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Umweltbelastungen durch den Tourismus im Luftverkehr

Lösungsansätze zu Reduzierung und Ausgleich von Schadstoffemissionen

Studienarbeit 2012 48 Seiten

VWL - Umweltökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... IV

Abbildungsverzeichnis ... VI

Tabellenverzeichnis ... VII

Abkürzungen ... VIII

1 Zielsetzung der Arbeit ... 9

2 Entwicklung des Tourismus und seine Ansätze an Nachhaltigkeit ... 10

2.1 Entwicklung des Tourismus ... 10

2.1.1 Geschichtlicher Rückblick ... 10

2.1.2 Definition Tourismus ... 12

2.1.3 Tourismus heute ... 13

2.1.4 Prognosen und Trends ... 15

2.2 Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche ... 16

3 Umwelt und Klimaprobleme durch den Tourismus ... 21

3.1 Beziehungen zwischen Umwelt und Tourismus ... 21

3.1.1 Positive Effekte des Tourismus ... 21

3.1.2 Negative Effekte des Tourismus ... 22

3.2 Umweltbelastungen durch touristische Verkehrsmittel ... 24

3.3 Umweltbelastungen durch den Flugverkehrssektor ... 27

4 Schadstoffreduzierung im Flugverkehrssektor ... 31

4.1 Technologische und operationelle Verbesserungen ... 31

4.1.1 Triebwerke ... 31

4.1.2 Sitzplatzkapazität ... 32

4.1.3 Passagierauslastung ... 34

4.1.4 Flugzeugtypen im Vergleich ... 35

4.1.4.1 Airbus A 380 – 800 ... 36

4.1.4.2 Boeing B 747 – 800 ... 37

4.2 Schadstoffausgleichszahlungen im Flugverkehr ... 38

4.2.1 Emissionshandel ... 38

4.2.1.1 Handel mit Emissionsrechten ... 40

4.2.1.2 Handel mit Gutschriften aus Schadstoffminderungsprojekten ... 41

4.3 Emissionshandel für den Luftverkehr ... 43

4.3.1 Befürworter des EU- Emissionshandelssystem im Luftverkehr ... 44

4.3.2 Kritik am EU- Emissionshandelssystem im Luftverkehr ... 44

5 Schlussbemerkung und Ausblick ... 47

1 Zielsetzung der Arbeit

Diese Arbeit soll sich mit dem Wachstum des Tourismus, das damit erhöhte Reiseaufkommen und die Auswirkungen auf Umwelt und Klima beschäftigen. Dabei soll auf die Möglichkeiten der Schadstoffreduzierung und Schadstoffausgleichsprojekte eingegangen werden.

Das Wachstum der Tourismusbranche bringt eine erhöhte Nutzung von Verkehrsmittel durch die Urlaubsreisenden mit sich und führt so zu einer stetigen Ausweitung und Verbesserung der Verkehrswege. Damit einher erfreut sich das Flugzeug als Reiseverkehrsmittel immer größerer Beliebtheit, da es eine schnelle Raumüberwindung insbesondere zu fernen Reisezielen bietet und so neue Reisedestinationen oder Geschäftsfelder attraktiv macht. Durch den wachsenden Tourismus steigen jedoch auch die Schadstoffemissionen, die unsere Umwelt und unser Klima negativ beeinflussen. Eine nachhaltige Nutzung und Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz sind daher heute unumgänglich.

Gerade der neue Trend von ‚Bioprodukten‘ und ‚nachhaltigem Denken und Verhalten‘ signalisiert das gestiegene Bewusstsein der Bevölkerung am Schutz und der Erhaltung der Umwelt für uns und zukünftige Generationen.

Die Anforderungen der Kunden an Leistungsträger, wie Hotels oder Verkehrsmittelunternehmen, nach umweltbewusstem Handeln und Verhalten steigt immer mehr, so dass diese, dadurch angeregt, immer mehr die Nachhaltigkeit zu einem der Leitbilder Ihres Unternehmens machen.

Investitionen in umweltbewusste Technologien, Reduzierungen der Schadstoffausstöße durch technische und operationelle Verbesserungen, sowie die Förderung schadstoffausgleichender Projekte stehen dabei unter besonderer Betrachtung der Studienarbeit.

Im Rahmen des Kyoto- Protokoll 1997, welches dem Ziel nachgeht die globale Klimaerwärmung durch Reduzierung der Treibhausgase zu verlangsamen und so dem weltweiten Klimaschutz nach kommen soll, wird die Arbeit Handlungserfordernisse zu Reduzierung und Ausgleichsmöglichkeiten der Schadstoffausstöße erläutern. Dabei soll auch der neue EU- Emissionshandel für den Luftverkehr betrachtet werden, der weiterhin unter einer großen Kritik steht.

2 Entwicklung des Tourismus und seine Ansätze an Nachhaltigkeit

2.1 Entwicklung des Tourismus

Die ersten Ansätze des Tourismus wie wir ihn heute verstehen, können wir ab Mitte des 19. Jahrhunderts erkennen. Der Tourismus stellt daher ein relativ junges Phänomen der Urlaubs- und Freizeitgestaltung dar, welcher unter anderem in immer optimaler werdenden Arbeitsbedingungen seine Ursprünge findet. War es früher noch üblich den ganzen Tag auf dem Feld zu arbeiten, verbesserten sich die Arbeitsbedingungen zwischenzeitlich gerade hinsichtlich des Urlaubsanspruches und den Arbeitszeiten. Erst durch Abnahme der Arbeitszeiten und dementsprechender Zunahme an Freizeit wurde die Gestaltung dieser für die Bevölkerung überhaupt erst erstrebenswert und brachte so das Bedürfnis der Menschen nach Reisen und Urlaub. Auch die gestiegenen Einkommen erlaubten es den Menschen immer mehr sich Urlaubsreisen überhaupt leisten zu können. Das Reisen wurde im Laufe der Jahre zu einer Art "sozialen Norm" und liefert heute einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität.[1]

2.1.1 Geschichtlicher Rückblick

Nach der Beschreibung von Guido Perathoner, bei welchem "das Verlangen nach Veränderung und Aufbruch, Mobilität und Erkundung neuer Lebenswelten, so alt ist wie die Menschheit selbst"[2], handelt es sich bei der Form des Reisens um ein schon immer bestehendes, grundlegendes Bedürfnis der Menschheit. Waren in der Steinzeit die Gründe des Reisens eher materieller Natur und von dem Motiv des Handelns geprägt, entwickelte sich im Laufe der Jahre das Reisen immer mehr zu einer Art Luxusgut und diente als interessanter Zeitvertrieb oder der Erholung.[3]

So waren die ersten Formen des Tourismus bereits in der Antike des alten Roms und Griechenlands mit dem heutigen Tourismus vergleichbar.

Eines der Hauptmotive des Reisens bestand in der damaligen Zeit jedoch eher aus wirtschaftlichen Aspekten. Die meisten Reisen fanden aufgrund von Handelsgeschäften und dem damit verbundenen materiellen Interesse statt. Weitere wichtige Motivationen waren das Verlangen der Menschen nach Bildung und Entdeckung.

Der Wunsch nach Erholung, Entspannung und dem Kennenlernen neuer Kulturen entwickelte sich erst später zu einem der Hauptmotivationen des Reisens. War er in der damaligen Zeit zwar schon vertreten, beschränkten sich die Reisen in der Regel "eher auf Ausflüge oder bestimmte Ereignisse, wie den Olympischen Spielen der Antike in Griechenland."[4]

Langezeit waren diese Reisen eher den reicheren Bevölkerungsschichten vorbehalten.[5]

Der Ausbau des Verkehrswege, insbesondere der Eisenbahn im Jahre 1814, die "als Massentransportmittel für eine Verbilligung und zudem für eine Beschleunigung des Reisens sorgte, trug einen wesentlichen Teil zur weiteren starken Entwicklung des Tourismus bei.[6] Das Reisen wurde nun auch für die ärmeren Schichten in der Bevölkerung erschwinglich und erfreute sich immer größerer Beliebtheit.

So veranstaltete der Engländer Thomas Cook am 05.07.1841 die erste organisierte Pauschalreise[7] als Bahnreise in England von Leicaster ins 10 Meilen entfernte Lougborough. Auf der Hin- und Rückfahrt wurden die Kunden mit Tee, Rosinenbrötchen und Blasmusik unterhalten und versorgt. Diese Reise wurde damals für 1 Schilling angeboten.[8] Thomas Cook gilt seither als Erfinder der Pauschalreise.

In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg begann die Hochphase des Tourismus. Das Reiseaufkommen der Bevölkerung nahm ständig zu und entwickelte sich immer mehr zu einer Art Massentourismus.[9]

Wesentliche Einflussfaktoren dieser rasanten Expansion des Reisens stellte der gesellschaftliche soziale Wandel dar.[10] Höhere Einkommen, mehr Freizeit und immer besser entwickelte Kommunikations- und Transportmittel waren "Folgen des wirtschaftlichen (Wieder-) Aufschwung der westlichen Industrienationen"[11] und sorgten für eine steigende Nachfrage nach Urlaubsreisen.

2.1.2 Definition Tourismus

Der Begriff "Tourismus" bezeichnet die Bewegungen von Personen, die aus unterschiedlichen Interessen und Motiven ihren dauerhaften Wohn- bzw. Heimatort verlassen, um sich vorübergehend an einem anderen Ort aufzuhalten.

Dabei spielt der Grund für diese Bewegung vorerst keine Rolle. Wichtig ist, dass es sich um einen zeitweisen und nicht von Dauer anhaltenden Aufenthalt an einem anderen Ort als den Wohnort handelt und die Rückreise Bestandteil der Bewegung ist.[12]

Es gibt unterschiedliche Auffassungen, ab wann sich eine Bewegung genau als Reise und somit als Tourismus definieren lässt. Die Welttourismusorganisation UNWTO[13] definiert den Tourismus wie folgt:

"Tourismus umfasst die Aktivitäten von Personen, die an Orte außerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zu Freizeit-, Geschäfts- oder bestimmten anderen Zwecken nicht länger als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten."[14]

Demnach beginnt der Tourismus entgegen vieler verschiedener Meinungen bereits "ab einer Übernachtung (...)".[15]

Der häufigste Grund einer solchen Bewegung liegt heutzutage in der Regel im Urlaubs- bzw. Freizeitgedanken, wobei es daneben auch viele Bewegungen aus geschäftlichen Interessen gibt.

Diese Bewegungen der Menschen definieren wir als Reise, welche das zentrale Element des Tourismus darstellt.[16]

Der Begriff "Tourismus" ist "entlehnt aus dem Englischen "tourism", dem Französischen "tourisme" und dem Italienischen "turismo"."[17] Durch diese Wortverwandtheit ist der Begriff im touristischen international gebräuchlicher zu verwenden und setzt sich auch bei uns im deutschsprachigen Raum immer mehr durch. Er drängt damit die im deutschsprachigen Raum oftmals synonym verwendeten Bezeichnungen "Touristik", "Fremdenverkehr" und "Reiseverkehr" in den Hintergrund.

2.1.3 Tourismus heute

Die Hochphase des Tourismus bzw. der Nachfrage an Urlaubsreisen hält bis heute an. Viele sprechen von einem wachsenden Wirtschaftszweig, der kaum zu bremsen und keineswegs mehr weg zu denken ist. Die FUR Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. führt seit über 40 Jahren eine jährliche Reiseanalyse über den deutschen Urlaubsreisemarkt durch. Die nachstehende Übersicht verdeutlicht, die seit ca. 1995 anhaltend hohe Urlaubsreiseintensität in Deutschland. Für 2011 war dabei die Anzahl der Urlaubsreisenden in Deutschland mit 76 % so hoch wie zuletzt im Jahr 2000.

Unter der Urlaubsreiseintensität versteht man das Ausmaß touristischer Aktivitäten der Bevölkerung eines Landes. Sie "bezeichnet den prozentualen Anteil der Bevölkerung, der innerhalb eines Kalenderjahres mindestens einmal eine privat veranlasste Reise von mindestens fünf Tagen Dauer unternommen hat."[18]

Abbildung 1: Urlaubsreiseintensität 1954 bis 2011[19]

[Dies ist eine Leseprobe. Grafiken und Tabellen sind nicht enthalten.]

Anfangs beschränkten sich die Reisen eher auf erdgebundene Verkehrsmittel. Die Anteile der genutzten Verkehrsmittel im Jahre 1956 lagen mit ca. 58 % in erster Linie bei den Bahnreisen und nur mit ca. 18 % bei den PKW- und Busreisen.

Ab 1968 wuchs in steigendem Maße der Anteil an den PKW- Reisen, welche im Laufe der Jahre den Bus- und Bahnreiseverkehr, verdrängten.

Eine weitere Entwicklung ist ab ca. 1980 mit der Entwicklung der Flugreisen zu erkennen. Das Flugzeug wurde immer mehr zu einem der bedeutendsten Verkehrsmittel, gerade weil durch die technologischen Entwicklungen Reisezeiten verkürzt wurden und eine schnellere Raumüberwindung möglich war.

Obwohl der PKW weiterhin mit einem hohen Anteil von 46 % das Hauptreiseverkehrsmittel der Deutschen ist, erreichte das Flugzeug bis zum Jahr 2005 einen Anteil von ca. 38 % aller benutzten Verkehrsmittel und wird daher zum immer wichtigeren Reiseverkehrsmittel. [20]

Die Tabelle in Anlehnung der Ergebnisse von Mundt, J. der Reiseverkehrsmittel der Urlaubsreisen veranschaulicht diese Entwicklung.

Tabelle 1: Reiseverkehrsmittel der Urlaubsreisen 1956- 2005 [21]

[Dies ist eine Leseprobe. Grafiken und Tabellen sind nicht enthalten.]

Die Entwicklung des Flugverkehrs stellt einen stetig wachsenden Wirtschaftszweig dar und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Er soll daher im Rahmen dieser Arbeit genauer betrachtet werden.

2.1.4 Prognosen und Trends

"Der Tourismus wird die Lokomotive sein, die die Weltwirtschaft des 21. Jahrhunderts antreibt.", "so lautet die Botschaft des Welttourismusforums in Osaka 1994."[22]

Durch die Verbesserung der Kommunikationswege ist die Welt näher zusammen gerückt und ermöglicht heutzutage Reisen in vorher nicht dagewesenen Möglichkeiten. Insbesondere die technologischen Neuerungen und Entwicklungen führen zu einem wachsenden Verkehrsnetz und so zu immer kürzeren und komfortableren Reiseverbindungen.

Wo noch vor Jahren eine 15- bis 20- stündige Autoreise nach Spanien oder Italien notwendig war, dauert ein Flug heute nur noch 2 bis 4 Stunden.[23] Dies stellt nicht nur im privaten Bereich einen deutlichen Mehrwert des Urlaubes und der Erholung dar, sondern liefert gerade für den Geschäftsreise- Sektor vorher nie da gewesene Möglichkeiten und Potentiale für neue Geschäfts- und Vertriebswege. Einhergehend damit ist, dass der Flugverkehrssektor auch weiterhin ein Wachstum verzeichnen wird.

Opaschowski beschreibt die gesamte Freizeitbranche, in denen auch der Tourismus enthalten ist, als eine widerstandsfähige Wachstumsindustrie.[24]

"Die in vielen Wirtschaftsbranchen eingetretenen Einbrüche und rapiden Rückgänge gelten nur bedingt für den Wachstumsmarkt Freizeit."[25] Der Verdrängungswettbewerb durch substituierbare Güter nimmt zwar zu, aber die Steigerungsraten bleiben, da Tourismus heute zu einer Art sozialen Norm geworden und aus der Gesellschaft nicht mehr weg zu denken sind. Erst wenn alle sieben Milliarden Menschen auf der Welt an den Entwicklungen und Vorzügen des Tourismus teilhaben können, ist das Potential des Tourismus ausgeschöpft. Bis dahin wächst er weiter.[26]

2.2 Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche

Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung ist ein Begriff, der ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammt und erst im 19. Jahrhundert entwickelt wurde.[27] "Darunter wurde verstanden, dass pro Zeiteinheit nur soviel Holz geschlagen werden darf, wie insgesamt wieder nachwächst – quantitativ und qualitativ."[28]

Es handelt sich also um einen Grundsatz, dass das menschliche ökonomische Handeln mit den Bedürfnissen der Natur miteinander in Einklang gebracht werden soll und die Wertschöpfungen und Ressourcenverwendung möglichst anhaltend und von Dauer sein sollen, so dass auch zukünftige Generationen davon Nutzen tragen können.[29]

Müller definiert nachhaltige Entwicklung folgendermaßen:

Unter nachhaltiger Entwicklung wird jene Zunahme der Lebensqualität – das heißt des wirtschaftlichen Wohlstandes und des subjektiven Wohlbefindens – verstanden, die mit geringerem Einsatz an nicht vermehrbaren Ressourcen sowie einer abnehmbaren Belastung der Umwelt und der Menschen erzielt wird, mit dem Ziel, die Optionen zukünftiger Generationen nicht zu beschneiden.[30]

Dabei kann man den Begriff der Nachhaltigkeit noch weiter differenzieren: zu unterscheiden ist die Nachhaltigkeit dann zwischen harter bzw. starker Nachhaltigkeit und weicher bzw. schwacher Nachhaltigkeit.

"Schwache Nachhaltigkeit bedeutet, dass Naturkapital durch Sachkapital substituiert werden kann, solange der gesamte Kapitalbestand für zukünftige Generationen erhalten bleibt."[31] Wird beispielsweise ein Waldstück für den Bau einer Straße abgeholzt, reduziert sich der Bestand der natürlichen Ressource Holz, es entsteht aber gleichzeitig dadurch das Sachkapital Straße. Der Kapitalbestand reduziert sich daher nicht, sondern wird nur verändert.[32]

Die starke Nachhaltigkeit lehnt die Substituierbarkeit hingegen ab und setzt darauf, dass die Natur nicht zu ersetzen ist. Sie geht dann von einer nachhaltigen Entwicklung aus, wenn die natürliche Knappheit und Ressourcen respektiert werden.[33]

Spätestens nach der Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro, Brasilien und des damit verbundenen Brundtland- Berichtes34 sind der Begriff und das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in aller Munde. Mittelpunkt und Ziel des Brundtland- Berichtes ist "eine dauerhafte Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse unter Berücksichtigung der Tragekapazität der natürlichen Umwelt35."36 Dabei soll das Hauptaugenmerk auf den wachsenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Problemen ruhen und mit passenden Ansätzen zukünftig verbessert entlastet werden.[37]

Die Industrie- und Entwicklungsländer verabschiedeten auf Grundlage dessen das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm "Agenda 21", um im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung das globale Ökosystem langfristig zu schonen.[38] Das Programm ist heute nahezu überall geachtet und zu einem Leitmotiv für öffentliches Handeln geworden.

Die Debatte um Nachhaltigkeit im Tourismus setzte erst ca. vier Jahre später ein, als die Agenda 21 für die Reise- und Tourismusindustrie verabschiedet wurde.[39] Darin wird das Hauptaugenmerk auf zwei zentrale Kriterien gesetzt: "Erstens muss die lokale Bevölkerung der eigentliche Nutznießer touristischer Entwicklung sein und zweitens müssen die Grenzen der touristischen Entwicklung so gesetzt sein, dass Landschaft, Kultur und lokale Ressourcen, also die Lebensfähigkeit der Regionen, erhalten bleiben."[40]

Gerade weil der Tourismus von der Natur und seinen Ressourcen anhängig ist und eine intakte Flora und Fauna, saubere Gewässer und saubere Luft wichtige Aspekte für Reisende darstellen, gewinnt der Schutz der Umwelt in einem touristischen Gebiet immer mehr an Bedeutung. Die Schönheit der Natur soll im Sinne der nachhaltigen Tourismusentwicklung auch für zukünftige Generationen erhalten und nutzbar bleiben. Weiter verbreitet ist in diesem Bereich auch das "magische Dreieck", der "tourismuspolitische Dreiklang der Nachhaltigkeit", welches sich auf die Zielsetzungen der ökonomischen, ökologischen und sozio- kulturellen Nachhaltigkeit konzentriert. [41]

Dabei ist eines der Ziele der ökonomischen Nachhaltigkeit das wirtschaftliche und qualitative Wachstum unter Berücksichtigung der Sicherung und Gewährleistung eines Mindestlebensstandards für die Menschen.[42] Aber auch die Vermeidung von touristischen Monokulturen steht unter diesem Gesichtspunkt. So soll hierbei im Sinne der ökonomischen Nachhaltigkeit vermieden werden, dass sich Länder oder Regionen nicht vollständig vom Tourismus abhängig machen, da dies nicht nur hohe Einnahmen sondern eben auch enorme Risiken mit sich bringt. Ein Einbruch durch politische Unruhen oder Naturkatastrophen sind Beispiele hierfür.

Im Bereich der sozio- kulturellen Nachhaltigkeit liegt die Zielsetzung vor allem in der Verträglichkeit der touristischen Entwicklungen mit der Sitte, Moral und Tradition der einheimischen Bevölkerung. Unter diesen Kriterien stehen aber auch die Einbeziehung der Bevölkerung, die Verträglichkeit mit der Sozialstruktur und dem Schutz von kulturellem Erbe.

[...]


[1] Vgl. Müller, H., 2007, Tourismus und Ökologie, S. 20

[2] Perathoner, G., 2000, Gastfreundschaft im Tourismus, S. 242

[3] Vgl. Mohr, K., 2008, Tourismusbedingte Umweltgefahren, S.10

[4] http://www.urlaub-welten.de/news/geschichte-des-tourismus-16-05-2006.php, Zugriff 13.02.12

[5] Vgl. Freyer, W., 2009, Tourismus, S. 10

[6] Vgl. Vgl. Mohr, K., 2008, Tourismusbedingte Umweltgefahren, S. 11

[7] "Eine Pauschalreise wird heute definiert als "eine vom Reiseveranstalter vorgenommene Bündelung von mind. zwei Hauptreiseleistungen wie Transport, Unterbringung, Verpflegung, Besuchsprogramm/ Ausflug, Transfer oder anderer Leistungen zu einem Arrangement, das zu einem Gesamtpreis verkauft wird." http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/pauschalreise.html, Zugriff 25.04.12

[8] Vgl. Freyer, W., 2009, Tourismus, S. 13

[9] das geballte Auftreten von Touristen an einem Ort

[10] Vgl. Mundt, J.,1998, Einführung in den Tourismus, S. 40

[11] Freyer, W., 2009, Tourismus, S. 15

[12] Vgl. Mundt, J.,1998, Einführung in den Tourismus, S. 2

[13] Abkürzung der Welttourismusorganisation, englisch: World Tourism Organization

[14] UNWTO 1993; Freyer, W., 2009, Tourismus, S. 2

[15] Freyer, W., 2009, Tourismus, S. 2

[16] Vgl. Freyer, W., 2009, Tourismus, S. 2

[17] Mohr, K., 2008, Tourismusbedingte Umweltgefahren, S. 6

[18] Mundt, J.,1998, Einführung in den Tourismus, S. 31

[19] Lohmann, M., Schrader, R., Sonntag, U., 2012, Reiseanalyse 2012, FUR Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V., S. 2

[20] Vgl. Mundt, J., 2006, Tourismus, S. 53

[21] Eigene Erstellung in Anlehnung an Mundt, J., 2006, S. 53

[22] Kreucher, M., 2010, Umweltzeichen im Tourismus; Opaschowski, H., Pries, M., Reinhardt, U., 2006, Freizeitwirtschaft, die Leitökonomie der Zukunft, S.169

[23[ Vgl. Freyer, W., 2009, Tourismus, S. 29

[24[ Vgl. Opaschowski, H., Pries, M., Reinhardt, U., 2006, die Leitökonomie der Zukunft, S.32

[25] Opaschowski, H., Pries, M., Reinhardt, U., 2006, die Leitökonomie der Zukunft, S. 32

[26] Vgl. Opaschowski, H., Pries, M., Reinhardt, U., 2006, die Leitökonomie der Zukunft, S. 32

[27] Vgl. Müller, H., 2007, Tourismus und Ökologie, S. 26

[28] Müller, H., 2007, Tourismus und Ökologie, S. 26

[29] Vgl. Hauff, M.; Kleine, A.,2009, Nachhaltige Entwicklung, S. 3

[30] Vgl. Müller, H., 2007, Tourismus und Ökologie S.26

[31] Hauff, M.; Kleine, A., 2009, Nachhaltige Entwicklung, S. 33

[32] Hauff, M.; Kleine, A., 2009, Nachhaltige Entwicklung, S. 33

[33] Hauff, M.; Kleine, A., 2009, Nachhaltige Entwicklung, S. 33; Müller, H., 2007, Tourismus und Ökologie, S. 26

[34] Von der Weltkomission Umwelt und Entwicklung veröffentlichter Bericht "Our common future", zu deutsch "Unsere gemeinsame Zukunft"

[35] Die natürliche Umwelt beschreibt die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage aller Lebewesen durch einen funktionierenden Haushalt der Natur

[36] Hauff, M.; Kleine, A., 2009, Nachhaltige Entwicklung, S.7

[37] Vgl. Hauff, M.; Kleine, A., 2009, Nachhaltige Entwicklung, S. 7

[38] Vgl. Heinrich Böll Stiftung e.V., 2010, Jahresbericht 2009, S.8

[39] Vgl. Gurtner, R., 2006, Nachhaltigkeit im Tourismus, S. 12

[40] Gurtner, R., 2006, Nachhaltigkeit im Tourismus, S. 8

[41] Vgl. Kreucher, M., 2010, Umweltzeichen im Tourismus; Freyer, W., 2009, Tourismus, S.392

[42] Vgl. Mohr, K., 2008, Tourismusbedingte Umweltgefahren, S. 101

Details

Seiten
48
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668041028
ISBN (Buch)
9783668041035
Dateigröße
897 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306170
Institution / Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
2,5
Schlagworte
Tourismus Luftverkehr Umweltbelastungen Tourismus Touristik Reiseverkehr Schadstoffemissionen Luftverkehr Umweltbelastung Luftverkehr Reduzierung Schadstoffe Luftverkehr

Autor

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Titel: Umweltbelastungen durch den Tourismus im Luftverkehr