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Die Ansichten und Umgang mit Pathologien, Abweichungen und Kriminalität in "Looking Backward" und "L'An 2440"

Hausarbeit 2015 23 Seiten

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Intention der Hausarbeit

2. Skizzierung der Begriffe - mit Bezug auf die zwei utopischen Gesellschaften
2.1„normal“
2.2 „anders“
2.3 „pathologisch“

3. Looking Backward von Edward Bellamy
3.1 Der Umgang mit Schwachen und Kranken
3.2 Die Gedanken über Kriminalität und Verbrecher

4. L'An 2440. R ê ve s'il en fut jamais von Louis-Sébastien Mercier
4.1 Der Umgang mit Schwachen und Kranken
4.2 Der Umgang mit kriminellen Taten und Tätern
4.3 Die Behandlung der andersdenkenden Personen

5. Schluss: Fazit und Ausblick in die Zukunft

6. Bibliographie und Quellen

1. Einleitung: Intention der Hausarbeit

L'An 2440 von Louis-Sébastien Mercier gilt als „only the fifth secular book of any kind set in future time“1 und als erste Utopie, deren Existenz nicht durch Entdeckung eines neuen Ortes, sondern durch einen Sprung in der Zeit erforscht und begründet wird. Es ist also eine „Zukunftsutopie (Uchronie)“2 und zugleich ein Ausweg aus einer gattungsgeschichtlichen Sackgasse. Denn der Globus zeigt Ende des 18. Jahrhunderts kaum noch weiße Flekken [sic] […] ehe man mit der Hereinnahme der Zeitdimension der utopischen Phantasie ein neues, prinzipiell unerschöpfliches Reich eröffnete.3

Interessanterweise wird der Roman von manchen als „Zeitutopie“ bezeichnet, Jürgen Fohrmann drückt sich aber explizit dagegen aus.4

Mercier war ein großer Anhänger der Ideen und Ideale Voltaires und Rousseaus, wurde sogar als >>Affe Rousseaus<< (le singe de Rousseau)5 bezeichnet. Merciers Gedanken waren - für seine Zeit erst recht - fortschrittlich und mutig, sie erregten großen Ärger, weshalb das Buch, nachdem es 1771 in Amsterdam erschienen worden war, in Frankreich sofort und in Spanien im Jahr 1778 verboten wurde. Die katholische Kirche verurteilte den Roman scharf und es war selbst den Personen, die verbotene Bücher lesen durften, strengstens untersagt, dieses zu lesen.6

Saage, Richard (2002): Utopische Profile, Band II: Aufkl ä rung und Absolutismus. Münster: Lit Verlag auf S.195 und Hudde, Hinrich (1977): „ Die literarische Gattung Utopie. Forschungsbericht unter besonderer Ber ü cksichtigung der franz ö sischen Literatur “, in: Köhler Erich, Krauss Henning (Hrsg.), Romanistische Zeitschrift f ü r Literaturgeschichte. Jahresinhaltsverzeichnis 1977, Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag, 133-143 auf S. 134 wie selbstverständlich von „Zeitutopie“ gesprochen. Jürgen Fohrmann dagegen schreibt, „Die utopische Gesellschaft kennt nur Gegenwart. […] Das Jahr 2440 ist keine Zeitutopie. […] Zeit und Ewigkeit gehen nahtlos ineinander über.“ S.114 in: Fohrmann, Jürgen (1983): „ Utopie und Untergang. L.-S. Merciers L'An 2440 “, in: Berghahn Klaus L., Seeber Hans Ulrich (Hrsg.), Literarische Utopien von Morus bis zur Gegenwart, Königstein: Athenäum, 105-124. Dem wäre entgegenzuhalten, dass die Utopier sich selbst erst in der Entwicklung sehen. So sagt der Führer „Il nous reste encore bien des choses à perfectionner. […] nous ne sommes guère qu'à la moitié de l'échelle.“ S.150 in: Mercier, Louis-Sébastien (1999): L'An 2440. R ê ve s'il en fut jamais. Paris: La Découverte.

Looking Backward von Edward Bellamy wurde im Januar 1888 von dem Verlag Ticknor in Boston veröffentlicht und erschien in zweiter Auflage im Verlag Houghton/ Mifflin. Das Manuskript schien zwar „dazu angetan zu sein, jede Leserschaft zu verärgern“7 doch war es nur eines von vielen Traktaten und Texten, die Kritik an der Gesellschaft und den Umständen übten und Vorschläge zu einer Veränderung bzw. Verbesserung beitrugen. Nach einer Periode der Stagnation wurde das Buch dennoch weit bekannt und viel gelesen.8 Auch über die Umstände der Veröffentlichung lässt sich viel in Erfahrung bringen. Es sei so viel gesagt, dass es eine „einfache Antwort“ ist, dass „ Looking Backward eine angemessene und seit langem erhoffte Reaktion auf die verwirrenden Zeiten in den Industrienationen war.“9 Doch viele andere Faktoren - auch aus Bellamys privatem Leben - spielten eine Rolle.10 In dem Artikel „How I Came to Write Looking Backward “, welchen Bellamy im Mai 1889 für den Nationalist magazine verfasste, schreibt er, dass seine Idee anfangs „of a mere literary fantasy, a fairy tale of social felicity“war und „It was not till I began to work out the details of the scheme...that I perceived the full potency of the instrument I was using […]“.11 Beide Utopien spielen sich in der Zukunft des Ich-Erzählers ab, beide schlafen ein und wachen nach einem langen Schlaf am selben Ort auf. Kennzeichnend für beide Utopien ist ebenfalls, dass die Arbeit und der Fleiß zu den wichtigsten Idealen und Charaktermerkmalen der Gesellschaft gehören. Stellvertretend auch für Looking Backward lässt sich dazu zitieren: „Savez-vous quelles sont nos mines? C'est le travail et l'industrie.“12 Auch Ehrlichkeit und Gleichheit13 sind wichtige Bausteine der Gesellschaften in Boston im Jahre 2000 und Paris im Jahre 2440. Nun ist es interessant danach zu fragen, wie mit Menschen verfahren wird, die nicht in den Rahmen dieser fleißigen, arbeitenden und ehrlichen Gesellschaft passen.

Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen zunächst die Begriffe „normal“, „anders“ und „pathologisch“ - auch im Bezug auf Utopien - untersucht werden. Anschließend wird jeweils für beide Gesellschaften herausgearbeitet, wie mit den Fällen der Pathologie, also mit den schwachen und kranken Menschen umgegangen wird, was den Rahmen für die verbrecherischen Taten darstellen kann und wie die Ansichten der Bürger bezüglich dieser sind. Bei Mercier lohnt sich auch ein Blick darauf, wie andersdenkende Personen behandelt werden.

2. Skizzierung der Begriffe - mit Bezug auf die zwei utopischen Gesellschaften

2.1„normal“

In unserer Gesellschaft wird „normal“ als prototypisch, nicht auffällig und durchschnittlich verstanden. Jürgen Link schreibt in dem Artikel „Normal/ Normalität/ Normalismus“ folgendes zur Etymologie:

Aus dem lateinischen >norma< (rechter Winkel, metaphorisch Regel […] entstehen […] Derivate […] und seit dem 18. Jh.volkssprachliche Äquivalente wie Norm, normal […]. >Normal< proliferiert im 18. Jh. […] besonders im >naturgeschichtlichen<, medizinischen, pädagogischen und industriellen Diskurs und zwar vor allem in der Bedeutung Muster (englisch standard), bezogen auf eine Masse von Gegenständen. Dabei verbreitet sich gleichzeitig die etymologisch irrige Negation anomal/ Anomalie […]14

Die Definition des Begriffes „normal“ ist laut Duden: „1 a. der Norm entsprechend; vorschriftsmäßig

b. so [beschaffen, geartet], wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche, Richtige vorstellt

c. (umgangssprachlich) normalerweise

2. (veraltend) in [geistiger] Entwicklung und Wachstum keine ins Auge fallenden Abweichungen aufweisend“15

Bezogen auf den medizinisch-psychiatrischen Bereich ist Jürgen Link der Meinung, es gielten demnach hauptsächlich zwei fundamentale Gleichungen: erstens die Gleichung „normal = nicht deviant und daher = de facto akzeptabel, tragbar, tolerabel“ - und zweitens die Gleichung „normal = nicht wirklich ernsthaft störend“, „normal = nicht zu dringender Intervention zwingend, keinen dringenden Handlungsbedarf auslösend“ […] Es geht also bei dieser Art von alltäglicher, unreflektierter „Normalität“ immer um prekäre Verhaltens-Grenzen. Die Grenzen selbst sind fließend, so daß sie wesentlich als Toleranz-Grenzen bzw. Handlungsbedarf-Grenzen erscheinen.16

Etwas weiter schreibt Link, als Hintergrund das >Prinzip von Broussais und Comte<17 erwähnend, Während normative (exemplarisch juristische) Grenzen das jeweils auszuschließende und zu sanktionierende Verhalten (exemplarisch Kriminalität) eindeutig zu definieren erlauben, liegt das Wesen der Ausschließung durch Normalitätsgrenzen, also der Anormalität, lediglich in einer extremen Position innerhalb einer statistischen Verteilung (z.B. extreme Behinderung).Was dabei als extrem betrachtet werden soll, ist nicht eindeutig und erweist sich daher als historisch hochgradig variabel.18

Wie die Geschichte zeigt, ist das, was Menschen als „normal“ empfinden, sowohl kulturell und gesellschaftlich, als auch von den Umständen und Überzeugungen der jeweiligen Zeit abhängig. Als extremes Beispiel dafür, können die Überzeugungen und Taten des nazionalsozialistischen Regimes angeführt werden.

Entwickelt man die Überlegungen nun weiter und bezieht den Begriff „normal“ auf die utopische Gesellschaft, fällt vor allem auf, dass fast alle Menschen in dieser Welt - mit Ausnahme der Fälle, die in dieser Hausarbeit behandelt werden - normal sind bzw. normal sein müssen, denn sie kennen es nicht anders, sie sind gleich gestellt, sie werden idealerweise von allen gleich behandelt und behandeln selber alle gleich. In Looking Backward z.B. bekommen die Arbeiter die gleiche Anerkennung und das gleiche Geld, es wird immer angenommen, dass sie ihr Bestes geben. Allein die Grundlage, dass sie Menschen sind, berechtigt sie dazu, ihren Kredit - und zwar jeder den gleichen - zu bekommen.19 In L'An 2440 wird der Souverän als ein normaler Bürger angesehen, er geht wie selbstverständlich auf der Straße spazieren und überhaupt „il aime à retracer l'égalité naturelle qui doit régner parmi les hommes“20, Fürsten laden Gäste zu sich ein (Chapitre XXIV) und es werden sogar den Priestern Arbeiten zugeschrieben, die diese voller Freude und Fleiß für die Allgemeinheit verrichten, egal wie schwierig oder schmutzig diese auch sein mögen (Chapitre XVIII).

Alles deutet daraufhin, dass die Menschen sich gleich sind und das als völlig normal gesehen wird. In gewöhnlichen Romanen oder Geschichten gibt es meist eine Hauptfigur, die interessant ist, weil sie sich nicht normal verhält und z.B. Regeln verletzt. Deshalb ist es interessant für die Leser, die Entwicklung dieser Figur und die Geschehnisse um diese zu verfolgen. In Utopien braucht es einen Anstoß von außen, es braucht eine Person, die diese neue Welt entdeckt und beschreibt. Der Hauptfokus liegt also nicht auf einem Bürger einer Utopie, sondern auf dem Vergleich zwischen der alten und der neuen Gesellschaft und Welt, den die Person zieht, die in die utopische, für sie neue Welt kommt. Interessant bei Looking Backward ist, dass Julian West am Ende der Geschichte völlig „normalisiert“ worden ist.21 Mercier wiederum kontrolliert die Leidenschaften, und errichtet eine gesellschaftliche Situation […] in der scheinbar Vernunft waltet […] Sie bildet eine totalitäre Ordnung, die zwar Freiheit im Kleinen postuliert […] die Pariser des Jahres 2440 aber stärker als vorher auf die eine Moral - und das heißt gleichzeitig Normalität - festlegt.22

2.2 „anders“

Der Duden gibt folgende Definiton der Bedeutungen zu „anders“:

1. a. auf andere, abweichende Art und Weise, abweichend, verschieden

b. andersartig, fremd, ungewohnt

c. besser, schöner

2. a. Sonst

b. (umgangssprachlich) im anderen Fall, anderenfalls, sonst23

Der Begriff „anders“ bedeutet in unserem kulturellen Verständnis, dass etwas nicht so ist, wie es sein müsste bzw. sollte. Es entspricht nicht unseren Erwartungen, es weicht von den idealen Vorstellungen und Mustern ab.

Sehr interessant erscheint hier der Gedanke von Gilles Lapouge, der „argues for affinities between utopian visions of ideal communities and the regularity of clockwork mechanisms.“24 Alles in der Uhr fnktioniert zusammen, im gleichen Rhythmus und mit den gleichen Wiederholungen. Bleibt man bei dieser Metapher und zieht einen Rückschluss aus der Überlegung, so ist etwas, was „anders“ ist, wie ein kaputtes Zahnrad, welches, wie klein es auch sein mag, den gesamten Mechanismus stört und dabei sehr auffällig ist, denn die Uhr wird vermutlich nicht mehr richtig funktionieren. Es fällt bei der Definition des Dudens auf, dass unter 1.c „besser“ und „schöner“ angegeben wird, jedoch nicht das Gegenteil davon „schlechter“ oder „schlimmer“. Diese Definition würden also generell den utopischen Gesellschaften entsprechen, wenn man sich aber auf Abweichungen und Pathologien konzentrieren möchte, ist dies nicht ganz zufriedenstellend und die Definition 1.a passt am besten.

2.3 „pathologisch“

Die Bedeutungen bei „pathologisch“ sind kurz und knapp formuliert:

1. (Medizin) die Pathologie betreffend, zu ihr gehörend
2. (Medizin) krankhaft
3. (bildungssprachlich) krankhaft25

Etwas pathologisches ist also etwas, was nicht mehr als „normal“ angesehen wird und nicht zwischen den Toleranz-Grenzen (s.o.) situiert werden kann. Da es (meist) im medizinischen Kontext verwendet wird, muss es dementsprechend auch (medizinisch) behandelt werden. Hierzu passt hervorragend das Beispiel aus Looking Backward, wo Julian West wissen möchte, was aus dem Staatsgefängniss geworden sei und erfährt, dass „All cases of atavism are treated in the hospitals.“26 Das ist also ein Fall der geistigen Pathologie. Auch für die körperlichen Beschwerden, weitere Pathologien, Abweichungen und den Umgang mit diesen gibt es Beispiele in beiden Utopien, auf die sich im Folgenden konzentriert werden soll. Zu Beachten sei auch, dass allein der Schlaf Wests, der hundertdreizehn Jahre dauerte, ein medizinisch-pathologisches Wunder bzw. Problem darstellt.

[...]


1 S. 44: Alkon, Paul (1990): „ The Paradox of Technology in Mercier's L'An 2440 “, in: Berghahn Klaus L., Grimm Reinhold (Hrsg.), Utopian Vision Technological Innovation and Poetic Immagination, Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag, 43-62.

2 S. 218: Jaumann, Herbert (1990): „ Die deutsche Rezeption von Merciers „ L'An 2440 “ “, in: Zimmermann Harro (Hrsg.), Der deutsche Roman der Sp ä taufkl ä rung. Fiktion und Wirklichkeit, Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag, 217-241.

3 S. 217 ebd.

4 So wird z.B. in den zwei Büchern

5 S. 178 in: Saage, Richard (2002): Utopische Profile, Band II: Aufkl ä rung und Absolutismus. Münster: Lit Verlag.

6 S. 177 ebd.

7 Zur Geschichte der Veröffentlichung sowie zu der plötzlichen Popularität des Buches S.146 - 149 in: Roemer, Kenneth M. (1983): „ Looking Backward: Popularit ä t, Einflu ß und vertraute Entfremdung “, in: Berghahn Klaus L., Seeber Hans Ulrich (Hrsg.), Literarische Utopien von Morus bis zur Gegenwart, Königstein: Athenäum, 146-162

8 S. 146 ebd.

9 S. 151 ebd.

10 Siehe dazu auch das Kapitel IX Sources of „ Looking Backward “ (S.204-222) in: Morgan, Arthur E. (1944): „ Edward Bellamy “, New York: Columbia University Press

11 S. 224 Kapitel X Ebd. Anzumerken ist, dass er vier Jahre später einen anderen Artikel für den Ladies' Home Journal schrieb und es da einen deutlich anderen Eindruck gibt. (S. 225 ebd.)

12 S. 261 in: Mercier, Louis-Sébastien (1999): L'An 2440. R ê ve s'il en fut jamais. Paris: La Découverte

13 Das Verhältnis zwischen Mann und Frau bei Mercier sei hier und im Folgenden bezüglich dem Punkt „Gleichheit“ außer Acht gelassen, obwohl es interessant wäre, sich näher damit zu beschäftigen.

14 S.538 in: Karlheinz, Barck u.a. (Hrsg.) (2002): Ä sthetische Grundbegriffe, Band IV. Stuttgart: Metzler.

15 http://www.duden.de/node/642151/revisions/1392017/view [aufgerufen am 16.03.2015]

16 S. 21 in: Link, Jürgen (²1999): Versuch ü ber den Normalismus. Opladen; Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

17 Das Prinzips von Broussais und Comte besagt, dass Normalitätsgrenzen stets dynamisch auf einem graduierten Kontinuum verschiebbar sind. (Erklärung von Jürgen Link in: S. 540: Karlheinz, Barck u.a. (Hrsg.) (2002): Ä sthetische Grundbegriffe, Band IV. Stuttgart: Metzler.).

18 S.541 in: Karlheinz, Barck u.a. (Hrsg.) (2002): Ä sthetische Grundbegriffe, Band IV. Stuttgart: Metzler.

19 „'By what title does the individual claim his particular share? What is the basis of allotment?' - 'His title', replied Doctor Leete, 'is his humanity. The basis of his claim is the fact that he is a man.'“ S.60 in: Bellamy, Edward (2009): Looking Backward 2000-1887. United States of America: Signet Classics

20 S. 46 in: Mercier, 1999

21 J. West will in Boston 2000 bleiben, dies wird auch durch seinen Traum am Ende bekräftigt, in dem er noch einmal in sein altes Leben versetzt wird, denn normalerweise kehrt der „Besucher“ der utopischen Welt wirklich wieder in sein altes Leben zurück. Dem ist hier nicht so, durch den Traum erfährt „das Motiv der Rückkehr, das ebenfalls zu den traditionellen Elementen der Utopie gehört, eine originelle und effektvolle Umfunktionierung zur Bestätigung der postulierten ideellen Wirklichkeit.“ S. 70: Schepelmann, Wolfgang (1975): Die englische Utopie im Ü bergang: von Bulwer-Lytton bis H.G. Wells. Dissertationen der Universität Wien: VWGÖ

22 S. 110 f. in: Fohrmann, Jürgen (1983): „ Utopie und Untergang. L.-S. Merciers L'An 2440 “, in: Berghahn Klaus L., Seeber Hans Ulrich (Hrsg.), Literarische Utopien von Morus bis zur Gegenwart, Königstein: Athenäum, 105-124.

23 http://www.duden.de/node/640014/revisions/1299470/view [aufgerufen am 17.03.2015]

24 Diese Überlegungen von G. Lapouge sind mir bekannt aus: Alkon, Paul (1990): „ The Paradox of Technology in Mercier's L'An 2440 “, in: Berghahn Klaus L., Grimm Reinhold (Hrsg.), Utopian Vision Technological Innovation and Poetic Immagination, Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag, 43-62. Auf den Seiten 45 - 47 wird auf den Vergleich mit einem Uhrenmechanismus eingegangen.

25 http://www.duden.de/node/645123/revisions/1352660/view [aufgerufen am 17.03.2015]

26 S. 130 in: Bellamy, 2009; Dazu gleich mehr im Punkt 3.2.

Details

Seiten
23
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668002449
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v302394
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Komparatistik
Note
2.3
Schlagworte
Bellamy Mercier Looking Backward L'an 2440 Utopie Uchronie Pathologie in Utopie Kriminalität in Utopie

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