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Suchtverhalten im Internet. Wie Facebook Internetsucht begünstigt

Eine Studie

Hausarbeit 2014 13 Seiten

Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Suchtverhalten
2.1 Internetsucht
2.2 Partizipation bei Facebook

3. Analyse

4. Résumé

5. Literaturverzeichnis

1. Einführung

In der folgenden Arbeit soll das Suchtverhalten im Internet genauer betrachtet werden. Der Fokus liegt hierbei auf den verschieden Anwendungsebenen des sozialen Netzwerks Facebook, welche hierzu analysiert werden. Die Frage Wie wird Internetsucht durch die Anwendung Facebook beg ü nstigt? soll im Folgenden erläutert werden. Grund für diese Thematik, ist die Beobachtung des sozialen Umfelds, das mit erhöhter Internetnutzung und ständigem Online-Sein, sein Internetverhalten erheblich verändert und die Nutzung enorm gesteigert hat. Hierfür spielt selbstverständlich nicht nur Facebook eine Rolle, allerdings kann diese Anwendung als Wegbereiter für die aktuell erhöhte Nutzung von sozialen Netzwerken betrachtet werden und erhält dadurch hohe Relevanz. In dieser Arbeit soll lediglich dieser eine Aspekt untersucht werden, da dieser unter anderem als Bedingungsfaktor für Internetsucht angesehen werden kann, jedoch ohne allein diese eine Anwendung verantwortlich zu machen.

Das 2004 gegründete Unternehmen Facebook spielt für Internetnutzer eine große Rolle. Dies zeigt die aktive Nutzung von Facebook von weltweit über einer Milliarde Menschen, davon sind es in Deutschland ca. 26 Millionen. (Stand Juni 2013).1 „Diese Nutzer generieren täglich rund 3,2 Mrd. 'Gefällt mir' und Kommentare, sie laden täglich 300 Mio. Fotos ins Netzwerk und zwischen den Nutzern wurden 125 Mrd. Freundschaften vereinbart.“2 Soziale Netzwerke wie Facebook werden vorwiegend genutzt zur Kommunikation, Information, Unterhaltung und Organisation.3 Facebook ist das größte soziale Netzwerk weltweit und wird auch in Deutschland am meisten verwendet, hier sind 56% der Internetnutzer in diesem Netzwerk aktiv.4 Die Nutzer entspringen vorwiegend der jüngeren Generation, die 14- bis 29-Jährigen machen 87% der aktiven Mitglieder aus.5 Deutschlands Internetnutzer verbringen 22,6% ihrer Online-Zeit in sozialen Netzwerken wie Facebook (Stand Februar 2012).6 Bei Facebook handelt es sich um eine Online- Plattform für Privatpersonen, Gruppen und „[...] auch Körperschaften des öffentlichen und privaten Rechts, [die] die Möglichkeit der Präsentation von Informationen sowie [der] Kommunikation [nutzen].“7 Nutzer können Gruppen gemeinsamer Interessen gründen, Veranstaltungen erstellen, Kommentare abgeben, 'Gefällt-mir' Angaben machen und anderen Seiten als Fan beitreten.8 Das soziale Netzwerk Facebook „[...] ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.“9

2. Suchtverhalten

Da es sich hierbei nicht um eine psychologische Arbeit handelt, wird die Definition des Suchtverhaltens lediglich auf einer basalen Ebene ohne psychologischen Tiefgang abgehandelt.

Ganz allgemein wird Sucht als „krankhafte Abhängigkeit von einem Genuss- oder Rauschmittel o.Ä.“, sowie als „übersteigertes Verlangen nach etwas, einem bestimmten Tun“, beschrieben.10 Sucht kann in drei Kategorien eingestuft werden: als Abhängigkeitssyndrom, als Zwangsstörung oder aber auch als Verhaltenssucht. Das Abhängigkeitssyndrom kann betrachtet werden als „starkes, periodisch oder dauerhaft auftretendes, meist unüberwindbares Verlangen und [dem damit verbundenen] zwanghafte[n] Konsum, Kontrollverlust und eine[r] fortschreitende[n] Vernachlässigung anderer Verpflichtungen oder Aktivitäten“.11 Eine Zwangsstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der ein innerer Drang auftritt, an bestimmte Dinge zu denken oder diese tun zu müssen.12 Bei einer Verhaltenssucht handelt es sich um eine exzessive Verhaltensweise, bei der Merkmale psychischer Abhängigkeit auftreten. Das Verhalten des Betroffenen wird übermäßig lange ausgeführt, dies geschieht nicht mehr freiwillig, sondern der Betroffene muss die Zeit in immer größerem Umfang aufwenden. Wie bei dem Abhängigkeitssyndrom weicht der lustvolle Konsum einem Zwang, der keine Freude mehr bereitet. Weiterhin kann der Betroffene keine Nutzen mehr aus seinem Verhalten ziehen und das Verhalten beginnt sein Leben zu bestimmen, anstatt nur ein Bestandteil zu sein.13 Die Internetsucht stellt eher eine Kombination aus diesen drei Kategorien dar. Hierauf wird im folgenden Abschnitt noch genauer eingegangen.

2.1 Internetsucht

Für die exzessive Internetnutzung gibt es aktuell noch keine klare Definition oder Beschreibung eines Krankheitsbildes.14 Allerdings gibt es verschiedene Ansätze dieses pathologische Verhalten zu beschreiben. Im Folgenden wird angestrebt verschiedene Kriterien zusammenzutragen, um somit einen Rahmen zu schaffen und eine Vorstellung davon, wie Internetsucht zu verstehen ist.

Für die Abhängigkeitsstörung Internetsucht werden verschiedene Synonyme genutzt, unter anderem Online- oder Mediensucht, aber auch der Begriff der pathologischen Internetnutzung.15 Allgemein spricht ein exzessives Nutzungsmuster für Internetsucht.16 Typisch hierfür ist beispielsweise das eigene Nutzungsverhalten nicht mehr kontrollieren zu können, mehr Zeit im Internet zu verbringen, als beabsichtigt war und in Folge dessen wichtige Lebensbereiche und Aufgaben zu vernachlässigen, sowie negative Konsequenzen in Kauf zu nehmen.17 Negative Folgen können unter anderem das Abfallen des Leistungsvermögens sein, finanzielle Probleme, Konflikte auf sozialer Ebene, sowie Schädigungen der psychischen und physischen Gesundheit.18 Weitere Aspekte betreffen den Zustand, den eigenen Internetkonsum nicht eingrenzen zu können, gedanklich vom Internet vereinnahmt zu sein, sowie das Aufweisen psychischer Auffälligkeiten, wie Antriebslosigkeit, Gereiztheit und Lustlosigkeit, wenn das Internet nicht genutzt wird.19 Innere Unruhe und Anspannung, lösen sich erst wieder, wenn das Internet genutzt werden kann.20 Es gibt verschieden Faktoren, die ermöglichen Internetsucht als Abhängigkeitssyndrom zu bezeichnen. Hierzu zählen das „unkontrollierbare [...] Verlangen nach der Verhaltensausführung, […] [die] zu beobachtende Konsumsteigerung und die entzugsähnlichen Symptome bei Konsumverhinderung[...]“21, sowie der Verlust des Zeitgefühls während des Surfens. Ein Internetsüchtiger ist „weniger vom Internet an sich abhängig, als vielmehr von bestimmten Internetanwendungen“, wie zum Beispiel einem sozialen Netzwerk.22

Das Phänomen, dass vorwiegend Jugendliche von Internetsucht betroffen zu sein scheinen, liegt vor allem an der höheren Internetaffinität im Jugendalter. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um ein pathologisches Verhalten, das ausschließlich in der jüngeren Generation auftritt. Allerdings sind die Betroffenen tatsächlich hauptsächlich jugendlich, was sich aber in den nächsten Jahrzehnten ändern wird, da die „regelmäßige und selbstverständliche Internetnutzung dann mit den Menschen weiter mit gewachsen ist und auch unter Senioren keine Seltenheit mehr darstellen wird“.23

„Bereits heute ist für viele Jugendliche das Internet mehr oder minder gleichbedeutend mit Facebook.“24

Verschiedene Gründe sprechen dafür, dass gerade Jugendliche soziale Netzwerke in großem Umfang nutzen. Zum Einen wird die soziale Interaktion zur

Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung genutzt, denn es wird sich präsentiert und somit wird die Wirkung auf andere erkundet und angepasst.25 „[Die Wirkung eines Beitrags] für die Gruppe steigert [das] Selbstbild als wichtige Person. Das Wirksamkeitsgefühl verbessert sich bei Facebook vor allem durch die steigende Anzahl Freunde. Denn je mehr Freunde man hat, desto mehr Feedbacks kommen auf eigene Beiträge.“26 Weiterhin weist die Generation der 14- bis 29-Jährigen hohe Technikaffinität auf, da sie bereits mit fortschrittlicher Technik aufgewachsen ist und deren Nutzung im Alltag als selbstverständlich ansieht. Es handelt sich beim Internet für diese Generation nicht um ein neues Produkt, das sich allmählich entwickelt, sondern war von Beginn an Teil ihrer Lebenswelt und die Nutzung ist gesellschaftlich anerkannt.

Ganz allgemein ist zu sagen, dass soziale Netzwerke so großen Anklang finden, da Menschen als soziale Wesen das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit, Anerkennung, Aufmerksamkeit und Selbstdarstellung befriedigen möchten, sowie das Bedürfnis sich innerhalb einer sozialen Gemeinschaft zu positionieren und zu etablieren.27 Bei den deutschen Internetnutzern kann etwa eine halbe Million der Nutzer als internetsüchtig bezeichnet werden, dies betrifft vorrangig 14- bis 24-Jährige.28 „Auffällig bei Internetsüchtigen ist, dass diese über den Verlauf der Erkrankung hinweg oftmals zusehends vereinsamen.“29 Die Betroffenen ziehen sich immer mehr zurück, je mehr Zeit sie im Internet verbringen; sie beschäftigen sich eher mit der Pflege der Kontakte in der virtuellen Welt, als mit den realen.

2.2 Partizipation bei Facebook

Zunächst ist es relevant, den Aspekt der Online-Zeit näher zu klären. Denn auch, wenn man 24 Stunden online ist, kann dies passiv geschehen, zum Beispiel, wenn das Internet nur als Radioausgabe-Medium genutzt wird. Für die Betrachtung der Internetsucht ist vorrangig die aktive Online-Zeit relevant.30

In sozialen Netzwerken wie Facebook, gibt es diverse Nutzertypen, die aktiv online sind und auf aktive oder passive Art partizipieren. Diese aktiv und passiv partizipierenden User werden nun genauer betrachtet, um somit zur Analyse der übermäßigen Nutzung zu gelangen.

Zum einen existieren die Produzenten. Diese widmen sich vorrangig der Veröffentlichung

[...]


1 Vgl. http://allfacebook.de/userdata/

2 Vgl. Facebook, Google & Co. Chancen und Risiken. S.35.

3 http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64018_70883.aspx

4 Vgl. http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64018_78533.aspx

5 Vgl. http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64018_70883.aspx

6 Vgl. http://www.bitkom.org/de/markt_statistik/64018_71209.aspx

7 Facebook, Google & Co. Chancen und Risiken. S.153.

8 Vgl. ebd. S.154.

9 https://de-de.facebook.com/

10 http://www.duden.de/rechtschreibung/Sucht

11 http://de.wikipedia.org/wiki/Abh%C3%A4ngigkeitssyndrom

12 Vgl. de.wikipedia.org/wiki/Zwangsstörung

13 Vgl. (2013): Spielwiese Internet: Sucht ohne Suchtmittel. S.2.

14 Vgl. ebd. S.85-86.

15 Vgl. http://www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/n-o/online-sucht.html

16 Vgl. http://www.drugcom.de/

17 Vgl. Spielwiese Internet: Sucht ohne Suchtmittel. S.4.

18 Vgl. ebd. S.39.

19 Vgl. ebd. S.4.

20 Vgl.ebd. S.91.

21 Ebd. S.7.

22 Ebd, S 20.

23 Ebd. S.20.

24 Facebook, Google & Co. Chancen und Risiken. S.53.

25 Vgl. Facebook, Google & Co. Chancen und Risiken. S.40-41.

26 Faszination Facebook: So fern und doch so nah. Psycho-soziale Motivatoren für die aktive Partizipation bei Social Networking Sites. S.43.

27 Vgl. Facebook, Google & Co. Chancen und Risiken. S.155.

28 Vgl. Spielwiese Internet: Sucht ohne Suchtmittel. S.31.

29 Ebd. S.47.

30 Vgl. ebd. S.86-87.

Details

Seiten
13
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668052628
ISBN (Buch)
9783668052635
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v307112
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Institut für Romanistik
Note
1,7
Schlagworte
Sucht Suchtverhalten Internet Facebook Anwendungen Online soziale Netzwerke Nutzer Internetsucht

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