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Untersuchung der Rolle des Heeres in der späten römischen Republik in Bezug auf politische Ereignisse unter besonderer Berücksichtigung von L. Cornelius Sulla

Seminararbeit 2004 14 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Die Partizipation des Heeres am politischen Geschehen
1. Das Feldlager zu Nola
2. Das Schicksal des C. Flavius Fimbria
3. Cinna´s Tod
4. Fahnenflucht bei Teanum
5. Die Wut der Soldaten – Signia

III. Fazit
Das Heer als Herr

IV. Literaturverzeichnis

I.Einleitung

Ein besonders interessantes Phänomen in der antiken Geschichte stellt der Niedergang der römischen Republik dar. Sie bestand über viele Jahrhunderte hinweg und wurde oftmals sowohl von innen , als auch von außen gefährdet.[1] Fast ein Jahrhundert dauerte ihr letztes Aufbäumen an, bis sie schließlich zu Grunde ging.[2] Bürgerkrieg, Macht- und Geldsucht ihrer Führer, sowie strukturelle Probleme hatten sie von innen ausgehöhlt.[3]

Eine große Rolle in den Wirren jener Zeit spielte das römische Heer und damit auch der einzelne römische Soldat.[4] Das Heer war der Anker römischer Macht, ohne welches die Eroberungen des Reiches nicht möglich gewesen wären. Auf der anderen Seite trug auch das Heerwesen und allen voran die Veteranenfrage zum Untergang der Republik bei. Viele Konflikte entstanden aus Landzuweisungs- bzw. Abfindungsproblemen für altgediente Soldaten.[5]

Im Rahmen dieser Arbeit soll die Rolle des Heeres in der späten römischen Republik untersucht werden. Es stellt sich die Frage, inwiefern das Heer oder auch der individuelle Soldat Einfluss auf die politischen Ereignisse in jener Zeit hatten. War das Heer loyaler Diener des römischen Volkes oder entwickelte es eine Eigendynamik, die über Gedeih und Verderben der prominenten Persönlichkeiten entschied?

Um jene Fragen zu beantworten, erscheint es im Hinblick auf die große Zeitspanne, in welcher die Republik bestand bzw. in welcher sich ihr Untergang langsam aber sicher manifestierte, als notwendig, sich auf bestimmte Aspekte zu beschränken. Daher wird im Rahmen dieser Arbeit besonders die Schaffenszeit Sullas bis zu seinem Tod betrachtet werden. Gerade innerhalb seiner Lebenszeit gab es viele Ereignisse in denen man ein Mitwirken des Heeres feststellen kann. Auch was jene Ereignisse anbelangt wird eine Auswahl getroffen werden. Es sollen daher nur die anschaulichsten und interessantesten Vorfälle als Beispiele herangezogen werden.

Somit soll also die Frage beantwortet werden, inwiefern das Heer in der ausgehenden Republik ein die politischen Ereignisse beeinflussender Faktor war, mit besonderem Augenmerk auf Sullas Lebenszeit, seine Person und inwiefern das Heer ihn als Individuum gefördert hat bzw. sein Schicksal in Händen hatte.

Hierbei wird vor allem auf die wichtigen Quellen für diese Zeit eingegangen werden. Sie unterscheiden sich des öfteren in ihrer Darstellung der Ereignisse, lassen Dinge aus oder unterscheiden sich in Details oder auch wichtigen Punkten von anderen Quellen. Manches erscheint legendenhaft oder unwahrscheinlich. Die Quintessenz, also die Partizipation der Soldaten an den Ereignissen, ist jedoch bei allen Quellen vorhanden.

II. Die Partizipation des Heeres am politischen Geschehen

1. Das Feldlager zu Nola

Das erste Beispiel für eine Begebenheit, welche den „Machtfaktor“ den das Heer inne hat aufzeigt, findet im Feldlager zu Nola statt. Wir schreiben das Jahr 88 v. Chr. Der Senat hat beschlossen das Heer, welches zu Mithridates geschickt werden soll, dem Oberbefehl Sullas zu entziehen und dafür Marius als Oberbefehlshaber einzusetzen. Sulla eilt sofort zu dem Heer, welches gerade bei Nola lagert. Gleichzeitig sind zwei, von Rom geschickte, Kriegstribunen unterwegs, welche dem Heer die Nachricht der Übernahme überbringen sollen.[6]

Sulla erreicht jedoch vor den Kriegstribunen das Heer. Sofort beruft er eine Versammlung ein und versucht die Soldaten für sich zu gewinnen. Er malt ihnen aus was passieren wird, wenn Marius den Oberbefehl über die Truppen bekommt:[7]

"Als Sulla von den Vorgängen hörte, entschloß er sich, auf kriegerischem Wege eine Entscheidung herbeizuführen. Er berief deshalb sein Heer, das, seinerseits auf den Feldzug gegen Mithridates als ein gewinnbringendes Unternehmen begierig, die Befürchtung hegte, Marius könnte an ihrer Stelle andere Soldaten dafür auswählen, zu einer Versammlung zusammen und sprach von der ihm durch Sulpicius und Marius widerfahrenen Schmach."[8]

Sulla weiß um die Befürchtungen des Heeres und benutzt dies für seine Zwecke. Die Folge einer neuen Auswahl von Truppen wäre, dass jene Soldaten leer ausgehen, verspricht der Feldzug im Osten doch enorme Beute.[9] Sein Hauptaugenmerk legt Sulla aber auf das Unrecht das ihm durch den Volkstribun und Marius widerfahren ist. Er versucht also mit allen Mitteln das Heer aufzuhetzen, wobei er das Offensichtliche, nämlich die Angst der Soldaten leer auszugehen, zwar bemerkt, aber nicht explizit darauf eingeht.

Die Soldaten haben offensichtlich als einziges Ziel, den Feldzug zu bestreiten, also halten sie zu Sulla. In anbetracht der Reichtümer die auf sie warten, sind sie sogar gewillt gegen Rom zu ziehen, auch wenn dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht offen ausgesprochen wird.[10]

"Im übrigen gab er sonst keinen deutlichen Hinweis - wagte er doch noch nicht über einen derartigen Krieg zu sprechen - sondern forderte seine Leute nur auf, sich für seine Anordnungen bereit zu halten. Diese aber verstanden den Sinn seiner Worte, und aus Sorge für sich, sie möchten des Feldzugs verlustig gehen, enthüllten sie selbst Sullas Absicht und forderten ihn auf, nur guten Muts zu sein und sie nach Rom zu führen."[11]

[...]


[1] Bringmann, Krise und Ende der römischen Republik (133 - 42 v. Chr.), 2003, 17

[2] Bringmann, Krise und Ende der römischen Republik (133 - 42 v. Chr.), 2003, 19

[3] Bringmann, Krise und Ende der römischen Republik (133 - 42 v. Chr.), 2003, 19

[4] Aigner, Die Soldaten als Machtfaktor in der ausgehenden römischen Republik, 1974, 9

[5] Bringmann, Krise und Ende der römischen Republik (133 - 42 v. Chr.), 2003, 36

[6] Aigner, Die Soldaten als Machtfaktor in der ausgehenden römischen Republik, 1974, 11

[7] Aigner, Die Soldaten als Machtfaktor in der ausgehenden römischen Republik, 1974, 11

[8] App. b. c. I 57, 250

[9] Aigner, Die Soldaten als Machtfaktor in der ausgehenden römischen Republik, 1974, 9

[10] Aigner, Die Soldaten als Machtfaktor in der ausgehenden römischen Republik, 1974, 11

[11] App. b. c. I 57, 251

Details

Seiten
14
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638319317
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v30737
Institution / Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,3
Schlagworte
Untersuchung Rolle Heeres Republik Bezug Ereignisse Berücksichtigung Cornelius Sulla Proseminar Alte Geschichte

Autor

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Titel: Untersuchung der Rolle des Heeres in der späten römischen Republik in Bezug auf politische Ereignisse unter besonderer Berücksichtigung  von L. Cornelius Sulla