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Der Aufstand von 1074 gegen Erzbischof Anno II. von Köln und seine Bedeutung für die Geschichte Kölns

Hausarbeit 2013 18 Seiten

Geschichte - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenkritik
2.1 Die Quelle
2.2 Zu Lampert von Hersfeld

3. Zusammenfassung der Quelle

4. Quelleninterpretation
4.1 Der Ausbruch des Konfliktes
4.2 Ein geplanter Aufstand?
4.3 Konflikte zwischen König und Kirche

5. Die unmittelbaren Auswirkungen des Aufstandes von 1074

6. Fazit

7. Anmerkungen

8. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gegenstand dieser Hausarbeit sind die Schilderungen des Geschichtsschreibers Lampert von Hersfeld über den Aufstand der Kölner gegen Erzbischof Anno II. Diese finden sich in Lamperts berühmtesten Werk den Annalen, welches die Geschichte der Welt von ihrem Anbeginn bis ins Jahr 1077 beschreibt.

Die Geschichte des Aufstandes wurde bis heute vielfach rezipiert. Dennoch steht sie etwas isoliert da, denn es gibt sowohl für die Zeit vor den Geschehnissen, wie auch für die fast dreißig danach, keinerlei Quellen die uns berichten was in der Stadt Köln passierte. Erst 1106 in der Erhebung für Heinrich IV. treten die Kölner wieder in Erscheinung, diesmal besser organisiert und auch erfolgreicher. Eine überlieferte Vorgeschichte gibt es hingegen nicht. Nur aus Lamperts eigenen Andeutungen in den Annalen können wir erahnen, dass es bereits vor dem Aufstand zu Unstimmigkeiten zwischen den beteiligten Parteien kam. Was aber genau geschah, ist nicht überliefert.

Des Weiteren soll der Frage nach der Bedeutung des Aufstandes, für die weitere Geschichte der Stadt Köln, nachgegangen werden. Liegen die Wurzeln der ungleich erfolgreicheren Erhebung für Heinrich IV. im Jahre 1106, in der gescheiterten Erhebung zweiunddreißig Jahre zuvor? Dies versucht die vorliegende Arbeit, durch Untersuchung der Schilderungen Lamperts, sowie durch Zuhilfenahme der Sekundärliteratur, zu beantworten.

Hilfreich waren hierbei unter anderem Hugo Stehkämper mit seinem Aufsatz zur Geschichte der Stadt Köln in der Salierzeit1, Edith Ennens Ausführungen über das Verhältnis von Stadtgemeinde und Erzbischof2, sowie Hans Planitzs Darstellung über die Deutsche Stadt im Mittelalter3. Über Konfliktwahrnehmung und deren Darstellung durch zeitgenössische Geschichtsschreiber im 11. Jahrhundert schrieb Hanna Vollrath4. Knut Schulze widmete sich kommunalen Aufständen im Hochmittelalter und deren Einfluss auf die Entwicklung eines europäischen Bürgertums.5

In der Analyse wird sich diese Hausarbeit möglichst eng an die Ereignisse des Jahres 1074 halten. Der Verfasser der vorliegenden Quelle bietet, durch seine individuelle Perspektive, seine bekannte eigene Haltung zu den berichteten Geschehnissen und zu den Beteiligten des Aufstandes, genügend Möglichkeiten der Interpretation seiner Aussagen. Diese wiederum sollen in einen historischen Kontext gestellt werden um Intention und Motive Lamperts zu verstehen. Auch auf die Zeitumstände soll, wenn sinnvoll und notwendig, eingegangen werden um Zusammenhänge zu verdeutlichen.

2. Quellenkritik

2.1 Die Quelle

Lampert von Hersfelds Annalen beginnen mit der Geschichte der Welt seit ihrer Erschaffung durch Gott. Dieser Teil wurde von Lampert aus den Annalen des Klosters Hersfeld übernommen.6 Seine eigenen Aufzeichnungen beginnen erst im Jahr 1040 und werden ab dem Beginn des Sachsenaufstandes zunehmend umfangreicher und detaillierter. Lampert verlässt hierbei den klassischen Annalen-Stil vollständig und formuliert ausführlich erzählend und spart nicht mit seinem eigenen Urteil über die von ihm beschriebenen Ereignisse. Diese zunehmende Dramatisierung gefährdet jedoch die Sachlichkeit seiner Darstellung, wie Herbert Grundmann anmerkt.7 Die Folge war eine äußerst kritische Haltung der Historiker des 19. Jahrhunderts gegenüber Lampert und seinen Annalen.

Zuerst veröffentlicht wurden die Annalen im Jahre 1525 in Tübingen durch Kaspar Kurrar, über die Buchhandlung Morhardt.8

2.2 Zu Lampert von Hersfeld

Die allgemein bekannten biografischen Angaben über Lampert von Hersfeld entstammen ausschließlich seinen eigenen Schriften. Wichtige Daten wie Geburt (vor 1028) oder Tod (vermutlich zwischen 1081 und 1082) sind nicht exakt überliefert. Als Spross einer wahrscheinlich wohlhabenden Familie aus Franken, wurde er an der Domschule zu Bamberg, vermutlich vom späteren Kölner Erzbischof Anno II.9, zum Geistlichen erzogen und trat am 15.03.1058 in das Kloster Hersfeld ein. Die Priesterweihe empfing er im gleichen Jahr und brach kurz darauf zu einer Pilgerfahrt nach Jerusalem auf, von der er erst am 17.10.1059 zurückkehrte. Eine Erlaubnis von seinem Abt für diese Pilgerfahrt hatte er jedoch zuvor nicht eingeholt.

Im Jahre 1073 erschien sein erstes Werk, die Vita Lulli, über das Leben des Gründers des Klosters Hersfeld. Um das Jahr 1074 schrieb er eine heute nur noch nur fragmentarisch erhaltene Geschichte des Klosters Hersfeld, wie Wilhelm Wattenbach schrieb „voll Bitterkeit über die Schädigung desselben durch Heinrichs IV. Kriegsvolk“.10 Sein Hauptwerk die Annales , vollendete er wohl um das Jahr 1078.11 Sie gilt bis heute als wichtigste Quelle für die Geschichte Heinrichs IV. bis zur Wahl des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden im März 1077.

In einer Zeit der Klosterreformen, sprach Lampert sich für ein Festhalten an den Grundsätzen des Benediktinerordens aus. 1081 wurde er erster Abt des Klosters von Hasungen. Um das Jahr 1082 scheint er auch dort gestorben zu sein.

Lampert von Hersfeld war Zeit seines Lebens ein großer Kritiker Heinrichs IV. und brachte dies insbesondere in den Annalen immer wieder deutlich zum Ausdruck. Tilman Struve sieht hierin jedoch eine „durchaus ernst zu nehmende Sorge Sorge um den Bestand von Reich und Kirche.“12 Sein Stil, war sowohl gekennzeichnet von erzählerischem Talent, wie auch einem gewissen Hang zum „zum Fabulieren.“ und war stark beeinflusst von Vorbildern aus der Antike.13

3. Zusammenfassung der Quelle

Gleich zu Beginn führt Lampert aus, dass die Kölner sich, in ihrem Aufstand gegen den Erzbischof Anno II, die Bürger der Stadt Worms zum Vorbild genommen hätten, die sich im Jahre 1073 gegen ihren Bischof und auf die Seite des König gestellt hätten. Die Kölner hätten nun also ebenfalls auf ihre Gelegenheit gewartet um dem König einen Gefallen zu tun.

Nach dieser Einleitung beginnt Lampert mit der Schilderung des Zwischenfalls, durch den sich der Aufstand entzündete.

Um dem Bischof von Münster nach gemeinsam begangenem Osterfest in Köln eine angemessene Rückreise zu ermöglichen, gab Anno Anweisungen ein Schiff zu beschlagnahmen. Annos Hausbedienstete beschlagnahmten daraufhin ein im Kölner Hafen liegendes, bereits beladenes Schiff eines sehr reichen Kaufmanns und ließen es wieder entladen. Die Wachen des Schiffes weigerten sich jedoch das Schiff für die Dienste des Erzbischofs instand zu setzen und mit Hilfe des herbeigeholten Sohnes des Schiffseigners und weiteren Helfern widersetzten sie sich der Beschlagnahme mit Gewalt. Die Auseinandersetzung weitete sich zum Aufruhr aus und auch der herbeigeeilte Stadtvogt wurde von den Kölnern zurückgeschlagen.

Trotz Androhung von Strafen durch den Erzbischof beruhigte sich die Lage nicht. Der oben erwähnte Kaufmannssohn sammelte unterdessen in der Stadt weitere Anhänger gegen Anno.

Am frühen Abend griffen die Aufrührer Anno und den Bischof von Münster an, die gerade auf einem Platz nahe dem Palast des Erzbischofs speisten und töteten einige der bischöflichen Bediensteten. Anno und seine Anhänger flohen in die Kirche des heiligen Petrus, deren Türen durch davor gewälzte Blöcke gesichert wurden. Währenddessen plünderten die Aufrührer den Palast und die Kapelle Annos, wobei sie einen Mann töteten, den sie für den Erzbischof hielten. Als sie ihren Irrtum bemerkten und vom tatsächlichen Aufenthalt Annos erfuhren, drohten sie die Kirche des heiligen Petrus anzuzünden. Doch Anno gelang abermals die Flucht, diesmal aus der Stadt heraus, nach Neuss. Die Aufrührer töteten einen weiteren Mann und eine Frau, entsandten nun aber auch Männer zum König um diesen zu bitten, die Stadt zu besetzten.

Am vierten Tage aber, zog Anno, begleitet von einem mehrere tausend Mann starken Heer aus dem Umland von Köln, vor die Stadtmauern. Als die Einwohner Kölns dies sahen, baten sie um Frieden und erklärten sich bereit jede Strafe anzunehmen, sofern ihre Leben geschont würden. Daraufhin befahl Anno den Aufrührern sich am nächsten Tage bei St. Peter einzufinden um ihre Strafen entgegenzunehmen und schickte sein Volksheer nach Hause.

Seinen eigenen Leuten befahl er hingegen in die Stadt einzuziehen und diese zu sichern, während er selbst außerhalb der Stadt übernachtete. In der Nacht flohen jedoch sechshundert Teilnehmer des Aufstandes, allesamt wohlhabende Kaufleute, aus der Stadt um Schutz beim König zu suchen. Als sie nicht zurückkehrten, konnte Anno seine Männer nicht davon abhalten die Häuser der Flüchtigen zu plündern. Die übriggebliebenen Aufständischen wurden mit schweren Geldbußen belegt, viele zudem öffentlich ausgepeitscht und geschoren. Schließlich ließ Anno sie zudem schwören die Stadt zukünftig gegen alle inneren und äußeren Feinde für ihn zu verteidigen.

4. Quelleninterpretation

Da andere Quellen zu den Ereignissen in Köln im Jahre 1074 fehlen, ist ein Vergleich der Schilderungen Lamperts mit denen anderer Verfasser nicht möglich. Auch ist nicht bekannt auf welche Quellen sich Lampert seinerseits gestützt hat oder ob er bei den Ereignissen gar selbst dabei gewesen ist. Für eine Einordnung seiner Aussageabsichten bietet die Quelle hingegen genügend Anhaltspunkte, die in der Folge untersucht werden sollen.

4.1 Der Ausbruch des Konfliktes

Auffällig ist, dass Lampert bereits vor der Schilderung des eigentlichen Aufstandes, in seiner Einleitung zwar zuerst anführt, man wisse nicht, wer der eigentliche Verantwortliche für die Geschehnisse sei, dann aber sogleich einen „Verdacht“ äußert. Er glaubt der Aufstand sei von langer Hand geplant gewesen, die Kölner hätten lediglich auf den richtigen Moment gewartet und diesen in der Beschlagnahme des Schiffes erkannt und sogleich losgeschlagen.14

Die moderne Forschung hingegen stellt Annos widerrechtliches Handeln bei der Beschlagnahme als Ursache des Aufstandes dar. Edith Ennen gibt im Aufsatz „Bedeutung der Kirche für den Wiederaufbau der in der Völkerwanderungszeit zerstörten Städte“ den Hinweis, dass die Beschlagnahme eines bereits beladenen Schiffes gegen ein aus der Karolingerzeit stammendes Kaufleuterecht verstieß.15 Hugo Stehkämper geht in seinem Aufsatz „Die Stadt Köln in der Salierzeit“ zudem davon aus, dass selbiges „allgemein anerkannt“ gewesen sein muss, was auch der Grund sei für den augenblicklichen Widerstand der Schiffsknechte.16

Eine andere Erklärungsmöglichkeit wäre der eines sozialen Umwandlungsprozess.17 Die Stadt war durch den Durchgangshandel und den Warenumschlag reich geworden18, eine Kaufmannsgilde, die die politischen Interessen der Kaufleute vertrat, entstand19. Kaufleute und Handwerker hatten ab Mitte des 11. Jahrhunderts begonnen sich einander wirtschaftlich und in der Folge auch politisch anzunähern.20 Die Einwohner der Stadt waren im Begriff zusammen zu wachsen. Die selbstbewusst gewordenen Kölner Kaufherren wollten altes Stadtrecht, wonach sie Hörige des Erzbischofs seien, nicht mehr akzeptieren.21 Sie begannen auf eigene Rechte zu pochen und diese in diesem konkreten Fall auch durchzusetzen, indem sie sich der Beschlagnahme des beladenen Kaufmannsschiffes widersetzten.

Doch wie verhielt sich Anno zu Beginn des Konfliktes? Dass die offensichtlich widerrechtliche Beschlagnahme des Schiffes kein Einzelfall war, könnte bereits an den weiteren Ausführungen Lamperts abzulesen sein, der beschreibt wie der Kaufmannssohn zum Aufruhr aufruft. Dieser scheint sich in seinen Klagen über Anno auf frühere Vorfälle zu berufen, in denen der Erzbischof die Kaufleute, seiner Ansicht nach, in ihren Rechten beschnitten hatte.22 Es muss also bereits vor dem Aufstand von 1074 Streitpunkte zwischen beiden Seiten gegeben haben, unabhängig davon, wer in diesen Fällen im Recht gewesen sein mochte.

Als Anno von dem Aufruhr am Hafen hörte, sandte er seine Leute aus, nicht jedoch um zu vermitteln und den Streit zu schlichten (Er hätte mit Sicherheit ein anderes Schiff finden können). Stattdessen drohte er den Aufrührern, „voll Zorn“ wie Lampert selbst schreibt, mit Strafen. In Anbetracht dessen, dass Anno Bedienstete zuerst im Unrecht gewesen waren, musste diese Drohung laut Stehkämper „das Zutrauen der betroffenen Bürger zu Anno und seiner Herrschaft zutiefst erschüttern.“ Denn damit wurde offenbar, dass Anno sein Richteramt für seine eigenen Rache zu missbrauchen gedachte und sich dafür bewusst über geltendes Recht hinwegsetzte.23

4.2 Ein geplanter Aufstand?

Worin Lampert während der Ereignisse des Jahres 1074 planvolles Handeln der Kölner erkennt, verschweigt er in seiner Darstellung der Abläufe der Ereignisse. Welche Vorbereitungen wurden getroffen? Welche Ziele verfolgte der Aufstand? Hierauf geht Lampert nicht ein und glaubt stattdessen die Kölner hätten „dem König einen Gefallen tun“ wollen. Dies spielt wieder auf die Ereignisse in Worms im Jahre 1073 an.

Dort hatten die Wormser Bürger die Truppen des Erzbischofs Adalbert II. aus der Stadt gejagt, die König Heinrich IV. am Einzug hatten hindern wollen und bereiteten dem König einen großen Empfang. Dies war besonders deswegen so außergewöhnlich, weil sich Heinrich IV. damals in einer politisch äußerst bedrängten Lage befand. Die Fürsten des Reiches waren im Begriff ihn abzusetzen und einen neuen König zu wählen, da ihnen Heinrich IV. zu unbeherrscht und vor allem zu unberechenbar erschien.24 Für die von ihnen bewiesene Treue gewährte Heinrich IV. den Wormser Bürgern Zollfreiheit in den Städten Frankfurt am Main, Boppard, Hammerstein, Dortmund, Goslar und Enger. In der dazugehörigen Urkunde hebt der König noch einmal die Treue der Wormser hervor und empfiehlt ihr Verhalten den Bewohnern anderer Städte als Beispiel.25

Ermutigte dies die Kölner in ihrem Aufbegehren gegen Anno? Erhofften sie sich ebenso wie die Wormser durch den König privilegiert zu werden, wenn sie sich gegen ihren Erzbischof stellten? Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass der König damals nicht vor den Kölner Stadtmauern stand und um Einlass bat. Ebenso gilt das besondere Verhältnis der Wormser zum Salier Heinrich IV. zu bedenken. Die Salier hatten um Worms und Speyer ihren Stammsitz, weswegen sich die Wormser Bevölkerung ihrem König wohl besonders verbunden fühlte.26

Wenn die Kölner Pläne geschmiedet hätten, in der Hoffnung der König würde sich auf ihre Seite stellen, um mit ihnen gemeinsam Anno zu stürzen, wären dies also allenfalls wage Hoffnungen gewesen. Was allein dafür sprach, war die Feindschaft zwischen Heinrich IV. und Anno II.27

Wenn der König in die Umsturzpläne miteinbezogen worden wäre, oder sogar die treibende Kraft hinter allem war, warum griff er dann nicht zu als die Kölner ihm die Stadt anboten?

Auch die von Lampert beschriebene Dringlichkeit mit der die Kölner Heinrich IV. bitten „so schnell wie möglich zu kommen“28, spricht wohl eher dafür, dass sie selbst von ihrem kurzfristigen Erfolg überrascht wurden und nun hofften der König würde ihnen gegen die zu erwartende Rache des Erzbischofs beistehen. Weiter schreibt Lampert, die Aufständischen hätten dem König „seinen eigenen wohlverstandenen Vorteil“29 vor Augen geführt. Lamperts Verdacht folgend, dass Kölner und König zusammen konspirierten um den Erzbischof aus der Stadt zu jagen, muss gefragt werden warum dem König noch einmal erklärt werden muss, worin sein Vorteil im vorher gemeinsam verfassten Plan liegt.

Was zudem gegen die Theorie des geplanten Aufstandes spricht sind Lamperts Schilderungen von der „Raserei“30 der Kölner. Ihr Handeln wird eher als emotional und planlos beschrieben, denn als durchdachtes Vorgehen. Ein erkennbares politisches Ziel für das die Kölner aufbegehrten, wurde nicht erkennbar, geschweige denn formuliert, die Wut richtete sich ausschließlich auf die Person des Kölner Erzbischofs.

Weder konnten sie den Erzbischof an der Flucht hindern, noch schienen sie irgendwelche Vorbereitungen getroffen zu haben, um dem Erzbischof auch militärisch entgegentreten zu können. Dass der Erzbischof von Köln seine Stadt kampflos übergeben würde, konnten die Kölner nicht wirklich erwarten. Als Anno schließlich mit Verstärkung aus dem Umland vor den Mauern stand, brach ihr Kampfeswille augenblicklich zusammen und sie gaben die Stadt widerstandslos wieder her.

[...]


1 ) Stehkämper, Hugo: Die Stadt Köln in der Salierzeit, in: Die Salier und das Reich. Band 3. Sigmaringen 1991.

2 ) Ennen, Edith: Erzbischof und Stadtgemeinde in Köln bis zur Schlacht von Worringen, in: Ennen, Edith: Gesammelte Abhandlungen. Bonn 1977.

3 ) Planitz, Hans: Die deutsche Stadt im Mittelalter. Von der Römerzeit bis zu den Zunftkämpfen. Wien 1973.

4 ) Vollrath, Hanna: Konfliktwahrnehmung und Konfliktdarstellung in erzählenden Quellen des 11. Jahrhunderts, in: Stehkämper, Hugo: Die Salier und das Reich. Band 3. Sigmaringen 1991. bes. S. 286-290.

5 ) Schulze, Knut: „Denn Sie lieben die Freiheit so sehr...“. Kommunale Aufstände und Entstehung des europäischen Bürgertums im Hochmittelalter. Darmstadt 1995.

6 ) Von Hersfeld, Lampert: Annalen. Übersetzt von Adolf Schmidt. Erläutert von Wolfgang Dietrich Fritz. Darmstadt 1973. S. XII.

7 ) Grundmann, Herbert: Geschichtsschreibung im Mittelalter. Gattungen - Epochen – Eigenart. Göttingen 1978. S. 28.

8 ) Lampert: Annalen. S. XV.

9 ) Lampert: Annalen. S. IX.

10 ) Wattenbach, Wilhelm, „Lambert von Hersfeld“, in: Allgemeine Deutsche Biographie (1883), S. 548 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd10095135X.html?anchor=adb (Abgerufen am 01.09.2013).

11 ) Lampert, Annalen, S. XII.

12 ) Struve, Tilman: Lampert von Hersfeld, in Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S.461-462 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/sfz47610.html (Abgerufen am 01.09.2013).

13 ) Struve, Tilman: Lampert von Hersfeld. Persönlichkeit und Weltbild eines Geschichtsschreibers am Beginn des Investiturstreits, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte Heft 19, 1969, S. 10.

14 ) Lampert: Annalen. S. 276.

15 ) Ennen, Edith: Bedeutung der Kirche für den Wiederaufbau der in der Völkerwanderungszeit zerstörten Städte, in: Ennen, Edith: Gesammelte Abhandlungen. Bonn 1977. S. 125.

16 ) Stehkämper, Hugo: Die Stadt Köln in der Salierzeit, in: Die Salier und das Reich. Band 3. Sigmaringen 1991. S. 93.

17 ) Vollrath, Hanna: Konfliktwahrnehmung und Konfliktdarstellung in erzählenden Quellen des 11. Jahrhunderts, in: Stehkämper, Hugo: Die Salier und das Reich. Band 3. Sigmaringen 1991. S. 287.

18 ) Lauffer, Richard: Das rheinische Städtwesen im Hochmittelalter, in: Die Städte Mitteleuropas im 12. und 13. Jahrhundert. Linz 1963. S. 31.

19 ) Planitz, Hans: Das Kölner Recht und seine Verbreitung in der späten Kaiserzeit, in: Zeitschrift für Rechtsgeschichte 55 (1935). S. 10.

20 ) Planitz, Hans: Die deutsche Stadt im Mittelalter. Von der Römerzeit bis zu den Zunftkämpfen. Wien 1973. S. 99.

21 ) Ebenda.

22 ) Lampert: Annalen. S. 278.

23 ) Stehkämper, Die Stadt Köln in der Salierzeit, S. 94.

24 ) Schulze, Knut: „Denn Sie lieben die Freiheit so sehr...“. Kommunale Aufstände und Entstehung des europäischen Bürgertums im Hochmittelalter. Darmstadt 1995. S. 78f.

25 ) RI III,2,3 n. 680, in: Regesta Imperii Online, URL: http://www.regesta-imperii.de/id/1074- 01-18_1_0_3_2_3_680_680 (Abgerufen am 08.09.2013).

26 ) Schulze, „Denn Sie lieben die Freiheit so sehr...“, S. 80.

27 ) Stehkämper, Die Stadt Köln in der Salierzeit, S. 99.

28 ) Lampert: Annalen. S. 281.

29 ) Ebenda.

30 ) Ebenda.

Details

Seiten
18
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668033160
ISBN (Buch)
9783668033177
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v305288
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
1,0
Schlagworte
Aufstand 1074 Anno II Lampert von Hersfeld Köln

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