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Die ethische Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern

Bachelorarbeit 2015 141 Seiten

Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Vorwort

1. Die jüngsten Diskussionen um Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.2 Methodische Vorgehensweise

2. Sportgroßveranstaltungen und deren mächtige Organisationen FIFA und IOC
2.1 Der Begriff Sportgroßveranstaltung
2.2 Die Wirkungen von Sportgroßveranstaltungen
2.2.1 Nutzen von Sportgroßveranstaltungen
2.2.2 Kosten von Sportgroßveranstaltungen
2.3 Fédération Internationale de Football Association (FIFA)
2.3.1 Die Entwicklung der FIFA von der Gründung 1904 über die Ära Joao Havelange bis zu Joseph Blatter
2.3.2 Der Vergabemodus der FIFA-Fußball Weltmeisterschaft
2.3.3 Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und
2.4 International Olympic Committee (IOC)
2.4.1 Pierre de Coubertin als Wegbereiter der olympischen Bewegung
2.4.2 Der Vergabemodus der olympischen Spiele
2.4.3 Der Gigantismus und die Machtspiele rund um Olympia

3. Schwellenländer
3.1 Der Begriff Schwellenland
3.2 Ländercharakteristiken und die Probleme ausgewählter Schwellenländer
3.2.1 Südafrika
3.2.2 Russland
3.2.3 Brasilien
3.2.4 Katar

4. Ethik
4.1 Der Begriff Ethik
4.2 Ziele und Grenzen der Ethik
4.2.1 Ziele der Ethik
4.2.2 Grenzen der Ethik
4.3 Der Gegenstand ethischer Bewertung

5. Die ethische Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern
5.1 Vorgehensweise bei der ethischen Bewertung
5.2 Ethische Bewertung der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika
5.2.1 Die Rolle des Fußballs in Südafrika
5.2.2 Investitionen im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft
5.2.3 Wirtschaftliche Entwicklungen in Südafrika nach der WM
5.2.4 Welche Chancen hatte eine WM in Südafrika?
5.2.5 Die Einflussnahme der FIFA in Südafrika
5.2.6 Zusammenfassung und abschließende ethische Bewertung der Fußball- Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika
5.3 Ethische Bewertung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi
5.3.1 Die Rolle des Sports in Russland
5.3.2 Investitionen im Rahmen der Olympischen Spiele
5.3.3 Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen in Russland
5.3.4 Welche Chancen hatten Olympische Spiele in Sotschi?
5.3.5 Sotschi 2014 - Ein Großereignis auf Kosten der Natur
5.3.6 Tiefgreifende Korruption im russischen Bausektor
5.3.7 Zusammenfassung und abschließende ethische Bewertung der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi
5.4 Ethische Bewertung der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien
5.4.1 Die Rolle des Fußballs in Brasilien
5.4.2 Investitionen im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft
5.4.3 Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen in Brasilien
5.4.4 Welche Chancen hatte eine WM in Brasilien?
5.4.5 Zusammenfassung und abschließende ethische Bewertung der Fußball- Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien
5.5 Ethische Bewertung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar
5.5.1 Die Rolle des Fußballs in Katar
5.5.2 Investitionen im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft
5.5.3 Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen in Katar
5.5.4 Welche Chancen hat eine WM in Katar?
5.5.5 Die Rolle der FIFA im Zuge der Weltmeisterschaft 2022
5.5.6 Die systematische Ausbeutung von Arbeitskräften
5.5.7 Zusammenfassung und abschließende ethische Bewertung der Fußball- Weltmeisterschaft 2022 in Katar
5.6 Differenzierte ethische Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern

6. Pilotstudie zur ethischen Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern
6.1 Methodik
6.1.1 Methodenauswahl
6.1.2 Hypothesen
6.1.3 Operationalisierung der Hypothesen
6.1.4 Forschungsdesign
6.1.5 Aufbau und Inhalt der Pilotstudie
6.1.6 Umsetzung der Pilotstudie
6.2 Auswertung der Pilotstudie
6.2.1 Statistische Auswertung der erhobenen Daten
6.2.2 Analyse der Hypothesen
6.2.3 Auswertung des offenen Meinungsbildes der Befragten
6.3 Schlussfolgerungen aus der Pilotstudie für die ethische Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern

7. Fazit und Ausblick

8. Persönliches Schlussstatement

Anhang

Literaturverzeichnis

Kurzfassung

Diese Arbeit befasst sich mit der ethischen Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern. Das Ziel ist es, einzelne Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern auf deren jeweilige Chancen und Auswirkungen hin zu analysieren. Dabei erfolgt zunächst eine theoretische Einführung in das Thema mit anschließender Analyse der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, den olympischen Winterspielen 2014 im russischen Sotschi, der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Der erste Teil dieser Arbeit endet mit einer abschließenden ethischen Bewertung der Vergabe dieser Turniere, abgerundet durch ein allgemeines Fazit.

Der zweite Teil besteht aus der Durchführung und Analyse einer Pilotstudie mit dem Ziel herauszufinden, wie die Meinungen in Deutschland bzgl. der Durchführung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern sind. Der Auswertung der erhobe- nen Daten und der Analyse verschiedener Hypothesen folgt eine Handlungsempfeh- lung.

Als Quellen dienten verschiedene Arten von Sekundärliteratur und das Internet. Sekundärliteratur wurde sowohl in deutscher, als auch in englischer Sprache aus verschiedenen Bibliotheken und dem Internet bezogen. Zusätzlich wurden für die Auswertung der Pilotstudie die erhobenen Daten genutzt.

Als Ergebnis kann sowohl bei der eigenen Analyse, als auch bei der Analyse der Daten aus der Pilotstudie festgehalten werden, dass eine differenzierte Betrachtung und Bewertung der unterschiedlichen Sportgroßveranstaltungen unabdingbar ist. Grundsätzlich sind die untersuchten Ereignisse aus ethischen Gesichtspunkten durchwegs kritisch zu bewerten.

Das Thema von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern wird auch in Zu- kunft für viele Schlagzeilen sorgen. Es wird dabei vor allem an der FIFA und dem IOC gelegen sein, Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern in ein positiveres Licht zu rücken.

Schlagwörter: Sportgroßveranstaltungen, Schwellenländer, Ethik, ethische Bewertung, Pilotstudie

Abstract

The subject of this work will be the ethical review of major sporting events in emerg- ing markets. The aim will be to analyze individual major sporting events in emerging markets on their opportunities and implications. It initially follows a theoretical in- troduction to the subject followed by the analysis of the 2010 FIFA World Cup in South Africa, the 2014 Olympic Winter Games in Russian Sochi, the 2014 FIFA World Cup in Brazil and the 2022 FIFA World Cup in Qatar. The first part of this work in- cludes at final an ethical review of the award of these tournaments rounded off with a general conclusion on this issue.

The second part of the work consists of regarding the implementation and analysis of a pilot study with the aim of detecting out what the opinion in Germany is con- cerning major sporting events in emerging markets. The evaluation and analysis of different hypotheses follows a recommendation for action from the evaluated col- lected data.

As sources different types of secondary literature and the Internet were used. Sec- ondary literature was obtained from various libraries and the Internet both in Ger- man and English. In addition, the collected data was used for the evaluation of the pilot study.

As a result, it can be noted in its own analysis, as well as in the analysis of the data obtained that a differentiated analysis and evaluation of the different sporting events is indispensable. In principle, the observed events from an ethical perspective are consistently critically evaluated.

The topic of major sporting events in emerging markets will provide for many headlines in the future. It will be there mainly located at the FIFA and the IOC to put sports events in emerging markets in a more positive perspective.

Keywords: major sporting events, emerging markets, ethic, ethical review, pilot study

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wirkungen von Sportgroßveranstaltungen

Abbildung 2: Erfolgsrechnung Lokales Organisationskomitee WM 2010 (in MUSD)

Abbildung 3: Mbomela-Stadion in Nelspruit

Abbildung 4: Kosten der olympischen Winterspiele seit 1924

Abbildung 5: Neuer Flusslauf des Mzymta

Abbildung 6: Übernachtungen während Sportgroßveranstaltungen in europäischen Ländern

Abbildung 7: Doha Port Stadion

Abbildung 8: Lusail City

Abbildung 9: Wohnverhältnisse der Gastarbeiter in Katar

Abbildung 10: Altersstruktur der Teilnehmer

Abbildung 11: Interesse an Sportgroßveranstaltungen

Abbildung 12: Einfluss des Austragungsortes auf das Interesse an einer Sportgroßveranstaltung

Abbildung 13: Meinung zu einem Boykott

Abbildung 14: Vergabe an Schwellenländer vertretbar?

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Indikatoren und deren Grenzwerte von Sportgroßveranstaltungen

Tabelle 2: Indikatoren und deren Grenzwerte von Sportgroßveranstaltungen nach eigener Unter suchung

Tabelle 3: Südafrika: Arbeitslosenquote von 2004 bis

Tabelle 4: Südafrika: Wachstum des realen BIP von 2004 bis 2014 (gegenüber dem Vorjahr)

Tabelle 5: Südafrika: Staatsverschuldung von 2004 bis 2014 in Relation zum BIP

Tabelle 6: Wie sehr haben die Erfahrungen während der Fußball-WM 2010 Ihr Bild über Südafrika verändert?

Tabelle 7: Russland: Wachstum des realen BIPs von 2004 bis 2014 (gegenüber dem Vorjahr)

Tabelle 8: Russland: Inflationsrate von Januar 2014 bis Januar 2015 (gegenüber dem Vorjahresmonat)

Tabelle 9: Wachstum des realen BIP in den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern in den Jahren 2013 und 2014 und Prognose für 2015 und 2016 (gegenüber dem Vorjahr)

Tabelle 10: Brasilien: Investitionen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

Die Proteste der brasilianischen Bevölkerung während des FIFA-Konföderationen- Pokals 2013 in Brasilien gegen die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft lösten in mir das Interesse aus, mehr über die Hintergründe dieser Unruhen zu erfahren. Nachdem neben Brasilien noch einige weitere Schwellenländer Austragungsorte von Sportgroßveranstaltungen waren bzw. sein werden, stellte dies eine ausreichende Grundlage für eine Untersuchung des Phänomens „Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern“ dar. Die Proteste in Brasilien richteten sich vor zwei Jahren größ- tenteils gegen die immensen Ausgaben für Infrastruktur, Sicherheit und Sportstät- ten. Die Bevölkerung monierte, dass diese Ausgaben doch besser in das Bildungs-, Gesundheits- oder Sozialsystem investiert werden sollten. Nachdem ich im Laufe der Zeit die Hintergründe der Proteste immer mehr nachvollziehen konnte, kam mir die Idee das oben aufgezeigte Phänomen, Sportgroßveranstaltungen vermehrt an Schwellenländer zu vergeben, einer ethischen Bewertung zu unterziehen. Nachdem ich auch in meiner Freizeit ein großer Sportfan und sehr an Sportveranstaltungen jeglicher Art interessiert bin, sah ich dies als ideale Voraussetzung an, mich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich möchte mit dieser Arbeit einen differen- zierten Einblick in einzelne ausgewählte Länder geben und darstellen, ob es aus ethi- scher Sicht vertretbar sein kann, Sportgroßereignisse an Länder zu vergeben, die ihre Investitionen vielleicht besser an anderen Stellen zum Wohle der einheimischen Be- völkerung einsetzen sollten.

Danken möchte ich an dieser Stelle in erster Linie den vielen Teilnehmern meiner Umfrage und insbesondere denjenigen, die durch Weitergabe der Umfrage an Verwandte, Bekannte und Freunde dafür gesorgt haben, dass die Teilnehmerzahl sehr erfreulich war. Außerdem gilt ein besonderer Dank an meinen Dozenten und Betreuer dieser Arbeit Herrn Prof. Dr. Karlheinz Zwerenz, der es mir ermöglichte ein Thema mit kritischem Inhalt und aktuellem Bezug umzusetzen.

1. Die jüngsten Diskussionen um Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften

Deutschland wurde am 13.07.2014 zum vierten Mal Fußballweltmeister. Dies gelang der deutschen Nationalmannschaft nach langer und intensiver Vorbereitung. Doch noch intensiver als die Vorbereitung der Nationalmannschaft, waren die Proteste der brasilianischen Bevölkerung vor und während dieses Turniers. Was also bleibt der Welt in Erinnerung? Ein rauschendes Fußballfest im Land mit dem vielleicht bekann- testen Strandabschnitt der Welt oder die monatelangen Proteste der Bevölkerung? Selten haben sportliche Großereignisse oder deren Vergaben durch die FIFA/UEFA bzw. das IOC derart polarisiert wie in den vergangen Jahren. Beginnend mit der Fuß- ball-Europameisterschaft 2008 in Polen und der Ukraine, der Fußball-WM 2010 in Südafrika, den Olympischen Spielen 2014 im russischen Sotschi, der Fußball-WM 2014 in Brasilien, den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, der Fußball-WM 2018 in Russland und schlussendlich der Fußball-WM 2022 in Katar. Nahezu jeder vergangene bzw. zukünftige Austragungsort eines Großereignisses im Sport bot oder bietet reichlich Diskussionsstoff. Ist das nur ein Trend oder wird uns dieses Phänomen in Zukunft regelmäßig verfolgen? Finden Sportgroßveranstaltungen zu- künftig nur noch in den sog. Schwellenländern statt? Nicht selten scheinen die fi- nanziellen Möglichkeiten oder die Bereitschaft für Sportveranstaltungen viel Geld zu investieren in Schwellenländern wie z.B. Russland oder Katar weitaus höher zu lie- gen, als in Industrienationen. Ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Faktor für die Vielzahl erfolgreicher Bewerbungen aus Schwellenländern ist, dass dort bei der Fra- ge für oder gegen eine solche Bewerbung zu stimmen, eher keine Volksentscheide abgehalten werden. In München und Umgebung stimmte bspw. 2013 die Bevölke- rung gegen eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2022.1 Als potenzielle Aus- tragungsorte bleiben, nach dem Verzicht von Oslo, Stockholm, München, Barcelona, Lwiw, Krakau und St. Moritz, die kasachische Hauptstadt Astana und die chinesische Metropole Peking.2 Beides nicht unbedingt Städte, die in der Vergangenheit einen Beitrag für die Geschichtsbücher des Wintersports geleistet haben.

Die Frage, wie es mit Sportgroßveranstaltungen weitergeht, muss kritisch hinter- fragt werden. Sind die Sportler und ihre Sportarten noch die Hauptattraktionen oder geht es vielmehr um politische Selbstdarstellung, um Korruption und die Macht der beiden größten Sportorganisationen FIFA und IOC? Verfallen Fußball- Weltmeisterschaften und die Olympischen Spiele zusehends den wirtschaftlichen Interessen großer Verbände, Unternehmen, Sponsoren und der Politik?

Ging in der Vergangenheit die Berichterstattung in den Medien meist erst kurz vor den Turnieren richtig los, wird heute schon sieben Jahre vor dem eigentlichen Tur- nier (Stichwort: Fußball-WM in Katar 2022) über dieses berichtet. Jedoch nicht über die jungen Talente, die vielleicht in acht Jahren den Höhepunkt ihrer Karriere errei- chen könnten, sondern über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen oder die Prob- lematik einer Winter-WM für einen Großteil der europäischen Fußball-Ligen. So beti- telte Karin Steinberger in einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung die Witterungs- und Arbeitsbedingungen in Katar schlicht und einfach als „Irre“.3 In ei- nem Land, welches in sieben Jahren eine Fußball-WM austrägt, in dem das Jahres- einkommen pro Kopf 98.900 USD beträgt, leben die Arbeiter in ärmlichen Verhält- nissen.4 Ausbeutung von Arbeitskräften, Unterdrückung der Frauen und unmenschliche klimatische Bedingungen. Was bewegt die FIFA ein solches Fest des Fußballs nach Katar zu vergeben? Eine Frage die mittlerweile die FIFA selbst nicht mehr beantworten kann.

Gelten die aufgezeigten Probleme pauschal für alle Schwellenländer? Sind Schwellenländer wirtschaftlich und sozial so weit entwickelt, dass eine Vergabe an diese Nationen verantwortbar ist? Wie sieht eine ethische Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern aus?

Im Folgenden sollen diese Fragen untersucht und geklärt werden. Dabei stellen die Ergebnisse dieser Arbeit selbstverständlich nur eine Handlungsempfehlung dar. Eine abschließende Klärung der Problematik wird aufgrund zu vieler unterschiedlicher Interessen und Interessensgruppen leider nicht möglich sein.

1 Die jüngsten Diskussionen um Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften 3

1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Die folgende Arbeit hat das primäre Ziel Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern einer ethischen Bewertung zu unterziehen. Es soll untersucht werden, ob Schwellenländer mit dem Hintergrund ihrer wirtschaftlichen und sozialen Probleme in der Lage sind Sportgroßveranstaltungen wie eine Fußball-Weltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele auszurichten.

Die Ausarbeitung der Arbeit ist in insgesamt acht Kapitel gegliedert. Auf die Einlei- tung, die ein kurzes Abbild und aktuelle Diskussionen passend zur Thematik dar- stellt, folgt im zweiten Kapitel eine theoretische Darstellung von Sportgroßveran- staltungen und deren Wirkungen. Zusätzlich werden die mächtigen Sportorganisationen, die FIFA und das IOC, vorgestellt. Im dritten Kapitel wird ein Blick auf ausgesuchte Schwellenländer geworfen. Nach einer Definition werden für die ausgewählten Beispielländer Charakteristiken anhand von wirtschaftlichen und sozialen Komponenten erstellt. Kapitel vier widmet sich der Ethik. Einer Arbeitsdefi- nition des Begriffs Ethik folgen die Darstellung von Zielen und Grenzen der Ethik so- wie die Grundlagen ethischer Bewertung. Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit der ethischen Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern und somit dem Hauptteil der Arbeit. Untersucht werden die Fußball-WM 2010 in Südafrika, die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, die Fußball-WM 2014 in Brasilien und die Fußball-WM 2022 in Katar. Hierzu findet zunächst eine Analyse der Investitionen im Rahmen der Sportgroßveranstaltungen statt. Darauf folgen für die jeweilige Veran- staltung spezifische Chancen und Probleme. Abschließend wird, basierend auf dieser theoretischen Vorarbeit, die untersuchte Sportgroßveranstaltung einer ethischen Bewertung unterzogen. Das sechste Kapitel widmet sich der durchgeführten Pilot- studie. Zunächst wird die Zielsetzung der Umfrage vorgestellt und die in der Umfra- ge erhobenen Daten beschrieben und analysiert. Einer Diskussion einiger Hypothe- sen folgen ein Fazit und eine Schlussfolgerung. Das siebte und vorletzte Kapitel stellt eine Zusammenfassung des bisher Erarbeiteten und einen Ausblick in die Zukunft dar. Abschließend wird im achten Kapitel noch ein persönliches Schlussstatement die Arbeit beenden.

1.2 Methodische Vorgehensweise

Das methodische Vorgehen gliedert sich im Folgenden in einen theoretischen, praktischen und empirischen Teil.

Der theoretische Handlungsrahmen bietet die Grundlage für den praktischen Ab- schnitt und basiert auf Literaturrecherche in Sekundärliteratur und Internet. Sekun- därliteratur wurde sowohl in deutscher, als auch in englischer Sprache aus verschie- denen Bibliotheken und dem Internet bezogen. Dabei war die Vielfalt der Literatur besonders in Bezug auf vergangene Sportgroßveranstaltungen (Südafrika 2010) sehr groß. Zu den erst vor kurzem stattgefundenen oder zukünftigen Sportgroßveranstal- tungen war vor allem im Internet, in Tageszeitungen oder Wochenzeitschriften eine Vielzahl kritischer Berichterstattungen zu finden. Fachliteratur in Bibliotheken ist zu diesen Veranstaltungen bisher kaum vorhanden. Dadurch ist an mehreren Stellen lediglich die Verwendung von erfahrungsbedingten und prognostizierten, jedoch kaum feststehenden und wissenschaftlich belegten Fakten und Zahlen möglich. Der eingehenden Durchsicht und Analyse jeglicher Art von Literatur folgte der Einbezug entsprechender und passender Inhalte.

Der auf der Theorie basierende praktische Teil mit der ethischen Bewertung von ausgewählten Sportgroßveranstaltungen bildet den zentralen Teil der Arbeit. Die Definition von Ethik, ihre Grundfragen und Ziele bilden dabei das Gerüst der Bewer- tung.

Der abschließende empirische Teil ist gestützt auf den Ergebnissen einer durchgeführten Pilotstudie und resultiert in einer aus den Ergebnissen geschlossenen Handlungsempfehlung. Statistische Auswertungen wurden mithilfe geeigneter Fachliteratur und dem Statistikprogramm SPSS angefertigt.

2. Sportgroßveranstaltungen und deren mächtige Organisationen FIFA und IOC

2.1 Der Begriff Sportgroßveranstaltung

In dieser Arbeit ist der Begriff Sportgroßveranstaltung von zentraler Bedeutung. Eine allgemeingültige Definition und anerkannte Grenzwerte für diesen Begriff gibt es weder in der Literatur noch in der Praxis. Jedoch haben Müller und Stettler in ihrer Studie zur ökonomischen Bedeutung sportlicher Großveranstaltungen in der Schweiz einige Abgrenzungskriterien festgelegt, welche vermehrt Gültigkeit finden.5 Diese Kriterien werden im Folgenden als Grundlage verwendet. Um als Sportgroß- veranstaltung zu gelten, reicht es, wenn einer der nachfolgenden aufgelisteten Indi- katoren, welche in Tabelle 1: „Indikatoren und deren Grenzwerte von Sportgroßver- anstaltungen“ dargestellt sind, zutrifft.6

Tabelle 1: Indikatoren und deren Grenzwerte von Sportgroßveranstaltungen Quelle: Eigene Darstellung; Vgl. Müller, H.; Stettler, J. (1999), S. 11.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand der aufgezeigten Grenzwerte fallen jedoch eine Vielzahl an sportlichen Ver- anstaltungen in die Kategorie Sportgroßveranstaltung wie z.B. die Vierschanzen- tournee im Skispringen, die Handball-Weltmeisterschaften oder ein einfaches Spiel in der Fußball-Bundesliga. Als Untersuchungsgrundlagen dienen jedoch lediglich die Olympischen Spiele und die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren. Hierfür wurden eigene Grenzwerte anhand einiger Kennzahlen der WM 2014 in Brasilien und 2010 in Südafrika sowie der Olympischen Spielen 2014 in Sotschi, 2012 in London und 2010 in Vancouver aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Aus diesen Kennzahlen wurden anschließend Grenzwerte abgeleitet, die nun den Begriff Sportgroßveranstaltung in dieser Arbeit definieren werden. Diese festgelegten Grenzwerte orientieren sich an den Dimension (Zuschauerzahlen, Investitionssummen, etc.) der heutigen Zeit und sind in Tabelle 2: „Indikatoren und deren Grenzwerte von Sportgroßveranstaltungen nach eigener Untersuchung“ abgebildet.

Tabelle 2: Indikatoren und deren Grenzwerte von Sportgroßveranstaltungen nach eigener Unter- suchung

Quelle: Eigene Darstellung; Vgl. Moesch, C. (2008), S. 48 ff. und Müller, H.; Stettler, J. (1999), S. 11.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es wird zwischen Muss- und Fakultativ-Kriterien unterschieden. Damit eine Veranstaltung als Sportgroßveranstaltung gelten kann, müssen ein Veranstaltungsbudget von 500 Mio. Euro und eine TV-Übertragung in mindestens 150 Länder gewährleistet sein. Des Weiteren können zusätzlich die sog. Fakultativ-Kriterien zutreffen. Diese werden erreicht, wenn die Anzahl der aktiven Sportler mindestens 1.000, die Anzahl an freiwilligen Helfern mindestens 10.000 und die Anzahl der Zuschauer mindestens 500.000 beträgt. Bei Olympischen Spielen treffen die besagten Grenzwerte mittlerweile allesamt zu. Bei einer Fußball-Weltmeisterschaft fällt lediglich die Anzahl der aktiven Sportler geringer aus.

2.2 Die Wirkungen von Sportgroßveranstaltungen

Grundsätzlich ist es zu empfehlen, bei Entscheidungen jeglicher Art, Vor- und Nach- teile bzw. Chancen und Risiken zu untersuchen. Bei der Frage, ob eine Sportgroßver anstaltung ausgetragen werden soll oder nicht stehen erhebliche Investitionen, Ein- schnitte für die Natur und die Bevölkerung vor Ort sowie mögliche langfristige Strukturveränderungen im Raum. Daher muss gerade an dieser Stelle eine Abwä- gung aller positiven und negativen Wirkungen erfolgen. Dazu wird die sog. Kosten- Nutzen-Analyse zu Rate gezogen. Betrachtet man die verschiedenen Wirkungen von Sportgroßveranstaltungen, kann man grundsätzlich zwischen Kosten und Nutzen unterscheiden.7 Kosten stellen dabei die negativen und Nutzen die positiven Wir- kungen dar.8 Zu unterscheiden ist zusätzlich zwischen kurzfristigen oder langfristi- gen und messbaren oder nicht messbaren Auswirkungen.9 In Abbildung 1: „Wir- kungen von Sportgroßveranstaltungen“, sind die wichtigsten Effekte unterteilt in Kosten und Nutzen, kurz- und langfristige Wirkung sowie als tangibel (messbar) und intangibel (nicht messbar) dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wirkungen von Sportgroßveranstaltungen Quelle: Vöpel, H. (2010)

Im Folgenden werden die Wirkungen von Sportgroßveranstaltungen, unterteilt in Kosten und Nutzen, aufgezeigt und erläutert.

2.2.1 Nutzen von Sportgroßveranstaltungen

Das Gastgeberland kann zunächst von kurzfristigen Einkommens- und Beschäfti- gungseffekten profitieren. Daneben können sog. fiskalische Effekte erzielt werden, bspw. Steuereinnahmen. Als nicht messbar gilt der Effekt der Internationalität und eines „Feel good“-Effektes. Internationalität entsteht dadurch, dass sich der Gastge- ber einem breiten, internationalen Publikum präsentieren kann. Dazu kann eine ge- wisse positive Grundstimmung unter der Bevölkerung im Gastgeberland entstehen. Es besteht die Chance ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Bevöl- kerung zu entwickeln. Zusätzlich kann eine Art Aufbruchsstimmung aufkommen und die Menschen vor Ort beteiligen sich eventuell selbst aktiv an der Veranstaltung (freiwillige Helfer, Betreuer, o.ä.). Es ist vor allem für die oft arme Bevölkerung eine große Chance aus dem Alltag auszubrechen und mit anderen Menschen den Sport und seine positiven Begleiterscheinungen zu feiern. Vor allem in Schwellenländern kann dieser Nutzen von großer Bedeutung sein. Doch nicht nur Schwellenländer können hiervon profitieren. Ein gutes Beispiel für die Entstehung eines besonderen Zusammengehörigkeitsgefühls unter der Bevölkerung in einem Industrieland, ist die Fußball-WM 2006 in Deutschland. In den vier Wochen während des Turniers ent- stand in Deutschland ein zuvor lange vermisster Zusammenhalt.

Dem gegenüber stehen mögliche langfristige Nutzen wie positive Auswirkungen auf den Tourismus. Die Gastgeber könnten durch eine positive Außendarstellung eine gewisse touristische Attraktivität hinzugewinnen. Daneben kann die geschaffene Sportinfrastruktur einen Nutzen für den einheimischen Sport darstellen und bessere Trainings- und Veranstaltungsmöglichkeiten bieten. Als nicht direkt messbarer Nutzen kann eine Verbesserung des vorhandenen Images oder der Bekanntheit des Gastgeberlandes erreicht werden.

2.2.2 Kosten von Sportgroßveranstaltungen

Neben den Nutzen fallen auch verschiedene Kosten im Rahmen von Sportgroßver- anstaltungen an. Die kurzfristigen Kosten liegen hier vor allem im Bereich der Inves- titionen in die Infrastruktur, in Sportstätten oder Stadien sowie in die Sicherheit. Aus ökologischer Sicht sind vor allem die Lärmbeeinträchtigungen oder Beeinträchtigun gen im ÖPNV und auf den Straßen während einer Sportgroßveranstaltung kostenin- tensiv.

Daneben fallen bei Sportgroßveranstaltungen auch langfristige Kosten an. Dazu zählen die Kosten für die Instandhaltung von Sportstätten und Stadien. Dies ist z.B. ein häufiges Phänomen in Schwellenländern, da dort die neu geschaffene Sport- Infrastruktur kaum nachhaltig genutzt wird. Weitere, vor allem in Schwellenländern bekannte Kosten, sind die Opportunitätskosten. Diese sind zwar nicht eindeutig messbar, jedoch könnten die Investitionen im Zuge der Veranstaltungen auch in an- dere Bereiche wie in Bildungs- oder Gesundheitseinrichtungen eingesetzt werden. Kosten für die Gesellschaft können an dieser Stelle dadurch entstehen, dass es meist keine einheitliche Meinung bzgl. der Austragung eines Großereignisses gibt. Nicht umsonst wurde bspw. zur Frage einer eventuellen Bewerbung Münchens für Olym- pia 2022 ein Volksentscheid einberufen.

2.3 Fédération Internationale de Football Association (FIFA)

2.3.1 Die Entwicklung der FIFA von der Gründung 1904 über die Ära Joao Havelange bis zu Joseph Blatter

Die FIFA, kurz für Fédération Internationale de Football Association, wurde am 21. Mai 1904 in Paris gegründet. Bei der Gründung vor mehr als 100 Jahren waren nur insgesamt sieben Verbände beteiligt. Das Ziel hinter der Errichtung eines Fußballverbandes war die Organisation des Fußballs unter einem gemeinsamen Dachverband. Im Zuge der Gründung der FIFA wurden gleichzeitig die ersten FIFA-Statuten ins Leben gerufen. Diese beinhalteten bspw. von Anfang an das Recht auf Ausrichtung eines internationalen Wettbewerbs unter Aufsicht der FIFA10

Der erste FIFA-Präsident und gleichzeitig einer der „Gründerväter“ war Robert Guérin, der bis 1906 an der FIFA-Spitze blieb.11 Nach einigen schwierigen Jahren, unter anderem während des ersten Weltkrieges, veranstaltete die FIFA 1930 die ers- te offizielle Fußball-WM in Uruguay.12 Erst mit der Wahl von Dr. Joao Havelange 1974 zum siebten FIFA-Präsidenten wurde eine neue Ära des Weltfußballs eingeleitet. „(…) [Havelange gestaltete die FIFA als] dynamisches Unternehmen mit neuen Ideen und dem Willen, diese auch weiterzuverfolgen.“13 Nunmehr waren es nicht nur noch verwaltungstechnische Aufgaben, die der Weltverband ausführte. Viel- mehr wandelte sich die FIFA zu einem, vor allem heutzutage, viel kritisierten Unter- nehmen mit zunehmenden wirtschaftlichen Interessen.14 Der heutige FIFA- Präsident Joseph Blatter wurde 1998 zum achten Präsidenten gewählt.15 Unter der Ära Blatter muss die FIFA derzeit ihre wohl schwierigste Phase durchleben. Am 29. Mai 2015 stehen die nächsten FIFA-Präsidentschaftswahlen an.16 Kandidaten sind neben Joseph Blatter u.a. der ehemalige portugiesische Fußballer Luis Figo und der jordanische Prinz Ali bin Al Hussein.17 Beiden werden allerdings gegen die Allianzen von Blatter kaum Chancen eingeräumt.18 Im Jahr 2014 zählte die FIFA insgesamt 209 zusammengeschlossene Verbände.19 Die Verfassung des Weltfußballverbandes ist in den FIFA-Statuten geregelt, eine Art Regelbuch mit sämtlichen Bestimmungen rund um den Weltfußball.20 Aufgebaut ist die FIFA in verschiedene Institutionen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen. So gibt es die ausführenden Organe der FIFA (das Exekutiv- und Dringlichkeitskomitee), die ständigen Kommissionen, juristische Organe (Berufungs-, Disziplinar- und Ethikkommission), weitere Institutionen wie Arbeitsgruppen und das höchste Entscheidungsorgan, den FIFA-Kongress.21 Es wird mit Spannung erwartet wie sich die FIFA weiter entwickelt, vor allem in Hinblick auf die Wahlen am 29. Mai 2015 und einem möglichen Sturz Blatters. Dieser hätte zur Folge, dass sich der Weltverband neu aufstellen und wieder mehr Vertrauen in der Öffentlichkeit zurückerlangen kann.

2.3.2 Der Vergabemodus der FIFA-Fußball Weltmeisterschaft

Die Vergabe einer FIFA-WM ist in den sog. FIFA-Statuten unter Artikel 80 geregelt und erhielt 2013 eine entscheidende Veränderung.22 So wurde beschlossen, dass nunmehr der FIFA-Kongress den Austragungsort einer WM-Endrunde bestimmt und nicht wie bisher das FIFA-Exekutivkomitee (Artikel 80 Abs. 2).23 Der FIFA-Kongress gilt als das höchste Entscheidungsorgan der FIFA. Mitglieder dieses Kongresses sind die Vertreter aller in der FIFA organisierten Verbände.24 Das FIFA-Exekutivkomitee ist neben dem FIFA-Kongress das zweite wichtige Entscheidungsorgan. Dieses Komitee setzt sich jedoch lediglich aus dem Präsidenten, acht Vizepräsidenten und 15 weite- ren Mitgliedern zusammen.25

Nach einem vorgeschriebenen Bewerbungsverfahren haben alle FIFA- Mitgliedsverbände die Möglichkeit, sich für die Ausrichtung einer Endrunde zu be- werben. Nach Eingang werden alle Bewerbungen auf Einhaltung der Bestimmungen geprüft und dem Exekutivkomitee zur Durchsicht weitergegeben. Das Exekutivkomi- tee wählt schließlich bis zu drei Bewerber aus, die dem FIFA-Kongress wiederum zur Wahl vorgelegt werden. In der Abstimmung des FIFA-Kongresses wird im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit benötigt. Sollte diese nicht erreicht werden, wer- den im zweiten Wahlgang nur noch die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen aus dem ersten Wahlgang aufgestellt. Dort genügt dann die einfache Mehrheit.26 Eine weitere Neuerung ist in Artikel 80, Punkt 3 festgehalten: „Ein Kongress darf den Austragungsort jeweils lediglich einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft bestim- men.“27 Eine doppelte Vergabe wie 2010 an Russland sowie Katar ist nicht mehr möglich.

2.3.3 Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022

Wenn es um die FIFA geht, ist Kritik aktuell und in den letzten Monaten keine Seltenheit. Derzeit stehen dabei vor allem die Vergaben der beiden Weltmeisterschaften 2018 nach Russland und 2022 nach Katar sowie der Umgang mit den dazu erhobenen Korruptionsvorwürfen im Fokus der Öffentlichkeit.

Schon vor der Vergabe der beiden Turniere nach Katar und Russland wurden gegen eine Vielzahl von Mitgliedern des Exekutivkomitees Korruptionsvorwürfe erhoben. Umso irritierender ist es, dass lediglich zwei dieser Mitglieder von der Abstimmung ausgeschlossen worden sind. Kurz nach der Vergabe im Jahr 2010 geriet erstmals auch ein hoher FIFA-Funktionär, FIFA-Vizepräsident Julio Grondona, ins Licht der Kor- ruptionsvorwürfe. Ende 2011 versuchte die FIFA den Anschuldigungen entgegenzu- wirken und beauftragte die „hauseigene“ FIFA-Ethikkommission unter Vorsitz von Michael Garcia mit der Aufarbeitung der Beschuldigungen. Diskussionen um eine etwaige Neuvergabe der WM 2022 in Katar erteilte Joseph Blatter stets eine Absage. Blatter räumte jedoch über die Jahre hinweg ein, dass es bei der Vergabe sicherlich zu Einflussnahmen bzgl. der Stimmvergaben gekommen sei. Weiteren Korruptions- vorwürfen im Sommer 2014 gegen einen katarischen Spitzenfunktionär folgte im September 2014 die Vorlage des Untersuchungsberichts von Michael Garcia. Der deutsche Vorsitzende der rechtsprechenden Kammer, Hans-Joachim Eckert, legte darauf im November 2014 der FIFA den Abschlussbericht vor und erkannte darin keine gravierenden Verstöße. Einer Veröffentlichung, wie von Garcia gefordert, stimmte die FIFA nur teilweise zu. Nachdem auch einige Punkte im Bericht Garcias nicht richtig wiedergegeben wurden, trat dieser im Dezember 2014 von seinen Äm- tern zurück.28 /29

Zusammenfassend kann der FIFA ein äußerst unglücklicher Umgang mit diesen Beschuldigungen und ein absolut fragwürdiges Vorgehen vorgeworfen werden.

2.4 International Olympic Committee (IOC)

2.4.1 Pierre de Coubertin als Wegbereiter der olympischen Bewegung

Das IOC, kurz für International Olympic Committee, wurde am 23. Juni 1894 ge- gründet und hat ihren heutigen Hauptsitz in Lausanne, Schweiz.30 Das IOC ist das oberste Gremium der Olympischen Bewegung, zu welcher noch die Nationalen Olympischen Komitees (NOKS), weitere internationale Verbände sowie Athleten, Offizielle und das Organisationskomitee der Olympischen Spiele zählen.31 Der erste Präsident des IOC war der Grieche Demetrius Vikelas (1894-1896). Ihm folgte, mit der bisher längsten Amtszeit von 29 Jahren, der Franzose Pierre de Cou- bertin. Pierre de Coubertin gilt bis heute als der Wegbereiter der olympischen Bewe- gung der Neuzeit, nicht nur, weil er die Olympischen Spiele in der Neuzeit 1896 in Athen wieder aufleben ließ. Coubertin erkannte auch früh die besondere Wirkung und Bedeutung des Sports für insbesondere junge Leute. Der aktuelle und neunte Präsident des IOC ist Thomas Bach.32

Das Regelwerk und die Satzung, in der die olympische Bewegung festgelegt ist, ist die sog. Olympische Charta. „Die Olympische Charta (OCh) kodifiziert die grundlegenden Prinzipien des Olympismus und die Regeln und Durchführungsbestimmungen, die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) erlassen werden. Sie regelt die Organisation, das Handeln und das Funktionieren der olympischen Bewegung und legt die Bedingungen für die Feier der Olympischen Spiele fest.“33

2.4.2 Der Vergabemodus der olympischen Spiele

Rechtlich festgehalten ist das Vorgehen einer Vergabe durch das IOC in der Olympi- schen Charta unter Kapitel 5, Regel 33. Der gesamte Prozess von der Entscheidung sich für Olympia zu bewerben bis zur erfolgreichen Erteilung der Gastgeberrolle dauert rund zwei Jahre. Eine Bewerbung beginnt damit, dass das NOK eines jeweili- gen Landes die Bewerbung bestätigt (Regel 33, Punkt 1.1). Die Städte, die sich für die Olympischen Spiele bewerben wollen, müssen einem festgelegten Verfahren folgen, um letztendlich durch das IOC-Exekutivkomitee als Kandidatenstädte ausgewählt zu werden (Regel 33, Punkt 1.6). Zu diesem Verfahren gehören u.a. die Beantwortung eines Fragenbogens bzgl. Erfahrungen in der Ausrichtung von Sportveranstaltungen, Konzepte, finanzielle Rahmenbedingungen und Unterstützung der Öffentlichkeit. Daneben müssen alle Bewerberstädte eine Gebühr von 150.000 USD an das IOC ent- richten. Im zweiten Schritt wählt das IOC aus den Bewerberstädten die offiziellen Kandidatenstädte für die Austragung der Olympischen Spiele aus. Kandidatenstädte sind dann zu einer erneuten Zahlung in Höhe von 500.000 USD verpflichtet. Alle Be- werberstädte werden einer Bewertung durch eine vom IOC bestimmte Kommission unterzogen (Regel 33, Punkt 2.2). Bewertungskriterien, die unterschiedlich stark ge- wichtet werden, sind hierbei z.B. die Infrastruktursituation, die Sportstätten, die Un- terstützung durch die Politik und Öffentlichkeit sowie die Finanzierung der Spiele.34 Nach Vorlage der Bewertungsergebnisse werden die Kandidatenstädte bestimmt, welche letztendlich der sog. Session zur Wahl stehen (Regel 33, Punkt 3.1). Vor den jeweiligen Abstimmungen haben die Kandidatenstädte noch einmal die Möglichkeit den IOC-Mitgliedern ihre Vorzüge vorzustellen. Letztendlich wird von Wahlgang zu Wahlgang die Stadt mit den jeweils wenigsten Stimmen ausgeschlossen und so am Ende der Austragungsort bestimmt.35 /36

2.4.3 Der Gigantismus und die Machtspiele rund um Olympia

Auch das IOC kann sich in jüngerer Zeit nicht mit positiven Schlagzeilen rühmen. Kommerzialisierung, Gigantismus, Profitgier. Begriffe, die in Bezug auf das IOC keine Seltenheit darstellen. Diese Tatsache alleine ist recht verwunderlich, da diese Punkte eigentlich vom IOC selbst in deren Olympischer Charta ausgeschlossen werden. So heißt es bspw. „Die Funktion des IOC ist es: gegen jeden politischen oder kommerzi- ellen Mißbrauch des Sports und der Athleten vorzugehen (Regel 2, Punkt 10); […].“37 Die negative Entwicklung des IOC begann mit IOC-Präsident Juan Antonio Sama- ranch (1980-2001). Er veränderte die Olympischen Spiele in das, was sie heute sind. Er ermöglichte Profisportlern an Olympia teilzunehmen und schaffte damit für diese Sportler die Chance, durch ihren Sport Geld zu verdienen.38 Samaranch veränderte die bisherigen Strukturen des IOC in Bezug auf die TV-Vermarktung und das Sponso- ring.39 Fortan ging es bei den Olympischen Spielen um sehr viel Geld. Die Vergabe der Sommerspiele 1992 an Samaranchs Heimatstadt Barcelona ließ damals erstmals Raum für Spekulationen um interne Absprachen.40 Der erste große Knall folgte 1998 im Zuge der Vergabe der Olympischen Winterspiele nach Salt Lake City. So erhielten mehrere Mitglieder des IOC oder deren Angehörige verschiedenste Gegenleistungen (Stipendien, o.a.), für deren Stimmabgabe pro Salt Lake City.41 Die Liste der Korrupti- onsvorwürfe würde sich ohne Probleme weiterführen lassen. Deutlich wird, dass das Thema Korruption und Kommerzialisierung seinen Beginn schon weitaus früher hat- te, als man eventuell vermuten würde.

Es wird für das IOC definitiv nicht einfach Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückzu- erlangen. Nicht umsonst scheitern die Bemühungen europäischer Städte sich für Olympia zu bewerben an den Protesten aus der Bevölkerung (München, St. Moritz). Ein vermeintlich richtiger Schritt, um wieder mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu erlangen, ist die vom IOC ins Leben gerufene „Agenda 2020“. In dem Ende 2014 verabschiedeten Positionspapier geht es in erster Linie um den Bewerbungsprozess, finanzielle Rahmenbedingungen einer Austragung Olympischer Spiele und den Anti- Doping-Kampf. Das große Ziel ist mehr Transparenz, vor allem in Bezug auf die Pro- zesse und Vorgaben des IOC im Rahmen von Bewerbungen für Olympische Spiele.42

3. Schwellenländer

3.1 Der Begriff Schwellenland

„[Schwellenland ist die] nicht exakt definierte Bezeichnung von Ländern auf dem Wege zum Industrieland.“43

Kennzeichnend für Schwellenländer sind vor allem ihre im Vergleich zu den Entwick- lungsländern hohe wirtschaftliche Eigendynamik und das oftmalig hohe wirtschaft- liche Wachstum. Die Disparitäten zwischen diesen Ländern und den Industriestaa- ten, wie Deutschland oder den USA, bzgl. Industrialisierung und Entwicklungsstand sind bei Weitem nicht mehr so groß wie noch vor einigen Jahren.44 Eine allgemeingültige Einordnung eines Landes als Schwellenland anhand von fest- gelegten Kriterien ist in der Literatur nicht existent. Es gibt jedoch einige Indikatoren, die in der Literatur und der Praxis zur Einstufung dieser Länder zugrunde gelegt wer- den können. Dies sind vor allem soziale Indikatoren wie die Alphabetisierungsrate, die Lebenserwartung, die Säuglingssterblichkeit oder die Einkommensverteilung.45 Die Einkommensverteilung wird mit dem sog. Gini-Index oder Gini-Koeffizient ge- messen.46 Der Gini-Koeffizient liegt in Südafrika bei 0,631, bei 0,53 in Brasilien, bei 0,43 in Russland und zum Vergleich bei nur 0,29 in Deutschland.47 /48 Südafrika ge- hört mit dem Wert von 0,631 zu den Ländern mit einem der höchsten Einkommens- differenzen der Welt.

Ein weiteres Kennzeichen von Schwellenländern ist das enorme Ungleichgewicht der Verteilung von wirtschaftlich gut entwickelten Regionen. So konzentriert sich diese Entwicklung in vielen Ländern, wie bspw. in Brasilien, auf die wenigen großen Met ropolregionen. Außerhalb der großen Industriestandorte liegt die wirtschaftliche Entwicklung eher auf dem Niveau von Entwicklungsländern.49

Zusätzlich sind die politischen Strukturen in den als Schwellenländern geltenden Staaten vielfach noch sehr festgefahren. Dies bedeutet, dass demokratische Züge eines gut entwickelten westlichen politischen Systems vielerorts kaum zu erkennen sind. In Russland oder China sind bspw. Presse- und Meinungsfreiheit größtenteils immer noch nicht akzeptiert.50

Aktuell können etwa 40 Staaten als Schwellenländer charakterisiert werden (Stand: Ende 2014). Zu den 40 Staaten gehören Erdöl exportierende Staaten wie Saudi- Arabien und Kuwait, lateinamerikanische Länder wie Argentinien, Mexiko und Chile, asiatische Länder wie Südkorea und Singapur sowie die sog. „BRICS-Staaten“.51 /52

3.2 Ländercharakteristiken und die Probleme ausgewählter Schwellenländer

3.2.1 Südafrika

Südafrika ist mit einer Fläche von 1,2 Mio. km² mehr als dreimal so groß wie Deutschland, besitzt dabei aber nur etwa 53 Mio. Einwohner.53 Nach Nigeria stellt Südafrika die zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas.54 Das Land, mit Hauptstadt Pre- toria, ist seit 1997 als Präsidialdemokratie mit föderalen Elementen aufgebaut und wird von Jacob G. Zuma von der „African National Congress“-Partei regiert.55 Aus- zeichnen kann sich Südafrika mit einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur, einem stabilen Finanzsektor, großen Rohstoffreserven, einer vorzeigbaren Wissenschaft sowie einem zuverlässigen Rechtssystem.56

Doch Südafrika leidet auch unter großen sozialen Problemen. So lebt seit dem Ende der Apartheid vor allem die schwarze Bevölkerung immer noch in großer Armut.57 Zunehmende Migration aus Ländern wie dem Kongo, Malawi, Simbabwe und Mosambik führt bei der einheimischen Unterschicht zu einer gewissen Ausländer- feindlichkeit. Die Einwanderer werden oftmals als billige Arbeitskräfte eingestellt und die vor allem südafrikanische Unterschicht finanziell und sozial benachteiligt.58 Etwa 31% der Bevölkerung leben von weniger als zwei USD pro Tag.59 Der Gini- Koeffizient misst für Südafrika einen der weltweit höchsten Werte.60 Eines der größ- ten Probleme ist die sehr hohe Aids-Rate und die relativ erfolglose HIV-/AIDS-Politik der Regierung. So waren im Jahr 2012 17,9 % der Südafrikaner mit dem HI-Virus infi- ziert, gleichbedeutend mit der vierthöchsten Anzahl an infizierten Menschen in ei- nem Land auf der Welt.61 Zudem kämpft Südafrika mit einer hohen Kriminalitätsra- te und einem dadurch leidenden Image.62

3.2.2 Russland

Russland ist mit einer Fläche von knapp über 17 Mio. km² das flächenmäßig größte Land der Erde.63 Die Einwohnerzahl ist im Verhältnis zur Größe mit knapp 145 Mio. relativ gering.64 Russland, mit der Hauptstadt Moskau, ist als föderale Republik mit präsidialem Regierungssystem aufgebaut und steht unter der Führung des Staatspräsidenten Wladimir Putin aus der Partei „Einiges Russland“.65

Wirtschaftlich gesehen ist Russland als einer der größten Energieproduzenten der Welt stark von Öl- und Gasexporten abhängig.66 Der mit Abstand wichtigste Indust- riezweig ist das Handel- und Dienstleistungsgewerbe, gefolgt von der verarbeiten- den Industrie, dem Bergbau, dem Baugewerbe und der Land- und Forstwirtschaft.67 Auch in Russland gibt es einige Gegebenheiten, die als äußerst kritisch angesehen werden müssen. So sind freie Meinungsäußerung, kritische Berichterstattung in den Medien sowie freie sexuelle Entfaltung teilweise unter schwere Strafen gestellt.68 Die Medien sind größtenteils staatsnah und scheuen regierungskritische Berichte.69 Nachdem Russland im Zuge der Ukraine-Krise seit langem wieder Expansionsbestre- ben zeigt, steht Wladimir Putin mehr denn je in der Kritik der westlichen Politik und Öffentlichkeit. Als Folge der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt beschlossen bspw. die übrigen G8-Staaten Russland solange von der Arbeit der G8 zu suspendieren, bis Wladimir Putin und seine Regierung ihre Rolle in der Ukraine-Krise deutlich ändern.

70 Neben politischen gibt es auch einige wirtschaftliche Sanktionen, die Russland und einheimische Unternehmen hart treffen. Eine der Folgen der Sanktionen ist die in den letzten Monaten auffallende Abwertung der russischen Währung (Rubel) gegenüber dem Euro und dem USD.71

3.2.3 Brasilien

Brasilien, mit einer Fläche von 8,5 Mio. km² (etwa 24 Mal so groß wie Deutschland) und knapp über 200 Mio. Einwohnern das größte Land Lateinamerikas, gehört zu den bedeutendsten Nationen der Weltwirtschaft. 72 /73

Aufgebaut ist das Land als präsidiale Bundesrepublik bestehend aus Bund, Bundes- staaten und Kommunen mit der Hauptstadt Brasilia. Präsidentin ist in ihrer zweiten Amtszeit Dilma Rousseff der gemäßigt linken, sozialdemokratischen „Partido dos Trabalhadores“. Brasilien orientiert sich, geprägt durch seine koloniale Vergangenheit, stark über den Atlantik in Richtung Westeuropa sowie nach Nordamerika. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich die wirtschaftliche Situation Brasiliens immer mehr stabilisiert. So war Brasilien jahrelang geprägt durch ein chronisches Staatsdefizit und die hohen Schulden im Ausland. Vor allem die Nachfrage Chinas nach brasilianischen Erzen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen haben Brasiliens Wirtschaft in ein mehr oder weniger stabiles Wachstum gebracht.74 Es kann mit gutem Gewissen behauptet werden, dass „Brasilien […] den Take-off in ein nachhaltiges Wachstum geschafft und […] zu einem Aufsteigerland geworden [ist].“75

Brasilien verfügt über reichhaltige Ressourcen wie Eisenerze, Rohölvorkommen und für die Landwirtschaft besonders günstige Rahmenbedingungen. Jedoch wird das Land auch mit den für Schwellenländer typischen Problemen belastet. So gibt es zwischen der Mittel- und Unterschicht erhebliche Einkommensunterschiede, wie bereits anhand des Gini-Koeffizienten belegt wurde. Die zum größten Teil aus ländli- chen Gebieten stammende mittellose Unterschicht sucht oftmals ihr Glück in den großen Ballungszentren der Metropolen Rio de Janeiro oder São Paulo. Doch die mangelnde Anzahl an Arbeitsplätzen und die fehlende Bildung zeigen den Zuwande- rern schnell die begrenzten Möglichkeiten eines besseren Lebens in der Großstadt auf. Die Landflüchtigen lassen sich dann meist in den sog. Favelas an den Stadträn- dern nieder und vergrößern so die schon vorhandenen sozialen Probleme.76

Weitere, die Wirtschaft belastende Probleme sind die mangelhaft ausgebaute Infrastruktur und die Abhängigkeit von der Wasserkraft als Energiequelle. Investitionen in die (Transport-) Infrastruktur sind unausweichlich, da Brasilien mit seiner Größe über enorm weite Transportwege verfügt. Zudem birgt die Abhängigkeit von lediglich einer Energiequelle die große Gefahr eines Blackouts.77

3.2.4 Katar

Katar, mit Hauptstadt Doha, gehört mit nur 11.500 km² und etwa 2 Mio. Einwohnern zu den weltweit größten Förderern von Gas und Öl.78 Katar ist eine sog. Erbmonar- chie und wird seit 2013 von Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani regiert. Das Land kann man als eines der „Boomländer“ dieser Welt ansehen, mit Potenzial für weiteren wirtschaftlichen Aufstieg. Neben der Förderung von Öl versucht sich der Wüstenstaat derzeit vor allem im Bereich der Finanzdienstleistungen zukunftsträch- tig aufzustellen. Daneben sollen Investitionen in Stadtentwicklung und Infrastruktur für weiteres Wirtschaftswachstum sorgen. Katar zeigt zudem seit Jahren Versuche sich auch politisch kontinuierlich zu modernisieren. So wurden erste Möglichkeiten für Bürger geschaffen sich durch Wahlen aktiv an der Politik zu beteiligen. Diese Wahlen zum Gemeinderat bzw. Wahlen zur Industrie- und Handelskammer haben jedoch nicht die Bedeutung wie vergleichsweise Wahlen in Deutschland. Parteien wie in Deutschland sind in Katar gänzlich verboten, ebenso Gewerkschaften. Auch in den Medien gab es zwar Modernisierungstendenzen, von vollkommener Pressefrei- heit kann jedoch noch lange nicht die Rede sein. Besondere Kritik erntet Katar wegen seiner Arbeitsbedingungen für die unzähligen ausländischen Gastarbeiter auf den vielen Großbaustellen im Land. So sind über 94 % der etwa 2 Mio. Einwohner Katars nicht katarische Staatsbürger, sondern Gastarbeiter, vor allem aus Indien, Nepal, Bangladesch und den Philippinen. Ein Ende dieser Politik ist nicht abzusehen, da immer wieder neue Mammutprojekte anstehen, die fast ausschließlich von Gastar- beitern geschaffen werden. Besonders fragwürdig ist auch die Rolle Katars in Sachen Umwelt bzw. Umweltschutz. So ist der kleine Staat Spitzenreiter im CO2-Ausstoß und im Wasserverbrauch pro Kopf.79 /80

4. Ethik

4.1 Der Begriff Ethik

„Der seit Aristoteles verwendete Disziplintitel „Ethik“ leitet sich ursprünglich von dem griechischen Wort „ethos“ her, das in zwei Varianten vorkommt, nämlich ein- mal als ἔθος - Gewohnheit, Sitte, Brauch: Wer durch Erziehung daran gewohnt wor- den ist, sein Handeln an dem, was Sitte ist […] auszurichten, der handelt „ethisch“ […] .“81 „Im engeren und eigentlichen Sinn ethisch handelt jedoch derjenige, der überlieferten Handlungsregeln und Wertmaßstäben nicht fraglos folgt, sondern es sich zur Gewohnheit macht, aus Einsicht und Überlegung das jeweils erforderliche Gute zu tun: […].“82

Nach Quante, M. (2013) lassen sich drei Grundfragen der Ethik festhalten. Dies wäre zum ersten die Frage nach dem Tun und Handeln: „Was soll ich tun? Wie soll ich handeln?“83 Jeder von uns ist vermutlich täglich mit diesen Fragen konfrontiert. Es gilt Entscheidungen zu treffen, in denen ein Tun und Handeln gefragt ist. Doch oft stößt man in solchen Situationen auch auf Gewissenskonflikte. Dies beginnt schon in der Kindheit, die Eltern schreiben etwas vor und als Kind stellt man sich die Frage, ob man darauf hören oder sich widersetzen soll. Später im Job treten solche Gewis- sensentscheidungen noch viel häufiger auf. Der Vorgesetzte trägt einem etwas auf, man ist jedoch der Meinung, dass dieses Handeln nicht korrekt ist und befindet sich im Konflikt, entweder auf den Vorgesetzten zu hören oder seinen eigenen Weg mit eventuellen Konsequenzen, zu gehen.

Auch in den Medien vor allem im Gebiet der Stammzellenforschung, der Diskussion um artgerechte Tierhaltung oder auch im Sport im Bereich des systematischen Dopings ist Ethik ein viel diskutiertes Thema. Es stellen sich dabei vor allem in Situationen, in denen es darum geht für oder gegen etwas zu sein bzw. sich für ein Handeln zu entscheiden, oben genannte Fragen: Was soll ich in solchen Situationen tun und wie soll ich mich bei diesen Themen verhalten?84

Die zweite Grundfrage der Ethik nach Quante, M. (2013) ist die Frage: „Warum ist diese Handlung richtig?“85 Sie ist also eine Art Erweiterung der ersten Grundfrage. Es muss sich zusätzlich die Frage gestellt werden, wieso ich mich genau für dieses Handeln entschieden habe, wieso dieses Handeln besser oder korrekter ist als die Alternative gegen die ich mich entschieden habe. „Anders als die erste zielt diese zweite Grundfrage nicht darauf ab, die Handlung zu ermitteln, die zu tun ist. Sondern sie fragt nach den Merkmalen, aufgrund derer sich die ermittelte Antwort als die richtige erweist. Im Kontext der Ethik fragt man also auch nach den Merkmalen oder Kriterien des ethisch Guten bzw. Richtigen.“86

Die dritte und letzte Grundfrage lautet: „Was bedeuten unsere ethischen Begriffe?“ bzw. „Wie sind die ethischen Grundbegriffe beschaffen und wie funktionieren ethische Begründungen?“87 Die Frage der Begründung stellt sich bereits in der zweiten Grundfrage der philosophischen Ethik und auch in unserer alltäglichen Begegnung mit ethischen Entscheidungen.88 „Die philosophische Ethik geht diesen Begründungsproblemen in systematisierender Weise nach und ist bestrebt, ethische Begründungen in ihrer immanenten Struktur transparent zu machen, die dabei verwendeten Grundbegriffe zu analysieren sowie die spezifische Natur ethischer Ansprüche und Begründungen zu verstehen.“89

4.2 Ziele und Grenzen der Ethik

4.2.1 Ziele der Ethik

Die Ethik und ihre Lehre haben gewisse Zielsetzungen, die erreicht werden sollen. Das „Prinzip der Freiheit als den letzten Sinngrund menschlichen Handelns“90 spielt dabei die zentrale Rolle. Denn einerseits wird Freiheit „als das unbedingt Gesollte“91 vermittelt, doch andererseits kann die Ethik „den wirklichen Vollzug von Freiheit in einer Praxis nicht herstellen“92.93

Das übergeordnete Gesamtziel der Freiheit kann in drei Unterziele unterteilt wer- den:

So gilt es als erstes zu untersuchen, welches moralische Handeln eines Men- schen ausgehend aus dessen Alltagsgewohnheiten als moralisch gut definiert werden kann. Dabei grenzt sich das moralisch gute Handeln von unmorali- schen Handlungen ab. In seinem moralischen Handeln ist ein Mensch jedoch nur dann Mensch, wenn er die Bedürfnisse seiner Mitmenschen mit berück- sichtigt und nicht auf Kosten dieser seine eigenen Bedürfnisse befriedigt.

Als zweites soll jedes Handeln auf den Anspruch nach Moralität, d.h. nach dem Streben nach Freiheit als das unbedingte Prinzip, überprüft werden. Dies stellt also den Übergang des im ersten Schritt aufgestellten theoretischen Anspruchs in die praktische Verfahrensweise dar.

Und zum dritten ist das Ziel die Bedeutung der sog. moralischen Kompetenz und sozialer Verantwortung zu unterstreichen. „Wer sich in kritisch- praktische Urteilskraft einübt, erwirbt im Verlauf seines Lern- und Lebenspro- zesses eine mehr und mehr sich festigende Grundhaltung, die als moralische Kompetenz bezeichnet werden kann.“ Moralische Kompetenz beschreibt die Fähigkeit im Hinblick auf den Freiheitsgedanken in Situationen des Handelns das Richtige zu tun.

Wichtig hinzuzufügen ist, dass die angesprochenen Ziele nur in der Praxis erreicht werden können und somit weit über die ethische Theorie mit der Wissenschaft vom moralischen Handeln hinausgehen.94

4.2.2 Grenzen der Ethik

Den Zielen sind jedoch auch gewisse Grenzen gesetzt. Es können insgesamt vier Grenzen der Ethik festgehalten werden:

Die erste von der Ethik selbst gesetzte Grenze ist, dass die Ethik selbst nicht die Praxis darstellen kann. Die Ethik stellt lediglich die Theorie für die Praxis dar.

Die Ethik kann einen Menschen zudem nicht zu einem moralisch korrekt handelnden Individuum machen. Dies geschieht nur durch den Menschen und sein Handeln selbst. Es kann sowohl ein böses als auch ein gutes morali- sches Verständnis entstehen. Die Ethik versucht an dieser Stelle lediglich über moralisch gutes Handeln aufzuklären und dieses zu vermitteln. Die dritte Grenze besagt, dass die Ethik keine „Supermoral“95 darstellt, d.h. sie ist nicht für die gesamte Menschheit allgemeingültig. Die Ethik bietet le- diglich eine Handlungsempfehlung mit begründeten formalen Normen. Die vierte und letzte Grenze der Ethik an der Freiheit besagt, dass die Ethik nicht als eine moralische Instanz gelten kann. „Die Ethik kann und soll sich somit nicht stellvertretend für handelnde Subjekte moralische Kompetenz anmaßen, sondern die Handelnden dazu anleiten, selber moralische Kompe- tenz zu erwerben und auszuüben.“96

Die Ethik und ihre moralischen Werte, die sie vermittelt, können also nicht als ein allumfassendes „Gesetz“ dienen, sondern sollen die Menschen nur immer wieder an das Prinzip der Freiheit erinnern.97

4.3 Der Gegenstand ethischer Bewertung

Grundsätzlich ist bei allen ethischen Theorien und der ethischen Bewertung der Ausgangspunkt die Frage: „Auf welchen Aspekt einer konkreten Handlung beziehen wir uns, wenn wir diese Handlung ethisch bewerten?“98. Bei Beantwortung dieser Fragen unterscheiden sich die verschiedenen ethischen Theorien grundlegend in ihren Antworten.

Die drei bedeutendsten Antworten sind Folgende:

„Wenn wir eine konkrete Handlung ethisch bewerten, dann beziehen wir uns auf ethisch relevante Handlungstypen, die durch diese Handlung exemplifi- ziert werden.

Wenn wir eine konkrete Handlung ethisch bewerten, dann beziehen wir uns auf die Folgen dieser Handlung und unterziehen diese einer ethischen Bewer- tung.

Wenn wir eine konkrete Handlung ethisch bewerten, dann beziehen wir uns auf den Charakter des Handelnden, der in dieser Handlung zum Vorschein kommt und durch diese Handlung geformt wird.“99

Die Gemeinsamkeit der Antworten ist, dass nicht die Handlung als solches bewertet wird, sondern immer etwas der Handlung zugrundeliegendes oder unmittelbar da- mit zusammenhängendes. Also der Handlungstyp, die Handlungsfolge und der Cha- rakter des Handelnden. Bei der ethischen Bewertung von Sportveranstaltungen eig- nen sich besonders die Bewertung der Handlungsfolgen und die Bewertung von Charakteren die diese Handlungen zu verantworten haben. Im Rahmen der ethi- schen Bewertung in dieser Untersuchung soll vorwiegend die deontologische Ethik als Grundlage dienen. Die deontologische Ethik bezieht sich „auf das Gesollte im Sinne der ethisch richtigen Handlung.“100 Die ethische Bewertung einer Handlung zielt dabei auf das Festhalten grundlegender moralischer Pflichten und Verhaltens- regeln ab.101

5. Die ethische Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern

5.1 Vorgehensweise bei der ethischen Bewertung

Die Vorgehensweise bei der ethischen Bewertung nachfolgender Sportgroßveran- staltungen muss differenziert erfolgen. Dies liegt zum einen darin begründet, dass die einzelnen Ereignisse in allen Aspekten nicht miteinander verglichen werden kön- nen und zum anderen findet eines der untersuchten Ereignisse erst in der Zukunft statt. Grundsätzlich wird die Bewertung aus verschiedenen Blickwinkeln vorge- nommen. Dabei werden v.a. wirtschaftliche und soziale Gesichtspunkte rund um die Sportgroßveranstaltungen analysiert. Von Bedeutung ist insbesondere der ethische Gesichtspunkt. Beurteilt werden soll, ob die jeweiligen Entscheidungen und Vorge- hensweisen im Zuge der Veranstaltungen das vermeintlich richtige Handeln dar- stellt oder nicht. Untersucht werden die Fußball-WM 2010 in Südafrika, die Olympi- schen Winterspiele 2014 in Sotschi, die Fußball-WM 2014 in Brasilien und die Fußball-WM 2022 in Katar.

5.2 Ethische Bewertung der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika

Zuerst wird die 19. Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika auf ihre Auswirkungen untersucht und anschließend bewertet.

5.2.1 Die Rolle des Fußballs in Südafrika

Der Fußball nimmt in Südafrika, neben den populären Sportarten Rugby und Cricket nur eine Nebenrolle ein. Der Zuschauerschnitt (Stand: 08.02.2015) in der ersten süd- afrikanischen Fußball-Liga (PSL) liegt bspw. in der Saison 14/15 bei nur rund 6.500 Zuschauern (im Vergleich dazu die 1. Bundesliga in Deutschland mit 42.688 Zu- schauern).102 /103 In der Saison 09/10 lag der Zuschauerschnitt sogar noch bei 8100 Zuschauern.104 Ein Bedeutungszuwachs des Fußballs durch die Weltmeisterschaft 2010 wurde somit scheinbar nicht erreicht.

5.2.2 Investitionen im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft

Im Rahmen der WM 2010 wurden erhebliche Investitionen getätigt. In Abbildung 2: „Erfolgsrechnung Lokales Organisationskomitee WM 2010 (in MUSD)“ ist die Er- folgsrechnung des lokalen Organisationskomitees aufgestellt. Einander gegenüber- gestellt sind die Erträge sowie Aufwände im Rahmen der Weltmeisterschaft 2010. Der operative Aufwand beträgt insgesamt 516 Mio. USD, demgegenüber stehen 526 Mio. USD Ertrag. Damit kann als Gewinn, laut des Lokalen Organisationskomitees, eine vergleichsweise geringe Summe von 10 Mio. USD bilanziert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Erfolgsrechnung Lokales Organisationskomitee WM 2010 (in MUSD)* Quelle: o. V. (2011), S. 39

Knapp die Hälfte der Kosten entfiel auf den Betrieb der Stadien (260 Mio. USD). Auf- tretende Kosten waren dabei u.a. Temporäre Bauten (89 Mio. USD), Stromkosten (87 Mio. USD) und die Miete für die Stadien (23 Mio. USD). Des Weiteren fielen Perso- nal,- Transport- und Versicherungskosten an. Aufseiten des Ertrages sind die Unter stützungszahlungen der FIFA in Form von Geld- und Sachleistungen (226 Mio. USD) und der Ertrag aus den Ticketverkäufen (300 Mio. USD) zu nennen. Die eben aufgezeigten Kosten und Erträge stellen lediglich die des lokalen Organisationskomitees dar. Diese spiegeln wahrhaftig nicht die eigentlichen Kosten der WM 2010 wieder. Mehrere Mrd. USD, weit mehr als ursprünglich geplant, wurden in die Errichtung von Infrastruktur, neuen Stadien und in die Sicherheit investiert:

Stadien

Insgesamt wurden für die Weltmeisterschaft 2010 zehn Stadien umgebaut, moder- nisiert oder komplett neu errichtet. Ursprünglich war der Bau von zwei neuen Stadi- en und die Modernisierung acht weiterer geplant. Dafür veranschlagt waren etwa 125 Mio. Euro.105 Die endgültigen Kosten für die Stadioninfrastruktur betrugen letztendlich jedoch weit über zwei Mrd. Euro.106 Allein das Green-Point-Stadion in Kapstadt kostete 480 Mio. Euro. Ursprünglich sollte das Stadion für 200 Mio. Euro in einem Armenviertel Kapstadts errichtet werden.107 Dies verhinderte allerdings die FIFA und so wurde Kapstadts neuer Fußballtempel für knapp eine halbe Milliarde Euro mit Blick auf den Tafelberg errichtet. In Durban wurde auf Geheiß der lokalen Politik ein neues Stadion für 340 Mio. Euro gebaut, obwohl sogar die FIFA das beste- hende Stadion mit Umbaumaßnahmen für lediglich 6 Mio. Euro akzeptiert hätte.108 Auch für diesen Stadionneubau waren anfangs nur umgerechnet 200 Mio. Euro ver- anschlagt.109 Eine weitere fragwürdige Investition waren die etwa 100 Mio. Euro für den Bau des Mbomela-Stadions in Nelspruit für lediglich vier Vorrundenspiele. Nel- spruit grenzt südwestlich an den Krüger Nationalpark, für den Bau des Stadions mussten zwei Schulen weichen, die bis heute nicht wieder aufgebaut wurden. Das Stadion fasst 46.000 Zuschauer, die doppelte Einwohnerzahl der Kernstadt von Nel- spruit.

[...]


1 Vgl. http://www.zeit.de/sport/2013-11/bayern-olympia-winterspiele

2 Vgl. http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/olympia-2022-oslo-will-nicht-mehr-dabeisein- 13185210.html

3 Steinberger, K. (2014)

4 Vgl. ebenda

5 Vgl. Müller, H.; Stettler, J. (1999), S. 11

6 Vgl. Moesch, C. (2008), S. 48

7 Vgl. Gans, P.; Horn, M.; Zemann, C. (2003), S. 83 ff.

8 Vgl. ebenda, S. 83

9 Vgl. Vöpel, H. (2010)

10 Vgl. http://de.fifa.com/classicfootball/history/fifa/foundation.html

11 Vgl. http://de.fifa.com/classicfootball/history/fifa/fifa-takes-shape.html

12 Vgl. http://de.fifa.com/classicfootball/history/fifa/first-fifa-world-cup.html

13 http://de.fifa.com/classicfootball/history/fifa/new-era.html

14 Vgl. ebenda

15 Vgl. http://de.fifa.com/classicfootball/history/fifa/Blatter-years.html

16 Vgl. http://www.welt.de/newsticker/sport-news/article137073036/FIFA-Wahl-Prinz-Ali-schliesst- Allianz-gegen-Blatter-nicht-aus.html

17 Vgl. ebenda

18 Vgl. http://www.sportschau.de/fussball/international/figo-wird-gegenkandidat-von- blatter100.html

19 Vgl. http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/associations.html

20 Vgl. http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/statutes.html

21 Vgl. http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/bodies/index.html

22 Vgl. http://www.focus.de/sport/fussball/wm-2014/wm-wm-vergabe-kuenftig-durch-fifa- kongress_aid_1009267.html

23 Vgl. o. V. (2014) a, S. 56

24 Vgl. http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/bodies/congress/fifacongress.html

25 Vgl. http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/bodies/excoandemergency/index.html

26 Vgl. o. V. (2014) a, S. 56 f.

27 Ebenda, S. 57

28 Vgl. http://www.sueddeutsche.de/news/sport/fussball-chronologie-seit-vier- jahrenkorruptionsvorwuerfe-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-141113-99-03403

29 Vgl. http://www.sueddeutsche.de/news/sport/fussball-fifa-chefermittler-schmeisst-hin---blatter- ueberrascht-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-141217-99-07805

30 Vgl. http://www.olympic.org/about-ioc-institution?tab=organisation

31 Vgl. o. V. (2012) b, S. 8

32 Vgl. http://www.olympic.org/about-ioc-institution?tab=presidents

33 Deutsche Olympische Akademie (Hrsg.) (2013), S. 6

34 Vgl. o. V. (2006), S. 9

35 Vgl. Humphreys, B. R. & van Egteren, H. (2012), S. 23 ff.

36 Vgl. Deutsche Olympische Akademie (Hrsg.) (2013 ), S. 46 ff.

37 Ebenda, S. 10

38 Vgl. Ahrens, P. (2010)

39 Vgl. http://www.olympic.org/about-ioc-institution?tab=presidents

40 Vgl. Ahrens, P. (2010)

41 Vgl. Brinkbäumer, K.; Geyer, M.; Wulzinger, M. (1998)

42 Vgl. http://www.dosb.de/fr/olympia/olympische- news/detail/news/spitzenfunktionaere_einig_ueber_olympische_agenda_2020/

43 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/schwellenlaender.html#definition

44 Vgl. http://www.bpb.de/wissen/EX026Q

45 Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/schwellenlaender.html#definition

46 „Der Gini-Index ist ein statistisches Maß, das zur Darstellung von Ungleichverteilungen verwendet wird. Er kann einen beliebigen Wert zwischen 0 und 100 Punkten annehmen. Der Gini-Index zeigt die Abweichung der Verteilung des Einkommens (oder des Verbrauchs) auf Personen oder Haus- halte innerhalb eines Landes von einer vollkommen gleichen Verteilung. Ein Wert von 0 bedeutet absolute Gleichheit, ein Wert von 100 absolute Ungleichheit.“ Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/37024/umfrage/ranking-der-20-laender- mit-der-groessten-ungleichheit-bei-der-einkommensverteilung/

47 Vgl. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/37024/umfrage/ranking-der-20-laender-mit- der-groessten-ungleichheit-bei-der-einkommensverteilung/

48 Vgl. http://de.statista.com/infografik/2346/gini--koeffizienten-ausgewaehlter-laender/

49 Hoppen, D. (2013)

50 Vgl. http://www.bpb.de/wissen/EX026Q

51 „[BRICS-Staaten] (…) ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von 5 ökonomisch (und politisch) auf- strebenden Staaten und Wachstumsmärkten (engl. »emerging powers«); der Begriff ist gebildet aus den Anfangsbuchstaben der Länder Brasilien, Russland, Indien, China und (seit 2010) Südafri- ka.“ Quelle: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/176724/brics-staaten

52 Vgl. http://www.bpb.de/wissen/EX026Q

53 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01- Nodes_Uebersichtsseiten/Suedafrika_node.html

54 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Suedafrika/ Wirtschaft_node.html

55 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Suedafrika/ Innenpolitik_node.html

56 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Suedafrika/ Wirtschaft_node.html

57 Vgl. ebenda

58 Vgl. Habacker (2008), S. 45

59 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Suedafrika/ Wirtschaft_node.html

60 Vgl. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/37024/umfrage/ranking-der-20-laender-mit- der-groessten-ungleichheit-bei-der-einkommensverteilung/

61 Vgl. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/sf.html

62 Vgl. Habacker (2008), S. 45

63 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01- Nodes_Uebersichtsseiten/RussischeFoederation_node.html

64 Vgl. ebenda

65 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/ RussischeFoederation/Innenpolitik_node.html

66 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/sid_48C9F4626FB2F88B2613BC3C0D8DB709/DE/ Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/RussischeFoederation/Wirtschaft_node.html

67 Vgl. ebenda

68 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/ RussischeFoederation/Innenpolitik_node.html [27.12.2014]

69 Vgl. ebenda

70 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/sid_48C9F4626FB2F88B2613BC3C0D8DB709/DE/ Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/RussischeFoederation/Wirtschaft_node.html

71 Vgl. ebenda

72 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01- Nodes_Uebersichtsseiten/Brasilien_node.html

73 Vgl. Hoppen, D. (2013), S. 237

74 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Brasilien/ Innenpolitik_node.html

75 Hoppen, D. (2013), S. 237

76 Vgl. ebenda (2013), S. 238

77 Vgl. Schoenwald, S.; Dr. Ullrich, K. (2014), S. 2

78 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01- Nodes_Uebersichtsseiten/Katar_node.html

79 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Katar/ Innenpolitik_node.html

80 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Katar/ Wirtschaft_node.html

81 Pieper, A. (2007), S. 25 f.

82 Ebenda, S. 26

83 Quante, M. (2013), S. 10

84 Vgl. ebenda, S. 12

85 Quante, M. (2013), S. 12

86 Ebenda, S. 13

87 Ebenda, S. 15

88 Vgl. Ebenda, S. 15

89 Ebenda, S. 15

90 Pieper, A. (2007), S. 182

91 Ebenda, S. 182

92 Pieper, A. (2007), S. 182

93 Vgl. Pieper, A. (2007), S. 182

94 Vgl. ebenda, S. 182 ff.

95 Pieper, A. (2007), S. 186

96 Ebenda, S. 187

97 Vgl. ebenda, S. 185 ff.

98 Quante, M. (2013), S. 126

99 Quante, M. (2013), S. 126

100 Ebenda, S. 130

101 Vgl. ebenda, S. 126 ff.

102 Vgl. http://www.transfermarkt.de/absa-premiership/besucherzahlen/wettbewerb/SFA1

103 Vgl. http://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/besucherzahlen/wettbewerb/L1

104 Vgl. http://www.transfermarkt.de/absa- premiership/besucherzahlen/wettbewerb/SFA1/plus/?saison_id=2009 * Provisorische Zahlen: In der LOC-Erfolgsrechnung sind alle ausstehenden finanziellen Verpflichtun- gen von Drittparteien berücksichtigt. Die Schlussabrechnung wurde noch nicht geprüft und liegt der FIFA zum Zeitpunkt der Drucklegung noch nicht vor.

105 Vgl. Huschka, D.; Bruhn, A.; Wagner, G. G. (2010), S. 4

106 Vgl. Bond, P. (2014), S. 24

107 Vgl. Dardagan, C. (2010)

108 Vgl. ebenda

109 Vgl. Bond, P. (2014), S. 23

Details

Seiten
141
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668006782
ISBN (Buch)
9783668006799
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v302695
Institution / Hochschule
Hochschule München – Fachhochschule München
Note
1,3
Schlagworte
bewertung sportgroßveranstaltungen schwellenländern

Autor

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Titel: Die ethische Bewertung von Sportgroßveranstaltungen in Schwellenländern