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Quellenkommentar zu Eisenhowers "Atoms for Peace"-Rede

Quellenexegese 2015 8 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.1 Einführung und Inhaltsangabe

1.2 Einordnung in den historischen Kontext

1.3 Die Innere Kritik

1.3.1 Aufbau, Stilistik und Rhetorik

1.3.2 Ideologischer Aspekt, Objektivitätsaspekt und Sozialer Aspekt

1.3.3 Resümee

1.1 Einführung und Inhaltsangabe

Bei der ausgewählten Primärquelle >>Eisenhowers Atoms for Peace Rede vor der UN>> handelt es sich um ein Redemanuskript, welches nach der gehaltenen Rede des amerikanischen Präsidenten Eisenhower vor der UN Generalversammlung, für die nationale und internationale Presse zur Verfügung gestellt worden ist. Die Rede wurde am 8. Dezember 1953 gehalten. Die Quelle liegt in gedruckter Form vor und stammt aus der Presidential Library von Eisenhower, die sich institutionalisiert mit der Aufbewahrung, Dokumentation und Forschung von seinem historischen Nachlass befasst.

Die Quelle bezieht sich zunächst auf die Bermuda Konferenz von Dezember 1953 zwischen den USA, Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Die Rede widmet sich dem sicherheitspolitischen Dilemma des Atomzeitalters. Der amerikanische Präsident macht deutlich, dass die USA das Monopol über Kernwaffen verloren haben. Die Ausführungen benennen den ersten erfolgreichen Atomwaffen Test, sowie weitere erfolgreiche Textversuche. Das amerikanische Staatsoberhaupt beschwört die Gefahr des „atomic warfare.“ Die Rede zeigt auf, dass die wissenschaftliche Essenz aus dem Manhattan Projekt, ebenso im Vereinigten Königreich und Kannada bekannt ist. Der Präsident zeigt die Gefahr, in Bezug auf die fortschreitende Expansion der Inklusion von A-Waffen in das Arsenal weiter Nationen auf, und verkündet erstmalig vor der Weltöffentlichkeit den sowjetischen Besitz der Atombombe. Ferner werden bereits durchgeführte, erfolgreiche geheime Testversuch von A-Waffen, von Seiten der UdSSR benannt.

Die Vereinigten Staaten unterstützen die Positionierung der UN Generalversammlung durch inoffizielle bilaterale und multilaterale Treffen eine akzeptable Lösung zu finden, welche das antizipierte Wettrüsten mit A-Waffen eindämmen solle. Ferner wird in der Primärquelle das Potential zur friedlichen Nutzung der Kernenergie beschworen. Der 34. Präsident der Vereinigten Staaten schlägt die Konstituierung der IAEA (International Atomic Energy Agency) vor und verkündet in diesem Zusammenhang konkrete umfassende Maßnahmen, die er im Fall der Kooperation mit der UdSSR und anderen A-Waffen besitzenden Staaten, dem amerikanischen Kongress vorschlagen möchte.

1.2 Einordnung in den historischen Kontext:

Eisenhower, der 1952 zum amerikanischen Präsidenten gewählt und 1953 in das Amt vereidigt wurde, diente vorher als Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa. Als Kriegsheld wurde er von Demokraten wie Republikanern für die Präsidentschaftskandidatur umworben und entschied sich für die Republikanische Partei anzutreten. Er gewann die Wahl mit einem zehnprozentigen nationalen Vorsprung der Stimmen und gewann die Wahlmännerstimmen fast aller Bundesstaaten, mit Ausnahme des „Solid Democratic South.“ Ebenso gewannen die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses während seinen Erdrutsch Sieges bei

Eisenhowers Präsidentschaftswahl. Eisenhower befindet sich zum Zeitpunkt der Rede vor der VN am Ende seines ersten Amtsjahres und ist insofern noch als partieller Novize in der globalen Politik der Staatsmänner anzusehen. Auch, wenn er als ehemaliger Oberbefehlshaber der NATO und der Alliiertenstreitkräfte über reichlich Erfahrung auf dem internationalen Parkett verfügt.

Der Zeitpunkt der Rede wiederum wird charakterisiert durch den Korea Krieg und der bewussten Entscheidung der Vereinigten Staaten, bei diesem ersten Stellvertreter Krieg auf den Einsatz von nuklear Waffen zu verzichten. Zudem hat das Vereinigte Königreich am 1. November 1952 in Australien seinen ersten Atomwaffenversuch erfolgreich durchgeführt.[1] Durch die erstmalige Verkündigung des sowjetischen A-Waffen Besitzes, trägt die Rede zu einem neuen Kapitel innerhalb der Machtstatik der beiden Blöcke bei, die nun auch für die Weltöffentlichkeit sichtbar wird. Eisenhower nennt in voller Freiheit seines Bewusstseins, den Umstand, dass ein sowjetischer

Atomversuch mit einer thermonuklearen Reaktion einherging und zeigt somit den sowjetischen Besitz der Wasserstoffbombe am Horizont auf.

Gleichwohl betrug das quantitative Verhältnis im nuklearbomben Bereich, zwischen der UdSSR und der USA, damals 74:1 zu Gunsten der Vereinigten Staaten.[2] Gleichzeitig führte der Besitz der A-Waffe auf beiden Seiten des Eisernen Vorhanges zu einer Furcht vor dem Ende der menschlichen Existenz im Falle einer militärischen Auseinandersetzung.

Zudem hatten die USA am 1. November 1952 die erste Wasserstoffbombe erfolgreich getestet und auf den Marshall Inseln zur Explosion gebracht. Die Detonationskraft dieser Bombe war 500-mal so groß wie jene der Nagasaki Bombe.[3] Die Wasserstoffbombe war derart apokalyptisch, dass sie Eisenhower’s Amtsvorgänger, Präsident Truman nicht mit dem Ziel des realen militärischen Einsatzes entwickeln ließ, sondern mit dem alleinigen Ziel der Abschreckung und Verhinderung eines Monopols über die Wasserstoffbombe von Seiten der UdSSR.[4] Mit seiner Rede antizipiert Eisenhower die wahrlich folgenschwere Gefahr der thermonuklearen

Explosion für das globale Ökosystem, welche beim BRAVO Test im Pazifischen Ozean Jahr 1954, globale Auswirkungen aufwies. So, dass ein geheimes Forschungsvorhaben des Kreml als Reaktion auf die Wasserstoffbombe zu dem Schluss kam, dass bei der Detonation vom hundert Wasserstoffbomben, globale Bedingungen im Ökosystem entstehen würden, welche, eine menschliche Koexistenz ausschließen würde.

Der Hauptantagonist des Westens im 20. Jahrhundert, Josef Stalin war im selben Jahr verstorben und insofern waren die Karten der Machtpolitik in Moskau gerade erst neu gemischt worden. Adressaten der Rede sind komplementär zur Weltöffentlichkeit, die Delegationen der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen und nicht zuletzt die Atommächte UdSSR und das Vereinigte Königreich.

Vor dem Hintergrund, dass das Press Release zum Manuskript der Rede für den Mediengebrauch direkt aus der Presidential Libary von Eisenhower in Kansas stammt, ist die Überlieferung unmittelbar und die Echtheit, konservativ bewertet, als mindestens äußerst wahrscheinlich zu charakterisieren. Auch weil sie kongruent zu den Protokollen in der UN Library, sowie vielfältigen Ton- und Videoaufzeichnungen der Rede ist. Die Quelle kann eindeutig in die Kategorie der Tradition eingeordnet werden, weil Sie ebenso direkt für die Eisenhower Rezeption der Nachwelt aufgehoben worden ist.

1.3 Die Innere Kritik:

1.3.1 Aufbau, Stilistik und Rhetorik

Das Redemanuskript ist am stärksten vom Rhetorischen Mittel der Antithese durchdrungen: “Occasional pages of history do record the faces of the Great Destroyers but the whole book of history reveals mankind’s never ending quest for peace and mankind’s God- given capacity to build.[5] (…) which will lead this world out of fear into peace.[6]

Ebenso von antithetischen Gehalt ist folgender Absatz: “I know that the American People share my deep belief that if a danger exit’s in the world, it is a danger shared by all - and equally, that if a hope exits in the mind of one nation, that hope should be shared by all.” Bei nähere Betrachtung offenbart sich in der Satzstruktur ein klassischer Chiasmus, der mit der Epipher im Teilsatz operiert. Dieser Satz steht stellvertretend für den Wesenskern oder den hermeneutischen Nukleolus der Rede, welcher mit dem Schlüsselbegriff „atomic warfare“ Konnotiert wird.

[...]


[1] Ican Germany, international campaign to abolish nuclear weapons: http://www.icanw.de/fakten/nuklearwaffen-eine- chronologie/ [Zugriff:25.05.2015)

[2] Gadis, John Lewis: Der Kalte Krieg. Eine Neue Geschichte, S. 78, München 2007.

[3] Ican Germany, international campaign to abolish nuclear weapons: http://www.icanw.de/fakten/nuklearwaffen-eine- chronologie/ [Zugriff:25.05.2015)

[4] Gadis, John Lewis: Der Kalte Krieg. Eine Neue Geschichte, S. 84f., München 2007.

[5] Eisenhower Presidential Library, Eisenhower’s tom’s for Peace Rede vor der UN, S.4, 1953 Kansas.

[6] Dies. S. 9.

Details

Seiten
8
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668002029
ISBN (Buch)
9783668002036
Dateigröße
5.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300948
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Friedrich Meinecke Institut
Note
unbenotet
Schlagworte
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