 1) S.98.

8 Engels (3).

9 Kissin (Bd. 2) S. 103.

10 Engels (4).

11 Kissin (Bd. 1) 127f.

12 Ebd., 135ff.

13 Ebd. 144f.

14 Kissin (Bd. 1) 158f.

15 Ebd., 165f.

16 Zu Lenins Position überden Sieg Japans über Russland: Lenin (1).

17 Der Text der Stuttgarter Resolution ist wiedergegeben in Braunthal, S. 370-372.

18 Lenin (2), 175.

19 Lenin (2), 176.

20 Ebd.,176.

21 21 Ebd., 176.

22 22 Lenin (3), 4.

23 Lenin (4), 273.

24 Ebd. 274.

25 Ebd. ,274.

26 Ebd., 273f.

27 Lenin (5), 26f.

28 Lenin (5), 27.

29 Lenin (6), 191.

30 Lenin (7), 443.

31 Lenin (8), 3.

32 Lenin (9), 181.

33 Braunthal (Bd. 2) S. 62. Dervon Lenin verfasste Resolutionsentwurf derZimmerwalder Linken findet sich in: Lenin, Werke (Bd. 21) S. 348-351.

34 Zur Kritik Trotzkis an der internen Entwicklung der UdSSR unter Stalin siehe Trotzki (9) darin v.a. Kapitel 5: Sowjetthermidor.

35 Trotzki (1).

36 Buschak, 9.

37 Buchak, 24-26.

38 Buschak, 41.

39 Ebd.,42.

40 Ebd., 59f.

41 Beschluss der Pariser Konferenz der IAG vom 27. und 28. August 1933, zitiert in: Buschak, 110.

42 Protokoll: Fünfter Kongress der Kommunistischen Internationale. o.O. o.J. Bd. II S. 717.

43 Resolution des 5. Weltkongresses der Komintern. In: Degras (Bd. 2), 137f.

44 Ebd.

45 Die Sozialfaschismusthese (Stalin) in: Weber, S. 116-118. 117.

46 Ebd.

47 Zitiert in: Flechtheim, 265.

48 Zitiert in: Flechtheim, 266.

49 Duhnke, 33.

50 Zitiert in: Duhnke, 34.

51 Zitiert in: Duhnke, 26 (Anm. 48).

52 Die Faschismustheorie der Komintern (XIII. Plenum des EKKI): In: Weber, S. 277-284. 277.

53 Der Sieg Hitlers - Keine Niederlage der KPD (EKKI). In: Weber, S. 277-284. 282.

54 Ebd. , 279.

55 Ebd.

56 Trotzki (8.1.), 182.

57 Trotzki (8.1.),

58 Ebd. ,197 (Hervorhebungen im Original).

59 Ebd. ,198.

60 45 Trotzki (8.2.), 171f.

Details

Seiten
88
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783668057326
ISBN (Buch)
9783668057333
Dateigröße
825 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v307549
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Institut für Politische Wissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Marxismus Arbeiterbewegung Kommunistische Parteien KPD Komintern Spanischer Bürgerkrieg Trotzkismus Stalinismus Zweiter Weltkrieg Antifaschismus Londoner Büro SAP Vierte Internationale Leninismus Kommunismus Pazifismus Leo Trotzki

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Marxistische Positionen zum 2. Weltkrieg