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Instrumente der Umweltökonomie. Internalisierung durch Steuern

Hausarbeit 2015 20 Seiten

VWL - Umweltökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Arbeit

2 Grundlagen der Umweltökonomie
2.1 Ziele der Umweltpolitik
2.2 Definition externer Effekte
2.3 Marktversagen

3 Internalisierung durch Steuern
3.1 Die Pigou-Steuer
3.1.1 Definition und Funktionsweise der Pigou-Steuer
3.1.2 Kritische Betrachtung der Pigou-Steuer
3.2 Der Preis-Standard-Ansatz
3.2.1 Definition und Funktionsweise des Preis-Standard-Ansatz
3.3 Alternativen zur Internalisierung durch Steuern

4 Internalisierung durch Steuern am Beispiel der Chemieindustrie
4.1 Einführung einer Pigou-Steuer zur Vorbeugung einer Umweltverschmutzung
4.2 Einführung des Preis-Standard-Ansatzes zur Vorbeugung einer Umweltverschmutzung

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Derzeit rücken Themen wie Klimawandel, Verringerung der Umweltverschmutzung durch Schadstoffe und ein respektvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen immer mehr in den Vordergrund der Wirtschaftswissenschaftler. Auch für die Wirtschaft, stellt das Thema „Umweltökonomie“ einen entscheidenden Faktor dar. Maßnahmen die seitens des Staates ergriffen wurden, um unsere Umwelt zu schützen, müssen aus ökonomischer Sicht überprüft und bei gegebener Missachtung sanktioniert werden.

Dies hat zur Folge, dass verschiedene Methoden erarbeitet wurden, um die Umweltverschmutzung durch Unternehmen und Lebewesen zu minimieren oder gar zu vermeiden. Hierzu wurden verschiedene Internalisierungsansätze, beispielsweise durch Zertifikate, Verhandlungen oder Steuern entwickelt.

Doch welcher spezielle Internalisierungsansatz wurde von Wirtschaftswissenschaftlern entwickelt, um durch Steuern einer steigenden Umweltverschmutzung entgegen zu wirken und wie wird dieser in der Praxis angewendet?

Diese Projektarbeit soll vordergründig die Internalisierung durch Steuern erläutern und untersuchen. Hierbei werden im speziellen die sogenannte Pigou-Steuer wie auch der Preis-Standard-Ansatz als Instrumente vorgestellt und deren Anwendbarkeit auf Vor- bzw. Nachteile untersuchen.

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Projektarbeit ist es, dem Leser die Instrumente der Umweltökonomie aufzuzeigen und im Speziellen, die damit verbundene Internalisierung durch Steuern. Der Leser soll außerdem einen Einblick in die Instrumente einer möglichen Internalisierung externer Effekte bekommen, welche die Umweltökonomie maßgeblich beeinflussen. Hier ist das besondere Ziel, die Vor- aber auch die Nachteile aufzuzeigen und diese zu erklären.

In den ersten Kapiteln dieser Seminararbeit werden hierzu zunächst Grundlagen erläutert, mit dem Ziel, im Anschluss genauere Einblicke und Kenntnisse über die Internalisierung externer Effekte zu gewinnen und den Hintergrund einer Internalisierung durch Steuern zu verstehen. Es werden aber im weiteren Verlauf dieser Arbeit auch andere Modelle die zur Internalisierung externer Effekte dienen dargestellt um die Unterschiede der Instrumente zu verdeutlichen.

Durch den anschließenden Praxistransfer sollen dem Leser anhand der Chemieindustrie Beispiele aufgezeigt werden, wie eine Internalisierung durch Steuern mittels der Pigou-Steuer und des Preis-Standard-Ansatzes in der Praxis ablaufen könnte.

1.3 Gang der Arbeit

Die folgende Seminararbeit ist in fünf Kapitel wie folgt gegliedert:

Nach der Einführung in die Thematik, welche die Problemstellung, die Zielsetzung und den Gang der Arbeit umfasst, werden im zweiten Kapitel die grundlegenden umweltökonomischen Begriffe erläutert. Dazu zählen die Erläuterungen der Aufgaben und Zielen der Umweltpolitik aber auch die Auseinandersetzung mit externen Effekten und dem Marktversagen. Hierbei wird im speziellen auf die negativen externen Effekte eingegangen, welche die Grundlage dieser Projektarbeit darstellen um die Internalisierung durch Steuern nachvollziehen zu können. Im weiterem Verlauft wird dann das Marktversagen durch externe Effekte betrachten und Maßnahmen erläutern, die notwendig sind um ein solches Marktversagen zu verhindern.

Aufbauend auf das zweite Kapitel beschäftigt sich das dritte Kapitel mit den Instrumenten zur Internalisierung durch Steuern der bereits erläuterten externen Effekte. Dies geschieht durch zwei Methoden, welche in diesem Kapitel ausgiebig erklärt und beschrieben werden und gleichzeitig auch den Schwerpunkt dieser Projektarbeit darstellen. Bei diesen Zwei Methoden handelt es sich zum einen um das Modell der Pigou-Steuer und zum anderen um das Modell des Preis-Standard-Ansatzes. Im letzten Abschnitt dieses Kapitels wird kurz auf alternative Methoden der Internalisierung externer Effekte eingegangen. Dem Leser werden dadurch weitere Möglichkeiten der Internalisierung aufgezeigt.

Um das Thema dieser Projektarbeit auch im praktischen Bezug darzustellen, wird die Internalisierung durch Steuern und das hiermit verbundene Problem der Umweltverschmutzung anhand der Chemieindustrie im vierten Kapitel verdeutlicht. Hier erfolgt eine praktische Analyse der bereits erläuterten Instrumente zur Internalisierung durch Steuern. Hierauf aufbauend wird dieses System beispielhaft dargestellt und eine mögliche Maßnahme erstellt.

Das letzte und somit abschließende Kapitel bildet das Fazit, in welchem die grundlegenden Erkenntnisse dieser Arbeit dargestellt und die Internalisierung durch Steuern kritisch betrachtet wird.

2 Grundlagen der Umweltökonomie

2.1 Ziele der Umweltpolitik

Die Umweltpolitik ist ein entscheidender Bestandteil der Umweltökonomie. Sie betrachtet sowohl aus betriebswirtschaftlicher, als auch volkswirtschaftlicher Sicht die Probleme und Aspekte der Umwelt und liefert ökonomische Lösungsvorschläge.

Unter Umwelt versteht man das Zusammenspiel von Lebewesen und Pflanzen, sowie der auf sie wirkenden abiotischen (bspw. Licht oder Temperatur) und biotischen Faktoren (Nahrung oder Konkurrenz). In dieser Umwelt leben ebenso Menschen, die dieses Zusammenspiel maßgeblich beeinflussen. Dies bedeutet, dass sowohl Menschen die Umwelt prägen, als auch die Umwelt die Menschen prägt.

Das Eingreifen durch die Umweltpolitik in den natürlichen Mechanismus ist notwendig, wenn keine klaren Eigentumsrechte bestehen und ein Individuum der Umwelt mehr Ressourcen entnimmt, als ihm zustehen.[1] Dadurch wird das Gleichgewicht einer gerechten Verteilung gestört.

Die Umweltpolitik soll somit die Erhaltung der natürlichen Lebensräume und Ressourcen sicherstellen. Hierzu wurden durch die Regierung im Rahmen der Umweltpolitik verschiedene Instrumente geschaffen. Das zusammengefasste Ziel der Umweltpolitik ist somit die Verringerung der Umweltbelastung durch staatliche Eingriffe und Maßnahmen, sowie die Verbesserung ihrer Qualität. Außerdem steht die menschliche Gesundheit im Fokus welche durch die Umweltpolitik ganzheitlich geschützt werden soll. Des Weiteren ist die vorausschauende Verwendung der natürlichen Ressourcen unserer Umwelt ein weiterer wichtiger Faktor.

Die Umweltpolitik befasst sich aus diesem Grund mit folgenden vier unterschiedlichen Prinzipien die zum Schutz der Umwelt dienen:

- Kooperationsprinzip
- Gemeinlastprinzip
- Vorsorgeprinzip
- Verursacherprinzip

Da sich diese Seminararbeit ausschließlich mit den entstandenen Kosten, die zur Vermeidung oder Beseitigung mittels steuerlicher Maßnahmen dem Verursacher zugerechnet werden sollen, ist in diesem Zusammenhang lediglich das Verursacherprinzip von Bedeutung.

Bei der Umsetzung dieser Ziele gibt es allerdings Probleme, da in der Realität eine optimale Erfüllung dieser Ziele leider nur sehr schwer zu verfolgen ist. Auch eine Art Messung bzw. Nachverfolgung zwecks Einhaltung der ausgegebenen Ziele (welche einen wesentlichen Bestandteil des Kosten-Nutzen-Vergleichs darstellen) ist schwer zu realisieren und mit einem sehr hohen Kostenaufwand verbunden.

Ein Grund hierfür sind die sogenannten negativen externen Effekte, mit welchen sich die Umweltpolitik täglich auseinandersetzt und die Erreichung bzw. die Einhaltung der umweltpolitischen Ziele erschweren.

Zusammenfassend kann man sagen, dass durch jede Umweltpolitische Entscheidung auch immer andere Abteilungen der Wirtschaftspolitik belastet werden. Die Umsetzung der Umweltpolitischen Ziele muss also immer im Einklang mit anderen Wirtschaftspolitischen Zielen stehen.[2]

2.2 Definition externer Effekte

Häufig fallen Kosten bzw. Nutzen die durch eine bestimmte Produktion oder Aktivität ausgelöst werden nicht direkt beim Verursacher an sondern werden von anderen Individuen getragen. Es entsteht eine Differenz zwischen privaten Kosten und Gesamtkosten, welche in der Umweltökonomie als externer Effekt bezeichnet wird.

„In einer allgemeinen Definition sind externe Effekte dann vorhanden, wenn in der Nutzen-bzw. Gewinnfunktion eines Akteurs A (UA) außer dessen eigenen Aktionsparametern (X1A, X2A, ..., XiA) mindestens eine Variable (Y) enthalten ist, die nicht (vollständig) von A, sondern von einem (oder mehreren) anderen Akteur(en) kontrolliert wird; es gilt also

UA = UA (X1A, X2A, ..., XiA, Y).“[3]

Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, dass beispielsweise die ökonomische Tätigkeit eines Individuums (beispielsweise Produzenten) die Wohlfahrt eines anderen (beispielsweise. Haushalt) außerhalb des Marktmechanismus belastet. Dies bedeutet, dass die verursachten Kosten nicht über den Preis getragen werden.

[...]


[1] Vgl. Welfens, P. (2012), S. 172

[2] Vgl. Fredebeul-Krein u. a. (2014), S. 459

[3] Fritsch, M. (2014), S. 80

Details

Seiten
20
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668030183
ISBN (Buch)
9783668030190
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v304683
Note
1,7
Schlagworte
instrumente umweltökonomie internalisierung steuern

Autor

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