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Plattentektonik und Kontinentaldrift. Grundlagen und Theorie nach Alfred Wegener

Seminararbeit 2010 14 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Allgemeines, Grundlagen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Plattentektonik und Kontinentaldrift - eine Hinführung zum Thema
1.1 Bedeutung der Plattentektonik
1.2 Ausarbeitung der Fragestellung

2. Alfred Wegener und seine Theorie
2.1 Alfred Wegener vor historischem Hintergrund
2.2 Der Schalenbau der Erde
2.3 Die Theorie der Kontinentalverschiebung (Wegener)

3. Kritik

4 Plattentektonik Heute
4.1 Weiterentwicklung von Wegeners Theorie
4.2 Theoretische Grundlagen
4.3 Rekonstruktion früherer Plattenbewegungen

5 Synthese und Schluss

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Erklärungsmodelle früherer Kontinentallagen (Schwarzenbach 1980, S. 73) Abbildung 2: Aufbau der Erde (Jacobshagen et al. 2000, S. 146)

Abbildung 3: Rekonstruktion urzeitlicher Kontinentallagen (Wegener 1966, S.18)

Abbildung 4: Vergleich des Aufbaus der Erdkugel von Wegener und nach heutigem Kenntnisstand (Schwarzbach 1980, S. 110)

Abbildung 5: Rekonstruktion früherer Kontinentallagen nach Dietz und Holden 1970 (Schwarzbach 1980, S. 112)

1. Plattentektonik und Kontinentaldrift - eine Hinführung zum Thema

1.1 Bedeutung der Plattentektonik

Erdbeben oder Vulkanausbrüche - natürliche Prozesse, die jedoch große Auswirkungen für menschliches Leben haben können. Als aktuelle Beispiele seien hier die Eruption des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010, der den weltweiten Flugverkehr für einige Tage außer Betrieb setzte, und ein Erdbeben im Iran im Dezember 2010 mit mehreren Verletzten und Toten genannt. Die Ursachen für diese Naturerscheinungen sind in der Plattentektonik und den Prozessen, die im Erdinneren ablaufen, zu suchen. Seit Jahrhunderten beschäftigen sich Forscher nun mit dieser Thematik. Alfred Wegener veröffentlichte 1915 eine Theorie über die Kontinentaldrift, die die Grundlage der heutigen Plattentektonik darstellt, sich aber erst seit den 1960er Jahren durchsetzen konnte. Aufgrund hoch präziser Messinstrumente und technischer Geräte können sehr genaue Aussagen über vergangene und zukünftige Plattenbewegungen und über das Auftreten von Erdbeben und Vulkaneruptionen getroffen werden. Hierfür war das ineinandergreifende Forschen mehrerer Geowissenschaften nötig. Nur durch die Zusammenarbeit von Geophysik, Geologie und weiteren Teilgebieten konnte der jetzige Wissensstand erreicht werden.

1.2 Ausarbeitung der Fragestellung

Plattentektonik und Kontinentaldrift stellen das Thema dieser Arbeit dar. Um einen möglichst umfassenden Einblick in die Thematik zu gewähren, wird zunächst Alfred Wegener und sein historischer Hintergrund untersucht. Dies schließt vorherige Forschungen und Theorien ein, um die Bedeutung der neu postulierten Theorie Alfred Wegeners besser einschätzen zu können. Zudem wird der grundlegende Aufbau der Erde beschrieben, um so Fachbegriffe aus den Geowissenschaften einführen zu können. Dann wird der Aufbau der Theorie der Kontinentaldrift näher beleuchtet, mögliche Kritikpunkte überprüft und die weitergehende Entwicklung der Plattentektonik beschrieben. Wichtige Erkenntnisse der Plattentektonik sollen an dieser Stelle herausgearbeitet werden.

2. Alfred Wegener und seine Theorie

2.1 Alfred Wegener vor historischem Hintergrund

Alfred Wegener wurde als Sohn eines evangelischen Pfarrers 1880 in Berlin geboren. Seinen wissenschaftlichen Werdegang begann er mit einem Studium der planetarischen Astronomie, das er im Alter von 25 Jahren mit dem Doktortitel abschloss. Anschließend folgte ein Studium der Meteorologie. In diesen beiden Studienrichtungen habilitierte er an der Universität Marburg.

Spätestens 1910 fiel ihm bei Betrachten der Weltkarte eine Kongruenz der Kontinente, die am Atlantik anliegen, auf. So entstand der Gedanke, dass diese früher einst zusammenhängend waren.

Er war jedoch nicht der Erste, dem dies aufgefallen war. Der englische Staatsmann und Philsoph Francis Bacon erwähnte erstmals 1620 die Ähnlichkeit der Formen Südamerikas und Afrikas (Reinke-Kunze 1994).

Neben wenigen früheren Forschern beschäftigten sich 1910 drei amerikanische Wissenschaftler mit der Form der den Antlantik anrainenden Kontinenten. In deren Arbeiten spielte der Mond eine wichtige Rolle. Ihre Existenz war Wegener zunächst nicht bekannt. Eine weitere Theorie veröffentlichte Frank Bursley Taylor 1910. Er formulierte ähnlich wie Wegener die Hypothese, dass die Kontinente Afrika und Südamerika einst zusammenhängend waren und schließlich an der Mittelatlantischen Schwelle auseinanderbrachen. Taylor beschäftigt sich jedoch hauptsächlich mit anderen Teilgebieten. Wegeners Hypothese war die erste, die sich global und umfassend mit der Verschiebung der Kontinente beschäftigte (Schwarzbach 1980).

Zur Zeit Wegeners ging die Geologie von mehreren Ansätzen aus, jedoch nicht von der Kontinentalverschiebung. Vertreter des Fixismus vertraten die Auffassung, dass sich die Lage der Kontinente nicht verschoben habe, dass es vielmehr Landbrücken zwischen einigen Kontinenten gegeben habe, die im Meer versunken seien. (Abb 1). Hiermit wurden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Erklärungsmodelle früherer Kontinentallagen: v.

Ihering mit der Theorie der Landbrücken als Vertreter des Fixismus und Wegener mit seiner Theorie zur Kontinentaldrift (Schwarzbach 1980, S. 73) ähnliche Fossilienfunde auf verschiedenen Kontinenten erklärt. Ein anderes mögliches Erklärungsmodell war die Permanenztheorie. Hier wurde angenommen, dass die Lage der Kontinente sich im Laufe der Erdgeschichte nicht verändert habe, diese jedoch teilweise von Wasser bedeckt gewesen seien.

2.2 Der Schalenbau der Erde

Für das bessere Verständnis der Theorien über Plattentektonik und Kontinentaldrift soll hier zunächst der Aufbau der Erde erläutert werden, um einige Fachbegriffe einführen zu können.

Durch geophysikalische Untersuchungen haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Erde einen schalenartigen Aufbau hat. Dazu wurden die Ausbreitungsgeschwindigkeiten und das Verhalten von seismischen Wellen näher untersucht (Baumhauer 2006).

Beim Aufbau der Erde werden drei Schalen unterschieden, die Erdkruste, der Erdmantel und der Erdkern. Weiterhin kann eine genauere Gliederung in Obere und Untere Erdkruste, Oberer Mantel, Übergangszone, Unterer Mantel, Äußerer und Innerer Kern vorgenommen werden. (Abb. 2)

Die Kruste stellt die äußerste Schale der Erde dar. Hier kann zudem zwischen kontinentaler und ozeanischer Kruste unterschieden werden.

Die oberen 100 bis 200 Kilometer der Erdkugel werden auch als Lithosphäre bezeichnet. Diese umfasst die Erdkruste und die obersten Teile des Erdmantels. In der Plattentektonik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Aufbau der Erde (Jacobshagen et al. 2000, S. 146)

wird angenommen, dass die Lithosphäre aus tektonischen Platten unterschiedlicher Größe besteht. Darunter liegt die Asthenosphäre, deren Mächtigkeit unterschiedlich stark ausgeprägt ist, wahrscheinlich bis zu Erdtiefen von 500 Kilometer. Die Asthenosphäre ist „eine fließfähige Zone mit geringer Materialfestigkeit.“ (Richter 1997, S.24)

2.3 Die Theorie der Kontinentalverschiebung (Wegener)

Alfred Wegener widersprach den seinerzeit gängigen Theorien des Fixismus und der Permanenz und stellte eine eigene Theorie auf.

Zunächst wird der Aufbau der Theorie erklärt und anschließend dann die Belege Alfred Wegeners für seine Hypothese dargestellt.

Wegener nahm an, dass die Kontinente aus etwas leichterem Gesteinsmaterial bestehen, die Ozeane aus etwas schwererem. Diese Kontinente bezeichnete Wegener wie schon andere Wissenschaftler vor ihm mit Sial, die Ozeane mit Siam. Diese Begriffe weisen auf die chemische Zusammensetzung des Gesteins hin, an Land hauptsächlich Silizium und Aluminium, in den Ozeanen vorwiegend Silizium und Magnesium. Die Kontinente schwimmen nun als einzelne Schollen aufgrund der etwas geringeren Dichte ihres Gesteins in den Ozeanen (Schwarzbach 1980).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Rekonstruktion urzeitlicher Kontinentallagen (Wegener 1966, S.18)

Ausgehend vom Atlantik und den angrenzenden Kontinenten Südamerika und Afrika baute Wegener seine Theorie auf. Er postulierte die Existenz eines Urkontinents Pangäa vor 200 Millionen Jahren. (Abb.3)

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Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668007772
ISBN (Buch)
9783668007789
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v302617
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Institut für Geographie
Note
Schlagworte
Alfred Wegener Theorie der Kontinentalverschiebung

Autor

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Titel: Plattentektonik und Kontinentaldrift. Grundlagen und Theorie nach Alfred Wegener