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Verbreitung, Typen und Landnutzung subtropischer und tropischer Trockengebiete

Hausarbeit 2014 18 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verbreitung und subzonale Unterscheidung der tropisch/subtropischen Trockengebiete.

3. Typen der Trockengebiete
3.1 Subtropische Steppen
3.1.1 Klima
3.1.2 Bodenbildung/Relief
3.1.3 Vegetation
3.1.4 Tierwelt
3.2 Subtropisch/tropische Wüsten
3.2.1 Klima
3.2.2 Bodenbildung/Verwitterung/Relief
3.2.3 Vegetation
3.2.4 Tierwelt
3.3 Dornsavannen
3.3.1 Klima
3.3.2 Bodenbildung/Relief
3.3.3 Vegetation
3.3.4 Tierwelt

4. Landnutzung in den tropisch/subtropischen Trockengebieten

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Begriff der Ökozone, der erstmals von Jürgen Schultz eingeführt wurde, ist ein vorwie- gend geowissenschaftlicher Begriff für die Großräume der Erde und ermöglicht die Einteilung der Zonen nach mehreren naturräumlichen Kriterien wie Klimagenese, Boden und Bodenbil- dungsprozesse, Vegetation, Tierwelt und agrare Nutzung. Schultz unterteilt die Großräume der Erde in 9 Ökozonen, nämlich in polare/subpolare Zone, boreale Zone, die feuchten Mit- telbreiten, trockene Mittelbreiten, die winterfeuchten Subtropen, die immerfeuchten Subtro- pen, die tropisch/subtropischen Trockengebiete, die sommerfeuchten Tropen sowie die Zone der immerfeuchten Tropen (vgl. SCHULTZ, 2002). Diese Arbeit beschränkt sich auf die tro- pisch/subtropischen Trockengebiete und wird, um ein besseres Verständnis zu geben, in sub- tropische Steppen, subtropische/tropische Wüsten und Dornsavannen gegliedert und dabei jeweils auf die naturräumlichen Kriterien (Klima, Boden und Bodenbildung, Vegetation so- wie Tierwelt) eingegangen. Die Landnutzung soll als letzten Punkt der Arbeit den kultur- räumlichen Aspekt der drei Arten der Trockengebiete abrunden.

2. Verbreitung und subzonale Unterscheidung der tro- pisch/subtropischen Trockengebiete

Die tropisch/subtropischen Trockengebiete liegen zwischen den subtropischen Winterregen- gebieten und den tropischen Sommerregengebieten, etwa zwischen dem 15. und 35. Breiten- grad, sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel (vgl. Abb. 2). Die Gesamtfläche beläuft sich auf 31 Mio. km2. In dieser Zone dominieren v.a. Wüsten und Halbwüsten, in den semiariden Randgebieten zu den humiden Nachbarzonen folgen sommerfeuchte Dornsavan- nen und Dornsteppen und die winterfeuchten Gras und Strauchsteppen (vgl. SCHULTZ, 2000).

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Abb. 1 Niederschlagsbedingte Unterteilung Tropischer/subtropischer Trockengebiete. (Quelle: SCHULTZ 2000, 365).

Die Grenzen zu den feuchteren Nachbarzonen folgen in etwa den in der Abbildung 1 genannten Jahresniederschlägen. „Die niedrigeren Schwellenwerte in den polwärtigen Grenzgebieten erklären sich aus den dort geringeren Lufttemperaturen und dementsprechend geringeren Transpirationsbelastungen für die Pflanzen“ (SCHULTZ 2000, 364).

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Abb. 2 Verbreitungsgebiet der Tropisch/subtropischen Trockengebiete (Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ commons/thumb/4/4c/%C3%96kozone_Tropische_und_subtropische_Trockengebiete.png/440px-%C3% 96kozone_Tropische_und_subtropische_Trockengebiete.png).

3. Typen der Trockengebiete

3.1 Subtropische Steppen

Allgemein definiert sind Steppen nach (HORNETZ & JÄTZOLD 2003, 139) „trockenheitsbedingte Grasländer außerhalb der Tropen“.

Zu den subtropischen Steppen zählen vor al-lem die winterfeuchten Gras- und Strauchsteppen sowie die sommerfeuchten Dornstep-pen. Ihre Verbreitung der letzteren genannten Steppenart liegt hauptsächlich östlich der sub-tropischen Wüsten und Halbwüsten und im Übergangsbereich zu den immerfeuchten Sub- tropen, wo sie äquatorwärts in die Dornsavan-nen übergehen. Die polwärtigen Bereiche der Dornsteppe gehen unmittelbar in die trockenen

Mittelbreiten über, wo sie sich an die Wüstensteppen anschließen. Bei Wüstensteppen handelt es sich um sehr trockene Dornsteppen, wie etwa die im Grenzgebiet USA-Mexiko und im Iran. Dornsteppen finden sich neben Nord- und Mittelamerika auch in Südamerika. Hier vor allem in Brasilien, Argentinien und kleine Gebiete an der Küste von Kolumbien und Venezuela. In Afrika dominieren sie im nördliche Sahel sowie Eritrea-Somalia und die Massaisteppe in Tansania und Kenia. Außerdem kommen sie in Australien und in Asien vor allem auf der Arabischen Halbinsel vor (vgl. SCHULTZ, 2000). Kleinere winterfeuchte Gras- und Strauchsteppen, vgl. Abb. 3, sind in den Subtropen an der Westseite der Kontinente zu finden. Sie schließen sich dort polwärts an die tropisch/subtropischen Halbwüsten und Wüsten an, wo sie meist einen schmalen Übergangsraum zu den Hartlaubgehölzen der winterfeuchten Subtropen bilden (vgl. HORNETZ & JÄTZOLD, 2003).

3.1.1 Klima

Die Zone der tropisch/subtropischen Gebiete kennzeichnet sich durch hohen Luftdruck der ganzjährig herrscht. Die Luftmassen der ITC steigen am Äquator auf und sinken zwischen 15° und 35° Breite wieder ab. Dabei entsteht ein ständig heißes und trockenes Wetter (vgl. ZECH & HINTERMAI- ER-ERHARD, 2002). Im Winter reichen noch die Westwindzyklonen in diese Zone hinein, während sich im Sommer die Passathochs über diese Gebiete verlagern und dabei meist 6 bis 10 aride Monate erreichen. Die Niederschläge haben hier eine größere Regelmäßigkeit als in den Wüsten. So fallen in den kühleren Wintern etwa 150 bis 350 mm Nieder- schlag bei maximal 2 humiden Monaten und kann in den Hochplateaus Frost bringen. Ist der Nieder- schlag weniger als zu vor genannt, gehen die Step- pen in die Halbwüsten, bzw. die Dornsteppen in die Dornsavannen über (vgl. HORNETZ & JÄTZOLD, 2003). Wie auch in den Wüsten ist die Luftfeuchtigkeit und die Bewölkung der subtropischen Steppe sehr gering und die Globalstrahlung dadurch sehr hoch. Sie sind also von langen, heißen und trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern geprägt (vgl. SCHULTZ, 2000). Ein Beispiel zeigt das Klimadiagramm in Abb. 3 von Marrakesch, mit heißen Monaten (Juni bis August) und kaum Niederschläge. Dagegen deutliche Niederschläge und milden Temperaturen im Winter.

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Abb. 3 Klimadiagramm von Marrakesch. (Quelle: http://homepage.univie.ac.at/ gottfried.menschik/Klima- %20und%20Vegetationszonen.ppt).

3.1.2 Bodenbildung/Relief

Wie auch die Böden der Dornsavannen haben die subtropischen Steppen einen sehr geringen Humusgehalt von etwa 2-5 %, was einen kastanienfarbigen Steppenboden entstehen lässt. Der Faktor Wasser spielt für die Bodengenese eine wichtige Rolle, da durch Wasser die Oberflächenablüsse nach Regenfälle und damit verbundene Abspülung und Sedimentation beträchtliche Feuchteunterschiede im Boden bewirken kann und somit enorme Materialumlagerungen stattfinden. Am meisten verbreitet sind die Bodentypen Arenosols, Vertisols, Luvisols, Regosols, Solonetze und Calcisols, Gypsisols und Durisols, die sich im Übergangsbereich zu den winterfeuchten Subtropen unter dem Winterklima bilden. In Abb. 4 werden einige Bodentypen der tropisch/subtropischen Trockengebiete aufgezeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Bodentypen in den tropisch/subtropischen Trockengebieten. (Quelle verändert nach: SCHEFFER & SCHACHTSCHABEL, 2010).

Arenosols sind sandige feinkornarme Böden, die sich durch Verwitterung aus quarzreichen Gesteinen und durch den Wind umgelagerten Sanden entwickelt haben. Regosols sind hu- musarme Böden aus Lockermaterial, die auch in den Wüsten, Halbwüsten und Dornsavannen häufig auftreten. Lössdecken, die durch Windablagerungen von Staub entstehen, treten bei- spielsweise in den Steppen auf, da das Feinmaterial aus den Wüsten ausgeweht wird (vgl. SCHULTZ, 2002). Dabei handelt es sich um kalkreiches Sediment. Die Oberflächenformung findet, ebenso wie in den Wüsten und Dornsavannen, durch Insolationsverwitterung, also durch Temperatursprengung aufgrund starker Temperaturunterschiede und Flächenspülung (Denudation) statt. Vor allem in bergigen Wüstensteppen lagert sich das Verwitterungsmate- rial durch flächige Abspülung am Fuße des Berges an, sodass sich Fußflächen (Pedimente) ausdehnen (vgl. HORNEZT & JÄTZOLD, 2003). Diese Ablagerungsform wird als arid- morphologische Catena bezeichnet und in Abb. 5 verdeutlicht. Nach (SCHULTZ 2000, 375) wird „mit zunehmender Entfernung vom Bergfuß [ ] das von der Spüldenudation umgelagerte Material feinkörniger und seine Auflage auf dem unterliegenden Gestein in dem Maße mäch- tiger, in dem die Abtragung immer stärker von der Akkumulation übertroffen wird“. Ebenso treten Steppen in Ebenen wie z. B. das Tiefland der Pampa, das Hochland der Schotts in Nordafrika, das Binnenhochland Südafrikas und die Schwemmländer in Australien auf. Diese können regenzeitlich zu flachen (Salz-) Seen werden und sind dann mit einer mehreren Zentimeter dicken Salzkruste bedeckt.

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Abb. 5 Arid-geomorphologische Catena. (Quelle: BLÜMEL 2013, 141).

3.1.3 Vegetation

Die Flora der winterfeuchten Gras- und Strauchsteppen unterscheidet sich sehr von den Step- pen der mittleren Breiten. Sie gehören zu den mediterranen Arealtypen oder zu Arealtypen der tropisch/subtropischen Trockengebiete. Auf die Halbwüsten folgen bei einem Deckungs- grad von über 50 % die Strauch-, Gras-, und Dornsteppen bzw. Dornsavannen. Diese Vegeta- tionsbedeckung, wie auch die in den Wüsten und Dornsavannen, hängen vom Wasserangebot und der Salzanreicherung im Boden ab (vgl. SCHULTZ, 2000). In den subtropischen Berei- chen des trockenen Steppenklimas gibt es sehr viele Holzgewächse, da aufgrund der feuchten Regenzeitmonate Überschüsse im Boden entstehen und gespeichert werden. Deshalb ähneln sie auch mehr den tropischen Savannen (vgl. HORNETZ & JÄTZOLD, 2003). In arideren Gebieten bei 150-200 mm und 10-11 trockenen Monaten dominieren Zwergstrauchsteppen mit Wermutarten, dornigen Klein- und Halbsträucher und Sukkulenten, wie Kakteen und Eu- phorbien und vereinzelt auch Bäume mit geringer Wuchshöhe, wie die Acacia. Generell bleibt die Wuchshöhe der Krautschichten unter 80 cm und Bäume werden 5 bis 10 m hoch (vgl. SCHULTZ, 2000). Sie findet man im Übergangbereich von den sommertrockenen Steppen zu den Halbwüsten, wie in Nordafrika oder Südkalifornien und verteilen sich mehr diffus als kontrahiert. Typisch für die Zwergsträucher ist der silbrige Glanz, der durch dichten Haarfilz vor Verdunstung schützen soll und ein tiefreichendes Wurzelwerk besitzt (vgl. HORNETZ & JÄTZOLD, 2003). Die einjährigen Pflanzen sind meist winterannuel und bilden regenzeitlich auffällige Blütenteppiche. In einigen Gebieten Nordafrikas und Spaniens treten karge Grasflu- ren z. B. Halfa und Esparto auf.

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Details

Seiten
18
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668063808
ISBN (Buch)
9783668063815
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v307229
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
2,0
Schlagworte
Trockengebiete subtropisch tropisch Landnutzung Ökozonen

Autor

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