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Der Stellenwert von Sustainability für DAX30-Unternehmen

Hausarbeit 2011 13 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Ursprung der Nachhaltigkeit

3. Definition und Problemstellung
3.1. Globale Herausforderungen
3.2. Politische Herausforderungen in Deutschland
3.3. Unternehmerische Herausforderungen
3.3.1. Unternehmensform Aktiengesellschaft
3.3.2. Führungsebene

4. Dax30-Unternehmen im Vergleich
4.1. Stellenwert der Nachhaltigkeit aus Unternehmenssicht im Jahr 2003
4.2. Stellenwert der Nachhaltigkeit aus Unternehmenssicht im Jahr 2011

5. Zusammenfassung

6. Ausblick

7. Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1. Quellen
7.2. Literatur
7.3. Fachzeitschriften und Tageszeitungen
7.4. Onlinequellen
7.5. Abbildungen

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit über das Thema Sustainability möchte ich die Umsetzung von Nachhaltigkeitsbestreben durch deutsche börsennotierte Unternehmen erörtern und in diesem Zusammenhang folgende These aufstellen: Nachhaltige Berichterstattung in deutschen Unternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung – am Beispiel der DAX30-Unternehmen.

Dafür werde ich zunächst einen groben Überblick zu Herkunft und Nachhaltigkeits-entwicklung geben, um im Anschluss die Problemstellung aufzuzeigen. Darauf folgend werde ich zwei Studien zum Vergleich heranziehen, „Nachhaltigkeit und Shareholder Value aus Sicht börsennotierter Unternehmen“1 aus dem Jahr 2003 sowie „A KPI based study on the scope and quality of sustainability“2 vom November des letzten Jahres. Die Frage, welche Rolle die Berichterstattung für die Dax30-Unternehmen in der Vergangenheit im Vergleich zu heute spielt, werde ich anhand der Studien genauer untersuchen.

2. Ursprung der Nachhaltigkeit

Der Ursprung des Nachhaltigkeitsgedankens stammt von Carl von Carlowitz und kommt aus einer Zeit, in der noch Holz als Hauptrohstoff für viele Bereiche genutzt wurde. Als der Rohstoff knapp wurde, gab es Anfang der 18. Jahrhunderts einen Beschluss, der festlegte, dass nur noch so viel Holz geschlagen werden durfte, wie nachwachsen kann.3 250 Jahre später verfasste der Club of Rome 1972 die Studie „Die Grenzen des Wachstums“ und befasste sich hierin mit Szenarien der rasch steigenden Weltbevölkerung und dem damit korrelierenden Rohstoffverbrauch.4 Schließlich griffen die Vereinten Nationen das Thema in ihrer Weltnaturschutzstrategie auf und machten Ressourcenknappheit zu einem Leitgedanken. Schließlich verfasste die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987 unter der Leitung der Kommissionsvorsitzenden und ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin, Gro Harlem Brundtland, eine Studie mit dem Titel „Our Common Future“, die Ökologie in einen Zusammenhang mit Wirtschaft und Politik brachte. Besser bekannt als Brundtland-Report lässt sich dessen Definition für nachhaltige Entwicklung wie folgt zusammenfassen: „Meet the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.“5 Sustainability bezog sich nicht länger allein auf einen ökologischen Aspekt, sondern auch die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit war von nun an zu beachten. So gelang es durch die Arbeit der Kommission international Debatten zum Thema anzustoßen.6 Endgültig zum zentralen Leitbild globalen Handelns wurde nachhaltige Entwicklung 1992, auf der Konferenz in Rio de Janeiro, wo die Agenda 21 geschaffen wurde. Alle Teilnehmerländer mussten nach dieser Agenda bis zum Jahr 2002 einen nationalen Plan entwickeln, wie sie ihre nachhaltige Entwicklung umzusetzen planten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Historische Entwicklung der Nachhaltigkeitsdebatte7

3. Definition und Problemstellung

Die Dimensionen der Nachhaltigkeit bestehen nicht aus drei nebeneinander unabhängig existierenden Säulen sondern bilden ein sogenanntes magisches Dreieck, bestehend aus ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten.

„Wird eine Dimension vernachlässigt, so kann die nachhaltige Entwicklung gefährdet werden oder sein. Das anstreben der Gleichrangigkeit und Vereinbarung zwischen der verschiedenen Ziele basiert auf der Annahme, dass Kausalität zwischen den einzelnen Zielen besteht […]Für die Unternehmen bedeutet das nach Pfriem zum einen die betriebswirtschaftliche Vorteilhaftigkeit von ökologischen und sozialen Verbesserungen. Zum anderen können Unternehmen die Strukturen, welche die Schnittmenge bestimmten, aktiv mitzugestalten.“8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Magisches Dreieck der Nachhaltigkeit9

Doch die Frage, ob Unternehmen darin einen Vorteil erkannt haben bleibt offen.

3.1. Globale Herausforderungen

Zwei Faktoren sind im Zusammenhang mit globaler Nachhaltigkeitsproblematik zu nennen:

Zum einen ist die angestrebte und zum Teil auch schon umgesetzte Ressourceneffizienz allein nicht fähig dem enormen Bevölkerungs-, aber auch Wirtschaftswachstum entgegenzuwirken.10 Weder ohne noch allein mit […]Effizienzsteigerung sind erfolgreicher Klima- und Ressourcenschutz denkbar!“11

Zum anderen stellte die Brundtland-Kommission fest, dass eine Verschärfung der Problematik durch Raubbau des reichen Nordens am armen Süden zustande kommt.12 In Our Common Future wird diese Tatsache wie folgt beschrieben: „ […] a global economic system that takes more out of a poor continent than it puts in. “13

3.2. Politische Herausforderungen in Deutschland

Eines der politischen Ziele Deutschlands ist, bis 2020 die Energie- und Rohstoffeffizienz bezogen auf das Basisjahr 1994 zu verdoppeln. Dies zu erreichen versucht die Politik durch verschiedene Strategieelemente, wie zum Beispiel effizienzfördernde Rahmenbedingungen, Anreizsysteme und auch Forschungsförderung.14 Doch noch ist offen inwieweit diese Strategieelemente angenommen werden, da sich die Politik selbst noch stark auf traditionelle Konjunkturprogramme stützt und damit ihre Vorbildposition verpasst. So weist das Konjunkturprogramm Deutschlands von 2009, das mit 80 Milliarden Euro lediglich einen grünen Anteil von 13,2 Prozent aufweist.15 Denn Mittel sind vorhanden. Norbert Rötten bezog in einem Interview mit der FAZ im Dezember 2009 wie folgt Stellung: „Wer jetzt für die aktuelle Krisenbewältigung Milliarden ausgibt und dann für eine langfristig angelegte Politik vorgeblich kein Geld mehr hat, der versündigt sich an den Lebenschancen künftiger Generationen.“16

[...]


1 Vgl.: Joris Greiwe/Avo Schönbohm (2011), A KPI based study on the scope and quality of sustainability reporting by the DAX30 companies, in: Gert Bruche/Christoph Dörrenbächer/Friedrich Nagel/Sven Ripsas, Working Papers of the Institute of Management Berlin at the Berlin School of Economics and Law; künftig zitiert: Griewe/Schöhnbohm (2011), KPI based study, in: Bruche et al, Working Papers of the IoM

2 Vgl. Paschen von Flotow/Petra Kachel (2003), Nachhaltigkeit und Shareholder Value aus Sicht börsennotierter Unternehmen, in: Rüdiger von Rosen , Studien des Deutschen Aktieninstituts, Heft 22; künftig zitiert: Flotow/Kachel (2003), Nachhaltigkeit und Shareholder Value, in: von Rosen, Studien, Heft 22

3 Vgl. Hannß Carl von Carlowitz und seine "Sylvicultura Oeconomica", verfügbar unter: http://umwelt.hs-pforzheim.de/sonstiges/historisches/carlowitz-titel-inhalt/; zuletzt besucht am 23.2.2012

4 Vgl. Hannß Carl von Carlowitz und seine "Sylvicultura Oeconomica", verfügbar unter: http://umwelt.hs-pforzheim.de/sonstiges/historisches/carlowitz-titel-inhalt/; zuletzt besucht am 23.2.2012

5 NGO Committee on Education, Our Common Future. From One Earth to One World (1987), Punkt 3.27.; Sustainable Development: verfügbar unter: http://www.un-documents.net/ocf-ov.htm#1.2; zuletzt besucht am 23.2.2012

6 Vgl. Brundtland Bericht I Brundtland Report : Unsere gemeinsame Zukunft, 1987; verfügbar unter: http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brundtland_report_1987_728.htm, zuletzt besucht am 23.2.2012

7 Quelle: Loew et al., Bedeutung der CSR – Diskussion, 2004, 74; verfügbar unter http://www.4sustainability.org/downloads/Loew-etal-2004-Bedeutung_der_CSR_Diskussion.pdf, zuletzt besucht am 23.2.2012

8 Marlen Arnold (2007), Strategiewechsel für eine nachhaltige Entwicklung. Prozesse, Einflussfaktoren und Praxisbeispiele, Marburg , 1. Auflage 2007, Seite 36

9 Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Bundesregierung (2008) S 21, verfügbar unter: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/__Anlagen/2008/05/2008-05-08-fortschrittsbericht-2008,property=publicationFile.pdf, zuletzt besucht Okt 2011

10 Vgl. Peter Hennicke/Kora Kristof (2011), Was ist Ressourcenpolitik und warum ist sie nötig, in: Peter Hennicke/Kora Kristof/Thomas Götz, Aus weniger mehr machen – Strategien für eine nachhaltige Ressourcenpolitik in Deutschland, München, 17ff

11 Ebd., 19

12 Gemeint sind die relativ wohlhabenden nördlichen Kontinente, verglichen mit der Vielzahl armer Länder der südlichen Kontinente.

13 NGO Committee on Education, Our Common Future. From One Earth to One World (1987), Punkt 2: The Interlocking Crises, verfügbar unter: http://www.un-documents.net/ocf-ov.htm#1.2, zuletzt besucht am 23.2.2011

14 Vgl. Christa Liedtke/Mario Schmidt (2011), Unternehmensnahe Instrumente – der Überblick, in: Peter Hennicke/Kora Kristof/Thomas Götz, Aus weniger mehr machen – Strategien für eine nachhaltige Ressourcenpolitik in Deutschland, München, 102

15 Vgl. Peter Hennicke/Kora Kristof (2011), Was ist Ressourcenpolitik und warum ist sie nötig, in: Peter Hennicke/Kora Kristof/Thomas Götz, Aus weniger mehr machen – Strategien für eine nachhaltige Ressourcenpolitik in Deutschland, München, 21

16 Norbert Röttgen, In Kopenhagen geht es ums Ganze, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.12.2009, verfügbar unter: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Namensbeitrag/2009/2009-12-02-namensbeitrag-roettgen-faz.html, zuletzt besucht am 23.2.2012

Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668038417
ISBN (Buch)
9783668038424
Dateigröße
955 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v306013
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Schlagworte
stellenwert sustainability dax30-unternehmen

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