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Stalking. Ursachen, Auswirkungen auf Opfer sowie Möglichkeiten der Polizei zur Bekämpfung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 15 Seiten

Psychologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Stalking?

3 Stalking als Straftat
3.1 Rückgang der Anzeigen trotz des neuen Gesetzes

4 Die Typologie des Stalkers
4.1 Obsessive Verfolgung
4.2 Obsessive Verliebtheit
4.3 Erotomanie
4.4 Vorgetäuschte Viktimisierung

5 Auswirkungen auf die Opfer

6 Möglichkeiten der Polizei zur Bekämpfung

7 Fazit

Quellenverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Es ist dunkel, das Licht der Straßenlaternen scheint in ihr Schlafzimmer hinein. Plötzlich klingelt das Telefon; sie fängt an zu zittern. Die Nummer auf dem Display ihres Handys ist unterdr ü ckt, wie so oft in den letzen Wochen. Ist er es wieder, der so spät anruft?

Sie nimmt das Handy, steht auf und geht zum Fenster, während sie den Anruf annimmt. „ Hallo? “ fragt sie mit leiser, zitternder Stimme.

Sie bekommt keine Antwort, nur ein Rauschen, doch dann hört sie eine ihr sehr vertraute Stimme: „ Du hast einen Fehler gemacht! “ . Sie schmeißt das Handy in die Ecke des Schlafzimmers und schaut verängstigt aus dem Fenster. Steht da abseits des Lichtkegels der Straßenlaterne eine Person? Sie schaut genauer hin, doch sie sieht nichts.

Wann hört das alles bloßauf?

So ähnlich wie oben geschildert ergeht es vielen Stalkingopfern, sowohl Frauen als auch Männern, in Deutschland.

Sie leben in Angst, sind verunsichert und fühlen sich ihrem Peiniger hilflos ausgesetzt.

Die Opfer wissen in vielen Fällen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Oft handelt es sich bei dem Stalker um einen Menschen, mit dem zuvor eine Beziehung eingegangen wurde, deren Ende jedoch vom Stalker nicht akzeptiert wird.

Manchmal kennen die Opfer den mysteriösen Anrufer oder Briefeschreiber noch nicht einmal, der jeden Schritt von ihnen beobachtet und weiß, wo die Opfer sich aufhalten und was sie gerade im Moment machen.

Diese Hausarbeit behandelt das Phänomen Stalking (zu Deutsch: Nachstellung). Hierbei stelle ich mir die Frage, ob es einen typischen Stalker gibt. Wenn ja, woran kann man diesen erkennen? Außerdem: Wie hat sich Stalking zu einer Straftat entwickelt? Wie wirkt sich Stalking auf die Opfer aus und wie kann ihnen geholfen werden? Zu guter Letzt möchte ich klären, welche Möglichkeiten die Polizei hat, um gegen Stalker vorzugehen und wie effektiv diese sind.

In der folgenden Hausarbeit werden nur männliche Formen (u.a. Stalker, Täter, Peiniger, usw.) verwendet. Dies dient nur der Verbesserung der Lesbarkeit und hat auf keinen Fall etwas damit zu tun, dass Frauen als Täterinnen nicht in Frage kommen.

2 Was ist Stalking?

„Der englische Begriff ‚Stalking‘ bzw. ‚to stalk‘ lässt sich in etwa mit den Begriffen ‚anschleichen‘ oder ‚auf die Pirsch gehen‘ übersetzen.“[1]

Es gibt unterschiedliche Definitionen von Stalking, welche jedoch immer drei Elemente beinhalten:

1. Ein Verhalten gegenüber einer anderen Person, welches diese nicht wünscht (Verhaltensstörung).
2. Eine direkte oder indirekte Drohung in Form der oben genannten Verhaltensstörung und
3. Als Ergebnis dieser Verhaltensstörung muss die Person, die bedroht wird, in großer Angst leben.

Man kann sagen, Stalking ist „the willful, malicious, and repeated following and harassing of another person that threatens his or her safety.“[2].

Zusätzlich führten Meloy und Gothard 1995 den Begriff „obsessional following“, zu deutsch „obsessives Folgen“, ein. Dieser Begriff soll eine klinische Definition für Stalking darstellen, da es sich dabei um ein abnormales oder langanhaltendes Verhalten handelt, begleitet von Drohungen und Belästigungen, welche sich direkt gegen das Opfer richten.[3]

Unter diese Belästigungen fallen Telefonanrufe, Briefe, Emails, SMS, das Auflauern und Verfolgen des Opfers, Geschenke oder Bestellungen, die dem Opfer zugesendet werden und das Beschädigen von Eigentum des Opfers. Dazu kommen noch Körperverletzung, Aggressionen, die sich gegen das Opfer und dessen Umfeld richten, sexuelle Nötigung und auch Kontaktaufnahmen, die nicht vom Täter direkt ausgehen, sondern über Dritte stattfinden.[4]

Jedes dieser oben genannten Dinge stellt „an sich keine problematischen Vorgänge“[5] dar. Zum Problem werde diese erst, wenn es zu unnormalen Häufungen kommt wie z.B. täglich mehrere dutzend SMS oder Anrufe, tägliche Geschenke oder bewusstes Auflauern vor der Haustüre, dem Supermarkt oder dem Arbeitsplatz.

Die Handlungen des Stalkers können unerkannt erfolgen, das heißt er hinterlässt anonyme Schreiben, meldet sich bei Telefonanrufen nicht mit Namen sondern legt direkt wieder auf oder atmet nur schwer. Andererseits gibt es auch Stalker, die sich zu erkennen geben indem sie Nachrichten hinterlassen, die auf sie schließen lassen.[6]

3 Stalking als Straftat

Stalking ist ein Phänomen, welches in den 1980er Jahren in den Fokus des Bewusstseins der Bevölkerung geriet. Die amerikanischen Medien benutzten zu dieser Zeit das Wort Stalker zuerst nur, „um [damit] verrückte Fans zu beschreiben, die ihrem Idol nachstiegen, hinterher reisten, die mit Briefen und Geschenken überschütteten und dafür eher belächelt wurden.“[7].

Nachdem jedoch einige Prominente wie Präsident Ronald Reagan oder die Schauspielerin Rebecca Schaeffer, aber auch nicht prominente Frauen Opfer von Stalkern wurden, änderte sich einiges:

So kam es, dass Stalking nicht mehr nur als verrücktes Fanverhalten gesehen wurde, sondern immer mehr als ein „Muster der Verfolgung und Belästigung mit potentiell tödlichem Ausgang“[8] gesehen wurde.[9] Daher wurde 1990 in Kalifornien das erste Anti-Stalking-Gesetz eingeführt. Nach drei Jahren hatten bereits alle 50 Staaten Amerikas ein Anti-Stalking-Gesetz.

Doch in Deutschland dauerte es noch bis ins Jahr 2000, bevor Stalking hierzulande eine größere Beachtung fand. Zu dieser Sensibilisierung trugen vor allem die Medien viel bei, jedoch „wurde zugleich die Perspektive klischeehaft auf Amok laufende Ex-Liebhaber und wahnhafte Charaktere verengt, die, getrieben von Visionen einer gemeinsamen Bestimmung, ihnen völlig fremde Menschen verfolgen“.[10]

[...]


[1] Wolter, A., Stalking als Beispiel für Gewalt im sozialen Nahraum, Münster, 2011, Seite 3

[2] Meloy, J.R./Gothard, S., A demographic and clinical comparison of obsessional followers and offenders with mental disorders, American Journal of Psychiatry, 1995, H.125, Seite 258

[3] Meloy, J. Reid (Hrsg.), The Psychology of Stalking - Clinical and Forensic Perspectives, San Diego 1998, Seite 2

[4] vgl. Wolter, 2011, Seite 4

[5] Wondrak, I., Stalking - Leitfaden für die polizeiliche Praxis, Hilden 2008, Seite 20

[6] vgl. Wondrak, 2008, Seite 20+21

[7] Wondrak, I., Stalking - Leitfaden für die polizeiliche Praxis, Hilden 2008, Seite 9

[8] Wondrak, 2008, Seite 9

[9] vgl. Wondak, 2008, Seite 9

[10] Wondrak, 2008, Seite 10

Details

Seiten
15
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783956872259
ISBN (Buch)
9783668003552
Dateigröße
818 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v301548
Institution / Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Duisburg
Note
1,3
Schlagworte
stalking ursachen auswirkungen opfer möglichkeiten polizei bekämpfung

Autor

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