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Entstehende Konflikte während und wegen einer Depression. Formen, Biochemie und der Kampf zwischen Psyche und Physis

Essay 2015 10 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Arten der Depression

3 Die Biochemie einer Depression

4 Innerer Konflikt

5 Konflikt zwischen Psyche und Physis

6 Fazit

7 Eigene Meinung

1 Vorwort

Im Lebensalltag gehören Phasen des fehlenden Elans, der Melancholie oder der Einsamkeit dazu. Denn diese Dinge sind wichtig, sogar essentiell, um die jeweiligen Gegenkomponenten zu schätzen. Diese Phasen kommen meist schnell, unerwartet, ab und zu sogar aufgrund einer Lappalie. Sie werden überdacht, der Blick richtet sich wieder nach vorne und man kommt aus der Melancholie heraus.

Jedoch sind diese Phasen nicht bei allen Menschen von kurzer Dauer. Bei Wochen oder gar länger anhaltender Melancholie, in der die betroffene Person nicht mehr rational wahrnimmt, könnte bereits von einer Depression zu sprechen sein.

Depressionen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen und werden oft unterschätzt. Rund 17% der Weltbevölkerung erkranken an dieser Krankheit, wobei etwa die Hälfte davon (8 bis 10%) „nur“ an einer schwach ausgeprägten Depression leidet, die jedoch immer noch klinisch relevant ist. Während fast doppelt so viele Frauen als Männer erkranken, begehen doppelt so viele Männer Suizid im Vergleich zu den Frauen.

Es wird behauptet, dass die Häufung der Krankheit Depression eine Erscheinung des 20. und 21. Jahrhunderts sei, durch die hektische und industrielle Lebensweise. Jedoch trat diese Krankheit schon sehr viel früher auf, schon in der Antike (Aristoteles nannte es beispielsweise), wobei sie damals allerdings unter der Bezeichnung „Melancholia“ bekannt war. Diese wird ähnlich beschrieben wie es bei der heutigen Depression der Fall ist. Heute ist die Depression etwas tiefer erforscht worden, und man kann sie bedingt erläutern, aber auch damals war sie schon ein von Ärzten, Philosophen und auch Dichtern stark diskutiertes Thema. Man konnte mittlerweile herausfinden, dass die Depression nicht nur psychologische Ursachen, sondern auch physiologische Ursachen und auch somatische Auswirkungen bei den Betroffenen hat.

Aufgrund des heutigen Verständnisses und Wissens über die übergreifenden Symptome und Ursachen der Erkrankung, gibt es fast sichere Behandlungsmethoden, mit denen man den Betroffenen meist behandeln und ihm helfen kann. Jedoch gibt es bei dieser Erkrankung tiefgreifendere Probleme auf die ich in der folgenden Arbeit eingehen werde.

2 Arten der Depression

Entgegen der allgemeinen Überzeugung[1] gibt es verschiedene Arten der Depression. Diese werden klinisch wie folgt eingeteilt:

Bipolare Depression: Ein Wechsel zwischen Manie [2] und Depression. In der manischen Phase ist man unangemessen euphorisch, unglaublich kreativ und überschätzt sich. Während in der depressiven Phase viel gegrübelt wird, man leidet, hat Schlafstörungen und eventuell physische Beschwerden.

Unipolare Depression: Die manischen Phasen fehlen, dies bedeutet: ausgeprägte Traurigkeit, Freudlosigkeit und Interessenlosigkeit, die bis zur Suizidabsicht führen können. Physisch ist eine Antriebslosigkeit zu beobachten, sowie Schlafstörungen, Verdauungsstörungen und allgemeine Missempfindungen.

Dysthymia/ Dysthymie: Sie wird auch als chronische Depression bezeichnet. In dieser Form der Depression ist die depressive Phase von längerer Dauer (Jahre), jedoch nicht wie eine depressive Störung ausgeprägt.

Depressive Anpassungsstörung: Eine Reaktion auf ein einmaliges oder fortbestehendes Ereignis im Leben, das den Gemütszustand oder das Sozialverhalten stören kann, jedoch nicht die volle Schwere einer depressiven Störung erreicht.

Schizoaffektive Psychose: In dieser Form treten sowohl schizophrene als auch depressive Symptome auf.

Organisch bedingte Depression: Eine auf eine körperlichen Grunderkrankung folgende Depression, die auch als somatogene Depression bezeichnet wird.

3 Die Biochemie einer Depression

Wie im Vorwort schon bemerkt, wurde unter[3] anderem eine physiologische Komponente bei den depressiven Personen erforscht. Man fand heraus, dass der Hormonhaushalt im Gehirn des Erkrankten gestört ist, und dies vor allem drei Botenstoffe betrifft:

- Noradrenalin welches für die Stimmung, Konzentration und das Aufwachen zuständig ist
- Serotonin welches für die Stimmung, das Einschlafen und den Appetit zuständig ist
- Dopamin welches für das Erleben von Freude, die Bewegung und Motivation zuständig ist

Bei jeglichen Empfindungen oder Wahrnehmungen sind elektrische Impulse im Hirn vorhanden. Auch wenn wir Befehle vom Hirn in ein beliebiges Glied befördern möchten, erfordert dies einen elektrischen Impuls, weshalb die drei Botenstoffe (Neurotransmitter) von großer Relevanz sind. Denn zwischen den Nervenenden und Nervenzellen existiert eine Lücke, die von den elektrischen Impulsen allein nicht überwunden werden kann. Für diese Lücken kommen die Botenstoffe zum Einsatz, die durch einen Spalt in der vorgeschalteten Nervenzelle wandern und sich bei der nachgeschalteten Nervenzelle an bestimmten Andockstellen (Rezeptoren) anlagern. Dadurch wird bei der folgenden Nervenzelle eine Reaktion ausgelöst.

Die bisherige Forschung der Biochemie ergab, dass die oben genannten Botenstoffe und eventuell weitere in einer zu geringen Konzentration im Hirn vorhanden sind oder deren Übertragung nicht einwandfrei verläuft. Aus diesem physiologischem Problem resultieren fehlende Gedankenströme, also fehlende Gedanken, die das „Rationale“ erschweren. Jedoch folgen nicht nur negativ beeinflusste Gedanken oder Gefühle, es kann auch zu somatischen Symptomen führen, die sich zumeist im Appetit, der Schlaflosigkeit und der Antriebslosigkeit widerspiegeln.

4 Innerer Konflikt

Wenn eine depressive Person anfängt negative Gedanken zu bekommen, kann sich dies bis zu einem bodenlosen Tief zuspitzen. Sobald der Betroffene an diesen tiefsten Punkt gelangt ist, folgt meist der innere Konflikt, der scheinbar unlösbar ist. Jedoch kann dieser auch schon durch die biochemische Komponente zuvor vorliegen. Er kann bei vielen Dingen auftreten und im schlimmsten Fall auch schwerwiegende Folgen mit sich bringen. So kann es bei einem simplen Alltag schon zu Beginn, dem Aufstehen, dazu kommen, dass man weiß, man muss nun das Bett verlassen und aufstehen, während sich der Körper dagegen weigert. Durch die Trägheit entsteht ein Konflikt zwischen der gefühlten fehlenden Notwendigkeit und der rationalen Notwendigkeit des Aufstehens. Kam es nun zu der Überwindung aufzustehen, folgen weitere Kriegsführungen zwischen dem, wozu der Depressive sich in der Lage fühlt und was er erledigen oder erfüllen muss. Ein nächster großer Schritt besteht darin, sich zu überwinden der Welt entgegenzutreten. Depressive Menschen fühlen sich oft in den banalsten Situationen überfordert, wie zum Beispiel Gespräche zu führen oder generell soziale Kontakte ängstigen sie und setzen sie unter Druck. Ein weiterer zu bewältigender Konflikt, sind die Mahlzeiten. Durch Druck und Überforderung, fehlt es oft an Appetit und es kommt zu Übelkeitsempfinden. Unter diesen Voraussetzungen ist es schwer eine Mahlzeit zu sich zu nehmen oder gar zu genießen. Auch wenn dem rational denkenden Teil des Erkrankten bewusst ist, wie wichtig Nahrungsaufnahme zur Bewältigung des Alltags ist, überfordert ihn diese Aufgabe oft völlig. Die bis zu dem Punkt entstandenen Konflikte sind jedoch nicht die einzigen. Auch wenn die Person zu Hause sitzt und nichts tut, oder sich mit Kleinigkeiten beschäftigt, kommt es bei einem Tief zum Verspüren von Schmerzen im Herzen/ Brustbereich,worauf selbstzerstörerische Gefühle folgen, viele Depressive fügen sich daher selbst Leid zu, obwohl sie wissen, dass dies an ihrer Situation nichts ändern wird, sind sie oft machtlos gegen diesen unbändigen, selbstzerstörerischen Drang (sich „ritzen“, sich selbst kratzen oder sich selbst schlagen). Obwohl man genau weiß, dass dies zu nichts führt und es unnützes Leid zufügt, schafft das Gehirn es nicht die „rationalen“ Gedanken gegenüber der „irrationalen“ Gedanken überwiegen zu lassen.

Nächte vergehen oft vollkommen ohne Schlaf, resultierend aus den Mangel an Serotonin, da Betroffene trotz Erschöpfung oft getrieben von ihren Gedanken, Befürchtungen und Erwartungen keine Ruhe finden. In diesem Zustand erweist sich oft jegliche Mühe Schlaf zu finden als ergebnislos. Dies ist für Betroffene anstrengend und sie laufen Gefahr in einen Teufelskreis zu geraten, da der neue Tag mit Übermüdung zu neuen Problemen und Überforderungen führt. Aus Angst vor zu viel Aufmerksamkeit um die eigene Person, fällt es Erkrankten oft schwer Hilfe zu suchen oder anzunehmen.

Die angeführten Konflikte, sind allerdings nur die häufigsten, es kann auch zu anderen, eventuell kleineren Konflikten kommen. Die Dauer eines solchen inneren Kriegs zweier so gestalteter Parteien ist unbestimmt und kann verschieden lang sein, ähnlich wie die Schwere bzw. die daraus resultierenden Schäden.

Bewusst bezeichne ich diese Konflikte als Kriege, da es ein innerlicher Kampf ist, mit einem schizophrenen Charakter, in dem sich zwei verschiedene Meinungen streiten und gegeneinander einen Kampf mit Worten ausüben. In manchen Situationen kann sich der Konflikt sogar soweit zuspitzen, dass der Körper eine Handlung ausführt (mit einer materiellen Waffe), während der gesunde Menschenverstand versucht mit Argumenten dagegenzuwirken um die Handlung zu unterbrechen, da sie meist nicht mehr vorher verhindert werden kann.

[...]


[1] Vgl.: Depressionen- Diagnostik und Therapie Behandlungsmöglichkeiten mit Johanniskraut von Siegfried Kasper S. 11

[2] Manie: Übersteigerung

[3] siehe auch: http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/biochemie.php?r=p

Details

Seiten
10
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668049895
ISBN (Buch)
9783668049901
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v305332
Institution / Hochschule
Hochschule Darmstadt
Note
2,0
Schlagworte
Depression Psychologie Konflikte psychische Krankheiten Psyche Physis Biochemie

Autor

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