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Japanische Frauen zwischen Rollenbildern und Alltagsrealität zur Zeit des Asiatisch-Pazifischen Krieges (1931-1945)

Magisterarbeit 2011 140 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Japanologie

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Die gesellschaftliche Situation vor dem „15jährigen“ Krieg, gezeigt am Wandel des ryōsai-kenbo -Ideals
2.1 Rechtliche Grundlage
2.2 Schulbildung
2.3 ryōsai kenbo
2.4 Debatten um Mutterschutz, Geburtenkontrolle und Änderung des Meiji-Zivilgesetzbuches
2.5. Kampf um das Frauenwahlrecht

3. Widersprüche von Rollenbildern und Alltagsrealtität der japanischen Frauen zur Zeit des 15jährigen Krieges (1931-1945)
3.1 Zum Verhältnis von Individuum und Staat
3.1.1 Das Individuum, die Familie und der Staat – ein Familienstaat?
3.1.1.1 Eheschließung
3.1.1.2 Die Frau im ie-System
3.1.2 Von der Küche auf die Straße: die Öffentlichkeitsarbeit der Frauenorganisationen
3.1.2.1 Aikoku Fujinkai und Kokubō Fujinkai
3.1.2.2 Dainippon Fujinkai
3.1.2.3 Öffentlicher und privater Einfluss der Frauenorganisationen auf die Bevölkerung
3.1.3 Resümee
3.2 Produktion und Reproduktion
3.2.1 Die pronatalisitsche Bevölkerungspolitik
3.2.2 Sexualität
3.2.3 Arbeitskräftemangel und Frauenarbeit
3.2.4 Die Debatte um die Einberufung von freiwilligen Frauen-Arbeitstruppen
3.2.5 Umgang mit dem Dilemma aus ideologischer Sicht: Förderung der Mutterschaft durch Arbeit
3.2.6 Lebensmittelproduktion auf dem Land
3.2.7 Resümee
3.3 Das Dilemma der Ehefrauen und Mütter von Soldaten: Leben erhalten und Leben darbringen
3.3.1 Gunkoku no tsuma und gunkoku no haha
3.3.2 Eine militaristische Übersteigerung der „guten Ehefrau und weisen Mutter“?
3.4 Die „neue Schönheit“ der Frau: Die Betonung der Natürlichkeit als Anregung zur Konsumreduzierung
3.4.1 Kleidung und Schmuck
3.4.2 Monpe und Standardkleidung
3.4.3 Körperbau
3.4.4 Resümee
3.5 Passive Opferbereitschaft oder aktive Kampfbereitschaft?
3.5.1 Opferbereitschaft als weibliche Tugend
3.5.2 Die zunehmende Notwendigkeit weiblicher Kampfbereitschaft
3.5.2.1 Freiwillige Kampftruppen
3.5.2.2. Gyokusai: Das Zerspringen des Edelsteins
3.5.3 Resümee

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang
Glossar der enthaltenen japanischen Begriffe
Zeittafel (1886-1945)

1. Einleitung

‘In front of such women, can you be caught in an unmanly expression? Whether you like it or not you must raise your eyes, keep in step and march on – isn’t that so? They’re terrible, women. With such gentle and beautiful expressions on their faces, they send men into the jaws of death …’[1]

Der moderne Generalmobilisierungskrieg ist das „größte Projekt, das ein Nationalstaat durchläuft“ und zieht geo-politischen, ideologischen und demografischen Wandel nach sich.[2] Um das Volk unter seiner Führung gänzlich zu vereinen, geht der Staat in Kriegszeiten bis zum Äußersten und verlangt die Nationalisierung der Gesellschaft im Großen sowie der Familie im Kleinen. Das militaristische Japan der 1930er und 1940er Jahre verfolgte ebenfalls das Ziel einer allumfassenden Nationalisierung, „Ultra-Nationalismus“ genannt.

„Nationalisierung“ bedeutete in Japan in erster Linie, das Volk, Männer wie Frauen, auf die Nation, ihr Fortbestehen und die Ziele ihrer Regierung patriotisch einzuschwören und somit zu vereinheitlichten und zu vereinnahmen. Für die wehrfähigen Männer des Landes hieß das, Soldat zu werden und mit Ausbruch des Krieges an der Front zu kämpfen. Doch auch die Ressourcen der weiblichen Bevölkerung wollte die Regierung nutzen, wenn auch auf andere Weise.

In meiner Arbeit möchte ich mich den Frauen jener Zeit und deren Einbindung in das Kriegssystem widmen. Seit den 1980er Jahren tauchen immer mehr wissenschaftliche Werke auf, die sich vorwiegend mit der Nationalisierung von Frauen in Japan zur Zeit des 15jährigen Krieges befassen, was vor allem am Einfluss des Feminismus auf die Frauengeschichtsforschung in den 1980ern liegt. Vielleicht auch aus diesem Grund konzentrieren sich die Veröffentlichungen zum größten Teil auf die herausragenden Feministinnen dieser Zeit und ihrer etwaigen Kooperation mit dem Militärstaat.[3] Meine Arbeit hingegen hat die so genannte „gewöhnliche“ Japanerin zum Forschungsobjekt; ihren Alltag im Allgemeinen und den Rollenerwartungen ihr gegenüber im Besonderen. Die Aktivitäten und Aussagen von Feministinnen und anderen Aktivistinnen tauchen lediglich als „Stimme“ der zahllosen namenlosen Frauen auf, deren Meinungen in der Regel keinen Eingang in die Massenmedien fanden. „Gewöhnliche“ Japanerin bedeutet in dieser Arbeit im japanischen Kernland[4] geborene Frauen in unterschiedlichen Altersstufen zur Zeit des Asiatisch-Pazifischen Krieges. Dabei beleuchte ich die Nationalisierung der Frauen unterschiedlicher sozialer Schichten und zeige an nennenswerten Aspekten den Unterschied zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung auf. Mein Hauptaugenmerk liegt allerdings auf städtischen Frauen der Mittelschicht.

Die Frauen Japans sahen sich in der Zeit zwischen 1931[5] und 1945 einem gravierenden Wandel in der Gesellschaft und im Alltagsleben gegenüber. Die zunehmende Militarisierung, die Generalmobilisierung und der sich von Jahr zu Jahr verschlimmernde Krieg veränderten ihr Leben nachhaltig. Doch nicht nur das Alltagsleben wurde durch den Einzug von Ehemännern und Söhnen, durch Ressourcenknappheit und Luftangriffen ins Chaos gestürzt. Damit einhergehend und dem vorausgreifend veränderten sich auch die Erwartungen an die Frau an sich. Im durch und durch militärischem Jargon der Zeit wurde mit Zuspitzung der Kriegslage auch an den Kampfgeist der Frau appelliert. Dennoch betonte man trotz der Notwendigkeit weiblicher Arbeitskräfte in der wachsenden Kriegsindustrie weiterhin dass es die erste Pflicht der Frau sie, für den Staat Kinder zu gebären. Schließlich wurde gar von einem „neuen“, dem „Kriege angemessenen“ Schönheitsideal gesprochen. Diese Veränderungen in den Werteanschauungen wurden zu einem großen Teil von der Regierung initiiert, um ihren Zielen, i.e. einem erfolgreichen Kriegsverlauf, dienlich zu sein. Bei dem Beispiel der Mutterpflichten der Frau, bedeutete dies, das „Menschenmaterial“ für den lang andauernden Krieg zu sichern.

Mit meiner Arbeit möchte ich diese Widersprüche von idealen Rollenbildern und harter Kriegsrealität in den unterschiedlichsten Lebensbereichen jener Zeit darlegen und diskutieren, wie die Frauen im Einzelnen mit solchen Gegensätzen umgingen, ob und wie die Diskrepanzen aufgelöst oder überwunden wurden.

Auch der Staat hatte bisweilen diese Widersprüche erkannt und versuchte durch Ideologie und Propaganda Lösungsvorschläge zu bieten. Wie diese aussahen und wie sehr sie vom Volk angenommen und verwirklicht wurden, möchte ich ebenfalls zeigen.

Am Ende der Arbeit gebe ich einen kurzen Ausblick auf die Einwicklungen in den Anfangsjahren der Besatzungszeit im Bezug auf die gesellschaftliche Stellung der Frau und diskutiere, ob und inwieweit es durch die Extremsituation des Krieges und der Generalmobilisierung auch des unbewaffneten Volkes Nischen und Chancen für die Frauen gab, sich den Rollenbild der Männer (Arbeit, Kleidung etc.) anzunähern.

Meine Arbeit gliedert sich grob in zwei größere Teile: Bevor ich mich dem eigentlichen Thema der Japanerin zwischen Rollenerwartung und Alltagsrealität zur Zeit des Asiatisch-Pazifischen Krieges widme, gehe ich auf die Zeit vor den 1930er Jahren ein. Ich setze dafür bei der so genannten Meiji-Restauration[6] 1868 an und betrachte die gesellschaftliche Situation und deren Veränderungen mit Hauptaugenmerk auf die Frauen ab diesem Zeitpunkt, durch die Taishō-Zeit hindurch bis in die frühe Shōwa-Zeit. Die Entwicklungen lege ich entlang der Veränderungen des Ideals der „guten Ehefrau und weisen Mutter“ dar; einem Rollenverständnis das in groben Zügen in der frühen Meiji-Zeit aufkommt und bis zum Kriegsende 1945 immer wieder neue Diskurse zum Frauenbild auslöste.[7] Im Laufe meiner Arbeit werde ich die neu aufkommenden Idealbilder der Frau immer wieder in Beziehung zur „guten Ehefrau und weisen Mutter“ setzen, zur Kriegszeit etwa mit dem Bild der „militärischen Mutter“.

2 . Die gesellschaftliche Situation vor dem „15jährigen“ Krieg, gezeigt am Wandel des ryōsai-kenbo -Ideals

Im Folgenden wird ein Überblick über die innenpolitischen und sozialen Entwicklungen in Japan seit der Meiji-Restauration, mit besonderem Augenmerk auf die Situation der Frauen gegeben.

Seit der Meiji-Restauration änderten sich neben den Regierungsstrukturen, Wirtschaftsschwerpunkten und der Militärorganisation auch gesellschaftliche Bräuche. Da die westlichen Länder, denen man sich annähern wollte, öffentliche Nacktheit und die, aus westlicher Sicht mangelnde, Beachtung der Frauen als unzivilisiert betrachteten, verfolgte die japanische Regierung einen Wandel in der Anschauung der Geschlechter.[8] Daher möchte ich bei der Betrachtung der gender[9] -Entwicklungen in Japan vor dem Asiatisch-Pazifischen Krieg bei der so genannten Meiji-Restauration ansetzen. Den Anfangspunkt meiner Ausführungen setze ich in diese Zeit, da auch in Japan zu dieser Zeit die Industrialisierung durch die Regierung vorrangetrieben wurde. Damit einhergehend ergaben sich viele soziale Veränderungen, während andere traditionelle Anschauungen fest gefestigt wurden. Margret Neuss-Kaneko schreibt, dass die Meiji-Restauration 1868 „zwar die Befreiung von den sozialen Schranken des Feudalsystems [brachte], paradoxerweise aber nicht die Befreiung des einzelnen [sic.] vom ie-System.“[10]

Um die ungleichen Handelsverträge so schnell wie möglich revidieren (jōyaku kaisei 条約改正)[11] zu können und außenpolitisch anerkannt zu werden, benötigte Japan am Ende des 19. Jahrhunderts ein Rechtssystem, das den Bedingungen der westlichen Mächte entsprach. Ergebnis war das Meiji-Zivilgesetz, das unter anderem „Familie“ definierte und gesetzliche Maßgaben dazu statuieren sollte.[12]

2.1 Rechtliche Grundlage

Im Jahre 1898 trat das Meiji-Zivilgesetzbuch in Kraft, das seit seinem ersten Entwurf im Jahre 1878 lange Ausarbeitungen benötigte, welche teils heftige Debatten auslösten[13]. Die Verfügungsgewalt des Hausvorstandes (koshu 戸主[14] ) über die Familienmitglieder (kazoku 家族[15] ) wurden mit diesem Zivilgesetz, zusammen mit dem Personenstandsgesetz (kosekihō 戸籍法) von 1871, rechtlich verankert. Sobald eine Frau geheiratet hatte, verlor sie ihre individuelle Geschäftsfähigkeit, auch über ihr eigenes Vermögen, das nun von ihrem Mann als Hausvorstand verwaltet wurde. Zwar konnten sich beide Ehepartner scheiden lassen, jedoch war die Frau auch im Scheidungsrecht benachteiligt. So konnte sich der Mann bei Ehebruch durch die Frau sofort scheiden lassen, die Frau jedoch nur, sofern sich ihr Mann durch Ehebruch strafbar gemacht hatte (also z.B. bei einem Verhältnis mit einer anderen verheirateten Frau).[16] Auch erben konnten nur die ältesten Söhne. Wenn keine Söhne in einer Familie geboren wurden, gab es unter anderem die Möglichkeit, einen Sohn zu adoptieren, bzw. den Schwiegersohn dazu einzusetzen.

Die Familienstruktur der Meiji-Zeit gilt heute noch für viele Japaner als der Prototyp einer patriarchalischen Familie. Dies betraf aber vor allen Dingen die damalige Familie der Oberschicht, in der der Hausherr die absolute Autorität besaß und deren Frauen „kluge Ehefrauen und weise Mütter“ zu sein hatten. Die Familien der Unterschicht waren bisweilen nicht in das Familienregister eingetragen, daher nicht rechtsgültig.[17] Fast alle Familienmitglieder mussten oftmals arbeiten; die Frauen meist zu schrecklichen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken etc.

Die These vom ie -System (Familien-System, ie seido 家制度) findet sich teilweise schon in der Edo-Zeit[18], doch als Grundlage des japanischen Staates schlug sie sich später, vor allem im Zusammenhang mit dem Zivilgesetzbuchdisput der 1880er Jahre, nieder. Aber erst zum Ende der Meiji-Zeit hin erhob man es zur Staatsideologie.[19] Margret Neuss Kaneko schreibt dazu:

„Zwei Gedanken bildeten den Grundstock dieser Ideologie: Die Analogie von hierarchischer Familien- und Staatsstruktur und die Übertragung familialer Beziehungen auf staatliche Herrschaftsbeziehungen, indem das Verhältnis von Kaiser und Volk mit dem von Vater und Kinder verglichen wurde.“[20]

Hozumi Yatsuka beschreibt das ie -System die Beziehung von Familie, Kaiser und Ahnen („ kokka -System“ 国家制度) folgendermaßen:

„Der Staat ist die Verlängerung des ie, das ie ist der Staat im Kleinen. […] Daß unser Volk sich einem kaiserlichen Herrscher aus einer einzigen kaiserlichen Linie unterwirft, bedeutet, dass es sich dem Geist derselben Eltern, Ureltern und Ahnen unseres Volkes unterwirft. Dies ist der Urgrund unserer Staatsgründung, auf den unser Volk fest vertraut. Da nun unser ie-System der Stützpfeiler dieses Staates ist, wie könnte man dann je seine von alters her überlieferte Existenz außer acht lassen?“[21]

Nach dem Sieg im Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) zur Staatsideologie erhoben, finden sich Hinweise auf das ie -System und die konfuzianisch geprägten Hierarchie-Ebenen darin vermehrt auch in Schulbüchern zum Moralunterricht (kokutei shūshinsho 国定終身書). Ausdrücke wie „kaiserlicher Schrein“, „(legendäre) Staatsgründung, „Blüte des nationalen Wesens“ oder „Einheit von Loyalität und Kindestreue“ tauchen vermehrt auf. „Besonders letzteres wurde immer wieder betont, und indem die Loyalität gegenüber dem Kaiser gleichgesetzt wurde mit der Kindespflicht gegenüber den Eltern, wurde sie als etwas Natürliches, Spontanes hingestellt.“[22]

2.2 Schulbildung

Kurze Zeit nach der offiziellen Machtübergabe[23] an den damals erst 15jährigen Tennō im Jahr 1868 sah sich die Regierung der schwierigen Aufgabe gegenüber, dem Volk den Kaiser wieder näher zu bringen, das zum großen Teil nicht einmal wusste, wer oder was der Tennō eigentlich war.[24] Zur Verherrlichung des Kaisers wurden neue Feste im Jahresablauf eingerichtet.[25] Ein weiteres Medium, den Tennō durch das Volk verherrlichen und ihn so den Menschen bekannter zu machen, war die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht („Schulgesetz“gakusei 学制)[26] im Jahr 1872. Unter Androhung von Strafe musste in jeder Gemeinde eine Volksschule errichtet werden[27] und alle Kinder, Jungen wie Mädchen, sollten für mindestens vier Jahre die Schule besuchen. 1899 wurde dann ein Gesetz erlassen, dass es in jeder Präfektur (todōfuken 都道府県) mindestens eine höhere Schule für Mädchen geben sollte und somit waren die getrennten schulischen Laufbahnen von Mädchen und Jungen beschlossen und fest gefügt. Zuerst besuchten aber noch 1890 kaum mehr als 30% Prozent aller Mädchen eine Schule, eine Zahl die weit hinter den Schülerzahlen der Jungen lag. Bis 1910 stieg der Prozentsatz der Mädchen auf 97,4% an, was wohl vor allem der Aufhebung der besonders von der arbeitenden Bevölkerung als belastend empfundenen zuzuschreiben ist. Außerdem wurde die Pflichtschulzeit auf sechs Jahre angehoben.[28] Besonders durch den Ersten Sino-Japanischen Krieg (1894-1895) und später den Krieg gegen Russland (1904-1905) wuchs der Glaube in der Regierung, dass die Erziehung und die Mitwirkung der Frauen eine große Rolle in der modernen Kriegsführung spielen kann.

Zwar konnten damit ab 1910 auch fast alle Mädchen eine Grundschulbildung erhalten, jedoch waren die Lehrpläne der Mädchenschulen weit von denen der Schulen für Jungen entfernt. Nur am Anfang der Meiji-Zeit, mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht, hatte die Regierung noch eine „gemeinsame Ausbildung für Jungen und Mädchen“ angestrebt, sie änderte aber einige Jahre später ihren Kurs hin zu einer Trennung der Lehrpläne von Jungen und Mädchen.[29] Auch ein Übertritt auf höhere Schulen oder gar Universitäten, welche immer noch ein männlicher Bereich waren, gestaltete sich für Frauen sehr schwierig.[30] Frauen der Mittelschicht, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu arbeiten brauchten, war aber besonders ab 1899, nach der Einführung höherer Schulen für Mädchen[31] ein gewisser Bildungsstand ermöglicht. Genug Bildung, wie Sharon Nolte schreibt, aber nicht mehr als notwendig, um ihre Pflichten im Hause erfüllen zu können.[32] Berufend auf die „Unterschiedlichkeit“ der Frau wurde ihr die höhere Bildung verwehrt[33]. Kikuchi Dairoku, der gleichzeitig Erziehungsminister und Präsident der Universitäten Tōkyō und Kyōto war, schrieb 1909:

„Our female education, then, is based on the assumption that women marry, and that its object is to fit girls to become ‘good wives and wise mothers.’ The question naturally arises what constitutes a good wife and wise mother, and the answer requires a knowledge of the position of the wife and mother in the household and the standing of women in society and her status in the State. ... [The] man goes outside to work to earn his living, to fulfil his duties to the State; it is the wife's part to help him, for the common interests of the house, and as her share of duty to the State, by sympathy and encouragement, by relieving him of anxieties at home, man-aging household affairs, looking after the household economy, and, above all, tending the old people and bringing up the children in a fit and proper manner”[34]

Er bezieht sich damit auf ein häufig aufgegriffenes und verschiedenartig benutztes Frauenbild der Meiji-Zeit, das durch die Taishō-, bis in die Shōwa-Zeit und vielleicht darüber hinaus eine Rolle spielte und neu ausgelegt wurde. Auf Japanisch ryōsai kenbo (良妻賢母) kann der Ausdruck „gute Ehefrau und weise Mutter“ verschieden interpretiert werden, was durch Regierung und Volk im Laufe der Zeit auch so geschah, wie ich in den folgenden Kapiteln zeigen werde.

2.3 ryōsai kenbo

Das Konzept der „guten Ehefrau und weisen Mutter“ ist, nach Andrea Germer: „ein Konglomerat aus westlichen Idealen von ‚domesticity’ und japanisch-konfuzianistischen Elementen, welche die Rolle der Frauen in der Familie als sparsam waltende Hausfrau mit dem auch ökonomischen Dienst für den Staat verbanden.“[35]

Ende des 19. Jahrhunderts, nach dem Ersten Sino-Japanischen Krieg, definierte ryōsai kenbo aufgrund der Aufwertung der „Hausfrau am Herd“ nur einen Teil der Regierungspolitik gegenüber Frauen: und zwar die zu einem gewissen Grad reichende Grundbildung der weiblichen Mittelschicht, welche falls, überhaupt, ausschließlich im eigenen Haushalt arbeitete. In der Unterschicht hingegen gab es viele Frauen, die aus wirtschaftlichen Gründen außerhalb ihres zumeist ländlichen Zuhauses arbeiten mussten. Die Betonung der „guten Ehefrau und weisen Mutter“ beinhaltet für die Regierung jedoch keinen Kampf gegen die arbeitenden Frauen der Unterschicht – diese wurden nicht von ihren Arbeitsplätzen ins Heim und in die Familie (ie 家) zurückgerufen.[36] Da die Modernisierung und Industrialisierung nach westlichem Vorbild die Basis des neuen Tennō-Staates war, stützten in besonderer Weise auch die (ärmeren) Frauen diese sich entwickelnde Industrie durch ihre Arbeit in den Fabriken etc. 1890 überstiegen die weiblichen Arbeitskräfte die männlichen in der Leichtindustrie und dort besonders in der Textilindustrie.[37] Sie erwirtschafteten damit einen wichtigen Teil des Bruttosozialproduktes. 1920 arbeiteten 53% aller Frauen. Die meisten waren in der aufstrebenden Textilindustrie angestellt, welche ab 1910 von der eher Männer beschäftigenden Schwerindustrie ein- und überholt wurde.[38] „Gute Ehefrau und weise Mutter“ bezog sich somit in der Meiji-Zeit vor allem auf die nicht-arbeitende Mittel- und Oberschicht der Frauen. Die vorbildhafte Frau sollte in der privaten Welt des Heimes regieren. Die „gute Ehefrau“ kümmerte sich mit Umsicht um die Haushaltsangelegenheiten und das Wohlbefinden der erwachsenen Familienmitglieder (z.B. der Schwiegereltern), während die „weise Mutter“ für die Erziehung der Kinder sorgte, damit sie loyale und fügsame kaisertreue Bürger wurden.[39]

Alles in allem stellte das Zivilgesetzbuch von 1898 fast alle Frauen in jeder Lebenslage unter die Autorität eines Mannes, i.e. des Hausvorstandes. Bis zur Heirat war dies in der Regel der Vater, danach der Ehemann und wenn die Frau verwitwet war, der älteste Sohn.

Für Kathleen Uno sind besonders die Kriege seit der Meiji-Restauration Steine des Anstoßes einer Neuinterpretation oder eines Überdenkens des Prinzips der „guten Ehefrau und weisen Mutter“.[40] Der Erste Sino-Japanische Krieg veranlasste den Staat, d.h. das Ministerium für Bildung (Monbushō 文部省), unter anderem durch die bereits erwähnte Einführung einer Schullaufbahn für Mädchen, die Sozialisation von ryōsai kenbo zu fördern.[41] Zuvor, seit der Meiji-Restauration hatte die Regierung noch keine genaue Vorstellung einer gender-Politik. Jedoch war es noch in den 1870ern für Frauen verboten, ihre Haare kurz zu tragen; die wenigen Japanerinnen, welche sich um das Wahlrecht bemühten, wurden mit der Verfassung 1889 enttäuscht und der Ausschluss der Frauen vom höheren Bildungsweg beschnitt ihre Karrieremöglichkeiten. Der Staat versagte ihnen jegliches politisches Mitspracherecht. Nicht einmal politischen Versammlungen durften die Frauen beiwohnen, egal welcher Schicht sie angehörten.[42] Sharon Nolte schreibt dazu, dass die Ansprüche des Staates an das Heim derer der Frauen an den Staat bevorstanden. Die Familie sollte dem Staat dienen. Und die Frau dem Staat im Kleinen; also ihn in den Familien vertreten und unterstützen.[43]

Uno fasst zusammen, dass bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine negative Definition von Weiblichkeit vorlag, die erst nach der Mobilisierung zum Ersten Sino-Japanischen Krieg von Staatsseite überdacht wurde.[44] Negativ deshalb, weil Weiblichkeit augenscheinlich dadurch definiert wurde, was Frauen, im Gegensatz zu den Männern, nicht konnten oder durften.

Mit ryōsai kenbo griff der Staat Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich ein Bild von Weiblichkeit auf, das definierte, was Frauen sein sollten nicht das, was sie nicht sein konnten. Die Regierung nahm zum Ende des 19. Jahrhundert ryōsai kenbo als ihr bevorzugtes Frauenbild an und richtete mehr und mehr ihre Politik dahingehend aus. Durch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und einer gesonderten Laufbahn für Mädchen konnte dieses Schlüsselelement der Mittelschicht näher gebracht werden. Frauen und Männer seien verschieden, so wurde in den Ethik-Schulbüchern gelehrt, aber ihre unterschiedlichen Pflichten im Leben komplettieren einander.

„The man [ otoko [男]] becomes the master of the house and works at the household occupation [ kagyō [家業]]. The woman [ onna [女]] helps the man and takes care of the household [ ie o sewa suru [家を世話する]]. Therefore their purpose [ kokorogake [心掛け]] must differ…. Because knowledge is important to both men and women, they must polish the knowledge necessary to do their respective tasks. It is a mistake to think that women are inferior to men.”[45], schrieb man 1903 im Ethik Buch der 4. Klasse.

Diese in den Schulen propagierte Ansicht der Komplementarität der Rollen von Mann und Frau änderte sich auch kaum in den folgenden zehn Jahren. Obwohl immer mehr Frauen auch außerhalb der Textilindustrie zu arbeiten begannen, da viele Männer in die wachsende Schwerindustrie wechselten und Frauen in die frei gewordenen Stellen nachrückten, betonte man weiterhin die häuslichen Pflichten der Frau. Das Prinzip der „guten Ehefrau und weisen Mutter“ wurde von der Bevölkerung (von Männern gleichermaßen wie von Frauen) immer wieder hinterfragt und neu aufgeladen. So nahm beispielsweise die konservative Pädagogin Shimoda Utako in der Zeit nach dem Russisch-Japanischen Krieg zwar die Verschiedenheit der Rollen von Mann und Frau an, doch sah sie die Frau durchaus als niedriger gestellt. Daher sollten die Männer in der Öffentlichkeit arbeiten und die Geschicke von Staat und Gesellschaft lenken. Frauen sollten den Haushalt führen und „zum Wohle des nationalen Fortschrittes“ hinter den Männern stehen.[46] Da ryōsai kenbo vielschichtig und unterschiedlich auszulegen war, konnte es sowohl von liberalen als auch von konservativen Kräften angenommen und unterstützt werden.

Die Taishō-Zeit von 1912 bis 1926 war eine bewegte Ära. Japan musste sich als gleichwertiger Partner neben anderen westlichen Nationen außenpolitisch bewähren.

Besonders am Ende des Ersten Weltkrieges 1918 zeigte sich innenpolitisch ein großer Unterschied zwischen der Situation der Stadt- und der Landbevölkerung. Auf dem Land herrschten Stillstand und Armut, da immer mehr Bauern aus finanzieller Not ihr Land in Pacht geben mussten. In den Städten hatte der wirtschaftliche Aufschwung durch die Schwerindustrie im Krieg seine Wirkung nicht verfehlt und ein relativer Wohlstand erlaubte der neuen Mittelschicht die Verwirklichung privater Interessen.[47]

Trotz der Mitwirkung der Frauen im Ersten Weltkrieg, behielt die Regierung allerdings um 1916 ihre Richtung bei und förderte nach wie vor die Arbeit von Frauen außerhalb des Hauses nicht, sondern gab moralischen und ideologischen Interessen den Vorzug. Frauen sollten das Familiensystem (ie seido 家制度) erhalten, den Kaiser dienen und die staatliche Ordnung (kokutai 国体) aufrechterhalten. Diese Berufung verlange keine spezielle Bildung, so sah man auch keine Notwendigkeit, die Universitäten für Frauen zu öffnen.[48] Eine Ausnahme stellte die zunehmende Zahl der Lehrerinnen dar, die den Männern in die frei werdenden Posten folgten.[49] Sie genossen eine spezielle Ausbildung für Lehrkräfte.

Aber nach durch die Erfahrungen an der Heimatfront im Ersten Weltkrieg und dessen für Japan erfolgreichen Ende änderte das Bildungsministerium seine Ansichten über die ryōsai kenbo Politik. Man hatte begriffen, dass die Aktivitäten – besonders der Frauen – an der Heimatfront entscheidend für die moderne Kriegsführung waren. So dachte man, eine Beschränkung der Rolle der Frau auf die häusliche Rolle stünde weiterem künftigen militärischen Erfolg des Landes im Weg. Sogar konservative Kräfte mussten den Zusammenhang von Frauenarbeit, ihrer Teilnahme an der Gesellschaft und dem nationalen Fortschritt erkennen.

Das Ergebnis war eine neue Aufladung von ryōsai kenbo: Einerseits wurde die Arbeit der Frauen außerhalb des Hauses mehr toleriert und andererseits betonte man weiterhin die häuslichen Pflichten.[50]

Ab 1920 drängten immer mehr Frauen, auch von der Mittelschicht in die Arbeitsplätze außerhalb des Hauses und die Ansichten zur Pflicht der Frau wandelten sich in recht unterschiedliche Richtungen, teilweise in progressive, teilweise in traditionalistische. Denn man sah es einerseits durchaus als Chance, dass die Frau mit ihrer Beschäftigung ihren Mann und somit die Familie besser finanziell unterstützen kann. Da die Mittelschicht als „Bastion sozialer Stabilität“[51] und als Fundament des Staates angesehen wurde, zeigten sich andererseits viele Intellektuelle um den Erhalt des ie -Systems besorgt. Man fragte sich, ob eine Frau zwei Vollzeittätigkeiten bewältigen könne: einen zu Hause und einen am Arbeitsplatz. Die weibliche „Mission im Leben“ (tenbun 天分)[52], das Gebären von Kindern, wurde betont und man sorgte sich um die heranwachsende Generation, die von arbeitenden Müttern erzogen werden würde.

Frauen in einem Beschäftigungsverhältnis; was seit Anfang der Meiji-Zeit in den unteren Schichten zur Normalität gehörte, wurde in der Mittelschicht als Bedrohung des Familiensystems, von dem man glaubte, dass es die nationale Kraft und Einheit Japans sicherte, gesehen. Die „arbeitenden Frauen der Mittelschicht“ (churyū shokugyō fujin 中流職業婦人) waren zu jener Zeit vor allem Frauen aus der Stadt mit einem gewissen Bildungshintergrund, welche Stellen innehatten, die ihnen ein Einkommen über dem der Arbeiterinnen niederer Schichten bot und es ihnen ermöglichte, weitestgehend unabhängig von Eltern oder Ehemann zu leben. Mit einer relativ lukrativen Anstellung wurde den Frauen ein Single-Leben möglich gemacht, das noch vor einigen Jahren Armut bedeutet hätte.[53] Doch die meisten Frauen der Mittelschicht mussten aus finanziellen Gründen eine Anstellung suchen.[54]

In den Textbüchern des Moralunterrichts wurde dieser Wechsel der weiblichen Rolle mit dem Fortschritt jener Zeit (jisei no shinpo 時世の進歩) begründet, oder auch mit einer Erweiterung von ryōsai kenbo. Mit dem Rückgang des Drei-Generationen Haushalts besonders in den Städten, dem Aufkommen der Kernfamilie und dem Anwachsen von Frauenbildung und arbeitenden Frauen in der Mittelschicht fanden erneute Revisionen und Bewertungen von ryōsai kenbo statt. Die Beziehung von Ehemann und Ehefrau geriet immer mehr in den Vordergrund und die Rolle des Hausvorstandes im traditionellen, als rückständig angesehenen ie -System verlor an Bedeutung.[55] Mit der „Entdeckung des Individualismus, der Männer wie der Frauen“[56] und einer besser zugänglichen höheren Bildung auch für Frauen (der städtischen Mittelschicht) wurden die Einengungen des traditionellen Familiensystems immer schmerzlicher bewusst. So überrascht es nicht, dass beispielsweise Henrik Ibsens „Nora“, eine Geschichte, die von der Flucht einer jungen Frau aus ihrer autoritären Familie erzählt, großes Echo in Japan auslöste.[57] Als Alternative zu dem Prinzip ryōsai kenbo suchte man in dieser stürmischen Zeit nach neuen Frauenrollen. Diese so genannte „Frauenfrage“ (fujin mondai 婦人問題) wurde in zahlreichen Zeitschriften und Zeitungen diskutiert. Zu den bekanntesten Frauen, die sich der Herausforderung nach einer Neudefinierung der Frauenrollen annahmen, gehörten Yosano Akiko, welche für einen Feminismus stand, der in der Gleichberechtigung der Frau in Gesetz, Bildung und Gesellschaft wurzelte, Hiratsuka Raichō, welche sich für den Schutz der Mütter durch den Staat aussprach, Yamakawa Kikue, welche sozialistische Sichtweisen auf die Geschichte hatte, sowie Yamada Waka, die eine eher traditionelle Sichtweise von ryōsai kenbo hegte. Von den 1910er Jahren bis in die 1920er hinein ging die Debatte um die „neue Frau“ (atarashii onna 新しい女) in Zeitschriften und Zeitungen weiter. Dabei spielten Schriften westlicher Feministinnen eine große Rolle. Innerhalb der Debatte wurden Themen angesprochen wie die Rolle der Frau in der Politik und zu Hause, die Ziele von Frauenbildung und die Rechte von Frauen zu Hause und am Arbeitsplatz. Außerdem ging es durchaus auch darum, die Notwendigkeit aufzuzeigen, dass Frauen ihre eigene Sexualität kontrollieren können, sowie um die Frage nach der Haltung des Staates, Frauen in ihrer Rolle als Ehefrauen und Mütter zu unterstützen. Besonders zu letzterem Thema gingen die Meinungen der oben genannten vier Feministinnen auseinander.[58] Vor allem die literarische Frauenzeitschrift „Seitō“ (青鞜 „Blaustrumpf“)[59], die von Hiratsuka gegründet wurde, war ein Forum für Diskussionen um atarashii onna. Hiratsuka und andere, die als Vertreterinnen der „Neuen Frauen“ angesehen wurden, erfuhren durchaus Kritik. Die Seitō-Gesellscahft wurde versponntet als: „a nursery for Japanese Noras“. Damit nahm na Bezug auf die Figur von oben genanntem Drama Henrik Ibsens.[60]

Ähnlich verhielt es sich mit dem neuen, in den 1920er Jahren aufkommenden „Modern Girl“ (modan gaaru モダンガール auch abgekürzt als moga モガ). Die Modern Girls kamen meist aus der Mittelschicht, hatten oft kurze Haare, trugen auch westliche Kleidung und betonten mit ihrem Aussehen vor allem ihre langen, schlanken Beine. Sie galten als promisk und zeigte sich gern unabhängig von der Unterstützung der Männer. Alles in allem war das Modern Girl neben ihrem männlichen Pendant, dem „Modern Boy“ ein typisches Produkt der wilden Zwanzigerjahre.[61] Zeichnete sich das Bild der „Neuen Frau“ vor allem durch ihre Denkweise aus, so wirkte die Figur „Modern Girl“ als reine Selbstdarstellung.[62] Viele Intellektuelle betrachteten die neuen Entwicklungen um das Frauenbild in der Taishō-Zeit mit wachsender Sorge. Man fürchtete, wie oben erwähnt, den Niedergang des traditionellen weiblichen Ideals und damit des ie -Systems. Denn auch die Autorität des Hausvorstandes und die Einengungen des traditionellen Familiensystems an sich wurden von vielen Frauen in Frage gestellt. Das ie -System schien überholt und nicht mehr zeitgemäß.

Hani Motoko, erste Journalistin Japans und Gründerin der Zeitschrift „Fujin no Tomo“ („Freund der Frau“ 婦人之友) schrieb 1918 in ihrer Zeitschrift, dass „der blinde Gehorsam gegenüber den Eltern, die blinde Kindespflicht ( 孝) nicht mehr möglich sei. Nur die freie Zuneigung zwischen Eltern und Kindern könne heute spontanen Gehorsam wecken.“[63] Vorbild für solche modern anmutenden Familienkonzeptionen waren westliche Familien. Jedoch projizierte man oft eher Wunschbilder des Glücks im eigenen Heim und der Harmonie auf die westliche Familie. Margret Neuss-Kaneko schreibt in ihrem Buch „Familie und Gesellschaft in Japan“ dazu Folgendes:

„[D]ie westliche Familie [wurde] als warme, gefühlsbetonte Gemeinschaft mit dem Kind im Zentrum beschrieben. Die japanische Familie sei dagegen zu sehr auf die Autorität der Eltern und den Gehorsam der Kinder konzentriert und verhindere eher den freien Austausch der Gefühle durch die Betonung rechter Formen. Es ist heute schwer auszumachen, wo Westliches idealisiert und Einheimisches degradiert wurde.“

Ende der 1920er Jahre veröffentlichte Suzuki Bunshirō, der damalige Leiter des Gesellschaftsdepartments der „Asahi shinbun“ (Asahi-Zeitung) eine späte Taishō, frühe Shōwa-zeitliche Sammlung von Anschauungen zu ryōsai kenbo. Das Prinzip der guten Ehefrau und weisen Mutter hatte an Popularität verloren und sollte der Bevölkerung wieder etwas näher gebracht werden. Suzuki war der Meinung:

„Some Japanese who are self-styled new thinkers call it ryōsai kenbo, a ‘remnant of the feudal era.’… There are many who are eager to abolish it, especially among those women who call themselves ‘feminists’ [ fujin no joseishugisha [婦人の女性主義者], or feminists] … I do not agree. Why is ryōsai kenbo mistaken? If it is a product of Japan’s feudal era, one can ask then what else in the feudal era Japan should be thankful for. … Probably many of the opponents of ryōsai kenbo interpret this phrase as the women’s way of absolute obedience to her husband, expounded by Kaibara Ekiken[64] Sensei and others. But … why is only this term equated with … Confucian commentaries of the feudal era … and taken literally? … Because there are no young women who read Kaibara Eikiken’s and other [early modern] advice books for women … naturally they interpret ryōsai kenbo literally denounce it as old-fashioned, and its influence is probably not what one would expect. … Without ryōsai kenbo, can the women’s movement itself truly develop and progress? Can it not be said, that only with ryōsai kenbo is human progress possible.”[65]

Der Diskurs um ryōsai kenbo verebbte leicht mit dem Eintritt in die stark autoritäre und militaristische Zeit der 1930er und 1940er Jahre. Obwohl die Regierung offiziell das traditionelle Prinzip von ryōsai kenbo (wieder) ideologisierte, erfuhr aber gerade in dieser Zeit die „gute Ehefrau und weise Mutter“ militaristische Übersteigerung und großen Wandel, auf die ich im zweiten Teil meiner Arbeit genauer eingehen werde.

Davor möchte ich mich allerdings weiteren feministischen Bestrebungen der Meiji-, Taishō- und frühen Shōwa-Zeit widmen, wie die Mutterschutz-Debatte und den Kampf um das Frauenwahlrecht.

2.4 Debatten um Mutterschutz, Geburtenkontrolle und Änderung des Meiji-Zivilgesetzbuches

Bereits 1918 brach eine Mutterschutz-Debatte[66] unter Feministinnen los, wie der „Blaustrumpf“ -Begründerin Hiratsuka Raichō und anderen. Sie setzen sich für „den rechtlichen Schutz und die staatliche Unterstützung für Frauen während der Schwangerschaft und Mutterschaft“[67] ein. Angesichts der steigenden Kindersterblichkeitsrate bei erwerbstätigen Müttern, die unter anderem durch die schlechten Arbeitsbedingungen der anlaufenden Industrialisierung hervorgerufen wurde, setzte sich die Gruppe um die „Seitō“-Zeitschrift für einen Schutz der Mütter von Staatsseite her ein. Darüber brach eine Diskussion unter anderem zwischen Hiratsuka und Yosano aus. Letztere war der Meinung, Frauen müssten gänzlich unabhängig werden und sollten auch keine Hilfe von Staatsseite her annehmen.[68] Außerdem formulierte besonders die „Seitō“-Bewegung um Hiratsuka die aufkommende Kritik am ie -System und gab verzweifelten Frauen Zuflucht, die sich von ihren Familien lösen wollten.

Nur einige Jahre nach Beginn der Mutterschutz-Debatte, gewann auch eine soziale Bewegung an Einfluss, die, einhergehend mit Forderungen nach individueller Freiheit der Frau, eine verbesserte Geburtenkontrolle anstrebte.[69] Verfechterinnen, wie Ishimoto (später Katō) Shizue setzen sich für eine Geburtenkontrolle zur Linderung der Armut der Arbeiter ein.[70] So veröffentlichte sie in der vor allem im Mittelstand gelesenen und nur langsam ein breiteres Publikum findenden Frauenzeitschrift „Shufu no tomo („Freund der Hausfrau“ 主婦の友) am 1. Januar 1922 einen Artikel dazu. Die steigende Geburtenrate und der daraus resultierende Bevölkerungsanstieg im Land seit der Meiji-Zeit sahen Ishimoto und andere Zeitgenossen als eine Gefahr der Überbevölkerung. Neben dem Zeit- und Ressourcengewinn für die Frauen mit weniger Kindern (diese Frauen konnten sich nun besser ihrer Selbstverwirklichung widmen), sah sie die Geburtenkontrolle auch als Lösung für die drohende Überbevölkerung.[71] Ishimoto betrieb noch während der 1930er Jahre in Tōkyō eine Abtreibungsklinik. 1937, im gleichen Jahr in dem die intensiven Kampfhandlungen mit China begannen, wurde Ishimoto verhaftet. Dies war ein Zeichen dafür, dass die Bewegung zur Geburtenkontrolle von den pronatalistischen, also den die menschliche Reproduktion befürwortenden Bestrebungen der Regierung seit Anfang der 1930er Jahre mehr und mehr erstickt wurde. Auf diese pronatalistische Politik werde ich im Einzelnen später noch eingehen. Ab 1940 wurden allerdings in Einzelfällen Abtreibungen erlaubt, was vor allem eugenische Hintergründe hatte.[72]

Um den immer stärker werdenden demokratischen Strömungen Einhalt zu gebieten, strebte man in der Regierung 1917 eine Revision des Meiji-Gesetzbuches an. Da die Stimmen aus der Bevölkerung lauter wurden, die das ie -System mit dem Hausvorstand an dessen Spitze als feudal und überkommen bezeichneten, wollte man vor allem die Paragraphen des Gesetzbuches ändern, die die Familie betrafen. Konservativen Politikern erschien das Meiji-Gesetzbuch als zu westlich und so setzte man 1919 eine Rechtskommission ein, die darüber beraten sollte, wie diese Paragraphen im Sinne der „guten alten Sitte“ (ryōfū bizoku 良風美俗) zu ändern seien. Der konservative Teil der Politiker wollte also eine neue Gesetzgebung, die den Zeichen der Zeit entgegenstand und das Rad der Geschichte buchstäblich zurückdrehen sollte. Jedoch setzten sich diejenigen Mitglieder der Kommission durch, die die Gesetze den neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen wollten. Die Entwürfe sahen vor, das Recht des Hausvorstandes, Familienmitglieder aus dem Register zu streichen (riseki 離籍), abzuschaffen und dass sein Einspruch bei Heiraten oder Scheidungen beschränkt werden sollte. Der Frau sollte ein gewisses Vermögensrecht zugestanden und bei einer Scheidung annähernde Gleichberechtigung gewährt werden. Doch bevor diese Entwürfe als Gesetze in Kraft treten konnten, brach der Krieg mit China aus und bis zum Ende des Pazifikkrieges blieb die privilegierte Position des Hausvorstandes bestehen und das Meiji-Gesetz dahingehend unverändert.[73]

Erfolgreich waren die in der Taishō-Zeit aufkommenden demokratischen Strömungen, was das allgemeine Männerwahlrecht anbelangt. 1925 trat es in Kraft und erstreckte sich auf alle „männlichen japanischen Untertanen des Kaisers“. Das bedeutete, dass „koreanische und taiwanesische Männer, die auf dem japanischen Festland leben“ mit eingeschlossen waren. Im Hinblick auf die Verfolgungen von Koreanern nach dem Großen Kantō-Erdbeben 1923 bedeutete dies eine Überwindung ethnischer Grenzen, zumindest vor dem Gesetz. Den Frauen blieb das Wahlrecht allerdings bis zum Ende des Pazifikkrieges versagt. Man kann also festhalten, dass die gender-Grenzen, was das allgemeine Wahlrecht anbelangt, fest gefügter waren als die ethnischen Grenzen.[74]

2.5. Kampf um das Frauenwahlrecht

Ein Teil der „Frauenbewegung“ der 1920er und 1930er Jahre stellten die Verfechterinnen des Frauenwahlrechts dar. Hiratsuka Raichō und Ichikawa Fusae gründeten 1919 den „Shin Fujin Kyōkai“ (新婦人協会 „Neuer Frauenverein“). Ichikawa Fusae formulierte ihre Ideen von Frauenrechten 1920 in einem Artikel folgendermaßen:

Aren't we [women] treated completely as feeble-minded children? Why is it all right to know about science and literature and not all right to be familiar with politics and current events? Why is it acceptable to read and write but not to speak and listen? A man, no matter what his occupation or educational background, has political rights, but a woman, no matter how qualified, does not have the same rights If we do not understand the politics of the country we live in, we will not be able to understand conditions in our present society.[75]

Schon seit Anfang des 20 Jahrhunderts protestierte man immer wieder gegen Artikel 5 des Polizeigesetzes (chian keisatsuhō 治安警察法), der den Frauen politisches Mitspracherecht versagte. Sie durften weder Parteien beitreten, noch politischen Versammlungen beiwohnen.[76] Das Polizeigesetz war 1900 in Kraft getreten und schränkte die Versammlungsfreiheit ein, um vor allem die Arbeiterbewegungen einzudämmen.[77] Im Februar 1921 erreichte der Neue Frauenverin schließlich, dass Artikel 5 im Reichstag revidiert wurde. Der Gesetzesentwurf sah vor, den Frauen die Erlaubnis zu erteilen, an politischen Treffen beizuwohnen und mitzuwirken; Parteien beizutreten sollte ihnen weiterhin verwehrt bleiben.[78] Auch wenn das Unterhaus (Shūgiin衆議院) den Entwurf unterstützte, sprach sich das Oberhaus, das Kizokuin (貴族院), entschieden gegen den Entwurf aus. Man war der Meinung:

[I]t goes against natural laws in a physiological as well as psychological sense. It is not women's function to be active in political movements alongside men. The woman's place is in the home. Her role is a social and educational one Furthermore, women's going out into society and becoming active in political movements will result in a number of extremely bad consequences […] Finally, giving women the right to participate in political movements subverts the family system that is the basis of our social system. I think that the behavior of these new women - these groups of peculiar women trying to become politically active - is extremely shameful. [The issue before us] concerns Japan's national polity I believe we should oppose [revision of the Police Law].[79]

Besonders im Adel war also die Angst um den Fortbestand des ie und die Unsicherheit durch die neuen Strömungen groß. Die natürliche Unterschiedlichkeit der gesellschaftlichen Rollen von Mann und Frau wird auch in obiger Aussage betont und so scheiterte der Gesetzesentwurf, da er keine Unterstützung durch das Oberhaus fand.

Ein Jahr später allerdings änderte sich die Meinung im Oberhaus und die Revision von Atikel 5 des Polizeigesetzes wurde mit wenigen Gegenstimmen angenommen. Die Frauen Japans durften nun politischen Diskussionen und Treffen beiwohnen, sowie diese unterstützen, jedoch durften sie weiterhin keiner politischen Partei angehören oder wählen.

Aber warum hat sich das Parlament nach mehr als 30 Jahren gänzlichen politischen Ausschlusses der Frauen entschlossen, die Frauenrechte auszuweiten? Viele Historiker, so schreibt Sheldon Garon, verweisen auf den Neuen Frauenverein. Dieser verdient zwar Anerkennung insoweit, als dass man er Problem ansprach, so Garon, doch hatte die Organisation zum fraglichen Zeitpunkt nur etwas mehr als 400 Mitglieder und war im Inneren gespalten, als es 1922 zur Revision des Artikel 5 kam.[80] Ichikawa und Hiratsuka hatten Meinungsverschiedenheiten. Ichikawa befand sich im Rahmen eines längeren Aufenthalts in den USA und Hiratsuka war zu der Zeit erkrankt. Für Garon war das Zugeständnis an die Frauenrechte 1922 auch ein Ausdruck der geänderten Sichtweise der Geschlechterrollen männlicher Eliten. Die Welt habe sich geändert seit dem Inkrafttreten des Polizeigesetzes 1900.[81] Westliche Länder gewährten den Frauen bereits ein gewisses politisches Mitspracherecht nach dem Ersten Weltkrieg. 1918 gab es in England und Amerika das Frauenwahlrecht. Gefolgt von z.B. Australien, Kanada, die Niederlande und Deutschland im Jahr 1920. Der eher liberal eingestellte Abgeordnete Tabuchi Toyokichi erklärte, wenn Japan zu den „Großen Fünf“ der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gehören möchte, müsse man alle Hindernisse der Meinungsfreiheit aus dem Weg räumen – angefangen mit den Einschränkungen der Frauen durch den Artikel 5.[82]

1924 wurde die „Frauenwahlrechtsliga“ (Fusen Kakutoku Dōmei 婦選獲得同盟) unter der Führung von Ichikawa gegründet. Man hielt öffentliche Vorträge, sammelte Unterschriften für Petitionen und veröffentlichte eine Zeitschrift. In den 1930er Jahren hielt die Frauenwahlrechtsliga jährliche Konferenzen ab, die von Christen, Reformisten und sozialistischen Frauengruppen unterstützt wurden. 1927, zwei Jahre nach der Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts in Japan wurde eine Petition zur Einführung des Frauenwahlrechts im Parlament eingereicht. Doch dieser und auch weitere Versuche in den Jahren 1929, 1930 und 1931 scheiterten. Die Entwürfe gingen 1930 und 1931 durch das Unterhaus, wurden aber durch das Oberhaus blockiert. Durch die aufkommende Mandschurei-Krise ab 1931 herrschte bald ein spürbar autoritäres politisches Klima und die Diskussion um einen gesellschaftlichen Wandel wurde verdrängt.[83] Die Frauenwahlrechtsliga wurde schließlich 1940 aufgelöst. Germer schreibt dazu:

„Das Wahlrecht wurde bewusst aufgegeben. Der Appell an den Staat und der Kampf um das damit verbundene Recht auf Teilhabe an der politischen Gesellschaft und auf Teilnahme an politischen Entscheidungsfindungen in nationalen und internationalen Belangen wurde jedoch beibehalten in dem Versuch, durch die Bekleidung öffentlicher Ämter in der Kriegsregierung im vorgegebenen Rahmen Einfluss zu nehmen.“[84]

3. Widersprüche von Rollenbildern und Alltagsrealtität der japanischen Frauen zur Zeit des 15jährigen Krieges (1931-1945)

Mit dem Mukden-Zwischenfall 1931 der die ersten Kampfhandlungen mit China nach sich zog und den Zweiten Sino-Japanischen Krieg einläutete, nahm auch die Militarisierung der Zivilbevölkerung mehr und mehr zu, bis zum Ende des Pazifikkrieges 1945 und der japanischen Kapitulation. Das Streben nach dem Frauenwahlrecht wurde 1931 aufgegeben, und man versuchte im autoritären System der Kriegsjahre anderweitig zur politischen und öffentlichen Anerkennung der Frauen zu gelangen.

Um die Diskrepanzen zwischen Rollenbildern und Alltagsrealtität japanischer Frauen in der Zeit des 15jährigen Krieges zu verdeutlichen, werde ich in meinen Ausführungen vermehrt Beispiele aus den Massenmedien jener Zeit heranziehen. Hauptaugenmerk wird auf Zeitschriften wie „Nippon Fujin (日本婦人)“, „Fujin no tomo (婦人之友)“ oder auch „Shashin Shūhō (寫眞週報)“, sowie Zeitungsartikeln der 1930er und 1940er Jahre liegen. Darüber hinaus gebe ich auch Beispiele von Frauenbildern in Kriegsfilmen jener Zeit. Wenn man die Medien betrachtet, muss man sich vor Augen führen, dass diese der Zensur und nicht zuletzt der Propaganda unterworfen waren. Gerade die Propaganda war ein wichtiges Mittel der Regierung, die ihren Zielen dienlichen Frauenbilder zu verbreiten.

3.1 Zum Verhältnis von Individuum und Staat

Ultranationalismus, das hieß im kriegszeitlichen Japan der 1930er und 1940er Jahre, dass der Staat nicht nur öffentlich wirkte, sondern bis in die Privatebene hinein in das Leben des Volkes eingriff. Das Individuum sollte, so schreibt Wilson, seine persönlichen Interessen aufgeben oder die eigenen Interessen mit dem des Nationalstaates identifizieren. Diese totale Identifikation zwischen dem Individuum und dem Staat sollte so weit gehen, dass sogar Familienbande und private Gefühle, die noch zuvor als natürlich der Loyalität gegenüber dem Staat untergeordnet betrachtet wurden, nun als gefährlich galten und unterdrückt werden mussten.[85]

Diese Haltung warf Diskrepanzen zwischen Pflichtgefühl und Emotion bei den Frauen auf, die sich zwischen der Familie, deren Position traditionell stark war und dem Pflichtgefühl gegenüber dem Nationalstaat sahen. Einerseits wurden Ehe und Familie stark von der Regierung jener Zeit gefördert, andererseits hatte man Angst vor der starken Position des ie, das sich womöglich der Beeinflussung des Einzelnen durch den Staat in den Weg stellen konnte.

Einerseits förderte die Regierung im Zuge der Familienpolitik die Häuslichkeit der Frau, ganz im Zeichen von ryōsai kenbo. Andererseits begünstige der Nationalstaat durch die systematische Organisation der Frauen deren Arbeit in der Öffentlichkeit.

Wie diese Wechselwirkung von (weiblichem) Individuum und Nationalstaat aussah und welche Diskrepanzen dabei entstanden, darauf wird im Folgenden eingegangen.

3.1.1 Das Individuum, die Familie und der Staat – ein Familienstaat?

3.1.1.1 Eheschließung

Im Einklang mit der staatlichen Politik, die Bevölkerungszahl anzuheben, auf die später noch im Einzelnen eingegangen wird, wurde ab etwa 1940 die Ehe zur Pflicht der Frau für das Wohl des Landes (kekkon suru koto ga naniyori no gohōkō 結婚することが何よりのご奉公)[86] erklärt. Um dies zu fördern, wurden „besondere Vergünstigungen und Prämien für Heiraten in Aussicht gestellt, um die Familienplanung zu fördern.“[87] Paare, die zu arm waren um sich eine Hochzeitszeremonie leisten zu können, konnten sich beispielsweise vom Staat Hochzeitskleidung borgen.[88] Diese Politik führte zu einem Rückgang der Liebesheirat und einem Anstieg von miai- (見合いarrangierten) Ehen. Individualismus, der noch zur Taishō-Zeit floriert hatte und als explizit westlich galt, war nun verpönt. Das galt auch oft für eine Durchsetzung der eigenen Wünsche bei der Partnerwahl. Die Frauenzeitschrift „Shufu no Tomo” wandte sich an die Leserinnen: „We can’t think anymore about marriage being for our own happiness.“[89] Die Jugendgruppen der Frauenvereine begannen 1941 Eheschließungs-Beratungszentren zu betreiben, die von der Regierung unterstützt wurden, um die Frauen davon zu überzeugen: „[T]o move from an individualistic view of marriage to a national one and to make young women recognize motherhood as the national destiny.[90] Noch in der Taishō-Zeit nahmen die arrangierten Eheschließungen einen Anteil von 38% ein; in den Jahren 1936 bis 1941 stieg dieser auf 51% an.[91] Zu weiteren, nicht individualistisch geprägten Eheschließungen im Namen der Nation kam es nicht nur durch die Vermittlung seitens Verwandter, sondern auch von Seiten der „Frauenvereinigung Großjapans“, auf deren Aktivitäten weiter unten noch genauer eingegangen wird. Die Vereinigung kümmerte sich um versehrte Soldaten, besuchte sie und betete für sie. Außerdem versuchte man, gute Ehefrauen für sie zu finden, sofern die Soldaten nicht schon verheiratet waren. Besonders die Eltern einer in Frage kommenden Braut zeigten sich allerdings in Wirklichkeit oft zögerlich, was die Heirat ihrer Tochter mit einem verwundeten oder versehrten Soldaten betraf. Berichte, dass selbst die patriotischsten Frauen ihre Leidenschaft nach der Heirat verloren, blieben nicht ungehört.[92] So klagte man beispielsweise 1943 in einer Gesprächsrunde zwischen Vertretern des Militärs und der Frauenvereinigung Großjapans:

„Aber es gibt auch Fälle, wo Mädchen aus einer zeitweiligen Begeisterung (ichiji no kangeki 一時の感激) heraus [Kriegsversehrte] heiraten, sie aber hinterher unzufrieden sind. Wenn sie auch zuerst Mitleid haben und daher heiraten, scheint es so, als ob sie sich Stück für Stück einsamer fühlen.“[93]

Daher sei es wichtig, so betont man, dass die Frauen nicht aus einer Laune heraus die verwundeten Soldaten heiraten, sondern aus „tiefem Verständnis“ (fukai rikai 深い理解) heraus. Die Runde findet, dass Frauen mit weniger ansehnlichem Äußeren (die beispielsweise, sofern sie eine attraktive Stimme haben, für erblindete Soldaten passend wären) oder etwas ältere Frauen eher zu diesem tieferem Verständnis neigen.

3.1.1.2 Die Frau im ie-System

Das ie -System wurde schon seit der Meiji-Zeit als spezifisch japanisch erkannt und propagiert. Es sei die Wurzel der Stärke Japans. Auch in der Propagandawelt der militaristischen Shōwa-Zeit tauchen ähnliche Bilder auf. Das ie sei der Schlüssel zur Kampfkraft Japans,[94] so verkündete man.

1939 gab das Kultusministerium die „Richtlinien für die Erziehung der Familie zu Kriegszeiten“ (senji katei kyōiku shidō yōkō 戦時家庭教育指導要綱) heraus. Darin wird die Familie eindeutig patriarchalisch und ahnenbezogen definiert: „Die Familie beruht auf der Einheit von Ahnung und Nachkommen und gruppiert sich um den Hausvorstand als Zentrum. Sie ist die natürlichste Lebensform, indem sie sich auf die Beziehung von Eltern und Kindern gründet.“[95] „Angesichts der historischen Realität dass das Kaiserhaus als Stammhaus verehrt wird, und der Staat sich stets selbst als ein ie weiterentwickelt, ist die Familie der Ausbildungs- und Trainingsort der Jugend, wo die Identität von Loyalität gegenüber dem Staat und Liebe gegenüber den Eltern (chūkō ippon [忠孝一本]) gelehrt wird.“[96] Die Regierung wollte das Familiensystem neu aufleben lassen, da es im Laufe der Taishō-Zeit Risse bekommen hatte. Dazu betonte sie die Rolle der Frau als Hüterin des ie, das die Basis der japanischen Nationalismusideologie darstellte („Familienstaatsideologie“kazoku kokkakan 家族国家観).[97] Dennoch sahen die Führenden in Japan schon früh in diesem ie, dem starken Familienverband, der zwischen dem Einzelnen und dem Staat regelrecht „zwischengeschaltet“ war, eine Bedrohung der direkten Einflussnahme des Staates auf das Individuum. Je mehr die Kampfhandlungen gegen China und später im Pazifik zunahmen und die Kriegssituation härter wurde, bemühten sich die Ideologen jener Zeit, eine totale Identifikation des Einzelnen mit dem Willen des Staates zu bewirken. Diese Identifikation sollte so weit gehen, dass familiäre Bindungen und private Gefühle, sofern sie der Ausübung des Willens der gesamten Nation widersprachen, außen vorgelassen werden sollten. Das heißt, man hatte ein argwöhnisches Auge auf familiäre Bindungen, vor allem, wenn diese Bindungen zu eng zu sein schienen.

Wie bereits beschrieben, gab es schon früher Ideen, das ie sei „der Staat im Kleinen“[98], wie es im Disput um das Meiji-Zivilgesetzbuch der Fall war, und auch im kriegszeitlichen Japan des 20. Jahrhunderts wurde diese These aufgegriffen. Die Familie, so schreibt Margret Neuss-Kaneko wurde ideologisch sublimiert als „Keimzelle des Staates“ und stand „in direktem Verhältnis zu ihrer Beeinflussung durch den Staat selbst.“[99] Das ie sollte den Staat im Mikrokosmos repräsentieren.[100] Nun schien allerdings die Mutter mehr ins Zentrum gerückt und als Leitfigur der Familie gesehen zu werden. Dies lag wohl vor allem am physischen Fehlen des an der Front kämpfenden Vaters und Hausvorstandes, was die Ehefrauen und Mütter zu Verwalterinnen der Familien machte. Sie sollten dazu die „ursprünglichen Tugenden der japanischen Frau [ nippon futoku 日本婦徳], Gehorsam, Liebeswürdigkeit, Treue, Duldsamkeit und Dienstbereitschaft“ heranbilden.[101] Premierminister Tōjō Hideki (東條 英機1884-1948) sprach in einer seiner Reden über die Familie, das ie -System und die Mutterschaft folgendermaßen:

[...]


[1] Kanō 1987, S. 49 f. Zitiert nach Wilson 1995, S. 302

[2] Ueno 2004, S. 15

[3] s. im europäisch-sprachigen Bereich z.B. Sievers (1983), Molony (2000), Mackie (2003), Germer (2003, 2006, 2007) und auch Katzoff (2000)

[4] i.e. das japanische Kaiserreich (Dai Nippon Teikoku 大日本帝国) in seiner territorialen Ausdehnung zur Zeit der Meiji-Restauration 1868. Daraufhin folgende Kolonien, eroberte oder annektierte Gebiete werden in der Bezeichnung „Kernland“ ausgenommen.

[5] Das Hauptaugenmerk meiner Betrachtungen der Rollenbilder und der Alltagsrealität japanischer Frauen zur Zeit des Asiatisch-Pazifischen Krieges liegt auf der Zeit 1931-1945. Die Eckdaten sind: Der Mukden-Zwischenfall, mit dem die Kampfhandlungen zwischen Japan und China begannen und die Kapitulation Japans.

[6] Der politische Umschwung der Zeit wird auf Japanisch meiji ishin (明治維新) genannt, was eine zukunftsorientierte Entwicklung („Erneuerung“) meint. Das deutsche Wort „Restauration“ impliziert eine rückwärtsgewandte Wiederherstellung der Situation und ist daher ungenau. Da sich der Begriff aber eingebürgert hat, wird er im Folgenden weiterhin verwendet. (s. z.B. Krebs, Gerhard (2009): Das moderne Japan, 1868-1952. München: Oldenburg)

[7] Einige Forscher sind der Meinung, das Prinzip der „guten Ehefrau und weisen Mutter“ wirkte noch lange nach Kriegsende fort und bestehe gar noch weiterhin. Für genauere Informationen s. z.B. Uno (1993)

[8] Uno 2005, S. 497

[9] gender“ ist die soziale Geschlechterrolle und die Geschlechtidentität bezeichnet, die durch Sozialisation gebildet werden. Dem entgegen steht „sex“, was das biologische Geschlecht meint. Der Diskurs um sex-gender wurde in der Soziologie vor allem von Simone de Beauvior und Judith Butler losgetreten. (s. z.B. Judith Butler (1991): Das Unbehagen der Geschlechter., Frankfurt am Main: Suhrkamp)

[10] Neuss-Kaneko, S.54

[11] S. z.B. Encyclopedia of Japan, Kōdansha, in : Japan Knowledge http://erf.sbb.spk-berlin.de/han/JapanKnowledgeICA/erf.sbb.spk-berlin.de/NetManBin/nmwebclt.asp?CONFIGID=JAPANKNOWLED&LANGUAGE=German (Stand:23.3.11): „ The term jōyaku kaisei refers to the extended diplomatic negotiations following the Meiji Restoration of 1868 in which the Japanese government sought to revise and eventually replace the so-called Unequal Treaties concluded with the Western powers during the 1850s and 1860s“.

[12] Neuss-Kaneko, S. 54 f.

[13] Immer wieder entflammten Konflikte zwischen traditionalistischen und modernen, aufklärerischen und westlich geprägten Kräften. (Neuss-Kaneko S. 59 f. )

[14] S.a. Neuss-Kaneko S. 57. Kokushidaijiten国史大辞典, in: Japan Knowledge: http://erf.sbb.spk-berlin.de/han/JapanKnowledgeICA/erf.sbb.spk-berlin.de/NetManBin/nmwebclt.asp?CONFIGID=JAPANKNOWLED&LANGUAGE=German (Stand: 11.3.11)

[15] Neuss-Kaneko, S. 58

[16] Ebd. S. 62

[17] Ebd. S. 71 f.

[18] Die Edo-Zeit, auch Tokugawa-Zeit genannt, ging von 1603 bis 1868. In dieser Zeit Herrschten die Tokugawa-Shogune und errichteten das Bakufu. Die Zeit ist nach der Hauptstadt, Edo (heute: Tōkyō) benannt. s. z.B. Hall, 161-257

[19] Neuss-Kaneko, S. 82 f.

[20] Ebd. S. 81

[21] Chūbu katei keieigaku kenkyūkai (中部家庭経営学研究会) (1972): Meijiki katei seikatsu no kenkyū ( 明治期家庭生活の研究). Tōkyō: Domesu Shuppan. Zitiert nach Neuss-Kaneko S. 82

[22] Neuss-Kaneko, S. 83

[23] Zwar wurde der Tennō offiziell in das politische Zentrum gerückt, in Wirklichkeit teilten sich aber die so genannten „Meiji-Oligarchen“ die Macht.

[24] Inoue, S. 337

[25] Wie die Neujahrszeremonie des Tennō oder sein Geburtstag vgl. Inoue S. 338

[26] Neuss-Kaneko, S. 56 s. a. 57 s. z.B. Dejitaru Daijisen (デジタル大辞泉), Shogakukan, in: Japan Knowledge http://erf.sbb.spk-berlin.de/han/JapanKnowledgeICA/erf.sbb.spk-berlin.de/NetManBin/nmwebclt.asp?CONFIGID=JAPANKNOWLED&LANGUAGE=German (Stand: 21.3.11)

[27] Inoue, S. 338

[28] Nolte 1991, S. 157

[29] Nishimura Shigeki, ein Vertreter der Aufklärungsbewegung im Meiji-zeitlichen Japan empfahl 1876: „Girls should be taught sewing and techniques for managing the home. The geography and history curricula should be abbreviated accordingly.” s. Masaki 1999, S. 207

[30] Masaki 1999, S. 207

[31] s. a. Masaki 1999, S. 207. Uno schreibt, dass diese Schulen zwar „höhere Schulen für Mädchen“ [ kōtō jogakkō 高等女学校] genannt wurden, waren sie in etwa gleich mit den Mittelschulen [ chūgakkō 中学校] für Jungen (Uno 2005, S. 515). Für genauer Information zur Schulbildung von Frauen in der Meiji-Zeit, s. Tocco 2005

[32] Nolte (1991), S. 158 „Women of leisure, then, should receive enough education – but no more than necessary – to fulfill their duties within the home” (Nolte, S. 158)

[33] Uno S. 297

[34] Kikuchi, Dairoku (1909): Japanese Education. Lectures delivered in the Univ. of London. London: Murray, S.266. Zitiert in: Smith, S 8.

[35] Germer 2007, S. 23

[36] Nolte, S. 158

[37] Ebd.

[38] Kawashima, S. 272

[39] Uno 1993, S. 297

[40] Kathleen Uno beschäftigt sich unter anderem mit der Entwicklung des Idealbildes der „guten Ehefrau und weisen Mutter“. Zu ihren wichtigsten Werken zu diesem Thema zählen: „Death of ‚Good Wife, Wise Mother’?“ (1993), „Womanhood, War and Empire: Transmutations of ‚Good Wife, Wise Mother’ before 1931“ (2005) In dieser Arbeit werden einige wichtige Punkte dieser Entwicklung von der Meiji-Zeit bis in die Besatzungszeit ab 1945 (s. „4. Fazit“) aufgezeigt.

[41] Uno 2005, S.493

[42] Nolte, S. 154 f.

[43] Schon in den 1890er Jahren wurde den Frauen gesagt: „The home is a nation and its management is politics. Wives are indeed prime ministers.“ (Iwamoto Zenji (1896): „Katei wa kokka nari“, Taiyō 2 (5). Zitiert nach Muta, Kazue (1994): „Images of he family in Meiji periodicals: The paradox underlying the emergence of the ‘home’“, U.S.-Japan Women’s Journal, English Supplement, Nr. 7, S.64)

[44] Uno 2005 S. 496

[45] Nagahara, Kazuko (永原和子) (1982): “Ryōsai kenboshugi kyōiku ni okeru ‚ie’ to shokugyō (良妻賢母主義教育における「家」と職業)”, in: Joseishi sōgō kenkyūkai (Hrsg): Nihon joseishi. Kindai, vol. 4 Tōkyō: Tōkyō Daigaku Shuppankai. Zitiert nach: Uno 2005, S. 504

[46] Uno 2005, S. 505 f.

[47] Neuss-Kaneko, S. 85

[48] Uno 2005, S.507

[49] Nagy, S. 203

[50] Uno 2005 S. 506

[51] Nagy, S. 200

[52] Ebd.

[53] Nagy, S. 206 f.

[54] Ebd. S. 205 f.

[55] Uno 2005, S. 508

[56] Neuss-Kaneko, S.85

[57] Vavich, Dee Ann (1967): “The Japanese Women’s Movement: Ichikawa Fusae, A Pioneer in Woman’s Suffrage”, iIn: Monumenta Nipponica. Vol. 22 No. ¾. Zitiert nach: Paulson 1978, S. 16

[58] Rodd 1991, S.176

[59] Für mehr Informationen zu der Zeitschrift „Seitō“, s. z.B. Bardsley, Jan (2007): The Bluestockings of Jaoan. New Woman Essays and Fiction from Seitō, 1911-1916. Ann Arbor: University of Michigan

[60] Yamamoto Fujie (山本藤枝) (1985): Kogane no kugi o utta hito (黄金の釘を打ったひと). Tōkyō: Kōdansha, S. 572. Zitiert nach: Rodd, S. 177

[61] Silverberg, S. 240 f.f.

[62] Eine Frau aus der Zeit (1927) verglich die Phänomene „Neue Frau“ und „Modern Girl“ folgendermaßen: „[…]The new woman was an enlighted woman. Her way of thinking was intellectually sound, and she was able to understand innermost problems. She was in her late twenties or thirties. The modern girl, however, has no intellectual basis for her way of thinking, tends to be concerned only with outward appearances, and is in her late teens or early twenties. She is nothing more than a fad.” (Nishikawa Fumiko (西川文子): „Modan gâru zakkan – nijūssai zengo no ryūkō (モダンガール雑感二十歳前後の流行)”, in : Fujin kōron, vom Januar 1927, S. 63. Zitiert nach: Sato, S. 55)

[63] Neuss-Kaneko, S. 86

[64] Kaibara Ekiken oder Ekken (貝原 益軒 1630-1714) war ein neo-konfuzianischer Gelehrter der Edo-Zeit. Das Moralerziehungsbuch für Frauen „onna daigaku“ wurde fälschlicherweise ihm zugeschrieben (s. z.B. Encyclopedia of Japan. Kōdansha, in: Japan Knowledge http://erf.sbb.spk-berlin.de/han/JapanKnowledgeICA/erf.sbb.spk-berlin.de/NetManBin/nmwebclt.asp?CONFIGID=JAPANKNOWLED&LANGUAGE=German (Stand: 27.3.11))

[65] Suzuki Bunshirō (鈴木文四郎) (1929): Fujin mondai no hanashi ( 婦人問題の話 ). Osaka: Asahi shinbunsha, S. 269-273. Zitiert nach Uno 2005, S. 510 f.

[66] Für einen Überblick über die Entwicklungen in der Mutterschutz-Debatte zwischen 1915 und 1950 s. Molony (1993)

[67] Germer 2007, S. 26

[68] Yosano, Akiko (与謝野晶子) (1988): „Joshi no tettei shita dokuritsu (女子の徹底した独立)“, in: Kōuchi, Nobuko (Hg.): Shiryō: Bosei hogo ronsō. Tokio: Domesu Shuppan, S. 85. Zitiert nach:.Germer 2007, S. 27

[69] Für genauere Informationen zur Geburtenkontrolle und Bevölkerungsprobleme s. Tipton.

[70] Tipton, S. 54 f.

[71] Ebd. S. 56 f.

[72] Mackie 2003, S. 112

[73] Nach Neuss-Kaneko S. 90

[74] Tachi, Kaoru (1994): „Josei no sanseiken to jendâ (女性と参政権とジェンダー)“, in: Hara, Hiroko (Hrsg.): Raiburari Sōkan kagaku 2: Jendâ. Tōkyō: Shinseisha. Zitiert nach Ueno, S. 14

[75] Molony, 2000 S. 653

[76] Ebd. S. 646

[77] Encyclopedia of Japan, Kōdansha, in : Japan Knowledge http://erf.sbb.spk-berlin.de/han/JapanKnowledgeICA/erf.sbb.spk-berlin.de/NetManBin/nmwebclt.asp?CONFIGID=JAPANKNOWLED&LANGUAGE=German (Stand: 22.3.11)

[78] Molony 2000, S. 650

[79] „Fujimura Yoshirō-shi no chikei kaikin hantairon hihan (藤村 義朗氏の治警解禁反対論批判)”, in: , Josei dōmei, Nr. 8, vom Mai 1921. Zitiert nach Molony 2000, S. 650

[80] Garon 1997, S. 123 f.

[81] Ebd. S. 124

[82] Ebd. S. 124

[83] Mackie, S. 41 f.

[84] Germer 2007, S. 32

[85] Wilson 2006, S. 210

[86] Sato, S. 159

[87] Neuss-Kaneko S. 95

[88] Havens 1975, S. 928

[89] Sato, S.159

[90] Nihon Seinenkan (日本青年館 Hrsg.) (1970): , Dai Nihon Seishōnendanshi ( 大日本青少年団史). Tōkyō: Genteiban, S. 314. zitiert nach Havens 1975, S. 927

[91] Tipton, S. 16

[92] Wilson 2006, S. 216. s. a. „Tatakau hahaoya gakkyū (戦ふ母親学級)“, in: Nippon fujin. Nr. 2 (7). vom 1. August 1944. Nachgedruckt in: Suzuki 1995, S. 425

[93] Matsumoto Ikuyo, Oka Kuma et al. (松本いくよ・岡クマ): „Shōigunjin ni yoi oyomesan o sewashimashō (傷痍軍人に良いお嫁さんをお世話しませう)“, in: Nippon Fujin, Band 1, Nr. 7, vom 1. Mai 1943. Neu gedruckt in: Suzuki 1995, S. 402 f. Übersetzung der Verfasserin aus dem Japanischen.

[94] Wilson 2006, S. 215

[95] Arichi Tōru (有地亨) (1986): „Nihon no oyako nihyakunen (日本の親子二百年)“ Tōkyō: Shinchōsha, S. 138 Zitiert nach Neuss-Kaneko S. 92

[96] Yoshimi Kaneko: „Nihon fashizumu to josei“ Tokyo 1977 S. 149 Zitiert nach Neuss-Kaneko S.92

[97] Miyake, S. 268

[98] Hozumi Yatsuka in Neuss-Kaneko S. 82

[99] Neuss-Kaneko S. 94

[100] Die Mitglieder der Frauenvereinigung zur Verteidigung Japans wurden 1938 darauf hingewiesen: „You could say that the kitchen is the Home Ministry, the Finance Ministry, the Education Ministry, the Welfare Ministry of the household.“ („Dai Nippon kokubō fujinkai no shidō seishin (大日本国防婦人会の指導精神)”, vom July 1938. Neu gedruckt in: Suzuki 1995, S. 314. Zitiert nach Wilson 2006, S. 222)

[101] Yoshimi Kaneko (吉見周子) (1977): Nihon fashizumu to josei (日本ファシズムと女性). Tōkyō: Gōdō Shuppan, S. 149. Zitiert nach Neuss-Kaneko, S.92

Details

Seiten
140
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668055100
ISBN (Buch)
9783668055117
Dateigröße
3.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v305095
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Japan-Zentrum
Note
1,5
Schlagworte
japanische frauen rollenbildern alltagsrealität zeit asiatisch-pazifischen krieges

Autor

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Titel: Japanische Frauen zwischen Rollenbildern und Alltagsrealität zur Zeit des Asiatisch-Pazifischen Krieges (1931-1945)