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Die Ost-West-Migration im geteilten Deutschland. Eine zeitgeschichtliche Auseinandersetzung mit dem Grenzregime zwischen der SBZ/DDR und dem westlichen Deutschland

von 1945 bis 1989

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 28 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Europa ab kaltem Krieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeitgeschichte als Streitgeschichte

3. Die Geschichte der Ost-West-Migration im geteilten Deutschland
3.1 Die Ost-West-Migration von 1945 bis 1961
3.2 Die Ost-West-Migration von 1961 bis 1989
3.2.1 Die Ost-West-Migration nach dem Mauerbau
3.2.2 Fluchthilfe im geteilten Deutschland
3.2.3 Häftlingsfreikäufe, Familienzusammenführungen und Botschaftsflüchtlinge im geteilten Deutschland
3.3 Wanderungsmotive

4. Resümee

Abbildungen

Abkürzungsverzeichnis

Bibliographie

1. Einleitung

„Die wichtigste Säule im Herrschafts- und Repressionssystem der DDR war die Verweigerung der Reisefreiheit durch die Schließung der Grenzen.“1

Die Verweigerung der Reisefreiheit seitens der Verantwortlichen für das Gebiet der ehemaligen DDR, auf die im Zitat verwiesen wird, war insbesondere eine Versagung der Ausreisefreiheit für die DDR-Bürger*innen in Richtung der westlichen Bundesrepublik. Gerade die Berliner Mauer hat sich im historischen Gedächtnis symbolisch für diesen Umstand eingeschrieben. Dennoch migrierten, ausgehend von der Nachkriegszeit ab 1945 bis Ende 1988, etwa 4,3 Mio. Menschen aus den Gebieten der ehemaligen DDR in das westliche Deutschland, die meisten von ihnen, etwa 3,7 Mio.2, noch in der Zeit bis zur Grenzschließung in Berlin im Jahr 1961. In den 27 Jahren danach waren es weitere über 600.000 Migranten.3|4

Dieses Phänomen einigen näheren Betrachtungen zu unterziehen, erweist sich gleich aus mehreren Gründen als interessant. Zum einen handelt es sich hierbei wohl um Äeine der umfangreichsten europäischen Migrationen der Nachkriegszeit“5. Zum anderen stellt die Teilungsgeschichte der heutigen Bundesrepublik Deutschland die Betrachter*innen vor die Herausforderungen, sich mit den durch die Geschichtsschreibung in der Zeit des Kalten Krieges während der Blockkonfrontation sowie der zeitgeschichtliche Perspektive verbundenen Besonderheiten vertraut zu machen. Nicht zuletzt bietet dieser Aspekt deutscher Geschichte, neben vielseitigen weiteren Migrationserfahrungen bis hinein in die Gegenwart, die Möglichkeit, als gewisser Referenzpunkt für tagesaktuelle migrationspolitische Debatten zu dienen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Auseinandersetzung mit dem Migrationsgeschehen während der deutschen Teilung dazu befähigen kann, das

Reflexionsvermögen für die Einschätzung und Bewertung gegenwärtiger Wanderungsgeschehnisse zu schärfen.

Im Folgenden wird in der Arbeit in Kapitel 2 zunächst der Frage nach dem streitgeschichtlichen Aspekt der DDR-Zeitgeschichtsschreibung nachgegangen. Kapitel 3 widmet sich dann schwerpunktmäßig der Ost-West-Migration sowie dem Grenzregime zwischen der SBZ/DDR und dem westlichen Deutschland zwischen 1945 und 1989. Auf Grund der Zäsur des Wanderungsgeschehens durch den Mauerbau werden die Zeiträume von 1945 bis 1961 (Kapitel 3.1) sowie von 1961 bis 1989 (Kapitel 3.2) in jeweils einzelnen Abschnitten behandelt, wobei der Akzent auf dem ersten Zeitraum liegt. Unterkapitel 3.3 ist der Fokussierung der Wanderungsmotive gewidmet, die hier für den Gesamtzeitraum dargestellt und kurz diskutiert werden sollen. Kapitel 4 schließt die Arbeit ab, fasst die wichtigsten Ergebnisse noch einmal abstrahierend zusammen und fragt nach relevanten Ankerpunkten der Befunde für aktuelle Migrationsphänomene und -diskurse.

2. Zeitgeschichte als Streitgeschichte

Wie bereits einführend erwähnt, gehen mit der zeitgeschichtlichen Betrachtung der deutschen Teilungsgeschichte und dem damit verbundenen Migrationsgeschehen gewisse Besonderheiten einher, denen zunächst einige Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, um die sich anschließenden Ausführungen besser einordnen zu können. Der Politikwissenschaftler Hans Georg Lehmann hält dazu bereits 1986 fest:

ÄJe näher zeitgeschichtliche Vorgänge an die Gegenwart heranrücken, um so mehr ist ihre Bewertung von parteipolitischen Einstellungen abhängig.“6

Bezugnehmend auf Untersuchungen von Unterrichtslehrwerken aus den 1960er Jahren in der alten Bundesrepublik zu Fragen des Mauerbaus verweist Lehmann (1986) auf eine Ämoralisierende Betrachtungsweise, die emotionale Betroffenheit weckt, aber sachliche Informationen vernachlässigt oder vermissen läßt. Im Vordergrund steht die moralische Entrüstung über die ‚Schandmauer’ und Ulbrichts ‚KZ’.“7

Erst in den Schulbüchern der 1970er Jahre trete die polemische Empörung zu Gunsten einer eher nüchternen, politischen Betrachtungsweise zunehmend in den Hintergrund.8 Diese Erkenntnisse rufen noch einmal in Erinnerung, dass das historische, kollektive Gedächtnis auch durch die Entstehungskontexte von Geschichtsschreibungen bzw. -aneignung und deren politische Einbettung, hier in den so genannten Ost-West-Konflikt, beeinflusst wird.

Die verschiedenen Zugänge, gerade auch die unterschiedlichen politischen Motivationen bzw. Hintergründe, führen dazu, dass speziell die Teildisziplin der Zeitgeschichte auch als ÄStreitgeschichte“9 verstanden werden kann, wie es der Historiker für Neuere und Neuste Geschichte Thomas Großbölting (2009) formuliert hat:

ÄWas die DDR war und was sie uns heute bedeutet, ist nach wie vor umstritten.“10

Unterschiedliche Perspektiven mögen auch die Ursache einer divergenten Einschätzung des Standes der DDR-Geschichtsschreibung sein. Während die einen die Geschichte der DDR bereits weitgehend geschrieben sehen, erkennen andere eine zunehmende Infragestellung der DDR-Geschichte.11 Die Ägeschichtspolitische“ Aufladung allerdings erlangt nicht nur bei der Gegenüberstellung Äöstlicher“ und Äwestlicher“ Interpretationsansätze Relevanz, sondern etwa auch innerhalb der Gruppe ehemaliger DDR-Bürger*innen:

ÄAuf der einen Seite stehen Verfolgte der SED-Diktatur, die den Charakter der DDR als ‚Unrechtsstaat’ herausstellen und ihre eigene Opferrolle sowie ihre Beteiligung an Opposition und Widerstand gewürdigt sehen wollen. Auf der anderen Seite stehen Repräsentanten des Regimes, die dem ihrer Ansicht nach dominierenden falschen oder zumindest verzerrten Bild von der DDR ihre eigene Sicht entgegensetzen.“12

In Bezug auf Letztgenannte spricht Fricke13 (2006) auch von einem ÄStasi-Genre“14, deren Autor*innen er die Relativierung des Unrechts der Staatssicherheit in der DDR vorwirft. Auch der Politikwissenschaftler Eckhard Jesse deutet die Anstrengungen der ehemaligen ÄNomenklatura“ und Repräsentanten der DDR als ÄDDR-Apologie im primitiven Sinne“, als ÄGeschichtsklitterung, wenn nicht gar [als] Geschichtsrevisionismus.“15 Mit Blick auf derlei Vorwürfe entgegnet der Historiker Horst Schneider, der von Fricke (2006) eben diesem ÄStasi-Genre“ zugerechnet wird16, dass doch Ä[d]ie Frage [sei], ob die ‚alten Kader’ als Zeitzeugen sagen dürfen, wie sie die DDR erlebt haben.“17

Die ÄStasi-Genre“-Autoren Kierstein und Schramm18 (2009) verweisen zudem auf einen Dissens hinsichtlich der Einrichtung der Stelle einer Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU). Sie führen eine Erklärung des der SPD nahestehenden Willy-Brandt-Kreises von 200519 an, in der eine im Zusammenhang mit der BStU Äauf ostdeutsche Repressionsgeschichte eingeengte, selektive Geschichtsschreibung“20 moniert wird. Hinsichtlich der fokussierten Migrationsgeschichte heißt es in dem Papier:

ÄWer weiß schon, dass in den Jahren der Mauer nach Angaben des Bundesinnenministeriums - größtenteils unter schikanösen Bedingungen - 429 815 Ausreiseanträge genehmigt wurden, die 33 775 herausgekauften Häftlinge nicht mitgerechnet.“21

Außerdem würden durch die Arbeiten der BStU Aspekte der bundesdeutschen Repressionsgeschichte ausgeblendet.22

Großbölting (2009) beschreibt diese kontroverse Situation als Äeinzigartige Gemengelage von Wissenschaft und Erinnerungspolitik“23 und resümiert:

ÄViel mehr als in anderen Teilbereichen der Geschichte geht es [bei der DDR-Geschichte; P.S.] um Delegitimierung und Legitimierung des Vergangenen, um Abrechnung und Selbstbestätigung.“24

Um seinen Standpunkt zu substantiieren verweist Großbölting (2009) auf die Einschätzungen des australischen Deutschlandexperten Andrew H. Beattie:

ÄAnstelle von Multiperspektivität, Selbstkritik und Selbstreflexion habe man in hohem Maße aktuelle Wert- und Moralvorstellungen in die Geschichte zurückprojiziert. […] Nicht das europäische Motto ‚diversity in unity’, sondern ‚oversimplified western success stories’ auf der einen und ‚eastern horror stories’ auf der anderen Seite prägen das Bild der offiziellen Aufarbeitungsanstrengungen.“25

Allerdings wird auch, das sei hier zur Klarstellung erwähnt, der Erforschung einer Äbundesdeutschen Repressionsgeschichte“ einige Aufmerksamkeit gewidmet, so durch den Historiker Josef Foschepoth, der etwa zu dem Ergebnis gelangt, dass

Ä[i]n Deutschland […] seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und verstärkt seit Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 nicht nur in der DDR, sondern auch in der Bundesrepublik zensiert, abgehört und Post vernichtet [wurde].“26

Resümierend bedeutet das für die Zwecke dieser Arbeit, aber auch für die Auseinandersetzung mit der Teilungsgeschichte Deutschlands allgemein, dass dem thematischen Schrifttum sowie den historischen Quellen, die vorangestellten Hinweise entsprechend reflektierend, mit einiger kritischer Zurückhaltung zu begegnen sein wird. Überdies sollte danach gefragt werden, welche Quellen bereits erschlossen und relevant gemacht worden sind, auf welche Quellen das (möglicherweise) nicht zutrifft und welche Konsequenzen daraus abzuleiten sind. Welche Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR beispielsweise sind noch nicht ausgewertet worden bzw. welche Unterlagen wurden womöglich aus geschichtspolitischen Erwägungen auf- und welche abgewertet oder blieben unerwähnt, wenn nicht gar unzugänglich27? In welche Verwertungszusammenhänge sind die jeweiligen Forschungsarbeiten eingebettet?28 Zu berücksichtigen ist auch, dass die zukünftige Auswertung sich noch unter Verschluss befindlicher Aktenbestände der alten Bundesrepublik zu einigen neuen Erkenntnissen führen könnte, die eine kritische Revision des gegenwärtigen Erkenntnisstandes sowie eine neuerliche Gesamtbewertung erforderlich machen.29 Wenngleich es nicht Anliegen dieser Arbeit sein kann, Einblicke in oder Überblicke über (nicht) erschlossene Aktenbestände zu geben, so sind die angeführten Überlegungen doch immer mitzudenken und sollten davor bewahren, leichtfertig und vorschnell prekäre Urteile im Sinne einer wahrhaften, einer objektiven Geschichtsschreibung zu fällen.

3. Die Geschichte der Ost-West-Migration im geteilten Deutschland

Bei der Beschäftigung mit der Migrationsgeschichte im geteilten Deutschland von der Nachkriegszeit ab 1945 bis zur Wiedervereinigung stellt das Wanderungsgeschehen zwischen den Gebieten der ehemaligen DDR sowie der alten Bundesrepublik insofern eine Besonderheit dar, als dass es sich quasi um eine Art Binnenwanderung gehandelt hat, jedenfalls unter Berücksichtigung kultureller und sozialer Aspekte.30 Diese wurde jedoch auf Grund der politischen Rahmenbedingungen des Kalten Krieges, der zwei Staatengründungen 1949 sowie des Eisernen Vorhangs respektive der Berliner Mauer auf eine internationale Ebene befördert. Deshalb scheint es auch angebracht, hier nicht allein von einer (Binnen-) Mobilität zu sprechen, sondern die Wanderungsprozesse als internationale Grenzen überschreitendes Phänomen zu betrachten und diese mit dem Terminus der Migration zu bezeichnen.

Im Folgenden sollen die wesentlichen Aspekte im Zusammenhang mit der ÄTeilungsmigration“ skizziert werden. Eine umfassende sozialhistorische Analyse dieser Wanderungen als Prozess Ävon der Soziogenese latenter Wanderungsbereitschaft“31 bis hin zum mitunter Äintergenerativen Sozialprozess“32 der Eingliederung in der Zielgesellschaft kann die vorliegende Arbeit jedoch nicht leisten. Zum einen liegt der Fokus hier auf den Wanderungsbewegungen von Ost nach West. Zum anderen stehen Fragen nach den Wanderungsmotiven sowie den unterschiedlichen Wanderungsarten im Zusammenhang mit dem Grenzregime zwischen der SBZ/DDR und dem westlichen Deutschland im Vordergrund. Außerdem wird das Migrationsgeschehen lediglich aus einer Makroperspektive heraus betrachtet, die die je spezifischen, je individuellen Determinanten des Wanderungsprozesses überindividuellen, d.h. gesamtgesellschaftlichen Gesichtspunkten unterordnet.33

Unter der Bezeichnung des Grenzregimes sollen alle Akteur*innen (z.B. Regierungen, staatliche Institutionen, zivilgesellschaftliche Gruppen, Migrant*innen), Regeln (Gesetze, Verträge etc.) und Ressourcen (etwa kulturelle oder auch geographische Gegebenheiten) gefasst werden, die in irgendeiner Weise erkennbar relevanten Einfluss auf die untersuchten Wanderungen gehabt haben dürften. Detjen (2005) dagegen spricht im Rahmen ihrer Dissertation zur Geschichte der Fluchthilfe eingrenzender von einem ÄGrenzregime der DDR“34. Weiter heißt es bei der Historikerin dazu:

ÄDiese Bezeichnung wird in dieser Arbeit für die Gesamtheit der Maßnahmen und Institutionen verwendet, die von der DDR im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen getroffen bzw. geschaffen wurden, um ihre Grenze gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung abzuschließen und die Fluchtbewegung zu unterbinden.”35

Wenngleich diese Engführung möglich scheint, so geht mit ihr doch die Gefahr einher, substanzielle Bestimmungsfaktoren für einen potenziellen oder tatsächlichen Migrationsprozess allein oder zumindest im Wesentlichen dem Einflussbereich der ehemaligen DDR zuzuschreiben.36 Zudem dethematisiert die von Detjen explizierte Bestimmung die Bedeutung des Grenzregimes der DDR für Nicht-DDR-Bürger*innen, auch wenn dieser Fokus hier nicht weiter verfolgt werden soll. Der dieser Arbeit zu Grunde liegende Begriff des Grenz- bzw. Migrationsregimes ist daher weiter gefasst und berücksichtigt insbesondere auch Akteur*innen, Regeln und Ressourcen auf der Seite des westlichen Deutschlands sowie, wenn auch nur am Rande, der Besatzungsmächte. Damit sei einer vereinseitigenden Perspektive vorgebeugt, die die gewichtigsten Ursachen für die Teilungsmigration entweder nur ÄMaßnahmen der SED“ oder dem Äwestlichen ‚Klassenfeind’“ zurechnet.37

Zur Strukturierung ist zu sagen, dass sich das nächste Unterkapitel (3.1) mit der Ost-West- Wanderung im geteilten Deutschland seit Beginn der Nachkriegszeit ab 1945 bis zur Grenzschließung 1961 befasst. Das Wanderungsgeschehen in den Jahren nach dem Mauerbau bis zum Mauerfall 1989 wird dann, soweit dies das begrenzte Schrifttum zulässt, in einem weiteren Unterkapitel (3.2) thematisiert. Schließlich (3.3) sollen auch die Wanderungsmotive der Ost-West-Migrant*innen resümierend zusammengeführt und vor dem Hintergrund der Politisierung von Wanderungsmotiven beurteilt werden.

Die gewählte Unterteilung der Zeiträume ergibt sich zum einen aus der Tatsache, dass der Mauerbau 1961 ein erhebliches Absinken der absoluten Wanderungszahl von Ost nach West zur Folge hatte (s. Abb. 3 u. 4 im Anhang). Darüber hinaus orientieren sich auch einige der konsultierten Forschungsarbeiten an diesen beiden Zeitabschnitten, so etwa die Arbeiten von Ackermann (1995), der den Zeitraum 1945-1961 bearbeitet, oder von Detjen (2005), die sich schwerpunktmäßig der Periode 1961-1989 widmet. Insgesamt sei die Zeitspanne von 1945 bis 1961 am besten erforscht, wohingegen diejenige von 1961 bis 1989 praktisch wissenschaftlich unbearbeitet war38, was sich mit der von Detjen (2005) inzwischen vorgelegten Dissertation allerdings geändert hat.

3.1 Die Ost-West-Migration von 1945 bis 1961

In der unmittelbaren Nachkriegszeit ab 1945 bis 1952, so Paulsen (2011), hätte es zwischen der SBZ/DDR und dem westlichen Deutschland kaum ernsthafte Kontrollen gegeben. Reisen nach West-Berlin seien noch bis 1961 ohne generelle Kontrolle geblieben, was die grenzüberschreitende Mobilität insgesamt erleichterte.39 Daher fanden die meisten Menschen ihren Weg in das westliche Deutschland auch über die geteilte Stadt.40

[...]


1 Gieseke 2009: 81.

2 Darunter 2,7 Mio. registrierte sowie geschätzte weitere 1 Mio. nicht offiziell registrierte Migrant*innen.

3 Bade/ Oltmer 2005.

4 Im Anhang finden sich die Abbildungen 3 und 4, welche einen Eindruck von den statistisch erfassten Wanderungszahlen vermitteln.

5 Effner/ Heidemeyer 2005: 23.

6 Lehmann 1986: 32.

7 Lehmann 1986: 32.

8 Lehmann 1986: 33.

9 Großbölting 2011.

10 Großbölting 2009: 9.

11 Bispinck et al. 2005: 547.

12 Bispinck et al. 2005: 549.

13 Frickes Vater wurde 1946 in der SBZ festgenommen und in einem Verfahren zu einer hohen Zuchthausstrafe verurteilt, das gegen rechtsstaatliche Prinzipien verstoßen haben soll. ÄFricke verschrieb sich der Aufklärung über Unrecht, Menschenrechtsverletzungen und Willkür in der DDR. Nicht zuletzt auch als Mitglied der Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages, die in den neunziger Jahren Historiker und Zeitzeugen befragten und die Aufarbeitung auf eine parlamentarische Bühne stellten, hat Karl Wilhelm Fricke gegen ein weichgezeichnetes Bild der DDR gekämpft.“ (Boysen 2012).

14 Fricke 2006: 493 f.

15 Jesse 2011.

16 Fricke 2006: 494.

17 Schneider 2008.

18 Beide waren zur Zeit der DDR für das Ministerium für Staatssicherheit tätig.

19 Unterzeichnet haben die Erklärung: Egon Bahr, Peter Bender, Peter Brandt, Daniela Dahn, Friedrich Dieckmann, Hans J. Gießmann, Günter Grass, Ingomar Hauchler, Christine Hohmann-Dennhardt, Hans Misselwitz, Irina Mohr, Oskar Negt, Claus Noé, Edelbert Richter, Michael Schaaf, Axel Schmidt-Gödelitz, Friedrich Schorlemmer und Manfred Uschner.

20 Willy-Brandt-Kreis 2005.

21 Willy-Brandt-Kreis 2005.

22 Willy-Brandt-Kreis 2005.

23 Großbölting 2009: 11.

24 Großbölting 2009: 11.

25 Beattie, Andrew H. (2007): Learning from the Germans? History and Memory in German and European Discourses of Integration, zit. nach: Großbölting 2009: 12.

26 Foschepoth 2009: 426.

27 Niebling (2003) etwa behauptet, Unterlagen über die ÄErkenntnisse zu den kriminellen Menschenhändlerbanden und ihren Verbindungen sowie zu ihren skrupellosen Machenschaften […] befinden sich in den Archiven des BStU - unter Verschluß!“; Niebling 2003: 180.

28 Siehe auch: Ebbinghaus, Frank (2004): Lasset uns beten. In: Süddeutsche Zeitung v. 14.09.2004. S. 13.

29 Bispinck et al. 2005: 551.

30 Heidemeyer 2007: 485.

31 Bade 1988: 69.

32 Bade 1988: 69.

33 Bade 1988: 63.

34 Detjen 2005: 14.

35 Detjen 2005: 14, Anmerkung 7.

36 Diese Zielrichtung ist auch vor dem Hintergrund kritisch zu reflektieren, dass die Dissertation Detjens im Rahmen einer Förderung durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur angefertigt worden ist. [www.geschichte.hu-berlin.de/bereiche-und-lehrstuehle/zeitgeschichte/personen/1685527; Zugriff am 29.11.2012]

37 Ackermann 1995: 283.

38 Detjen 2005: 22.

39 Paulsen 2011: 17 f.; siehe auch: Bispinck 2003: 300.

40 Ackermann 1995: 100.

Details

Seiten
28
Jahr
2012
ISBN (Buch)
9783668031821
Dateigröße
971 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v304734
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück – Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien
Note
1,0
Schlagworte
ost-west-migration deutschland eine auseinandersetzung grenzregime sbz/ddr

Autor

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Titel: Die Ost-West-Migration im geteilten Deutschland. Eine zeitgeschichtliche Auseinandersetzung mit dem Grenzregime zwischen der SBZ/DDR und dem westlichen Deutschland