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Gesundheitsbezogenes Verhalten von Frauen in der Schwangerschaft: Rauchen, Alkohol und Ernährung. Eine Studie

Wissenschaftliche Studie 2015 23 Seiten

Gesundheit - Public Health

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... 2

Aktuelle Studienlage ... 3

Einleitung ... 3

Methodik ... 5

Stichprobe ... 5

Variablen ... 6

Höchster Bildungsabschluss ... 6

Erfassung des Risikoverhaltens ... 6

Rauchen ... 6

Alkohol .. 6

Ernährung ... 7

Art der Information ... 7

Statistik ... 8

Ergebnisse ... 8

Diskussion ... 10

Literatur ... 20

Aktuelle Studienlage

Was ist schon bekannt?

- Der sozio-ökonomische Status beeinflusst das gesundheitsbezogene Verhalten von Schwangeren in Bezug auf Rauchen, Alkohol und Ernährung sowie auf deren Informationsverhalten. Laut Dölker (2014) zeigen junge und sozial benachteiligte Mütter ein erhöhtes Risikoverhalten in Bezug auf Alkohol- und Zigarettenkonsum [2]. In der Studie von Gembicki et al. (2014) gaben 60 % der rauchenden Frauen an, den Zigarettenkonsum während der Schwangerschaft eingestellt zu haben, davon 81,8 % im ersten Trimester [4]. Mütter, die der sozialen Obersicht angehören, tranken laut der KIGGS Studie 2,5 Mal so viel Alkohol in der Schwangerschaft im Vergleich zu Müttern aus der Unterschicht [6].

Was ist neu durch diese Studie?

- In der vorliegenden Studie ergibt sich eine Raucherquote von 34 % vor und 7 % während der Schwangerschaft. Im Bereich Ernährung sind vor der Schwangerschaft 10 % Vegetarierinnen und 1 % Veganerinnen. Aktuell ernähren sich 8 % vegetarisch, 0,2 % vegan und 15 % geben an, ihre Ernährung anderweitig umgestellt zu haben. Im Vergleich zur Hochschulreife zeigen sich signifikante Werte im Bereich Rauchen mit einem Odds Ratio von 9,39 (2,31 – 38,22) und 7,72 (2,68 – 22,24) in den Kategorien "Habe mich selbst informiert" und "Hauptschule".

Einleitung

Laut Siegmund-Schultze (2008) hat der Bildungsstand schwangerer Frauen einen maßgeblichen Einfluss auf das Gesundheitsverhalten während ihrer Schwangerschaft [1]. Dölker (2014) betont, dass junge und sozial benachteiligte Mütter eher Risikoverhalten in Bezug auf Alkohol- und Zigarettenkonsum zeigen [2]. Gembicki et al. (2014) fanden in ihrer Studie heraus, dass 22 % der Schwangeren ihre täglichen Gewohnheiten deutlich umgestellt haben und 59 % eine leichte Umstellung erzielten [3]. Laut Tyrian et al. (2005) rauchen vor der Schwangerschaft 41,7 %, 25,5 % zum Zeitpunkt der Geburt, 33,5 % 6 Monate später und 34,6 % 12 Monate später [4]. 60 % der Frauen, die vor der Geburt rauchten gaben an, den Zigarettenkonsum während der Schwangerschaft eingestellt zu haben, davon 81,8 % im ersten Trimester [4]. Lang (1998) bestätigt, dass ein dringender Handlungsbedarf zur Rauchprävention während der Schwangerschaft besteht [5]. In der KIGGS Studie (2007) gaben etwa 14 % der Frauen an, während der Schwangerschaft gelegentlich Alkohol konsumiert zu haben, unter 1 % der Frauen haben regelmäßig getrunken [6]. Mütter, die der sozialen Obersicht angehören, tranken 2,5 Mal so viel Alkohol in der Schwangerschaft im Vergleich zu Müttern aus der Unterschicht [6]. Dumas et al. (2014) betonen, dass international ein markanter Unterschied zwischen älteren, trinkenden Frauen mit einem hohen sozio-ökonomischen Status und jüngeren, rauchenden Frauen mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status besteht [7]. Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich nicht nur kurzfristig auf Mutter und Kind aus, sondern prägt auch langfristig Gesundheit und Wohlbefinden. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat in Zusammenarbeit mit verschiedensten Akteuren im Rahmen von IN FORM Deutschland – Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung die erste nationale Handlungsempfehlung entwickelt [8].

Insgesamt lässt sich festhalten, dass das bisherige Wissen über das Verhalten von Frauen in der Schwangerschaft sehr umfangreich ist. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie das gesundheitsbezogene Verhalten von Schwangeren verbessert werden kann. Hierzu werden in der vorliegenden Studie aktuelle Daten zum gesundheitsbezogenen Verhalten von Schwangeren in Bezug auf Rauchen, Alkohol und Ernährung erhoben. Zusätzlich wird das Informationsverhalten in Abhängigkeit des Bildungsabschlusses der Schwangeren erfasst, um die Bereiche zu identifizieren, in denen noch Handlungsbedarf besteht. Dazu wurden folgende Fragestellungen in der vorliegenden Studie untersucht: Wie ist das gesundheitsbezogene Verhalten von Frauen vor und während der Schwangerschaft im Hinblick auf Rauchen, Alkohol und Ernährung? Inwieweit verändern die Frauen ihr Verhalten aufgrund der Schwangerschaft? Welche Informationsquellen werden in Abhängigkeit des Bildungsabschlusses gewählt und welchen Einfluss haben die gewählten Quellen auf das risikobezogene Verhalten?

Methodik

Stichprobe

Die Daten zum gesundheitsbezogenen Verhalten von Frauen in der Schwangerschaft wurden in einer Querschnittstudie mit einer Freiwilligenstichprobe erhoben. Dazu wurde der Link zum Fragebogen in Foren gesetzt, die sich mit den Themen Gesundheit, Schwangerschaft, Geburt, Elternschaft und Babys beschäftigen. In folgenden Foren wurde der Link zum Fragebogen gepostet: www.gofeminin.de, www.rund-ums-baby.de, www.9monate.de, www.schwanger-online.de, www.eltern.de, www.babyforum.de, www.mamiweb.de, www.pampers.de, www.babyclub.de, www.onmeda.de, www.apotheken-umschau.de, www.hipp.de, www.erdbeerlounge.de. Der Fragebogen wurde über www.soscisurvey.de geschaltet und lief über den Zeitraum vom 21.08.2014 – 01.11.2014 (74 Tage). Der Fragebogen richtete sich dabei ausschließlich an aktuell schwangere Frauen. Die Darstellung der Responserate ist aufgrund der Freiwilligenstichprobe leider nicht möglich, da nicht nachzuvollziehen ist wie viele Frauen die Internetforen in unserem Befragungszeitraum besucht haben. Insgesamt wurde der Fragebogen 1.260 Mal angeklickt und 770 Mal angesehen. Davon blieben 31 Fragebögen komplett unbeantwortet und bei 79 Fragebögen wurden jeweils nur 2 – 3 Fragen beantwortet. Nicht oder unvollständig ausgefüllte Fragebögen wurden aussortiert, da sie für die Datenanalyse nicht verwertbar sind. Nach der ersten Vorauswahl wurden von den verbliebenen 660 nur Fragebögen einbezogen, in denen die Frage des höchsten Bildungsabschlusses beantwortet wurde. Die Variable "höchster Bildungsabschluss" bietet die Grundlage zur späteren Kategorisierung der Stichprobe. Somit waren Fragebögen, in denen diese Frage nicht beantwortet wurde, nicht verwertbar. Insgesamt ergab sich ein N von 636. Der Anteil der Eingeschlossenen beträgt 82 %.

In Tab. 1 ist die Stichprobe der Schwangeren näher beschrieben.

Variablen

Höchster Bildungsabschluss

Die Kategorie des höchsten Bildungsabschlusses wurde über folgende Ausprägungen erhoben: kein Schulabschluss, Hauptschulabschluss (Volksschulabschluss), Realschulabschluss (mittlere Reife), Polytechnische Oberschule der DDR mit Abschluss (8., 9. oder 10. Klasse), Fachhochschulreife – Fachabitur, allgemeine Hochschulreife – Abitur (Gymnasium oder EOS, auch EOS mit Lehre), abgeschlossenes Studium (Hochschule), abgeschlossenes Studium (Universität).

Erfassung des Risikoverhaltens

Rauchen

Zur Erfassung des Rauchverhaltens vor und während der aktuellen Schwangerschaft wurden folgende Fragen gestellt: "Haben Sie vor der Schwangerschaft geraucht?" und "Rauchen Sie aktuell?". Beide Fragen konnten dabei mit "Ja", "Nein" und "Wenn ja, wie viele _____" beantwortet werden. Im Freitextfeld konnte die jeweilige Anzahl der Zigaretten angegeben werden.

Alkohol

Der Alkoholkonsum wurde jeweils für das Verhalten vor und während der aktuellen Schwangerschaft mit den Fragen: "Haben Sie vor der Schwangerschaft Alkohol konsumiert?" und "Konsumieren Sie aktuell Alkohol?" erhoben. Dabei standen folgende Ausprägungen zur Erfassung der Häufigkeit zur Verfügung: "Nein", "Ja - Mal zum anstoßen", "Ja - 2 bis 3 Mal die Woche" und "Ja - täglich".

Die Fragen wurden so konzipiert, dass sie sich unmissverständlich auf das Verhalten vor der Schwangerschaft und auf die aktuelle Schwangerschaft beziehen: "Konsumieren Sie aktuell Alkohol?".

Um bei bestehendem Alkoholkonsum vor der Schwangerschaft eine Veränderung des Verhaltens seit Beginn der Schwangerschaft zu erfassen, wurden folgende Ausprägungen genutzt: "Ich trinke keinen Alkohol mehr", "Ich habe meinen Alkoholkonsum reduziert", "Ich habe nichts geändert".

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668042834
ISBN (Buch)
9783668042841
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306217
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
1,7
Schlagworte
Public Health Gesundheitswissenschaften Forschungsprojekt Schwangere Gesundheit Rauchen Alkohol Ernährung quantitative Studie

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