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Pay-for-Performance in der ambulanten Versorgung

Seminararbeit 2015 27 Seiten

Pflegewissenschaft, Ernährung, Sport, Gesundheit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung... 1

2 Basiswissen über die qualitätsorientierte Vergütung... 2

2.1 Begriffsdefinition... 2

2.2 Qualitätsmessgrößen... 3

2.3 Vor- und Nachteile der Pay-for-Performance... 6

2.4 Beispiele von P4P-Projekten im ambulanten Bereich... 8

3 Systematische Literaturrecherche zur Evidenz von Pay for Performance... 10

3.1 Recherche in Google Scholar... 10

3.2 Recherche in Datenbank Medline... 13

4 Zusammenfassung... 17

5 Literaturverzeichnis... 18

Anhang A: Suchprotokoll in der Datenbank Medline... 20

Abkürzungs- und Akronymverzeichnis

Abb. Abbildung

AOK Allgemeine Ortskrankenkasse

AQUA Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen

AQUIK Ambulante Qualitätsindikatoren und Kennzahlen

BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung GmbH

bspw. beispielsweise

GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung

MVZ Medizinisches Versorgungszentrum

P4P Pay-for-Performance

QISA Qualitätsindikatoren-System für die ambulante Versorgung

s. siehe

S. Seite

SGB Sozialgesetzbuch

sog. sogenannt

UK United Kingdom

USA United States of America

vgl. vergleiche

z. B. zum Beispiel

1 Einleitung

Die Ausgestaltung des deutschen Gesundheitswesens zielt zunehmend auf Kosteneinsparungen ab. Dennoch ist das gesetzlich vorgeschriebene Wirtschaftlichkeitsgebot nicht das einzige Kriterium für gegenwärtige Gesundheitspolitik. Als Kehrseite des Wirtschaftlichkeitsgebots ist im deutschen Sozialgesetz auch das Qualitätsgebot fest verankert. Demnach „haben Qualität und Wirksamkeit der Leistungen dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen.“ [1] Die Qualität soll transparent werden und so mehr Wettbewerb zwischen den Anbietern schaffen. Die qualitätsorientierte Vergütung (auch Pay-for-Performanceoder P4Pgenannt) wird seit zwei Jahrzehnten vor allem im englischsprachigen Raum zunehmend als Steuerungsinstrument im Gesundheitswesen eingesetzt. Im deutschen Gesundheitswesen richtet sich die Vergütung jedoch größtenteils noch auf die Leistungsmenge und nicht auf das Qualitätsniveau. Wie können eine Qualitätssteigerung gemessen und die Leistungserbringer für mehr Qualität entlohnt werden? Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, im ersten Schritt einen Überblick über die Struktur der ambulanten Pay-for-Performance -Modelle zu geben und im zweiten Schritt anhand einer systematischen Literaturrecherche zu untersuchen, in wie weit diese Modelle eine Qualitätssteigerung in der ambulanten Medizin bewirken können. Ausgehend von einem theoretischen Ansatz wird zuerst eine auf Qualitätsindikatoren basierende Honorierung im ambulanten Bereich des deutschen Gesundheitswesens erläutert. Es werden auch Beispiele zu P4P-Projekten innerhalb und außerhalb Deutschlands kurz skizziert. Anhand einer Medline-Recherche wird die wissenschaftliche Evidenz des P4P-Ansatzes diskutiert. Anschließend wird die Problematik der P4P-Modelle aufgezeigt.

2 Basiswissen über die qualitätsorientierte Vergütung

Den Preis für ein bestimmtes Qualitätsniveau auf dem Gesundheitsmarkt zu ermitteln erfordert einen komplexeren Ansatz als auf einem klassischen Verbrauchermarkt. Die seit 2001 nach § 108 SGB V eingeführte Verpflichtung für Krankenhäuser zum jährlichen Qualitätsreporting zählt zu einem mittlerweile auch den Patienten bekannten Instrument der externen Qualitätssicherung im stationären Bereich. Als ein Marketinginstrument eingesetzt, kann eine solche externe Qualitätssicherung für das Krankenhaus Wettbewerbsvorteile gegenüber den anderen Anbietern verschaffen. Im ambulanten Bereich wurden die Weichen für mehr Qualität und Wettbewerb durch das GKV-Modernisierungsgesetz im Jahr 2004 und durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz im Jahr 2007 gestellt. Den Krankenkassen und den Leistungserbringern wurde ermöglicht neue Versorgungsverträge abzuschließen. Mit diesen sog. Selektivverträgenwerden den Versicherten neue Versorgungsformen angeboten: dieIntegrierte Versorgung, die hausarztzentrierte Versorgung und besondere fachärztliche Versorgung. [2] Somit werden zumindest im selektiven Bereich der ambulanten Medizin die monetären Anreize zur Steigerung der Qualität durch besondere Vergütungssysteme impliziert.

2.1 Begriffsdefinition

bezeichnet eine erfolgs-, qualitäts- oder leistungsorientierte Vergütung und ist vor allem in den USA eine der bedeutendsten Entwicklungen der letzten Jahre.[3] Die Entwicklung solcher P4P -Konzepte in Deutschland ist relativ neu. Da sich die Vergütung im deutschen Gesundheitswesen in erster Linie nach der Leistungsmenge richtet, besteht keine direkte finanzielle Motivation zur Steigerung der Qualität der erbrachten Leistungen. Im Gegensatz dazu stellt das P4P-Vergütungskonzept die Qualität der Leistungserbringer in den Mittelpunkt.[4] Die Idee, die hinter dem Konzept steht ist folgende: Ärzte und andere Leistungserbringer schließen mit den Kostenträgern P4P-Verträge ab und werden im Rahmen dieser Vereinbarungen finanziell belohnt, wenn sie bestimmte, zuvor abgesprochene Qualitäts- und Effektivitätsziele erreichen. In der Praxis bedeutet es beispielsweise eine allgemeine Behandlung nach Leitlinien oder auch genau definierten Zielen. So wird zum einen ein Anreiz gesetzt, die Versorgungsqualität insgesamt zu verbessern und zum anderen sollen Leistungen mit hohem Qualitätsniveau besser vergütet werden. [5]

2.2 Qualitätsmessgrößen

Die Versorgungsqualität im Gesundheitswesen stellt ein multidimensionales Konzept dar. Das Institute of Medicine (IOM) hat 2001 die Versorgungsqualität in sieben Dimensionen unterteilt. Demnach sollte eine medizinische Versorgung effektiv, sicher, zeitnah, patientenorientiert, effizient, zugangsgerecht und angemessen sein.[6] Die Bewertungsdimensionen allein reichen nicht aus. Es sollten auch geeignete em ausgewählt werden, die das Ausmaß der erreichten Versorgungsqualität messen.[7] Die Qualitätsmessgrößen oder die em sind die Maßzahlen, die die Qualität einer Einheit durch Zahlen oder Zahlenverhältnisse indirekt abbilden.[8] Man unterscheidet drei Arten von Messgrößen:

Struktur-, Prozess- und Ergebnisindikatoren Strukturindikatoren

erfassen die vorgegebene Ausstattung der Praxis, die die sich positiv auf den Behandlungsprozess auswirken kann.

Prozessindikatoren

beschreiben organisatorische Abläufe, z. B. ob die Ärzte sich bei der Behandlung von Patienten an Leitlinien (Guidelines) orientieren.

Die Ergebnisindikatoren

sind am Bedeutendsten, denn sie beschreiben den Zustand des Patienten nach der Behandlung. [9]

Die Prozessqualität (z. B. Behandlungsprozess) soll in die richtige Richtung geleitet (Leitlinien) und optimiert (durch Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung) werden. Dabei kann auch der Einsatz von Arzneimitteln verbessert werden durch eine optimale Komedikation, die complianceoptimale Darreichungsform oder die dem Schweregrad angepasste Dosis. [10]


[1] § 2 Abs. 1, Satz 3 SGB V.

[2] Vgl. §§ 140 a-d, §§ 73b-c und § 63 SGB V.

[3] Vgl. Amelung/ Zahn (2009), S. 7.

[4] Vgl. Schrappe/ Gültekin (2011), S. 106.

[5] Vgl. Weiss (2010), S. 10.

[6] Vgl. IOM (2001), S. 5 f.

[7] Vgl. Amelung et al. (2013), S. 2.

[8] Vgl. Ärztezeitung (2009a), S. 345.

[9] Vgl. Scheppbach/ Emmert/ Schöffski (2011), S. 20 f.

[10] Vgl. Ecker/ Preuß (2008), S. 32.

Details

Seiten
27
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783956874406
ISBN (Buch)
9783668010796
Dateigröße
813 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v301430
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Lehrstuhl für Medizinmanagement
Note
1.0
Schlagworte
Qualität und Geld ambulante Versorgung erfolgsorientierte Vergütung Pay-for-Performance Qualitätsindikatoren leistungsorientierte Vergütung P4P

Autor

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Titel: Pay-for-Performance in der ambulanten Versorgung