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Das Studiosystem Hollywoods

von Stefan Hoffmann (Autor) Mike Dehghan (Autor)

Hausarbeit 2001 11 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG:

2. WIRTSCHAFTLICHE VORBETRACHTUNG:
- Wertschöpfungskette:
- Aufbaustruktur eines umfassenden Medienkonzerns:

3. ENTSTEHUNG DES STUDIOSYSTEMS:
- Etablierung Hollywoods:
- Übernahme des US Kinomarktes:
- Depression und Umstrukturierung:

4. MERKMALE DER STUDIOÄRA:
- Starsystem:

5. STRUKTUR DER STUDIOS:
- Marktmechanismen:
- Strukturanalyse:
- Filmproduktion:

6. QUELLEN:

1. Einleitung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung des Studiosystems in Hollywood als eigenständiger Wirtschaftszweig mit einem hohen Industrialisierungsstandard.

Einleitend ist es notwendig, den Begriff Wertschöpfungskette im Hinblick auf die Filmproduktion zu erläutern, da er zum Verständnis eines vertikal diversifizierten Medienkonzerns einer US- Amerikanischen Major - Company dient. Die Wertschöpfungskette ist wesentliches Mittel dieser Arbeit zur Artikulation, Analyse und Vergleich von Unternehmensstrukturen und Einwicklungstendenzen. Ausgehend von einem kurzen geschichtlichen Überblick, wird auf die Entwicklung der Firmen Hollywoods zu umfassenden Entertainmentkonzernen und der Schaffung ihrer speziellen Marktmechanismen eingegangen.

2. Wirtschaftliche Vorbetrachtung:

- Wertschöpfungskette:

Die Wertschöpfung an sich stellt die Summe der im Unternehmen im Laufe einer Periode geschaffenen wirtschaftlichen Werte dar.1 In ihrem Aufbau beschreibt die Wertschöpfungskette, vgl. Abb. 2.1.a, durch die Integration der einzelnen Wertschöpfungsbereiche eines Produktes (Entwicklung, Einkauf, Fertigung, Vertrieb, Kundendienst) und des damit verbundenen Einsatzes sekundären Aktivitäten (Dispositiver Faktor, Personal, Betriebsmittel), die Wertsteigerung im Verlauf dieser Produktionsbereiche, respektive die Erhöhung des Gewinns.

Abbildung 0.a2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Hinblick auf den Lebenszyklus eines Produktes stellt die Zusammenfassung nacheinander gelagerter Produktionsstufen, wie Fertigung, Vertrieb, Kundenbetreuung, in der Wertschöpfungskette die vertikale Aufbaustruktur des Unternehmens dar.

Auf das Produkt Film bezogen lassen sich die einzelnen Herstellungsbereiche der Wertschöpfungskette folgendermaßen übertragen und interpretieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten3 4

Der Herstellungszyklus der Produktes Film wird hier als eigenständige, in sich geschlossene Wertschöpfungskette betrachtet, wobei diese nicht an die Erfüllung durch ein Unternehmen gebunden ist. Man kann die Filmproduktion in verschiedene Ausprägungsformen differenzieren.

- Erfüllung von Teilbereichen der Wertschöpfungskette wie Vertrieb oder Fertigung als Geschäftsbereich des Unternehmens.
- Integration sämtlicher umfassender Produktionsbereiche als ganzheitlicher Herstellungs- und Verwertungsablauf im Unternehmen.
- Aufbaustruktur eines umfassenden Medienkonzerns:

Wesenskern eines umfassenden Medienkonzerns ist die Integration einer ganzheitlichen Wertschöpfungskette, jener vertikalen Struktur also, die von der Stoffentwicklung über Finanzierung, Produktion, Vermarktung, Verleih, Lizenzhandel und Merchandising in allen möglichen Verwertungsgebieten sämtliche Produktionszweige beinhaltet.5 Durch die vertikale Organisation liegen die Rechte in einer Hand. Somit wird eine optimale Gewinnschöpfung innerhalb des Unternehmens sichergestellt. Das für die Bedürfnisse der Firma entwickelte Buch, kann optimal finanziert und produziert werden. Das fertige Produkt wird dann im eigenen Verwertungssystem in Synergie mit den anderen Produktionsabteilungen ausgewertet - Optimierung der Abspielkette und Werbemaßnahmen. Es besteht so zu keiner Zeit die Abhängigkeit von einer Fremdfirma, die mit ihrer Gewinnmarge oder Rechtebeteiligung, die Wertschöpfung schmälern würde. Liegt diesem System ein fester Stock an Rechten zu Grunde, die zur Finanzierung des Unternehmens als solches und neuer Filmprojekte dient, so kann diese Firma autark von etwaigen Beteiligungen oder Förderungen am Markt agieren.

Ein Medienkonzern nach US-amerikanischen Vorbild des Major - Studios hat als entscheidendes Merkmal eine starke Konzentration - schiere Größe innerhalb der Produktionsbereiche der Wertschöpfungskette. Es gibt verschiedene Ausprägungsformen dieser Konzentration. Neben der erläuterten vertikalen Struktur, innerhalb nacheinander gelagerter Produktionsstufen, kann sowohl eine horizontale, auf einer Produktionsebene (z.B. Verleih, Lizenzhandel), eine diagonale, sektorübergreifende Beteiligung / Verflechtung innerhalb einer Branche - Medien (Print, Werbung, TV, Video, Film, IT), oder ein Konglomerat, Mischkonzern - branchenübergreifende Struktur (z.B. Sony, CocaCola), vorliegen6.

3. Entstehung des Studiosystems:

- Etablierung Hollywoods:

Die Filmproduktion als Geschäftsfeld wird um die Jahrhundertwende durch Entwickler und Hersteller von technischem Equipment, wie Edison und andere Vorreiter, entdeckt und etabliert. Diese schließen sich schon sehr früh zum MPPC7 - Trust zusammen, um eine Monopolisierung und der damit verbundenen optimalen Gewinnschöpfung am Markt zu erreichen. Nicht dem Trust angehörige Unternehmer werden durch Verweigerung von Produktionsmaterialen und noch wichtiger Abspielstätten in die Knie - zur Anschluss an die MPPC oder Geschäftsaufgabe gezwungen, man spricht hierbei auch von einer Marktbereinigung. Durch die damit geschaffene Monopolstellung kann der Trust immer höhere Lizenzgebühren von den Filmproduzenten einfordern.

Die nicht den Herstellerfirmen angehörenden independent Filmproduktionen dieser Zeit weichen dem Preisdruck aus, in dem Sie nach Kalifornien umsiedeln. Dort finden sie, mit großem räumlichen Abstand zum MPPC Trust, beste Produktionsbedingungen mit filmfreundlichem Klima und billigem Bauland.

[...]


1 vgl. Lexikon; Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG

2 Abb. 1.2.1.a Wertschöpfungskette nach Porter (1985)

3 vgl. Iljine, Diana; Keil, Klaus; “Der Produzent“ S.217: "Das package ist die Gesamtpräsentation der wichitgsten Elemente, die benötigt werden, einen Film ... herzustellen. Diese Gesamtpräsentation, ... , hat einen einzigen Zweck: Geld für die Produktion aufzutreiben. Zugkräftige Namen, also von 'Stars', von bekannten Schauspielern, auch von Regie-, Kamera-, oder Musiker/Komponistenstars helfen, die Investoren zu überzeugen."

4 Lexikon; Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG: Gesamtheit der absatzpolitischen und verkaufsfördernden Maßnahmen des Herstellers einer Ware (z.B. Werbung, Kundendienst)

5 vgl. Monaco; Film verstehen; Reinbeck 1980

6 Altmeppen; Ökonomie der Medien und des Mediensystems. Grundlagen Ergebnisse Perspektiven medienökonomischer Forschung

7 MPPC: Motion Picture Patent Company: Belton, John (1994) American Cinema/American Culture. New York: McGraw-Hill.S.64; vergleich ebenso: Schatz, Thomas (1998) Hollywood: Der Siegeszug des Studiosystems. In: Geschichte des internationalen Films. Hrsg. V. Geoffrey Nowell- Smith. Stuttgart/Weimar: Metzler. S.43

Details

Seiten
11
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638315821
ISBN (Buch)
9783638778398
Dateigröße
955 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v30296
Institution / Hochschule
Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg
Note
2
Schlagworte
Studiosystem Hollywoods Haupstudium Filmgeschichte

Autoren

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Titel: Das Studiosystem Hollywoods