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Die Sprachbezeichnung 'deutsch' - Entstehung und Entwicklung des Wortes

Referat (Ausarbeitung) 2004 6 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Gliederung

1. Die besondere Stellung des Wortes Deutsch

2. Entwicklungsgeschichte
2.1. Der sprachliche Ausgangspunkt
2.2. Der Sinngehalt in historischer Sicht
- Deutsch als Bezeichnung für einzelne, jeweils gegenwärtige Sprachstufen
- Deutsch als Volksbezeichnung
- Deutsch als geographischer Begriff
- Deutsch als Sittenbezeichnung
- Deutsch als Bezeichnung einer Glaubensgemeinschaft

3. Zusammenfassung

1. Die besondere Stellung

Beim Vergleich mit den übrigen westeuropäischen Sprachbezeichnungen fällt sofort die besondere Bildungsweise der Sprachbezeichnung Deutsch auf, da sie nicht wie die anderen von einem Volks- oder Stammesnamen, einem geographischen Namen oder einem allgemein geographischen Begriff ausgegangen ist.

Die Bezeichnung Deutsch bezieht sich von Anfang an auf die Sprache, nämlich auf die Volkssprache der germanisch sprechenden europäischen Mitte. Der völlig andere semantische Ausgangspunkt sowie die Ableitung von einem nicht-geographischen Sachwort für ‚eigenes Volk, Stamm’ macht die Sonderstellung vom Wort Deutsch aus.

2. Die Entwicklungsgeschichte des Wortes Deutsch:

2.1. Der sprachliche Ausgangspunkt:

Die Geschichte des Wortes Deutsch beginnt im Frühmittelalter. Aus der Auseinandersetzung Lateinisch/ Volkssprachlich und eigene Volkssprache/ fremde Volkssprache ist die Bezeichnung ahd. thiutisk, diutisk (das eigene Volk betreffend, Volkssprachlich) als Ableitung zu ahd. thiot-a, diot-a vorahd. Þeoda (Stamm, Volk) erwachsen. Mehr und mehr tritt im westeuropäischen Frühmittelalter neben die stammessprachlichen Bezeichnungen francisce, saxonice u. a. in den Volksrechten die übergreifende Bezeichnung deutsch in latinisierter oder volkssprachlicher Lautung auf. In lateinischer Form wird außerdem teutonicus – im Anschluss an den durch die antike Geschichtsschreibung bekannten Stammesnamen der Teutonen – verwendet. Die Entwicklung eines übergreifenden volkssprachlichen Bewusstseins in althochdeutscher Zeit lässt sich durch einen Vergleich des Wortgebrauches mit dem Sinngehalt ‚volkssprachlich, deutsch’ bei den beiden literarischen Hauptgestalten der ältesten deutschen Literatur, Otfried von Weißenburg und Notker von St. Gallen, verdeutlichen.

Im Lateinischen verwendet Otfried schon die übergreifende Bezeichnung theotisce ‚deutsch’, während Notker im 10./ 11. Jahrhundert nur noch im Lateinischen teutonice, ahd. diutisg benutzt. Otfried intendiert ein neues volkssprachliches Dichten und Notker ein neues, vertieftes Übersetzen in die Volkssprache und eine nachvollziehende Aneignung christlich antiker Bildung im deutschen Wort.

Seit mittelhochdeutscher Zeit gilt diutsch als allgemeine Sprach- und Volksbezeichnung.

Entscheidend bleibt die Einsicht, dass mit dem Durchbruch der Bezeichnung ahd. diutisk ‚deutsch’ die enge stammessprachliche Bewusstseinsstufe überwunden ist und der übermundartlichen volkssprachlichen Bewusstwerdung Platz gemacht hat.

Den Lautkörper des Wortes Deutsch zeigt die Entwicklungsgeschichte bis zur Gegenwart.

Die Form teutsch lebt bis ins 19. Jahrhundert nach. Goethe verwendete beide Formen nebeneinander. Aber im 19. Jahrhundert hat sich die Form deutsch dann durchgesetzt.

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Details

Seiten
6
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638318990
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v30698
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Schlagworte
Sprachbezeichnung Entstehung Entwicklung Wortes

Autor

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Titel: Die Sprachbezeichnung 'deutsch' - Entstehung und Entwicklung des Wortes