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Der Wandel der Sportberichterstattung und seine Folgen

Hausarbeit 2014 15 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sportberichterstattung im TV
2.1 Anfänge der TV-Berichterstattung
2.2 Einführung des Dualen Fernsehsystems

3. Ökonomischer Wettbewerb
3.1 Vermarktung der Fußball-Bundesliga
3.2 Rolle der Sponsoren

4. Anpassung der TV-Produktion
4.1 Wandel der Sportjournalisten
4.2 Sport als inszinierte Unterhaltung im TV

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb.1: Meistgesehene Fernsehsendungen

Abb. 2: Zunahme der Sport-Sendezeit 1984 bis 2001

Abb. 3: Beliebtesten Sportarten im TV

Abb. 4: Preisentwicklung der Übertragungsrechte

Abb. 5: TV-Werbeeinnahmen beim Super-Bowl-Finale

1. Einleitung

Mittlerweile besteht die Möglichkeit 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche Sportereignisse im Fernsehen zu verfolgen. Doch dies war natürlich nicht immer so. Auch die Funktion des Sports hat sich enorm verändert und dient mittlerweile in erster Linie der Unterhaltung. Desweiteren ist er in allen Gesellschaftsschichten präsent. Ähn- liche Funktionen und ebenfalls einen großen Einfluss auf die Gesellschaft hat das Fern- sehen. Seit der Einführung dieses Massenmediums haben sich beide Objekte immer weiter verändert und sind mittlerweile eine symbiotische Beziehung eingegangen.

Während der Sport zunächst in der Gesellschaft eine untergeordnete Rolle einnimmt und als Beschäftigung des Proletariats gilt, nehmen die Medien bereits im 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle ein. Im Jahr 1886 richtet die Münchener Neuesten Nachrichten den ersten Sportteil in einer Zeitung ein. Seit der Erfindung des Fernsehens besteht die Möglichkeit mit bewegten Bildern von Großereignissen zu berichten. Davon macht besonders Adolf Hitler gebrauch und versteht es die Olympischen Spielen 1936 in Berlin zu einem Medienspektakel zu inszinieren. Die Fernsehübertragung durchlebt seinen ersten Höhepunkt1. Durch die Live-Übertragungen wird das Gefühl des Miterlebens völlig neu definiert und erobert ein Massenpublikum.

Es stellt sich die Frage, inwieweit sich die Sportberichterstattung im Fernsehen im Laufe der folgenden Jahre verändert und was hierfür als Ursachen angeführt werden können. Desweiteren werden die Folgen dieser Entwicklung analysiert. Aus diesem An- lass wird im Folgenden zunächst auf die Entwicklung der Sportberichterstattung im Fernsehen und deren Ursachen eingegangen. Anschließend werden die damit verbunde- nen Folgen dargelegt. Es wird sich hauptsächlich auf den TV-Markt in Deutschland be- zogen.

2. Sportberichterstattung im TV

Ein Großteil des Fernsehprogramms ist mit der Sparte Sport belegt, wobei zwischen Live-Übertragungen, Sportmagazinen und Wiederholungssendungen zu unterscheiden ist. Das Fernsehen und der Sport sind im Laufe der Jahre wichtige Partner geworden, da Sportsendungen die aussichtsreichste Möglichkeit ist die Rezipienten zu erreichen und die Einschaltquoten zu steigern.2

Sport nimmt auf Grund seiner hohen Attraktivität einen sehr großes Volumen des Programmbestandteils im Fernsehen ein. So waren im ersten Halbjahr 2011 unter den zehn meistgesehensten Fernsehsendungen in Deutschland sechs Sportereignisse, wobei die Anzahl der Zuschauer pro Ereignis zwischen 16,5 Millionen und 10,5 Millionen schwankte. Bei fünf der sechs Ereignisse handelt es sich um Fußballübertragungen. Dies verdeutlicht nachfolgende Abbildung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Meistgesehene Fernsehsendungen

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/197551/umfrage/die-meistgesehenen-fernsehsendungen/

2.1 Anfänge TV-Berichtserstattung

Im folgenden Abschnitt wird die Entwicklung der Sportberichterstattung im deutschen Fernsehen dargelegt. Mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin beginnt in Deutschland die Fernsehübertragung von Großereignissen. Besonders der Sport ist ein fester Bestandteil des Programms, nicht nur wegen seiner Reichweite, sondern auch auf Grund der damals niedrigen Produktionskosten und geringen Schnittzeiten. Ebenso sind keine Übertragungskosten fällig. Man konzentriert sich in den Folgejahren in erster Linie auf Live-Übertragungen von Großveranstaltungen, wie Fußballspielen oder dem damals sehr populären Reitsport. Nach dem Ersten Weltkrieg verankert sich der Fernse- her in immer mehr Haushalten und die Massenbegeisterung bei der Fußball- Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz ist damit eine logische Konsequenz. Im selben Jahr startet mit Die bunte Sportschau die erste regelmäßig ausgestrahlte Sport- Magazinsendung.

Bis zum Jahr 1962 steigt die Sport-Sendezeit von 6.930 Minuten im Jahr (1953) auf 17.185 Minuten an.3 Nachdem im Jahr 1963 mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen ein weiterer Fernsehsender eingeführt wird, verliert die ARD, Das Erste Deutsche Fernse hen, seine Monopolstellung auf dem Fernsehmarkt. Folglich entsteht eine Konkurrenzsituation, die 1966 zu einem offiziellen Kooperationsabkommen führt, das besagt, dass sich die beiden Ö ffentlich-Rechtlichen Anstalten bei Großereignissen wie Weltmeisterschaften oder Olympischenspielen die Übertragungen aufteilen.4

Bis zur Einführung des Privaten Fernsehens 1984 sinkt die Sportsendezeit der ARD von 15.930 Minuten (1963) auf 13.995 Minuten (1983) pro Jahr leicht, während das ZDF im selben Zeitraum einen Anstieg der Sendezeit von 11.389 Minuten auf 16.320 Minuten zu verzeichnen hat, was unter anderem daran liegt, dass das ZDF mit Sendungen wie Das aktuelle Sportstudio den Zeitgeist trifft. Hierbei handelt es sich um Durchschnittswerte. In Jahren mit Großereignissen ist die Sendezeit deutich höher.5

2.2 Einführung des dualen Fernsehsystems

Mit der Einführung des Dualen Fernsehsystems 1984, also dem gleichzeitigen Bestehen von privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den damit verbundenen Markt- eintritten der privaten Sendern wie RTL und SAT1 entfacht ein neuer Konkurrenzkampf um Marktanteile und Werbeeinnahmen. In den folgenden Jahren steigt der Umfang der Sendungen mit Sportinhalten von 1.200 Stunden im Jahr (1984) auf über 9.600 Stunden (1991) bis hin zu 13.760 Stunden (2001) pro Jahr.6 Dies wird in nachfolgender Ab- bildung verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Zunahme der Sport-Sendezeit 1984 bis 2001 (Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Burk (2002), S.141.)

Durch das Duale Fernsehsystem steigt nicht nur die Sendezeit an, sondern es verändert sich auch die Sportberichterstattung. Mit der Einführung von Spartenkanälen wie Das Deutsche Sportfernsehen (1993) und Eurosport (1989) erfolgt eine Internationalisierung des Angebots mit dem Ziel beliebte Sportarten deutschland- und europaweit zu popularisieren und die Zuschauer an den jeweiligen Sender zu binden.7

Um möglichst hohe Profite zu erlangen, konzentrieren sich die Programmanbieter auf beliebte, medienwirksame Sportarten, was zu Folge hat, dass Randsportarten immer mehr in der Versenkung verschwinden.8 Um den Bedürfnissen der Rezipienten nach zu kommen und sich gegen die konkurrierenden Sender durch zu setzen, fokusieren sich die Produzenten auf wenige Mediensportarten wie Fußball, Boxen, Ski- oder Motor- sport. Sogenannte Randsportarten wie Reitsport, Schwimmen, Tanzen oder Radsport versinken immer mehr in die Bedeutungslosigkeit, da mit ihnen nur eine sehr geringe Zielgruppe erreicht werden kann. Im Jahr 2012 geben 73% der Befragten an, Fußball am liebsten im TV zu konsumieren. Desweiteren werden Boxen und Skisport von jeweils etwas mehr als 1/3 gerne konsumiert. Dagegen stoßen hemals populäre Sportar- ten wie Eishockey, Rad- und Reitsport bei nicht einmal jedem zehnten auf Interesse. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht dies ausführlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Beliebteste Sportarten im TV.

(Quelle:http://de.statista.com/statistik/daten/studie/235067/umfrage/die-beliebtesten-sportarten-i m-tv/)

Die guten Quotenaussichten machen diese Sportarten besonders attraktiv. Diese Übertragungen erzielen Spitzenwerte bei dem Verkauf von Werbespots.9

3. Ökonomische Wettbewerb

Wie bereits erwähnt, herrscht ein enormer Konkurrenzkampf um die Übertragungs- rechte großer Sportereignisse, was zur Folge hat, dass die privaten Fernsehsender den Veranstaltern immer mehr Geld bieten um ihren Zuschauern die Wettbewerbe exklusiv zeigen zu können. In Deutschland geht es in erster Linie um die Rechte an Fußballspielen.

[...]


1 Vgl. Hackforth[1975], S. 36ff.

2 Vgl. Scholz[1993], S. 27.

3 Vgl. Hackforth[1975], S.45ff.

4 Vgl. Burk[2002], S. 136.

5 Vgl. Scholz[1993], S. 34.

6 Vgl. Burk[2002], S. 141.

7 Vgl. Burk[2002], S.151.

8 Vgl. Scholz (1993), o.S.

9 Vgl. Burk[2002], S. 57.

Details

Seiten
15
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668010062
ISBN (Buch)
9783668010079
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v302753
Note
1,3
Schlagworte
wandel sportberichterstattung folgen

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