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Cybermobbing. Neue Medien, neues Mobbing?

Hausarbeit 2014 11 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhalt

Cybermobbing: Neue Medien, neues Mobbing?

1. Eine Auseinandersetzung mit neuen Medien und Cybermobbing

2. Das Phänomen des Cybermobbings auf der Bühne der virtuellen Welt
2.1 Klärung der Begriffe Neue Medien und Cybermobbing
2.2 Erscheinungsformen von Cybermobbing
2.3 Merkmale von Cybermobbern und Cybermobbingopfern
2.3.1 Das Profil eines Täters
2.3.2 Das Profil eines Cybermobbingopfers
2.4 Anlaufstellen für Cybermobbingopfer
2.5 Die Gesetzeslage

3. Reflexion über Cybermobbing in neuen Medien

Literaturverzeichnis:

Quellenverzeichnis:

Cybermobbing: Neue Medien, neues Mobbing?

1. Eine Auseinandersetzung mit neuen Medien und Cybermobbing

Privatsphäre und Datenschutz werden von vielen Nutzern nicht ernst genommen. Täter nutzen die Gutgläubigkeit potenzieller Opfer und den fahrlässigen Umgang mit persönlichen Daten, Informationen und Bilddarstellungen in den neuen Medien auf zum Teil kriminelle Weise aus. Die Gesetzeslage im Strafgesetzbuch lässt keine eindeutige Handhabe gegen die Täter zu. Cybermobbing darf nicht verharmlost werden. Durch die Thematisierung dieses Phänomens soll einerseits das Problembewusstsein geweckt werden, anderseits Aufklärung und Information gegeben werden. Cybermobbing hat verschiedene Erscheinungsformen, auf die im Anschluss eingegangen wird. Durch das Täter-/ Opferprofil lässt sich die Struktur der Beteiligten darstellen und Möglichkeiten der Prävention ableiten. Diese Arbeit soll dazu beitragen, durch Aufklärung über Cybermobbing den verantwortungsbewussten Umgang mit individuellen Informationen in den neuen Medien zu fördern.

2. Das Phänomen des Cybermobbings auf der Bühne der virtuellen Welt

Internet-Benutzern werden heute mit Hilfe neuer Medien neue Möglichkeiten eröffnet, um mit Freunden oder Bekannten in Kontakt zu treten, Informationen auszutauschen oder auch Fotografien und Videos hochzuladen. Die Beliebtheit der sozialen Netzwerke ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Dabei sind viele User nicht zurückhaltend im Umgang mit privaten Daten. Es scheint, dass viele Anwender sich nicht bewusst sind, dass sie ihre Daten einer großen Öffentlichkeit in der virtuellen Welt zur Verfügung stellen. Als Grundlage werden im Folgenden die zentralen Begriffe neue Medien und Cybermobbing definiert.

2.1 Klärung der Begriffe Neue Medien und Cybermobbing

Die Definition des Begriffs neuen Medien wird allgemein als problematisch angesehen. Technologien, die in einer bestimmten Zeit als neu gelten, sind nämlich in einer absehbaren Spanne alt. (vgl. Sanders, 2008, S. 407) Alles Neue wie z.B. der schwarz-weiß Fernseher in den 70er Jahren gehört im Jahr 2013 mittlerweile zu den alten Medien.

In unserer Zeit versteht man unter dem Begriff neuen Medien diejenigen Medien, die als Aufgabe haben, Daten in digitaler Form zu übermitteln oder auf diese zuzugreifen. Dazu gehört beispielsweise E-Mail, Blu-ray, DVD oder auch das world wide web. Das Hauptaugenmerk bei den neuen Medien wird auf den Rechner/PC gesetzt, mit dem man sich problemlos mit der ganzen Welt austauschen kann, solange eine Internet-Verbindung besteht. (vgl. Dtp Medien, o.J.) Das Internet zeigt in unserer heutigen Informationsgesellschaft viele Vorteile, nämlich sich vielseitig und schnell mitzuteilen, auszutauschen oder zu informieren. Es bestehen aber auch Gefahren bei der Verwendung der Neuen Medien im Hinblick auf das world wide web, beispielsweise in Form von Cybermobbing durch Täter, die den Opfern Schaden zufügen wollen. Ziel dieser Personen ist es, durch ihre Mitteilungen in der Öffentlichkeit des Internets Aufmerksamkeit zu erlangen und sich interessant zu machen, gleichzeitig aber auch ihre Bedürfnisse, z.B. Rache durch Bloßstellung zu stillen. Die Mitteilungen solcher User sind frei zugänglich und zeigen Bilder, Videos mit pornografischem Inhalt, Darstellungen von extremer Gewalt bis hin zu volksverhetzenden Texten und einiges mehr. (vgl. klicksafe.de, o.J.) Die aufgezeigten Beispiele gibt es in verschiedenen Variationen und zeigen absichtliche Äußerungen mit beleidigendem Inhalt gegenüber Menschen, die bloßgestellt werden sollen. Die als Opfer bezeichneten Personengruppen werden öffentlich im Internet diffamiert vor allen Benutzern, die sich vornehmlich in sozialen Netzwerken für derartige Inhalte interessieren.

Die neue Form des Mobbing im Internet wird als Cybermobbing bezeichnet. Klären wir zunächst die Frage nach der Verständlichkeit dieses Begriffs: ,,Unter Cyber-Mobbing (hier wird der Begriff synonym zu Cyber-Bullying, E-Mobbing u.Ä. verwendet) versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderne Kommunikationsmittel – meist über einen längeren Zeitraum. Cyber-Mobbing findet entweder im Internet (z.B. durch E-Mails, Instant Messenger wie beispielsweise ICQ, in Sozialen Netzwerken, durch Videos auf Portalen) oder per Handy (z.B. durch SMS oder lästige Anrufe) statt. Oft handelt der Täter – den man "Bully" nennt – anonym, so dass das Opfer nicht weiß, von wem die Angriffe stammen‘‘ Quelle: (Klicksafe.de, o.J.)

Cybermobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet Internet-Mobbing. Bekannt ist diese Art von Mobbing erst seit wenigen Jahren in Deutschland. Es werden Menschen im Internet absichtlich beleidigt, bedroht, belästigt, bloßgestellt. Cybermobbing findet im Internet oder per Mobiltelefon statt. Junge Menschen kommunizieren heute verstärkt mit ihren Smartphones über soziale Netzwerke. Beleidigungen finden häufig nicht mehr persönlich im realen Alltag statt, sondern im Internet. Dabei wird oft von dem Täter eine falsche Identität erstellt, um eine Anonymität aufzubauen. Unter anderem werden Beleidigungen und Bloßstellungen in fremdem Namen dokumentiert. Durch die Anonymität des Netzes ist es für die Täter sehr einfach, bestimmte Zielpersonen zum Opfer zu machen. Dabei sind nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene betroffen. Mobbing unter Menschen ist grundsätzlich nichts Neues, erreicht aber im Zeitalter der neuen Medien ganz neue Dimensionen. Man kommuniziert nicht mehr direkt miteinander sondern indirekt und anonym über E-Mails, SMS, ICQ, instant Messenger und andere Netzwerke. Häufig wird die Zielperson nicht nur mit einem Text angegriffen, sondern auch durch Fotos oder Videos diffamiert, die für alle Nutzer im Internet frei zugänglich sind. Die hochgeladenen Fotos in Netzwerken können von den Tätern bearbeitet worden sein und zeigen beispielsweise das Gesicht des Opfers in einer bloßstellenden und konstruierten Konstellation, die nicht der realen Situation entspricht. Das Schema der Fotomontage kann ebenfalls bei der Erstellung von Videos angewendet werden. Mobbing ist auf dieser Art und Weise noch nie so einfach und dauerhaft gewesen, denn diese Inhalte bleiben für immer im Netz durch Verlinkungen und Kommentare erhalten, auch wenn der persönliche Account gelöscht wird.

2.2 Erscheinungsformen von Cybermobbing

In dem Buch ‘‘Cybermobbing – Wenn das Internet zur W@ffe wird‘‘ geschrieben von Catarina Katzer, werden zwei wichtige Formen von Internet-Mobbing beschrieben. Durch das Hervorheben der Ausprägungen wird verdeutlicht, auf welche Art und Weise ein Cybermobbingopfer im Internet gemobbt wird: entweder auf der psychischen Ebene oder auf der verbalen Ebene. Die Begrifflichkeiten des psychischen und des verbalen Mobbings im Internet werden zunächst behandelt. Unter verbalem Cybermobbing versteht man, dass Jugendliche häufig bei ihren Unterhaltungen in Chatrooms oder auf Facebook gestört werden. Sie werden beleidigt oder beschimpft, geärgert oder werden in Streitsituationen verwickelt. Bei der nächsten Form, dem psychischen Cybermobbing, entstehen durch üble Nachrede, Verbreitung von Gerüchten und Lügen sowie Erpressungsversuchen starke psychische Belastungen wie Depressionen und Ausgrenzung aus dem sozialen Umfeld. (vgl. Katzer, 2014, S. 70 ff.) Diese Auswirkungen belasten vorwiegend die jugendliche Zielgruppe.

Des Weiteren gibt es zahlreiche Erscheinungsformen von Cybermobbing. Durch das Aufzeigen der Ausprägungen wird dargestellt, dass jedes Mobbing im Internet unterschiedliche Absichten des Täters zeigt. Die Arten werden ausführlich behandelt, damit man erkennt, wie die Mobbingattacken im world wide web aussehen können. Nach Arentewicz, Fleissner, Struck unterscheidet man folgende Ausprägungen des Cybermobbing:

Flaming - Beleidigen, Beschimpfen und Pöbeleien in den Netzwerken, die ohne Account zugänglich sind.

Denigration - Rachemotive über Texte, Fotos, Handyfilme, Gerüchte und Peinlichkeiten.

Exklusion – der Teilnehmer wird aus einer Online-Gemeinschaft ausgeschlossen. Das Opfer verliert plötzlich eine Menge von ,,Freunden‘‘ und liest es auf seinem eigenen Monitor.

Grooming – Erwachsene mit verirrten sexuellen Absichten versuchen, Kinder kennenzulernen oder ein Treffen zu vereinbaren. Dabei tarnen sie sich als Kind oder als ein älterer ,,Freund‘‘.

Happy slapping - als Spaß getarnte vorsätzliche Prügelszenen werden mit dem mobilen Telefon aufgenommen. Diese werden von Handy zu Handy verschickt oder auch später ins Netz gestellt.

Störfeuer oder Harassment - massive Belästigung durch eine Vielzahl von E-Mails. Diese werden von Bekannten aus dem sozialen Umfeld oder auch von völlig Unbekannten ausgelöst.

Impersonation - ,,betrügerisches Auftreten‘‘, unter dieser Bezeichnung wird das Mobben unter Angabe einer falschen Identität verstanden.

Nicknapping – der Täter tritt im Namen eines anderen Teilnehmers auf, indem er dessen Identität annimmt. Bei Mobbing fällt der Verdacht rasch auf die Person, deren Persönlichkeit verwendet worden ist. Dieser Vorgang wird auch als Identitätsdiebstahl bezeichnet.

Threats - Ankündigung von Gewalt und gewaltsame Bedrohung. Dabei können sogar Todesdrohungen vorkommen.

Dissen - diskreditierende Äußerungen. Der Täter möchte einer Zielperson im Netz Schaden durch abwertende und blamable Äußerungen zufügen. (vgl. Arentewicz, 2009, S. 126 ff.)

Durch die geschilderten Erscheinungsformen des Cybermobbings wird deutlich, dass erhebliche Gefahren in sozialen Netzwerken lauern, die durch die Entwicklung der neuen Medien in Erscheinung treten. Bei den vorgestellten Erscheinungsarten wird das Internet zu Mobbing-Zwecken missbraucht. Es ist allerdings ein breites Spektrum zwischen Klatsch und Tratsch im Internet bis hin zum Missbrauch durch Mobbing. Um Mobbingattacken vorzubeugen, muss jeder User in sozialen Netzwerken ein verantwortungsvolleres Verhalten mit persönlichen Daten im Internet zeigen.

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Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668040076
ISBN (Buch)
9783668040083
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306108
Note
1,5
Schlagworte
cybermobbing neue medien mobbing

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Titel: Cybermobbing. Neue Medien, neues Mobbing?