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Medienwirkung. Auf welche Weise beeinflussen digitale Medien das Verhalten und die Konzentration von Kindern und Jugendlichen?

Projektarbeit 2013 25 Seiten

Sozialwissenschaften allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik

2 Begriffserklärung
2.1 Gewalt
2.2 Medien
2.3 Digitale Demenz

3 Fassen Sie die Hauptaussagen der beiden Diskutanten zusammen und gehen Sie dabei auch auf den „wissenschaftlichen Gehalt“ (Theorien, Studien) der behaupteten Medienwirkung ein.
3.1 Manfred Spitzer
3.2 Peter Vorderer

4 Vertiefen Sie die Thematik „Medien und Gewalt“. Skizzieren Sie die wichtigsten Theorien, die mögliche Wirkungen von medialen Gewaltdarstellungen zu erklären versuchen. Welche dieser Theorien hat für Sie den höchsten Kurs- /Erklärungswert?
4.1 Vorstellung wichtiger Theorien
4.2 Ergebnis- Theorie mit wichtigstem Erklärungswert

5 Wie würden Sie an einem Elternabend das Thema „digitale Demenz“ aufbereiten und welche Schlussfolgerungen / Empfehlungen würden Sie ratsuchenden Eltern geben.
5.1 Aufbereitung der digitalen Demenz
5.2 Empfehlungen an die Eltern

6 Fazit

Quellenverzeichnis

Anlage

1 Einführung in die Thematik

Das Thema Medien und deren negative Auswirkung auf Kinder und Jugendliche wird in Deutschland immer wieder aufgegriffen. Gerade in den Medien wird das Thema gerne diskutiert. Aber auch in der Politik wird auf sogenannte „Killerspiele“ reagiert. So wurde nach den Amokläufen 2002 (Erfurt) und 2006 (Emsdetten) ein Verbot dieser Spiele gefordert, leider erfolglos. Es gab jedoch Änderungen im Jugendschutzgesetz und das Waffengesetz wurde geändert.[1]

Mit der Entwicklung neuer Technologien gab es immer wieder einen neuen Sündenbock. So wurde Anfang des 20. Jahrhunderts das Kino verantwortlich gemacht, es habe einen schlechten Einfluss für die Jugendlichen. Darauf folgten der Fernseher, Videospiele und nun die Computerspiele. Es muss berücksichtigt werden, dass die Medien immer mehr an Bedeutung gewinnen und vom Alltag nicht mehr weg zu denken sind. Gerade unter diesen Umständen gibt es immer mehr Möglichkeiten über die Medien Gewalt darzustellen und auszuüben. Hierunter fallen zum einen verbale Gewalt in Form des „Cybermobbings“, aber auch körperliche Gewalt, die mit Hilfe der Medien verbreitet wird, wie beispielsweise das „Happy Slapping“. Beim Happy Slapping verprügeln Jugendliche andere Personen, filmen dies mithilfe einer Kamera und verbreiten es anschließend über Medien.[2] Cybermobbing hingegen ist die Beleidigung, Bedrohung oder Belästigung von Personen über digitale Medien, wie beispielsweise über E-Mail oder Social Networks.[3]

Aber haben Medien denn wirklich nur einen negativen Einfluss auf die Jugendlichen? Es gibt viele Studien die dies belegen, jedoch gibt es auch Studien die genau das Gegenteil belegen. Medien stiften den Jugendlichen einen Nutzen. Sie helfen bei den Hausaufgaben und in der Entwicklung. So gibt es viele Lernsoftwares die das Lernen zu einem Erlebnis machen. Über die Frage welchen Nutzen die Medien für die Jugendlichen haben und ob es wirklich nur negative Auswirkungen gibt, soll die vorliegende Arbeit Aufschluss geben.

Medien und Gewalt. Diese Begriffe werden häufig diskutiert und miteinander in Verbindung gebracht. Doch was genau umfassen diese Begriffe? Um einen Einblick zu erlangen werden im ersten Abschnitt der Arbeit die Begriffe Gewalt, Medien und digitale Demenz erklärt. Dies ist nötig, damit der Leser im Weiteren Verlauf weiß, welche Bedeutung diese Begriffe haben, denn es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Ansichten zu diesen Begriffen.

Die Arbeit befasst sich jedoch nicht nur mit dem Zusammenhang zwischen Gewalt und Medien, sondern es wird auch die Frage gestellt: „Macht uns der Computer dumm?“ Somit wird ein zweiter wichtiger Punkt im Bezug auf die Medien angesprochen. Wie beeinflussen Medien das Lernverhalten von Jugendlichen? Beeinträchtigen Lernprogramme in Form von Computerspielen die Noten von Schülern? Diese Fragen werden im zweiten Teil der Arbeit bearbeitet. Hierzu wird ein Zeitungsinterview mit zwei Medienpsychologen herangezogen um die Medienwirkung auf Jugendliche, auch anhand von wissenschaftlichen Studien, darzustellen.

Dass Gewalt über Medien öffentlich gemacht wird, zeigt z.B. das Happy Slapping. Doch welche Auswirkungen haben diese Veröffentlichungen auf die Jugendlichen? Werden sie dadurch selbst zu Gewalttätern? Zu diesen Fragen besteht bereits eine Vielzahl von Literatur, in der verschiedene Studien und Ansätze vorgestellt werden. In dieser Arbeit wird im dritten Abschnitt eine Auswahl von Theorien vorgestellt und die Theorie mit dem höchsten Erklärungswert näher betrachtet. Da der Rahmen der Arbeit beschränkt ist, kann nicht auf alle Theorien eingegangen werden. Daher hat sich der Autor bei seiner Auswahl auf die wichtigsten Theorien beschränkt. Diese können durch den beschränkten Umfang nur kurz erläutert werden. Lediglich die These mit dem höchsten Erklärungswert wird ausführlich betrachtet.

Der vierte Abschnitt befasst sich mit der digitalen Demenz. Hier wird folgende Situation betrachtet: Man befindet sich auf einem Elternabend und soll die Eltern über digitale Demenz aufklären. Weiterhin sollen Empfehlungen an ratsuchende Eltern gegeben werden.

Abschließend wird eine kritische Schlussbetrachtung durchgeführt, in der die Kernaussagen der Arbeit dargestellt werden. Weiterhin wird ein kurzer Ausblick gegeben, wie sich die Medienwirkung in Zukunft verhalten wird.

2 Begriffserklärung

2.1 Gewalt

In unserer Gesellschaft wird häufig nur das zufügen physischer Schmerzen als tatsächliche Gewalt angesehen. Dies umfasst alle Formen der körperlichen Gewalt an Personen oder Sachen, wie z.B. schlagen, treten, Haare ziehen.[4]

Um einen Einblick in die mediale Gewalt zu bekommen, reicht diese Betrachtung jedoch nicht aus. Hierzu muss man sich auch die psychische Gewalt betrachten. Diese Betrachtung haben Mathias Kepplinger und Stefan Dahlem gemacht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass man bei der Mediengewalt Unterscheidungen zwischen natürlicher oder künstlicher sowie realer und fiktiver Gewalt treffen kann. Die reale Gewaltdarstellung präsentiert tatsächlich geschehene Gewalttaten (z.B. Nachrichten präsentieren Amoklauf), die eine physische oder psychische Schädigung bewirken. Unter fiktiver Gewalt versteht man die Darstellung von Gewalt, die es tatsächlich gar nicht gegeben hat (z.B. Filme ohne wahre Begebenheit). Daher kann man die fiktive Gewalt in natürliche und künstliche Darstellung unterteilen. Natürliche Gewalt ist die „Präsentation von lebensechten Filmen (Realfilmen)“, wohingegen die künstliche Darstellung eine „artifizielle Präsentation (Zeichentrickfilm)“ von Filmen beschreibt. Man kann noch viele weitere Unterscheidungen treffen, wie z.B. legitime und illegitime Gewalt, körperliche und verbale Gewalt, individuelle und kollektive Gewalt, destruktive und konstruktive Gewalt usw..[5]

In dieser Arbeit wird unter Gewalt folgendes verstanden:

Gewalt ist die Schädigung einer Person auf physischer oder psychischer Ebene durch eine andere Person, unter der Beachtung des Medieneinflusses auf die gewaltausführende Person. Die physische Gewalt umfasst die direkte (körperliche) Gewalt, indirekte (emotionale) Auswirkungen beschreiben die psychische Ebene. Hierbei steht im physischen Bereich der Einfluss der Medien im Vordergrund. Im psychischen Bereich hingegen stehen die Möglichkeiten der Verbreitung von Gewalt in den Medien im Vordergrund.

2.2 Medien

Ursprünglich stammt der Begriff aus dem lateinischen und bedeutet „Mittel“. Mittlerweile verwendet man den Begriff immer im Zusammenhang, wenn etwas vermittelt wird.[6] Daher gibt es keine eindeutige Definition. Man kann Medien aus verschiedenen Perspektiven beschreiben. Wenn man z.B. ein Medium aus Sicht der Kommunikationswissenschaft betrachtet, kann man die Medien in körperliche (Menschen) und nichtkörperliche (Bilder) unterteilen.

Ein heute gängiger Gebrauch des Medienbegriffes beschreibt ein Medium als technisches Mittel, mit dem man Nachrichten schreiben kann, Wissen speichern kann und Unterhaltung geboten bekommt. Hierzu zählen beispielsweise Bücher, Fernsehen oder Computer.[7] Aber auch der technische Medienbegriff lässt sich nochmal unterteilen. So gibt es primäre (ohne technisches Hilfsmittel), sekundäre (nur bei der Produktion werden technische Hilfsmittel angewandt) und tertiäre (sowohl bei der Produktion, als auch bei der Rezeption werden technische Hilfsmittel benötigt) Medien. Weiterhin gibt es bei den technischen Medien noch eine Unterteilung im technisch-funktionalen Medienbegriff. Hierbei unterscheidet man zwischen Speicher- Übertragungs- und Kommunikationsmedien. Zu den Speichermedien zählen alle Medien, die der Speicherung von Informationen dienen (z.B. Festplatte). Die Übertragungsmedien dienen der Übertragung von Informationen (z.B. Fernseher) und die Kommunikationsmedien dienen dem Austausch von Informationen (z.B. Internet).[8]

Ein weiterer Medienbegriff umfasst die digitalen Medien oder auch Neue Medien. Hierzu zählen alle elektronischen Medien, welche grundsätzlich mit digitalen Codes arbeiten und die Berechnung, Verarbeitung und Verteilung von digitalen Inhalten unterstützen. Zu diesen Medien zählen Computer, Smartphones, Spielkonsolen und Fernseher.[9]

Es gibt viele weitere Ansätze, um den Medienbegriff zu definieren. Da es in dieser Arbeit jedoch hauptsächlich um die digitalen Medien geht, wurde diese Definition in den Vordergrund gestellt. Alle weiteren Definitionen werden außer Acht gelassen.

2.3 Digitale Demenz

Um den Begriff digitale Demenz zu erklären, muss man die Begriffe digital und Demenz getrennt voneinander betrachten.

Unter Demenz fasst man alle Krankheiten zusammen, die zum Verlust der geistigen Funktionen (denken, erinnern, orientieren) führen. Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet übersetzt „ohne Geist“. Symptome der Demenz sind Leistungseinschränkungen und Verhaltensänderungen. So geht mit einer Erkrankung der Verlust von einmal besessen Fähigkeiten bzw. die Intelligenz verloren.[10]

Der Begriff digital stammt ebenfalls aus dem lateinischen und bedeutet abgeleitet „Finger“. Es bedeutet die Umwandlung von Daten in Zahlen. Bei Computern z.B. erfolgt es über das binär System, bei dem alle Daten in Nullen und Einsen wieder gegeben werden. Unter diesen Begriff fallen vor allem Computer, Smartphones und Fernseher.[11]

Unter digitaler Demenz versteht man das eintreten einer Demenz durch die Nutzung von digitalen Medien. Jedoch wird hierbei das Krankheitsbild bei der Demenz weiter gefasst. Es betrifft, anders als bei der normalen Demenz, hauptsächlich junge Leute und umfasst nicht nur die Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, sondern bewirkt auch „emotionale Verflachung und allgemeine Abstumpfung.“ Die digitale Demenz betrifft somit nicht nur die geistigen Fähigkeiten der Menschen, sondern verändert auch die Identität eines jeden Menschen. Denn wer die meiste Zeit vor dem Computer verbringt, hat keine Zeit mehr sich mit Freunden zu treffen und isoliert sich somit von der Gesellschaft. Digitale Medien dienen den Menschen mittlerweile als „Manager“. Handys speichern die Nummern von Freunden, Navigationssysteme zeigen den Weg, Smartphones speichern Termine und Maschinen rechnen für die Menschen. Dies alles sind Beispiele, welche die digitale Demenz fördern, denn Menschen verlassen sich auf die Technik und denken selbst nicht mehr mit. Durch diese Bequemlichkeiten gewöhnt sich das Gehirn an die geringe Anstrengung und somit kommt es schon in jungen Jahren zu den Anzeichen einer Demenz.[12]

[...]


[1] Vgl. Plantholt, 2008, S.5

[2] Vgl. Hilgers, 2008

[3] Vgl. BMFSFJ (Hrsg), 2011

[4] Vgl. BMWFJ (Hrsg.), o.J

[5] Vgl. Kunczik; Zipfel, 2006, S. 22

[6] Vgl. Böhn; Seidler, 2008, S. 16-21

[7] Vgl. Reinl, 2011, S. 17f

[8] Vgl. Böhn; Seidler, 2008, S. 139-148

[9] Vgl. Prowissenschaft (Hrsg), 2012

[10] Vgl. MDR (Hrsg.), 2012

[11] Vgl. Lexikon-Institut Bertelsmann (Hrsg.), 1992

[12] Vgl. Spitzer, 2012, S.11-18

Details

Seiten
25
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668020122
ISBN (Buch)
9783668020139
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v303386
Institution / Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern – Bildungswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
medienwirkung weise medien verhalten konzentration kindern jugendlichen

Autor

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