Lade Inhalt...

Die "Nacht"-Szene in Goethes "Faust I". Eine Analyse des Dialogs zwischen Faust und Wagner

Referat / Aufsatz (Schule) 2015 5 Seiten

Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Einordnung der Szene in den Kontext
2.2 Analyse des Inhalts
2.3 Analyse der Sprache
2.4 Zusammenfassung des Hauptteils

3. Schluss:
3.1 Bedeutung und Relevanz des Dialogs im Werkszusammenhang
3.2 Übertragung auf die heutige Zeit

1. Einleitung

Die Tragödie „Faust I“, die zwischen 1772 und 1806 von Johann Wolfgang von Goethe verfasst worden ist, handelt im Wesentlichen von dem Gelehrten Faust, der bestrebt ist die Zusammenhänge und Wechselwirkungen alles Existierenden zu ergründen und den der Teufel Mephistopheles versucht vom rechten Weg abzubringen.

2. Hauptteil

2.1 Einordnung der Szene in den Kontext

Der in der „Nacht“-Szene vorliegende Dialog zwischen Faust und Wagner spielt sich innerhalb der Szene nach dem Beklagen Fausts über seine Unwissenheit dessen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“ (V.382-384) und seinem gescheiterten Entgrenzungsversuch, bei welchem er den Erdgeist beschwört (vgl. V.482ff.), ab. Nach dem Dialog finden in der Nachtszene Fausts Selbstmordversuch, der seinen zweiten Überwindungsversuch darstellt, statt, der allerdings von dem Osterchor verhindert wird (vgl. V.769ff.). Zeitlich betrachtet vor der Nachtszene befindet sich der Prolog im Himmel, in welchem Gott mit Mephisto eine Scheinwette abschließt (vgl. V.312). Nach der Nacht-Szene finden die Szenen „Vor dem Tor“ und „Studierzimmer“ statt, wobei in „Vor dem Tor“ ein zweiter Dialog zwischen Faust und Wagner vorliegt, während in „Studierzimmer“ ein Pakt zwischen Faust und Mephisto geschlossen wird. (vgl. V.1698).

2.2 Analyse des Inhalts

In dem Dialog selbst findet eine Unterhaltung der beiden Gesprächspartner über die Themen Redekunst, Wissen und Geschichtsschreibung statt.

Bereits der Einstieg Wagners in das Gespräch ist von einem Irrtum geprägt, der erst ausschlaggebend für das Stattfinden des Dialogs ist. Wagner tritt in Fausts Studierzimmer ein in dem Glauben, Faust würde gerade „ein griechisch Trauerspiel“ (V.523) lesen, und erhofft sich daher von ihm eine Unterrichtung in der Deklamation. Der Famulus Fausts (vgl. V.518) begründet sein Bedürfnis nach besserer Redekunst damit, dass diese „heutzutage […] viel [wirke]“ (V.525). Es findet folglich bereits in den ersten wenigen Versen Wagners eine Charakterisierung desselben statt. Wagner erhofft sich durch das Erlernen und Anwenden von Rhetorik eine Erlangung von Macht und Ansehen in der Gesellschaft. Dass er Faust in dieser Hinsicht um Hilfe bittet, zeigt zum einen seine untergeordnete Stellung, die er in dem fortlaufenden Dialog gegenüber Faust besitzt. Zum anderen weist es auf seine Unwilligkeit hin, sich selbst mittels seines Verstandes die Fähigkeit der Redekunst anzueignen.

Faust entgegnet der Bitte Wagners, dass man, um den Rezipienten für sich zu gewinnen, aus der Seele und aus seinem Herzen heraus sprechen muss (vgl. V.534ff, V.544-545) und eine Leidenschaft für das Wissen, das man vorträgt, besitzen muss (V.536). Außerdem deklariert Faust, das von Wagner erwünschte, Ansehen in der Gesellschaft in abwertender Weise als „Bewundrung von Kindern und Affen“ (V.542), womit er deutlich macht, dass er Ansehen als wert- und sinnlos erachtet. Dass Wagner infolge dieser Zurechtweisung Fausts allerdings damit antwortet, dass „[a]llein der Vortrag […] des Redners Glück [ausmacht]“ (V.546) deutet darauf hin, dass Wagner Fausts Kritik an ihm in keiner Weise verstanden hat.

Themenwechsel dieser Art treten in diesem Dialog sehr oft auf und rühren jedes Mal von einem Missverständnis seitens Wagner, der nicht wahrnimmt, dass Faust versucht ihm klar zu machen, dass er die falschen Fragen stellt und seine Bestrebungen sinnlos sind. Des Weiteren unterstreicht das Zitat Wagners, dass er der Überzeugung ist, dass er mangelndes Wissen durch ausgereifte Rhetorik kompensieren kann und deshalb eine genauere Analyse des Wissens nicht von Nöten ist.

[...]

Details

Seiten
5
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668021310
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v303610
Note
15
Schlagworte
analyse faust wagner gespräch nacht nachtszene themen dialogpartner erkenntnis famulus funktion verhältnis figuren figur

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die "Nacht"-Szene in Goethes "Faust I". Eine Analyse des Dialogs zwischen Faust und Wagner