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Die Ökozone der feuchten Mittelbreiten

Seminararbeit 2011 18 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Die feuchten Mittelbreiten
1.1 Einleitung – Eine Hinführung zum Thema
1.2 Ausarbeitung der Fragestellung

2. Geographische Verbreitung der feuchten Mittelbreiten

3. Das Klima der feuchten Mittelbreiten
3.1 Klimagenese
3.2 Regionale klimatische Unterschiede
3.3 Hygrische Verhältnisse

4. Geomorphologie

5. Hydrologie

6. Böden

7. Bio- und Vegetationsgeographie

8. Landnutzung und Besiedlung

9. Synthese und Schluss

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Geographische Verbreitung der feuchten Mittelbreiten

Abbildung 2: Das Zirkulationssystem der Erde

Abbildung 3: Querschnitt eines Kerbtals

Abbildung 4: Querschnitt eines Sohlenkerbtals

Abbildung 5: Bodenprofil einer Braunerde

Abbildung 6: Bodenprofil einer Parabraunerde. Quelle = Scheffer & Schachtschabel 2010,

1. Die feuchten Mittelbreiten

1.1 Einleitung – Eine Hinführung zum Thema

Die Vielfalt der Erde zu erkennen und sie gleichzeitig soweit wie möglich klassifizieren und zusammenfassen – eine Thematik, mit der sich Geographen seit jeher beschäftigen. Verschiedene Regionen der Erde soweit abzugrenzen wie nötig und doch soweit zusammenzufassen wie möglich – das ist der Hintergrund zu der Einteilung der Erde in verschiedene Ökozonen. Das Spannende hierbei ist, zusätzlich zu den einzelnen Teilgebieten der Klimatologie, Geomorphologie, Hydrologie, Bodenkunde, Bio- und Vegetationsgeographie auch die Landnutzung und Besiedlung durch den Menschen betrachtet wird. Anhand der jeweiligen Ökozonen wird die Erde als ein komplexes System mit verschiedenen Einflussfaktoren betrachtet, bei der der anthropogene Einfluss mitberücksichtigt wird und somit ein sehr vielschichtiges Abbild der Wirklichkeit entsteht.

Dabei werden Erkenntnisse aus Nachbarwissenschaften wie Meteorologie, Pedologie, oder Biologie betrachtet und zusammengefügt, wodurch ein komplexes Wirkungsgefüge entsteht.

1.2 Ausarbeitung der Fragestellung

Im Rahmen dieser Arbeit soll die Ökozone der feuchten Mittelbreiten genauer untersucht werden. Hierbei wird zunächst die geographische Verteilung näher beleuchtet. Dann wird die regionale Verteilung beschrieben. Im Anschluss findet eine genauere Darstellung anhand der verschiedenen geographischen Teilaspekte Klimatologie, Geomorphologie, Hydrogeographie, Bio- und Vegetationsgeographie und der Einflussnahme des Menschen.

Insgesamt soll ein Überblick über die gesamte Ökozone gegeben werden, vertiefte Analysen sind jedoch nur in gewissem Umfang möglich, da dies sonst den Umfang dieser Arbeit deutlich überschreiten würde.

2. Geographische Verbreitung der feuchten Mittelbreiten

Die Ökozone der feuchten Mittelbreiten ist fragmentiert über beide Erdhälften verteilt. (Abb.1) Hauptsächlich befinden sich die Gebiete auf der Nordhalbkugel, auf der Südhemisphäre werden nur wenige Regionen den feuchten Mittelbreiten zugeordnet. Die feuchten Mittelbreiten umfassen auf den jeweiligen Westseiten der Kontinente durch den Einfluss kalter und warmer Meeresströmungen Gebiete zwischen 40 und 60° nördlicher Breite, an den Ostseiten der Kontinente liegen die Regionen mit 35 bis 50° nördlicher Breite etwas südlicher. Die nördliche Grenze bildet die Boreale Zone, die südliche wird durch die Winterfeuchten Subtropen an den Westseiten und den Immerfeuchten Subtropen an den Ostseiten der Kontinente dargestellt (Schultz 1995).

Die feuchten Mittelbreiten umfassen weite Teile der USA, West-, Mittel- und Osteuropas und den östlichen Teil des asiatischen Kontinents. Auf der Südhalbkugel befinden sich die Westküste im Süden Südamerikas und der Südosten Australiens sowie die Südinsel von Neuseeland in den feuchten Mittelbreiten.

Insgesamt erstrecken sich die feuchten Mittelbreiten über eine Fläche von 15 Mio. km² oder 10% der Festlandsfläche (Schultz 1995).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Geographische Verbreitung der feuchten Mittelbreiten.

Quelle = Schultz 1996, S.194f

3. Das Klima der feuchten Mittelbreiten

3.1 Klimagenese

Die feuchten Mittelbreiten liegen in der Zone außertropischer Westwinde.

Um die Genese der Westwinde besser erläutern zu können, ist es hilfreich, vorab die Entstehung der atmosphärischen Zirkulation zu erläutern (vgl. Abb. 2).

Durch die Erdgestalt ist die solare Einstrahlung am Äquator am höchsten, an den Polen am niedrigsten. Die Abnahme erfolgt diskontinuierlich, zwischen 30 und 60° nördlicher bzw. südlicher Breite ist die Temperatur- und Druckdifferenz am höchsten. Hier entstehen in Folge der Erdrotation an der Subtropen- und Polarfront hohe westliche Strahlströme, auch Jetstreams genannt. Diese Ströme setzen sich bis in bodennahe Luftschichten durch, weswegen die planetarische Frontalzone auch als Westwindzone bezeichnet wird (Kuttler 2009).

Die Jetstreams strömen in unterschiedlich stark ausgeprägten Wellen in zonaler Richtung. Diese, nach ihrem Entdecker benannten Rossby-Wellen kommen in verschiedenen Ausprägungsformen vor. Dies bezeichnet man als Index-Cycles. Bei Zunahme der Wellenstärke bilden sich Tröge und Rücken aus und schließlich kommt es bei weiterer Wellenbildung zu dem cut-off-effect. Hierbei bilden sich Kalt- und Warmluftgebiete, die typischerweise nach Süden bzw. Norden wandern und so für einen Luftmassenausgleich sorgen. Die Jetstreams haben sich somit aufgelöst, formieren sich jedoch bei ausreichend hohem Gradienten wieder neu. Diese Abfolge der Zyklonenbildung ist prägend für das Wettergeschehen der Mittleren Breiten (Kuttler 2009).

Aufgrund der Lage im Gradnetz sind ausgeprägte Jahreszeiten charakteristisch für die Zone der feuchten Mittelbreiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Das Zirkulationssystem der Erde.

Quelle = Walch & Frater 2004, S.29

3.2 Regionale klimatische Unterschiede

Das regionale Klima innerhalb der feuchten Mittelbreiten ist sehr heterogen. Durch die vorherrschenden Westwinde ist das Klima an den jeweiligen Westseiten der Kontinente maritim geprägt. Die Temperaturamplitude ist hier im Jahresgang mit 10°C bei Vergleich der Monatsmittel relativ gering. Die Temperaturmaximum liegt mit 15°C im Sommer relativ tief, das Temperaturminimum ist bei 2°C bis 5°C. Die Winter sind also relativ mild. Mit zunehmender Kontinentallage nehmen die jahreszeitlichen Temperaturdifferenzen deutlich zu. So kann hier das Minimum im Winter bei bis zu -30°C liegen, der Maximalwert der sommerlichen Erwärmung bei bis zu +18°C. Die Temperaturamplitude liegt in kontinentalen Regionen bei bis zu 40°C. Dementsprechend gibt es auch deutliche Differenzen in der Dauer der Vegetationszeit. In kontinentalen Lagen erstreckt sich die Vegetationsperiode häufig nur über ein halbes Jahr, in maritimen Gebieten hingegen ist sie länger. In maritimen Küstenlagen kann die Vegetationsperiode auch ganzjährig sein (Schultz 1995).

3.3 Hygrische Verhältnisse

Die Niederschlagsverhältnisse in den feuchten Mittelbreiten stehen ebenfalls unter dem Einfluss der Westwinddrift. Sie werden charakterisiert durch ganzjährig humide Verhältnisse. In mindestens zehn Monaten liegen die Niederschläge über der potentiellen Verdunstung. Der Jahresgang des Niederschlags ist relativ regelmäßig, es gibt kleinere Minima und Maxima im Jahresverlauf. Die Abweichungen der Jahresniederschlagssummen sind gering.

Auch bei Betrachtung der Niederschlagsverteilung sind wieder regionale Differenzen festzustellen. Maritime, küstennahe Regionen an den Westseiten der Kontinente werden durch die Westwinddrift ganzjährig mit relativ viel Niederschlag versorgt. Nach Osten hin nimmt die Intensität und Häufigkeit der Niederschläge ab. Der Einfluss der Westwinde verringert sich zunehmend. Zudem ändert sich auch die Verteilung der Niederschläge im Jahresgang mit zunehmender Kontinentalität. Besonders in den hohen Mittelbreiten bilden sommerliche Konvektionsniederschläge das Maximum in der Niederschlagsverteilung (Kuttler 2009).

4. Geomorphologie

Die Verwitterung ist in den feuchten Mittelbreiten weder physikalisch noch chemisch besonders ausgeprägt, die chemische Verwitterung überwiegt jedoch leicht. Gründe dafür sind vor allem das gemäßigte Klima, das weder durch extrem hohe Temperaturen und Niederschläge die chemische Verwitterung besonders ausgeprägt werden ließe, noch fehlen extreme Temperaturgegensätze, die eine starke physikalische Verwitterung verursachen würden. Als Beispiele für Prozesse der physikalischen Verwitterung in den feuchten Mittelbreiten sind Insolationsverwitterung und Frostsprengung sowie Wurzelsprengung als Form der physikalisch-biologischen Verwitterung zu nennen (Kugler et al 1988).

Als chemische Verwitterungsprozesse, die in den feuchten Mittelbreiten ablaufen, sind Hydratation, Hydrolyse und Kohlensäureverwitterung zu nennen. Durch den Prozess der Verkarstung entsteht durch Lösungsvorgänge in den gemäßigten Breiten meist bedeckter Karst. In Mitteleuropa kommt es häufig zur Bildung von Erdfällen durch die Ausfällung von Salz oder Gips (Heinrich & Hergt 2006).

Das Relief der feuchten Mittelbreiten ist überwiegend von Vorzeitformen geprägt. Fossile Rumpfflächen dominieren weite Teile der Landschaft dieser Zone. Durch Abtragung wurden ehemalige Oberflächenformen so weit eingeebnet, dass nur noch ein gering ausgeprägtes Relief vorhanden ist. Die Form der Erdoberfläche ist nur wenig von geologischen Strukturen oder differenzierenden Gesteinen beeinflusst. Rumpfflächen erstrecken sich über weite Gebiete (Ahnert 1996).

Kerb- und Sohlenkerbtäler mit Flussterrassen dominieren die Taltypen der feuchten Mittelbreiten. Kerbtäler sind durch gleichzeitige Tiefen- und Seitenerosion entstanden, das bei diesen Prozessen entstehende Material wird abtransportiert. Der Fluss nimmt die gesamte Talsohle ein, das Flussbett entspricht also der Talsohle. Die Talhänge der Kerbtäler sind steil in konkaver oder konvexer Form (Abb.3).

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Details

Seiten
18
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668007970
ISBN (Buch)
9783668007987
Dateigröße
651 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v302618
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Institut für Geographie
Note
Schlagworte
Klima Geomorphologie Hydrologie Böden Bio- und Vegetationsgeographie

Autor

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