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Euroskeptizismus in Großbritannien. Die Briten als Bremser der europäischen Integration?

von Anna Amst (Autor)

Hausarbeit 2015 9 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Ansätze des Euroskeptizismus
2.1 Begriffserklärung: Euroskeptizismus
2.2 Definition des Euroskeptizismus von Paul Taggart/Aleks Scerbiak

3. Parteien und Parteiensysteme der EU- Mitgliedsstaaten
3.1 Euroskeptizismus in Parteien
3.2 Euroskeptizismus in Parteiensystemen
3.3 Euroskeptizismus in Großbritannien

4. Schlusswort

5. Litaturverzeichnis

1. Einleitung

Die skeptische Haltung gegenüber der europäischen Integration und der EU ist in vielen europäischen Ländern keine neue Erscheinung. Die Ursachen und Faktoren für diese Ergebnisse sind sehr vielfältig. Wie vielfältig, soll diese Arbeit verdeutlichen. Ausgehend von diesen Gedankengängen, stelle ich zu Beginn meiner Hausarbeit folgende zentralen Forschungsfragen auf: Woher stammt der Euroskeptizismus? Welche Quellen und Ursachen können für den britischen Euroskeptizismus ausgemacht werden? Um diese Fragen hinreichend beantworten zu können, drängen sich einige Detailfragen auf: Wie argumentieren die Euroskeptiker? Welche Meinung herrscht in der Bevölkerung vor.

Die Hausarbeit gewährt einen Überblick über den Stand der Forschung zum Phänomen Euroskeptizismus. Behandelt werden die Entwicklungen europabezogener Einstellungen in der britischen Bevölkerung, sowie die Ursachen des Euroskeptizismus in Großbritannien. Die Arbeit beschränkt sich auf die Parteienanalyse. Hierfür leite ich mit theoretischen Ansätzen von Paul Taggart und Aleks Scerbiak. Sie unterscheiden in ihrer Ausführung zwischen „hartem“ und „weichem“ Euroskeptizismus. Anschließend beziehe ich die gewonnenen Erkenntnisse auf die Parteien und Parteiensysteme in den EU-Mitgliedsstaaten. Darauffolgend fokussiere ich meinen Blick auf die Parteienanalyse in Großbritannien.

2. Theoretische Ansätze des Euroskeptizismus

Bevor ich mit der eigentlichen Analyse beginne, leite ich mit einer kurzen Begriffserklärung ein. Anschließend beschäftige ich mich mit bekannten Theorien, die sich mit dem Phänomen „ Euroskeptizismus“ beschäftigen. Somit dienen diese als Stütze für die nachfolgende Analyse.

2.1 Begriffserklärung: Euroskeptizismus

Zunächst ist es von besonderer Bedeutung den Begriff „ Euroskeptizismus “ näher zu beleuchten. Dieser Ausdruck stammt von dem englischen Wort „eurosceptism“ ab und wurde erstmals in der New York Times veröffentlicht (Decker/ Höreth 2009: 51). Publik wurde der Begriff durch die EU- skeptische Politik der britischen ‚‚Conservative Party‘‘ unter der ehemaligen Führung der? Premierministerin Margaret Thatcher. Der Vertrag von Maastricht zeigte schnell, dass die skeptische Haltung gegenüber der EU kein allein britisches Phänomen ist. Nachfolgend benutze man den Begriff für alle kritischen Einstellungen der Menschen bezüglich der EU. Demnach sind mit dem „ Euroskeptizismus “ Erscheinungsformen des politischen Widerstands im Integrationsprozess gemeint, die im medialen und politischen Diskurs unter der Vokabel „eurosceptism“ bekannt sind. In der Historie liegen die euroskeptischen Höhepunkte zum Beispiel in der vorläufigen Ablehnung des Vertrages von Dänemark. Im Folgenden werde ich die Erklärungsmuster des Euroskeptizismus anhand verschiedener Theorien beschreiben. Dabei beschränke ich mich auf die Analyse der Parteiensysteme.

2.2 Definition des Euroskeptizismus von Paul Taggart/Aleks Scerbiak

Das Konzept von Paul Taggart und Aleks Scerbiak bietet zweifelsfrei einen guten Einstieg zur Thematik. In diesem unterscheiden sie zwischen „hartem“ und „weichem“ Euroskeptizismus. Nach ihrer Definition sei Euroskeptizismus „the idea of contingent or qualified opposition, as well as incorporating outright and unqualified opposition to the process of European integration” (Taggart/Scerbiak 1998: 366). Die Differenzierung zwischen „hartem“ und „weichem“ Euroskeptizismus sei weit verbreitet (vgl. Decker/Höreth 2009: 52). Der harte Euroskeptizismus wird von Paul Taggart und Aleks Scerbiak als „outright rejection of the entire project of European political and economic integration and opposition to their country joining or remaining a member of the EU” (Taggart/Scerbiak 2001: 6) beschrieben. Zusätzlich werden ebenfalls Parteien als ‚‚hart‘‘ definiert, die ihre Unterstützung der EU von bestimmten Bedingungen abhängig machen, die höchstwahrscheinlich nicht erfüllt werden können. Der harte Euroskeptizismus meint eine generelle Ablehnung des gesamten politischen und ökonomischen Integrationsprozesses. Die Ablehnung komme von dem Glauben, dass die EU gegen die Werte der europäischen Integration arbeitet. Beispielhaft verweisen sie darauf, dass die EU zu liberal/ kapitalistisch/ sozialistisch sei. Wohingegen der weiche Euroskeptizismus keine vollkommene Ablehnung aufweist. Weicher Euroskeptizismus sei „where there is a principled objection to European integration or EU membership but where concerns on one (or a number) of policy areas leads to the expression of qualified opposition to the EU, or where there is a sense that “national interest” is currently at odds with the EU´s trajectory” (Taggart/Scerbiak 2001:6). Hierbei wird von zwei Arten des weichen Euroskeptizismus gesprochen. Zum einen über den „policy Euroscepticism“ und zum anderen über den „national- interest Euroscepticism“. Policy- Euroscepticism meint eine Opposition, die sich gegen die Politik stellt, um die politische und ökonomische Integration zu vertiefen. National- interest Euroscepticism impliziert die Sorge um einen Souveränitäts- oder Demokratieverlust beziehungsweise die Bedrohung der nationalen Identität. Demnach wird eine Partei als weicher Euroskeptiker bezeichnet, wenn sich das nationale Interesse mit der Unterstützung des Projektes „Europa“ vereinbaren lässt (Taggart/Scerbiak 2002:7). Die beiden Formen des weichen Euroskeptizismus, policy Eurosceptisicm und national- interest Eurosceptisicm, schließen sich nach Taggart und Scerbiak nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil, sie überschneiden sich oft. Zusätzlich unterstreichen sie, dass die Differenzierung der beiden Arten, als Idealtyp gesehen werden solle, da diese in diversen Fällen unscharf sein könne (Taggart/Scerbiak 2002:8).

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Details

Seiten
9
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668040861
ISBN (Buch)
9783668040878
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306035
Note
Schlagworte
Euroskeptizismus Hausarbeit Großbritannien Analyse

Autor

  • Anna Amst (Autor)

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