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Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit Dänemarks mit seinen Nachbarn im Vergleich der Region Sønderjylland-Schleswig und der Öresundsregion

Bachelorarbeit 2015 53 Seiten

Skandinavistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Allgemeiner theoretischer Rahmen und Klärung der Begrifflichkeiten
2.1.1 Grenze
2.1.2 Region
2.1.3 Grenzregion
2.1.4 Grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Regionen
2.1.5 Die europäische Dimension der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
2.2 Region Sønderjylland-Schleswig
2.2.1 Beschreibung der Region (Mitglieder, Bevölkerung, Geographie, Wirtschaft, Peripherie­thematik)
2.2.2 Oganisation und Finanzen
2.2.3 Handlungsfelder
2.2.4 Geschichte der Region bis zur Aufteilung im Jahre 1920
2.2.5 Entwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region von 1920 bis heute
2.3 Øresundsregion
2.3.1 Beschreibung der Region (Mitglieder, Bevölkerung, Geographie, Wirtschaft, Peripherie­thematik)
2.3.2 Organisation und Finanzen
2.3.3 Handlungsfelder
2.3.4 Geschichte der Region
2.4 Vergleich der Region Sønderjylland-Schleswig und der Øresundsregion
2.4.1 Mitglieder, Bevölkerung, Geographie, Wirtschaft, Peripherie­the­ma­tik
2.4.2 Organisation und Finanzen
2.4.3 Handlungsfelder
2.4.4 Geschichte und Entwicklung

3 Fazit

1. Einleitung

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit (GRZ) Däne­marks mit seinen nächsten Nachbarn: Deutschland, dem einzigen Nachbarn, mit dem Däne­mark über eine gemeinsame Landgrenze verfügt, und Schweden, das nur durch den an seiner eng­sten Stelle etwa 4 km breiten Øresund von Dänemark getrennt ist und über das die (wei­test­gehend) landgestützte Verbindung vom däni­schen Kernland zu der weiter östlich ge­le­ge­nen dänischen Insel Bornholm verläuft.[1] Bei der Auswahl der zu verglei­chenden Re­gio­nen wur­den mit der Region Sønderjylland-Schleswig (RSS) und der Øresundsregion (ØR) denn auch je ei­ne beider­seits der dänisch-deutschen Landgrenze und eine beiderseits des Øre­sunds lie­gende, institutionalisierte grenzüberschreitende Region (GÜR) be­rück­sichtigt.

Die Untersuchung der Thematik ist in vier Hauptschritten angelegt: Der erste Schritt ist dem allgemeinen theoretischen Rahmen und der be­griff­li­chen Klä­rung insbesondere der Begriffe „Grenze“, „Region“, „Grenzregion“, „GÜR“ und „GRZ“ gewidmet. Abgerun­det wird dieser Schritt mit einer kurzen Darstellung europäischen Dimension der GRZ. Im Zu­sam­menhang mit diesen allgemeinen Ausführungen werden jeweils bestehende Bezüge zu den Vergleichsregionen benannt, auf die ausführlicher dann im weiteren Verlauf der Abhand­lung eingegangen wird. Im zwei­ten Schritt erfolgt eine nähere Untersuchung der RSS, in der insbeson­de­re auf die geographi­schen Grund­gegeben­hei­ten, die Ge­schich­te und die Entwick­lung der Region in jüngerer Zeit, das The­ma der natio­nalen Min­der­heiten, die organisato­ri­sche Verfasstheit, die wirtschaftliche Si­tu­a­tion und die weiteren Perspek­ti­ven der Region ein­ge­gangen wird. Im dritten Schritt er­folgt eine (weitgehend) ent­sprechende Untersuchung der ØR. Der vierte Schritt ist schließlich dem eigentlichen Ver­gleich der beiden Regionen ge­wid­met. Dabei wird es von besonderem Interesse sein fest­zu­stellen, welche Ge­meinsamkeiten zwi­schen den Regionen trotz offen­sicht­li­cher Differenzen (z.B. dem Vorhand­ensein oder der Ab­wesenheit von nationalen Min­der­heiten und großstäd­tischer Prägung oder der un­ter­schied­li­chen Bedeutung des Begriffs­paars Zentrum/Peripherie für die zu verglei­chen­den Regionen) be­stehen, welche weiteren Un­terschiede gegebenenfalls neben den eher offen­sichtlichen Un­ter­schieden bestehen und wie die jeweilige „Erfolgsbi­lanz“ und die weiteren Perspektiven der bei­den Regionen einzuschät­zen sind.

2. Hauptteil

2.1 Allgemeiner theoretischer Rahmen und Klärung der Begrifflichkeiten

Aufgrund der Vielzahl der Wissenschaften, die sich mit GRZ befassen (wie Politik-, Verwal­tungs-, Rechts-, Staats-, Wirtschafts- und Sprachwissen­schaft, Geo­gra­phie, Ethnographie, Ge­schichte, [Sozial-]Anthropologie, Soziologie, Literatur­wissenschaft),[2] ist eine klare Begriff­lich­keit von be­son­de­rer Bedeutung.[3] In diesem Abschnitt wird es zunächst um die Definition und Kategorisie­rung der ana­ly­tischen Basiskonzepte der Arbeit, der Konzepte von „Grenze“ und „Region“ gehen, dann um den Begriff „Grenzregion“ und schließlich um das Thema „GRZ/GÜR“ unter Einschluss der da­mit verbundenen europäischen Be­zü­ge.

2.1.1 Grenze

Dieser Arbeit liegt ein Verständnis des Begriffs „Grenze“ zugrunde, das ausgehend vom All­tagsverständnis einer politische Gebilde voneinander trennenden Linie[4] Grenzen als soziale Konstruktionen[5] mit performativem Charakter begreift.[6] Grenzen lassen sich dabei nach ver­schiedenen Merkmalen kategorisieren:

Nach der (Erscheinungs-)Form haben wir es bei der dänisch-schwedischen Grenze in Gestalt des Øresunds mit einer direkt wahrnehmbaren „natürlichen“ Grenze zu tun. Natürliche Ge­ge­benheiten spielen zwar auch beim Verlauf der deutsch-dänischen Grenze, die überwie­gend eine Landgrenze ist, eine Rolle. Diese sind aber wie die unter der Geltung der Schenge­ner Ü­bereinkommen noch vorhandenen künstlichen Barrieren im Falle beider Nationalgren­zen eher unauffällig. Grenzfunktionen werden in beiden Fällen zudem gegenstandsabhängig (z.B. Kri­minalität, Migration) nach innen und/oder außen (z.B. verschiedene Meereszonen, sog. „Nach­eile“) verlagert wahrgenommen, die Grenzfunktion insofern dynamisiert.

Nach ihrem Gegenstand ist vorliegend nicht nur die Abgrenzung der Nationalstaa­ten vonein­ander, sondern auch die Abgrenzung auf der sub- und transnationalen Ebene von Inter­esse: So gehörte bis zur dä­nischen Kommunalreform von 2007 mit dem Amt Sønder­jyl­land nur eine ein­zige subnationale dänische Ein­heit der RSS an, mit den Kreisen Nord­fries­land und Schles­wig-Flensburg sowie der kreisfreien Stadt Flensburg aber gleich drei deutsche. Seitdem sind die dänischen Partner der Region die auf dem Gebiet des vor­maligen Am­tes Sønderjyl­land ent­standenen vier (Groß-)Kommunen Tønder, Ha­derslev, Aabenraa und Sønder­borg so­wie die eben­falls neu entstandene, zusätzlich noch die ehemaligen Ämter Ribe, Fyn und (teil­weise) Vej­le umfassende Re­gion Syddanmark. Ähn­liche Entwicklungen haben auch die dä­nisch-schwe­dische Zu­sam­menarbeit in der ØR beeinflusst. Die Abgrenzung von benachbarten GÜR gehört ebenfalls in diesen Zusammenhang.

Rechtliche, soziale, politische, ökonomische oder kulturelle Systemgrenzen[7] können mit diesen territorialen Grenzen zusammen­fal­len oder davon abweichen. So gehören die bei­den in dieser Arbeit untersuchten Regionen auf­grund der Zugehörigkeit ihrer Nationalstaaten zur Europäischen Union (EU) (ganz überwie­gend) dem gleichen System europäischen Rechts an, z.B. dem gleichen europäischen Verga­be­rechts­system oder dem gleichen (Schengener) Grenz­kontrollsystem, werden aber z.B. durch unterschiedliche Währungs-, Steuer- oder Al­ters­si­cherungssysteme entlang der Grenzen der Nationalstaaten geteilt.

In kultureller und sprachlicher Hinsicht trennt die dänisch-schwedische Grenze nach einer dänischerseits zum Teil als „hårda försvenskningen av dansk-sinnade skåningar“[8] em­pfundenen Entwicklung nun­mehr recht scharf den dänischen und den schwedischen Sprach- und Kulturraum und damit in diesem Fall zwei nordgerma­nisch-skan­dinavische „Bruder“-Völ­ker[9] (man denke in diesem Zusam­men­hang auch an die Skandinavismus-Bewegung der 1840er Jahre),[10] die sich zum Teil aber auch als „Erbfeinde“ be­trach­ten.[11]

Die deutsch-dänische Grenze folgt mit der sog. Clausen-Linie sprachlich weit­gehend der Grenze zwischen dänischer und deutscher Kirchensprache.[12] In diesem Fall trennt die Gren­ze kulturgeographisch ein nord- und ein west­germanisches Volk - die sprach­li­che Distanz ist also deutlich größer als im Ver­hält­nis Dä­nemarks zu Schweden - mit natio­na­len Minder­hei­ten auf beiden Seiten. Das un­gleich größere Ge­wicht des bevölkerungsmäßig fast 15 mal grö­ßeren Deutschland ist mit­ur­sächlich für ei­ne insgesamt gesehen recht einseitige kulturelle Be­ein­flussung[13] und - zu­sam­men mit den leid­vollen Erfahrungen der dänischen Sei­te in den ver­gan­genen 150 Jahren, vom Deutsch-Dä­nischen Krieg von 1864 bis zur deutschen Besetzung Dänemarks im 2. Weltkrieg - für eine spürbare Reserviertheit der dänischen gegen­über der deut­schen Seite, die noch bei der Konstituierung der Region in Gestalt einer lange zö­gerlichen Aufnahme deutscher Wün­sche nach einer Institutionalisierung der GRZ wie auch in teils hef­ti­gen Protesten auf dänischer Seite gegen die Gründung der RSS sichtbar wurde.[14]

In wirtschaftlicher Hinsicht sind beide Regio­nen bedingt durch die Grenzlage - in al­ler­dings vor allem maßstabsbedingt unter­schied­li­cher Weise - von der Peripherie-Zentrums-Thematik betrof­fen.[15] Es ist insbesondere der Wunsch nach einer Kompensierung der periphe­riebedingten Nachteile, der die Institutionalisierung der Regionen motivierte.

In funktionaler Hinsicht erfüllen Grenzen neben ihrer Primärfunktion des voneinander Ab- (Um- und Ein-)grenzens weitere Funktionen, z.B. Ordnungs-, Kontroll-, Schutz-, i­den­ti­täts­stiftende oder Frie­dens­funk­ti­onen.[16] Die Schutz­funk­tion der nationalen Grenze war aus dä­ni­scher Perspektive gegenüber Deutschland aufgrund der Er­fah­run­gen seit dem dä­nisch-preu­ßi­schen Krieg von 1864 und mit der Besetzung durch Deutsch­land im 2. Weltkrieg noch lange Zeit besonders wichtig. Der be­fürchtete Verlust die­ser Schutz­funk­tion[17] war einer der maßgeb­li­chen Gründe für den däni­schen Widerstand gegen die Grün­dung der RSS[18] und gegen die Teil­nahme Dänemarks an der Schen­gen-Zusammenarbeit[19] sowie für die zeit­weise Wiederein­füh­rung permanenter Grenz­kontrollen durch Dänemark im Jahre 2011.[20]

Die i­den­titätsstiftende Funktion von Grenzen wirft die Frage nach den Möglichkeiten einer grenzüberschreitenden regionalen Identität in den Vergleichsregionen zusätzlich zu oder ne­ben anderen - insb. nationalen - Identitäten auf.[21] Dabei ist auch der zeitliche Aspekt von Gren­zen, die Dauer der Trennung, von Bedeutung. Das vormals rein dänische Gebiet der heu­ti­gen ØR wurde durch den den dänisch-schwedischen Krieg von 1657/58[22] abschließenden Frie­den von Roskilde entlang einer seitdem durch den Øresund verlaufenden dänisch-schwe­di­schen Grenze geteilt. Aufgrund des Friedensschlusses musste Dänemark - neben anderen Ge­bie­ten - mit Bezug auf die heutige ØR Schonen und - allerdings nur für zwei Jahre - Born­holm an Schweden ab­treten. Die Grenze besteht seitdem und damit seit gut 350 Jahren im We­sent­lichen in die­ser Form.[23] Die zuvor einheitliche, zunächst dänische, dann preußische RSS wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1920 - vor bald 100 Jahren - durch die im We­ge von Volksabstimmungen in Ausübung des Selbst­bestim­mungs­rechts der Völker fest­ge­leg­te deutsch-dänische Grenze geteilt.

Der zeitliche Aspekt von Grenzen ist auch für den Gesichtspunkt der Durchlässigkeit von Grenzen, die für Personen, Waren, Dienstleistungen oder Kapital unterschiedlich sein kann,[24] von Bedeutung, wie gerade das Beispiel der hier untersuchten Vergleichsregionen zeigt.[25] Aktuell gehören die drei Nationalstaaten Dänemark, Deutschland und Schweden, auf de­ren Territorium die beiden Regionen liegen, dem sog. Schengen-Raum an, „de­sign­ed to serve the free movement of persons within the territory it applies to and secure the territory by means of harmonized visa, asylum and migration policies and a broad cooperation between po­lice, immigration and judicial authorities“.[26] Nichtsdestotrotz sind „technical and legal bar­riers still present at the inner Schengen borders“.[27]

2.1.2 Region

Der Begriff der Region ist u.U. noch vielseitiger als der der Grenze.[28] Na­he­liegend erscheint es, die Annäherung an den Regionsbegriff mit dem Raum aspekt zu be­gin­nen. Eine auf äußere geo­graphische Gegebenheiten ab­stellende Grunddefinition gibt Salomonsson: „Per definition är regionen ett geografiskt område som ligger mel­lan nation och lokal […] i störlek.“[29] Diese geo­graphische Hierarchisierung lässt sich übertragen auf Re­gionen in politisch-administrati­ver Hinsicht, die so als größte rechtlich ver­fasste subnationale Einheit verstanden werden,[30] wo­mit zugleich unmittelbar die Macht - (oder, politisch-administrativ ausgedrückt: die Kom­pe­tenz-)frage angesprochen ist.[31] Angewandt auf die Vergleichsregionen geht es unter diesem Aspekt insb. um die Frage eigenständiger „Handlungskompetenzen `nach außen´“,[32] die ihnen bis auf die Ausnahme der Grenzgewässerkommission in der RSS[33] nur unterhalb der Ebene ei­genständiger Rechtsetzungsbefugnisse zukommt.

Eine inhaltliche Annäherung an den Regionsbegriff stellt darauf ab, dass „a region should be inherent in geography, history, ecology, ethnic groups and the economic fabric“.[34] In diesem Sinne wird Region etwa als „kulturelle“,[35] „natürliche“,[36] „identi­tätsba­sierte“[37] oder „Identitätsregion“[38] bezeichnet. Angewandt auf die Vergleichsregionen geht es unter diesem As­pekt um die Frage, ob jeweils ein entsprechendes Maß an Inhärenz, Homogenität, Zusam­men­gehö­rig­keits-, Identitäts- oder Heimatgefühl[39] vorhanden ist, um die Annahme einer „I­den­ti­täts­re­gi­on“ zu rechtfertigen.[40]

Unter funktionalen Gesichtspunkten lassen sich - konstituierte - Regionen im Hinblick auf die Aufgaben und Ziele betrachten, zu deren Verfolgung sie konstituiert wurden, und die, wie im Falle der Vergleichsregionen, häufig wirtschaftlicher Art sind.[41]

Eine völlig andere Unterscheidung betrifft die Frage nach einem essentialistischen oder konstruktivistisch/performativistischen Regionsverständnis.[42] Nach essentialistischem Ver­ständnis „är regioner något som faktisk existerar, de är möjliga att identifiera på kartan och kan beskrivas utifrån ob­jektiva egenskaper. De är naturliga storheter, höjda över tid och rum“.[43] Dagegen sind Regionen nach konstruktivistischem Verständnis „skapelser, kulturpro­duk­ter, upplev­da ge­menskaper. Regionerna är inte av naturen givna, utan formas i en specifik his­torisk kon­text.“ [Vid] for­sök att bygga regioner […] handlar det om att skapa vad Benedict An­derson [...] har kallat an „ima­gin­ed community“.[44] Berg/Löfgren fügen diesem konstrukti­vis­ti­schen Regionsverständnis[45] performative Aspekte hinzu, indem sie - mit Blick auf die ØR - von einem „Living the Region“ sprechen und weiter ausführen: „[T]he inhabitants of this […] re­gion […] are constantly shaping the region, by their movements and patterns of in­ter­action, their choices and preferences“.[46]

Mit der Auswahl der Vergleichsregionen wird an zwei institutionalisierte Regionen an­ge­knüpft (mit Einschränkungen, was die ØR betrifft[47] ). Bereits die Institutonalisierung einer Re­gion als solche lässt sich als deren rechtlich verfasste und dadurch mit Verbindlich­keit nach in­nen und außen ausgestatte (Rechts-) Konstruktion deuten.[48] Regionskonstruktion im kultur- bzw. gesell­schafts­wissen­schaft­li­chen Sinne geht darüber noch weit hinaus.[49]

2.1.3 Grenzregion

Als „subnationale Einheiten, die an den nationalstaatlichen Grenzen zu Lande und am Wasser liegen“,[50] sind die dänischen, deutschen und schwedischen Gebietskörperschaften, die sich zu den Vergleichsregionen zusammengefunden haben, Grenzregio­nen. Die Lage an der Grenze ist aus nationalstaatlicher Perspektive (grundsätzlich[51] ) eine pe­ri­phere, die damit - zusammen mit den daraus resultierenden überwiegend negativ zu beschreibenden Konsequenzen - zum inte­gra­len Bestandteil der Grenzregionsdefinition[52] wird:

Nationale grænseregioner opfattes traditionelt som underprivilegerede regioner på grund af deres perifere beliggenhed langt fra de nationale og økonomiske centre. Den amerikanske regionalforsker Niles Han­sen definerer grænseregioner som regioner, hvis økonomiske, sociale, kulturelle og politiske liv er signifi­kant påvirket på grund af regionens nærhed til en international grænse. Denne berøring er stort set nega­tiv: Der bliver konstateret mangel på vekselvirkninger og mangelfuld udnyttelse af de økonomiske mulig­heder, for­di en del af oplandet er afskåret på grund af grænsen.[53]

Die in den vorstehenden Ausführungen beschriebene Situation von Grenzregionen führte da­zu, in diesem Zusammenhang mit einem Wort Robert Schumans auf Grenzen als „Narben der Ge­schichte“ zu blicken.[54] Nur selten werden auch positive Aspekte der Situation von Grenz­re­gi­onen beschrieben:

Selv om grænseregioner ligger geografiskt fjernt fra de nationale centralregioner, har de central betydning for et lands kultur og identitet. Periferien, de marginale områder, provinsen betegner det, som hviler i sig selv; den repræsenterer det traditionelle samfunds kvaliteter. Provinsen er stedet, hvor de traditionsbær­en­de dyder fortsat råder, og samtidig er den det rummelige udgangspunkt for hjemstavnsbegrebet, die Hei­mat. Det er desuden grænsen og grænseregionen, der markerer et lands kultur og identitet ved den af­græns­ning mod nabolandets kultur og identitet, som grænsen nu engang udgør. Grænseregionen udgør så på grund af dens perifere, afgrænsende beliggenhed også centret for myter om en nationalstats kultur og identitet.[55]

2.1.4 Grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Regionen

Angesichts der überwiegend negativen Situationsbe­schreibung von Grenzregionen drängt sich un­mittelbar die Frage nach dem Bestehen von Mög­lichkeiten zur Verbesserung dieser Situati­on auf. Eine grenzregionale Stärke als mögli­cher Ansatzpunkt könnte ge­rade in der soeben als Schwäche beschriebenen peripheren Lage von Grenzregionen liegen, denn:

Grænseregioner har […] en ambivalent position: På den ene side er de udkant, på den anden side forkant. Set udefra, dvs. ud fra en national center-periferi betragtning, er grænseregionen en udkant, den er den nationale horisonts periferi. Set indefra er det karakteristiske ved grænseregionen, at orienteringen ikke blot går imod de nationale centre, men også mod det udenfor liggende, det grænseoverskridende. Det ude­for liggende indeholder udfordringer, trusler og muligheder.[56]

Ob die sich aus der Grenzlage ergebenden Möglichkeiten genutzt werden, hängt wesentlich von den jeweiligen Dispositionen der Bevölkerung einer Grenzregion ab, „om det er det ud­ad­rettede, grænseoverskridende element eller det indadrettede, afgrænsende element, der domi­ne­rer i en grænseregions og dens befolknings selvopfattelse“, die im Allgemeinen „snarere ka­raktiseres af kulturel afgrænsning end udveksling og kontakt på tværs af grænsen“.[57] Marti­nez[58] unterscheidet hier zwischen „national“ und „transnational borderland­ers“.

Den første gruppe kendetegnes ved kun at have overfladisk kontakt til kulturen på den anden side af græn­sen på grund ag lygegyldighed, uvilje eller uformåenhed til at fungere i en anden kultur og et andet samfund. Den anden gruppe opretholder signifikante forbindelser til nabolandet og forsøger at overkom­me hindringer for denne kontakt. Denne gruppe udnytter alle muligheder for at besøge, handle, studere, eller bo på den anden side af grænsen.[59]

Bei der Untersuchung der jeweiligen Dispositionen der Bevölkerungen der Vergleichsregio­nen[60] kommt den Minderheitsangehörigen in der RSS als mögliche „transnati­on­al borderland­ers“ besondere Aufmerksamkeit zu.

Eine Lösung oder Erleichterung der aus der peripheren Lage resultierenden Probleme kann in einer GRZ im Rahmen[61] - nicht notwendig institutionalisierter - GÜR liegen.[62] GRZ in diesem Sinne ist also zu ver­ste­hen als „transnationale Koope­ra­tion von Regionen, Kommu-nen, sowie privatrechtlichen Zu­sammenschlüssen innerhalb ei­nes gemeinsamen durch Staats­grenzen getrennten Le­bens­raums“.[63] „Samarbejdets mål er at de­finere og løse problemer i fæl­lesskab samt at skabe forudsætninger for fælles udvikling.“[64] Die GRZ kann in den verschie­dens­ten Formen stattfinden: „Det forholdsvis nye fæ­no­men regionalt grænseoverskridende sam­arbejde […] kan betyde alt fra informative kontak­ter mellem forskellige aktører på tværs af en landegrænse til fast insti­tu­tionaliserede sam­ar­bejds­former og integrerede grænseregio­ner.“[65]

Eine dieser Zusammenarbeitsformen ist die GÜR, in der Defi­ni­tion des Europarats „a potential region, inherent in geography, history, ecology, ethnic groups, economic possibilities and so on, but disrupted by the souvereignty of the govern­ments ruling on either side of the frontier“.[66]

GÜR lassen sich auf verschiedene Weisen kategorisieren: Nach dem Maß des grenzü­berschreitenden Austauschs unterscheidet etwa Martinez[67] vier Ty­pen von „borderlands“. Die­se reichen von „alienated borderlands“, in denen aufgrund von her­me­tisch geschlossenen Gren­zen so gut wie kein Austausch stattfindet, über „coexistent“ und „interdependent border­lands“ bis hin zu „integrated borderlands“, bei denen „alle politi­schen, ökonomischen und so­zi­alen Barrieren beseitigt sind und die Grenzbevölkerung mitein­an­der verschmilzt“.[68] Bei Schmitt-Egner, der 13 „ Stadien grenzüberschreitender Integration und transnationaler Re­gi­ons­bildung “ unterscheidet,[69] steht die GÜR als transnationaler Handlungsraum und transna­tio­nale Handlungseinheit an der Integrationsspitze.[70] In dem Modell von Martinez dürften beide Vergleichsregionen den „in­ter­dependent borderlands“ zuzuordnen sein, bei der grenzü­ber­schreitende Strukturproble­me zu einer Zusammenarbeit zu gegenseitigem Nutzen zwin­gen, im 13-stufigen Modell Schmitt-Egners dürften die Stufen 6/7, Vernetzung/Institutionalisie­rung, erreicht sein.

2.1.5 Die europäische Dimension der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Wenn nicht von Beginn an,[71] so doch spätestens seit den sechziger Jahren ist der Europarat der ide­el­le Hauptunterstützer der GRZ in Europa, lange bevor sich die die Europäischen Ge­mein­schaften (EG) bzw. (ab dem 1. November 1993) die EU dieser Thematik nä­her zu­wendeten. „I begynd­elsen af 1960'erne tog Europa­råd­et de lokale samarbejdsbe­stræ­bel­ser op i en europæ­isk sam­men­hæng, og siden da er Euro­pa­rådet den europæiske institution, som mest indgående har beskæf­ti­get sig med grænsere­gio­ners problemer.“[72]

Seit der Mitte der 1980er Jahre, eingeleitet durch das mittels der am 1. Juli 1987 in Kraft getretenen Einheitlichen Europäischen Akte verfolgte EG-Reform-Projekt insb. der Ver­wirk­lichung des Binnenmarktes und weiter verfolgt durch die Aufnahme einer eigen­stän­di­gen, durch Strukturfonds finanziell großzügig untermauerten Regionalpolitik,[73] lösten dann die EG bzw. EU den Eu­ro­parat als Hauptprotagonisten der Regionalpolitik auf europäi­scher Ebene ab.[74]

„Damit ver­schoben sich die politischen Akzente in der grenzüberschreitenden Zusam­men­ar­beit von der Kultur und allgemein demokratischen Zielsetzungen zur Wirtschaft.“[75] Die­se Akzentverschiebung steht in Übereinstimmung mit der grundlegenden Konzeption beider eu­ropäischer Organisationen: Während die Konzeption des Europarates grundlegend idealis­tisch angelegt und auf die europäische Integration hin ausgerichtet ist,[76] ist dies die Kon­zep­tio­n der EG bzw. EU zwar auch,[77] gleichzeitig a­ber er­gänzt durch den bereits in der Grundle­gung der EG als teils sek­torielle (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl - EGKS - und Europäische Atomgemeinschaft – EAG -), teils generelle (Europäische Wirtschaftsge­mein­schaft – EWG -) Wirtschafts­ge­mein­schaften zum Aus­druck kommenden neofunktionalis­ti­schen Ansatz, die allgemeine politi­sche Integration Europas über eine Integrati­on der euro­pä­ischen Wirtschaft zu verfolgen.[78]

In diesem beiden europäischen Organisationen - Europarat wie EU - gemeinsamen Ziel der europäischen Integration ist denn auch der maßgebliche Grund für die Unterstützung der GRZ zu sehen: Beide Orga­ni­sa­tionen sehen darin ein Mittel zur Förderung der europäi­schen Integration.[79] Dabei wird der GRZ oft ei­ne Modell-[80] (Labor-[81], Testgelände-,[82] Brü­cken-[83], Bau-[84] bzw. Prüfstein­funktion[85] ) in Bezug auf die gesamteuropäische Integration zu­ge­messen. Es treffen sich also eher kleinmaß­stäb­li­che Motive der Überwindung grenzsitua­ti­ons­bedingter Nachteile durch Erzielung prag­mati­scher Zusammenarbeitserfolge mit eher groß­maß­stäblichen Motiven einer umfassenden allge­meinen europäischen Integration zu einer für beide Seiten, die der eu­ropäischen Grenz­regio­nen wie die der europäischen Großorganisa­ti­o­nen, vorteilhaften Ge­samt­konstellation.[86] Dabei stellt die finanzielle Förderung der GRZ durch die EU auch im Falle der Vergleichsregionen einen Faktor von ganz entscheidender Bedeutung dar.[87]

2.2 Region Sønderjylland-Schleswig

2.2.1 Beschreibung der Region (Mitglieder, Bevölkerung, Geographie, Wirtschaft, Peripherie­thematik)

Am 16. September 1997 wurde die beiderseits der deutsch-dänischen Landgrenze liegende RSS errichtet, die „die längste Geschichte deutsch-dänischer, grenzüberschreitender Zusam­men­arbeit“ hat.[88] Ihre Ziele beschreibt die Re­gion in § 2 der Vereinbarung[89] zur deutsch-däni­schen Zu­sam­men­arbeit in der RSS (im Folgenden: Vereinbarung) wie folgt:

Ziel der Zusammenarbeit ist es,

- die Entwicklung in der Region Sønderjylland-Schleswig zu fördern und gleichzeitig nähere Kon­takte zwischen der Bevölkerung, der Wirtschaft und den Verbänden auf beiden Seiten der Grenze herzustellen;
- die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern, einschließlich der Chancengleichheit der Geschlechter;
- die Zusammenarbeit über die Grenze generell zu intensivieren.

Die Region wird heute von der Stadt Flens­burg und den Kreisen Nordfriesland sowie Schles­wig-Flensburg auf deutscher Seite und der Region Syd­danmark[90] so­wie den Kommunen Aa­ben­raa, Haderslev, Sønderborg und Tønder als Rechts­nachfolgern des Amtes Sønder­jylland auf dä­nischer Seite gebildet.[91]

Das Gebiet der Region Sønderjylland-Schleswig umfasst 8.115 km² mit einer Bevölke­rung von unge­fähr 700.000 [Menschen], davon ca. 250.000 auf der dänischen Seite (Bevölkerungsdichte ca. 87 Einw./km²). Die Bevölkerungsdichte in der Region liegt damit sowohl unter dem dänischen als auch unter dem deutschen Durchschnitt, sie ist aber auf der deutschen Seite der Grenze höher als auf der dänischen. Die größte Stadt der Region ist Flensburg (87.000), gefolgt von Schleswig (24.000), Husum (21.000) auf deut­scher Seite und Haderslev (32.000), Sønderborg (30.000), Aabenraa (22.000) und Tøn­der (12.000) auf dänischer Seite.[92]

Ca. 3 400 Pendler kreuzen die Grenze dabei an Werktagen in Richtung Dänemark, während der Wert für die umgekehrte Richtung aufgrund der geringeren Arbeitskräftenachfrage bei un­ter 1 000 Personen liegt (Stand 2009). In den 1990er Jahren fand aufgrund niedrigerer däni­scher Immobilienpreise eine Netto-Migration nach Dänemark statt, während diese Situati­on sich ab etwa 2005 umgekehrt hat. Niedrigere Immobilienpreise in Flensburg und die stren­gen dänischen Regeln zum Ehegattenzuzug von Nicht-EU-Ausländern haben seitdem zu einer Net­to-Migration in Richtung Deutschland geführt.[93]

In Deutschland leben etwa 50 000 Angehörige der däni­schen Minderheit,[94] in Däne­mark etwa 15 000 Angehörige der deutschen Minderheit.[95]

In geographischer und wirtschaftlicher Hinsicht ist die Region gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Nord-Süd-Ausrichtung, in der auch die wesentlichen Infrastrukturverbindun­gen verlaufen. An der Ost- und Nordseeküste bieten fruchtbaren Böden gute Landwirtschafts­be­din­gun­gen, vor allem an der Nordseeküste spielt auch der Tourismus eine große Rolle, wäh­rend sich an der Ostseeküste die großen Häfen mit einem entsprechenden Handelsaufkommen etabliert ha­ben.[96] Neben dem Straßentransportgewerbe (auf dänischer Seite) und der Lebens­mit­telindustrie „sind auch einige andere Industriebranchen in der Region präsent“.[97]

Die Region betrachtet ihre Lage selbst als peripher: „Ziel ist es, die Nachteile der Randlage an der deutschen, bzw. der dänischen Grenze über eine verstärkte Kooperation auszugleichen, bzw. in einen Standortvorteil zu verwandeln, um zu einer neuen Mitte zu gelangen.“[98]

[...]


[1] Da es um regionale (trans nationale) Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg und nicht um die staatliche, inter nationale Zusammenarbeit der Staaten selbst geht, sind Dänemark, Deutschland und Schweden hier und in diesem Sinne nicht als Rechtssubjekt „Staat“, sondern im räumlichen Sinne zu verstehen.

[2] Vgl. Klatt 2006e, 27; Schmitt-Egner 1997, 27; Lindström 1996, 7.

[3] Vgl. Jørgensen 1999, 478: „The presence of multiple factors - geographical, historical, military,political, cult­ur­al and social - creates a com­plex interplay, which makes an orderly, consistent, theory-driven analysis very difficult“; Strassoldo 1998, 87.

[4] <http://www.duden.de/rechtschreibung/Grenze> (21.02.2015).

[5] Vgl. Klatt 2013b, 304: „National minorities in border regions demonstrate that borders are a social construct, and they ridicule the idea of `natural borders´ between states“; Krieger 2013, 12: „Ei­ne Grenze stellt nicht al­lein physische Realität dar, sondern sie entsteht in vielleicht noch größerem Maße in den Köpfen der Men­schen“.

[6] Vgl. Andersen/Sandberg 2012, 7: „we con­ceptualize borders as performed or en­acted effects of multiple prac­tices through which they are made“; Nilsson/Sanders/Stubbergaard 2007, 18: „gränser som praktiker […], rela­tionellt etablerade och föranderliga“; Schmitt-Egner 1997, 38f.: „eine kon­stru­ierte [und inszenierte] Barriere […], die Raum­einheiten sowie Systeme ebenso umfaßt wie trennt […] und nur unter be­stimm­ten Be­din­gungen überwunden werden kann“.

[7] Vgl. Schmitt-Egner 1997, 41; Klatt 2006e, 22.

[8] Nilsson,/Sanders/Stubbergaard, Ylva 2007, 11; ebenso 12: „att de tidigare danska skåning­ar­na hårt och bru­talt försvenskades.“; Wallin, Gunnel, zit. nach Stubbergaard 2007, 263: „Försvenskningen av Skåneland be­skrivs som ett av de grymmaste exemplen på imperialism i Europas historia.“; Øresundsbro Konsortiet 2007, 23; Palludan/Persson 2003, 34ff.; Persson 2007, 328, 332; dif­ferenzierend ebd. 339f.; Stein 2000, 9.

[9] Vgl. Olshov, Anders 2013, 9f.: „brødre og søstre langs Øresunds strande […] et Øresund, […] som er vort fæl­les blod“; Alsmark 2010, 139: Löfgren/Nilsson 2010, 16; Löfgren 2007, 90; Börestam 2008, insb. 43;
Gun­delach 2001, 73; 2000, 115.

[10] Vgl. Øresundsbro Konsortiet 2007, 23; Persson 2007, 341; Falkheimer 2004, 209; Palludan/Persson 2003, 56ff.; Idvall 2000, 47ff.; 1999, 147 f.; Nilsson 1999, 8f.

[11] Vgl. Alsmark 2010, 141; Vestergaard 2010, 27; Löfgren 2007, 90; Gundelach 2001, 74; Mouritzen 1999, 55.

[12] Vgl. Klatt 2006e, 41; Jørgensen 1999, 313, 315 und 364; Krieger 2013, 15.

[13] Vgl. Klatt 2013b, 309; 2004a, S. 393f.; Kühl 2000, 15.

[14] Vgl. u. 2.2.5.

[15] Vgl. u. 2.1.3, 2.2.1, 2.3.1. und 2.4.1.

[16] Vgl. Schmitt-Egner 1997, 45ff.

[17] Vgl. Klatt 2013a, 298; Hurd 2006, 20; Jørgensen 1999, 316; Schmitt-Egner 1997, 60; Østergård 1997, 4-7.

[18] Vgl. u. 2.2.5.

[19] Vgl. Klatt 2006e, 210.

[20] Vgl. Klatt 2013a, 295.

[21] Vgl. u. 2.4.4.

[22] Dän.: „Første Karl Gustav-krig“, schwed.: „Karl X Gustavs första danska krig”.

[23] Die Insel Ven ging formell erst durch den Frieden von Kopenhagen von 1560 in schwedischen Besitz über.

[24] Vgl. Schmitt-Egner 1997, 48f.

[25] Vgl. u. 2.2.5 und 2.3.4.

[26] Andersen/Sandberg 2012, 1; vgl. Bornewasser 2013, 327; Battrup 2010, 11-15.

[27] Andersen/Sandberg 2012, 1; vgl. Schmitt-Egner 1997, 49.

[28] Vgl. Klatt 2012, 55; Sinner 2011, 42; Schmitt-Egner 1997, 51; Weichhart 1996, 25-43; Wieslander 1996, 137f .

[29] Salomonsson 1996, 13; vgl. Sinner 2011, 39 und 42; Schmitt-Egner 1997, 51.

[30] Vgl. Versammlung der Regionen Europas (VRE), Erklärung zum Regionalismus in Europa vom 04.12.1996, Art. 1, zit. nach Schmitt-Egner 1997, 51, Fn. 51: „`Die Region ist die unmittel­bar unter der E­be­ne des Staates an­geordnete Gebietskörperschaft des öffentlichen Rechts mit politischer Selbstregierung´“; Salomonsson 1996, 13; Östhol 1996, 51.

[31] Vgl. Wieslander 1996, 138, m.w.N.; Aronsson 1996, 22; Paasi, nach Klatt, 2012, 56.

[32] (Vgl.) Schmitt-Egner 1997, 58.

[33] Vgl. Klatt 2006e, 44.

[34] Schmitt-Egner 1997, 55; vgl. Council of Europe, Final Declaration of the Council of Europe Con­vention on the Problems of Regionalisation vom 01.02.1978, Art. 4, nach Jørgensen 1999, 83.

[35] Vgl. Salomonsson 1996, 15; Stein 2000, 3ff., 8ff.

[36] Vgl. Östhol 1996, 51.

[37] Vgl. Wieslander 1996, 138.

[38] Vgl. Sinner 2011, 43; Weichhart 1996, 37f.; weitere Alternativbezeichungen nach Salomonsson 1996, 15: „`ho­mogen´, `naturlig´, `his­torisk´, `men­tal´ region, […] eller den `upplevda´ regionen“.

[39] Vgl. Klatt 2012, 56.

[40] Vgl. u. 2.4.4.

[41] Vgl. Berg/Löfgren 2000a, 13.; Stein 2000, 12ff.; Salomonsson 1996, 15.

[42] Vgl. Aronsson 1996, 23; Stein 2000.

[43] Wieslander 1996, 139.

[44] Ebd.; vgl. auch Persson 2007, 321; Schmitt-Egner 1996, 51f.; gegen eine Unvereinbarkeit beider Ansätze Gid­lund/Sörlin (nach Wieslander 1996, 139); Idvall/Salomonsson (1996, 10) sehen einen Gegensatz zwi­schen einer konstruktivistischen Theorie und einer dennoch essentialistischen Praxis.

[45] Vgl. den Aufsatztitel “A Region in the Making” (= Berg/Löfgren 2000b).

[46] (Vgl.) ebd., 280 und 281; O'Dell 2003 und 2010 (jeweils ganzer Aufsatz).

[47] Vgl. u. 2.3.1.

[48] Vgl. Klatt 2000e, 13.

[49] Zur Frage, inwiefern auch in die­sem Sinne bez. der Vergleichsregionen von Regi­ons­kon­struktion gesprochen werden kann, vgl. u. 2.4.4.

[50] Klatt, 2006b, 418; vgl. Schmitt-Egner 1997, 37.

[51] Etwas abweichend gestaltet sich insofern die Sachlage in der ØR, die zwar Grenzregion ist, auf dänischer Sei­te aber gleichzeitig Hauptstadtregion und damit das bevölkerungsmäßige, wirtschaftliche und kulturel­le Zen­trum des Landes umfasst. Zur Frage, inwiefern diese atypische Situation dennoch wesentliche Aspekte der Zentrum-Peripherie-Proble­matik aufweist, vgl. u. 2.3.1. Vgl. hierzu auch Bergmann-Winberg 1997, 202.

[52] Mitunter wird der Peripherie-Aspekt bereits als immanenter Bestandteil des Regionsbegriffs an sich betrach­tet, vgl. Aronsson 1996, 22f.; Salomonsson 1996, 13; Wieslander 1996, 140.

[53] Klatt 2006e, 23; vgl. auch 2013b, 303; Wassenberg 2013, 38; Jørgensen 1999, 1 und 89; Bergmann-Winberg 1997, 20; Brunn/Schmitt-Egner 1997, 16; Mozer 1975, 5 (bezeichnete Grenzregionen als „die vergessenen Ecken“); Malchus 1975, 14 f.

[54] Vgl. Klatt 2013b, 303: „A metaphor to describe these phenomena is the characterising of borders as `scars of history´“; Klatt/Herrmann 2011, 67; Hurd 2006, 22; Präambel und Abschnitt II.1 „Historische Hintergründe“ der Europäischen Charta der Grenz- und grenz­übergreifenden Regionen.

[55] Klatt 2006e, 24.; vgl. auch Hurd 2006, 21f.; zur Frage, inwiefern diese Situationsbeschreibung von Grenzre­gi­onen auch auf die Vergleichsregionen zutrifft, vgl. u. 2.2.1 und 2.3.1.

[56] Klatt 2006e, 24.

[57] Ebd.

[58] Martinez 1994, 4ff.; vgl. Klatt 2006e, 24f.; 2002, 56; Schmitt-Egner 1997, 34f.

[59] Klatt 2006e, S. 24f.

[60] Vgl. u. 2.2.1 und 2.3.1.

[61] „Im Rahmen“, da es nicht notwendig nur um die interregionale Zusammenarbeit der beiden Grenzregionen selbst, sondern auch um Zusammenarbeit anderer Akteure öffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Art in­nerhalb der GÜR geht, vgl. Schmitt-Egner 1997, 37.

[62] Vgl. Wassenberg 2013, 38; Klatt 2013b, 303; 2006e, 32; 2002, 56; Hurd 2006, 21f.; Jørgensen 1999, 89; Brunn/Schmitt-Egner 1997, 13, 16; Östhol 1996, 50f.; Becker-Christensen 1979, 9; Malchus 1975, 13: „Ziel grenzüberschreitender Zusammenarbeit ist die Überwindung, der Abbau des Tren­nenden in den Grenzgebie­ten. Die Menschen in Europa möchten - wie es der norwegische Dichter Hen­rik Wergeland […] ausdrückte - in einem Europa leben, in dem die sich neigenden Zweige der Rosen­hecken die Grenzen bilden“; ebd., 23.

[63] (Vgl.) Schmitt-Egner 1997, 37, 63; Klatt 2013b, 302.

[64] Klatt 2006e, 27.

[65] Ebd.

[66] Klatt 2012, 55; vgl. 2013a, 302f.; Sinner 2011, 138.

[67] Martinez 1994, 4ff.

[68] Schmitt-Egner 1997, 34; vgl. Klatt 2006e, S. 33.

[69] Schmitt-Egner 1997, 64 ff.; vgl. Klatt 2006b, 420; 2006e, 253f.

[70] Vgl. Klatt 2013a, 302.

[71] So aber Jørgensen 1999, 79f.; vgl. Klatt 2006e, 16, 19.

[72] Becker-Christensen 1979, 10, 159; vgl. Klatt 2004a, 391; Brunn-Schmitt-Egner 1997, 9; Östhol 1996, 49f.

[73] Vgl. Andersen/Sandberg 2012, 1, 10; Klatt 2006e, 18; 2004b, 24; Jørgensen 1999, 2, 106ff., 112f. sowie das 5. Kapitel „European Regional Policy and Cross-Border Co-operation“, 115-153; Brunn/Schmitt-Egner 1997, 14; Östhol 1996, Kapitel 4 „EU:s regionalpolitik, integration och regionbildning“, S. 98-124; Malchus 1975, 27ff.

[74] Vgl. Brunn/Schmitt-Egner 1997, 9f., 12; Jørgensen 1999, S. 115-153.

[75] Brunn/Schmitt-Egner 1997, 10.

[76] Vgl. Präambel und Art. 1 Buchst. a der Satzung des Europarats: „Der Europarat hat die Aufgabe, einen enge­ren Zusammenschluss unter seinen Mitgliedern zu verwirklichen, um die Ideale und Grundsätze, die ihr ge­meinsames Er­be sind, zu schützen und zu fördern und um ihren wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt zu be­güns­ti­gen“ (amtliche deutsche Übersetzung); Becker-Christensen 1979, 10.

[77] Entsprechende Formulierungen enthalten die Präambeln aller Primärvertragswerke der EG bzw. EU, von dem am 23. Juli 1952 in Kraft getretenen EGKS-Vertrag über den am 1. Januar 1958 in Kraft getretenen EWG-Ver­trag, den am 1. November 1993 in Kraft getretenen EU-Vertrag bis hin zum am 1. Dezember 2009 in Kraft getretenen Ver­trag über eine Verfassung für Europa (Lissabon-Vertrag).

[78] Zur neofunktionalistischen Integrationstheorie und deren Schlüsselbegriff, dem so genannten „spill-over-Ef­fekt“, vgl. Cornett 1979, 18 f.; vgl. weiter die Formulierung „ durch die Errichtung einer wirtschaftlichen Ge­meinschaft den ersten Grund­stein für eine wei­tere und vertiefte Gemeinschaft“ in der Präambel des EGKS-Ver­trages und die For­mu­lie­rung „Politiken [...], die gewährleisten, dass Fortschritte bei der wirtschaftlichen Integration mit paralle­len Fortschritten auf anderen Gebieten einhergehen“ in der Präambel des EU-Ver­trags.

[79] Vgl. Klatt 2013b, 305; 2006b, 417 sowie bereits den Titel von 2006c: „Euroregions - the roadmap to a `Euro­pe of Regions´?“; und weiter ebd., 1, 4; Klatt/ Herrmann 2011, 66; Sinner 2011, 45 Jerneck 2007, 228; Nils­son/Sanders/Stubbergaard 2007; Jørgensen 1999, 1, 80, 87; Bergmann-Winberg 1997, 213; Borgström 1997, 164; vgl. bereits den Titel von Östhol 1996: „Politisk integration och regionbildning in Europa“; Becker-Chris­tensen 1979, 12, 159f.; Cornett 1979, 10; Mozer 1975, 6; vgl. bereits den Titel von Malchus 1975: „Part­nerschaft an eu­ro­pä­ischen Grenzen. Integration durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit“. sowie den Titel des II. Kapitels: „Grenz­überschreitende Zusammenarbeit und ihr Stellenwert im Prozeß der euro­pä­i­schen Integration“.

[80] Vgl. Wassenberg 2013, 37; Jerneck 2007, 228.

[81] Vgl. Wassenberg 2013, 37; Klatt/Herrmann 2011, 67; Jørgensen 1999, 1; Brunn/Schmitt-Egner 1997, 15.

[82] Vgl. Klatt 2013b, 301; Malchus 1975, 19.

[83] Vgl. Jørgensen 1999, 1, 89; Präambel der Satzung der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen.

[84] Vgl. ebd.

[85] Vgl. Jørgensen 1999, 89.

[86] Kritisch insofern Wassenberg 2013, 38ff.

[87] Vgl. Klatt 2012, 56; Barten 2006, 9, 21; Jørgensen 1999, 106ff.; Östhol 1996, 196; anders Andersen/Sand­berg, 10.

[88] Barten 2006, 94.

[89] Text der Vereinbarung einsehbar unter <http://www.region.de/index.php?id=10&L=0&id=10> (21.02.2015).

[90] Im Zuge einer umfassenden dänischen Kommunalreform gingen zum 1. Januar 2007 die bis dahin beste­hen­den Ämter in größeren Regionen auf. Der bis dahin einzige dänische Partner in der RSS , das Amt Sønderjyl­land, ging in der Region Syddanmark auf, die zudem die ehemaligen Ämter Ri­be, Fyn und (teilweise) Vejle umfasst. „Es ist somit etwas unklar, ob sich die Region Sønderjylland-Schles­wig zur Region Syddanmark-Schleswig ausgeweitet hat, mit einem 4-5 Mal größeren dänischen Territorium und entsprechender Bevölke­rungszahl“ (Klatt 2013a, 305), oder ob mit der Aufnahme der Region Syddan­mark als neuer Partner der RSS nur dem Umstand Rechnung gezollt werden sollte, dass die Region Syddanmark die Rechtsnachfolge des Am­tes Sønderjylland mit angetreten hat, aber weiter eine geographische Ausdehnung der Region nicht beab­sich­tigt ist. Für letzteres spricht, dass „[o]ffi­zi­ell […] das Territorium nicht verändert worden [ist]. Es wird jedoch deutlich, dass der Vorsitzende der Region Syddanmark, der ehemalige Amtsbürgermeister von Søn­der­jyllands Amt Carl Holst, die grenzüberschreiten­de Zusammenarbeit nicht auf das ehemalige Amt Sønder­jylland begrenzt, sondern die ganze Region Syddan­mark einbezieht (ebd., Fn. 31 [im Text]/29 [in den Anmer­kungen]); vgl. auch Kühl 2006, 7f. und 34.

[91] Vgl. das Rubrum der Vereinbarung.

[92] Barten 2006, 94; vgl. auch Paulsen 2000, 28 - 61.

[93] Vgl. Klatt/Herrmann 2011, 80.

[94] Vgl. <http://www.schleswig-holstein.de/Portal/DE/LandLeute/Minderheiten/Daenisch/daenisch_node.html> (21.02.2015).

[95] Vgl. <www.nordschleswig.dk> (21.02.2015).

[96] Vgl. Klatt 2012, 58; Klatt/Herrmann 2011, 72; Barten 2006, 94.

[97] Barten 2006, 94f.

[98] <http://www.region.de/index.php?id=8&L=0> (21.02.2015).

Details

Seiten
53
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668000360
ISBN (Buch)
9783668000377
Dateigröße
747 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v301528
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Institut für Skandinavistik/Fennistik
Note
sehr gut
Schlagworte
zusammenarbeit dänemarks nachbarn vergleich region sønderjylland-schleswig öresundsregion

Autor

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Titel: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit Dänemarks mit seinen Nachbarn im Vergleich der Region Sønderjylland-Schleswig und der Öresundsregion