Lade Inhalt...

Makroökonomie, ihre Entstehung und die Geldpolitik aus keynesianischer Sicht

von Franziska Dippel (Autor)

Hausarbeit 2012 17 Seiten

VWL - Makroökonomie, allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Makroökonomie – Definition

3. Die ökonomische Entwicklungsgeschichte

4. Fokus: Neoklassisches Paradigma
4.1. Rolle des Arbeitsmarktes
4.2. Das Phänomen Arbeitslosigkeit
4.3. Die Auswirkung von Lohnsenkung

5. Fokus: Keynesianisches Paradigma
5.1. Rolle des Arbeitsmarkt es
5.2. Das Phänomen Arbeitslosigkeit
5.3. Die Auswirkung von Lohnsenkung

6. Die optimale Geldpolitik aus keynesianischer Sicht.
6.1. Parameter von Geldangebot und Geldnachfrage

7. Hauptkanal der Geldentstehung und Geldvernichtung bei der EZB

8. Schwächen der EZB vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise 2007- 2009
8.1. Entstehung der Wirtschaftskrise
8.1.1. Niedrige Zinsen und Sparüberschüsse
8.1.2. Risikoreiche Kreditvergaben
8.1.3. Zu hohe Risikobereitschaft durch Haftungsübertragung
8.1.4. Zu unübersichtliche Finanzprodukte
8.1.5. Fehlentscheidungen
8.2. Die Schwächen der Europäischen Zentralbank
8.2.1. Ohne die Unterstützung der Banken ist die EZB nahezu machtlos
8.2.2. Die EZB hat ihre Zwei-Säulen-Strategie vernachlässigt
8.2.3. Das Konzept zum Ausgleich von Gegensätzen im Euroraum fehlt
8.3. Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit ist in zwei Hauptteile untergliedert.

In Pflichtteil A beschäftige ich mich mit Herkunft und Entstehung der makro-ökonomischen Paradigmen. Ich werde anhand der bekannten und erfahrenen Ökonomen Paul A. Samuelson, Bernhard Beck, Holger Rogall, u.a. die Paradigmen der Neoklassik und des Keynesianismus beleuchten. Dabei werde ich besonderes Augenmerk auf die Rolle des Arbeitsmarktes, das Phänomen Arbeitslosigkeit und die Auswirkungen von Lohnsenkungen in den jeweiligen Schulen legen.

In Wahlteil C gehe ich auf die Geldpolitik aus keynesianischer Sicht ein und werde die Aufgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) vorstellen. Hier werde ich außerdem ihre Schwächen bzw. Grenzen ihrer Möglichkeiten vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise aufführen.

2. Makroökonomie – Definition

Die Definition der Makroökonomie lautet „die Lehre vom Verhalten der Gesamtwirtschaft“[1].

Im Gegensatz zur Mikroökonomie, versucht die makroökonomische Betrachtungsweise gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge zwischen konjunkturellen Schwankungen von Produktion, Arbeitsmarkt sowie Inflation zu erkennen und analysiert neben langfristigem Wirtschaftswachstum auch die Geldmenge sowie das Budgetdefizit, zudem auch den Außenhandel und das internationale Finanzwesen.[2] Dies versucht die Makroökonomie durch Modelle zu erwirken, die mitunter stark vereinfachte Abbilder der Realität darstellen.[3]

3. Die ökonomische Entwicklungsgeschichte

Die volkswirtschaftlichen Theorien wie sie heutzutage gängig sind, entwickelten sich in den wichtigsten Stationen über Francois Quesnay, Adam Smith, Karl Marx und John Maynard Keynes. Quesnay legte hierbei 1758 den Grundstein mit dem Modell eines Wirtschaftskreislaufs, das drei Klassen beschreibt, wovon jedoch nur die produktive Klasse fähig ist, vorhandenen Reichtum zu mehren.[4]

Diese klassische Theorie entwickelte Adam Smith weiter, indem er die Bürger ermutigte ihren Beitrag zur Steigerung des Wohlstands beizutragen. Er prägte den Ausdruck „invisible hand“, womit der Markt gemeint war.

Ein weiter wichtiger Einfluss in die klassische Ökonomie kam von Jean-Babtiste Say, der folgende Theorie – das Say’sche Theorem – aufstellte: Der ökonomische Kreislauf ist in sich komplett geschlossen. Alles, das die Wirtschaft produziert, erzielt einen Preis, der von den Konsumenten bezahlt werden kann, da diese Lohn für ihre Arbeit beziehen. Die Geldmenge ist dementsprechend in seiner Gesamtheit gleich. Sollte es nun kurzfristig zu einer höheren Spareinlage der Konsumenten kommen, so fällt nach dem Say’schen Theorem der Zins für dieses Geld. Daraus folgt zum einen, dass Unternehmen mehr Investitionen betreiben, da die Kosten für Kredite gering sind. Zum anderen reduziert sich das Sparverhalten wieder, da es durch fallende Zinsen weniger attraktiv ist.[5]

Karl Marx griff wiederum Smith‘ Modell in seinem Werk das Kapital auf und entwickelte hieraus ein ganz eigenes Modell, dem nur noch zwei Klassen zugrunde lagen: Arbeiter und Kapitalisten.[6]

Die marxistische Sicht der Dinge spaltete die Makroökonomie von der Neoklassik zum „marxistischen System“ ab. Im Folgenden wird der Fokus jedoch auf die neoklassische Schule und das Paradigma von Keynes gelegt.

4. Fokus: Neoklassisches Paradigma

Um die Entwicklung zur Neoklassik und dessen Theorie umfassend darzustellen, müssen grundlegend folgende Dinge angenommen werden:

- Vollkommene Flexibilität der Faktorpreise
- Absatz aller Güter
- Unveränderliche Relation zwischen Güterpreis und Faktor
- Automatisiertes Marktgleichgewicht
- Einziges Motiv für Geldeinsatz ist Transaktion
- Es herrscht Dichotomie zwischen Realwirtschaft und monetärer Sphäre
- Kein Staatseingriff in das Marktgeschehen[7]

Das heißt, dass grundsätzlich funktionierende Märkte unterstellt werden, wodurch ein „stabile[s] simultane[s] Geleichgewicht auf allen Märkten“[8] gegeben ist. Des Weiteren geht die Neoklassik davon aus, dass das Verhalten von Unternehmen und Haushalten die Märkte beeinflusst und den Kreislauf von Angebot und Nachfrage optimal ausfüllt. Hierbei fragen Unternehmen Arbeit nach und bieten Güter. Die Haushalte fragen ihrerseits Güter nach und bieten den Unternehmen die Arbeitskraft.[9] Geld wird ausschließlich als Tauschmittel betrachtet und alle Arbeitsuchenden finden Beschäftigung, was in der neoklassischen Theorie das korrigierende Eingreifen des Staates obsolet macht.

4.1. Rolle des Arbeitsmarktes

Aus Neoklassischer Sicht ist der Arbeitsmarkt ein Ort, an dem Anbieter von Arbeit, also Unternehmen, und Nachfrager von Arbeit, also Arbeitskräfte homogen aufeinander treffen. Es gibt in dieser Sichtweise keine Probleme in der Qualifikation und ein Gleichgewicht stellt sich durch vollständige Flexibilität im Lohnniveau automatisch ein. Unternehmen errechnen den Nutzen einer zusätzlichen Arbeitskraft und bieten ein Entgelt an, bei dem sich die zusätzliche Arbeitskraft für sie lohnt. Da in der Neoklassik aber davon ausgegangen wird, dass der Grenzertrag für zusätzliche Arbeitskräfte abnimmt, lohnen sich neue Arbeitskräfte nur bei proportional sinkenden Löhnen.[10]

4.2. Das Phänomen Arbeitslosigkeit

Im neoklassischen Paradigma existiert unfreiwillige Arbeitslosigkeit nicht. Durch die oben genannte vollständige Flexibilität der Löhne, aber auch der Güterpreise, wird sich immer ein Gleichgewicht zwischen Arbeitsuchenden und Anbietern von Arbeit finden. Auch wenn Störungen des Gleichgewichts von außen auftreten sollten, werden diese sich nach neoklassischer Sicht durch Anpassung der Parameter auf ein neues Gleichgewicht aufgehoben. Aus dieser Sicht ist eine Person, die nicht bereit ist für einen neuen, niedrigeren Gleichgewichtslohn zu arbeiten nicht unfreiwillig arbeitslos und bedarf deshalb keiner staatlichen Unterstützung.[11]

[...]


[1] Samuelson, Paul A./Nordhaus, William D. (2005): Volkswirtschaftslehre, Das internationale Standardwerk der Makro- und Mikroökonomie, Landsberg am Lech, S. 597; künftig zitiert als: Samuelson (2005), Volkswirtschaftslehre

[2] Vgl. Samuelson (2005), Volkswirtschaftslehre, S. 597

[3] Vgl. Albertshauser, Ulrich (2007): Kompaktlehrbuch Makroökonomie, Wirtschaftspolitik, moderne Verwaltung, Bern, Stuttgart, Wien, S. 109; künftig zitiert als: Albertshauser (2007), Kompaktbuch Makroökonomie

[4] Ebd., S. 59 f.

[5] Vgl. Rogall, Holger (2011): Grundlagen einer nachhaltigen Wirtschaftslehre, Marburg, S. 60 f.

[6] Vgl. Albertshauser (2007), Kompaktbuch Makroökonomie, S 60 f.

[7] Vgl. Albertshauser (2007), Kompaktbuch Makroökonomie, S. 111

[8] Kampmann, Ricarda/Walter, Johann (2012): Makroökonomie, Wachstum, Beschäftigung, Außenwirtschaft, München, S. 67; künftig zitiert als: Kampmann (2012), Makroökonomie

[9] Ebd., S. 67

[10] Ebd., S. 72 f.

[11] Vgl. Kampmann (2012), Makroökonomie, S. 74 f.

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668064799
ISBN (Buch)
9783668064805
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306014
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,5
Schlagworte
makroökonomie entstehung geldpolitik sicht

Autor

  • Autor: undefined

    Franziska Dippel (Autor)

    1 Titel veröffentlicht

Zurück

Titel: Makroökonomie, ihre Entstehung und die Geldpolitik aus keynesianischer Sicht